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Lisa Batiashvili gehört zu den Künstlern, die Voraussetzung und Bedingungen der eigenen künstlerischen Arbeit besonders intensiv reflektieren. Sie verfasst und verkörpert klare Stellungnahmen und eine selbstbewusste Gesinnung zur gesellschaftlichen Position des Künstlers und seiner Verantwortlichkeit. Davon legt die Handschrift ihrer neue CD "Echoes of Time" beredtes Zeugnis ab, mit der sie auf ihre Vergangenheit zurück blickt.

Die klug und geschmackvoll disponierte CD vereint Werke, die auch (bis auf Kancheli) in Veröffentlichungen und alternativen Fassungen mit anderen Künstlern vorliegen. Und doch halte ich sie deswegen nicht für eine Marketing- oder Mainstreamkonzept-CD. Zu überzeugend ist Lisa Batiashvili wieder Anwältin osteuropäischer Komponisten, namentlich der mörderischen Sowjetära. In der Intensität ihres Violinspiels spürt man - bei aller Professionalität und Bodenständigkeit - intellektuelle Konzeption, kulturelle Erfahrungswelt und den geistigen Horizont, der sie immer wieder aufs neue motiviert. Nicht nur in temperamentvoll-virtuosen Sätzen, sondern gerade auch in eher leisen und ruhigen Momenten. Das kommt besonders der Musik ihres Landsmanns Giya Kancheli und seinem 1995 entstandenen Werk "Violin and Voice" zugute. Der Titel weist auf die beiden vom Orchester begleiteten solistischen Klangquellen hin. Die Stimme, die als Tonbandeinspielung zu hören ist, stammt von dem berühmten, 1985 verstorbenen georgischen Volkssänger Hamlet Gonashvili, den Kancheli sehr verehrte und für den er 1973 den Vokalpart seiner subversiven 3. Symphonie anlegte. Tatsächlich ist Gonashvilis Stimme in "Violin and Voice" so authentisch, wie ich sie aus der Aufnahme der 3. Symphonie unter Gennadi Roschdestwenski (Melodiya 10-00129) von 1990 kenne.

VIOLIN AND VOICE (Giya Kancheli)

In "Violin and Voice" symbolisiert die ätherische Tenorstimme das Ewige, während die Solovioline und das Streichorchester das Irdische verkörpern (Kancheli in einer Werknotiz). Wer die nicht wenigen kontemplativen Titel genauer betrachtet, die Kancheli für seine Kompositionen wählte, ahnt oder weiß, wie sensibel dieser Komponist ist. Zu einer solch allgemein-religiösen Betrachtungsweise kommt hier der inzwischen 75jährige Komponist, der sich all das, was um ihn herum geschieht, sehr zu Herzen nimmt, der mit tiefem Bedauern sieht, wie unser Planet trotz der offensichtlichen Verbesserungen einer zivilisierten Welt immer wieder auch von Blutvergießen und unüberbrückbaren Gegensätzen zerrissen wird. Mit seiner Musik versucht er den Seelenzustand auszudrücken, in dem er sich angesichts dieser Kontraste befindet.

SPIEGEL IM SPIEGEL (Arvo Pärt)

Konkreter noch als im Werk von Kancheli manifestiert sich das Religiöse in den Kompositionen des heute ebenfalls 75jährigen estnischen Komponisten Arvo Pärt. Dessen Stil ist die Reduktion des Klangmaterials auf das absolut Wesentliche. So besteht auch das von Batiashvili hier eingespielte Stück "Spiegel im Spiegel" nur aus zwei Elementen: Tonleiterbewegungen in der Geige und Dreiklangsstrukturen im Klavierpart. Beide Elemente sind durch strenge Regeln miteinander verknüpft. Mithilfe alter Techniken - die Pärt souverän beherrscht - entwickelt er Formen, die durch ihre Regelmäßigkeit große Ruhe ausstrahlen. Die Statik der Dreiklangstöne repräsentiert (nach Pärt) die Ewigkeit, die Dynamik des Melodischen die Vergänglichkeit der Zeit.

LYRISCHER WALZER (Dimitri Schostakowitsch)

Dieser heiter und gelöste Walzer Schostakowitschs wurde von Lisa Batiashvilis Vater für Violine und Orchester eingerichtet.

