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Kundenrezensionen

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am 15. März 2006
Ich hatte ein wenig gezögert, mir diesen ersten Teil der Saga zu kaufen. Zum Glück habe ich es doch getan, denn ich habe es keine Sekunde bereut! Nach langem, verzweifeltem Suchen halte ich endlich wieder eine richtig fesselnde Fantasy-Reihe in einer mittelalterlichen Welt in den Händen!
Warum ich zögerte? Nun, die Meinungen gehen ja doch sehr auseinander. Von den einen hochgelobt, wird es an anderer Stelle wieder ziemlich zerissen.
Dazu lässt sich sagen, Martins Welt ist keine heile, mitnichten, aber so blutrünstig wie es manchmal heißt nun auch wieder nicht. Es sind halt raue Zeiten, die der Autor da beschreibt in einer Welt voller Intrigen und Ränke. Gewalt spielt eine Rolle, ja, aber auch nicht mehr oder weniger als in anderen Fantasyreihen und ich habe ehrlich gesagt schon weitaus Schlimmeres gelesen.
Ja und die Sache mit dem Sex... da heißt es unter anderem in etwa (den ganz genauen Wortlaut weiß ich jetzt nicht mehr) "Nach Art des Pferdevolkes drehte er sie auf den Bauch". Detailliertere Beschreibungen eines Aktes wird man nicht finden und solche Szenen kommen eigentlich auch nicht sehr häufig vor. Von Pornographie ist "Das Lied von Eis und Feuer" also meilenweit entfernt.
Das zu Beginn noch nicht allzu viele Fantasyelemente enthalten sind, störte mich eigentlich weniger. Außerdem ahnt man bald, mit welchen Wesen man es später wohl noch zu tun bekommt und das Warten macht es nur umso spannender!
Es gibt viele Charaktere und genauso viele Handlungstränge. Im Fokus liegt dabei zunächst sicherlich die Familie Stark, die es im Laufe der Zeit in alle Winde verstreut. Da ist z.B. Eddard Stark, der zur Rechten Hand des Königs avanciert und mit ihm an den Hof reist. Seine Frau Catelyn, die zunächst auf Winterfell bleibt aber dann aus bestimmten Gründen (das an dieser Stelle zu erklären würde jetzt zu sehr ins Detail gehen) ihrem Mann folgt. Die Brüder Robb und Bran Stark, die alleine auf Winterfell bleiben und Starks Bastard Jon Snow, der auf die Mauer (die vor einer mysteriösen Gefahr abhalten soll, von der man aber erst im Laufe der Zeit erfährt) an der Grenze des Reiches "abgeschoben" wird, und, und, und...
Natürlich wird schnell klar, dass die Lannisters - von Natur aus keine Freunde der Starks und durch die Königin (einer Lannister) in ziemlich mächtiger Position - auch bald eine größere Rolle spielen. Allen voran der Charakter des zwergwüchsige Tyrion, dessen einzige Verteidigung gegen die Verachtung die er zeitlebens erfahren musste sein Zynismus, seine große Klappe und das helle Köpfchen sind.
Und dann sind da noch Daenerys und ihr Bruder, letzte Überlebende der einstigen dahingemordeten Königsfamilie, die sich - der eine mehr, die andere weniger freiwillig - einem wandernden Reitervolk angeschlossen haben. Natürlich mit dem Ziel, die einstige Heimat und den Thron zurückzuerobern.
Sie alle Leben ihr eigenes Leben weiter mit ihren Problemen an den Schauplätzen ihrer Standorte, und es ist wirklich faszinierend, die Geschichte aus so vielen Blickwinkeln zu erfahren, dank Martins hervorragender Erzählweise, immer aus der Sicht des jeweiligen Protagonisten dem das Kapitel gerade gewidmet ist. So sieht man die Welt einmal mit den Augen eines erwachsenen Mannes, dann wieder mit denen eines Kindes. Zunächst gebildete Meinungen geraten dabei schnell ins Wanken, wenn man die Sichtweise des "Feindes" erfährt und diese einem plötzlich so verständlich erscheint. Wieder andere, die man nach außen hin erstmal zu den "Guten" zählte, zeigen sich in ihrem Wesen dermaßen borniert und kleinkariert, dass sie bald sämtliche Pluspunkte verspielt haben.
Das hat natürlich schon zur Folge, dass je nachdem welchen Charakteren man seine Symphatien schenkt, im ersten Augenblick schon mal Längen entstehen können bis man wieder an ein Kapitel mit diesen Protagonisten gelangt. Aber jedesmal wenn ich dann dachte: "Och schon wieder der..." hat mich die Erzählung trotzdem ein ums andere Mal gefesselt, auch wenn ich mit dem speziellen Charakter nicht so viel anfangen konnte.
Die Story ist einfach zu vielschichtig und fesselnd, die Charaktere zu tiefgründig, die Aufklärung mancher Geheimnisse zu interessant, um sich auch nur etwas davon entgehen zu lassen!
2020 Kommentare| 537 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Juli 2012
Vorab: Die Bewertung bezieht sich keinesfalls auf den eigentlichen Inhalt des Buches, welcher meines Erachtens 10 Sterne verdient hätte.

