Fashion Sale Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More sommer2016 designshop Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
134
3,7 von 5 Sternen
Format: Blu-ray|Ändern
Preis:7,97 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 500 REZENSENTam 10. März 2011
Der Film Winters Bone nach dem Roman von Daniel Woodrell wirft einen Blick auf das harte Leben der Unterschicht-Bevölkerung in den USA, die durch Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit verarmt ist. Oft verächtlich von den Wohlhabenden "White Trash (Weißer Abfall)" genannt. lebt diese Bevölkerungsgruppe den amerikanischen Albtraum.

Ree Dolly wächst in einer solchen Familie in den Ozarks auf, einer unwirtlichen Landschaft in Arkansa und Missouri mitten in den USA. Obwohl selbst noch ein 17-jähriger Teenager muss Ree sich um ihre Geschwister kümmern, da ihr Vater mehr Zeit im Gefängnis als zu Hause verbringt und ihre Mutter psychisch krank ist.
Der scheinbar finale Schicksalsschlag trifft Ree und ihre Geschwister, als der Vater spurlos verschwindet. Vorher hat er jedoch sein Haus als Kautionsleistung verpfändet, so dass das Haus, falls er seine Gefängnisstrafe nicht antritt, versteigert wird. Um die Obdachlosigkeit zu verhindern, macht sich Ree auf die Suche nach ihrem Vater. Dabei gerät sie schnell in den Sumpf von lokalem Verbrechen und Korruption, in den auch ihre eigene Verwandtschaft verstrickt zu sein scheint. Trotz Drohungen und körperlichen Attacken versucht Ree ihren Vater zu finden, obwohl sie bald anhnt, dass sie ihn nicht mehr lebendig finden wird...

Wie im Buch ist die Geschichte geschickt als Mix aus Drama und Thriller konzipiert, bei dem der Zuschauer gespannt verfolgt, ob es Ree gelingen wird, ihre Mission zu erfüllen.

Der Film wirft einen Blick auf die USA, wie man sie hierzulande kaum kennt. Die harte Welt in den Ozarks ist geprägt von Gewalt und dem Kampf ums tägliche Überleben. Und dennoch, bei allem Elend blickt er auch in diesem Buch wieder durch: Der amerikanische Traum, dass man es schaffen kann, wenn man nur will.
Ree Dolly ist so eine Heldin, die sich stur und verbissen gegen alle Umstände durchsetzt, um sich und ihre Geschwister zu schützen. Der Romanautor Woodrell hat mit Ree eine faszinierende Frauenfigur geschaffen, mit der der Leser mitfiebert und mitleidet, die aber nie wehleidig ist. Jungschauspielerin Jennifer Lawrence hat diese Figur genial umgesetzt und man hätte ihr den Oscar für diese Leistung gegönnt. Doch ich bin sicher, dass man Jennifer Lawrence noch öfter in großen Rollen sehen wird.
Der zweite Hauptdarsteller des Films ist die rauhe Landschaft der Ozarks, die in dunklen Tönen eingefangen den mystischen Grundton des Films trägt.

Ich kannte das Buch vor dem Film und war etwas skeptisch. Während das Buch sehr stark auf das Innenleben von Ree bezieht, rücken hier die Geschichte und die damit verbundenen Spannungselemente mehr in den Mittelgrund. So ist der Film ein eigenständiges Werk, dass man sicher auch ohne Kenntnis des Romans geniessen kann. Aber danach sollte man ihn lesen.

