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Kundenrezensionen

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am 11. August 2007
Kurz bevor Brad Pitt mit Filmen wie "Sie7en" zum Mega Star wurde , spielte er die Rolle in Domenic senas verstörenden , bösen und harten Thriller eines asozialen Serienkillers!
In düsteren ,aber zugleich auch irgendwie epischen Bildern erzählt Regisseur Sena eine sich langsam erntwickelnde Geschichte die so illusionslos und böse daherkommt das man sich wundern muß wieso Pitt durch diese Rolle nicht weltberühmt wurde!
Neben Pitt agieren hier noch Akte X Star David Duchovny obwohl der eigentliche Star dieses Filmes Juliette Lewis spielt: Denn diese spielt die Rolle der naiven und geistig etwas zurückgebliebenden Freundin des Mörders mit solch einer Hingabe und Authenzität das sie hierfür mindestens eine Oscar Nominierung erhalten haben müsste!

"Kalifornia" ist auf ein sehr böser Thriller der zu Unrecht einst übergangen wurde! So wie bei den meisten Meisterwerken!

Die DVD wartet mit gutem Bild und Ton auf , leider hat man hier vollkommen auf Extras verzichtet , ausser den obligatorischen Trailer.
Das ist eindeutig zuwenig!!

Film:*****
Bild.****
Ton:****
Extras:*
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am 3. August 2008
Um den Streifen "historisch" korrekt zu bewerten, sollte man sich im klaren sein, daß seinerzeit "Thelma und Louise" - meiner Erinnerung nach - die einzige "Empfehlung" für den Newcomer gewesen ist. Von einer festen Synchronstimme (mittlerweile unverzichtbar: Tobias Meister) konnte noch keine Rede sein. Die in "Kalifornia" verwendete Stimme passt sehr gut, um die "Energie" des Rolle zu verdeutlichen, die aktuelle Synchronstimme hätte den ganzen Film aus der Balance gebracht, da der Killer zu kumpelhaft rüberkäme... Balance ist ein gutes Stichwort - der Film ist ein optisch ambitionierter kleiner Streifen mit intensiven Schauspielerdarstellungen. Der Schwerpunkt der Handlung liegt nicht auf der originellen Story oder überraschenden Wendungen, sondern auf dem Gleichgewicht der unterschiedlichen Charaktere. Der arglos-naive freie Journalist mit seiner herb-skeptischen fotografiereden Yuppie-Freundin als Vetreter des modernen Amerikas wie deren "traditionelle" Äquivalente: der charmant-brutale Barbar samt seiner hilflos-mißbrauchten Girlie-Freundin als deren Gegengewichte. Pitt und Forbes spielen die dominanten Partner des Doppelpärchens sowie die Realisten des Kleeblattes, Duchovny und Lewis die eher ge- und verführten Romantiker.
Das Spannendste im Film sind die psychischen Verschiebungen im Laufe der Reise, die allmählichen Steigerungen der Grenzüberschreitungen und wie wer darauf reagiert, wie sich kleine Bündnisse bilden und (vermeintliche) Gemeinsamkeiten jeweils die Balance dieses "Vierer-Mobilés" verändern...
Die Sehnsucht des zivilisierten Städters nach orgiastischem Sich-gehen-lassen, vorgelebt von Early, läßt ihn die Augen verschließen vor dessen dunkler Seite. Zugleich die rührende Sehnsucht der unterdrückten Freundin nach der emanzipierten Selbstbestimmung der Fotojounalistin halten die Dynamik des psychischen Geschehens am Laufen. Ein wenig Faust und Mephisto (in Sachen Triebauslebung) steckt auch in der Männerfreundschaft, hier wie dort führt der Weg nicht ins Glück, sondern in böses Erwachen.
Ein seinerzeit sehr unterschätzter Film mit einem fulminanten Brad Pitt, der ohne Tendenz zu Schönlingseitelkeiten rotzt, flucht und ein wenig wie Brando in "Streetcar" wirkt. Die Altersfreigabe ist angemessen, da die Gewalt hier extrem ist, nie effektheischend, sondern brodelnd unter der brüchigen Zivilisationsschicht. Für wenig aufgeweckte Typen ist der Film dadurch viel "gefährlicher", denn der charismatische Killer bietet den Weg der Gewalt als leichten Weg aus komplizierten Zusammenhängen als "sexy" Alternative an, auch wenn die Frequenz und Heftigkeit der Gewalt sicher einzelnen noch nicht extrem genug sein mag. In einem weniger durchkomponierten Drehbuch mit mehr Blut- und Metzelszenen kann es ja oft unfreiwillig komisch werden, dann nämlich, wenn die dargestellte Gewalt nicht mehr Träger einer psychischen Handlungebene ist, sondern zum sinnlosen Selbstzweck verkommt.
Diese Fehlentwicklung versteht der Regisseur in bravouröser Weise zu vermeiden, ein Tanz auf dem Vulkan, gelungenes Kino, aber nichts für schwache Gemüter.
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am 21. Januar 2007
Extras/Bonusmaterial:

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An Extras finden wir auf dieser DVD leider nicht sehr viel. Lediglich der ca. 2-minütige Trailer und ein ca. 6-minütiges Feature haben es auf den Silberling geschafft. Schade eigentlich, hätte gerne mehr darüber gesehen.

Bild-/Tonformat:

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Das Bildformat ist 2,35:1 (16:9 enhanced). Der Ton ist leider auch nur in Dolby Surround in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch verfügbar. Untertitel gibt es in Deutsch, Englisch, Finnisch, Italienisch, Hölländisch, Schwedisch und Norwegisch.

Inhalt/Fazit:

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Nach "Thelma und Louise" und unmittelbar vor seinem Kurzauftritt in "True Romance" entstand mit Hauptdarsteller Brad Pitt "Kalifornia". Hierbei spielt er neben dem durch "Akte X" schon fast zur Legende gewordenen David Duchovny sowie Michelle Forbes und Juliette Lewis die Hauptrolle in einem der wohl besten und auch teilweise härtesten Road - Movies.

Auf die Story bzw. den Inhalt muss ich an dieser Stelle wohl nicht näher eingehen. Alleine schon aus dem Grund, da diese doch relativ simpel (aber immer wieder wirkungsvoll) gestrickt ist. Roman-Autor Kessler (D. Duchovny) und seine Geliebte Carrie (M. Forbes) reisen bei den Recherchen zu seinem ersten Roman mit Early (B. Pitt) und Adele (J. Lewis) zu den Tatorten der größten Mörder Amerikas. Zunächst jedoch nichts ahnend dass sich mit Early ein genau solcher mitten unter ihnen befindet.

Der Film beginnt wie so oft relativ Idyllisch, zeigt jedoch gleich zu Beginn wozu Early alles fähig ist. Natürlich weiß der Zuschauer genau was ihn im Laufe der ca. 113 Minuten noch alles erwarten wird. Die Spannung wird dabei gut gesteigert und der Betrachter in seiner Erwartungshaltung auch keinesfalls enttäuscht. Es sind nicht viele Morde, welche Early begeht, aber die Art und Weise, nämlich ohne Skrupel und mit einer Seelenruhe sondersgleichen, wirken dann doch sehr gut auf den Zuschauer.

Die vier Hauptrollen sind mit Brad Pitt, Juliette Lewis, David Duchovny und Michelle Forbes hervorragend besetzt. Brad Pitt nimmt man die Rolle als totalen Assi und Psychopathen einwandfrei ab und liefert hierbei für mich eine seiner besten Leistung in seiner bisherigen Karriere ab. Wenn nicht sogar die beste. Juliette Lewis spielt ihre Rolle ähnliche wie in "Natural Born Killers" wieder mal einwandfrei. Richtig herrliche wie sie das kleine, liebevolle Dummchen perfekt verkörpert. David Duchovny fehlt lediglich noch der Anzug um wieder als Agent Mulder durchgehen zu können. Trotz allem bringt er mit seiner Rolle doch etwas das Niveau bei diesem außerordentlichen Quartett ins Spiel. Ebenso natürlich wie Michelle Forbes, welche nahezu edel im Vergleich zu dem anderen Part wirkt. Alles in allem eine sehr gut gewählte Besetzung, welche ihre Sache noch besser macht als man zunächst annehmen möchte.

