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am 29. Oktober 2015
Nur ein Wort: Grandios! Verblüffend, wie modern diese Aufnahme aus dem Jahr 1954 auf dieser 1985 erschienen Platte (Produktionsjahr der CD nicht erkennbar) wirkt!
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am 13. Juni 2016
Elena Souliotis debütierte im Alter von 21 Jahren am Opernhaus Neapel mit der Santuzza. Schnell wurde sie als "Nachfolgerin der Callas" gehandelt, was sich auch in ihrem Repertoire mit Rollen wie der Anna Bolena oder der Abigaille in Verdis Nabucco niederschlug. Dieser riesigen Bürde hielt die junge Sängerin jedoch nicht lange Stand. Schon in der Studio-Aufnahme des Nabucco mit Tito Gobbi und Gardelli am Pult klingt ihr Sopran völlig zerfasert. In dem vorliegenden Mitschnitt der Norma, der im Jahr 1971 entstand, sind nur noch Restbestände einer Stimme zu hören. Die Souliotis war gerade mal 28 Jahre alt, aber die Stimme klingt kehlig und bleibt ohne ausreichende Fokussierung vorwiegend in der "Maske". Erst im letzten Drittel kommt sie von diesem energiesparenden Singen ab, allerdings macht es das mit hörbar stränig-schrillen Tönen nicht wirklich besser. Ihr Vortrag ist einfach nur ein absolutes Disaster. Auch Gianfranco Cecchele bellt sich vormehmlich durch seine Partie des Pollione, als dass er mit belkantesk-italieniescher Technik überzeugen kann.
Die positiven Aspekte des Mitschnitts liegen hier eindeutig bei der hervorragend singenden Fiorenza Cossotto als Adalgisa, die mit dieser Partie hier wirklich zur Primadonna wird. Exzellente Gesangstechnik paart sich bei ihr mit herausragender Rollengestaltung, das geht einfach nicht besser. Auch der Chor der Mailänder Scala erfreut überwiegend, wohingegen die Leistungen von Ivo Vinco als Oroveso und Olivero de Fabritiis am Pult des Orchesters der Mailänder Scala wenige Höhepunkte setzt und das Orchester dadurch auch nicht wirklich im Gedächtnis bleibt.
Dieser Mitschnitt taugt wirklich nur als Zeugnis dafür, wie man es nicht machen sollte!
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am 14. September 2010
Maria Callas hat mit ihrer Interpretation der Norma wohl am eindrucksvollsten Zeugnis von ihrem Können abgelegt, wie kaum in einer anderen ihrer zahlreichen Rollen. Auch die Hörer, die sich nicht zur Huldigungsgemeinde der Diva zählen, können sich der Faszination dieser Stimme als Norma nicht entziehen. In der Titelpartie entfaltet sie den ganzen Reichtum ihrer Stimme. Die Intensität ihres stimmlichen Ausdrucks ist derart packend, dass man in jeder Phase des gesanglichen Ausdrucks die zum Leben erweckte Norma zu spüren glaubt. Wie kaum bei einer anderen Oper besteht für die Titelfigur die Gefahr, das Melodramatische zu überziehen und in die Lächerlichkeit abzudriften. Maria Callas wandelt jedoch auf diesem schmalen Grat souverän in absoluter Perfektion und Glaubwürdigkeit. Sie lässt nicht den geringsten Zweifel aufkommen. Vielmehr zieht sie den Hörer magisch in den Bann ihrer Ausstrahlung als Persönlichkeit und Künstlerin mit einer begnadeten Stimme, hohen Musikalität und wirkungsvollen Darstellungskraft.

Die größten Anstrengungen hat zwar die Titelrolle zu tragen, jedoch würde diese Oper als Gesamtkunstwerk fraglos leiden, wenn nicht auch die anderen Partien mit den Besten besetzt wären, die die Opernlandschaft zu bieten hatte. Mario del Monaco ist der ideale und unerreichte Pollione geblieben und somit auch der Einzige unter seinen Kollegen gewesen, der der Titelträgerin stimmlich gewachsen war. Der Zusammenklang der Stimmen ist demzufolge enorm. Vincenzo Bellini war ein großartiger Melodiker. Und diese Melodik trägt die Stimmen förmlich empor. Dramatischer Ausdruck wie Schönheit der Stimmen bilden hierbei mit allen Fassetten eine packende Symbiose vom ersten bis zum letzten Atemzug. Maria Callas löste überall starke Emotionen aus und stimulierte auch ihre Kollegen zu sängerischen Höchstleistungen. Mario del Monaco war damals im Zenit seiner Laufbahn und singt mit ausdrucksvollem Glanz und strahlender Schönheit.

