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am 24. November 2016
Ich versuche es kurz zu halten:
Ich bin ein großer King Fan und habe schon diverse Bücher von ihm gelesen. Dieses hier ist für mich bislang das Schönste und vor Allem in sich Schlüssigste.
Während es bei Anderen King Romanen oftmals den ein oder Anderen Aussetzer in der Geschichte gab, die einen etwas irritiert zurückließ (man nehme die Szene am Schluß im Tunnel beim sonst großartigen ES, durch welche die Kinder eine tiefere Verbindung aufbauen) ist dieses Buch von vorne bis hinten toll, schlüssig, liebevoll ohne wirklich kitschig zu werden und mit einem traurig schönen Ende verpackt.
Für mich persönlich ein Roman der alle stärken Kings beinhaltet und wenige seiner Schwächen.

Vielleicht muss man eines noch sagen:
Es ist kein Horror Roman falls man dies von King erwartet. Ich persönlich würde sogar sagen, es ist kein Zeitreise Roman im engeren Sinne - ein Groß der Handlung spielt eben in den frühen 60igern - wobei dessen Auswirkungen und Tücken natürlich beleuchtet werden.
Vielmehr ist der ein Roman selbst eine kleine Zeitblase die uns ins einen Einblick ins Leben eines normalen Mannes gewährt, welcher vor eine ungewöhnliche Situation gestellt wird.
Er versucht weiterhin sein Leben zu führen, mit all den kleinen Tücken und Wundern die das Leben bereithält. Er lernt eine ungewohnte/neue Umgebung kennen, verliebt sich, knüpft Freundschaften, feiert die kleinen Erfolge die ein normaler Beruf und ein normales Leben bereithält und die doch die großen und bedeutenden für das eigene Leben sind. Kurz gesagt: Er lebt.
Darüber gelegt ist eben die oberflächliche Geschichte, der Krimi, der Spannungsbogen - Auch dieser ist durch und durch spannend und gelungen. Allgegenwärtig ohne Dominant zu sein. Dominant bleibt er als Mensch - mit all seinen Gefühlen, seinem Gewissen. Man hat das Gefühl er würde lieber dieses normale Leben weiter Leben und folgt doch der eigentlich zu großen Bestimmung.
Was soll ich weiter sagen, wo ich mich doch kurz fassen wollte - ich liebe es von Büchern und Geschichten verzaubert zu werden - in den Bann gezogen - mitten in die Geschichte. Ich denke man merkt: Dieses Buch hat das geschafft. 5 Sterne von mir.
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. April 2012
Das Attentat auf John F. Kennedy war mindestens für die amerikanische Bevölkerung ein sehr traumatisches Erlebnis, welches eine Vielzahl von Verschwörungstheorien nach sich zog. Dieses Trauma breitete sich zu einem großen Teil über die ganze Welt aus und wird auch immer wieder gerne neu diskutiert, neu belichtet und mit vielen Facetten - von irrsinnig über plausibel - neu betrachtet und abgehandelt.
Nun hat sich auch einer der erfolgreichsten Autoren unserer Gegenwart diesem Thema angenommen und legt dabei sogleich einen Roman vor, den man aufgrund seiner 4-stelligen Seitenzahl nicht einfach mal so nebenbei lesen kann.
Stephen King war schon seit jeher ein großartiger Erzähler und schaffte es unwahrscheinlich oft, vermeintlich unwichtiges Zeug lebhaft und voll Detailreichtum vor seinem geneigten Leser auszubreiten - dies erfreulicherweise fast immer ohne dabei zu langweilen.
In DER ANSCHLAG spielt er mit dem Gedanken, was für Auswirkungen es denn haben könnte, wenn man in die Vergangenheit reist um dieses Attentat zu verhindern.
Dies allein könnte man sicherlich in einen ganz normalen Zeitreisethriller packen, der seine Antworten nach etwa 300 bis 400 Seiten offenbart und damit den Leser auf simple Weise überzeugt und unterhält. Stephen King geht jedoch einen Schritt weiter und lässt seinen Protagonisten fünf Jahre vor besagtem Attentat in dieser Zeit auftauchen und erzählt haarklein die Geschehnisse, die in diesen fünf Jahren folgen. Dadurch entstand ein sehr dichter und reif erzählter Roman, der nicht nur als Hommage an diese Zeit seine Wirkung zeigt sondern auch noch eine sehr tiefgehende Liebesgeschichte in sich birgt.
Die eigentliche Thematik wird mehr und mehr zur Nebensache und es offenbart sich vor dem Leser ein durchweg bildhaft erzählter Roman, der trotz seiner Länge in keinster Weise langweilig wird.
King entwickelt sich hierin mehr und mehr zu einem Erzähler, der nur noch fassettenweise seinem Ruf als Horrorautor gerecht wird. King erweitert sein Imperium vielmehr mit Romanen, die bereits allein durch ihre erzählerische Kraft wirken - sicherlich gibt es auch genug eingeflochtene Spannungselemente, da sich die Vergangenheit gegen diese allumfassenden Änderungen wehrt, aber die Story um das Attentat scheint hierbei nur noch Mittel zum Zweck zu sein.
In meinen Augen ist DER ANSCHLAG ein uneingeschränkt zu empfehlendes Werk, das einen sehr reif gewordenen Autor aufzeigt und somit nicht mehr nur für die eingefleischten King-Fans eine Rolle spielen sollte.
Fans des Autors werden den ein oder anderen Aha-Effekt haben und können sich auch auf das abermalige Treffen mit bekannten und lieb gewordenen Personen freuen.
Auf den Schluss der Geschichte möchte ich hier natürlich nicht eingehen, aber er ist schlüssig erzählt und lässt nichts zu wünschen übrig. Davon abgesehen wird das letzte Kapitel auch bei allen Lesern, die noch ein klein wenig Sensibilität oder Sentimentalität in sich tragen für eine wohlige Gänsehaut sorgen - und dies ganz ohne irgendwelche Spannungs- oder gar Horrorelemente.
Absolute Spitzenklasse!
Jürgen Seibold / 23.04.2012
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am 12. April 2017
The time-travel and action part is crafted skillfully, but the protagonist's personal experiences, his love story in particular, are almost unbearably dull. Two-dimensional characters are ok as long as the action is absorbing. When the plot slows down, you notice there's little substance.
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am 28. Mai 2017
Sehr gutes Buch, sehr interessant.
Bindung und Druck super.
Nur schade das Amazon.de nicht alle Bücher von Stephen King als amerikanische Orginal Hardcover Ausgabe vom Scribner Verlag im Sortiment hat. Leider muss man da oft mal über Amazon.com bestellen
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am 30. März 2017
It kept me fascinated from the first to the last page. It felt like I was part of the journey through time.
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am 19. September 2014
ca change du S. King standard, mais ce livre est vraiment bien, quand il fallait s’arrêter de lire pour aller se coucher ou préparer la cuisine, c'était toujours très dure. ma femme qui n'aime pas les livres d'horreur a également adoré.
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VINE-PRODUKTTESTERam 15. November 2011
Jake Epping, 35 ist Englischlehrer in Lisbon Falls, einem Nest in Maine und führt ein eher durchschnittliches Leben. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ihm sein Kumpel AL Templeton in der Abstellkammer seiner Imbissbude ein Tor in die Vergangenheit zeigt. Die Regeln sind einfach: Bei jedem Eintritt gelangt man zum 9. September 1958 und bei jeder Rückkehr sind in der Gegenwart genau zwei Minuten vergangen. Außerdem wird bei jedem erneuten Durchschreiten ein kompletter Reset gestartet, sämtliche bei vorherigen Besuchen ausgelösten Änderungen sind hinfällig.

