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am 3. September 2017
Fahrstuhl zum Schafott ist ein Kriminalfilm von Louis Malle aus dem Jahre 1958. Dieser in schwarzweiß gedrehte Film ist ein Vorläufer der Nouvelle Vague. Es war der erste Spielfilm von Louis Malle. Jeanne Moreau wurde durch diesen packenden, düsteren, ein bisschen poetischen Thriller zum Star.
Dieser Krimi, eingebettet in eine Liebesromanze, erzählt die Geschichte von einem perfekten Mord, der allerdings aufgrund eines zweiten Mordes misslingt.
Die Qualität auf der Blu-Ray ist in Ordnung. Das Bild ist gut durchzeichnet, auch der Ton mit seiner einfühlsamen Jazzmusik ist perfekt.
Für Freunde des französischen Kinos und des Film Noir ist dieser Streifen ein Muss.
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am 18. Oktober 2013
Louis Malles erster Film ist heute ein Kultklassiker, der besonders von denjenigen geschätzt wird, die kein Happy End brauchen. Die an sich einfache Story gibt der Atmosphäre des nächtlichen Paris viel Raum. Wie der Mörder Tavernier (Maurice Ronet), der im Fahrstuhl stecken bleibt, wieder raus kommt, ist eine nette Wendung des Films. Die Dramatik bringt die verzweifelt Liebende Madame Carala (Jeanne Moreau) und das in zweifacher Hinsicht: erstens, dass ihr Lover Tavernier nicht kommt und zweitens, dass er mit einer anderen auf und davon sein könnte. Als Kontrast zu dieser arrivierten Liaison gibt es ein junges Pärchen, das Taverniers Auto klaut. Hier gibt es ebenfalls einen Mörder. Und Kommissar Lino Ventura gelingt die Verbindung zwischen beiden Fällen. Das ist der intellektuelle Anspruch, der bis zum Ende durchgehalten wird. In dieser Dimension findet die Lösung statt, wird erklärt, ist nachzuempfinden, die Tragik findet im Kopf des Zuschauers statt. Anhaltspunkte bekommt er höchstens von Jeanne Moreaus mitunter tränenreichem Gesichtsausdruck. Fotos erklären manches und Madame Caralas Abschiedsmonolog passt symmetrisch zur Eingangspassage. Hier wie da geht es um eine große, unglückliche Liebe. Ein toller, zweideutiger Titel weist den Weg und die Fahrstuhlmusik stammt vom Jazz-Gott der damaligen Zeit Miles Davis.
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am 10. Juni 2013
Eine sehr selbstbewusste, doch später auch verunsicherte Frau steht in einer Zeit, in der dies noch längst nicht überall üblich war, zu sich selbst.
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am 5. Juli 2006
An einem Samstag Nachmittag ermordet in Paris ein höherer Angestellter (Maurice Ronet) kurz vor Feierabend seinen Chef, mit dessen Frau (Jeanne Moreau) er ein Verhältnis hat. Als er nochmal an den Tatort zurückkehrt, um eine verräterische Spur zu beseitigen, bleibt er im Fahrstuhl stecken. So misslingt der sorgfältig ausgeklügelte Plan, und der Zufall stellt alle Beteiligten vor eine neue Entwicklung.

In seinem Regiedebüt, einem brillanten 'film noir', entwickelt der 24-jährige Louis Malle die raffinierte Kriminalhandlung als ein filmisches Traumspiel. Im Zusammenwirken von stimmungsvoller Fotografie, der atmosphärischen Musik von Miles Davis und dem sparsam-einprägsamen Spiel der Hauptdarsteller entwickelt sich eine sehenswerte düster-poetische Studie um Schuld und Sühne, Liebe und Misstrauen, Zufall und Schicksal: ein Meisterwerk der 'Nouvelle Vague', voller Liebe zur erzählerischen Kraft des Kinos. Malle feierte mit seinem Thriller überwältigende Erfolge; die 29-jährige Jeanne Moreau glänzt mit ihrer überzeugenden Darstellung.
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am 21. August 2010
Die Informationen zum Bildformat in einer der Rezensionen hier auf Amazon treffen anscheinend zumindest auf die Luxus-Ausgabe mit beigelegter CD nicht zu.

