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...von powder puffs und star shots ...

Wings ist einer der besten Fliegerfilme ever made und bis heute atemberaubend ob seiner bahnbrechenden Luftkampfszenen. William A. Wellman hat sich mit diesem Mammut- und Prestigeprojekt, das 1929 den ersten Oscar "Bester Film" erhielt, sowie einen weiteren für seine Effekte, ein Denkmal gesetzt. Wellman, der seinerzeit selbst als Flieger der legendären "Lafayette Escadrille" im Ersten Weltkrieg im Einsatz war, schafft ein mitunter pathetisches, doch bis heute beeindruckendes Meisterwerk über das Fliegen und eine Freundschaft, die Alles in den Schatten stellt.

Irgendwo in den USA 1917: Mit dem Eintreten der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg hört das sorglose Leben vieler junger Männer schlagartig auf. So auch das der beiden Burschen Jack Powell (Charles Rogers) und David Armstrong (Richard Arlen). Während Jack ein rechter Träumer und zu groß geratender Junge ist, der mit seiner Sternschnuppe die Nachbarstochter Mary Preston (Clara Bow) becirct, ist David einen Hauch erwachsener und nicht gut auf den anderen zu sprechen. Jack ist in heißer Liebe zu Sylvia, Davids Verlobter, entbrannt; Mary nimmt er als weibliches Wesen gar nicht erst war.
Beide werden zu tollkühnen Fliegern, geraten aneinander, lassen die Fäuste sprechen und werden Freunde, die so manch Verlust aneinanderschweißt. Letztlich beendet ein fataler Abschuss das Leben des Einen und lässt den Anderen gezeichnet zurück.

William Wellman weiß, wovon er in seinem ersten großen Film berichtet. Er kam gezeichnet und nach einem Absturz körperlich stark beeinträchtigt vom damaligen Einsatz zurück: u.a. mit einer Mettalplatte im Schädel. Die beiden Freunde David und Jack sind seinen Kameraden Tommy Hitch und Duke Sinclair nachempfunden.
WINGS ist ein Film, der damals alles sprengte, noch lang vor Hughes "Hell's Angels". Der Dreh verschlang zwei Millionen Dollar und dauerte über neun Monate. Ähnlich Hughes wollte "Wild Bill" einen authentischen Background und so wurde schon mal zwei Monate auf das richtige Wetter, sprich Wolken, gewartet.
Auch die Nachtclub-Szene, den Folies Bergère nachempfunden, entzückt nachhaltig und sticht besonders hervor. In einem langen Take schwebt die Kamera zwischen den Tischen hindurch. Lavish und ein lebendiges Porträt der wilden Paris. Besonderer Blickfang: die BUBBLES, die im Comic-Style den Sektflaschen entsteigen und den jungen Jack in die Arme eines Flappers treiben. Doch Mary ist nicht weit und weiß der unliebsamen Konkurrenz damenhaft -mit jeder Menge glitter and glamour neben einem gewagten Ausschnitt - entgegenzutreten. ZU schade, dass das Objekt der Begierde sich hinterher an nichts mehr erinnern kann.
Es kommt natürlich wie es kommen muss: aus den beiden Gegnern werden Freunde, aus Mary und Jack werden Liebende. Nichtsdestotrotz überzeugt der Film weitestgehend. Gut, an ein bis zwei Stellen hätte man etwas weniger pathetisch agieren können. Aber dar Großteil des 133-minütigen Filmes ist so gelungen und beeindruckend, dass ich an fünf Sternen nicht vorbeikomme.

Besonderes Schmankerl: Der Auftritt des jungen Gary Coopers als Flieger, der einen sehr kurzen, aber umso stärkeren Auftritt hat und einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Fazit: genial-gelungener Stummfilm mit einer hinreißenden Bow und großartigen Flugszenen. Wellman ist ein Ausnahmeregisseur, der weiß, wovon er berichtet. Wie er selbst sagt: Seine Helden wollen einfach überleben, sind nicht so heroisch wie Wayne oder Reagan in anderen Kriegsfilmen (vgl. Wellman-Doku der Forbidden Hollywood Box).