Keine Frage, das Buch ist inhaltlich genial, habe es letztens geschenkt bekommen.
Ich konnte mich meiner Neugier aber nicht verwehren und habe deswegen auch die englische Ausgabe angelesen, und nun bin ich zu dem Urteil gekommen, dass dasm was der Blanvalet Verlag hier macht, schlichtweg Abzocke ist: Wer hat sich denn den Mist einfallen lassen, jedes der 5 bisher erschienen englischen Originale auf 10 Bände aufzuteilen, und dann auch noch für jeden den vollkommen ungerechtfertigten Preis von 15€ bzw. 16€ zu verlangen? Einfache Rechnung, 10x15€ sind 150€ für alle bisher erschienenen deutschen Bände der neuen Ausgabe, wo man zb hier [...] (Amazon) alle fünf englischen Bände für weniger als 25€ bekommt!! Und man bedenke: es kommen noch 2 englische Bände, ergo 4 deutsche Übersetzungen, die garantiert an die 20-25€ kosten werden. Garnicht davon anfangen will ich, wie bescheuert die Übersetzung teilweise im Vergleich zum Original ist, die in keinster Weise eine solche Preissteigerung rechtfertigen würde!
Ich bin wirklich traurig darüber, dass ich keine Rechnung zu dem Buch bekommen habe, sonst hätte ich das Buch schon längst zurückgegeben! Es handelt sich hier schlichtweg um Abzocke, da hoffen diejenigen wohl, die diese Preise festgelegt haben, dass genug Leute, angezogen vom derzeitigen Erfolg der Serie und der Bücher in den USA, dumm genug sind die komplette Reihe bei Blanvalet zu kaufen!
Ich empfehle jedem, der auch nur halbwegs Englisch kann, die englische Version der Bücher zu lesen und für bessere Qualität WENIGER auszugeben!

PS: Es handelt sich bei meinem Exemplar um ein Buch der !!!10.!!! Auflage, und dennoch sind die Preise so hoch, als ob das Buch erst gestern erschienen wäre.

PPS: Ich war heute in der Buchhandlung, und hab den 5. englischen Band in der Hardcover Edition in der Hand gehabt (entspricht den deutschen Bänden 9 & 10). Ein riesiges, schön gebundenes Buch, dickes Papier, große Schrift. Und gekostet hats 19,90 €, wohingegen die deutschen Paperbacks 9 & 10 zusammen 30€ kosten. Hut ab, Blanvalet.
5858 Kommentare| 1.251 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. April 2007
Ein schon jetzt sehr interessanter Roman. Deswegen "schon jetzt", weil er ja noch nicht fertig ist. Ähnlich wie bei Harry Potter, nur noch um einiges langsamer, steht die Zahl der Einzelbände schon fest, nur bis sie mal erscheinen, vergehen viele Jahre. Im Moment haben wir 8 davon, und insgesamt 12 sollen es werden. Wobei der hiesige Verlag aus einem englischen Original immer zwei Bücher macht. Damit lässt sich mehr Geld einnehmen, was ich zwar nicht wirklich toll finde, aber ich werde deswegen keinen Stern abziehen, keine Sorge.

Zur Geschichte ist schon so viel gesagt worden, dass ich da nichts Neues beisteuern kann. Aber ich versuche es trotzdem.

Der Winter steht bevor. In dieser Welt dauern Sommer und Winter immer mehrere Jahre, insofern ist es ganz gut, wenn man beginnt, sich ein paar Vorräte anzulegen. Allerdings hat das Land erst mal andere Probleme.