Was den Film aber im Endeffekt, neben den Darstellern, zu etwas besonderem macht ist natürlich auch die gegebene Atmosphäre. Genau diese kommt nämlich sehr gut rüber und findet ein mehr als ansehnliches Finale in einer Atomtestzone in der Wüste. Aber das beste ist einfach die total krankhafte Darstellung von Brad Pitt als Early. Und seine Sprüche von Zeit zu Zeit sind auch wirklich der Brüller, wie z.B. beim Anblick der Nachbarin als er seinem Nachbar zuruft: "Rasier sie mal oder bring ihr das Bellen bei" *g*

Im großen und ganze ist "Kalifornia" für mich einer der besten Road - Movies überhaupt. Dies aufgrund der guten Atmosphäre, der großartigen Darsteller - Riege und nicht zuletzt durch seinen kompromisslose und zum Teil richtig schön kranke Machart. Für mich auf jeden Fall neben "Fight Club" der beste Film mit Brad Pitt - da ihm diese Rollen ganz einfach am besten stehen!
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TOP 500 REZENSENTam 28. Februar 2017
Autor und Journalist Brian ist fasziniert von Mördern und insbesondere Serienkillern.
Er hat bereits ein Buch verfasst und möchte nun ein Fotoband mit diversen Tatorten und deren Geschichten herausbringen.
Er schreibt die Texte, seine Freundin Carrie schießt die Fotos.
So macht er sich auf zu einem Road-Trip gen Kalifornien um möglichst viel Material zu sammeln.
Da dies aber nicht ganz Billig ist sucht er einen Mitfahrer der sich an den Kosten beteiligt.
Die 2 stoßen auf auf den charismatischen Early und dessen eher einfältige aber liebenswerte Freundin Adele.
Zu viert beginnt das Abenteuer auf den staubigen Strassen und keimt so etwas wie Sympathie zwischen den Paaren auf.
Das ändert sich aber Rasch, gerade bei Carrie, da sich Early als äußerst "Exzentrisch" herausstellt.
Je mehr sie über ihn erfährt desto größer die Abneigung.
Das Gegenteil trifft auf Brian zu der sich mit dem Freigeist anfreundet.
Er ahnt nicht das Early und Adele ein Geheimnis haben das noch extreme Folgen haben wird und er näher an dem was er Sucht dran ist als der zu Glauben vermag.
Aber die Zeit wird Klarheit bringen und die Lage eskalieren lassen.....

Kalifornia aus dem Jahr 1993 ist im Grunde ein Roadmovie.
Aber kein melancholisches oder abenteuerliches sondern ein düsteres und zugleich surreales.
Die Chemie der beiden Paare ist hier lediglich der Katalysator für das was Folgt und erhöht die Spannung wenn Early langsam sein wahres Gesicht zeigt.
Interessant hier die Ablehnung von Carrie und die konträre Haltung von Brian der sich vom ungezügelten Lebensstil Early's anstecken lässt.
Das sorgt für Zündstoff neben dem Hauptaugenmerk des Plots.
Ein durchaus faszinierender Film der in einigen Passagen an Rasanz verliert und sich ein wenig verzettelt in Sachen Psychogramm dieser Zweckgemeinschaft.
Ansonsten gibts nichts auszusetzen und besten Unterhaltung ist gegeben.
Dialoge, Settings, Atmosphäre, Soundtrack und Figuren sind gelungen inszeniert und der Cast kann überzeugen.
Mit dabei sind u.a.: David Duchovny, Michelle Forbes, Brad Pitt und Juliette Lewis.
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am 13. März 2017
Ein einmalig unangenehmes, entgegen der im Vorfelde zu entstehen drohenden Befürchtungen nicht immer gänzlich frei von Tiefgang daherkommendes Werk regelrechter Charakterstudien, wie es im Innenleben eines mordlustigen Geschöpfes wohl aussehen mag, misst seinen behandelten Themen durchaus Bedeutung bei und stellte im Jahre 1993 für seine Schauspieler einen weiteren Schritt nach vorn dar.

