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Kundenrezensionen

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Mit "Collapse into now" machen R.E.M. genau das, woran ich den Unterschied einer wahrhaften großen Band zu einer Mainstream-Pop-Band festmache, sie tun eben genau nicht das, was man von ihnen erwartet. Der Vorgänger "Accelerate" war den einen zu viel Punk, zu schroff, zu roh, den anderen wiederum war das Album davor "Around the sun" zu technisch, zu glatt, zu sanft. Beide Empfindungen sind berechtigt und verständlich, dennoch machen diese Unterschiede keines der beiden Alben besser oder schlechter als das andere, sie sind halt vollkommen anders und das muß nicht jedem gefallen. Nun liegt das Album 2011 vor und wieder sind nicht alle glücklich, andere dafür umso mehr.
So what?! Genau darum liebe ich diese Band so.
"Collapse into now" ist im mittlerweile 15 Studio-Alben umfassenden Katalog der Band wohl am ehesten über weite Teile verwandt mit "Out of time" und "Automatic for the people". Und diese Rezeptur ist nun wahrlich nicht die schlechteste. Für viele Gelegenheitshörer ist das wahrscheinlich genau das, was sie als typischen R.E.M.-Sound ausmachen würden. Trotz der markanten Stimme Michael Stipes, gibt es diesen typischen Band-Sound bei R.E.M. nicht wirklich, dafür ist die Band zu vielseitig - gut so. Da Rezensionen ja ein Stück weit bei Kaufentscheidungen helfen sollen: Wer "Loosing my religion", "Drive" und "Man on the moon" als die ultimativen Songs der Band sieht, wird das neue Album mögen, wer, wie ich, von der Band sämtliche Facetten mag, sowieso. Alle andern können es langweilig finden oder sich reinhören und vielleicht doch noch lieben lernen. Neu erfunden haben sie sich mit diesem Album sicher nicht, aber auch wenn sie mit dem nächsten Album wieder ganz andere Wege gehen, wird es auch wieder nicht allen gefallen.
So what?! Genau darum liebe ich diese Band so.

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Nachtrag:
Nun ist inzwischen klar, dass es das letzte Album von R.E.M. sein wird. Ein nächstes Album, auf dem sie wieder ganz andere Wege gehen, die auch wieder nicht allen gefallen, wird es also nicht mehr geben.
"Collapse into now" ist somit nach 30 Jahren ein wahrhaft gelungener Schlusspunkt in der langen Kette 15 durchweg guter, außergewöhnlicher, stilistisch sehr abwechslungsreicher Alben. Daß die Band zum Finale noch einmal den Bogen zu dem Klangbild ihrer erfolgreichsten Alben 1991/1992 schlägt, schließt, nach vielen Sound-Ausflügen, den Kreis. Und dass sie nicht bereits zur Veröffentlichung der Platte bekannt gaben, dass es das letzte Album sein wird und die Gelegenheit ausließen so den Verkauf noch zu pushen, stattdessen erst etliche Wochen später eine knappe Pressemitteilung herausgaben in der nicht viel mehr stand als: "Ach übrigens: das war's.", ist ein letzter Beleg für die stille Größe die R.E.M. ausmacht.
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TOP 500 REZENSENTam 8. März 2011
Irgendwie hat niemand mehr ein so ganz gutes und überzeugendes Album der Amis erwartet. Zu angestrengt jugendlich, zu ernsthaft oder einfach zu gekünstelt klangen die letzten Studioalben. Keines wirklich schlecht, aber auch keines das an ihre Großtaten wie ,Automatic' oder ,Green' hätte anschließen können. ,Collapse' aber zeigt eine Gruppe die ihre Lockerheit wieder gefunden hat und diese optimal nutzt.