In der Online-Film-Datenbank finden sich nämlich zu diesem Detailaspekt, den zwar nicht alle, aber doch manche Filmfreunde bei einem Kauf in Betracht ziehen, folgende Informationen:

Falsche Coverangabe: Bildformat 1,85:1 (anamorph)
Korrektes dargestelltes Bildformat ca. 1,64:1 (anamorph)

Dies entspricht auch dem Bildformat der amerikanischen Criterion-DVD. Meines Wissens wurde der Film im europäischen Breitbandformat mit 1,66 : 1 gedreht. Insofern ist die Angabe der OFDb zutreffend, dass dieses Format auf DVD "korrekt" ist.
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am 28. Juli 2012
Julien (M. Ronet) erschießt seinen waffendealenden Chef, um mit dessen Frau zu türmen und lässt es nach Selbstmord aussehen. Weil er aber ein wichtiges, selbstverräterisches Indiz am Tatort vergisst, stürmt er zurück in das Bürogebäude und wird, als der Pförtner den Strom abschaltet, im Fahrstuhl eingesperrt. Die Hauptpointe von Louis Malles Debüt "Fahrstuhl zum Schafott" ist so typisch französisch, dass man glatt sicher sein kann, dass das am Ende böse ausgehen wird.
Auf eine geduldige Art stellt "FzS" die Frage nach dem perfektem Mord. Die ewige Warterei Jeanne Moreaus, ihr Suchen und Nichtfinden, der greifbare Tod, weil Versagen inakzeptabel ist und ein modernes Paris mit schnittigen Cabriolets, die nachts zum Autorennen befeuert werden... ein Film mit eigenartiger Note. Die Bilder sind kühl, fast frostig.
Zwei Paare im Mittelpunkt: ein junges, das in den Tag lebt, an den Tod denkt und über ihn spricht, das zweite, tief ineinander verliebt wird es kriminell und riskiert alles, findet sich jedoch aller Vorplanung zum Trotz nicht und muss sich später mit einem Polizisten in Gestalt von Lino Ventura herumplagen, der so unterkühlt agiert, dass man Ohrenwärmer herbeiwünscht. Die Verhörszene im abgedunkelten Zimmer zu Miles - Davis - Jazz ist geniale Spannung. Überhaupt sind die mit seiner perfekten Musik unterlegten Szenen fiebrige Dynamik.

Malles Figuren stammen aus der Großstadt und platzen vor krimineller Energie - eine Nervenprobe für die Schauspieler, ein Klassiker für das Auditorium.
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am 15. August 2014
Perfekt- Miles Davis mit seinem einsamen, fröstelnd schönen Sound. Man sollte sich dazu auch die CD mit der kompletten Session kaufen, da sind Aufnahmen drauf, die die im Film verwendeten Sequenzen bei weitem übertreffen. Insbesondere kommt dabei der damals erst 20järige Saxofonist Barney Wilen mehr zu seinem Recht.
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TOP 1000 REZENSENTam 13. Januar 2015
"Fahrstuhl zum Schafott" ist der legendäre Erstling von Louis Malle und für mich ein lupenreiner Film Noir. Das Motiv der Femme Fatale, die mit ihrem verbrecherischen Liebhaber den Ehemann um die Ecke bringen will, verweist auf den Klassiker "Frau ohne Gewissen" von Billy Wilder oder auf "Ossessione" von Luchino Visconti. Dabei wird der Zuschauer von Anfang an zum Voyeur, denn er wird Zeuge bei der Planung und Durchführung eines ruchlosen Verbrechens. Am Ende ist es wieder einmal ein kleines, fast übersehbares Detail oder ein kleiner Fehler, der den perfekten Masterplan zum Scheitern bringt.