Al hatte einen großen Plan: Er wollte in der Vergangenheit bis zum Jahr 1963 ausharren und den Mord an Präsident Kennedy in Dallas verhindern, indem er den Attentäter Lee Oswald vorher tötet. Lungenkrebs im Endstadium zwingt ihn jedoch zur vorzeitigen Rückkehr und er bittet Jake, den Job zu übernehmen. Dessen anfängliche Skepsis wird bald von Neugier besiegt und so stürzt er sich in das ungewöhnliche Abenteuer. Vor der Rettung des Präsidenten muss er aber noch einem Freund helfen und eine Familientragödie verhindern; er reist nach Derry (treue King-Leser wissen, was 1958 in Derry geschah). Doch das ist erst der Anfang, auf Jake wartet nicht nur die Liebe seines Lebens, sondern auch eine Vergangenheit, die sich partout nicht ändern lassen will...

Es gibt im Leben Momente, in denen man innehält, weil einem bewusst ist, dass das soeben Geschehene den Lauf der Geschichte nachhaltig verändern wird. Der 11. September war so ein Ereignis, die Ermordung von John F. Kennedy ein anderes. Es gibt darüber unzählige Bücher, Filme und Dokumentationen; Lou Reed hat ein wunderbar anrührendes Lied geschrieben ("The day John Kennedy died"), auch Axl Rose sang: "And in my first memories they shot Kennedy". Und nun nimmt sich also der erfolgreichste Schriftsteller der Welt des Themas an.

