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TOP 1000 REZENSENTam 27. Oktober 2016
Einer der interessanten Filmemacher Japans ist sicherlich der 1961 in Toyokawa geborene Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent Sion Sono. Seine mit viel Poesie angereicherten Avantgardefilme sind mit viel surrealen Elementen gewürzt. Zu seinen bekantesten Werken zählen "Suicide Circle" (2002), "Strange Circus" (2005), "Love Exposure" (2008) und "Cold Fish" (2010). Dabei gehört "Love Exposure" (Entblößung der Liebe) schon alleine wegen der imposanten Laufzeit von 237 Minuten zu den ultimativen Leinwandepen und Monumentalfilmen. Aber interessanterweise vergeht die Zeit beim Anschauen wie im Flug, denn Sion Sono schafft es mit seinem Potpourri aus Comedy, Lovestory, Psychothriller und Sexklamotte gleich von Anfang an zu begeistern und kann diesen Level locker durchgehend halten. Die ständige Unvorhersehbarkeit dieses eigenartigen Coming of Age Films ist seine große Stärke.

Im Zentrum der Handlung steht der Teenager Yu (Takahiro Nishijima), der seine geliebte Mutter schon im Kindesalter verliert. Nach dem Tod der geliebten Frau wendet sich der Vater (Atsuro Watabe) der Religion zu und wird katholischer Priester. Und Yu hat seiner Mutter versprochen, dass er später, wenn er groß ist, sich in eine "Maria" verlieben wird und diese auch heiratet und mit ihr glücklich wird. Als die aufdringliche Kaori (Makiko Watanabe) in der Kirche auftaucht, ist es um den Vater geschehen. Die sexuell aggressive Frau steht auf ihn und obwohl er versucht der Sünde des Fleisches zu widerstehen, wird er eines Tages schwach. Doch wegen des Priestergelübdes kann er auch nicht heiraten, was Kaoris Wunsch ist. Sie verlässt ihn nach einigen Wochen des sexuellen Glücks und dies lässt den Vater merklich verändern. Er lässt ab diesem Tag seinen Sohn täglich mit seinen Sünden beichten. Doch Yu sündigt nicht und kann folglich auch nicht viel beichten - etwas was der Vater nicht glauben kann und in irgendwann der Lüge bezichtigt und ihn zu schlagen beginnt. Nun beginnt der Sohn absichtlich Sünden zu begehen, um seinem Vater zu gefallen und ihm wieder näherzukommen. Er sieht eines Nachts ein paar Jungs einen Automaten aufbrechen und hilft ihnen spontan bei der Straftat. Dies gefällt der Diebesgang, die ihn bei sich als Kumpel aufnimmt. Gemeinsam werden die vier Freunde und als "Perverse" werden sie zu heimlichen Unterhöschen-Fotografen. Mit ausgefeilten Techniken und enormer Akrobatik, wie man unter die Röcke fotografiert, werden sie zu echten Profis in ihrem Metier. Eines Tages trifft Yu auf das Schulmädchen Yoko (Hikari Mitsushima), die gegen eine Überzahl von schlägern kämpfen muss. Er hilft ihr - allerdings als Frau Sasori verkleidet, weil er eine Wette verloren hat. Yoko verliebt sich in ihre Helferin, weiß aber nicht, dass Saori ihr neuer Mitschüler Yu ist. Es kommt noch dicker. Der Vater versöhnt sich wieder mit ihm, nachdem dieser wieder kontakt zu seiner Exgeliebten hat. Diese sorgt aber inzwischen für Yoko, denn die war die Tochter eines ihrer Liebhaber. So ziehen nun die zwei Frauen wieder in das Kirchenhaus und fortan sollen Yu und Yoko Bruder und Schwester sein. Yoko hat einen Hass auf alle Männer und schwärmt von ihrer neuen Flamme Saori. Im Hintergrund spinnt die raffinierte Aya Koike (Sakura Ando), die Leiterin einer ominösen religiösen Sekte, die ihre Mitglieder einer Gehirnwäsche unterzieht, ebenfalls Fäden. Sie ist interessiert am "Perversen" Yu und versucht die gesamte Familie als neue Sektenmitglieder anzuwerben. Durch eine List gibt sie sich als Saori aus..