Fazit: Nicht einfach zu konsumierendes Kino, aber vor allem wegen der Hauptdarstellerin sehr sehenswert.
33 Kommentare| 170 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 24. Oktober 2011
Amerika ist vordergründig ein Konsumland, und der amerikanische Traum will von den Bewohnern des Landes gelebt werden. Hollywood glänzt mit Schönheiten, New York mit Business und Glitzer. Natürlich bekam mittlerweile wohl jeder mit, dass dieses Land auch seine Schattenseiten hat. Nicht nur die Kriminalität in den Großstädten nimmt immer mehr zu. Auch im Hinterland verarmen die Menschen, und vegetieren mehr oder weniger dahin. Diese Thematik macht sich Regisseurin Debra Granik in ihrer Verfilmung des Buches "Winters Knochen" von Daniel Woodrell zu Nutzen.
Die 17-jährige Ree Dolly lebt auf dem Land in den Wäldern von Missouri. Ihr Vater verdingt sich seinen Unterhalt mit dem Kochen von Crystal Meth, und hat seine kranke Frau und seine drei Kinder zurückgelassen. Nun ist es an Ree sich um die Familie zu kümmern. Plötzlich tauchen jedoch der Sheriff und ein Kautionsbeamter auf, die Vater Jessup suchen. Wenn dieser nicht vor Gericht erscheint, wird Haus und Grund der Dollys in einer Woche gepfändet. In der winterlich kargen und unwirtlichen Gegend macht sich das Mädchen nun auf die Suche nach ihrem Vater. Dabei gerät sie an die eigenwilligen und teils auch gefährlichen Bewohner des Landstrichs, ebenso wie in die Gefilde der drogenverseuchten amerikanischen Unterschicht.
"Winters's Bone" ist sicherlich kein schönes Sehvergnügen für den unterhaltsamen Filmeabend, aber definitiv ein sehr sehenswerter Streifen! Eine Sozialstudie über eine Welt, in die man als Europäer im Grunde keinen Einblick bekommt. Ein Amerika, wie es nun mal aussieht, mit Darstellern gespielt, die weit weg vom Schönheitsideal sind. Somit kommt eine unglaubliche Authentizität zu Stande, was auch daran liegt, dass alle Sets real existente Häuser und Grundstücke der dort wirklich lebenden Menschen sind. Vollkommen berechtigt bekam der Film vier Oscar-Nominierungen, auch wenn man ihn nicht wirklich einem Genre zuordnen kann. Thriller ist es keiner, obwohl stellenweise in die Richtung geschielt wird. Eher ein Drama, wobei ich schlussendlich dann doch zur Milieustudie tendieren würde. Sehr ruhig, mit wenig Musik, aber sehr viel Gefühl und trotz der behäbigen Machart auch einer guten Portion Dramatik und Spannung, auch wenn dies erst gegen Ende vorherrscht. Eine uneingeschränkte Empfehlung meinerseits!
Die Blu-ray bietet eine gute Bildqualität, und wartet zudem mit einem interessanten Making-Of auf, sowie Deleted Scenes, Trailern und einem Audiokommentar.
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Eine rauhe Natur aus Bergen, Wäldern, Flüssen und Wiesen, die Häuser sehen alle verfallen und renovierungsbedürftig aus, viel Unrat und Gerümpel hat sich drumherum angesammelt, zwischendrin wehen die unvermeidlichen Wäscheleinen im Wind und auch den Menschen mit ihren gegerbten und verhärmten Gesichtern sieht man an, dass es ein hartes Leben hier ist. Jeder Tag ist ein neuer Kampf und der Traum vom Glück beschränkt sich auf ein einigermaßenes Auskommen und eine intakte Familie, die nach außen hin unbedingt zu schützen ist. So wirkt nicht nur das Umfeld (lebens)feindlich, sondern auch die Menschen wehren sich gegen alle Einflüsse, die in die private Welt eindringen.
Die 17-jährige Ree Dolly, die nicht nur für ihre beiden jüngeren Geschwister sondern auch die psychisch labile Mutter sorgen muss, empfindet den Sheriff als Eindringling, als er ihr mitteilt, das Haus werde gepfändet, falls ihr Vater, der schon lange nicht mehr zuhause war, nicht zu seiner Gerichtsverhandlung erscheint. So macht Ree sich notgedrungen auf die Suche nach dem Vater und wird dadurch selbst zum Eindringling - bei ihrem gewaltbereiten Onkel (dem Bruder des Vaters) und einer anderen Familie, mit der der Vater offensichtlich einen Konflikt hatte.
Genauso wie die Menschen wenig Worte machen und vieles über Blicke und Gesten sich vermittelt, muss auch der Zuschauer sich die Einzelheiten der Geschichte langsam erschließen und wird zusammen mit Ree immer tiefer hineingezogen in eine geschlossene Welt aus Stolz, (Familien-)Ehre, Drogen, Kriminalität, männlicher und weiblicher Gewalt und der Suche nach dem kleinen Glück. So beeindruckt immer wieder die Authentizität des dargestellten Unterschicht-Millieus ('White Trash'), was auch durch das Zusammenspiel sehr guter professioneller Schauspieler (Jennifer Lawrence wurde für ihre Rolle als Ree für den 'Oscar' nominiert) mit Laiendarstellern aus den Ozark Mountains im südlichen Missouri erreicht wird. Auch nimmt sich die Inszenierung Zeit für fast dokumentarische Bilder des Viehmarktes oder einer Geburtstagsfeier, in die Ree bei ihrer Suche hineingerät, bei der gefühlvoll musiziert und gesungen wird - lange kreist die Kamera um Musiker und Sängerin.
Debra Granik hat mit ihrem Regiedebüt alles richtig gemacht: Das Maß an authentischem Einblick in eine vielfach unbekannte amerikanische Welt, die Ausgewogenheit aus Drama und Thrillerelementen, eine, den zugrundeliegenden Roman adäquat in ein anderes Medium umsetzende Bildsprache, realistische Schilderungen neben (Eichhörnchen-)Traumsequenzen und innerhalb der sehr guten Schauspielerführung die richtige Mischung aus Erzähl- und Independentkino.
Nicht immer einfach anzuschauen, aber sicher sehenswert!
0Kommentar| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. November 2015
Sehr authenische Spielweise.
Jennifer Lawrence mal wieder unübertroffen.
Aber auch die anderen Rollen sehr passend besetzt. Nicht mit den Modeln, sondern mit Charaktären.
Wer Aktion erwartet, ist hier falsch. Es ist eher eine Drama genischt mit Roadmovie.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. März 2014
Kein Hollywood Kitsch. Die Verfilmung der "White Trash" Gesellschaft Amerikas. Der Blick ist ungeschönt. Die Atmosphäre wirkt düster. Jennifer Lawrence spielt überzeugend die Rolle der Ree Dolly. Selbstlos, mutig, fast aufopfernd sucht sie nach ihrem verschwunden Vater. Sie kann sich auf niemand verlassen, außer auf sich selbst. Voller Fürsorge hat sie dabei immer ihre jüngeren Geschwister im Blick. Mit der depressiven Mutter an ihrer Seite fehlt es ihr an Hilfe und Halt.
Das erschütternde an diesem Film ist, dass es so ein Schicksal tatsächlich geben kann. Rohe Gewalt, ein Netz aus Lügen und Intrigen und Kinder, die sich selbst "groß ziehen" müssen. Die aber auf sich alleine gestellt, schneller reifen und erwachsen werden... als sie sollten...
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. März 2014
Die Menschen in diesem Film sind wie Herbstlaub im Winter.
Wie die Blätter, die hier den Boden bedecken.
Blätter, die schon vor Monaten von den Bäumen gefallen sind,
die langsam von Wind und Kälte zerrieben werden-
man sieht ihnen nicht mehr an, daß sie einmal voll Leben waren.
Der kalte, trockene Winter hat sie alle mürbe gemacht.
Alle, bis auf eine: Ree.
Ree ist ein Fremdkörper in dieser Welt. Sie ist zu jung,
sie hat keinen Mann, und sie aktzeptiert kein Nein.
In ihrem heroischen Starrsinn ignoriert sie die Warnungen aus
ihrer Umgebung und begibt sich in immer gefährlichere Situationen.