Es beginnt auf einer Lokalfürsten-Burg, wo Eddard Stark an den Königshof berufen wird, um dort wichtige Aufgaben zu übernehmen. Also geht er mit seiner Familie in die Hauptstadt und gerät in eine Intrige, die dem König und noch vielen anderen das Leben kostet. Die Familie Stark wird in alle Winde verstreut, und jedes Mitglied muss sich auf seine eigene Weise durchbeissen.

Es folgt ein erbitterter Krieg, denn viele Leute fühlen sich berufen, die Nachfolge des Königs anzutreten. Imitten dieses Kuddelmuddels wird leider übersehen, dass sich im ewigen Schnee des Nordens eine Armee, bestehend aus blauäugigen Untoten formiert.

Und dann ist da noch die Geschichte von Daenerys, einer Exil-Prinzessin, deren Vater mal der König war, bis er wegen Wahnsinns abgesetzt wurde. Daenerys wird auf einem anderen Kontinent von ihrem Bruder, der ebenso wie Daddy nicht mehr alle Latten im Zaun hat, an einen Dschingis-Khan-Verschnitt (Khal Drogo) verkauft, damit dieser ihm helfen möge, den Thron seines Vaters zurückzuerobern. Als Hochzeitsgeschenk gibt es drei Dracheneier. Doch bis man herausfindet, wie daraus Drachen schlüpfen, muss so einiges passieren.

Fantasy also. Die Handlung geht mit Magie allerdings so extrem sparsam um, dass man bisweilen den Eindruck hat, einen historischen Mittelalter-Roman zu lesen. Aber warum auch nicht? Historische Romane und Fantasy bedienen immerhin sehr ähnliche Leserwünsche.

Und so beginnt die Geschichte nicht mit Orks und Trollen oder irgendwelchen Energiekugelverschiessenden bösen Mächten, sondern mit Intrigen am Königshof, familiären Tragödien und einer sehr detaillierten Beschreibung der Fantasy-Welt, die einen an England im 12. oder 13. Jahrhundert erinnert. G.R.R. Martin hat sich, was Namen, Orte und Konstellationen angeht, sehr eng an die englischen Rosenkriege angelehnt. So dürfte er bei der Familie Stark das Haus York und bei Lannister Lancaster im Kopf gehabt haben. Es gibt übrigens sehr viele Figuren, Namen, Verwandschaftsbeziehungen, was manche Leser überfordern mag. Die Betonung liegt aber auf MANCHE. Ich zum Beispiel bin mit so etwas eigentlich recht schnell überfordert und muss oft zurückblättern, weil ich nicht mehr weiss, wer wer ist - nicht aber in diesen Büchern. Ich habe kein einziges Mal den Überblick verloren.

Was macht die Faszination dieses Werkes aus? Was hebt es aus der Masse der Fantasy-Romane heraus? Man ist versucht, zu sagen, es sei die Brutalität. Es wird gemordet, verstümmelt und vergewaltigt was das Zeug hält. Sind es die unerwarteten Wendungen? Immer, wenn man denkt, es wird gleich dies und jenes passieren, kommt es völlig anders. Meist katastrophal anders.

Nun, ich denke mal, das Besondere an diesem Zyklus sind die detaillierten und sehr realistisch wirkenden Charaktere, von denen jeder seine guten Gründe hat, zu tun, was er tut. Platte Bösewichte, die die Welt beherrschen wollen, sucht man vergeblich - gottseidank - ebenso wie unfehlbare Helden in nie verschmutzenden Rüstungen. Die Menschen sind Menschen. Sie sind verletzlich, haben Gefühle, Charakterstärken und -schwächen, es gibt Humor ... und sie versagen oft im alles entscheidenden Moment. Wie im wirklichen Leben.

Gelegentlich blitzen auch mal Humor und Lebensmut auf, und da hat der Autor mit der Figur des Tyrion eine Glanzleistung hingelegt. Geboren als zwergwüchsiger Quasimodo, trotz seiner herausragenden Intelligenz verachtet vom eigenen Vater und stets im Schatten seines schönen aber sinistren Bruders, ist er dennoch ein lebensbejahender warmherziger Mensch mit Sinn für weltliche Freuden und einem herrlichen Sarkasmus, der ihn einem sofort ans Herz wachsen lässt.