King wählt dabei jedoch einen anderen Ansatz: Er lässt die Verschwörungstheorien (an die er übrigens im Gegensatz zu seiner Frau nicht glaubt) weitgehend außen vor und schickt seinen Ich-Erzähler in die Vergangenheit um diese zu ändern, mit allen (unbekannten) Konsequenzen. Er hält sich dabei eng an die historischen Vorgaben der Personen und Schauplätze im Dunstkreis von Oswald und verleiht dem Roman somit zusätzlich Authentizität. Natürlich ist auch das Leben in dieser Zeit ein weiteres Hauptthema und dieses Leben ist durchaus zwiespältig, denn neben der unbeschwerten Fröhlichkeit kleinstädtischer Tanzveranstaltungen und nachbarschaftlicher Empathie haben ebenso provinzielle Bigotterie und alltäglicher Rassismus ihren festen Platz. Highlights sind die problematischen Situationen, die bei Zeitreisen auftreten können: Wenn der Held beispielsweise nach seinem (nicht vorhandenen) Handy greift oder durch das laute Absingen obszöner Rolling Stones-Verse für Verwirrung sorgt.

Der Erzählstil ist packend, wie meist bei Stephen King, der Leser ist mittendrin im Geschehen und wird trotz einiger Längen im Mittelteil gefesselt von den Ereignissen. Da der Autor auch eine Reise in die eigene Vergangenheit unternimmt, gibt es ein Wiederlesen mit Protagonisten aus "Es"; Nostalgie pur für die Fans. Obwohl das Thema Zeitreisen schon bei "Langoliers" behandelt wurde, weist der neue Roman eher Parallelen zu "Dead Zone" auf, nicht nur weil dort ebenso durch ein politisches Attentat die Zukunft geändert werden soll, sondern auch wegen der nicht ganz unbedeutenden Nebenhandlungen. Und klar: Die Polizei von Dallas bekommt ordentlich auf die Mütze, mehr als bei "Tommyknockers".

Stephen King wollte dieses Buch eigentlich schon 1972 schreiben und es ist gut, dass er gewartet hat, denn das Thema bewegt immer noch viele Menschen und es ist zu bezweifeln, dass er eine derart komplexe Aufarbeitung und Umsetzung schon in jungen Jahren hinbekommen hätte. Heute kann man mit Fug und Recht sagen, dass dem Meister wiederum ein großer Wurf gelungen ist.
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TOP 1000 REZENSENTam 4. Dezember 2011
Jake Epping is a good man and a good teacher who really cares for his students. This works well when he teaches kids whose life are still quite changeable, but in the classes for adults sometimes its too late, because life has already taken a heavy toll on some people - as on Harry Dunning whose father killed his family 50 years ago and crippeld Harry for life.

When Jake gets the opportunity to go back in time to the year 1958 to prepare the cancellation of the assassination of John F. Kennedy he makes the Dunning family his test-run, to see how this might work out. And then he gets real and starts to live in the past quite intensively.

This is very much a story about what the past has looked like, about love, and about the importance and the beauty of teaching. And that is, what in a way this book is mainly about. The hunt for Lee Harvey Oswald again and again becomes a distraction to these worthwhile projects and in the end one has to question whether it was worth the cost.

With a nod into the direction of "It" and its filmed version - some people are called Curry - this is a very complex and very emotional story without strange monsters except the general monstrosity of man himself. And - I think - also again quite personal, because Mr. King has been a teenager when 22.11.1963 came along and a teacher of English at a later time in his life. he device of the first-person-narration from the perspective of Jake Epping makes for a beautiful language which is also a big plus of this novel. Highly recommended.
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am 31. März 2017
In meiner Erfahrung gibt es eine Grundregel, wenn es ums Geschichtenerzählen geht: Lass die Zeit als Konzept in Ruhe, es sei denn, du zielst sowieso auf Klamauk ab. Ich kann aus dem Kopf nur weniger als eine Handvoll Geschichten aufzählen, die ernstgemeint sind, das Konzept Zeit durch Zeitreisen oder andere Tricks auf den Kopf stellen, und die eine hohe Qualität behalten.
Das Problem mit Geschichten dieser Art sind die unmöglich zu verhindernden Ungereimtheiten, die eine solche Geschichte mit sich bringen muss. Nicht erst seit Heideggers Sein und Zeit ist die Verbindung der menschlichen Existenz mit dem Konzept Zeit eine der großen Fragen der Philosophie.
Und wenige Geschichten zeigen diese Frage gut auf.
Stephen King, der große amerikanische Geschichtenerzähler, der Meister der Allegorie und des Alltäglich-grusligen, hat sich vor wenigen Jahren an dieses Konzept gewagt. Weil ich King durchaus etwas abgewinnen kann, seit ich vor zwei Jahren meinen ersten Roman von ihm gelesen habe, und weil mir dieser empfohlen wurde (auf dt. übrigens unter dem Titel Der Anschlag veröffentlicht, habe ich beschlossen, mich diesem Stoff einmal zu stellen.