Der opene ,Discoverer' rockt zwar ganz gut, aber so ein ganz großer R.E.M. song ist das noch nicht. Da kann das stürmische ,All The Best'mit seiner alternativ-Rock Attitüde schon mehr überzeugen und noch besser ist dann der Folk-Pop von ,ÜBerlin'. Klingt ein wenig als ob man ,The One I Love' mit ,Drive' verheiratet hätte, aber so Hitmelodie-mäßig hat man die Gruppe schon lange nicht mehr erlebt. Und es wird noch besser: ,Oh My Heart' ist fast purer irish-folk mit - endlich wieder - auch einem (zwar kurzem, aber dennoch) Mitsingrefrain. Beim sich schön steigernden und hymnischen ,It Happened Today' hängt der Himmel dann sowieso voller Gitarren und man sieht beim ,Ohhohhohh' Refrain am Ende förmlich die brennenden Feuerzeuge vor seinem geistigen Auge.

Wahrlich entzückend ist das, an eine Spieluhr-Melodie erinnernde, ,Every Day Is Yours To Win', mit einem Gitarrenlick, das sich unwiderstehlich im Gedächtnis festsetzt. Mehr Ohrwurmigkeit (im besten Sinne) geht kaum mehr - vielleicht einer ihrer besten songs bisher überhaupt.

Alternative Pop-Rock ist dann auf ,Mine Smell Like Honey' angesagt, auf dem Sie erstaunlich frisch und fast fröhlich und ungestüm klingen. Das ruhigere ,Walk It Back' hat auch so eine fast kindliche, aber wunderschöne Melodie. Auf ,Alligator....' Graben Sie gar wieder denn wavig-punkigen sound ihrer Anfangsjahre aus. Kompositorisch vielleicht nicht ein Glanzlicht, dafür aber mit recht viel ,angriness' und roh eingespielt.

Das kurze und flotte ,That Someone Is You' evoziert ein wenig den Schwung und den Geist von ,It's The End Of The World' und wird Live sicher ein guter Stimmungsanheizer. Mit ,Me Marlon Brando...', das ein sehr geschickt eingesetztes Schlagzeug hat, geht's dann wieder in die Folk-Balladen-Abteilung. ,Blue' läßt das Album mit Stipes Sprechgesang genauso ausklingen. Aus der Ferne erklingt eine singende E-Gitarre und man segelt auf dem R.E.M. Schoner auf's offene Meer hinaus und trifft dort noch mal den ,Discoverer'

Die Produktion ist klar, die Arrangements nie zu verspielt, soll heißen - R.E.M. variieren hier hauptsächlich über ihre angestammten Instrumente - es ist also ein Platte die sich wohl problemlos und überzeugend Live rüberbringen läßt und darauf kann man sich schon freuen. Eigentlich bekommt der R.E.M. Fan hier the best of both worlds - die frühen alternative-Rocker und die Pop-Hit Zauberer ihrer kommerziell erfolgreichsten Phase zwischen ,Green' und ,Automatic'.

,Collapse Into Now' ist wahrscheinlich das beste und stimmigste Album der Gruppe seit - zumindest - ,Monster' und weder der Fan noch der occasional R.E.M. listener wird hier enttäuscht, sondern erhält eine Platte die all die vergangenen Stärken der Band hier wieder in voller Blüte zeigt.
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am 19. Februar 2014
September 2011, das Ende von R.E.M. as we knew them. Mit Collapse into now war im gleichen Jahr das letzte Studioalbum erschienen – so viel stand nun fest. Nach dem krachig-kurzen Accelerate von 2008 waren die Erwartungen der Fans hoch gewesen! Dass Collapse ganz anders sein sollte als sein Vorgänger, wurde schnell deutlich.

Der Opener Discoverer ist rauh, die Lyrics kommen holprig daher, aber wann hat man Michael Stipe das letzte Mal so majestätisch singen hören. Der Song ist klasse, und wird gefolgt von All the best – kurz, hart, ohne Melodie, der Hörer wird atemlos zurückgelassen. Achtet man auf den Text – ja, dies ist R.E.M.s Abschiedssong! „Let’s do it one more time, I’ll show the kids how to do it fine“.
Mit Überlin folgt einer der besten Songs, die R.E.M. in den letzten 15 Jahren ihres Schaffens geschrieben haben; Michael Stipes Ode an die deutsche Hauptstadt, das Ü steht für ein lachendes Gesicht – die fröhliche, offene, multikulturelle Metropole Berlin. Saubere Akustikgitarre, eine tolle Bridge, ein eingängiger Refrain – ein Meisterwerk! Oh my heart, geschrieben als Fortsetzung von Houston von 2008, funktionierte im Studio zunächst nicht; Produzent Jacknife Lee lies alle Musiker für die Aufnahme räumlich zusammenrücken – und der Song bekam eine neue Qualität, er gefällt nicht unbedingt beim ersten Hören, doch entfaltet bald seine Tiefe; sehr gute Lyrics hier!
It happened today, ein halbes Instrumental, überzeugt mit eingängiger Melodie und besticht mit dem Chor im zweiten Teil, kraftvoll angeführt von Pearl Jam – Frontmann Eddie Vedder. Man fühlt sich irgendwie erhaben und fantastisch wenn der wortlose Gesang bei 2:05 losbricht – wunderbar!
Every day is yours to win erinnert beinahe ein bisschen an Everybody hurts oder andere große Balladen der Band; sehr gefühlvoll mit simpler, aber durchdringender Message.