Diese am 29.6.1955 in Rom entstandene Liveaufnahme gehört neben dem Mitschnitt einer Aufführung in Mailand am 7.12.1955 zu den besten Aufzeichnungen dieses Werkes überhaupt. Die Aufnahme in Rom, bei der ebenfalls Mario del Monaco den Pollione sang, ist selbst nach der technischen Restaurierung der Mailänder Aufnahme klangtechnisch etwas besser geblieben. In Rom wurde die Aldagisa von Ebe Stignani dargeboten. Trotz einer beachtlichen Leistung wird sie aber von ihrer Kollegin Giulietta Simionato, der Lieblingspartnerin und Freundin der Callas, bei der Aufnahme in Mailand erheblich übertroffen. Der Stimmenglanz von Maria Callas und Giulietta Simionato ist im dramatischen wie im lyrischen Ausdruck so einzigartig, wie man es besser nirgends hören kann. Dennoch bleibt es dabei, dass auch die römische Aufnahme ihren Vorteil hat, weil sie im Klangbild präsenter erscheint. Man sollte sich um beide Aufnahmen bemühen.

Die Aufnahmen sind umso wichtiger, als in nachfolgenden Jahren Maria Callas den stimmlichen und nervlichen Belastungen als Opernsängerin immer weniger gewachsen schien. Licht und Schatten wechselten in zunehmendem Maße. Schon bei dem Debüt von Maria Callas an der New Yorker Met im Oktober 1956, die vom Rundfunk weltweit übertragen wurde, war Maria Calles nicht auf der Höhe ihres Könnens, sie wirkte überaus nervös. Mario del Monaco und Cesare Siepi sangen so schön wie nie zuvor, so jedenfalls Rudolf Bing. 1958 musste der italienische Staatspräsident nach dem ersten Akt von Norma nach Hause gehen, weil Maria Callas sich nicht mehr in der Lage sah, den höchsten Anforderungen zu genügen. Durch Überanstrengung hatte die Stimme erheblich nachgelassen.

Im Jahr 1965 unternahm Maria Callas einen Comebackversuch als Norma. Man spürte bei den späteren Vorstellungen allerdings, dass es mit der Höchstleistung vorbei war. Maria Callas befand sich in einer Nervenkrise. Während alle Kollegen auf sie Rücksicht nahmen, drehte in der letzten Vorstellung Fiorenza Cossotto als Aldagisa ihre wunderschöne Stimme, mit der sie in allen Tonlagen brillieren konnte, derart auf, dass Maria Callas einen Nervenzusammenbruch erlitt und nach der Vorstellung bewusstlos in ihre Garderobe getragen werden musste. Die Aufnahmen in Mailand und Rom sind also relativ kurz vor der Wende in der Laufbahn von Maria Callas entstanden und bilden nicht durch deshalb ein Tondokument mit Ewigkeitswert.