Eine recht obskure Handlung - und Religion spielt in dem coolen Drama eine zentrale Rolle. Im Grunde ist "Love Exposure" ein sehr religiöser Film, auch wenn gerade viele Szenen sehr lustig sind. Der "Perverse" Yu ist in Wirklichkeit so naiv und rein wie eine Jungfrau. Er erkennt in Yoko sofort seine Maria, nach der er lange gesucht hat. Und auch wenn er Höschen fotografiert, er bekommt keine Erektion bei diesen Handlungen. Einzig und allein wenn er Yoko sieht, dann gehts richtig ab. Im Grund spart er sich den Sex auf für seine wahre Liebe, die ihn aber leider hasst. Es gibt in Sion Sonos Film natürlich einige erotische Szenen und auch einige Blutfontänen. Aber es überwiegt die poetische Note mit viel philosophischen Gesichtspunkten. Am Ende der Suche nach der Wahrheit steht die Liebe, so die Botschaft dieses Films. Aber auch andere Themen werden angeschnitten: Disfunktionale Familienverhältnisse, ein verklemmtes Verhältnis zur eigenen Sexualität, Glauben und falsche Religion, abweichende Sexualität, Orientierungslosigkeit, Trauer, Gewalt, traumatische Erlebnisse und vieles mehr.

Im Mittelpunkt steht aber die erste Liebe, für die man kämpft ohne Wenn und Aber. Und mit Takahiro Nishijima hat Sion Sono eine total guten Darsteller für die Rolle des Yu gefunden.
Die Story ist voller Power, es ist tatsächlich ein Filmerlebnis, dass man nicht jeden Tag so genial serviert bekommt . dazu ein opulenter Soundtrack mit Beethoven und "Bolero" - wie es sich für solch eine Filmoper gehört. Ich bin begeistert.
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am 17. Juni 2017
"Love Exposure" ist ein Genre, Punkt.
Jawohl, Sie haben mich richtig verstanden, ein Genre.
Nur weil er sich keinem bestimmten uns bekannten Genre zuordnen ließe?
Nun ja, auch, aber vor allen Dingen deswegen, weil er gewissermaßen sein eigenes kleines Filmuniversum bildet, sich in seinem zu 100 Prozent japanischen Kosmos in solch selbstverständlicher Art und Weise ausbreitet und austobt, dass es uns schwer fällt , nicht sofort maßlos überfordert zu sein, so viele Eindrücke sind es, die bereits binnen erster Minuten auf uns einwirken und den Charakter des Werkes ausmachen, mehr noch, zum Faszinosum erheben.

Im Grunde genommen haben wir es mit mehreren, jedoch nicht in sich geschlossenen Geschichten zu tun, in- und miteinander verwoben bis hin zu verworrenen Verbindungen...
Diese stehen anfangs noch nicht in Zusammenhang, werden aber später so perfekt ineinander verschmelzen und in Einklang gebracht, dass die Erzählungen derart fließend ineinandergleiten, als gäbe es kein Morgen, als sei DAS der Höhepunkt dessen, was uns das asiatische Kino zu bieten vermag.
Inhaltlich geht es um einen jungen Mann, Sohn eines Priesters und Nachfahre seiner Vorfahren, wenngleich in der "Moral" anders eingestellt als die personifizierte "Vorlage" - und hier lobe ich den Jungen eigentlich...
Der Priester verlangt vom Sohne regelmäßiges Beichten aller Vergehen und Untaten, so entwickelt er sich - absurd, aber genial umgesetzt - nur auf Wunsch des Vaters vom braven Jungen zum kleinkriminellen Lüstling, liefert der Beichte eine Legitimationsgrundlage...
Unser Lustmolch wird immer direkter, stets beichtfreudiger und des Vaters Leben wird obendrein durch eine gewisse beziehungsgewillte Dame komplexer, die sich ihm buchstäblich an den Hals wirft, gar in penetranter Aufdringlichkeit deren Ehe als Grundrecht erstrebenswerter Folgehandlungen einfordert, ihn unter allen Umständen heiraten muss, koste es was es wolle - so auch seinen Job, verlangt sie doch gar ewige Treue von ihm, diese gilt fortan eher ihr denn Gott, für ihn bedeutet dieser Schritt recht viel und nicht zuletzt den Berufsverlust.
Der junge "sündigende" Sohn, verliebt sich in ein bildhübsches Mädchen namens Yoko, sie trägt ein zauberhaftes Lächeln auf den Lippen und die Gedanken könnten nicht schöner sein.
ABER (Spoiler folgen in Bälde):
Ausgerechnet sie ist es, die a) dem Glauben verfällt , eher den weiblichen Reizen folgen zu wollen und b) durch die Hochzeit der penetranten Dame mit dem Priester eine Art Halbschwester des in sie verliebten Jungen wird, das Verhältnis wäre somit in seiner Anmut etwas bizarr.
Der dem Verliebtseinszustande unterliegende Junge wiederum, versucht sich gar in "anderer Gestalt" seiner Herzdame zuzuwenden, doch die Versuche führen weniger ins Paradies denn ins Abseits, da die Lügen als Beziehungsbasis ein eher brüchiges Fundament darstellen.
Besonders interessant ist bei alledem die Tatsache, dass trotz einer extrem ausgedehnten Laufzeit von vier Stunden nicht ein einziger Moment des Leerlaufes entsteht, ergründet sich der Film doch in derart brillanten Einfällen, dass er niemals an Faszination verlöre!

