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TOP 500 REZENSENTam 25. Januar 2013
Über die Handlung gibt es nichts mehr hinzufügen, dass haben meine Vor-Rezensenten schon ausführlich getan.

Das Buch ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die man so schnell nicht mehr vergessen kann. Eindringlich und unfassbar glaubwürdig schildert der Autor einen Fall von Fehlender Zivilcourage/unterlassener Hilfeleistung und die fatalen Folgen. Das Buch ist einfach nur erschütternd, macht fassungslos, ist ein absoluter Alptraum und basiert auf wahre Begebenheiten. Keine leichte Kost und auch kein Buch für zwischendurch. Eine unglaublich traurige und verstörende Geschichte mit Tiefgang.

Von Anfang bis zum bitteren Ende spannend und einfach brillant geschrieben. Rundum gelungen und absolut Empfehlenswert !
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am 7. März 2011
"Ein Akt der Gewalt" ist ein trauriges Buch. Das liegt auch daran, dass Ryan David Jahn sein Porträt eines Mordes an einer realen Geschichte orientiert. Als 1964 auf Kitty Genovese mit einem Messer wieder und wieder eingestochen wurde, schauten die Nachbarn weg - und die Welt anschließend in den Schlagzeilen zu.

In Ryan David Jahns Thriller heißt das Opfer Katrina Marino. Die zierliche Frau wird nach der Rückkehr von ihrer Arbeit in den frühen Morgenstunden vor ihrer Haustür überfallen. Der Täter, William, wird bei seiner Tat jedoch unterbrochen. Trotzdem und obwohl sie die Schreie hören, bleiben die Nachbarn untätig. Katrina bleibt ihrem Kampf ums Überleben allein überlassen. Sie schleppt sich zur Haustür, doch Ewigkeiten später kommt ihr Mörder zurück, sticht wieder auf sie ein und vergewaltigt sie schließlich, bevor er zurück in seine kaputte Ehe flüchtet. Irgendwann kommt der Krankenwagen, gerufen von einem farbigen Nachbarn, der gerade selbst Opfer rassistischer polizeilicher Gewalt wurde. Für Katrina kommt diese Hilfe zu spät; sie stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus.

"Ein Akt der Gewalt" ist ein starkes Buch, und selbst wenn Ryan David Jahn die Geschichte schriftstellerisch weiterentwickelt hat, schaut er im Gegensatz zu seinen Protagonisten genau hin. Das Düstere an diesem Sittengemälde Amerikas in den frühen Sechzigern ist, dass es für das Wegschauen auch in der Gegenwart und auch im heutigen Deutschland genügend Beispiele gibt. Ryan David Jahns erster Roman wurde mit dem renommierten Debut Dagger Award ausgezeichnet. Nach "Ein Akt der Gewalt" bin ich gespannt auf mehr.
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am 4. Mai 2017
'Ein Akt der Gewalt von Ryan David Jahn'

Die letzte Nacht der Katrina Marino

Eine Geschichte von menschlichen Dramen,Abgründen und Schuld.
Ein Buch das fassungslos macht,entsetzt und unter die Haut geht... Von mir eine klare Lese Empfehlung 👌📚❤

Ein Thriller der trotz seinem recht einfachen und teilweise nüchternen Erzähl Stil fesselt und berührt und das nicht zuletzt durch die Tatsache dass es sich hier,wenn auch durch fiktive Charaktere zum Teil etwas ausgeschmückt ,um eine wahre Geschichte handelt.
Es ist 4 Uhr früh,als sich katrina Marino auf den Heimweg macht.Die Straßen sind menschenleer,trotzdem hat katrina das Gefühl beobachtet zu werden.Als sie sich wenig später ihrer Haustür nähert,nimmt sie aus dem Augenwinkel eine Gestalt wahr.Noch bevor sie reagieren kann, ist der Angreifer über ihr und sticht mit einem Messer auf sie ein. Katrina fängt an zu schreien. Katrinas Nachbarn hören ihre Schreie. Alle schauen aus ihren Fenstern, doch wer unternimmt etwas?
Ein Buch basierend auf einer wahren Geschichte,dem Mord an kitty Genovese,der 1964 weltweit für Schlagzeilen sorgte und später unter dem Begriff Bystander Syndrom in die Kriminalgeschichte eingingen.
review image
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am 1. Mai 2017
--> Leseempfehlung! 👌

Eine Nacht, viele Schicksale. Und alle irgendwie verbunden und durchzogen von Gewalt, körperlich und seelisch.
Nach einer wahren Begebenheit.

