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am 7. Mai 2017
"Der ewige Krieg" ist in doppelter Hinsicht großartige Literatur. Haldeman schrieb die Geschichte Anfang der 70er Jahre und verarbeitet darin seine Kriegserfahrungen in Vietnam. Das Ergebnis ist ein fulminanter Antikriegsroman, der zugleich elementare Phänomene des Weltraumkrieges thematisiert. Science Fiction at its best.

Im Jahr 2297 herrscht weltweite Wehrpflicht, schließlich befindet man sich im interstellaren Krieg. Bereits die Ausbildung der Soldaten ist menschenverachtend und so sterben zahlreiche Wehrpflichtige noch bevor sie jemals in ein Kriegsgebiet gekommen sind. Haldeman entwirft eine Zukunftsvision in der das Militär den bedeutendsten gesellschaftlichen Wert darstellt. Schließlich wird nicht weniger als die Zukunft der Menschheit verteidigt. Da muss man sich schon mal den militärischen Werten unterwerfen. Nach der Ausbildung nimmt der Protagonist William Mandella, aus dessen Sicht wir den ewigen Krieg verfolgen, an der ersten Schlacht gegen den noch unbekannten Feind statt. Doch erst einmal will die Distanz zu den Feinden überwunden werden. Die Soldaten werden auf riesige Raumschiffe verfrachtet und beginnen dann ihre Reise mit nahezu Lichtgeschwindigkeit. Doch das wird noch Probleme aufwerfen.

"Der ewige Krieg" ist vor allem ein Antikriegsroman, weshalb auch das Leben beim Militär und die einzelnen Kriegshandlungen im Mittelpunkt stehen. Ohne jedoch in Warporn zu verfallen. Haldeman hat einen echten Antikriegsroman geschrieben. Hier mutiert nicht der Soldat zum Helden in der harten Prüfung Krieg. Hier gibt es keine Helden. Die Schilderungen sind hochgradig realistisch, was eine Ausnahme im Genre darstellt. Haldeman nimmt seine Erlebnisse aus dem Vietnamkrieg auf und denkt sie weiter. So sind Drogen beim Militär explizit erlaubt. In Pausen werden statt Zigaretten Joints geraucht, später wird sogar Heroin offiziell angeboten, natürlich mit einem entsprechenden Gegenmittel gegen die Suchtwirkung. Auf Mannschaftsebene, also der Ebene der einfachen Soldaten, herrschen die „Vorzüge der Kameradschaft“. Sexuelle Beziehungen unter den Soldatinnen und Soldaten sind nicht verboten, sondern erlaubt und gewollt. Die Langeweile zwischen den Einsätzen und Angst und Stress vor und nach Einsätzen sollen so kompensiert werden. Sex und Drogen zur Verhaltenskontrolle. Lediglich die Offiziere haben sich dem Zölibat verpflichtet. Wer dies nicht einhält, wird exekutiert. Hier erinnert Haldemans Universum ein wenig an die Space Marines von Warhammer 40k. Streitmächte mit einer militärischen Pseudo-Religion.

Die Soldaten werden einer „posthypnotischen Suggestion“ unterzogen, so dass sie auf jeden Fall an den Kriegshandlungen teilnehmen müssen, selbst wenn ihr Verstand ihnen davon abrät. Haldeman verarbeitet hier wie in vielen weiteren Beispielen die Wirkung von Propaganda und Kriegshetze. Aber auch den Sog und die Eigendynamik von extremer Gewalt. Ist man erst einmal im Krieg, in einer Schlacht, dann bleibt einem auch kaum etwas anderes übrig als zu kämpfen. Wer nicht kämpft, stirbt. Sei es durch den Feind oder den Vorgesetzten, der einem wegen Befehlsverweigerung erschießt.