Ich für meinen Teil habe Lust auf MEHR WELLMAN bekommen..
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VINE-PRODUKTTESTERam 6. Januar 2013
Ein Kolossalfilm, über zwei Stunden lang, zwei Millionen Dollar teuer (1927 eine astronomische Summe) mit spektakulären Luftkampfszenen... Wie kam es, dass die Paramount Studios einen Neunundzwanzigjährigen an so ein Projekt ließen, der bislang ein paar Standardfilme, aber noch nichts Großes gedreht hatte? Ganz einfach: Regisseur William Wellman wusste über das Bescheid, worum es geht - als Einziger unter den zur Verfügung stehenden Filmschaffenden. Wellman war Kampfflieger im Ersten Weltkrieg für die aus Amerikanern bestehende Französische Eliteeinheit "Lafayette Escadrille" gewesen. Hier hatte er Hurrapatriotismus von jungen Männern kennengelernt (die hauptsächlich in den Krieg zogen, weil sie das Abenteuer Fliegen reizte und sie es so kostenlos lernen konnten), aber auch die aus der Notgemeinschaft entstehenden loyalen Freundschaften. Hier hatte er den Triumph von Abschüssen des Feindes erlebt - aber auch den eigenen Abschuss, der ihm eine Stahlplatte im Hirn und im Grunde lebenslange gesundheitliche Probleme beschert hatte. Vieles davon ist in "Wings" zu sehen. Jack (Charles Rogers) ist der abenteuerlustige Junge, der zum Mann wird. Aus der Rivalität zu David (Richard Arlen) wird Freundschaft, die Wellman zweien seiner echten Kriegskameraden nachgebildet hatte. Es gibt für 1927 spektakuläre Luft- und Bodenkampfszenen; man flog die Maschinen noch selbst zu Bruch, statt das am Computer entstehen zu lassen. Es gibt den Triumph über die oft "Heinis" genannten Deutschen, aber auch eine gewisse ritterliche Fairness am Himmel, die von Politik und von the Kaiser nichts wissen will. Only angels have wings? Even Heinis have wings! Es gibt natürlich auch tragische Abstürze. Damit ist der Film sicherlich nicht ein großer Antikriegsfilm; manches ist geradezu klischeehaft. Aber es ist ein Abenteuer auf der Höhe der Zeit und als Actionfilm ein Markstein. Nur der fast noch zur gleichen Zeit entstandene und nachträglich als Tonfilm gedrehte "Hell's Angels" wurde zur ernsthaften Konkurrenz. Howard Hughes' 1930 uraufgeführtes Großprojekt ist vielleicht sogar noch etwas spektakulärer, zumal der Ton bei Actionszenen schon gewisse Vorteile hat. Wellman muss gelegentlich noch in Zwischentiteln erklären, wer grad wen abschießt, was man sich lieber nur durch das Sehen erschlossen hätte; aber dann hätte er die Kampfszenen weniger rasant zeigen und schneiden müssen - ein Dilemma. Gleichwohl scheint sich Hughes mitunter unverblümt bei Wellman bedient zu haben. Man beachte jeweils den frontal aufgenommenen Piloten, bei dem Blut über das Gesicht läuft, als er getroffen ist - ein Bild, mit dem noch Martin Scorsese den (Ver-)Fall von Howard Hughes in "The Aviator" in einer beklemmenden Überblendung illustriert hatte. "Hell's Angels" ist aber platter und voll von stereotypen Dialogen. Man merkt, dass Hughes mehr am Fliegen als am Filmen interessiert war, aber Wellman in beidem versiert war. Der Wellman-Film verdient sich damit redlich seine vier Sterne.

Dies tut auch die weitgehend gute, aber nicht immer gelungene DVD-Edition. Das Bild ist für einen Film dieses Alters recht gut; manche Szenen leiden aber unter Überbelichtung. Immerhin merkt man hier deutliche Abstufungen, gerade bei Szenen, die laut Zwischentiteln in der Dämmerung spielen sollen. Wellman dürfte also den Film schon recht bewusst gestaltet haben. Es wurde eine Filmmusik auf Elektrischer Orgel eingespielt; so etwas hat man schon deutlich schlechter gehört (es gibt beispielsweise lieblose Rudolpho-Valentino-Ausgaben wie "Blut und Sand"; dort wird einfach ohne Bezug zu den jeweiligen Szenen mehrmals hintereinander ein monotones Stück abgespielt). Diese Musik enthält ein paar Leitmotive, passt sich aber auch den jeweiligen Stimmungen an und enthält nette Anspielungen. Bei den Deutschen kommt gelegentlich ein Motiv aus Wagners "Ring des Nibelungen" vor, das aber nur angedeutet und dann verfremdet wird, sodass diese in vielen späteren Filmen etwas zu breitgetretene Wagner-Masche nicht überzogen wird. Ob diese Musik nach alten Vorgaben gemacht wurde, ist mir nicht bekannt. Bei einem Prestigefilm dieser Größenordnung (die Premiere fand im repräsentativen Grauman's Egyptian Theatre in Hollywood statt) gab es oft sogar ein ausgewachsenes Sinfonieorchester, was noch ausdrucksstärker gewesen wäre. Aber angesichts vieler Schrott-Stummfilm-DVDs kann man schon froh sein über die Musik, die man hat! In der letzten Minute setzt die Musik seltsamerweise aus, wie auch ansonsten noch kleinere Mucken der DVD zu verzeichnen sind. Von der Originallänge von 144 Minuten (laut imdb) fehlt ein bisschen was. Und es wäre schön gewesen, wenn die deutschen Übersetzungen der Zwischentitel ausblendbar gewesen wären. Nun denn, so erfahren wir wenigstens, dass ein "powder-puff-guy" ein "Weichei" ist; heute würde man "Warmduscher" sagen...

Zurück zum Film: Oftmals folgt er, wenn auch sehr effizient, einem konventionellen Strickmuster. Der unreife Abenteurer Jack (Charles Rogers) liebt die reiche Sylvia (Jobyna Ralston, von der am bemerkenswertesten ist, dass ihr Mandolinenspiel auf einer Hollywoodschaukel echt aussieht). Diese ist aber dem ebenso reichen David (Jack Arlen) zugetan, und er ihr. Auf Jack hat indes die kecke Nachbarin Mary (Clara Bow) ein Auge geworfen. Wie es in Liebesfilmen und wohl auch im Leben nicht selten vorkommt, merkt es jeder (vor allem der Zuschauer) - außer Jack, was gelegentlich zu komischen Momenten führt. Die diversen Irrungen und Wirrungen und Missverständnisse um Talisman-Bildchen der Frauen, als die beiden Männer in den Krieg ziehen, sind dann wieder eher mit der 08/15-Waffe abgeschossen. Nach dem üblichen Hickhack im Ausbildungslager geht es dann bald in den Kampf. Zuvor hat Wellman die Chuzpe, einem sehr charismatischen Mann eine Szene zu schenken, die er dominiert, nur um den Mann dann wieder aus der Geschichte zu nehmen, was einen wie ein Schlag in den Magen trifft. Diese ungewöhnliche Vorgehensweise verfehlt ihre Wirkung nicht und nimmt fast vorweg, wie beispielsweise Hitchcock scheinbare Hauptfiguren nach weniger als der Hälfte des Filmes verschwinden ließ. Der vorher nur als Stuntman und in Minirollen aufgetretene Gary Cooper konnte hier erstmals einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die nunmehr befreundeten Flieger Jack und David lassen erstmals vor dem Start ihr "All set?" "O.K." erklingen, bzw. es klingt hier ja nichts, sondern erscheint auf Sprechtafeln. Diese sind hier nicht nur Erklärung, sondern haben auch eine dramatische Funktion. Ich bin eher ein Anhänger von wenig Sprechtafeln und fand das "O.K." zunächst herzlich daneben und überflüssig, da man es auch an des Mannes Mimik und Gestik sieht. Aber diese rhetorische Frage wird geschickt zum Leitmotiv gemacht und als es vor dem Ende einmal unheilvoll wird, verstärkt gerade das Auslassen der Worte den beklemmenden Effekt. Das hat Wellman schon gut gemacht, wenngleich es große Überraschungen nicht gibt. Ein paar Kämpfe gewinnen die Amerikaner zwar auch mit Verlusten, aber ohne dass wir ernsthaft um das Leben von Jack und David bangen. Dann kommt es zu einem Wiedersehen mit der als Krankenschwester im Einsatz befindlichen Mary, erneut zu diversen Missverständnissen - und aufgrund Letzterer zu einem Kampfeinsatz, bei dem die Freunde nicht genau wissen, ob sie einander noch trauen können. Natürlich wird das lebensgefährlich, zumal beide ihren Talisman aus unterschiedlichen Gründen (die zu verraten etwas gemein wäre) nicht dabei haben.

Da dauert der Film aber noch eine ganze Weile, also muss es zur Klärung der Situation kommen. David stirbt (worin wir Zuschauer eingeweiht sind) nur vermeintlich. In einem letzten dramatischen Kampf riskieren die Männer mehr denn je und es kommt zu einem dramatischen, aber auch kathartischen Ereignis, die Männerfreundschaft kann tränenreich wiederhergestellt werden. Und natürlich merkt Jack endlich, zu welchem Mädchen er gehört, was dachten Sie denn? Etwas pathetisch manchmal, aber effektvoll und teils ganz charmant anzusehen. Hierzu trägt sicherlich Clara Bow bei, die ihr girl next door als Mischung aus quirlig-keck und aufrichtig spielt, wie wir dies von ihr kennen. Das ist allemal charmanter als die Frauenrolle in "Hell's Angels" (auch wenn Jean Harlow dort eine unsterbliche Verführungsszene hat, ist ihre Rolle als liederliches Flittchen doch sehr misogyn). Obwohl man den Eindruck hat, Wellman tut sich mitunter schwer, genug Szenen für seinen Star in der Männerwelt zu finden: Eine der besten Passagen ist diejenige in der Mitte des Filmes, in der alle auf Fronturlaub in Paris sind. Betrunkene Herren und mutmaßliche Halbweltdamen in den Folies Bergère sind schon als filmhistorisches Zeit- und Sittengemälde ein Genuss. Eine schwierige Kamerafahrt über mehrere Tische zeigt, dass Wellman nicht nur in den Fliegerszenen ein technisches Ass ist. Mutmaßlich per Zeichentrick eingestreute Seifenblasen symbolisieren das prickelnde Vergnügen, aber auch die Gefahr von Oberflächlichkeiten. Und prickelnde Erotik gibt es! Jack erkennt Mary in einem Glitzerkleid und angesichts seines Alkoholpegels erst gar nicht wieder. Mary ist sogar einmal fast mit nackten Brüsten zu sehen; wobei Wellman sehr geschickt und suggestiv durch den Bildkader und Bows Bewegungen mehr Nacktheit zuzulassen scheint, als tatsächlich zu sehen ist (jajajaja, zugegeben, DVDs und Zeitlupenfunktionen am Player erlauben einem da heutzutage mehr als damals dem Kinobesucher). Das konnte Wellman immer gut - die Dinge verdecken, so dass der Zuschauer das Gefühl hatte, sich die Sicht auf das Verborgene erst selbst erarbeiten zu müssen.

Verborgen ist auch Anderes: Der Tod kann beispielsweise durch einen anhaltenden Propeller statt durch das Ereignis selbst gezeigt werden. Flugzeuge werfen unheilvolle Schatten, bevor sie selbst zu sehen sind. Oder sie kommen aus den Wolken, statt vor einem klaren Himmel zu fliegen. Kennen Sie aus "The Aviator" die Anekdote, dass Howard Hughes für "Hell's Angels" monatelang auf Wolken gewartet habe, da man ohne Wolken nicht sehe, wie schnell so ein Flugzeit sein könne? Dies wird auch Wellman in Bezug auf den Film "Wings" zugeschrieben. Jedenfalls sind Wolken allgegenwärtig, sogar in den Zwischentiteln, die aufmerksam gestaltet statt nur geschrieben sind (dies war bei guten Stummfilmen durchaus üblich und hierfür gab es einen Credit, wie auch in "Wings" zu sehen). Wolken erhöhen aber nicht nur das Gefühl von Geschwindigkeit, sondern auch die Dramatik, wenn sie sich beispielsweise fast schwarz über das Bild legen; vom Gegenlicht wird der Kontrast noch verschärft. In der Spätzeit des Stummfilms hatte man es drauf, alles mit visuellen Mitteln auszudrücken, was ansonsten einfach gesagt würde. Wellman bleibt diesem Prinzip sogar noch bei einer komischen Randfigur namens Schwimpf treu. Dieser besteht stets darauf, trotz seines deutsch klingenden Namens ein guter Amerikaner zu sein und zeigt seine Tätowierung der US-Flagge, die er dann zu seltsamen Armbewegungen "wehen" lassen kann. Die Filmmusik lässt dann übrigens "Stars and Stripes forever" erklingen.

"Wings" ist trotz kleinerer Kritikpunkte auch ein authentisches Zeitdokument und ein teils autobiographischer Film. Die etwas blinde Begeisterung der Kadetten, die Abenteuerlust, das Männerbündische, die bereits erwähnte auf zwei realen Wellman-Kriegskameraden beruhende Kameradschaft - das gab es ja wirklich und der Film zeigt es unverblümt. Gewisse kommentierende Zwischentitel lassen eher kritische Distanz statt Verherrlichung erkennen, auch wenn Wellman diese Distanz nicht mehr durchhält, sobald er vom Halbdokumentarischen zum konventionellen Drama kommt. Doch interessante authentische Details gibt es immer wieder; für eine bessere Würdigung des Filmes empfiehlt sich das zusätzliche Schauen einer Wellman-Dokumentation wie etwa "Wild Bill. Hollywood's Maverick". So wird dort berichtet, dass man für einen "nachgewiesenen Abschuss" die Folie mit dem Eisernen Kreuz vom deutschen Flugzeug abziehen musste, wie einen Nachweis und eine Trophäe. Weil dies bei weitem nicht immer möglich war, vermutet man, dass alle Männer mehr Gegner abgeschossen hatten als offiziell bestätigt; Wellman selbst hatte zwei nachgewiesene Abschüsse. Die Szene mit dem Abreißen des Eisernen Kreuzes kommt im Film (übrigens wiederum sehr pointiert an einer Stelle voller tragischer Ironie) vor; ohne die Hintergrundinfo wäre sie mir ehrlich gesagt unverständlich geblieben. So hat man aber noch stärker den Eindruck, Wellman wusste, wovon er da erzählte.

Fazit: "Wings" war seinerzeit bahnbrechend, hat zwar gewisse Kitschmomente, aber lohnt sich noch heute zu sehen.
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am 17. August 2011
Er gilt als einer der besten Kriegsfilme aller Zeiten, war eine der aufwendigsten Stummfilm-Produktionen überhaupt und gewann 1929 den ersten Oscar als "Bester Film". Und doch ist "Wings" heute gänzlich in Vergessenheit geraten: Der US-amerikanische Kriegsfilm, der im Lindbergh-Jahr 1927 in die Kinos kam, spukt als Genre-Gespenst durch die National Film Registry, eine Handvoll engagierter Filmlexika sowie durch die Köpfe einiger weniger Filmhistoriker. Nun hat Voulez Vous Film den Streifen ausgegraben und als "Flügel aus Stahl" in seine Reihe "Vergessene Kriegsfilme" aufgenommen.

Dem modernen Kino wird gerne vorgeworfen, es konzentriere sich allein auf Effekte und lasse die Handlung im Hintergrund vermodern. Eine Anklage, die man angesichts der Filme eines Michael Bay oder eines Roland Emmerich nicht einfach als haltlos abtun kann. Doch "Wings" zeigt auf eindrucksvolle wie unverfälschte Weise, dass gerade dieser Akzent in der Inszenierung von Kino eine Urtradition Hollywoods ist. Gewiss, "Wings" hat eine Handlung, doch die ist mehr dekoratives Beiwerk und allein der Konvention geschuldet, dass Filme nun einmal grundsätzlich eine Geschichte erzählen - oder zumindest vorgeben, eine solche zu erzählen. Die verzwickte Liebesgeschichte und die Story über die einstigen Rivalen, die der Krieg zusammenschweißt, sind eine nette, aber unglaublich banale Klischee-Schatztruhe, die die Naivität des massentauglichen Stummfilms atmet. Es werden Herzen gebrochen, eherne Freundschaft geschworen und Katastrophen ins Rollen gebracht, dazwischen wird der Film von einigen humorvollen Einlagen aufgelockert, die gänzlich der Mentalität und dem Charme des Roaring-Twenties-Stummfilms verschrieben sind.

"Wings" kleidet sich in einigen Szenen zwar in tragische wie auch komische Kleider, doch in seinem Kern ist der Film pures Spektakelkino. Der Film ist die erste bekannte Zusammenarbeit zwischen Hollywood und der US-Armee, die Panzer, Flugzeuge und anderes Kriegsgerät zur Verfügung stellte. Diese Kooperation und das für die damalige Zeit ungeheure Budget von zwei Millionen Dollar (zum Vergleich: "King Kong und die weiße Frau" verfügte über geschätzte 675.000 Dollar) ermöglichten gewaltige Schlachtpanoramen und nie dagewesene Flugszenen, die das Publikum lange Zeit glauben machten, der Film griffe auf Originalaufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Und auch heute tut sich der kritische Zuschauer schwer, in den realistischen Kampfszenen lediglich einen Hollywoodfilm zu sehen. "Wings" schafft eine perfekte Illusion, die bis heute - mehr als achtzig Jahre später - nichts von ihrer Kraft eingebüßt hat und die dem Film zurecht neben dem Oscar als "Bester Film" auch den Goldburschen in der Kategorie "Engineering Effects" (in etwa: "Spezialeffekte") sicherte. Gleichzeitig markiert die Zusammenarbeit mit der US-Armee in "Wings" den Anfang einer langen Traditionslinie: Was heute mit Filmen wie "Pearl Harbor" oder "Transformers" als Hollywood-Alltag erscheint - nämlich Product Placement Marke Pentagon -, hat mit "Wings" seinen spektakulären Anfang genommen.

In seiner Botschaft zeigt sich "Wings" ausgesprochen zwiespältig: Zum einen stellt der Film den Krieg an den Pranger, gleichzeitig ist er von einem pathetischen Ton durchzogen, den Regisseur William A. Wellman permanent anschlägt: Luftgefechte werden stellenweise zu ritterlichen Turnieren verklärt, die Deutschen zu Kriegstreibern dämonisiert und Vaterlandsliebe wird als wertvollste Tugend hochstilisiert. So möchte sich ein junger Mann als Kampfpilot freiwillig melden, doch als er seinen Namen - Herman Schwimpf - nennt, mustert ihn der Leiter der Prüfstelle misstrauisch: "Herman Schwimpf?? That's a fine name to fight the Kaiser with!" Doch ein Stars 'n' Stripes-Tattoo am rechten Oberarm kann sämtliche Zweifel zerstreuen, mit Umarmungen und Bruderküssen wird Schwimpf bei der US-Luftwaffe willkommen geheißen.

Einige Worte zur DVD: Das Bild liegt im Originalformat von 4:3 vor und hat altersbedingt mit schwachen Schärfewerten, Rauschen, geringer Detailzeichnung, einem steilen Kontrast und zahlreichen analogen Defekten zu kämpfen. Für sein hohes Alter wirkt das Bild zwar nicht schlecht, dennoch kann der Transfer nicht wirklich überzeugen. Der Ton hingegen fällt schon besser aus: Angesichts der achtzig Jahre, die "Wings" auf dem Buckel hat, ist das Klangbild der Musikuntermalung zufriedenstellend, hier wurde gut abgemischt. In puncto Bonusmaterial blamiert sich die DVD bis auf die Knochen, denn mehr als eine Bildergalerie, Werbung und ein Wendecover hat die Disc nicht zu bieten. Gerade bei einem eine Zeitlang als verschollen geglaubten Klassiker wie "Wings" hätte man sich mehr gewünscht: Audiokommentare von Filmhistorikern, Features über Entstehung und Veröffentlichung des Films, Hintergrundinfos zu Cast und Crew, eine Doku über die Kampf- und Flugszenen, Berichte über die erste Oscar-Verleihung 1929, bei der "Wings" der große Sieger war - mit solchem und ähnlichen Bonusmaterial hätte der Cineast und Sammler seine wahre Freude gehabt.

Fazit:
Pathetisches US-Kriegsdrama aus der späten Stummfilmära, das den Zuschauer von einst wie heute erfolgreich glauben machen lässt, es enthalte Originalaufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg. Nicht zuletzt die perfekte Inszenierung der Kriegsszenen macht "Wings" auch achtzig Jahre später zu einem Fest für Stummfilmfreunde, Cineasten und filmhistorisch Interessierte. Voulez Vous Film ist es zu verdanken, dass es der Film überhaupt in deutsche Landen geschafft. Bleibt nun zu hoffen, dass "Wings" die späte Anerkennung erlangt, die es verdient. Und eine würdigere DVD- oder gar Blu-ray-Veröffentlichung ...
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am 31. März 2012
Den bisher erschienen Rezessionen möchte ich hinzufügen, das der Soundtrack des Films mit einer offensichtlich historischen Kinoorgel erarbeitet wurde. Von diesen Orgeln sind nur wenige Exemplare erhalten. Daher ist es traurig, dass es keine Angaben auf dem Cover der DVD gibt, wer für diese historisch interessante Aufnahme zuständig war und auf welcher Orgel die Einspielung erfolgte. Doch am Schluss des Films gibt es einen Hinweis: "Score produced by Film Technology Company. Inc. and performed by GAYLORD CARTER at the Sargent/Stark Wurlitzer Theater Pipe Organ in Hollywood, California." Die DVD ist doch wohl also eine sehens- und hörenswerte Rarität!
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am 1. Februar 2011
1. Digital Remastered

2. DVD Cover zum Wenden, welches auf der Innenseite ein schönes Cover enthält (bzw, anders als die vordere Seite mit dem FSK 12)!!

3. der erste Oscar für den besten Film!(1927/28)

4. grossartiger Film, aus heutiger Sicht mit etwas nerviger OrganPipe Musik.

5. Die Bildqualität ist sehr gut.

"Wings" ist hier weltweit als erstes auf DVD erschienen!!

Update: mittlerweile hab ich diese DVD entsorgt und die restauriert Blu-Ray Version (Codefree) welche zwei Tracks hat und 3 Dokus. Und die Version sieht wirklich super aus.
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