In Winter`s Bone lauert die Bedrohung in den Schatten der Wälder,
in der Unruhe der witternden Hunde, und hinter den abweisenden
Gesichtern der Menschen.

------------------------------------------------

Geschichte:

In Debra Graniks Oscar- nominiertem Film Winter`s Bone haust
die 17- jährige Ree( Jennifer Lawrence) mit ihrer psychisch kranken
Mutter und ihren beiden kleinen Geschwistern in einer zugigen Blockhütte
in den Bergen Missouris.
Um zu überleben, bringt sie ihren Geschwistern bei, zu kochen
und Eichhörnchen zu jagen. Routiniert zieht sie den Tieren das Fell ab
und zwingt ihren Bruder, sie auszuweiden.
Man könnte meinen, dies sei genug Verantwortung für ein Mädchen, dessen
Gesicht noch die weichen Züge eines Kindes hat.-
Rees Vater Jessup, ein Drogenmischer, ist verschollen. Um aus dem Gefängnis
zu kommen, hat er auch noch das kleine Haus und das Grundstück der Familie
als Pfand eingesetzt.
Als er nicht zu seinem Gerichtstermin auftaucht, droht der Familie die
Obdachlosigkeit. Ree hat eine Woche Zeit, ihren Vater zu finden-
oder seinen Tod zu beweisen.........