"Love Exposure" ist japanisches Kino wie es sakraler, offener, sektengleicher und zugleich ungenierter kaum im Bereich des Möglichen läge, ein ehrliches Konstrukt aus Verlogenheit, Unannehmlichkeiten und aufgezeigten Entwicklungsstufen zwischen Jugend und Erwachsenendasein.
Eine Art Coming-of-age-Drama einerseits, eine Art undefinierbar eigentümliches Etwas auf der anderen Seite, eine unbeschreibliche Farce in der einen Minute, eine bitterernste Tragödie in der anderen.
BEMERKENSWERT und poetisch!

Sion Sono schickt der Himmel wohl,
sein Werk uns tief nun innewohnt,
ein Film von Anmut und niemals hohl ,
vielmehr ein Kunstwerk das sich lohnt.
Fürwahr empfohlen er Ihnen sei,
gebet Japan die Chance oh bitte nun,
ein Wunder so heilig lieblich frei,
so lasset uns lächelnd Buße tun.
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am 23. Januar 2017
Ich liebe diesen Film! Ich habe mir die special Edition gekauft und der FIlm geht über 4 Stunden!
Noch nie habe ich erlebt, dass in einem Film so Vieles, aber auch Unterschiedliches passiert! Man kann wirklich nicht vorhersehen in welche Richtung die Handlung sich dreht und wendet. Er ist für Leute mit Liebe zum Detail zu empfehlen. Er braucht wirklich viel Aufmerksamkeit und Offenheit für sexuelle Verdrehtheit.
Wer einen "nur" erotischen Film sucht ist hier falsch, und es ist definitiv kein Film zum "nebenbei" gucken".
Es klingt verrückt aber ich habe die letzten Jahre diesen 4Stunden-Film mindestens 5mal geguckt, jedes Mal erkenne ich ein neues Detail.
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am 16. Juni 2016
der Film bewegt sich über 4 Std, und wird auf 2 Disc veröffentlich, einzig der Schnitt zum Ende der Disc 1 hätte früher, da wo er auf der Strasse liegt und zum Mond hoch schaut, vorgenommen werden sollen !
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am 1. Juli 2016
Love Exposure ist der beste Film den ich je gesehen habe.
4 Std voller Romanze,Drama,Action & Komödie.
Alles richtig gemacht sehr guter Film.
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am 8. Januar 2016
Great movie!best film I've watched in a long time.Bizzare, funny,violent,erotic.Great acting.4hours fly in.Highly unusual movie which keeps you on the edge of your seat till the very end.Must watch.5 stars.
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am 5. November 2015
Love Exposure beschreibt ein breites Spektrum der Liebe, verworren, witzig, voll von Perversion und schönen Bildern.

Für Fans des japanischen Kinos und Cineasten in jedem Fall sehr sehenswert.
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am 11. März 2016
Der Film verwickelt einfach alles in einem. Man muss ihn unbedingt gesehen haben die 4 Stunden Filmlänge vergehen wie im Flug!

Kann ich nur empfehlen!
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am 21. Mai 2013
Ich bin grundsätzlich dankbar, dass sich die Asiaten nicht so sehr an Hollywood orientieren wie es die deutschen Filmemacher tun (und dabei meist kläglich versagen). Eine Warnung an all jene, die bereits hollywoodisiert sind :) Dieser Film wird eure bisherigen Erfahrungen über den Haufen werfen.