Ebenfalls bemerkenswert ist für mich die Figur der Arya Stark, eines kleinen Mädchens, das in den Wirren des Krieges nach ihren Verwandten sucht und herumgestossen wird, sich aber dennoch in dieser Welt, die so gar nichts für kleine Mädchen ist, behaupten kann und sich zu einem nicht zu unterschätzenden gefährlichen kleinen Ding entwickelt.

Langer Rede kurzer Sinn: Das ist für mich die derzeitige Referenz für Fantasy. Grossartiger geht es kaum noch. Ein Geniestreich.
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am 31. Januar 2015
Ich war mir absolut unschlüssig, ob ich diese Bücher lesen soll, da Ritter und eher Mittelalterliches überhaupt nicht meins sind. Da habe ich mich aber völlig vertan. Am Anfang war ich seehr durcheinander, weil man erst dahinter kommen musste wer überhaupt wer ist, wo die gerade sind und ich welcher Beziehung sie miteinander stehen. Je weiter man liest desto spannender wird es. Ich wollte einfach nicht aufhören zu lesen, bis mir vor Müdigkeit mein Kindl ins Gesicht gefallen ist.
Wunderbares Buch mit einer absolut genialen Story! Es lässt sich super von der Hand lesen und durch den perfekten Anteil an 'Fantasy' ist es für mich persönlich ein perfektes Buch.
Ich bin jetzt am dritten Band und bin immernoch Feuer und Flamme :) Ich bezweifle, dass es ein Fehler wäre eines (oder auch alle) dieser Bücher zu lesen :D.

(Die Tatsache, dass ein englisches Buch drei Deutsche Teile bedeutet und damit sehr teuer ist lasse ich hier außen vor. Habe mich ebenfalls über diese Abzocke sehr geärgert, doch eine schlechte Bewertung für das Buch wäre in meinen Augen nicht fair. Dafür gefällt es mir zu gut ;) )
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am 18. September 2014
Wow! Ich bin begeistert. Tiefgründige Charaktere, eine detailreich beschriebene mittelalterlich anmutende Welt mit einem epischen Erzählmoment, eingebettet in eine komplexe Handlung: ein wunderbares Buch. Es liest sich fast schon wie ein Historienroman und ist und bleibt trotzdem Fantasy, obwohl man in diesem ersten Buch kaum mit Fantasykreaturen in Berührung kommt.
George R. R. Martin hat es verstanden, dass mich das Buch vom ersten Moment gefesselt hat. Bei so einer komplexen Buchreihe hatte ich ein wenig Bammel, dass ich lange benötige, um in die andere Welt abzutauchen, aber der Erzählstil ist bezaubernd, leicht und fesselnd. Es ist kaum möglich das Buch aus der Hand zu legen. Direkt von der ersten Seite an wird man in die fantastische Welt von Westeros und in eine unglaublich komplexe und faszinierende Handlung entführt.

Selbst die verschiedenen Handlungsstränge der unterschiedlichen Familien, die abwechselnde Erzählperspektiven bieten, sind nicht verwirrend, sondern zeigen aus erzähltechnischer Sicht diverse Blickwinkel.
Im Gegensatz zu vielen anderen Fantasygeschichten sucht man klassisch abgegrenzte Gut/Böse-Rollen hier vergebens. Jeder Charakter, jede Familie spielt ein eigenes Spiel. (Fast) Jeder Protagonist kann einem sympathisch sein, oder auch nicht. Niemand ist völlig durchschaubar. Diese Unvorhersehbarkeit macht das Buch unglaublich spannend und wendungsreich.
Die Undurchschaubarkeit der Charaktere wird durch eine distanzierte und nüchterne Schreibweise verstärkt, was ich keinesfalls als Kritik verstanden haben möchte.

Die Game of Thrones Serie in bewegten Bildern kenne ich noch nicht, werde ich mir aber nach dem Lesen der Bücher anschauen. Bin mal gespannt auf den Film-Buch-Vergleich.
Das zweite Buch der Reihe habe ich eben auf den Kindle geladen und werde wahrscheinlich die Nacht durchlesen müssen, denn aufhören fällt schwer.
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am 11. Dezember 2007
Wer die Bücher kennt, wird fragen: Warum nur 3 Sterne? Das Lied von Eis und Feuer ist doch die brillianteste Fantasy-Reihe aller Zeiten.