Nachtrag:
Keine andere als die legendäre Giuditta Pasta (1798 - 1865) hatte die Titelpartie in der Uraufführung gesungen. Bellini hatte nicht nur "Norma", sondern auch "La Sonnambula" (Die Nachwandlerin) für sie geschrieben. Weiterhin schrieben für sie Pacine "Niobe" und Donizetti "Anna Bolena". Nach ihrer endgültigen (zweiten) Ausbildung löste sie bei ihrem Debüt 1819 eine regelrechte Sensation aus, ihre Darstellungskunst muss enorm gewesen sein. Ihre Durchschlagskraft der Stimme und Wahrheit des Ausdrucks waren ihre signifikanten Merkmale. Leider endete ihre Karriere frühzeitig im Jahr 1835. Weitere legendäre Interpretin war Jenny Lind (1820 - 1887), auch schwedische Nachtigall genannt. Auch sie war ruhmreiche Interpretin von "La Sonnambula" und "Norma". Bereits im Alter von 29 Jahren (1849) zog sie sich von der Bühne zurück, um sich dann nur noch dem Liedgesang zu widmen. Maria Callas war ohne Zweifel die bedeutendste Vertreterin im Anschluss an ihre beiden Vorgängerinnen. Sie suggerierte den Eindruck, selbst die personifizierte Norma zu sein. Ein solches Gefühl wird nicht allein durch schönes Singen und Beherrschung der Koloraturen mit sämtlichen Verzierungen erreicht, sondern primär durch konsequente Verwirklichung des Willens, die Stimme als Mittel zum Zweck lebendiger Gestaltung einzusetzen. So hatte z.B. Joan Sutherland stimmliche Möglichkeiten im Bereich der Callas, aber sie setzte mehr auf wächsernen Schönklang der Stimme. Weder sie noch andere Kolleginnen, die sich diesen Belcantopartien hingaben (Renata Scotto, Edita Gruberova u.v.a.), konnten die Überzeugungskraft der Callas erreichen.

Eine gewisse Ausnahme sehe ich in der Interpretation durch Elena Souliotis vor allem deshalb, weil auch ihre Darstellung in besonderer Weise fasziniert und dabei einen Zauber entfaltet, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Schönheit der Stimme ohne Selbstzweck und Wahrheit der Empfindung berühren auf das Tiefste. Ich kann die Studioaufnahme in der Besetzung mit Fiorenza Cossotto und Mario del Monaco wärmstens empfehlen. Es ist hingegen unglaublich, was in einigen Besprechungen anderer Einspielungen über die Interpretation durch Mario del Monaco behauptet wird. Das grenzt schon an Rufmordkampagnen. Anstelle eigener Überzeugung scheinen irgendwelche Klischees übernommen worden zu sein. Mario del Monaco verwirklicht in ähnlicher Weise wie Maria Callas eine glaubhafte Rolleninterpretation, indem er nicht nur seine bronzefarbene Stimme mit Wohlklang ertönen lässt, sondern seine stimmlichen Mittel auch dazu verwendet, den Pollione lebendig werden zu lassen. Er setzt seine Stimme stets maßvoll ein und strahlt ebenso männliche Ruhe und Besonnenheit wie leidenschaftliche Größe aus. Die Vorhalte scheitern an den Tatsachen wie Luftblasen.
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am 12. November 2015
Hier handelt es sich um eine uralte Aufnahme!
Jede Telefonwarteschleife klingt dagegen richtig nach Highend.
Ist wahrscheinlich nur was für Hardcore-Klassik Fans.
Für alle anderen: FINGER WEG!!!!!!
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am 6. April 2011
Maria Callas hat sich mit dieser ersten Studioeinspielung der Norma selbst ein Denkmal gesetzt. Eigentlich würde dieser Satz schon als Rezension reichen, denn alle die nach ihr kamen sind anders, mehr oder weniger gut (wobei das immer subjektiv zu betrachten ist) und kommen doch nicht an diese Leistung heran. Wie sie den Charakter der Norma auslotet mit stilistischem Feingefühl und sängerischer Bravour sucht heute noch ihresgleichen. Man höre sich nur allein die erste Soloszene im zweiten Akt an: sie vermeidet gespielte Rachsucht oder gar übertriebene Verzweiflung der Druidenpriesterin, sondern singt das mit so einer großen natürlichen Traurigkeit in der Stimme, die immer wieder in Freude und Erstaunen über diese sängerische Leistung versetzt.
Über die restliche Besetzung sind schon viele Worte, meistens auch weniger schöne, verloren worden. Ebe Stignani ist zumindest stilistisch eine verlässliche Adalgisa, die sich rein stimmlich aufs Beste mit der Stimme der Callas mischen kann. Mario Filippeschi ist im Stimmtimbre dem Bellinischen Gesang um einiges näher als andere Bühnenpartner der Callas in diesen Jahren; da denke ich an Mario del Monaco oder gar Kurt Baum. Wirklicher Belcanto ist das, was er singt jedoch nicht. Da klingt vieles kurzatmig ausgefertigt, er vermag nicht die einzelnen Phrasen mit einem für die italienische Oper unerlässlichen Legato zu einer Linie zu verbinden.
Bei Nicola Rossi-Lemini stellt sich beim Hören die Frage, ob seine unstete Tongebung eher dem unbedingten Gestaltungswillen geschuldet werden muss oder ob die Stimme für den Oroveso wirklich zu klein war.
Tullio Serafin ist am Pult des hervorragend spielenden Scala-Orchesters mehr als ein verlässlicher Begleiter; er hat die musikalischen Zügel fest in seinen Händen und lässt auch den wirklich ausgezeichnet präparierten Chor akzentuiert und präzise singen.
Es gibt für mich keine wirklich rundum überzeugende Studioeinspielung der Norma (irgendwas ist ja immer....), aber an der ersten Studioaufnahme mit Maria Callas darf eigentlich niemand vorbeigehen.
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am 26. August 2008
Die Souliotis war eine der größten Hoffnungen der Operngeschichte. Man setzte alle Erwartungen in sie, denn man feierte die Sängerin schon als Wiedergeburt der Callas. Bevor ihr Stern jedoch richtig aufgegangen war, war er auch schon wieder gefallen. Dieser Live - Mitschnitt ist ein trauriges und erschütterndes Dokument darüber, was die Opernindustrie mit jungen Sängern veranstaltet. Eine große Diva sagte einmal: "Quetsche die Zitrone aus, und wirf sie dann weg!". Ebenso verfuhr man mit der einst so begnadeten Elena Souliotis, deren Stimme eines der größten Geschenke war, die der Menschheit je gemacht wurden. Ich rate dringend davon ab, diesen Mitschnitt zu kaufen um die Oper oder die Sängerin kennen zu lernen, denn er rechtfertigt weder ihren Rang als Künstlerin, noch weist er das Genie auf, welches einst in dieser Stimme schlummerte. Die Gesangspartner, ausser der Cossotto sind absolut indiskutabel, denn sie kreischen sich allesamt auf erschreckende Weise durch die Oper! Jedesmal will ich mich zwingen diese Aufnahme anzuhören, bringe es aber nicht übers Herz. Immer wieder frage ich mich, wie es ihr an diesem Abend auf der Bühne wohl ergangen sein muss.