Das vom Text her schräge, musikalisch aber extrem kraftvolle Mine smell like honey eröffnet Teil 2 des Albums. Kein Song, den man sonderlich ernst nehmen sollte (und der sicherlich auch nicht so gedacht ist), ein harmloser Track, der aber gute Laune macht!
Tiefpunkt des Albums ist Titel Nummer 8, das im Vorfeld der Veröffentlichung – als die Songs nach und nach bei youtube durchsickerten – von vielen Fans hoch gelobt wurde. Walk it back ist eine dünne Idee, das Lied startet nie wirklich durch und findet nur schwer seinen Platz auf dem Album. Aus der entstanden Lethargie reißen einen dann aber die Gitarren von Peter Buck und Scott McCaughey, und es folgt der schrägste Song-Titel im back catalogue der Band. Alligator_Aviator_Autopilot_Antimatter ist der zweitkürzeste Song auf Collapse into now und wird verstärkt durch den Gesang von Peaches Geldof. Das war sicherlich nicht nötig, stört aber auch nicht sonderlich. Insgesamt ein Song, der an die frühen R.E.M.-Zeiten des Post Punk erinnert und cool ist – man nimmt es der Gruppe immer noch ab, sollte aber wiederum nicht zu ernst nehmen, was da für die Nachwelt aufgenommen wurde.
That someone is you wieder ein kleines Juwel. Unter zwei Minuten, witziger Text ganz in Stipe-Manier, starke Stimmen vom Frontmann und von Bassist Mills. Sehr gut gelungen. Ruhigere Töne folgen auf den Fuß, mit einem weiteren nicht ganz nachvollziehbaren Songtitel. Me, Marlon Brando, Marlon Brando and I ist einer der ausgeklügelsten Songs des Albums, sehr introvertiert, kryptische Lyrics, eine feine, psychedelische Gitarre von Allrounder Buck. Stark!
Was dann folgt, ist back to the roots, oder zumindest back to 1996, als auf E-bow the letter R.E.M. Freundin und Punk-Ikone Patti Smith ins Studio geholt hatten – es entstand ein Meilenstein in der Geschichte der Band. Blue, aus dessen Lyrics der Albumtitel genommen wurde, klingt nun wie eine Mischung aus E-bow und Country feedback und ist ein würdiger, häufig missverstandener Abschluss des Albums. Am Ende des Songs schließt sich der Kreis und es kommt ein reprise von Discoverer – 41 Minuten, vorbei, und man überlegt, was da grade passiert ist. Und hört am besten gleich alles noch mal!

Man kann dem Album vorwerfen, dass es zu kurz ist. Abwechslungsreichtum, eine saubere, schnörkellose Produktion und überdurchschnittliche Songs gehören eindeutig nicht auf dieselbe Liste. Irgendwie und mit kleineren Abstrichen: ein würdiges letztes R.E.M.-Album. DAS wiederum ist beinahe ein bisschen überraschend.
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am 4. Oktober 2011
Collapse Into Now ist ein sehr abwechslungsreiches Album. Rockige Songs "Discoverer", "All The Best" und "That Someone is you" wechseln sich ab mit wunderschönen, harmonischen Balladen ("Walk It Back" und "Überlin"). Dies ist eine CD, der jedem gefallen wird, der R.E.M. früher einmal mochte. Auf dem letzten Lied, "Blue", das an "Country Feedback" vom Out of Time Album erinnert, singt Patti Smith mit, und bei "It Happened Today" singt Eddie Vedder von Pearl Jam im Background. Bei "Alligator Aviator Antipilot Automatter" singt Peaches neben Michael Stipe.