Zugegeben, der Film ist etwas gewöhnungsbedürftig. Er beginnt mehr als dramatisch mit dem Tod der Mutter des Hauptprotagonisten und wandert dann auf sehr komödiantischen Pfaden - das kann sowohl positiv als auch negativ gesehen werden; bei einer Filmdauer von 4 Stunden (!) ist ein bisschen Spaß dazwischen schon ganz erheiternd... oder man hätte den Film eben kürzer machen müssen :) - ich persönlich fand die akrobatischen Einlagen in jedem Fall ganz witzig und bei ansonsten 3 1/2 Stunden Drama... wie gesagt, ein bisschen Spaß muss sein :)

Der eine Stern Abzug deswegen, weil ich ab und an vom Verhalten der Charaktere verwirrt war. Klar, die meisten Protagonisten sind Psychopathen in dem Film... aber dennoch, manchmal ist deren Verhalten einfach nur bescheuert (Bsp: ACHTUNG SPOILER! Yu (Hauptprotagonist) versucht bei Yokos Entführung in keinster Weise irgendetwas über seine Vergangenheit zu erzählen... dabei gäbe es genug, dass er aufklären könnte (auch wenn sie ihm vllt. nicht glaubt).)

Was ein paar andere an dem Film kritisieren ist die übertriebene Brutalität... Nun, wer Filme von Sion Sono kennt, weiß, dass gerade das sein Markenzeichen ist :) Wobei die gewalttätigen Akte nichtmal so das Augenmerk fangen, sondern vielmehr bspw. das fontänenhafte Blut, das, zugegeben, ab und an ein bisschen albern ist, aber gerade das unterscheidet eben auch diesen Film von den immer wiederkehrenden Hollywood-Streifen. Dass er mehr Wert auf die Handlung und den Hintergrund legt.

Ansonsten muss man sagen gibt es wenig zu diskutieren. Hervorragende Schauspieler, tolle Musik, mitreißende Geschichte, bei der man zu keinem Zeitpunkt wirklich weiß, wie sie sich weiter entwickeln wird, überraschende Wendepunkte, erinnerungsträchtige Szenen (Penis abschneiden :D) und eine romantische Liebesgeschichte mit viel Herzblut (im wahrsten Sinne^^). Sehr emotional, wenn man nicht zu oberflächlich ist und sich vom Fontänenblut stören lässt :>
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am 10. Juni 2012
und viele weitere Adjektive bräuchte man, um zu beschreiben, was Love Exposure alles ist.

Vorab: Der Film kommt im Originalton mit deutschen Untertiteln, daran stört man sich aber nach spätestens 15 Minuten nichtmehr. Der O-Ton ist vermutlich auch besser, als eine Synchro es je sein könnte, hier wurde also die richtige Entscheidung getroffen. Schon der Titel zu meiner Rezension strotzt vor Superlativen, denn diese werden in meiner Kritik keine Seltenheit bleiben! Weiterhin empfehle ich wie immer, mit meiner ausdrücklichen Empfehlung, dass sie sich den Film einfach ansehen, es lohnt sich auf alle Fälle. Mögliche Spoiler oder zu hohe Erwartungen könnten den Filmgenuss ungemein mindern, lesen sie meine Kritik also am besten nach dem Genuss von Love Exposure!

Love Exposure ist zügellos - eine Vision von einem Film, die ohne viele Kompromisse umgesetzt wurde. Ein Film, der sich nicht an die üblichen 90 Minuten und den konventionellen Spannungsbogen hält! Die erste Fassung von Love Exposure dauerte zwar 6 Stunden (diese hier knapp 4 Stunden), dennoch:
Den Charakteren wurde genug Zeit gegeben sich zu entwickeln und das ist etwas, was vielen Filmen heutzutage fehlt. Meiner Meinung nach sind es immernoch die Charaktere, die einen Film interessant machen - das kann man mit Einfluss vieles verschiedener Stilmittel noch verfeinern - aber im großen und Ganzen stehen interessante Charaktere für einen guten Film und diese hat Love Exposure, sogar gleich drei Stück. Shion Sono befasst sich in vielen Filmen mit komplexen Elter-Kind Beziehungen, so auch hier - mit einer Verbindung, Religion. Alle drei tragenden Charaktere leiden unter der Last der Religion durch die "Auslegung" dieser der Eltern.