Die Souliotis begann viel zu früh schwere Partien zu singen und wurde so schnell verheizt, dass man die Operindustrie als kriminell bezeichnen könnte. Mit 23 Jahre war sie in der Carnagie - Hall bereits eine gefeierte Anna Bolena. Mit 25 Jahren! folgte dann die Norma, die ihrer Stimme ein jehes Ende bereitete. Hier hören wir den Abgesang ihrer größten Rolle. Die hohen Noten, besonders in den Duetten mit Adalgisa (Fiorenza Cossotto) sind unerträglich. Sie gleichen einem erstickten Schrei! Immer ist sie vorsichtig und nimmt ihre Kräfte zurück um irgendwie die Oper durchzustehen und wenigstens einige hohe Töne zu treffen. Die Finalszenen sind katastrophal und Töne springen meist gar nicht erst an. Sie forciert in der dreigestrichenen Oktave so stark, dass dann man nur noch ein heiseres und gequältes Krächzen vernehmen kann. Cossotto dagegen ist brilliant, singt die arme Souliotis aber andauernd aus und hält hohe Noten erheblich länger, als sie es noch vermag. Als Sängerin ist sie großartig aber als Gesangspartnerin eine absolute Nullnummer. Koloraturen sind bei der Souliotis unrhytmisch und laufen aus dem Ruder. Sie ringt nach jeder Phrase nach Atem und hechelt sich durch die enorm schwere Partitur. Sie hat sich keinen Gefallen getan! Wann wird die Decca endlich vernünftig und veröffentlicht die Studioaufnahme ihrer Norma und die Anna Bolena zu einem erschwinglichen Preis? Hier kann man das Genie der Diva erleben, ohne mitzittern zu müssen, wenn sie ansetzt um ein hohes C zu singen! Sehr zu empfehlen ist auch ihr großartiger Nabucco. Weiterhin sollte man das neu veröffentlichte Arienrecital kaufen, auf dem sie Bolenas Wahnsinnsszene singt, wie keine andere vor ihr. Für Einsteiger jedoch gilt: Finger weg von dieser Norma und lieber ein paar Euro mehr in die Studioeinspielung unter Varviso investieren!
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am 5. Juni 2013
Eine wunderbare Oper mit wunderbarer Musik und einer herausragenden Maria Callas. Der Vorteil dieses Produktes ist, das das Booklet in Italienisch und deutscher Übersetzung geliefert wird.
Super zum reinhören und mitfühlen.
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am 14. September 2010
Maria Callas hat mit ihrer Interpretation der Norma wohl am eindrucksvollsten Zeugnis von ihrem Können abgelegt, wie kaum in einer anderen ihrer zahlreichen Rollen. Auch die Hörer, die sich nicht zur Huldigungsgemeinde der Diva zählen, können sich der Faszination dieser Stimme als Norma nicht entziehen. In der Titelpartie entfaltet sie den ganzen Reichtum ihrer Stimme. Die Intensität ihres stimmlichen Ausdrucks ist derart packend, dass man in jeder Phase des gesanglichen Ausdrucks die zum Leben erweckte Norma zu spüren glaubt. Wie kaum bei einer anderen Oper besteht für die Titelfigur die Gefahr, das Melodramatische zu überziehen und in die Lächerlichkeit abzudriften. Maria Callas wandelt jedoch auf diesem schmalen Grat souverän in absoluter Perfektion und Glaubwürdigkeit. Sie lässt nicht den geringsten Zweifel aufkommen. Vielmehr zieht sie den Hörer magisch in den Bann ihrer Ausstrahlung als Persönlichkeit und Künstlerin mit einer begnadeten Stimme, hohen Musikalität und wirkungsvollen Darstellungskraft.