Beginnend in den Nächten dramatischer Ergüsse der Platzregennässe, das Bild so trüb wie klar zugleich, ein gewisser Unfall unschöner Art, lockt und zöge einen Erzähler herbei, selbiger wird auch im Hauptfilm eine Rolle bekleiden, doch sehet selbst...
Die baldige Diskussion über Schuldfähigkeit von Mördern, welche im Herzen nur in begrenztem Maße solche sind, so die Theorie, versetzt uns in die Welt bestimmter Fragen komplexer Gewissenskonflikte, kompliziert eine Antwort darauf zu finden, sofern überhaupt eine existent ist, selbst daran dürfen wir geradezu philosophisch zweifeln.
Pitt befindet sich in der Bar, besagter Erzähler, später an Brad's "Seite" zu sehen, gedachte einstmals Schriftsteller zu werden, entschloss sich aber nicht immer ausschließlich zu den ungefährlichsten Wegen geringer Widerstände, vielmehr geriet er in nicht unerhebliche Situationen innerer Bedrängnis...
Juliette befindet sich ebenfalls in ebendieser Bar, bemerkenswert ihre Synchronstimme, welche hier bewusst gewöhnungsbedürftig erscheint, in erster Linie der Rolle wegen, gleichwohl ich mich dieser diesbezüglichen Rechtfertigung zum Trotze dennoch nicht immer mit dem Klange selbiger anzufreunden imstande war...
Ferner genoss auch Brad zu diesem Zeitpunkt mitnichten den Status eines Schauspielers, der in nahezu jedem Lande über eine Stammstimme verfügt, sein Sprecher kostete mich somit auch eine gewisse Zeit der Eingewöhnungsphase, nun gut, so möge es sein.
California, der US-Bundesstaat der Sehnsüchte nach Palmenduft, scheint schon in Bälde als "Fluchtziel" thematisiert zu werden, aber zunächst jedoch bei einem anderen Paar, wenngleich die Verbindung zu Juliette und Brad alsbald hergestellt werden wird.
Letzterer Straftatenknabe ist mitnichten befugt, den Staat zu verlassen, verschafft sich seine Freiheit jedoch auf eine etwas andere, unter unschönen Umständen auch wenig begrüßenswerte Weise.
Er ist etwas trocken in dem was er sagt, trägt seine Worte auf das Fundament rabenschwarzer Pointen, dennoch SCHEINT es zwischen seinem Herzblatt Juliette und seiner Wenigkeit zunächst noch einen Hauch von gewisser Wärme zu geben, sofern wir die negativen Aspekte (noch!) auszublenden fähig sind...
Beide besagten Pärchen, der Wunschautor und seine Lady, das quietschige Mädchen und ihr Gewaltvertreter..., werden sozusagen gezwungenermaßen zueinander finden, dabei erweisen sich Juliette's Erzählungen als äußerst eigen, so sympathisch sind sie jedoch zugleich und darin läge die Hauptsache.
"Trotzdem konnte man die Tatsache nicht leugnen, dass er eine Stunde bevor wir ihn trafen seinen Vermieter umgebracht hat", so wird Brad's undiplomatische Vorgehensweise beschrieben, den Wohnwagen vermochte er fluchtartig zu verlassen, sich begebend in die Welten eines neuen Bundesstaates.
Sein neuer Kamerad, unser Erzähler, dessen Faszination sich auf die Unterwelt richtet, jedoch glücklicherweise ohne ihn gänzlich zu verderben, macht sich, auch im Hinblick auf seine wünschenswerte Autorenzukunft, von Tiefgang begleitete Gedanken darüber, welche Art von Mensch in Brad wohl schlummern mag, wo der Zorn denn herkommt, aus wessen Vorwerk er resultiert.
Erzählungen über das Verdrängen und Vergessen, auch Juliette sagt, sich vereinzelt öffnend, stellenweise durchaus weise Dinge, klingt nur bedauerlicherweise weniger klug als sie es meint, woraus wiederum die traurige Tatsache entstünde, dass ihr anfangs nicht in gebührendem Maße Gehör geschenkt wird.
Die Frau des Erzählers und potentiellen Autors, macht in Kürze kein allzu großes Geheimnis mehr aus dem Umstand, dass sie hinsichtlich Brad ihre Bedenken habe, zuvor, d.h. ehe Brad sein wahres Gesicht offenbart, macht sie sich jedoch erst einmal Gedanken darüber, ob Juliette und er im ausreichenden Maße Geld verdienen (einnehmen träfe es bei ihm vielleicht eher), um sich an den Fahrkosten für die Reise nach Kalifornien zu beteiligen.
Sie alle leben Wand an Wand, vernehmen im Rahmen ihres Gehörs ALLES, lernen einander schnell kennen, da das Zusammensein so allgegenwärtig erscheint.
Die Bistro's und zwischenzeitlichen Aufenthaltsorte, geprägt von dem einen oder anderen US-Kleinstadtklischee und entsprechender Country-Musik im Hintergrunde, erweisen sich als authentische Atmosphäre erzeugendes Setting, doch wie friedlich verhält es sich mit diesem Film wirklich...?
Brad ist der anderen Dame zunehmend unangenehm, wenn nicht gar zuwider, lange vor "Fight Club" und knapp vor "Interview mit einem Vampir", stellte er hiermit unter Beweis, dass er auch in außergewöhnlichen, nicht immer samtweichen Rollen eine respektable Darbietung ins Leben zu rufen vermag.
Ein unschönes Blutbad, ein im Rahmen eines Toilettenraumes stattfindender Mord so brutal wie der Beginn von "Splinter Cell: Conviction", mitnichten von Gnade geprägte Handlungsweisen, er prügle Juliette "nur", wenn "sie es verdient habe", diese Worte stammen obendrein von IHR (!), so sehr hat er ihre Sinne bereits zu seinen "Gunsten" beeinflussen können, sie ist ein Opfer bestimmter Manipulation und somit scheinbar seinetwegen in bestimmten Hinsichten dem Wesen eines Kindes gleichgeblieben, gewissermaßen als letzter Selbstschutz für die Seele, denn nur die Flucht in die Vergangenheit, ehe alles zerstört worden, verhilft ihr hier zu einer "erträglichen" Gegenwart, das Wort Zukunft nehme ich gar nicht erst in den Mund in diesem Zusammenhang.
Das Vierer Duo, bestehend aus zwei Paaren somit, sieht, so unerfreulich manch Geschehnisse auch sein mögen, nicht nur die untereinander vorhanden seienden Unterschiede, sondern "harmoniert" vereinzelt auch, denn, und dieser Punkt ist auf psychologischer Ebene so interessant, auch mit mordbereiten Geschöpfen haben wir erschreckend viele Dinge gemeinsam, es gäbe mehr Parallelen als Punkte, welche uns von dieser Art Mensch trennen, nur werden solche Erkenntnisse ungern ausgesprochen.