****************************************

Fazit/ Fakt:

Winters Knochen ist ein zugleich niederschmetterndes und zutiefst
mitfühlend lassendes Amerika- Porträt; eine einzigartige Mischung
aus Gesellschaftsfilm, Thriller und Familiendrama.
_
Country Noir nannte der Buchautor Daniel Woodrell seine genre- be-
eindruckende Erzählweise. In der Tat- ein dunkles Land.
_

Es wirkt, als müsste man nur einmal auf einer Landstrasse falsch
abbiegen und schon ist man mittendrin in der Welt archaischer Familien-
fehden.
Es ist ein Film, der eigentlich ohne viel Worte auskommt.
Rechtzeitig aber dort, wo sie fallen müssen.

Winters Knochen hat mich einfach mitgerissen in die unschöne, ärmliche
Welt und die mitleiderregende Situation eines fast siebzehnjährigen
Mädchens, dessen Hände schon schwielig sind von der harten und unerbitt-
lichen Wildnis. In der sie zu überleben versucht.....und muss.

Dafür fünf dunkle, pechschwarze , aber dennoch leuchtende Sterne!!
Absolut sehenswert!!
1616 Kommentare| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Februar 2014
der allerdings damit steht und fällt wie sehr man die zugrunde liegende amerikansiche "White Trash" Gesellschaft und wie sie hier dargestellt wird für glaubwürdig befindet. Aber gerade wegen seiner Thematik ist dieser Film mal etwas anderes als der übliche Hollywoodfilm.

Wenn man damit nichts anfangen kann, wird der Film mitunter anfangs etwas langweilig und zäh. Wird man allerdings einmal in die Geschichte hineingezogen lässt sie einen aufgrund der intensiven Darstellung nicht mehr los, erst recht wenn immer mehr schockierende Details zu tage gefördert werden bis zum finalen Höhepunkt.

Die BluRay liefert ein solides Bild und einiges an Extras. Bildlich sicherlich keine Referenz, aber absolut in Ordnung.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. April 2011
"Winter's Bone" war in diesem Jahr mit vier Nominierungen im Rennen um die begehrten Academy Awards. Der Film mit kleinem Budget hat am Ende den Großen der Branche Platz machen müssen, insbesondere für die junge Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence wäre die Oscar-Ehrung zu diesem frühen Zeitpunkt ihrer vielversprechenden Karriere wohl auch etwas zu viel des Guten gewesen, auch wenn sie sich hinter großen Namen wie Natalie Portman oder Annette Bening mit dieser Leistung nicht verstecken muss. Der Film ist allerdings auch auf Gedeih und Verderb auf sie zugeschnitten und ihr intensives Spiel bestimmt jede Szene. Die Geschichte könnte man vielleicht betrachten als die depressive Variante von O Brother, Where Art Thou? Auch hier geht es um eine Odyssee, eine Irrfahrt durch die sozialen Abgründe der amerikanischen Provinz.

Auslöser ist die Nachricht, dass die 17-jährige Ree, die im ländlichen Missouri allein für ihre beiden kleinen Geschwister sorgt, weil ihre Mutter dazu nicht mehr in der Lage ist (also gleichsam eine filmische Wiedergängerin von Gilbert Grape), um Haus und Hof gebracht sein wird, wenn ihr Vater sich nicht umgehend bei der Justizbehörde meldet. Haus und Hof sind nämlich das Pfand, mit dem der straffällige Herr Papa dafür gebürgt hat. Wahlweise könnte ihr Vater auch für tot erklärt werden, dadurch hätte sich die Bürgschaft erledigt. Doch auch darauf fehlt bisher jeder Hinweis. Ree nimmt die Fährte auf. Ziemlich schnell durchschaut sie die Lüge ihres Onkels, der ihr weismachen will, dass ihr Vater bei einem Brand ums Leben gekommen sei. Vom Onkel führt der mühsame Weg zu weiteren Verwandten und Bekannten ihres Vaters, ehe Ree sich unversehens so nah an ein Verbrechen herangepirscht hat, dass sie in Lebensgefahr gerät. Denn mächtige Leute legen Wert darauf, dass der letzte Coup, an dem Rees Vater offenbar beteiligt war, unter den Teppich gekehrt bleibt. Doch Ree schlägt alle Warnungen in den Wind. Für sie steht einfach zu viel auf dem Spiel.