VIOLINKONZERT NR. 1 (Dimitri Schostakowitsch)

Lisa Batiashvilis Spiel und Tongebung gefällt mir sehr. Es zeichnet sich durch unmittelbar Gesanglichkeit und große Klarheit aus. Ihr Vibrato ist immer gemäßigt, der Ton niemals schwülstig. Auch extrem komplexe, verwickelte oder rein virtuose Passagen werden in direkten Klang verwandelt. Batiashvili singt und spricht mit ihrem Instrument, das auch vom reinen Klang der Geige her sehr ansprechend ist (auch wenn das natürlich eine subjektive Komponente ist). Das Spiel - nicht nur in Schostakowitschs Violinkonzert - ist eine gelungene Balance zwischen Strenge und großer Beweglichkeit, Phantasie und Kontrolle.

Komponiert hat Schostakowitsch das Konzert während der erschütternden Formalismus-Debatte 1948. Doch erst Jahre später brachte es David Oistrach zur Uraufführung. Von einem Schüler Oistrachs, bei dem Lisa Batiashvili wiederum studierte, erfuhr sie alle möglichen Geschichten, die sich gerade um dieses Violinkonzert ranken, aber auch emotionale und präzise musikalische Informationen, die noch auf Schostakowitsch zurückgingen. Im Zentrum des Konzerts steht eine Passacaglia, aus der sich eine große Solokadenz löst. Dieser schmerzerfüllte, sehr traurige Gesang der Violine über dem unerbittlich immer wiederkehrenden Bassthema wirkt wie das Ebenbild eines Menschenlebens, das auch in der Hölle des Stalinismus noch den aufrechten Gang versucht.

VOCALISE (Sergei Rachmaninoff)

Die CD abschließende und populäre Vocalise (hier gespielt von Violine und Klavier), in der eine romantisierende Sehnsucht nach dem Gestern anklingt, wird von Lisa Batiashvili und Hélène Grimaud mit Raffinement und jenem Charme dargeboten, als das solche Piècen verstanden werden wollen - für den Solisten und sein Publikum.

Eine sehr gute CD, auf der Esa Pekka Salonen ein fabelhafter Partner am Pult des homogen begleitenden Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks ist.
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am 11. Mai 2011
Shostakovich
Violin Concerto no. 1 in A minor op. 77
Giya Kancheri (*1935 )
V & V
for violin and taped voice with string orchestra
Shostakovich
Lyrical Waltz
from Seven Dolls' Dances
Arvo Pärt (*1935 )
Spiegel im Spiegel
Rachmaninov
Vocaklise op. 34 no. 14
Lisa Batiashvili, violin
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Esa - Pekka Salonen
Hélène Grimaud, piano
Aufnahme 2010

Der erste Satz von Shostakovich Violinkonzert Nr. 1 op. 77 gespielt von Hilary Hahn gefällt mir, er ist kühl gespielt in Mendelssohn / Schostakovich. Aber besser gefällt mir der erste Satz gespielt von Lisa Batiashvil, weil er einen schönen Kontrast hat. Das heißt, der erste Satz hat die drei Teilen und der mittlere Teil ist 'tranquillo' mit dem Dämpfer und ich glaube, daß es mit einem Kontrast gespielt werden sollte und Batiashvili den ersten Satz mit einem schönen Kontrast spielt, anderseits Hahn ihn dünn spielt.

Aber der zweite Satz von Batiashvili ist nicht gut. In dem zweiten Satz fehlt ihr am Kontrast von der Dreitakt und Viertakt und es fehlt ihr am Rhythmik. Esa-Pekka Salonen unterstützt Batiashvili sehr gut in dem ersten Satz. Unterstützt er sie aber in dem zweiten Satz nicht schlecht? Seine Unterstützung ist auch im vierten Satz nicht gut. Einen starken Eindruck vom vierten Satz, den ich Hahn bemerkenswert spielen höre, empfinde ich bei Batiashvili nicht, obwohl Batiashvili die Passacaglia und Kadenz des dritten Satzes gut spielt. In den Sätzen mit schnellen Tempi ist die Leitung von Salonen vielleicht nicht gut.
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am 30. August 2012
Lisa ist allseits beliebt aber immer noch unterschätzt. Ich schätze besonders das ruhevolle Tempo, mit dem sie viele Stücke interpretiert. Auch live ist sie immer zu empfehlen!
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