Die beiden Damen der Schöpfung, nunmehr Nähe findend nach einem etwas holprigen Beginn, freunden sich fast ein wenig miteinander an, Juliette wird bei dieser Gelegenheit bezüglich äußerst unbequemer Themen befragt und im Zuge dessen ein Stück weit von ihrem Gegenüber freundschaftlich analysiert, wie ein Kind wurde sie einstmals von Pitt per Anhalter "aufgegabelt" und (ebenfalls) wie einem Kinde, gestattet er es ihr nicht, mag sie auch volljährig sein und somit rein rechtlich recht frei, zu trinken oder gar zu rauchen, er drängt sie bewusst auf die Stufe eines Menschen hinab, der noch nicht und auch künftighin keineswegs als Entscheidungsträger gilt, noch nicht einmal hinsichtlich der Entscheidungen, die nur sie, nicht jedoch ihn betreffen.
Juliette öffnet sich, springt über ihren traumatischen Schatten, zwar redet sie nur kurz und sieht sich dazu genötigt das Thema zu wechseln, sich schnellstmöglich anderem Gesprächsstoffe hinzugeben, aber es entstünde doch irgendwo ein wenig Vertrauen, eine Vertrauensbasis eben, auf welcher wir uns fortan aufhalten, obgleich der Raum beengt ist...
Derweil findet eine nicht gänzlich entzückende Barschlägerei statt, zuweilen werden wir uns bei allem was noch kommt natürlich fragen, ob Juliette die traumatischen Erlebnisse wirklich auf die leichte Schulter nimmt, eine Frage die es mit Nein zu beantworten gilt, oder ob sie einen Weg fand, mit ihrem Schicksal umzugehen.
Nein, die Themen sind in ihrer Innenwelt noch präsent, gleichwohl sie viele Vergangenheitsgeschehnisse, die auch gegenwärtig nicht abwesend sind, nicht so recht wahrzuhaben scheint, das ist nur logisch, denn wäre sie völlig unfähig diese Gedanken gelegentlich beiseite zu räumen, wäre sie womöglich bereits jetzt nicht mehr Teil dieser Welt...
Nach Brad's Philosophie DARF sie diese Dinge sogar gar nicht wahrhaben, stünde sie vor einer Wahl, so verhielte es sich anders, doch eine solche Wahl war ihr niemals vergönnt.
Unser Erzähler entwickelt sich inzwischen in leicht gangsterartig anmutende Richtungen, weiß jedoch im letzten Moment in Ansätzen noch einmal die richtige Richtung einzuschlagen, um Haaresbreite wäre dem nicht so gewesen, überwacht wurden seine Entwicklungen, wie könnte es anders sein, von seiner Gattin/Gemahlin, oder zumindest Lebensgefährtin.
Angst und Faszination gar Hand in Hand durch die Hölle gehend, Brad bildete seinen "Kameraden" zeitweise regelrecht aus, ähnlich verhielt es sich etwa in "Mann beißt Hund", als der Hauptprotagonist ebenfalls einen etwas unvorteilhaften Einfluss auf die Entwicklung seiner ihn begleitenden Mitmenschen hatte, ein äußerst empfehlenswerter Film, etwa aus der gleichen Zeit!
Wir tauchen in die Vergangen- und Kindheit der Charaktere ein, speziell bei Brad, d.h. im Falle der vermutlich drastischsten aller Vorgeschichten, Juliette einmal ausgenommen, erleben wir eine Geschichte, die sein Verhalten zwar nicht rechtfertigt, uns aber zumindest lernen ließe, bestimmte Beweggründe nachvollzogen zu haben, die Ursachen zu deuten.
Er durchschaut im Laufe der Zeit, wie sollte es ihm auch entgangen sein, dass er zunehmend beobachtet, beinahe hätte ich überwacht gesagt, wird.
Kritisch betrachtet zu werden, würde ihn aber von weiteren Untaten mitnichten abhalten, vielmehr böte es ihm nur noch größere Plattformen zur unschönen Gewaltentfaltung, aus dem Wagen grinst er feierlich in die Richtung der ihn erfasst habenden Dame, sein "Werk" des Aktes nun vollendend.
Einerseits verstehe ich ihren erzählerisch veranlagten Mann, welcher gewillt ist, den Fall Pitt zu verstehen, ihn zu erkennen, auf der anderen Seite empfindet sie natürlich berechtigtermaßen das Gefühl von Angst, nicht nur um Juliette und ihren Mann, selbstverständlich auch um ihre eigene Person, drum wisset stets worauf ihr euch werdet einlassen dürfen, womöglich haben wir noch nicht einmal einen personifizierten Orientierungspunkt innerhalb des Films, an welchen wir uns "klammern" könnten, denn zumindest mir erging es so, dass ich je nach Sichtweise auf jeder einzelnen Seite stand, mich dabei ertappte niemandes Dasein gänzlich zu verteufeln.
Es handelt sich um keinen vollkommenen Wüstenfilm, da selbiges Naturphänomen erst recht spät zu sehen sein wird, aber zumindest erleben wir eine Welt, in welcher, d.h. was Zivilisation anbelangt, reichlich wenig Leben vorhanden zu sein scheint, somit ist das Gefühl von wüstengleicher Einsamkeit, Isolation und polizeiloser Provinz recht stark vertreten, nur selten nicht vorhanden, denn mag die Umgebung auch nicht völlig frei von Personen sein, so ist sie es zumeist doch, es ist eine Reise durch die Welten des Nirgendwos - ein Für und ein Wider, wir erleben die Vor- und die Nachteile des gemeinsamen Alleinseins...
Laut Pitt's Protagonist stamme das Wissen aus Erfahrung, hier deckt sich seine Ansicht mit Kant, drum traut er dem anderen Herrn kein Buch zu, welches sich mit Themen und Gewaltausbrüchen beschäftigt, die dieser nicht selbst und vor allen Dingen am eigenen Leibe erlebt hat, Pitt empfindet sein Gegenüber als verweichlichtes Wesen, kompensiert mit seinen machohaft anmutenden Sprüchen aber womöglich auch seine eigenen Ängste, denn seine geistige Gesundheit reicht eventuell zumindest noch aus, um zu wissen, dass ihm bei alledem auch mal rechtliche Konsequenzen drohen könnten - und für ihn würde wohl vorerst niemand allzu viel Kaution bezahlen...
Unendliche Weiten des sandigen Nichts, "Natural Born Killers", wie besagter "Mann beißt Hund" ebenfalls nur ein Jahr von "Kalifornia" entfernt, lässt freundlichst grüßen...
Würde etwas geschehen, so bemerkt es vermutlich niemand - jemandes Aufmerksamkeit zu erregen, läge nur dort im Bereiche des Möglichen, wo sich auch eine Gesellschaft befindet...
Juliette versucht sich ihre von Scheusal und seelischer Grausamkeit geprägten Gedanken an ihren "Prinzen", aber auch an die Herren die ihm zuvorkamen, nach wie vor verkrampft auszureden, kann nicht alles fassen was sie sieht, wird im Unterbewusstsein immer an bestimmte Orte und deren Erinnerung gebunden sein, so auch an jene gegenwärtige Krise, mündend in ein Ende aller "Harmonie"...