Bei dem Gedanken, wie viele wundervolle Lieder nun ungeschrieben bleiben, bin ich unendlich traurig, dass diese großartige Band sich nun aufgelöst hat.
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am 9. März 2011
Ich bin ja nun kein hardcore-R.E.M.-Fan, aber genieße dennoch die guten Songs und Alben der Band hin und wieder gerne. Mit Accelerate haben die Herren ja ein sehr Punk-alternatives-Rock-Teil abgeliefert (was ihnen bei dem Back-Katalog und den erreichten Erfolgen mehr als gegönnt sei), das nur in Teilen meinen Geschmack traf. Was dabei fehlte, haben sie aber nun 2011 nachgeliefert. Endlich ist der Abwechslungsreichtum wieder da, endlich wird nicht bei den meisten Songs einfach nur draufgehauen, sondern versucht, den einzelnen Titeln Leben einzuhauchen, sie einzigartig klingen zu lassen und: sie haben wieder göttliche Melodien gefunden, was sie ja ursprünglich ausmacht! Der Mittelteil des Albums von Track 3 - 8 ist ein durchgehendes Meisterwerk guter Rockmusik. Geniale Gesangslines, eine gealterte, aber dadurch an Ausdruckskraft gewonnene, Stimme, abwechslungsreiche und songdienliche Arrangements - also alles, was eine überdurchschnittlich gute Platte braucht!
Auch die Songs "Discoverer" und "Marlon Brando" sind gut gelungen und festigen den guten Gesamteindruck. Leider ist Discoverer als Single nicht so stark ud zwingend, wie die Standout-Tracks der Vorgängeralben (Supernatural Superserious & Leaving New York), was sich leider oftmals negativ auf die Albumverkaufszahlen auswirken kann (vgl. U2 "No line on the horizon").
Nach wie vor ist allerdings auch der stark nach "Accelerate" klingende Sound bei manchen Stücken vorhanden (Track 2, 9 & 10), was mich nach wie vor einfach nicht überzeugt: so kommt zwar Schwung ins Album und die ruhigeren Nummern bekommen spannende Gegenparts, aber Gefallen finde ich am "R.E.M.-Punk" deshalb trotzdem nicht. Eine Chance wurde auch beim letzten Stück verschenkt: "Blue" zusammen mit Patti Smith - eine Ausnahmekünstlerin, auf deren Alben bereits R.E.M.-Mitglieder Spuren hinterlassen haben - hätte viel mehr Potential, als abgerufen wird, da die zwar künstlerisch wertvolle, aber zu lange dauernde Erzählstimme den Song leider keine zu große Wirkung entfalten lässt.

Insgesamt lässt sich aber sagen: ein wirklich überdurchschnittliches Album, das durch Abwechslungsreichtum und ausnehmend starke Melodien besticht. Glatte 4 Sterne.
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am 26. März 2011
Ich tue mich sehr schwer mit dem neuen Album von R.E.M.. Das Album wurde groß angekündigt, als das beste Album seit langem. Und weil Alben wie Automatic for the people zum Beispiel großartige Songs hervorbrachten, war es ein Muss, "Collapse in to now" sofort zu kaufen. Ich bin etwas zurückhaltend, aber das ist nur meine persönlich Meinung und hat damit zu tun, weil das Album mit soviel Vorschusslorbeeren angekündigt worden ist - im nachhinein etwas voreilig (aber so treibt man CD-Verkäufe nach oben).