„Aber während mein analytisches Denken diese Idiotien zurückwies, dürstete etwas tief in meinem Innern, in jener schlummernden Bestie, die unsere wahren Motive und unsere primitive Moral enthält, nach dem Blut der Fremden, versuchte mich davon zu überzeugen, daß ein Mensch nichts Edleres und Größeres vollbringen könnte, als eines dieser gräßlichen Ungeheuer zu töten…“

Bei Haldeman fehlt kein Grauen des Krieges. Eine immer wieder mit dem Mantel des Tabu belegte Opferquelle im Krieg ist das „friendly fire“, also der versehentliche Beschuss der eigenen Soldaten. Im Vietnamkrieg wurde fast jeder fünfte Soldat durch Eigenbeschuss getötet. Haldeman zeigt drastisch auf, was es bedeutet in einer fremden Umgebung gegen einen unbekannten Gegner Krieg führen zu „müssen“. Die Soldaten reagieren panisch und töten und verstümmeln versehentlich ihre eigenen Kameraden. Währenddessen tobt das Massaker am Feind. Haldeman bringt Krieg auf den Punkt: „Denn es war Mord, ein brutales Abschlachten – da half kein Beschönigen.“

Nach dem Kampfeinsatz werden die Soldaten zurück zur Erde gebracht, wo alle den Dienst quittieren. Allerdings bedeutete die Reise in fast Lichtgeschwindigkeit, dass subjektiv zwar nur wenige Monate vergangen waren, auf der Erde aber Jahrzehnte vergangen sind. Haldemans "ewiger Krieg" beruht auf diesem Phänomen der Zeitdilatation. Während die Soldaten in einer einzigen Schlacht waren, befand sich die Erde in einem 30jährigen Krieg. Enstprechend verändert hat sich die Erde. Und hier kommt das ausgezeichnete Worldbuilding von Haldeman in Spiel. Er denkt Entwicklungen seiner Zeit weiter und entwirft eine durchaus plausible Zukunft. Eine Zukunft in der allerdings niemand leben will. Von 9 Milliarden Menschen sind fünf bis sechs Milliarden arbeitslos. Die Überbevölkerung und die Ernährung sind zu den bestimmenden Problemen geworden, weshalb Geld nur noch in Kilokalorien gerechnet wird.

Als Konsequenz melden sich zahlreiche der Soldaten wieder zurück in den Militärdienst. Der Krieg geht weiter. Und das Buch nimmt jetzt erst so richtig Fahrt auf!

Der ewige Krieg ist spannend, teils sarkastisch überspitzt, aber immer ein absolutes Lesevergnügen und dazu noch mit einer wichtigen und uneingeschränkt unterstützenswerten Botschaft. Und hier unterscheidet sich Haldeman konsequent von Robert A. Heinlein. Obwohl "Der ewige Krieg" durchaus einige Ähnlichkeiten mit "Starship Troopers" hat. Doch während es bei Heinlein an der Distanzierung zur beschriebenen militaristisch-faschistischen Dystopie fehlt, posititioniert sich Haldeman eindeutig. Wer SciFi mag und "Der ewige Krieg" noch nicht kennt: Kaufempfehlung!
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am 16. April 2013
Interessante Geschichte die anderen Kritiken finden meine Zustimmung. Kein anderes Buch hat mir solch eine Zukunft so genau dageboten. Es könnte mehr Spannung erzeugen, doch wer Sci Fi mag kommt um dieses Buch nicht rum.
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am 7. Februar 2003
Die Veröffentlichungsgeschichte, die Joe Haldeman im Vorwort anspricht, spricht Bände: Ohne den persönlichen Einsatz eines anderen Großen der SF, Ben Bova, der als Herausgeber des "Analog"-SF-Magazins Haldemans Werk in Fortsetzung abdruckte, wäre dieser bahnbrechende Hard-SF-Roman wohl nie veröffentlicht worden, und das aus politischen Gründen: Niemand wollte im Amerika der 70er Jahre einen SF-Roman lesen, der sich mit einem Krieg gegen Außerirdische vom System Taurus befasst, bei dem allerdings nach wenigen Seiten klar wird, dass hier unter dem Deckmäntelchen von Alien Warfare eine bitterböse und sehr schmerzhafte Satire auf den Vietnam-Krieg der USA steckt.
Haldeman schreibt aus erster Hand, er wurde mit 25 nach Vietnam eingezogen und verdiente sich dort ein Purple Heart. Sein Held William Mandella, der sich von Kapitel zu Kapitel weiter hochdient, ist ein wenig überzeugter, aber sein Leben liebender Fighter im ersten Krieg der Menschheit gegen Aliens. Kaum zu glauben, dass nach den ungeheuren Strapazen der Ausbildung und der ersten Einsätze, wie sie in bestechender Detailfreude und in ungeheurem Erzähltempo behandelt werden, überhaupt noch eine emotionale Steigerung möglich ist. Ist es aber: Die Heimkehr Mandellas auf eine Erde, wo in seiner subjektiv empfundenen kurzen Abwesenheit viele Jahre vergangen sind, wird zur größten Herausforderung für den Kämpfer.
Joe Haldemans Frau heißt übrigens ebenso wie die seines Helden Mandella: Marygay Potter. Und die Liebesgeschichte Mandellas und Marygays ist ein weiterer Pluspunkt der Story. Einen Stern Abzug gibt es nur für die manchmal etwas zu detailverliebte Behandlung technischer Probleme und des militärischen Prozedere. Ansonsten zweifelsohne ein Glanzstück der Science Fiction!
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am 26. Januar 2014
Der Roman wurde 1972 oder 1974 geschrieben (hier und da steht jeweils immer das andere Datum).

Ich hab vor ca. einem Jahr angefangen zu lesen.
In der Mitte (die Heimkehr) verlor ich die Motivation weiterzulesen, obwohl es bis dato ordentlich zur Sache ging in den Beschreibungen des Krieges und der Sinnlosigkeit all dessens. Doch hatte das Buch einen Punkt erreicht, der mir nicht zu gefallen schien.

Vor einer Woche nahm ich das Buch in die Hand und las weiter und eben auch zu Ende.

Wow.
Wie hatte ich mich getäuscht. Es passierte noch soviel interessantes und lesenswertes.
All diese Ideen im Buch und all die Ansätze, die darin enthalten sind.
Es gibt einige Filme, die schon Anleihen daraus umgesetzt haben. Manches vielleicht auch nur aus logischer Konsequenz daraus was der Autor selber erahnte, wie sich die Welt der Zukunft und deren Vorstellung entwickeln könnte.

Das Ende ist echt genial in meinen Augen.

Bin echt begeistert und hoffe wirklich, das Ridley Scott dieses Buch noch verfilmen wird. Die Rechte dafür hat er ja schon gesichert.
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am 31. Oktober 2015
Die Sinnlosigkeit und Brutalität eines Krieges wird recht gut dargestellt - nur eben in einer zukünftigen Zeit. Dabei werden die Auswirkungen der Zeitdilatation aufgrund der Reisen mit Lichtgeschwindigkeit sehr ausführlich erörtert - für mich allerdings im zu übertriebenen Rahmen. Das macht manche Passagen des Buches unglaubwürdig. Trotzdem, ein lesenswertes Buch.
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am 20. Dezember 2002
"Der ewige Krieg" ist ein ganz eigener Roman, der einem auch lange im Gedächtnis bleibt. Ich habe die Geschichte vor bald zwanzig Jahren das erste mal gelesen ... und seit her wird das Buch immer wieder aus dem Regal gezogen und gelesen.
Spannend, kurzweilig, witzig und was am wichtigsten ist: es hat das was einen guten SciFi meiner Meinung nach ausmacht: Eine neue Idee und auf dieser einen mögliche Zukunft!
Genau dies alles hat dieser Roman.
Ein einzelner Soldat nimmt mehr oder weniger freiwillig an einem interstellaren Krieg teil, der durch die Zeitdillatation auf über 1000 Erdenjahre gestreckt erscheint, aber tatsächlich "nur" ein paar Jahre Lebenszeit umfasst. Die Geschichte wird aus Sichtweise dieses Soldaten erzählt, der eigentlich nur Passagier der Umstände ist und an verschiedenen "Schlachten" teilnimmt, die alle einige hundert Erdenjahre auseinanderliegen. Nach jedem "Landurlaub" werden die entsprechenden soziologischen und technischen Entwicklung fremdartiger und für ihn unverständlicher. Immer weiter wird er durch diesen Krieg in die Zukunft getragen und fühlt sich immer mehr entfremdet. Irgendwann unterscheidet er sich so sehr von seinen Mitmenschen wie von den Außerirdischen ... weshalb es diesen Krieg jemals gab, wusste von Anfang an niemand so richtig. Schliesslich weiss er nicht einmal mehr für was er kämpfen soll und was ihm fremdartiger erscheint.
Immer spannend mit ein paar Spritzer Ironie, lässt einen die Geschichte nicht mehr los.
Unbedingte Kaufempfehlung!!!
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am 18. Mai 2013
Als Jugendlicher machte ich Bekanntschaft mit dem Comicbuch und wußte nichts von der ursprünglichen Romanvorlage.