Die größten Anstrengungen hat zwar die Titelrolle zu tragen, jedoch würde diese Oper als Gesamtkunstwerk fraglos leiden, wenn nicht auch die anderen Partien mit den Besten besetzt wären, die die Opernlandschaft zu bieten hatte. Mario del Monaco ist der ideale und unerreichte Pollione geblieben und somit auch der Einzige unter seinen Kollegen gewesen, der der Titelträgerin stimmlich gewachsen war. Der Zusammenklang der Stimmen ist demzufolge enorm. Vincenzo Bellini war ein großartiger Melodiker. Und diese Melodik trägt die Stimmen förmlich empor. Dramatischer Ausdruck wie Schönheit der Stimmen bilden hierbei mit allen Fassetten eine packende Symbiose vom ersten bis zum letzten Atemzug. Maria Callas löste überall starke Emotionen aus und stimulierte auch ihre Kollegen zu sängerischen Höchstleistungen. Mario del Monaco war damals im Zenit seiner Laufbahn und singt mit ausdrucksvollem Glanz und strahlender Schönheit.

Diese am 7.12.1955 in Mailand entstandene Liveaufnahme gehört neben dem Mitschnitt einer Aufführung in Rom 29.6.1955 zu den besten Aufzeichnungen dieses Werkes überhaupt. Die Aufnahme in Rom, bei der ebenfalls Mario del Monaco den Pollione sang, ist selbst nach der technischen Restaurierung der Mailänder Aufnahme klangtechnisch etwas besser geblieben. In Rom wurde die Aldagisa von Ebe Stignani dargeboten. Trotz einer beachtlichen Leistung wird sie aber von ihrer Kollegin Giulietta Simionato, der Lieblingspartnerin und Freundin der Callas, bei der Aufnahme in Mailand erheblich übertroffen. Der Stimmenglanz von Maria Callas und Giulietta Simionato ist im dramatischen wie im lyrischen Ausdruck so einzigartig, wie man es besser nirgends hören kann. Dennoch bleibt es dabei, dass auch die römische Aufnahme ihren Vorteil hat, weil sie im Klangbild präsenter erscheint. Man sollte sich um beide Aufnahmen bemühen.