Ich konnte und wollte das Buch nicht weg legen. Authentisch, schnell, schnörkellos, emotionsreich und sprachlich gut verpackt zieht das Buch den Leser in seinen Bann und man taucht ein in die Story eines Wohnkomplexes und erlebt eine Nacht die den Atem raubt. Am Morgen ist man fassungslos....
Ganz klare Leseempfehlung
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Begründet durch eine wahre Begebenheit nimmt der Autor sich dem Schicksal einer jungen Frau an, die urplötzlich Opfer eines Gewaltaktes wird. Nicht das dies schon schlimm genug wäre. So finden sich mehrere Zeugen die jene Tat beobachtet haben aber nicht eingeschritten sind.

Damit greift der Autor eines der aktuellen Probleme der zivilisierten Welt auf. Man muss ich als Leser die Frage stellen , wie couragiert man bei solchen Ereignissen sein darf oder muss. Nicht zuletzt haben uns Berichte in der Vergangenheit gezeigt das es auch eine Frage des eigenen Lebens ist ob man einschreitet oder wegschaut.
Kann man mit dem Gewissen leben das unweigerlich dadurch belastet wird?
Diese und noch andere Fragen werden durch die unterschiedlichen Charaktere die sich im Buch wieder finden beantwortet und dargestellt,.
Trotz dessen das dieses Buch nur gut 270 Seiten umfasst gelingt es dem Autor die Personen authentisch und für den Leser bildlich machend zu beschreiben. Man hat die Personen im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen. Das macht es auch einfach sich in die Situationen , die Beweggründe hinein zu versetzen, ja man fühlt trotz des düsteren Grundtenors mit.
Schön für den Leser ist es auch das die betroffenen Personen, ihre Lebensumstände und Gewohnheiten klar umrissen werden. Man merkt die Zeit und die Liebe zum Detail in jedem Satz. . Dennoch selbst bei der Vorstellung" der einzelnen Personen werden nur negative Aspekte erwähnt, Gedanken, Stimmungen, Erfahrungen aus der Vergangenheit, ja selbst Sehnsüchte sind alle geprägt von einer tief greifenden Negativität.
Der Erzählstil des Autors ist zunächst sehr abgehakt, ja fast kurzatmig. Daran muss man sich als Leser erst mal gewöhnen. Schnell wird aber klar das der Autor ihn bewusst einsetzt um die düstere Grundstimmung zu unterstreichen. Wörter klar und ungefärbt unterstreichen den realistischen Stil der Erzählung. Dinge werden beim Namen genannt , weder beschönigt noch idealistisch verzerrt.
Das Cover welches in schwarz und weiß gehalten ist unterstreicht ebenfalls die negative dezente Stimmung innerhalb des Buches.
Ryan David Jahn setzt an zu einem Plädoyer an die Menschlichkeit an, wettert gegen Ungerechtigkeiten jeder Art.
Zieht Menschen und ihre Motive heran um deutlich zu machen wie verderbt die Menschheit ist oder geworden ist.
Das was dabei herauskommt ist mehr ein Horror-Thriller als ein Thriller im eigentlichen Sinne.
Geschockt, entsetzt, benommen , ja fassungslos wird der Leser zurückgelassen mit den Eindrücken die er aus diesem Buch gewinnt.

FAZIT: Ein sehr nachdenklich stimmender Roman der für zart besaitete Leser mit Vorsicht zu genießen ist.
Dennoch einer der besten authentistischen Romane die ich je gelesen habe.
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Freudig erregt bemerkte ich zunächst, dass Ryan David Jahns Erstlingswerk "Ein Akt der Gewalt" bei Heyne-Hardcore erschienen ist. Dieses Sublabel des Münchner Verlages ist mir durch besonders harte Thriller- und Horrorkost bestens bekannt; nicht mal vor deftigen und wenig zimperlichen Kannibalen-Storys aus der Feder Jack Ketchums scheut man hier zurück.