Die Zeit – mehr als ein Konzept
Die Geschichte, wie die meisten King-Geschichten, hat eine relativ simple Grundstruktur.
Da ist zum einen der etwas am Leben gescheiterte Protagonist Jake Epping – Englisch-Lehrer an einem Community College, frisch geschieden von einer alkoholabhängigen Frau, irgendwie unzufrieden, aber auch nicht wirklich unglücklich mit seinem Leben. Klassische King-Tristesse.
Sein Leben kommt an einen unerwarteten Wendepunkt, als der Inhaber eines heruntergekommenen Diners Jake ein Portal in die Vergangenheit zeigt, das sich im Lagerraum des Diners befindet: wo es herkommt, weiß niemand, wie es funktioniert kann man nur erahnen. Bestimmte Grundregeln erzählt der schwer an Lungenkrebs erkrankte Koch dem jungen Lehrer noch, bevor er ihm den großen Plan verrät: das Portal führt immer zum gleichen Moment am 9.9.1958 zurück. Gut 5 Jahre später würde ein Ereignis stattfinden, das die Weltgeschichte aus den Angeln hebt: das Attentat auf John F. Kennedy am 22.11.1963 (daher der Titel) – und dieses gilt es zu verhindern.
So taucht Jake in die Welt der Vergangenheit ein (er nennt es: „the Land of Ago“), wo er – in typischer King Manier – die Schauplätze anderer King-Romane besucht (Derry aus Es, zum Beispiel), und sich sonst versucht, auf seine Mission zu konzentrieren. Was sich als weniger einfach herausstellt, als es am Anfang wirkte. Die Vergangenheit – und vor allem eine Highschool-Bibliothekarin – erweisen sich als weitaus reizvoller als der Versuch, einen zukünftigen Attentäter zur Strecke zu bringen. Und dann sind da auch noch die vielen Fragen, die sich aus der intensiven Lektüre von JFK-Verschwörungstheorien ergeben.
Keine komplizierte Geschichte: da ist Gewalt und Verbrechen in einem aushaltbaren Maße, da ist eine wirklich berührende Liebesgeschichte ohne Nicholas-Sparks-Kitsch, da ist die so gängige Nostalgie und die Vereinigten Staaten, als alles noch einfach war.
Die vielleicht spannendste Rolle im Roman kommt aber der Zeit selbst zu. Denn dafür hat sich King etwas ausgedacht, das mir am meisten Spaß beim Lesen gemacht hat. Die Zeit, in Kings Version einer Zeitreisegschichte, ist mehr als nur ein Konzept – relativ oder nicht – das irgendwie abläuft. Die Zeit, oder in den Worten des Protagonisten: die Vergangenheit, ist sehr aktiv, denn sie mag die Einmischung nicht. Wo immer der Zeitreisende etwas verändert, etwas zum Guten oder Schlechten, versucht sie sich, mit sich selbst zu versöhnen. Die Zeit beschreibt King als aktiv und schwerfällig, als konservativen Block, der sich nur mit einem erheblichen Widerstand dem Fortschritt fügt. Der Meister der Allegorie, er schlägt hier zu.