Sicherlich kein Album, welches sofort ins Ohr geht, es braucht einwenig Zeit. Die Songs entwickeln sich mit der Zeit. Der Opener "Discoverer" macht Laune. "ÜBerlin" ist ebenfalls ein Song, der im Gedächtnis bleibt, ebenso "It happend today".
Also kleiner Tipp: Gebt dem Album etwas Zeit und nicht gleich im CD-Schrank verstauben lassen, R.E.M. beweisen hier, dass sie nach so langer Zeit immer noch in der Lage sind, tolle Songs zu kreieren.
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am 10. März 2011
Vorab muss ich natürlich eingestehen, dass ich seit Jahren großer R.E.M. Fan bin. Deshalb freute es mich natürlich zu hören, dass der Nachfolger von "Accelerate" bereit steht. Ich war gespannt, in welche Richtung es dieses Mal gehen würde. Das weiß man bei R.E.M. nie so genau, aber scheinbar haben sie das alte Gleichgewicht wiedergefunden, dass ihre Platten in den 90ern und 80ern ausgemacht hat. Eine gesunde Mischung aus Up- und Mid-Tempo Nummern und wunderbaren Balladen erwartete mich auf "Collapse into Now". Die Opener "Discoverer" und "All The Best" setzen vorerst die Linie vom Vorgänger "Accelerate" fort, ehe die rauhe Stimmung durch einen der schönsten R.E.M. Songs seit vielen Jahren "unterbrochen" wird: ÜBerlin. Ein wunderbar melancholischer Song, der die Stärken der Band absolut herausstellt, gepaart mit einem Refrain, der nicht mehr aus meinem Kopf gehen möchte. Weiter geht es mit dem schwelgenden "Oh My Heart", einer weiteren traumhaften Ballade, die ein wenig wie das positive Gegenstück zu dem Song "Houston" (von der Platte Accelerate)zu sein scheint. Stark geht es auch weiter mit "It happened today". Nach der ersten Hälfte des Songs setzt ein kraftvoller Chor ein, der das fesselnde Instrumental bestens unterstützt. Unter anderem singt hier auch Pearl Jam Frontmann Eddie Vedder mit. Mit "Every Day is yours to win" wird es wieder ruhiger und spontan fiele mir auch kein Vergleich zu einem ähnlichen R.E.M. Song ein. Das zeigt wieder einmal, dass die Band sich nicht nur auf alte Stärken stützt, sondern sich auch in neue Gefilde wagt. "Mine Smell like honey", die US-Single, ist eine poppige Uptempo Nummer, im Stile von "Supernatural Superserious". Beim folgenden Song "Walk it back" wird es wieder ruhiger. Stipes flüsternder und bassiger Gesang schafft nebst verhaltenem Instrumental eine unglaubliche Atmosphere, die typisch für R.E.M. ist. Genau das zeichnet die Band aus. Wirklich toller Song! "Alligator_Aviator_Autopilot_Antimatter" zieht das Tempo wieder an. In der einen Sekunde schwingt man noch mit "Walk it back" und in der anderen Sekunde wird man von Peter Bucks Riff mitgerissen. Das setzt die Band auch bei "That someone is you" fort. Wobei die Gitarren hier weniger verzerrt sind, was eindeutig an R.E.M. aus den 80ern erinnert. Bei "Me, Marlon Brando, Marlon Brando And I" darf Peter Buck wieder seine Mandoline auspacken. Der Song schafft eine sehr intime Atmosphere. Stipe und Mills Stimmen klingen wieder einmal wunderbar zusammen und ehe sich die Platte dem Ende neigt, hauen R.E.M. mit "Blue" ein grandioses Finale raus. Stipes Sprechgesang erinnert an "Belong" von ihrem Meilenstein "Out of Time" und Gastsängerin Patti Smith verleiht dem Song mit ihrem feinfühligen Gesang die letzte Würze.

Auf ihrem bislang 15. Studioalbum besinnen sich R.E.M. auf alte Stärken, ohne sich selbst zu kopieren. Die Band hat immer progressiv gedacht. Das hat mit "Murmur" angefangen und wird auch bei "Collapse into Now"fortgeführt. Ich weiß, dass es auch von den letzten Platten hieß, sie seien ein Befreiungschlag, aber hier ist ihnen das im Gegensatz zu den Vorgängern "Accelerate" und "Around the sun" absolut gelungen, da sie im Gegensatz zu den genannten Platten ein besseres Gleichgewicht zwischen den Songs gefunden haben. Es ist definitv das ausgewogenste Album seit "New Adventures in Hi-Fi" mit vielleicht sogar stärkeren Songs. Das kann ich allerdings erst in einigen Monaten bewerten, wenn ich die Songs auf ihrer Nachhaltigkeit hin getestet habe.