So malte sie sich ihre Phantasiewelt zurecht, im Kern dennoch wohlwissend, welch schier unmögliches Unterfangen das Betreten ebendieser Phantasiewelt darstellt...
"Schick' ihn in die Ewigkeit", ..."leiste Sterbehilfe", so "rät" Pitt es seinem Schützling, dessen Seelenqual inzwischen fast an einem ähnlichen Punkt angelangt sein dürfte, wie es bei besagter Juliette der Fall gewesen..., einstmals, gegenwärtig und künftighin ebenfalls...
Die Lage sich zuspitzend, Juliette Lewis nach Ablenkung suchend und für die Natur schwärmend, doch im Inneren stets erahnend, dass sie, so liebenswert sie sich auch verhält, nichts gegen die inneren Dämonen ihres Begleiters zu tun imstande ist - ihre Stimme ist es, die uns gegen Ende in den Abspann geleitet, nachdem unser Erzähler ein letztes Mal über das Phänomen von Schuld spricht, ...Schuld, eines der größten Worte, die es jemals gegeben hat, fraglich bleibt dabei nur, ob es selbige wirklich gibt, oder ob sie vom Schicksal erzeugt wird, wo doch letzteres IMMER größer ist, als es der Mensch je sein wird...
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am 3. November 2015
Um ein Buch über Serienkiller zu verfassen will der Jornalist Brian mit seiner Freundin nach Kalifornien reisen.
Da die Kohle für den Sprit allerdings knapp ist, nehmen sie ein Pärchen mit.
Ironischerweise ist der männliche Fahrgast selbst ein Serienkiller...