Die Aufnahmen sind umso wichtiger, als in nachfolgenden Jahren Maria Callas den stimmlichen und nervlichen Belastungen als Opernsängerin immer weniger gewachsen schien. Licht und Schatten wechselten in zunehmendem Maße. Schon bei dem Debüt von Maria Callas an der New Yorker Met im Oktober 1956, die vom Rundfunk weltweit übertragen wurde, war Maria Calles nicht auf der Höhe ihres Könnens, sie wirkte überaus nervös. Mario del Monaco und Cesare Siepi sangen so schön wie nie zuvor, so jedenfalls Rudolf Bing. 1958 musste der italienische Staatspräsident nach dem ersten Akt von Norma nach Hause gehen, weil Maria Callas sich nicht mehr in der Lage sah, den höchsten Anforderungen zu genügen. Durch Überanstrengung hatte die Stimme erheblich nachgelassen.

Im Jahr 1965 unternahm Maria Callas einen Comebackversuch als Norma. Man spürte bei den späteren Vorstellungen allerdings, dass es mit der Höchstleistung vorbei war. Maria Callas befand sich in einer Nervenkrise. Während alle Kollegen auf sie Rücksicht nahmen, drehte in der letzten Vorstellung Fiorenza Cossotto als Aldagisa ihre wunderschöne Stimme, mit der sie in allen Tonlagen brillieren konnte, derart auf, dass Maria Callas einen Nervenzusammenbruch erlitt und nach der Vorstellung bewusstlos in ihre Garderobe getragen werden musste. Die Aufnahmen in Mailand und Rom sind also relativ kurz vor der Wende in der Laufbahn von Maria Callas entstanden und bilden nicht durch deshalb ein Tondokument mit Ewigkeitswert.

Nachtrag:
Keine andere als die legendäre Giuditta Pasta (1798 - 1865) hatte die Titelpartie in der Uraufführung gesungen. Bellini hatte nicht nur "Norma", sondern auch "La Sonnambula" (Die Nachwandlerin) für sie geschrieben. Weiterhin schrieben für sie Pacine "Niobe" und Donizetti "Anna Bolena". Nach ihrer endgültigen (zweiten) Ausbildung löste sie bei ihrem Debüt 1819 eine regelrechte Sensation aus, ihre Darstellungskunst muss enorm gewesen sein. Ihre Durchschlagskraft der Stimme und Wahrheit des Ausdrucks waren ihre signifikanten Merkmale. Leider endete ihre Karriere frühzeitig im Jahr 1835. Weitere legendäre Interpretin war Jenny Lind (1820 - 1887), auch schwedische Nachtigall genannt. Auch sie war ruhmreiche Interpretin von "La Sonnambula" und "Norma". Bereits im Alter von 29 Jahren (1849) zog sie sich von der Bühne zurück, um sich dann nur noch dem Liedgesang zu widmen. Maria Callas war ohne Zweifel die bedeutendste Vertreterin im Anschluss an ihre beiden Vorgängerinnen. Sie suggerierte den Eindruck, selbst die personifizierte Norma zu sein. Ein solches Gefühl wird nicht allein durch schönes Singen und Beherrschung der Koloraturen mit sämtlichen Verzierungen erreicht, sondern primär durch konsequente Verwirklichung des Willens, die Stimme als Mittel zum Zweck lebendiger Gestaltung einzusetzen. So hatte z.B. Joan Sutherland stimmliche Möglichkeiten im Bereich der Callas, aber sie setzte mehr auf wächsernen Schönklang der Stimme. Weder sie noch andere Kolleginnen, die sich diesen Belcantopartien hingaben (Renata Scotto, Edita Gruberova u.v.a.), konnten die Überzeugungskraft der Callas erreichen.

