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Kundenrezensionen

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am 29. September 2016
Aufnahmebild:
Die Mikrophone scheinen keineswegs dicht platziert gewesen zu sein und die Sänger wirken nicht extra verstärkt, sondern müssen sich in einem realistischen Gesamtklang ehrlich gegen das Orchester behaupten. Letzteres ist auf der Hörbühne weit ausgebreitet, weist auch räumliche Tiefe auf, und die Sänger befinden sich offenbar vor den Instrumentalisten. (-- Dies mein akustischer Eindruck; wie es sich tatsächlich damit verhielt, weiß ich nicht.)

Sänger:
Agnes Baltsa bietet mit einer leichten Stimme einen jugendlichen Octavian. Ein frauliches Timbre geht ihr ab. Sie klingt durchaus jungenhaft, ist mithin für Hosenrollen wie die des Octavians gut geeignet ist, welche Partie von ihr sehr melodisch vorgetragen wird.
Anna Tomowa-Sintow als Marschallin zeigt sich unaufgeregt und lässt sich nie mit einem dramatischen Sopran vernehmen (wie etwa Régine Crespin in der Solti-Einspielung). Vielmehr agiert sie kammermusikalisch. Sie bevorzugt es, ganz bewusst eher leise und nur knapp über dem Lautstärkelevel des Orchesters zu singen. Besondere Stärken sind bei ihr die saubere Vokalformung, die Wärme ihres Timbres sowie, dass sie das Schauspielerische ihrer Partie auf sublime Weise und mit Liebe fürs Detail in ihren stimmlichen Vortrag vollauf integriert hat.
Janet Perry, die die Sophie singt, besitzt eine zwar nicht große, doch feste Stimme mit ganz geringem Vibrato. Souverän und kontrolliert achtet sie auf die dynamischen Variabilität und meistert die extremen Höhen der Partie in einem wunderbar schönen Piano.
Kurt Moll verkörpert die selbstsichere, zwischen Noblesse und forscher Grobheit changierende Art des Baron Ochs auf -- sic! -- Lerchenau in kongenialer Weise. Obschon im Vollbesitz ihrer Möglichkeiten ist seine Stimme die eines bereits gesetzteren Mannes, was das Alter des Baron Ochs gut einfängt. Geschickt und flexibel bewegt sie sich in stets authentisch schauspielerischer Diktion in einem beachtlichen Ausdrucksspektrum. Besonders beeindruckend ist, wie Moll die untersten Notenwerte umzusetzen vermag: Nicht allein werden sie präzise intoniert, vielmehr gelingt es ihm, trotz der Tiefe den verschiedenen Vokalen ihre je spezifische Färbung korrekt zukommen zu lassen und dabei die Töne dennoch voll und groß zu formen. Dies ist sicherlich der vorzüglichen Brustresonanz Molls geschuldet, welche allerdings mit der für ihn typischen Kehligkeit seiner Stimme einhergeht. Zudem fehlt freilich nicht sein weiteres Markenzeichen: das elegante, nicht aus der Not geborene und nur leichte Vibrato, dank dessen das Timbre ohne alle Härte ausfällt.
Die Nebenrollen sind ebenfalls stark besetzt. Besonders lobend herausgreifen möchte ich Gottfried Hornik als Sophies Vater Faninal, dessen Cholerik nahezu bedenklich wirkt, sowie Victor von Halem als Vorstadts-Unterkommissarius, der den Tumult im dritten Akt mit großer und bestimmender Stimme auf überzeugende Weise zu beenden und die Ordnung wiederherzustellen versteht.