Richtig, wer die Bücher im Original liest, also auf englisch, wird mit Abstand nichts besseres finden:

- Die Welt, auf der die Saga rund um die sieben Königreiche spielt ist keine 80/15-Welt, die wir in dieser Form schon in tausend anderen Romanen erlesen haben.
- Sämtliche Charaktere sind ausgefeilt und haben für ihr (zum Teil absurd erscheinendes) Verhalten logische oder zumindest nachvollziehbare Gründe.
- Die Geschichte ist höchst komplex und selbst nach mehrfachem Lesen bin ich immer wieder überrascht, welche Details dann doch von Belang waren.
- Es ist endlich eine Fantasy-Sage, die meilenweit vom klassischen gut/böse-Schema abweicht.

Das und alles andere sind aber Details, von denen praktisch alle Rezensionen überquellen. Was dagegen gern verschwiegen wird ist die grottenschlechte Übersetzung. (Vielleicht fällts mir auch nur auf, weil ich das englische Original gelesen habe...) Da werden teilweise Begriffe übersetzt und andere nicht.

Hier zwei Beispiele aus der Einleitung:

- Dort klettern ein junger Nachtwächter namens Will (laut dt. Übersetzung) einen "Wachbaum" hoch und der Leser dürfte sich wundern, warum um alles in der Welt er sich dabei mit Harz die Hände verklebt und sich die Haut mit Nadeln aufkratzt. Wenn man aber weiß, dass das englische Wort "sentinel" sowohl Wächter als auch großer Nadelbaum heißt, wird klar, dass der "Wachbaum" in Wahrheit eine Tanne, Fichte oder sonst ein Nadelbaum ist. (Und dann ist es auch logisch, dass jung-Will sich die Finger mit Baumharz verklebt. Wers nicht versteht, gehe mal eben in den Wald klettere einen knapp 50 Meter hohen Nadelbaum herauf.)

- Ebenfalls sehr unschön sind nicht-übersetzte Wärter wie "moleskin". Tja, es mag ein wenig seltsam klingen, aber der Lord, welcher mit den beiden Nachtwächtern im eisigen Norden unterwegs ist, trägt Handschuhe aus Maulwurfsleder. (Ein "mole" ist ein Maulwurf und skin heißt nicht nur Haut sondern auch Leder.)

- Und warum werden einige Namen übersetzt und andere nicht? Entweder ich belasse sie aus Stilgründen im englischen Original (und biete dem Leser im Idealfall eine Fußnote, die den Namen erklärt) oder ich übersetze alle, wenn das möglich ist. Aber auch davon scheint das Übersetzungsteam (wenns denn eines gibt) nichts zu halten.

Wie gesagt ist die Reihe "Das Lied von Eis und Feuer" aus meiner Sicht die beste Fantasy-Reihe, aber die deutsche Übersetzung scheint mir nicht von einer Person sondern von einem automatischen Übersetzungsprogramm erstellt worden zu sein. Dafür praktisch doppelt so viel Geld haben zu wollen wie für das Original ist eine Frechheit. In Anbetracht der Tatsache, dass der erste Band mittlerweile in der siebten Auflage erschienen ist, scheint man bei Blanvalet auch keinen Bedarf an einer Nachbesserung zu haben.
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am 18. November 2003
Es fällt nicht leicht, dieses Buch zu beurteilen. Zunächst muss ganz klar gesagt werden, dass es sich um kein klassisches Fantasywerk handelt. Es gibt keine glorreichen Protagonisten, keine Helden, keine Bösewichte, keine exotischen Abenteuer und Schauplätze, fast keine nichtmenschliche Rassen und Kreaturen. Das Buch ist eine Geschichte über Charaktere, die in einer mittelalterlichen Welt leben. Es ist eine Studie über menschliche Perversität, Verrat, übelste Morde und verbitterte Protagonisten. Die Story selber tritt dabei in den Hintergrund und hat eher eine untergeordnete Funktion. Vielmehr geht es darum, bittere und üble menschliche Schicksale zu beschreiben. Da werden Kinder vergewaltigt und ermordet, es herrscht Inzest, Brutalität und Erbarmungslosigkeit. Einige Leser könnten Martin literarischen Sadismus vorwerfen, andere loben seinen Realismus und linguistische Intensivität.
Freunde klassischer Fantasy vermissen das Abenteuerliche und Romantische sowie die epische Geschichte. Martin kaschiert seine etwas zu dünne Story mit unzähligen, komplexen Handlungssträngen und Protagonisten. Für viele Leser könnte der Spaß bei der x-ten Kinderschändung und dem erneuten Tod eines Protagonisten aufhören.
Auch Anhänger von Sword&Sorcery werden schlecht bedient. Kampfszenen gibt es nur vereinzelt, Magie zu Beginn überhaupt nicht.
Dennoch übt das Buch eine gewisse (fast voyeuristische) Faszination auf den Leser aus. Es ist ungeheuer spannend und motivierend - die einzelnen Handlungsstränge sind im Episodenstil, wie in einer Seifenoper miteinander verknüpft (Martin war Drehbuchautor für Horrorgeschichten). Trotz der intensiven-, dramatischen Elemente wird man unterhalten.
Fazit: Kein Buch für Romantiker und Leser, die „gute" Enden mögen oder Heldensterben verabscheuen. Vor allem kein Buch für 13-jährige, die von „Herr der Ringe" fasziniert waren und eine Nachfolgegeschenk wünschen. Kein Buch für Abenteuerfanatiker, die es lieben, neue Welten zu erkunden und fantastische Ideen erwarten. Für diesen Personenkreis ist das Buch 1 Stern wert.
Geeignet für Fans düsterer und dramatischer Geschichten, für Leser, die eine Demonstration mittelalterlicher, menschlicher Abgründe mögen, 5 Sterne.
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TOP 100 REZENSENTam 28. Januar 2014
Das Lied von Eis und Feuer

Jeder Fantasy-Roman muss sich mit „Herr der Ringe“ oder dem „Hobbit“ messen. Das „Lied von Eis und Feuer“ entzieht sich diesem Maßstab. Ein markantes Merkmal des Fantasy-Genre ist die Schwarz-Weiß-Zeichnung der meisten Charaktere. Hier…Fehlanzeige! Manche sind besser, andere schlechter, aber so richtig übel oder heilig ist eigentlich niemand. Man stelle sich einen Herrn der Ringe vor, wo Sauron kleinen Kätzchen mag, Saruman für Waisenkinder spendet, Frodo hingegen auf Peitschen und Leder steht, während Sam Gamdschie alten Omas die Rente klaut. Aprospos Peitschen und Leder…“Das Lied von Eis und Feuer“ enthält nicht nur nicht-jugendfreie Inhalte…es besteht aus nicht-jugendfreien Inhalten. Sex und Gewalt, dass die Schwarte kracht! Es ist also schon etwas für Menschen > 18!!!!
George Martin gibt seinen Romanen noch eine andere Eigenheit mit auf den Weg. Er tötet seine Protagonisten! Auch hier stelle man sich vor, in „Der kleine Hobbit“ verlässt Bilbo sein Heim, um die Zwerge einzuholen…er stolpert über die Türschwelle und bricht sich den Hals. Ups! In diesem Romanzyklus muss man ständig mit solch herben Verlusten rechnen. Das macht die Sache ungemein spannend. Jeder kann jederzeit Hops gehen…und die meisten tun das auch irgendwann. Zugegeben…hier gibt es genug Identifikationsfiguren. Alleine in diesem ersten Band finden sich neun verschiedene Handlungsstränge, wobei die einzelnen Kapitel mit dem Namen des jeweiligen Protagonisten gekennzeichnet sind. Klingt kompliziert…ist es auch. Aufmerksames Lesen ist gefordert. Auf der anderen Seite tun sich manche Autoren schon mit drei Handlungssträngen schwer und überfordern den Leser. An dieser Stelle Hut ab lieber Mr. Martin!
Fantasytypisch gibt es Magie, Drachen, Unholde usw…. nur merkt man es irgendwie nicht. All diese Elemente werden sparsam eingesetzt und wenn, dann so subtil, dass es kaum auffällt.
Letztendlich haben wir hier einen Romanzyklus der so feist beschrieben ist, dass man den Gestank mittelalterlicher Burglatrinen fast riechen kann. Wer aufmerksam liest wird immer wieder überrascht…und gefordert. Ich kann dieses Buch und die ganze Serie jedem empfehlen, der Fantasy mag und mal etwas anderes will, als den üblichen, veganen Elfeneinheitsbrei.
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am 18. März 2014
Als Fan der Bücher, der gefühlte Ewigkeiten auf das (enttäuschende) 'A Feast for Crows' warten musste und nun sehnlich 'The Winds of Winter' entgegensieht, habe ich die Bücher innerhalb der Familie weiterempfohlen, wusste aber nicht, was sich der deutsche Verlag hier erlaubt.