Obwohl KALIFORNIA erst ab 18 Jahren freigegeben ist, entpuppt sich der Film (glücklicherweise) nicht als Gewaltorgie, sondern als eher ruhiger, atmosphärischer, schön böser Roadmoviethriller, der die Spannung langsam, aber gekonnt anzieht, auch wenn er geradlinig verläuft und daher keine großen Wendungen zulässt.

Leben tut der Film vorallem von seinen Darstellern, bei denen ich gar keinen besonders hervorheben möchte, denn alle spielen ihre Rollen hervorragend.
Brad Pitt spielt den Serienkiller Early, den man hätte nicht gefühlskälter, böser, seltsamerweise aber auch irgendwie fast sympathisch, verkörpern können.
Das selbe gilt für Juliette Lewis, die eine absolut glaubwürdige Darstellung der herrlich naiven Freundin Adele abliefert.

Die völlig gegensätzliche Figur, die kluge, rationale, skeptische Carrie passt zwar sehr gut zu Michelle Forbis, er ist aber auch der unsympathische Charakter des Films.
Dafür ist David Duchovny da, der die wie auf ihn zugeschnittene Rolle des gutmütigen und -gläubigen Schwiegermutterliebling Brian übernimmt.

Auf die später festen Sprecher Sebastian Völz und Tobias Meister muß hier noch verzichtet werden.
Die Synchronstimmen sind jedoch passend gewählt und man hat sich schnell dran gewöhnt.

Fazit: KALIFORNIA hat seine FSK-Einstufung aufgrund einiger Gewalt- und Sexszenen durchaus zurecht, wird aber davon zum Glück nicht überschwemmt.
Der Film nimmt sich Zeit um Spannung aufzubauen und glänzt durch seine besondere, düstere Atmosphäre, viel zynischen Witz und seine Darsteller.
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am 15. April 2009
Der Journalist Brian Kessler möchte ein Buch über Serienmördern in den USA schreiben. Dazu will er auch an die Tatorte reisen und die dort gewonnenen Eindrücke zu Papier bringen.Zusammen mit seiner Freundin Carrie Laughlin suchen die beiden noch nach Mitreisenden, um die Tankkosten in Grenzen zu halten.