Erstaunt stellte ich nun nicht nur fest, dass Heyne-Hardcore nun wohl (endlich) neben den Taschenbüchern auch bibliophilere gebundene Ausgaben auf den Markt bringt, sondern mit "Ein Akt der Gewalt" einen eher ruhigen (aber dennoch schockierenden) Roman im Portfolio hat.

Die Grundstory (Frau wird vor den Augen vieler Zeugen malträtiert und keiner tut etwas) ist schlicht und nimmt im Buch auch gar nicht besonders viel Raum ein. Eher werden die Zeugen-Charaktere genauer beleuchtet und ihre Geschichten erzählt. Damit erinnerte mich die Lektüre an episodenhafte Filme wie "Magnolia" oder "Short Cuts".
Und viele Protagonisten erleben in dieser Nacht ebenfalls Abscheuliches, egal ob es sich um Gewalt gegenüber Schwarzen, aktive Sterbehilfe oder die Folgen von Partnertausch handelt. Die Schicksale der einzelnen Zeugen haben mich sehr berührt, keine der genannten Personen blieb flach oder unnötig.

Zu Anfang der Lektüre bemerkt man stilistisch, dass der Autor bisher als Drehbuchautor sein Geld verdient hat, vieles an der Schilderung erinnert an ein etwas aufgemotztes Drehbuch.

Insgesamt ein lesenswertes, zurecht mit dem "Debut Dagger Award" ausgezeichnetes Erstlingswerk. Gorehounds- und Fans der eher harten, expliziten Storys, die sonst bei Heyne-Hardcore erscheinen, könnten hingegen vom stillen Erzählstil enttäuscht sein.

Ich war nach der Lektüre jedoch definitv nicht enttäuscht und werde den Autoren auf dem Radar behalten.
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am 29. Januar 2011
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Morgens um Vier Uhr wird Kat vor ihrem Haus überfallen und niedergestochen. Der Täter lässt sie einfach
auf der Straße liegen, wo sie langsam verblutet. Hinter den Fenstern sieht Kat noch einige ihrer Nachbarn,
bevor sie stirbt. Doch niemand unternimmt etwas, alle denken, ein anderer wird schon helfen. Zu sehr sind
alle mit ihrem eigenen Leben und ihren Problemen beschäftigt.

Obwohl es in dem Buch eigentlich um den Mord an Kat geht, steht diese Tat nicht im Vordergrund der
Erzählung. Vielmehr geht es um die Geschichten dahinter, um all die Leute, die zuschauen. Es ist kein
Thriller im eigentlichen Sinne, wo der Mörder gesucht wird. Vielmehr ist es ein gesellschaftskritischer
Roman, der aufzeigt, wie wir Menschen in Wahrheit sind. Dabei wird schnell klar, dass sich ein Fall wie
dieser immer wieder ereignen könnte, denn die meisten Menschen beschäftigen sich lieber mit sich selbst
als mit anderen.