Preis: 1/5

Im Original bekommt man alle fünf Bücher für knapp zwanzig Euro.
In der deutschen Übersetzung kostet ein halbes Buch fünfzehn Euro.

Um das gegenüberzustellen: möchte man alle bisher erschienenen Bücher kaufen, bezahlt man 130 Euro zusätzlich.
Das sind runde 600% vom Originalpreis.

Einband: 4/5

Sehr hübsch gestaltet und sehen auch im Regal recht homogen aus.

Übersetzung: 2/5

Im Grunde eine solide Übersetzung, aber die fragwürdige Entscheidung, jegliche Namen einzudeutschen, was zu teilweise völlig absurden Konstruktionen führt ('Casterly Stein'? Wie zur Hölle geht das am Editor vorbei?) und es außerdem schwierig macht, sich mit darüber zu unterhalten, wenn man die Bücher im Original liest.

Was würde ein Harry Potter Fan sagen, wenn die Geschichte in 'Schweinewarzen' spielen würde?

Fazit:

Wer ein Buch nicht in seiner Originalsprache liest, geht immer Kompromisse ein.
Dass diese aber durch gierige Verlage und lachhafte Freiheiten bei der Übersetzung so verstärkt werden, finde ich sehr schade.
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am 10. Januar 2006
Also ich muss sagen ich habe als ich Tad Williams hervorragende Saga um das Sagenhafte Land Osten Ard gelesen habe diese für die beste Fantasy Serie gehalten. Doch nun, da ich sechs von den geplanten zwölf Büchern des Zyklus "Das Lied von Eis und Feuer" von George R. R. Martin gelesen habe, muss ich sagen, dass diese fast noch besser sind als die Romane von Williams. Der Band "Die Herren von Winterfell" ist der Erste dieser herrausragenden Saga.
Der Autor entführt hier in eine bedrückende Welt voller Grausamkeiten und Intrigen, in denen hart gezeigt wird, wie grausam die Menschen gegeneinander sind, wie erbarmungslos die Machtspiele an den Höfen dieser Mittelalter-Fantasy-Welt ausgetragen werden, ohne dass grausame Monster oder Fabelwesen die Bösewichte sein müssten. Zu beginnn verzichtet Martin fast vollständig auf Fantsy Elemente und schreibt die Intrigen und Kriege einer mittelalterlichen Parallelwelt nieder. Dabei springt er bei jedem neuen Kapitel in den Körper eines seiner zahlreichen wichtigen Personen in dieser so komplexen Erzählung und schildert aus dessen Sichtweise die Ereignisse. Dabei arbeitet er psychologisch sehr feinfühlig und lässt uns die Ängste und Wünsche diser Pesonen miterleben. Die Bücher bestehen aus vielen verschiedenen Handlungssträngen und Personen an vielen verschiedenen weit voneinander entferneten Orten, die nach und nach zusammenführen.
George Martin scheut nicht vor Gewaltdarstellungen wie blutigen Schlachten oder Vergewaltigungen zurück. Auch lässt er nicht immer alle dem Leser liebgewordenen Charaktere überleben, was die Bücher noch spannender macht - man weiß nie wie es weitergehen wird, von happy End ist nicht die Rede. Auch ist nicht die Rede von Gut oder Böse - Es gibt keine strahlenden Helden oder dunklen Bösewichter, keine höfische Seele bleibt bei den Machtspielen an den Königshöfen unbefleckt.
Die Handlungsfläche ist unglaublich groß - von immerdunklen Eisregionen ganz im Norden über die Königslande, die der Hauptschauplatz sind, bis hin zu Wüsten auf fernen südlichen Kontinenten.
Wer epische, komplexe und anspruchsvolle Fantasy für Erwachsene mag der wird diesen Zyklus lieben! Meine absoluten Favoriten, diese Bücher des Lieds von Eis und Feuer!
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