Handlung:
Yu ist ein Mustersohn, der nicht einmal die kleinste Kleinigkeit anstellt. Sein Vater arbeitet seit dem Tod der Ehefrau als Priester. Mit seinem Sohn versteht er sich bestens. Zumindest, bis eine kurze, schließlich scheiternde Beziehung des Vaters mit der wilden Kaori alles verändert. Verlassen und verbittert wird das Familienoberhaupt zunehmend fanatischer und zwingt seinen Sohn wiederholt zum Beichten. Da Yu aber nun mal keine Sünden begeht, muss er dringend etwas anstellen. Er geht beim pflichtbewussten Sündigen immer weiter und trifft schließlich auf eine Gruppe von Herumtreibern. Gemeinsam werden die Teenager von einem schrägen Meister in der Kunst des Unter-den-Rock-Fotografierens (ob ihr es glaubt oder nicht, das sogenannte Tosatsu ist tasächlich so einer Art Martial-Art des japanischen Höschen-Fotografierens.) unterrichtet, was von nun an zu Yus Lebensaufgabe wird. Eines Tages trifft er zudem die schöne Yoko, in die er sich verliebt. Leider hält Yoko, die bis auf Jesus und Kurt Cobain alle Männer hasst, ihn für einen Vollidioten. Stattdessen verliebt sie sich in eine Frau namens Sasori. In Wirklichkeit ist die geheimnisvolle, stets schwarz gekleidete Fremde aber niemand anderes als Yu, der ihr in Frauenkleider gehüllt im Kampf gegen ein paar Schläger zur Hilfe kam. Die Angreifer handelten auf Geheiß der eiskalten Koike. Diese requiriert Mitglieder für eine Sekte und hat die Begegnung von Yu und Yoko eingefädelt. Denn sie verfolgt schon lange einen teuflischen Plan'

Zur Besetzung:
Ehrlich gesagt habe ich von keinem der drei Hauptdarsteller je irgendetwas gehört, nur "Sakura Ando" (Koike) war mir geläufig, da diese eine tragende Rolle im neuen Film von Takeshi Miike, welcher ja auch beim Midnight Screening aufm Filmfestival von Cannes vorgestellt wurde, übernehmen wird, welchem ich freudig entgegen sehe. Aber eines sollte ja sowieso klar sein, gerade talentierte und unverbrauchte Gesichter machen Spaß und wecken Interesse. Takahiro Nishijima (Yu) spiegelt den Geist des Filmes perfekt wieder - so hält ihn seine unsichere, verwirrt ziellose und unfreiwillig komische Facette in manchen Szenen nicht davon ab in anderen Szenen eine angenehme bedachte Ernsthaftigkeit auszustrahlen. Auch als Gangsterbraut Sasori (welche auf dem tatsächlichen vierteiligen Film "Sasori" basiert, geht er voll auf und trägt unheimlich zum Witz und Charme des Filmes bei. Hikari Mitsushima (Yoko) sticht aber am meisten hervor - in der Rolle der Angebeteten spielt sie die makellose Mischung aus naiv, lieblich und wahnsinnig. Sollte ich je einen Film drehen würde ich mich (utopisch gesprochen) sicherlich mit allen Mitteln um sie bemühen, soetwas bekommt man nicht alle Tage zu Gesicht und gerade das Seltene ist doch das, was die Menschen mögen - so auch ich. Sakura Ando (Koike) hat eine eher einseitige Rolle, in dieser brilliert sie aber auch sie. Der Charakter und die Hintergrundgeschichte sind wie maßgeschneidert für sie, leider ist meine Lieblingsszene von ihr nicht im Hauptfilm vorhanden, man findet sie aber bei den Deleted Scenes in den DvD-Extras! Das wären dann auch schon die drei wichtigsten Charaktere

Zur Kamera:
Yasujiro Ozu ist einer der weltweit geachtetsten und einflussreichsten Regisseure Japans. Er sagte, die Handlung muss sich vor der Kamera abspielen, nicht dahinter! Typisch für Ozu waren sehr reduzierte filmische Mittel wie simple Schnitte und unbewegliche Einstellungen, er verzichtete zumeist auf Schwenks, Fahrten oder Überblendungen. Er fokusierte sich voll auf die Handlung und das herausarbeiten der Charaktere.
Shion Sono hingegen sorgt in seinem Film für das genaue Gegenteil. Die Kamera ist nie statisch, sondern immer lebendig und in Bewegung, was "Love Exposure" unheimlich gut steht. Man sieht also von zwei Schaffenden der selben Nationalität eine Kameraführung wie sie anders nicht sein könnte - hierbei geht Sono bestimmt nicht mit dem Zeitgeist, nein, er zeigt, wie im gesamten Film, dass er macht, was er verdammt nochmal machen will und da soll ihm mal niemand was vorschreiben - und das schafft er wahnsinnig gut.