Der einstige Fremdenlegionär Julien Tavernier (Maurice Ronet) und die mit dem schwerreichen Unternehmer Simon Carala (Jean Wall) verheiratete Florence (Jeanne Moreau) sind heimlich ein Paar. Um ganz frei zu sein, haben sie den Plan entwickelt den lästigen Gatten zu beseitigen. Alles soll wie ein Unfall aussehen.
Tavernier tötet den unliebsamen Ehemann in seinem Büro mit dessen eigener Pistole und tarnt den Mord als Suizid. Als er auf der Straße bereits sein Cabriolet gestartet hat, bemerkt er, dass er etwas wichtiges vergessen hat. Das Seil, mit dem er zum Stockwerk seines Chefs gelangte, hängt noch verräterisch am Geländer der Hausfassade. Er eilt nochmals zurück. Auf dem Weg nach oben bleibt er jedoch im Fahrstuhl stecken, weil für die Nacht der Strom abgestellt wird. So ein Pech...während er mühevoll versucht, sich zu befreien, sucht ihn die wartende Florence in den Straßen von Paris, nachdem sie sein Auto hat vorbei fahren sehen. Dies wurde nämlich von Louis (Georges Poulouly), dem jungen Gangsterfreund des Blumenmädchens Verönique (Yori Bertin) einfach "ausgeliehen". Die beiden Liebenden machen eine Spritztour mit dem geklauten Wagen. Auf der Autofahrt machen sie ein Wettrennen mit dem Deutschen Horst Bencker (Ivan Petrovich) und Frau (Elsa Andersen), der einen Mercedes 300 SL fährt. In einem Motel steigen beiden Paare ab, auch dort kommt es zu einem folgenreichen Zwischenfall...

"Fahrstuhl zum Schafott" ist ein Vorläufer der Nouvelle Vague. Er machte Jeanne Moreau zum Star und brachte dem jungen Louis Malle den Durchbruch als Regisseur. Die Verbindung zu den USA und zur schwarzen Serie bleibt stets gewahrt. Vor allem Miles Davis mit seinem prägenden Soundtrack setzte atmosphärische Akzente und so erlebt der Zuschauer die Metropole als kalten, aber pulsierenden Ort. Erwähenswert auch die Kameraarbeit von Henri Decae, der dem Film einen unvergleichlichen, sehr individuellen Stil verpasst. In einer Nebenrolle als Kommissar ist sogar Lino Ventura zu sehen. Die Story, die in genau kalkulierten Bildern abläuft, ist extrem doppelbödig und sehr oft wird der Zuschauer zum Komplizen der agierenden Paare. Da wäre einmal das Mörderpaar, bei denen der Mann plötzlich am Ende in die Zwickmühle gerät zwei Morde gleichzeitig verübt zu haben. Eine Entlastung in dem einen Fall wäre dann aber gleichzeitig die ultimative Belastung im zweiten Fall. Darüberhinaus sind auch die beiden Jugendlichen gut für die Geschichte. Sie erleben durch den Diebstahl ihren eigenen Handlungstrang, der sich am Ende mit dem anderen verbindet und beide Paare werden von Louis Malle perfekt schicksalshaft miteinander verbunden. Ein toller Film, der gerade durch die unaufdringliche Machart eine besondere Stimmung entfaltet.
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am 31. Oktober 2017
Louis Malle's Debutfilm "Fahrstuhl zum Schafott" gehoert zu den Filmen, die ich mir immer wieder angucken kann, er packt mich jedes mal aufs neue. Hab ihn mir gestern nacht wieder angeguckt, da's schon sehr spaet war wollt ich mir eigentlich nur 'ne halbe Stunde angucken, und konnt mich dann doch wieder nicht losreissen.