Haldeman vermag es, den den meisten Menschen innewohnenden Fortschrittswillen, mit angebrachter Gesellschaftskritik zu verbinden.

Es ist ihm ein leichtes seine Erlebnisse als Vietnamveteran auf einen futuristischen Schauplatz zu übertragen.

Den Vietnamesen mögen damals die amerikanischen Landungstruppen ähnlich erschienen sein, wie Haldemans Tauriern die irdischen Invasoren.

In der deutschen Ausgabe des Romans wurden die Jahreszahlen „angepasst“, was man bestenfalls als Verschlimmbesserung gelten lassen kann.
Behält man die Intention des Autors im Hinterkopf , sollte das kein größeres Problem darstellen.

Fazit ... ein gesellschaftskritischer Science Fiction Roman mit, am Ende, positivem Ausblick.
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am 2. Juni 2010
Dies ist ein wunderschönes Sci-Fi Buch. Mir hat vor allem die Zeichnung des Haupt-Charakters und seiner "Truppe" über die verschiedenen Zeitfenster gefallen. Interessant, dass es aus dem Anfang der 70er kommt als gerade der Vietnam Krieg in den letzten Zügen stand. Was der Autor von diesem Krieg hielt, lässt sich auf den letzten Seiten gut nachvollziehen: Er lässt seinen Helden auf dem Planeten "Mittelfinger" sich zur Ruhe setzen... Absolut lesenswert!
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am 15. Oktober 2014
Der Roman hat mich bereits im ersten Kapitel gefesselt. Und mich bis zum Ende festgehalten. Joe Haldeman erschafft eine bleibende Spannung, zu der Ich-Erzähler mit seiner beschränkten Perspektive entscheidend beiträgt.
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am 28. März 2007
Zum einen ist die Idee, die hinter diesem Buch steckt, schon mal genial: Ein Krieg gegen eine Spezies, dem Menschen technologisch beinahe ebenbürtig aber absolut fremdartig, findet in unserer Galaxie statt, und immerwieder gibt es wichtige strategische Punkte zu verteidigen. Wegen der astronomischen Entfernungen vergehen oft Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte, bis man zum Ort des Geschehens vorgerückt ist. Für die Reisenden selbst vergeht kaum Zeit auf Grund der relativistischen Zeitdilatation, aber danach heißt es Jahre warten auf den ach so fremden Gegner, ohne zu wissen, wie weit dessen (Waffen-)Technologie in den Jahren, in denen man unterwegs war, fortgeschritten ist.

Desweiteren wollte der Autor mit diesem Buch sowohl die Sinnlosigkeit und die Erbarmungslosikeit von Krieg als auch die Strapazen und Probleme eines Soldaten unter Einsatzbedingungen aufzuzeigen. Vor allem letzteres fand ich sehr gelungen. Man kommt sich als Leser immer wieder verloren und hilflos vor und der Willkür von Generälen ausgeliefert.

Wie bereits in der Überschrift erwähnt, ist dies für mich das beste Science Fiction Buch ever, und läßt auch Größen wie Strugatzki, Asimov, Jeschke oder Niven verblaßen. Leider handelt es sich bei diesem Buch um einen einmaligen Ausrutscher des Autors.
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