Zum Genre (?):
Viele sprechen bei Love Exposure von einem Film, der alle Genres bedient - ich aber kann ihn vor allem einer Art von Film zuordnen, sofern man diese so nennen kann, denn sie ist so weit ich weiß meistens nur in Animes gebräuchlich. Love Exposure ist für mich ein "Slice of Life" Film, denn er fließt dahin wie das Leben, zeigt Ausschnitten (Slices) der Leben verschiedener Personen und ist auf seiner ganz eigenen Ebene verdammt ECHT! Ja richtig, echt. Filme haben ihre eigenen Regeln und Darstellungsformen, Love Exposure ist dabei unheimlich konsequent - er zeigt zwar viele verschiedene Facetten der Darsteller und viele sind alles andere als realistisch, aber sie sind den für diesen Film geltenden Regeln nach echt!

Zum Schnitt:
Love Eposure ist in Sachen Schnitt nicht die erste Zusammenarbeit von Shion Sono mit Jun'ichi Ito. Auch schon bei anderen bekannten Filmen dieses Regisseurs sorgte er für den richtigen Schnitt (Hair Extension, Strange Circus, Cold Fish uvm.). Es war bestimmt eine große Herausforderung und viel Arbeit aus der 6 Stunden langen Rohfassung und dem Material letztendlich die hier vorliegende 228 Minuten Version zu erstellen. Jun'ichi Ito aber erschafft eine turbulente Fahrt durch das Leben und durch die Handlung von Love Exposure, Professionalität von einer anderen Welt!

Musik:
Der Soundtrack geht direkt ins Ohr und verlässt es so schnell nicht wieder. Trotz seiner Länge begleiten wenige Lieder den Film, unterstreichen den Charme und die Atmosphäre aber grandios. Von Bolero's Ravel (sehr Marschmusikmäßig, passt zum "Schritttempo"!) und Beethovens 7. Symphonie bis hin zu J-Rock und Tönen abseits des Klassiks.

Die DvD
Enthalten sind:
Der Hauptfilm auf 2 DvDs
Eine Dokumentation zum Making-of von Love Exposure
Deleted Scenes
Das Covermotiv ist schön und auch die Innenseite ist bedruckt mit einem eindringlichen Motiv aus dem Film. Der Hauptfilm ist makellos, die Untertitel sind durchweg zufriedenstellend. Die Dokumentation gewährt einen guten Einblick und die deleted Scenes wurden gut gewählt, auch meine Lieblingsszene mit Koike ist hier enthalten. Top!

Fazit: Einen guten Film zeichnet unter anderem aus, dass man nachdem er vorbei ist MEHR will. Nichts ist im Kino schlimmer, als wenn man sich eigentlich das Ende herbeisehnt. Love Exposure schafft es tatsächlich, dass man selbst nach vollen 228 Minuten noch nicht genug hat! Nicht jeder wird so empfinden. Die besten Chancen, den Film zu genießen hat man wiedermal, wenn man unvoreingenommen an ihn herangeht - die falschen Erwartungen zerstören jeden Film, da ist Love Exposure keine Ausnahme. Love Exposure fließt dahin wie das echte Leben, wie das echte Leben von Love Exposure, wenn sie verstehen, was ich meine - wie ich vorhin bereits erwähnte, der Film ist seinen eigenen Regeln und Gesetzen nach verdammt echt - wenn man unsere Realität und Anschauung der Dinge beiseite lässt. Shion Sono bringt Emotionalität auf eine neue Ebene und schafft somit eines dieser mutigen und innovativen Filmerlebnisse. Gerade Fans der japanischen Kultur sollten hier nicht länger zögern und zuschlagen!

Ich habe mit meinen recht jungen 19 Jahren geschätzte 700-800 Filme gesehen und bin ein riesen Kinofan. Dieser Film schafft es locker, obwohl es für Filmfans immer schwierig ist eine Rangliste zu erstellen, in meine ungeordnete Top-10! Hierbei bin ich natürlich subjektiv ohne Ende, aber auch objektiv kann man behaupten, dass Love Exposure ein unheimlich guter Film ist, am besten bilden sie sich einfach eine eigene Meinung - stellen sie sich den perfekten Film vor und dann schauen sie Love Exposure!

Volle Punktzahl! 5/5 Sterne
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