Eine gewisse Ausnahme sehe ich in der Interpretation durch Elena Souliotis vor allem deshalb, weil auch ihre Darstellung in besonderer Weise fasziniert und dabei einen Zauber entfaltet, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Schönheit der Stimme ohne Selbstzweck und Wahrheit der Empfindung berühren auf das Tiefste. Ich kann die Studioaufnahme in der Besetzung mit Fiorenza Cossotto und Mario del Monaco wärmstens empfehlen. Es ist hingegen unglaublich, was in einigen Besprechungen anderer Einspielungen über die Interpretation durch Mario del Monaco behauptet wird. Das grenzt schon an Rufmordkampagnen. Anstelle eigener Überzeugung scheinen irgendwelche Klischees übernommen worden zu sein. Mario del Monaco verwirklicht in ähnlicher Weise wie Maria Callas eine glaubhafte Rolleninterpretation, indem er nicht nur seine bronzefarbene Stimme mit Wohlklang ertönen lässt, sondern seine stimmlichen Mittel auch dazu verwendet, den Pollione lebendig werden zu lassen. Er setzt seine Stimme stets maßvoll ein und strahlt ebenso männliche Ruhe und Besonnenheit wie leidenschaftliche Größe aus. Die Vorhalte scheitern an den Tatsachen wie Luftblasen.
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Die Schwächen von Elena Suliotis als NORMA sind bekannt, darüber ist schon einiges geschrieben worden - das ändert jedoch nichts daran, dass es trotzdem Freude macht, diese Aufnahme zu hören. Fiorenza Cossotto als Adalgisa ist erstklassig, eine der besten Adalgisas des 20. Jahrhunderts, und Oliviero de Fabritiis ` Dirigat bringt italienischen Schwung in diese Aufnahme. Die Tonqualität dieser sehr lebendigen Live-Aufnahme kann man als gut bezeichnen, es handelt sich ja um eine inoffizielle Aufnahme, wie meistens bei Myto-Records.

Auch ist die Anspannung im Orchester und im Publikum zu jeder Zeit zu hören. Das japanische Publikum freut sich hörbar, diese NORMA zu erleben, klatscht gelegentlich in die Musik hinein, aber das stört nicht wirklich. Ein authentisches Live-Dokument eines Teatro alla Scala - Gastspiels.

( J. Fromholzer )
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am 29. November 2013
Absolute Empfehlung:

ich gebe zu, die erste studioaufnahme der norma von/ mit joan sutherland noch nicht gehört zu haben,
bis auf die traviata, die, wie die lucia, ihrem stimmcharakter entgegenkommen (entschuldigung, ich bin laie und beschreibe meine persönliche empfindung), reissen mich die frühen studioaufnahmen aus den sechzigern einfach nicht mit, spätere allerdings auch kaum (ich bin trotzdem bewunderer!);
die zweite studioaufnahme, jetzt endlich preiswerter erworben, ist bei weitem nicht so schlecht, wie allgemein behauptet,
man hört wundervollen gesang, ohne allerdings ein wort zu verstehen (ich rede von der hauptrolle);
ich will nicht behaupten, italienisch zu verstehen, aber ich höre von der artikulation keine worte heraus bei ihr,
ich konnte aber nebenbei lesen und zwischendurch begeistert aufhorchen,
das zum allgemeinen vorwurf "altersaufnahme sutherland/ pavarotti/ caballe", geht m.E. zuweit (!),
fand meine bisherige meinung aber durchaus bei den gehörten liveaufnahmen bestätigt.
Die norma von 1972 mit huguette tourangeau liess mich völlig kalt, die norma von 1969 aus buenos aires mit charles craig und fiorenza cossotto liess dann doch leidenschaft erahnen.

"callasgeprägt" (wortspiel!)griff ich aber doch immer wieder zu deren studio- oder liveaufnahmen, ich kann auch nur immer wieder die aufnahme von 1976 aus san francisco mit christina deutekom empfehlen.

Auf die aber hier besprochene aufzeichnung war ich in keinster weise vorbereitet.

Dieses feuerwerk, das hier marilyn horne (kann irgendjemand anders das überhaupt wiederholen?), carlo bergonzi (ich hatte noch nie gehört, dass dieses beispiel an gesangskultur den pollione gegeben hat) und, tatsächlich, joan sutherland, abbrennen, ist absolut mitreissend, und m.E. uneingeschränkt empfehlenswert!

PS:
stehe noch unter dem eindruck der gerade gehörten aufnahme!
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