Für mich gibt es kein anderes Votum als 5 Sterne und eine Gratulation an die Band, die niemandem mehr etwas beweisen muss, aber es einmal mehr geschafft hat.
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TOP 500 REZENSENTam 4. März 2011
Auch wenn es natürlich nie einen Hiatus gab, so war "Accelerate" doch so eine Art Comeback Album, mit dem R.E.M. ihre musikalische Midlifecrisis locker und rockig abschüttelte. "Collapse into now" nimmt jetzt etwas den Fuss vom Gaspedal, setzt an manchen Stellen auch die automatische Geschwindigkeitskontrolle, und behält vertraute musikalische Elemente im Rückspiegel gut im Blick. Das bedeutet für den Fan - glücklicherweise - dass es wenig Ausreisser und wenig Schwankungen gibt. Die besten Bestandteile der lang Karriere kondensieren in den knapp 40 min Musik, gemäss des Albumtitels.

Auf dem aktuellen Album entdecken die Helden aus Athens jetzt das mittlere Alter, bekennen sich zu ihrer Vergangenheit (in der wunderbaren Single OH MY HEART sind endlich wieder die Buck'schen Mandolinen zu hören) und fühlen sich aber gleichzeitig in der Gegenwart sehr komfortable. Das hübsche ÜBERLIN klingt wie der gutgelaunte Cousin von 'Drive', die prickelnde Ballade EVERY DAY IS YOURS TO WIN ist so etwas wie eine Fortsetzung von 'Everybody hurts', das Tal der Tränen ist durchschritten, der Optimismus hat wieder Oberhand gewonnen. DISCOVER and ALL THE BEST sind Rocker, die das Herz jedes "Monster" Fans schneller schlagen. Was aber natürlich wiederum nicht bedeutet, dass nichts neues passiert. Michael Stipes Stimme klang noch nie so vielfältig und verletztlich wie in der wunderbaren Klavier Ballade WALK IT BACK. Und es werden auch eine Reihe prominenter Co-Stimmen (Eddie Vedder, Patti Smith, Peaches) eingeladen, um Stipe zu ergänzen. Gerade letztere hat grossartige Momente in dem - für R.E.M Verhältnisse - fast Punkrocksong ALLIGATOR AVIATOR AUTOPILOT.

Unter dem Strich: Hut ab, vor diesem Werk, mit dem ich in dieser Form nicht mehr gerechnet hatte. Dem von vielen hier erhobenen Plagiatsvorwurf ;-) kann ich als R.E.M. Fan seit 1988 nun gar nicht nachvollziehen. Ja, natürlich greifen sie auf das zurück, was sie besonders macht. Gerade deswegen gefällt (zumindest mir und einigen Altvorderen) dieses Album wieder besonders gut. Und wens stört, der kann sich ja kleine Fussnoten unter jeden Song machen, in dem die Referenzen zu anderen Songs aus dem Backkatalog enthalten sind. Vielleicht merkt er dann ja beim mehrmaligen Hören, welche Klasse die Songs haben. "Collapse into now" ist wie ein guter alter vertrauter Freund - verlässlich im besten Sinne des Wortes, aber immer noch gut genug fuer überraschende, besondere Momente.
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am 4. März 2011
...und das seit fast 2 Jahrzehnten. Nach "Accelerate" habe ich ehrlich gesagt mit dem Ende der Band gerechnet. Lief doch der Vertrag mit Warner Bros. über fünf Alben aus (und Billy Berry ist fast ebenso lang nicht mehr dabei) - und mit Michael Stipe hat auch das letzte Bandmitglied die 50 überschritten. Und jetzt ist es, knapp 3 Jahre nach dem letzten Album plötzlich da: No. 15, betitelt mit "Collapse Into Now". Eines ist auf jeden Fall geblieben: Kein Album hört sich so an wie das davor, sie werden mal härter, mal softer und immer weiß man letztlich doch irgendwie zu gefallen. Nach den letzten Album war klar, dass die Härte wieder etwas nachlassen würde. Herausgekommen ist ein guter Querschnitt aus 3 Jahrzehnten R.E.M. incl. einiger neuer Ideen. Von der Dynamik und vom textlichen Einfallsreichtum hat die Band nichts eingebüßt, auch wenn man fast für jeden Song ein musikalisches Vergleichsbeispiel aus der Vergangenheit findet. Angesichts des Regierungswechsels von Gerge W. Bush zu Barack Obama haben die "Jungs" natürlich wieder etwas mehr zu lachen, was man auch merkt ("the storm didn't kill me, the government changed"). Auch kann man das Album recht gut von vorn bis hinten durchhören - einer in der Breite wirklich guten Platte fehlt freilich in der Spitze doch der absolute "Überhammer", den man gerne auf "Repeat" einstellt. Als Anspieltipps nenne ich trotzdem "All The Best", "ÜBerlin" (originelles Video!) und "Alligator, Aviator,...". Fazit: Zur Höchstnote hat es wieder nicht gereicht (was bei mir seit "Monster" nicht mehr Fall war) - aber bei R.E.M. kann man immer noch bedenkenlos zugreifen.