Dieser Thriller ist ein ungewöhnliches Buch. Es lässt den Leser nachdenklich zurück, und das macht dieses
Buch sehr interessant.
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am 26. März 2011
Wenn ich dieses Buch in ein Genre einordnen sollte, würde mir das vermutlich sehr schwer fallen. Der Klappentext suggeriert, dass es sich um einen Thriller handelt. Aber eigentlich ist dieses Buch viel mehr.
Es geht vor allem um eine junge Frau - von allen Kat genannt - die nachts um vier Uhr von ihrem Job in einer Bar nach Hause kommt und im Hof des Gebäudekomplexes, in dem sie wohnt, niedergestochen wird.
Jedoch ist dies nur der rote Faden, der alle anderen Handlungen miteinander verstrickt. Denn es geht vor allem darum, dass viele der Bewohner des Komplexes die Tat mit ansehen, aber niemand tut etwas. "Jemand wird schon die Polizei gerufen haben. Wir wollen ja die Leitung nicht überlasten."
Jeder schiebt die Verantwortung auf den nächsten und wie fatal dieser Satz ist, wird klar, nachdem zwei Stunden später immer noch keine Polizei da ist.
Was vor allem von Jahn beschrieben wird, sind die Schicksale der anderen Bewohner des Komplexes. Da ist Patrick, der seine totkranke Mutter pflegt. Zwei Pärchen, die es mal mit Partnertausch probieren wollen. Thomas, der in der selben Nacht Selbstmord begehen will und viele andere. Jeder von ihnen hat ein anderes Kreuz zu tragen und vergisst über diese Probleme schnell die Tatsache, dass im Hof grade ein Mord passiert.
Und ich habe von oben zugesehen und war fassungslos über so wenig Zivilcourage. Noch fassungsloser war ich, als ich mir klar geworden war, dass dies keine fiktive Geschichte ist, sondern in der Form tatsächlich passiert ist. Allerdings kann ich mir auch jetzt, nach Lektüre des Buchs, einfach nicht vorstellen, dass so etwas tatsächlich passieren kann.
"Ich wollte doch nur ein Bad nehmen."
Am besten beschrieben im ganzen Buch fand ich die Passagen, in denen Kat zu Wort kommt. Der Autor versteht es perfekt, ihren Mut hervorzuheben, mit dem sie auf eigene Faust versucht, sich zu retten, nachdem der Täter sie im Hof zurückgelassen hat. Immer noch schauen Leute aus ihren Fenstern zu, aber keiner hilft. Kat ist übel zugerichtet und kriecht auf ihre Wohnung zu. Immer wieder redet sie sich ein, dass es doch 'babyleicht' ist, sie muss einfach nur die drei Meter bis zur Wohnungstür zurücklegen.
Das alles ist von Jahn so eindringlich beschrieben, dass man einfach nur da sitzen und den Kopf schütteln kann. Es zieht sich einem der Magen zusammen, wenn man sich überlegt, dass so viele Menschen da sind, die arme Kat aber alleine klarkommen muss.
Denn während dies alles passiert, geht das Leben der anderen Bewohner weiter. Man selbst vergisst darüber nie, was im Hof passiert; die Bewohner scheinbar schon. Ihre eigenen Probleme sind scheinbar wichtiger als das Leben, das gerade langsam im Hof endet. Denn als die Nachbarn zwei Stunden nach der Tat mal wieder zum Fenster gehen und das Blutbad im Hof sehen, überkommt sie das schlechte Gewissen und der Schock, dass wohl scheinbar doch niemand die Polizei gerufen hat. Doch dann ist es zu spät.

Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch! Selten habe ich eine Geschichte gelesen, in die ich mich so gut hineinversetzen konnte.
Dies ist eine Geschichte, bei der man sich im Sessel windet und einfach laut schreien möchte, damit endlich jemand Kat hilft.
Eine Geschichte, die einem die Luft abschnürt, weil man die Menschen einfach nicht versteht.
Eine Geschichte, die auch eine Mahnung darstellt an alle, so etwas nicht geschehen zu lassen!
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am 20. Mai 2011
"Ein Akt der Gewalt" ist ein Hörbuch, dessen Handlung auf einen wahren Fall beruht. Im Jahr 1964 wurde die in New York lebende Kitty Genovese etwa 30 Meter von ihrer Wohnungstür entfernt von einem Mann vergewaltigt, ausgeraubt und niedergestochen, bevor sie auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb. Eine grausame Tat, die von mehreren Personen, allerdings nur teilweise, beobachtet wurde, ohne dass ihr jemand half.

Der Autor Ryan David Jahn hat den schockierenden Fall der erst achtundzwanzigjährigen Amerikanerin erneut aufgegriffen und in seinem Thriller verarbeitet. Während er sich an viele Originaldetails hält, wagt er den Versuch, den Menschen, die nicht gewillt waren, einer Frau in Not zu helfen, ein Gesicht zu geben. Dabei stattet er jeden seiner Protagonisten mit persönlichen Problemen aus und lässt sie, nur mit sich selbst beschäftigt, eine Ignoranz verkörpern, die für die heutige Zeit typisch ist. Ohne sich ihrer Schuld bewusst zu sein, stehen sie am Fenster, erkennen die Notlage der Frau und sind sich in ihrem Glauben sicher, dass ein anderer hilft. Ein plastisches Abbild einer Gesellschaft, in der Gleichgültigkeit und Egoismus an der Tagesordnung sind.

Gelesen wird der bewegende Thriller von David Nathan, der es wunderbar versteht, den in ihm handelnden Personen eine passende Stimme zu verleihen. Dabei stellt er die Panik des Opfers genauso greifbar dar wie die Verwunderung des Täters, als dieser am nächsten Morgen unbehelligt zur Arbeit fahren kann. Ein Hörbuch, das ans Herz geht und bei dem sich der Hörer nichts sehnsüchtiger wünscht, als in das Geschehen eingreifen zu können.

Fazit:
"Ein Akt der Gewalt" ist ein schockierendes wie bewegendes Debüt, das, gelungen umgesetzt, eine eindeutige Botschaft vermittelt. Ein Hörbuch, das jedem nur empfohlen werden kann!
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Stell Dir vor Du wirst ermordet und keiner greift ein. Um diese zentrale Kernaussage dreht sich Ryan David Jahns Buch, dem ein realer Fall aus dem Jahre 1964 zugrunde liegt und anhand dessen erstmalig das psychologische Phänomen des "Bystander-Effektes", des Zuschauen aber nicht Helfen-Effektes näher definiert wurde. Eine junge Frau wird vor den Augen ihrer Nachbarn ermordet. Viele Menschen bekommen zumindest teilweise mit, was sich unten im Hof des Wohnkomplexes abspielt, aber niemand greift ein. Niemand schaut nach, was passiert. Niemand ruft die Polizei, jeder schiebt die Verantwortung auf den nächsten, der ganz bestimmt die Polizei ruft, denn es wäre ja schlimm, wenn mehr als eine Person den Überfall meldet und man so vielleicht noch an einer Überlastung der Telefonleitungen schuld wäre.
Die Gründe für das Wegsehen sind vielfältig: persönliche Sorgen, die genau in diesem Moment die Gedanken von den Geschehnissen im Hof ablenken; Egoismus, weil man ja im Anschluss eventuell als Zeuge aussagen muss und man nicht "in die Sache" verwickelt werden möchte und man den Zeitaufwand scheut; Desinteresse an den Dingen, die außerhalb der eigenen vier Wände passieren.

Der Leser wird hier zum Voyeur, nicht nur des Mordes, sondern auch der intimsten Ereignisse und Seelennöte der wegsehenden Nachbarn, deren Mikrokosmos sich im Moment des Mordes nur um sich selbst dreht. Wie einen Spielball gibt der Autor die Erzählperspektive, die in der Gegenwartsform gehalten ist, von einem Nachbar an den nächsten weiter und so erlebt man nicht nur den Überfall auf Kat, ihre Todesangst und Verzweiflung aus deren eigener Perspektive mit, sondern erfährt nach und nach, was die Menschen in diesem Wohnkomplex in der Zeit zwischen vier Uhr morgens und der Dämmerung fühlen, wahrnehmen und schlimmer noch, sehen und ignorieren. Jahn verzichtet hier zwar auf Ich-Erzähler, es wirkt aber aufgrund des sehr persönlichen Schreib- und Erzählstils trotzdem extrem beklemmend.

Ryan David Jahn schreibt zutiefst verstörend. Fassungslos sitzt man hier beim Lesen und denkt: es muss doch endlich jemand reagieren. Es kann doch nicht sein, dass alle ihre Augen verschließen und sich nur mit sich selbst beschäftigen, aber es ist so. Quälende Stunden vergehen, in denen man als Leser das Sterben miterlebt. Die einzige Person, die vielleicht genug Courage besessen hätte um zu helfen, wird an anderer Stelle aufgehalten und kommt letztendlich zu spät.

Ich würde mir wünschen, dass Ryan David Jahns Buch nicht nur viele Leser findet sondern auch zur Schullektüre wird als abschreckendes Beispiel für das was passiert wenn man wegsieht, wenn man die Verantwortung und die Pflicht zum Handeln mit dem Gedanken verdrängt "der andere wirds schon richten". Niemand muss sich einer Gefahr für das eigene Leben aussetzen. Aber manchmal genügt schon ein einziger Anruf, um ein anderes Leben zu retten.
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