Orchester und Dirigat:
Die Wiener Philharmoniker spielen mitnichten auffällig präzise, machen aber einen sehr selbstsicheren Eindruck. Der musikalische Fortgang vollzieht sich im Fluss und mit innerer Schlüssigkeit. Instrumentalisten und Sänger sind hierbei rhythmisch leger-souverän beieinander.
Homogenität und üppige Sinnlichkeit sind das Credo. Filigrane Elemente werden eingebettet, einzelne Stimmen oder Motive stechen nie gravierend aus dem Gesamtauftritt heraus. Der Ausdruck ist zuckersüß, dick aufgetragen, so sehr, dass bei manchen langsameren Passagen die Streicher sogar in den nächsten Ton hineingleiten. Da und dort schlägt die selige Stimmung allerdings auch ins Melancholische um.
Wie so oft unter Karajan wird mit einer Vorwärtsneigung und in langen Spannungsbögen musiziert. Dem Zusammen halt und der Einheitlichkeit der einzelnen Akte kommt dies sehr zupasse. Wie nicht ganz so oft unter Karajan sind zudem Orchesterspiel sowie gegebenenfalls sängerische Vielstimmigkeit ziemlich transparent, welches für die im „Rosenkavalier“ vorkommende situative, ganz eng an die Opernhandlung geknüpfte Polyphonie eminent wichtig ist, bei der ja aus dramaturgischen Gründen verschiedene Themenkomplexe zeitgleich und doch irgendwie getrennt voneinander auf den Plan treten.

Vergleich mit Karajans früherer Studio-Einspielung:
Bei Karajans erster Studioeinspielung mit dem Philharmonia Orchestra, aufgenommen 1956, agierte das Orchester zurückhaltender und im Großen und Ganzen leiser als die Wiener bei der zweiten. Dies zusammen mit der damals üblichen forcierteren Aussprache der Konsonanten sichert der älteren Aufnahme den Lorbeer besserer Textverständlichkeit (obschon diese bei der späteren Achtziger-Jahre-Produktion keineswegs schlecht ist).
Auf der anderen Seite ist Janet Perry eindeutig die bessere Sophie gegenüber Teresa Stich-Randall, welcher es nicht gelingt, ihre Resonanzräume zu erschließen, und die zu übermäßigem (Not)Vibrato neigt und die Melodik wie die Dynamik ihrer Partie nicht oder nur mit geringer Souveränität beherrscht. So erlangt denn auch nur mit Janet Perry, nicht mit Teresa Stich-Randall als Sophie das Schlussduett zwischen dieser und Octavian am Ende der Oper, als ein weiteres Kleinod nach dem berühmten Terzett, die ihm gebührende Geltung.
Wer hingegen die bessere Marschallin ist, dürfte ziemliche Geschmackssache sein. Zwar ist der Vorwurf mangelnder Intonation bei Schwarzkopf nicht völlig aus der Luft gegriffen, da sie in der Tat -- anders als Tomowa-Sintow -- bisweilen die Töne nicht von Anfang an präzise anstimmt, sondern sie erst unmittelbar anschließend auf die richtige Höhe bringt. Doch geschieht dies nur sehr vereinzelt und wäre mir ohne das von der Kritik angeregte detektivisches Achtgeben nicht aufgefallen. Schwarzkopf singt ferner sicherlich mit etwas spitzem Tonfall und vielleicht ein bisschen von oben herab. Doch passt dies nicht zu einer Fürstin? Wie dem auch sei, demgegenüber ist Tomowa-Sintows Ausdruck sicherlich inniger und klingt mehr vom Herzen bewegt als vom Standesbewusstsein.
Christa Ludwig als Octavian überzeugt durch Leidenschaft und Elan -- mehr als Agnes Baltsa, doch gehört vom Timbre her eher letztere in eine Hosenrolle, während Ludwig schon in jungen Jahren eine recht frauliche Frauenstimme besaß.
Otto Edelmann ist ein brillanter Ochs. Einigen dürfte er dennoch nicht gefallen, da er einen das melodische Potential beiseite lassenden schauspielerischen Sprechgesang pflegte. Kurt Moll erweist sich hier geschmeidiger. Zudem hört er sich, passend für die Rolle, eindeutig wie ein bereits etwas älterer Schwiegersohn in spe an, während man dies vom 1956 noch recht jungen Otto Edelmann nicht sagen kann.
Der aber wohl gewichtigste Vorteil der 1982 aufgenommenen Einspielung ist, dass Karajan die große Schwäche seiner frühen von 1956 vermeidet, die Akte Zwei und Drei durch umstandslos zurückhaltendes und undramatisches Orchesterspiel auseinanderfallen zu lassen: Wenn im zweiten Akt das Lerchenau'sche Gefolge des Ochs im Hause Faninal über die Strenge schlägt, kann man dies bei der unbeteiligten Darstellung durch das Philharmonia Orchestra nicht ernst nehmen, weswegen diese musikalische Passage keinen Sinn macht und nur als ein irritierender Zufallseinschub daherkommt. Ähnlich verhält es sich mit dem wenig später vonstatten gehendem Ertapptwerden von Octavian und Sophie durch das italienische Intrigantenpaar oder mit dem Erscheinen des Kommissars im dritten Akt. Die Wiener Philharmoniker hingegen berichten mit ihren Mitteln sehr wohl davon, was sich in solchen aufregenden bis tumultösen Momenten auf der Bühne ereignet.