Die Songs im Einzelnen:

1) Discoverer - Eine Hymne à la U 2 oder "Finest Worksong" - "Collapse Into Now" meets "Document"
2) All the Best - Im Moment mein Lieblingssong - "Collapse Into Now" meets "Monster"
3) ÜBerlin - ... gleich der zweitbeste hinterher. Vom Gesamtwerk her sehr harmonisch - "Collapse Into Now" meets "Automatic for The People"
4) Oh my heart - Endlich mal wieder ein 6/8-Takt, war mir bei R.E.M. immer wieder gut gefällt - "Collapse Into Now" meets "Reveal" bzw. "Out Of Time"
5) It happend today - Etwas seichter - "Collapse Into Now" meets "Out Of Time"
6) Every Day is yours to win - Jetzt wird es wirklich Easy Listening - "Collapse Into Now" meets "Up"
7) Mine smell like honey - Stilistisch geht in in der R.E.M-Geschichte einige Jahre zurück - "Collapse Into Now" meets "Lifes Rich Pagent"
8) Walk it back - ...und noch weiter in die Vergangenheit - "Collapse Into Now" meets "Reckoning"
9) Alligator, Aviator - und nochmal was Schnelles - "Collapse Into Now" meets "Accelerate"
10) The soemeone is you - Back to The Very Beginning, New Wave lässt grüßen - "Collapse Into Now" meets "Murmur"
11) Me Marlon Brando - Nochmal etwas Balladeskes - "Collapse Into Now" meets "Green"
12) Blue - Zum Abschluss begibt man sich auf die Spuren von Radiohead, aber auch wieder in die eigene Vergangenheit. Wahrscheinlich der anspruchsvollste Song dr Platte, eine Mischung aus "E-Bow The Letter und "Country Feedback" - "Collapse Into Now" meets "Out Of Time" bzw. "New Adventures In Hi-Fi"
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am 3. Oktober 2011
Habe mir das neue Album von R.E.M. doch etwas anders vorgestellt:

Kurz und knapp - Viele Songs sind einfach austauschbar Track 1 und 2 könnten auch ein Track sein; Das ewige "Discoverer" - Wiederholen macht den Song leider auch nicht besser !

Überlin und Walk it Back sind meiner Meinung nach die einzig hörenswerten Tracks, wobei mir bei Walk it Back der Text zu knapp ausfällt, und auch hier wieder zu oft der Titel wiederholt wird.

Das übertrieben ofte Wiederholen der Titel ist übrigens das Hauptproblem des Albums, wobei mir die ruhigen Tracks einfach zu lahm sind und die rockigen doch zu hart, fast R.E.M untypisch.

Ansonsten ist die CD Klasse produziert, die Instrumente kommen gut zur Geltung und ton-technisch macht das Album eine gute Figur.

Fazit: Mir fehlt die Magie und "Chillness" der alten Alben bzw. Tracks, die Songs wirken teilweise einfach einfallslos und spiegeln allenfalls die heutige Pop-Rock Kultur wieder.

Schade drum, aber schön das R.E.M. uns soviele andere tolle (alte) Stücke hinterlassen haben !!
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