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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
2
Beethoven: Sinfonien 1-9
Format: Audio CD|Ändern
Preis:20,10 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 12. September 2011
Herrn Hruza ist voll und ganz zuzustimmen. Störend sind bei dieser Edition lediglich das völlig unpassende Photo der Box mit einem Bild Klemperers aus den zwanziger Jahren und das erbärmliche "Beiheft", welches lediglich eine zweiseitige Inhaltsangabe der CD bietet.
Der Klang kann zwar mit Legges Stereoaufnahmen nicht ganz mithalten, ist jedoch bemerkenswert transparent, plastisch und gut, mitunter entsteht, zumindest mit Kopfhörer, sogar der Eindruck eines leicht räumlichen Klangbildes, bei dem nicht sicher ist, ob es nachträglich bewirkt oder der monauralen Originalaufnahme bzw. der Akustik des Musikvereins eigen ist.
Bemerkenswert und gewiss im Sinne des Komponisten ist der oft bewusst jeden Schönklang vermeidende rauhe, oft geradezu wilde Impetus, mit dem Klemperer die Musik harsch angeht, beispielsweise im überhaupt hervorragenden ersten Satz der stringend unsemntimental gespielten, im Finale, so paradox dies klingt, dabei furiosen, aber nicht maßlosen, schier überwältigenden Neunten, was wohlklingend gespielte zarte Poesie an adäquaten Stellen keinesfalls ausschließt. Verehrern Karajans dürfte freilich dieser Tonfall sehr unlieb sein, ich finde ihn Beethoven nur angemessen. Diese Neunte scheint mir eine der besten Aufnahmen überhaupt zu sein und ist von bemerkenswerter Klangqualität. Und wer in aller Kürze hören will, wie wuchtig und zügig Klemperer im Konzertsaal zu dieser Zeit als Beethoven-Dirigent war, beschäftige sich mit den Ouvertüren zu "Coriolan" und "Egmont", bei letzterer wie in hochwertigen Granit gemeißel, um sogleich ebenso lyrisch zu werden, die in unglaublicher dynamischer Wucht, bei "Coriolan schier an Brutalität grenzend, und wiederum mit bewundernsweter Transparenz gespielt werden. Von Klemperers angeblich langsamen Tempi kann wie bei diesen Aufführungen nicht die geringste Rede sein. Sein Diktum, das richtige Tempo sei das, bei welchem man alles höre, ist hier unwwiderlegbar dokumentiert. Diese Ouvertüren sind die Perlen in der üppigen Schatzkammer.
Klemperer hatsih einmal darüber gewundert, man wolle immer Beethoven von ihm im Konzert und es gäbe doch soviel andere schöne Musik. Zweifelsohne trifft dies zu. Aber dem Wunsch nach mehr Beethoven ist nach dem Hören dieser Dokumenten eine gewisse Plausibiltät nicht abzusprechen.
Interessant ist der Vergleich mit den 1957, 59 und 1961 erfolgten Londoner Studioaufnahmen. Während die Erste keine wesentlichen Unterschiede erkennen lässt und gemächlich angegangen wird, sind die anderen Symphonien großteils deutlich rascher gespielt, aber mit derselben für Klemperer typischen Wucht und Transparenz. Dritte, Fünfte und Siebente stehen tempomäßig viel mehr den legenären Aufnahmen von 1955 nahe als denen von 1959 bis 1961 in Stereo. Der Eindruck drängt sich auf, Klemperer habe weit mehr im Studio, welches er nicht eben liebte, als im Konzert zu eher moderaten Tempi geneigt, denn was der wenige Monate zuvor von seinem Unfall genesene Fünfundsiebzigjährige mit seinem Orchester an musikalischer Kraft und Dynamik erklingen lässt, überwältigt. Ich kenne die Mitschnitte des Londoner Zyklus von 1957 aus der Festival Hall nicht, die klangtechnisch vermutlich weniger gelungen sein dürften, also darf, betrachtet man Klangqualität und musikalische Darbietung gemeinsam, angenommen werden, dass dies Klemperers gelungenster Beethoven-Zyklus ist. Am besten gefallen mir 5, besonders das Finale, 7, die grimmig-humorvolle 8 und die aus einem Guss gespielte 9 mit Wunderlich. Bei 6 ziehe ich mir die Londoner Studioaufnahme von 1957 vor, die insgesamt empfindsamer wirkt und m. E. eine der besten Aufnahmen dieser Symphone ist. Diese Wiener Pastorale wirkt im Vergleich emotional unbeteiligter, zudem fällt der dritte Satz eigenartig kurz aus, da die Wiederholung nicht gespielt wird, eine seltene Laune, zu der Klemperer in Konzerten gelegentlich neigte. Das Orchester ist in bestechender Form, der Einfluss des genius loci ist bei allen Beteiligten nicht zu überhören. Künstlerisch und vom Preis her ist die Aufnahme nicht zu schlagen. Wer Klemperer nicht im Konzert erlebte, vermag hier das Versäumte ergreifend zu erfahren.
15 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 29. Januar 2011
Das 5 CD Set enthält die unter Klemperer-Fans bekannten und geschätzten Einspielungen der neun Beethoven Sinfonien, die Klemperer zwischen dem 29. Mai und 7. Juni 1960 in Zuge der Wiener Festwochen dirigiert hat. Die damals ebenfalls gegebenen Ouvertüren Egmont, Prometheus und Coriolan sind vorhanden. Das wertvolle an den Interpretationen mit dem Philharmonia Orchestra London ist ihre relative stilistische Geschlossenheit, zumal sich Klemperer in guter Verfassung befand. Das CD Set ergänzt wunderbar die wenige Jahre zuvor entstandenen EMI-Studioeinspielungen mit demselben Orchester und die von Testament und anderen Labeln veröffentlichten weiteren Live-Aufnahmen einzelner Beethoven Sinfonien. Alle Wiener Aufnahmen waren bereits als CDs auf dem Markt, die vorliegende Veröffentlichung weist jedoch die bisher beste Klangqualität der damals vom ORF mitgeschnittenen Konzerte auf. Eine "offizielle" Veröffentlichung, etwa über Tastament mit ORF-Lizenz, die möglicherweise eine noch bessere Qualität bringen könnte, bleibt weiterhin ein Wunsch. Für Klemperer-Fans ist derzeit diese Box ein Muss und daher mit 5 Sternen zu bewerten. Für alle anderen: Es handelt sich um historische Live- und Monoaufnahmen in auch für verwöhnte Ohren guter Qualität.
16 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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