Es meldet sich das Pärchen Early Grayce und Adele Corners, die aus anderen Gründen an die Westküste wollen. Bereits bei der ersten Tankrechnung zeigt sich aus welchem Holz Early getrickt ist. Von nun an wird es stressig und der psychopathisch veranlagte Early scheint vor nichts und niemanden halt zu machen. Dies muss auch seine Freundin Adele erfahren. So dauert es auch nicht lange bis Brian und Carrie zu Geiseln ihres Mitfahres werden und dessen Grausamkeiten aus der ersten Reihe betrachten dürfen. Als Early Brian zurücklässt und mit Carrie alleine weiterzieht wird es richtig stressig und das Finale ist eingeläutet.

Die Geschichte wird sehr spannend erzählt. Solide wird die Spannung aufgebaut und die aufgesuchten Orte vergangener Gewalt leisten ihren gewünschten Beitrag. Überraschende Wendungen und gute Kameraeinstellungen strapazieren die Nerven des Zuschauers bis zum äußersten. Regie und Schauspieler leisten gute Arbeit.
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am 12. Juli 2012
für dieses schon etwas ältere Meisterwerk. Sehr gute Schärfe und Farbigkeit, so sollte es sein, allein das Fehlen von Extras schmerzt etwas. Brad Pitt zeigt hier schon sehr gut seine schauspielerischen Fähigkeiten und Juliette Lewis spielt die naive Freundin so gut, dass sie für Jahre auf diese Rolle festgelegt wurde (Natural Born Killers, To Young to die und ähnliche). Ansonsten kann ich mich den hervorragenden Kritiken hier von 'jury' oder 'verdoux' nur anschliesen.
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am 3. Oktober 2015
"Kalifornia" ist ein Film, wie ich ihn liebe. Krasse Story, authentische Schauspieler und ein Roter Faden. Ein überragendes Road-Movie, das man sicher in einem Atemzug mit Natural Born Killers nennen kann. Für mich ist unbegreiflich, wie unbekannt doch dieser Film ist. Brad Pitt spielt den psychopathischen Killer der Menschen für 30 Doller abmurkst, so unverschämt genial. Juliette Lewis (vor allem bekannt durch ihre Rolle als Mallory in NBK) steht Brad Pitt in nichts nach.

Die Story: Zwei Paare, die unterschiedlicher nicht sein können, träumen von einem Leben in Kalifornien. Das eine Paar ist intellektuell: Freundin freischaffende Künstlerin, der Freund Schriftsteller. Das andere Paar ist eher zum White Trash zu zählen: Die Freundin ist dumm wie 50 Meter Feldweg und der Freund ein Raubmörder, der auch nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen ist. Zu viert nehmen beide Paare mit dem Auto den langen Weg nach Kalifornien auf sich. Zunächst scheint alles friedlich zu sein, doch bald zeigt einer sein wahres Gesicht...
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am 10. August 2007
"Kalifornia" - entstanden bereits 1993 - ist ein absolut spannendes, wenig bekanntes Roadmovie, in welchem Brad Pitt als notorischer Serienkiller eine großartige schauspielerische Performance abliefert.
Vor den Augen des Krimiautors Brian Kessler, gespielt von einem gewohnt ausdrucksstarken David "Mulder" Duchovny, und seiner Frau Carrie sowie Earlys Freundin Adele (Juliette Lewis - ebenfalls hervorragend spielend), entpuppt sich Brad Pitts Filmcharakter im Laufe des Roadtrips quer durch die USA immer mehr als ein gefährlicher, unberechenbarer Psychopath, der zu allem bereit scheint, um seine Absichten und Träume - von einem existenziellen Neubeginn in Kalifornien - in die Tat umzusetzen.
Der Soundtrack ist perfekt auf die jeweiligen Szenen abgestimmt, die Ambivalenz der Charaktere, allen voran Early Grayce, zerrt an den Nerven des geschockten Publikums.
Ich habe den Film jetzt bereits dreimal gesehen und kann ihn als einen echten Geheimtipp dieses Genres bezeichnen, auch wenn es zuweilen "recht blutig" zugeht.

Mein Gesamturteil: Bestnote.
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