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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
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5,0 von 5 Sternen

am 2. März 2014
Sex, Gewalt und britischer Humor. Wer damit noch klar kommt, dem sei gesagt, dass dieses Buch in einem Dialekt verfasst wurde (Worcester, England). Noch immer interessiert?

Dann könnte Deadfolk dir vielleicht auch viel Spaß machen.

Und keine Angst: Die Geschichte an sich ist zwar schon sehr brutal, aber Charlie Williams hält sich mit Details einigermaßen zurück. Der gefeierte Roman Koma (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 10) von Jo Nesbø ist im Vergleich zu Deadfolk um einiges brutaler, was die Beschreibungen der einzelnen Szenen angeht. Auch in Sachen Sex geht Jo Nesbø deutlich weiter und dennoch zählt Koma zu Mainstream.

Allerdings erschafft Charlie Williams in seiner (erfundenen, an Worcester angelehnten) Stadt Mangel eine eigene Welt, in der es insgesamt einfach hetiger zur Sache geht. Heftiger und nicht politisch korrekt. Der Erzähler, Royston Blake, ist ein schrecklicher Macho mit mehr als nur einer Macke.
Seine Frau starb bei einem Feuer in einem Club, in dem er als Türsteher arbeitete. Er stand zwar unter Mordverdacht, aber es konnte ihm nichts bewiesen werden. Dennoch holen ihn die Ereignisse um diesen Brand nach und nach wieder ein. Er verstrickt sich immer tiefer in ein Geflecht von Rivalität, Lügen und Feindschaften. Aber wie schlimm es auch kommt: Abhauen ist kein Thema. Niemand verlässt Mangel. So einfach ist das...

Was Deadfolk in meinen Augen so besonders macht, ist die Art und Weise, wie Royston Blake seine Geschichte erzählt. Wie man als Leser immer wieder merkt, dass er sich selbst etwas vormacht und nicht selten sich selbst belügt. Wie das, was er gerne wäre und das, was er wirklich ist, zwei unterschiedliche Dinge sind.

Im Grunde ist Royston Blake ein krimineller Schläger. Objektiv betrachtet alles andere als ein sympathischer Held. Dennoch steht der Leser fest auf seiner Seite und leidet mit ihm mit. Denn im Grunde weiß Royston Blake durchaus, was richtig und falsch ist. Doch er ist impulsiv und trifft gerne die Entscheidungen, die im kurzfristig zwar einen Vorteil verschaffen, aber auf lange sicht sein Dilemma immer weiter verschlimmern.

Der britische Humor gibt dem Ganzen erst die eigentlich interessante Note. Versteht mit nicht falsch: Das hier ist kein lustiges Buch! Aber zwischen den Zeilen pulsiert die typisch schwarze Ader der britischen Literatur. Sehr bissig aber in Unterton einfach unterhaltsam.

Ein Wort noch zum Dialekt:
Ich schätze, man muss schon gut Englisch können, damit man damit klarkommt. Charlie Williams benutzt Begriffe, Schreibweisen und Grammatik, die nicht gerade dem Standard-Englisch entsprechen. Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um "reinzukommen". Aber dann empfand ich den Dialekt sogar als hilfreich. Beim Lesen hört man förmlich die Stimme Royston Blakes. Und genau das zeichnet seinen Charakter so glaubhaft.

Keine Angst. Ich würde sagen, der Dialekt ist auch nicht mehr, als für den Effekt notwendig ist. Man gewöhnt sich schnell daran... Wenn man fit genug ist in Englisch.

Und die Schimpfwörter? Nun ja. Gehört dazu. Wen die F-Wörter aber stören, der sollte lieber doch die Finger von diesem Buch lassen, sonst wird er sich 208 Mal beim Lesen aufregen müssen. ;)

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Bisherige Titel aus der Reihe:

1. Deadfolk (2004)
2. Booze and Burn (2005)
3. King of the Road (2006)
4. One Dead Hen (2011)
5. Made of Stone (2013)
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