Die Krimihandlung bleibt ziemlich vage und als Zuschauer muss man mit wenigen Andeutungen auskommen, um zu begreifen, was der Grund für das Verschwinden von Rees Vater ist. Das kriminalistische Element ist auch kaum mehr als ein Vorwand für die rustikale Missouri-Milieustudie, um der es der Regisseurin Debra Granik in ihrer Filmversion des Romans von Daniel Woodrell hauptsächlich geht. Mit minimalen Mitteln und einer Konzentration auf Stimmungen, Landschaften und die Mimik ihrer Hauptdarstellerin gelingt Granik ein unglaublich intensives und trotz der eher rudimentären Krimihandlung durchgehend spannendes Provinzporträt. Dass der Film bei so viel düster-morbider Atmosphäre am Ende noch einen halbwegs glücklichen Ausgang nimmt, wagt man kaum zu hoffen. Doch der Filmemacherin gelingt nicht nur ein hoffnungsvoll stimmendes Ende von poetischer Kraft, ihr gelingt überhaupt das seltene Kunststück, einer reichlich alltäglichen Geschichte mit reichlich unspektakulären Figuren genau den emotionalen Anstrich zu verleihen, der das Zusehen zum Gewinn macht.

Für Freunde von Ulee's Gold und Brokeback Mountain.
0Kommentar| 23 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. März 2016
Die Hoffnungslosigkeit und Ausweglosigkeit, die Ree Dolly erfährt wird durch Jennifer Lawrence sehr gut herübergebracht. Auch dass sie eine Kämpferin ist und sich letztlich nicht mit dem ungewissen Schicksal abfinden will. Der Film wirkt auf den ersten Blick eher trostlos und passt zur Gesamtsituation. Aber es ist ein berührender, ergreifender Film.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. April 2011
Eine Märchenprinzessin kämpft für ihre kleinen Geschwister um ihr Haus und riskiert dabei ihr Leben. Wie jede echte Märchenprinzessin, man erkennt eine solche auch im abgenutzten Anorak und zerissener Jean, ist sie hübsch, willensstark, verantwortungsbewußt, loyal und beklagt sich auch unter widrigsten Umständen (fast) nie. Irgendwann nach etlichen, manchmal grausamen Prüfungen, die die Hauptfigur des Films besteht, erkennt ihre meist feindselige Verwandtschaft, daß es sich bei der Heldin um eine echte Märchenprinzessin handelt und gibt ihr, was sie verlangt. Nicht einmal ein Mafiaboss und Drogendealer ist schließlich imstande, einer solchen etwas zu verweigern. Trotz meiner respektlosen Synopsis des Films und dessen sparsamer Handlung, gebe ich fünf Sterne. Der Grund: während der Dauer des Films litt ich mit der Heldin und vergaß das Umfeld, und das ist mir in einem Film schon seit langem nicht passiert. Das stimmige, unterkühlte, aber nicht emotionslose Spiel der Hauptdarstellerin, die guten Nebendarsteller, das realistische Umfeld, (Vorgärten in denen das Unkraut durch Auto- und Motorbootwracks wächst, gehören in manchen ländlichen Gegenden der USA und Kanadas durchaus zum Straßenbild) und der Kampf der eben nicht mit übernatürlichen Kräften ausgestatteten Heldin gegen die Möglichkeit des Familien- und Hausverlustes, also etwas, was auch normale Menschen durchaus treffen kann, haben zu dieser Ausblendung des Umfelds für die Dauer des Films beigetragen. Freilich, um diese Atmosphäre des Films auf sich wirken zu lassen, muß man Details sehen können und und auch sehen wollen, eine Fähigkeit die durch die filmische Alltagskost nicht eben trainiert wird. Fazit, ich kann den Film sehr empfehlen. Liebhaber schneller Schnitte und jugendlicher Allmachtsphantasien sollten ihn aber meiden.
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,99 €

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken