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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
3

TOP 1000 REZENSENTam 16. Oktober 2014
Leider ist diese großartige CD nur zu Phantasiepreisen erhält, da sie durch vertragliche Probleme seit den 90igern nicht mehr aufgelegt wurde, Da sollte man sich an das Vinyl halten oder in die bald erscheinende 4 Cd Box investieren.

Dem Überwerk "Trout Mask Replika" folgte hier 1970 in kleinerer Besetzung ein ebenbütiges, sperriges Werk. Jimmy Semens war nicht mehr in der Band, d.h. es blieben vier Musiker Zoot Horn Rollo, Rocket Morton, Drumbo oder Art Tripp am Schlagzeug, ist wohl nicht ganz geklärt und durch die verworrenen Äußerungen des Genies Beefheart auch nicht mehr eindeutig zu rekonstruieren.

Zum Titeltrack gibt es ein surreales Video, das bei seiner TV Ausstrahlung verstörte und heute neben dem "Ice Cream for Crow"
Video im Museum of Modern art zur beständigen Sammlung gehört.
"Lick my decals off, Baby" ist ein Album voll dunkler Themen, Farben und auch sexueller Anspielungen, die auch später auf den Platten eine Rolle spielen.
Die Platte scheint eher aus einem Guß, da ein gemeinsamer Tenor im Vordergrung steht.
Der abseitige Humor Beefhearts mit bitterem Beigeschmack ist in fast allen tracks präsent.
Die Platte wirkt geschlossener und leichter zu konsumieren. Etwa " I love you Big Dummy" ist ein Liebeslied mit zwei Zeilen Text.
Gecovert u.a. von der Punkband "Magazine".
"Bellerin Plain" ist ein Eisenbahn Lied, das in Bildern die Landschaft, das Stampfen des Zuges den Lokführer und den Heizer beschreibt.
"Woe-Is-Uh-Me-Bop" ist ein Lied mit minimalen Text. Marimba und Stimme geben den Ton an. Captain Beefheart hat den Weltschmerz-Blues und bringt dies durch seine vielsietige Stimme zum Ausdruck.
" Japan In A Dishpan" geht klar in Richtun "Free Jazz", den er auf vielen Stücken seiner Platten mit dem (Delta)-Blues verschmelzen wollte.
"I Wanna Find A Woman That`ll Hold My Big ToeTill IHave To Go" gehörte regelmässig zum Liveprogramm der Band und enthält in humorvoller Prägung auch sexuelle Anspielungen, die jeder für sich selbst deuten kann.

"Petrified Forest" greift erstmalig die ökölogsiche Thematik auf. Sorge um Umweltverschmutzung und sauren Regen sind immer noch aktuelle Themen, denen sich auch Beefheart später neben dem Teirschutz stärker verpflichtet sah.

"Buggie Boogie Woogie" greift in typischer Bluesstimme die Thematik der Überbevölkerung auf.

"Smithsonian Institute Blues" greift wieder die Sorge über das Ende der Welt auf. Dieses Museum für wissenschaftliche Themen in den USA stellt(e) unter anderen ausgestorbene Dinosaurier aus. Die Musik ist hier schon etwas einfacher, eingängiger gehalten.
"Space Age Couple" spielt in der düsteren Zukunft in der sich die Grundprobleme der Menschheit noch nicht wesentlich gebessert haben. Ähnliches Thema "`Flash Gordon`s Ape" trotz der Möglichkeit zum Mond zu Fliegen steht die Menschheit noch am Anfang.
Im Sonnentanz Verlag ist ein tolles Buch über Captain Beefheart erschienen " Garanatiert Ungewöhnlich.. " Das Leben des Captain Beefheart" von Colin David webb erschienen, aus dem ich Infos für diesen Text entnommen habe.
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am 28. Mai 2012
1969 war ein gewaltiges Jahr, was Pop- und Rockalben betraf, 1970 ebenfalls, und wenn da Platten eine Reihe von mehr oder weniger abgebrühten Plattenkritikern ganz schön zur Schnecke machen konnten, dann musste an diesen Scheiben etwas dran sein. Es musste mehr als sein als laut (Led Zeppelin, Black Sabbath, Deep Purple undundund), mehr sein als Jazz-Rock-Mixtur (Bandbreite Blood, Sweat & Tears bis Miles Davis), auch mehr sein als Elektronik (Pink Floyd, Krautrock), und nach Möglichkeit ein neuer Name (was etwa Frank Zappa zu diesem Zeitpunkt nicht mehr war). Das "Trout"-Doppelalbum sowie die Ende 1970 erschienene "Lick"-LP waren Platten, die entweder Free Jazz- und Neutöner-Erfahrungen voraussetzten oder einen in solche Gefilde hinführten, für Leute, die sich damalige Alben wie "Bitches Brew" und "Hot Rats", wie auch "Ummagumma" oder eines der drei bis dahin erschienenen Soft Machine-Alben hineinziehen konnten, konnte es zuwenig sein, sich an den Captain und seine Magic Band heranzuwagen. Wer es aber wagte, kam davon, war er einmal gefangen, auch nie wieder los.

Bei oberflächlichem oder auch nur erstmaligem Hören klingt diese Platte wie die Fortsetzung des im Jahr davor veröffentlichten und produzierten Doppelalbums - kurze Stücke mit Free-Einlagen, bizarre Texte, die Taktverschiebungen, und immer wieder das Captains Wahnsinnsstimme. Mag sein, dass damals die einen oder anderen der ohnehin nicht zahlreichen Hörer "Das hatten wir schon" oder ähnliches dachten. Aber eine Fortsetzung bzw. Wiederholung war es nicht: Die Band klang nun geschlossener als vorher, die Produktionsbedingungen sollen auch tatsächlich andere gewesen sein als beim Vorgängeralbum, und nicht nur die Instrumentalnummern klangen weniger schräg als bei diesem. Wobei hier niemand mit "Kommerz" oder "Ausverkauf" kommen brauchte, davon war diese Musik auch noch Lichtjahre entfernt (und Vorwürfe dieser Art stimmten erst bei "Unconditionally Guaranteed", wenngleich die genausowenig ein Verkaufsschlager war). Erst beim Nachfolgealbum "The Spotlight Kid" über ein Jahr später wandte sich der Captain mit seiner Magic Band Konventionellem zu, es blieb aber selbst dann noch Musik abseits der Hitparaden, und selbst für den "Beat Club" eine hochgesteckte Sache.

Wer "Trout Mask Replica" liebt, kann mit "Lick My Decals Off, Baby" genauso glücklich werden, und hat zumindest teilweise die Überleitung zu den beiden konventionelleren, aber musikalisch genauso ergiebigen beiden Folgealben. Aus den 15 Tracks welche hervorzuheben ist für mich (im Gegensatz zum "Trout"-Album) ziemlich schwierig, aber wer unbedingt Anspieltipps will, sollte es mit der Schlussnummer "Flash Gordon's Ape" oder dem das Album eröffnenden Titelsong versuchen.
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am 25. März 2007
LICK MY DECALS OFF, BABY erschien 1970 als Nachfolgealbum der spontan-kreativ-Explosion TROUT MASK REPLICA von 1969. Was kaum möglich schien, gelang: der vollkommen eigene Stil, den die Magic Band bei den 2-tägigen Aufnahmen zu TROUT MASK REPLICA fand, konnte hier fortgesetzt werden. Die Stücke sind nun sorgfältiger, mit Mehrspurtechnik, aufgenommen, ohne jedoch die musikalische Energie zu beeinträchtigen. Und diese ist extrem. Die Musiker, allen voran Cpt. Beafheart sind vom ersten Ton an unglaublich präsent. Dies liegt einerseits am weitgehenden Verzicht von Effektgeräten, die in der Psychedelic - Phase von STRICTLY PERSONAL noch dominierten, andererseits an den Kompositionen selbst und dem großen Selbstbewusstsein mit dem die Band in Erscheinung tritt, wie auch schön am Cover zu erkennen ist. Man hat einen Stil geschaffen, für den es keinen Namen gibt, außer eben Captain Beefheart and the Magic Band. Das Spektrum reicht von zwei barockinspirierten Instrumentalstücken von poetischer Schönheit ( Peon , One Red Rose That I Mean ) mit Bass und Gitarre über fetzige Knaller ( I Love You, Big Dummy ) bis zu free- jazz ähnlichen Eskapaden ( Flash Gordon Ape ) und Stücken mit exzellentem Marimba Einsatz. Cpt. Beefheart macht hier ein Fass auf, aus dem Generationen von Musikern schöpften und schöpfen. In The Clouds Are Full Of Wine, das gerade mal, wie viele anderen Stücke auch, nur knapp drei Minuten Länge hat, sind weit mehr als ein Dutzend musikalische Ideen versammelt, die einer gewöhnlichen Band für zwei Longplayer gereicht hätten. Natürlich kann bei diesen häufigen Rhythmen- und Tempowechseln nicht mehr von Radioformat die Rede sein, nichtsdestotrotz besitzen alle Stücke eine Eingängigkeit und sofortige Wiedererkennung und sind aus meiner heutigen Sicht essentielle Klassiker der Underground 'und Rockmusikszene.
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