Jene Zeit – Fern von Nostalgie, abseits von Dystopie
Ähnlich wie in dem Serienphänomen Stranger Things ist in Kings Roman weder Epping noch das Attentat der eigentliche Hauptankerpunkt der Geschichte, sondern die Zeit der späten fünfziger und frühen sechziger Jahre, in die er seinen Protagonisten als Ich-Erzähler eintauchen lässt.
Dieser Zeit des kalten Krieges hängt ja ein gewisser Mythos an; zum einen ist jedem klar, wer in dieser Zeit Gut und Böse war, wenn auch die Identifizierung unterschiedlich ausfallen mag. Das bezieht sich freilich nicht nur auf die Supermächte in West und Ost, sondern auch um die Bürgerrechtsbewegung in den USA und diese Dinge. Zum anderen ist es eine Zeit der relativen wirtschaftlichen Sorglosigkeit. Wie auch sonst, wenn ein großes Glas Rootbeer nicht mehr als 10 Cent gekostet hat?
King mag der beste gegenwärtige Autor zu sein, um über diese Zeit zu schreiben; das liegt vor allem daran, dass er eine morbide Freude am menschlichen Zerbruch zu haben scheint.
In diesem Sinne ist es ihm fern, eine reine Utopie voller nostalgischer Streifzüge zu schreiben. Gleichzeitig handelt es sich bei diesem Buch um ein genretechnisches Erstlingswerk des Autors, indem er sich einer Liebes- und Kriminalgeschichte mit Science-Fiction Elementen bedient, nicht dem von ihm bekannten Alltagshorror. So wirkt die Geschichte an vielen Stellen wir eine Ausgeburt des romantischen Weltschmerzes, wie sie nur King schreiben kann.
Mit dem Pessimismus, den ein Autor seiner Schreiberklasse braucht, um die Geschichten zu finden, die ihn berühmt gemacht haben, widmet er sich den hoffnungsvollsten Themen der Menschheitsgeschichte: Liebe, Lust, Lebenssinn.

Unsere Zeit – Was ist deine Metanarrative?
King stellt dem Leser nämlich durch seinen Protagonisten eine Frage, die nur schwer zu beantworten ist. Der im Leben steckengebliebene Jake bekommt die Chance, zum politischen Erlöser zu werden: JFK zu retten, den Vietnamkrieg zu verhindern, Martin Luther King bis zur Rente am Leben zu halten.
Aber ihm passiert, was er nicht für möglich gehalten hat: er findet nach seiner Scheidung in der Vergangenheit die Liebe seines Lebens.
Angesichts dieser Spannung muss er sich dauerhaft der Frage stellen, was die Suche nach dem Sinn im Leben eigentlich beenden wird: Das Gute oder das Schöne zu tun? Was ist, wenn das „Wahre, Schöne, Gute“ gar nicht ein und dieselbe Sache sind, sondern verschiedene Dinge – und du musst dich entscheiden?
Jake steht vor der Frage, ob er das Gute tun soll, ohne das es jemals jemand mitbekommen wird, in Minority Project – manier den Attentäter vor seiner Straftat zu bestrafen, vielleicht deswegen verfolgt zu werden; oder passiv zu bleiben, das Schlechte geschehen zu lassen, weil er sich auf das Schöne, auf die Liebe, den Sex, die Beziehung konzentriert.
Verantwortung übernehmen –
oder Erfüllung finden?
Aktiv werden –
oder passiv bleiben?
Genießen –
oder gestalten?
Diese Frage stellt King dem Leser unterschwellig; die dauerhafte Spannung lässt den Leser auf der einen oder anderen Waagschale dieses Justitia-Instrumentes stehen, mitfiebern, Entscheidungen des Protagonisten bejubeln oder verurteilen.
King verlangt vom Leser keine bewusste Entscheidung, kein philosophisches Urteil über eine abstrakte Frage, sondern zieht ihn in einen Strudel, in dem die Entscheidung unbewusst gefällt wird. Und gleich der Entscheidung, die der Leser trifft, sie hinterlässt auf beiden Seiten einen schalen Nachgeschmack, ein leises, zweifelndes Flüstern: wäre es auch anders gegangen?
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King schreibt Bücher, die den Leser nach wenigen Seiten in einer Geschichte überrascht: einer Geschichte mit hohem Tempo, einer dichten Analogie auf die menschliche Existenz, und einem grundsätzlichen Unbehagen mit dem, was wir für gegeben betrachten. Darin ist er ungeschlagen, und in diesem Buch hat er bewiesen, dass er für diese Mischung weder Horrorclowns noch psychopathische Väter braucht: Zeitreise reicht als Konzept, um den Autor zu seinen Leistungen zu inspirieren.
Das kann King, das liebe ich an seinen Büchern, und darin hat er hier nicht enttäuscht.
Nur meine unterbewusste Entscheidung, mein Mitfiebern, das behalte ich für mich.

Soviel für heute.
Marcus-B. Hübner
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am 13. August 2017
I've read this novel twice and watched the mini series. I have always been a big Stephen King can for many years!
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