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TOP 500 REZENSENTam 9. August 2014
Karajan hat sich dem Rosenkavalier immer wieder zugewandt - dies ist ist seine zweite Studioproduktion, nach seiner legendären Londoner Aufnahme für die EMI (mit einer luxuriösen Besetzung: Schwarzkopf, Ludwig, Edelmann, man weiß nicht, wo man mit dem Schwärmen anfangen soll). Nun also eine Aufnahme, die der Salzburger Aufführung in den 80er Jahren folgte. Und gemessen an seinen früheren Versionen (zu erwähnen v.a. auch der Salzburger Live-Mitschnitt aus den 60er Jahren mit della Casa, Jurinac, Güden und eben wieder Edelmann) schneidet er deutlich schwächer ab (man muss jetzt nicht das böse Kritikerwort des Sklerosenkavaliers bemühen...). Das liegt zum einen am Dirigat von Karajan, das hier schon sehr statisch geworden, wenig Raum für Komik und Dramatik lässt. Da hilft es denn auch nicht viel, dass die Wiener Philharmoniker zum Niederknien schön spielen (und hierin ihren Londoner Kollegen überlegen sind).
Zum anderen sind auch die Sänger nicht wirklich überzeugend: A. Tomowa-Syntow ist darstellerisch zu blass und auch stimmlich zu unstet, Baltsa v.a. vom Stimmtypus wenig überzeugend, gestaltet aber wenigstens einen stürmischen Octavian. J. Perry ist als Sophie wenig überzeugend, die Stimme ist zu klein, darstellerisch bleibt sie blass. Nur Moll hält ein hohes Niveau, ist ein differenzierter Ochs, dem man auch den Adligen abnehmen kann.
Wenn man Karajan will und eine Studioaufnahme, dann diese: Strauss: Der Rosenkavalier, mir gefällt der Salzburger Live-Mitschnitt von ihm aber fast noch besser: Rosenkavalier (Gesamtaufnahme)
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am 9. Juli 2012
Obwohl dieser Rosenkavalier, der ja aus einer Produktion der Salzburger Festspiele Anfang der 80er Jahre entstanden ist, und von einem Teil der Musikkritiker negativ
bewertet wurde - man sprach sogar damals vom "Sklerosenkavalier", wurde er vom Salzburger Publikum und einem Großteil der Kritik begeistert aufgenommen.Ich schreibe diese Rezension, nachdem ich eben im Fernsehen den ersten Rosenkavalier aus München unter Carlos Kleiber gesehen habe. Kleiber hat bis auf wenige Stellen - Überreichung der silbernen Rose und Schlußduett - sehr schnelle Tempi, für meinen Geschmack manchmal zu schnell. Karajan legt die Tempi etwas breiter an, ohne jedoch auf scharfe Kontraste zu verzichten. Das Sängerensemble gefällt mit - mit Ausnahme von Lucia Popp und teilweise auch Brigitte Fassbaender - bei der Karajanaufnahme besser, die Stimmen passen auch viel besser zueinander, besonders das Schlußduett ist wie mit einer Stimme gesungen. Kurt Moll ist für mich ohnehin der beste Ochs, wunderbar komödiantisch und die tiefen Töne kommen wirklich tief und mit Kraft. Anna Tomowa-Sintow hat zwar einen starken Akzent, das stört mich nicht - in dem Vielvölkerstaat der Monarchie klingt das sogar glaubhaft.Auch alle anderen Rollen sind exzellent besetzt.
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am 28. November 2013
mein vater hat sich diese cd gewünscht und er findet sie einfach nur klasse - somit alles wunderbar, 5 sterne.
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