Ich liebe die Atmosphaere des Films, den kuehlen Erzaehlton, die so realistischen und doch vertraeumten Bilder. Gut, der Film ist ein Krimi - aber das ist nur ein Teil, das Resultat von etwas anderen. Der Liebe, die alles ins Rollen bringt. So seh ich ihn eher als duesteren Liebesfilm, ein zwischenstueck zwischen dem franzoesischen Film Noir und der Nouvelle Vague, und es hat auch einen Hauch vom poetischen Realismus der 30er. Alle drei Erzaehlstraenge faszinieren, haben Spannung, aber vielleicht nicht von der Sorte die ein Zuschauer erwartet, der einen schlichten Krimi sehen will. Die Kritik hob immer die Szenen mit der nachts umherirrenden Jeanne Moreau hervor, und ich tu das auch. Das hat Malle so wundervoll hinbekommen, das ist so voller Stimmung das man mit dabei ist, ich denke sogar das koennte eine leichte Inspiration fuer Scorsese's "Zeit nach Mitternacht" gewesen sein. Die Traumwelt der Nacht, der Schwebezustand der am Morgen beendet sein wird. Die beiden Jugendlichen, die einfach drauf losgehen nehmen hingegen Elemente der Nouvelle Vague vorweg. Und Maurice Ronet, der Moerder aus Liebe, haengt im Fahrstuhl fest waehrend draussen das Schicksal seinen Lauf nimmt, und er keinen Anteil mehr daran hat. Abgesehen von dem grossen Anteil das seine kleine Unachtsamkeit alles startete. Ist die Story perfekt und frei von Loechern? Nein, bestimmt nicht. Es sind arg viele Zufaelle die die Story in Gang halten, aber das kann man entschuldigen. Es geht schliesslich um die Liebe, nicht um die Mordfaelle. Nicht das ist es was in Frankreich anfangs kritisiert wurde, ja, die Kritiker die Mitbegruender der Nouvelle Vague waren stoerten sich daran das der Film nicht als "links" zu erkennen ist, man stoerte sich an dem rechtskonservativen Drehbuchschreiber Roger Nimier, man stoerte sich ueber die kritiklose Darstellung der "reichen deutschen im Mercedes", die sogar noch als sympathisch dargestellt, den Franzosen erhaben dargestellt werden, man stoerte sich an der Hauptperson, einen von Militaer der nicht als schlecht dargestellt wird. Nun, das mag alles sein. Aber ich seh darin kein politisches Statement, zumindest kein krasses oder verachtenswertes. Ich mein, wer ausser ein paar Kritikern haette je einen Gedanken darueber verschwendet? So aenderten sich die Ansichten dann auch schnell, der Film wurde gelobt, aber mit echter Begeisterung wurde erst Malle's naechster Film, "Die Liebenden" aufgenommen - aber "Fahrstuhl zum Schafott" war das Sprungbrett fuer Malle und Jeanne Moreau. Na, und dann muss natuerlich Miles Davis Musik erwaehnt werden. Ich bin kein Jazz-Fan, aber schon beeindruckend wie das zustande kam. Miles ist gerade in Paris, sie fragen ihn ob er die Musik macht, und innerhalb von ein paar Stunden in einer Nacht improvisiert er das komplette Score. Passt also sehr gut zu einem Film, der sich ja auch nur ueber eine Nacht zieht. Also, ein sehr sehenswerter Film der aber vielleicht jene, die einfach einen Krimi erwarten, enttaeuscht.

Auf der Blu Ray sieht er sehr gut aus.
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am 8. Oktober 2015
"Je t' aime" flüstert in schwarzweisser Nahaufnahme Florence ( Jeanne Moreau) am Telefon ihrem Geliebten Julien ( Maurice Ronet) ins Ohr.
Der weitere Verlauf ist Filmgeschichte , die jeden Filmhistoriker in Entzücken versetzt ob dieses unterkühlten Vorläufer der Nouvelle Vague , verblüffend spannungslos, vollkommen ohne Emotionen und starr von dem gerade knapp dreissigjährigen Louis Malle auf Zelluloid verewigt.
Der weitere Ablauf der Handlung dürfte bekannt sein. Julien wird den Ehemann seiner geliebten Florence , seinen Chef Monsieur Carala in dessen Bürogebäude erschiessen, wird kaltblütig die Waffe , um einen Selbstmord vorzutäuschen in seine tote Hand legen und davon ausgehen, dass dieses perfide Mordkomplott lückenlos durchdacht erfolgreich endet.
Doch dann schlägt die Macht des Zufalls zu, oder , wie man möchte die Verkettungen schicksalshafter Kräfte. Das Seil mit dem sich Julien von aussen in das Bürozimmer hangelte wird in der Hektik der Tat von ihm auf dem Balkon vergessen, und als er dies von unten auf der Strasse erkennt und in das Gebäude nach Büroschluß zurückkehrt, bleibt er im Fahrstuhl stecken.
Gefangen in der klaustrophobischen Enge der Kabine zwischen den Stockwerken....zündet sich Julien erst einmal eine Flubbe an.
Florence schweift unterdessen ziellos durch die lichtflirrenden Strassen von Paris, nicht wissend, was mit ihrem Geliebten geschah und in welch verhängnisvoller Weise die Dinge zunehmend aus der Bahn laufen. Ein nervöser, fremdartiger Moloch umgibt sie im kalten Glitzer der Einsamkeit von blitzenden Leuchtreklamen und tranceartiger Dunkelheit, unterlegt mit den Jazz Klängen von Miles Davis.
Um nicht allzuviel zu spoilern sei noch gesagt, dass der mittlerweile von einem Teenager Pärchen geklaute Wagen des hilflos Eingeschlossenen , die nun folgende ebenfalls verhängnisvolle Spritztour und ein weiterer Mord, sich raffiniert zu einem Schicksals -Dilemma entwickeln, dass für den im Fahrstuhl gefangenen Julien so oder so keinen Ausweg mehr lässt , ...und da haben wir ihn dann nun , den Fahrstuhl zum Schafott.

Was für ein wunderbarer Stoff , vermeintlich geschickt zwischen Althergebrachtem und Neubeginn, zwischen Hitchcock Motiven und den neu aufbrechenden Strömungen der Nouvelle Vague oszillierend. Alle Vorrausetzungen für einen bis heute " frischen" Kultklassiker wären gegeben, und betrachten wir uns nur die eisig stilisierte Atmosphäre , die bestechende Grundidee um einen Verbrechensplan, der durch das Zusamnenspiel von Nichtigkeiten wie ein Kartenhaus zerbricht , so meint man hier doch eigentlich , wie festgewachsen vor Spannung dem Geschehen als Zuschauer folgen zu müssen.
Das traurige Gegenteil ist der Fall denn " Fahrstuhl zum Schaffot" ist ein so totes, unempathisches und durchkalkuliertes Stück Kino, das keine Anteilnahme und keine Mehrdimensionalitat der Figuren zulässt. Die Charaktere sind wie anonyme Schachfiguren in einer steifen, undynamischen Mathematikgleichung des Regisseurs.
Ihre Verstrickungen werden von uns, so wir den zermürbend langatmigen Film halbwegs wach überstehen ( und das bei noch nicht einmal 90 Minuten, das ist auch eine Kunst ) , beobachtet wie eine formelhafte Versuchsanordnung. Am Schluss bleibt gähnendes Achselzucken und wie schade ist das bei dieser handwerklichen Grandezza , die Louis Malle an den Tag legt. Die filmische Schlaftablette ist hübsch außen dekoriert , ihre Wirkungskraft durchschlagend.
Was nutzt jedwede artifizielle Begabung wenn so dilletantisch die Hochspannung einer Situation mit unsäglich lahmen, ungelenken und schlichtweg zerdehnten Nebensträngen und trockenen unglaubwürdigen Dialogen verwässert wird, und dem Regisseur kein Mittel gegeben scheint , so unglaublich es klingt , einer solchen wunderbar verzwickten Story intensivere Dramatik zu verleihen
Die ganze Darstellung des Halbstarken Milieus, die belämmerte , naiv dümmliche Charakterisierung des jugendlichen Pärchens ist so eingestaubt, hölzern und lachhaft, dass genau aus diesem Grund der Film den Halt verliert, und den Zuschauer abstürzen lässt, ohne Zwischenstopp abwärts direktemang in das Untergeschoss komatöser Vitalerschlaffung.

Erst gegen Ende kann sich der Film wieder fangen, als die teuflische Ausweglosigkeit Gestalt annimmt. Bis dahin versäumt Louis Malle eklatant, das, was vor allen anderen hehren Motiven und künstlerischen Fingerfertigkeiten stehen muss: den Zuschauer für die Charaktere, für ihr Leid, für ihre Geschichte zu interessieren, Spannung auf dem Siedepunkt zu halten, durch dramaturgische Dichte Figuren plastisch und menschlich fühlbar werden zu lassen.
" Fahrstuhl zum Schafott" ist kalt und exzellent berechnet, wie ein Kreuzworträtsel , aber genau aus diesem Grund ist er auch so aufgesetzt, zähflüssig wie Kaugummi, gewollt und leblos.
Herzlichen Glückwunsch Sie geniessen einen Klassiker der Filmgeschichte, dessen raffinierte Handlungsschablone so oder so ähnlich mittlerweile in vielen packenderen Thrillern verwendet wurde.
In der Historie hat dieses Bindeglied zwischen konventionellem Thriller und Aufbruch in eine neue Zeit seinen Status verdient. Als spannender Filmgenuß ist er heute fast ungeniessbar, und der Staub und die Behäbigkeit quillt durch jede verrostete Fahrstuhlritze. Dieser Film ist mehr als schlecht gealtert.
Stellen Sie auf jeden Fall den Wecker so Sie das Filmende erleben möchten.
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