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TOP 1000 REZENSENTam 19. März 2011
Diese Aufnahme ist ein Live-Mitschnitt von den Bayreuther Festspielen 1998 und aus mehreren Gründen sehr hörenswert:

Daniel Barenboim kann sich erlauben, die Meistersinger wieder so zu dirigieren, als hätte es die problematische Aufführungsgeschichte gerade dieser Oper nie gegeben. Es ist sehr erfrischend, sie wieder einmal so fröhlich, unvergrübelt und festlich zu hören. Barenboim wählt teilweise flotte, aber nicht extreme Tempi und lässt das Orchester bei aller rhythmischen Stringenz so ungeniert im Klang schwelgen, wie man es seit Furtwängler nicht mehr gehört hatte. Dank der Akustik des Bayreuther Festspielhauses mit dem verdeckten Orchester brauchen die Sänger trotzdem nicht zu brüllen, sondern werden auf dem Klang getragen.

Und diese Sänger sind es wert, gut gehört zu werden:

Peter Seiffert ist schlicht der ideale Stolzing: Eine kräftige, metallisch timbrierte jugendliche Heldentenorstimme mit glänzender, unforcierter Höhe und gutem Legato. Außer Ben Heppner habe ich nie einen Stolzing von ähnlicher Qualität gehört.

Robert Holl als Hans Sachs hat nicht ganz diese Klasse: Er gestaltet seine beiden großen Monologe sensibel und nachdenklich, kann auch die Volkstümlichkeit des Schusterlieds ("Jerum, jerum") überzeugend vermitteln, vermeidet übertriebenes Pathos im heiklen Schlussmonolog. Auf der anderen Seite ist Holls Stimme ist ein tiefer, weich timbrierter Bass mit wenig Kern. Damit fehlt ihm z. B. die erforderliche Giftigkeit in den Szenen mit dem Beckmesser. Vor allem aber liegen die höheren Passagen der Rolle für Holl nicht angenehm, er muss zwar nicht forcieren, klingt aber auch nicht entspannt. Eigentlich hat er mehr eine Pogner-Stimme, ist ein guter, kein idealer Sachs.

Emily Magee ist eine gute, wenn auch nicht mehr ganz jugendliche Eva - ihre Vorgängerin in Bayreuth, Renee Fleming (1996) wäre mir allerdings noch lieber gewesen.

Andreas Schmidt gibt den Beckmesser erfreulicherweise nicht als Karikatur, sondern als etwas aufgeblasenen Intellektuellen und tragische Figur - eine moderne, sehr überzeugende Darstellung. Endrik Wottrich - noch vor seinen fatalen Ausflügen ins zu schwere Fach - singt den David ungewöhnlich ernsthaft und mit heldischen Zügen. Birgitta Svendéns Magdalene klingt recht scharf und altjüngferlich - was aber zum Text passt ("die Alte ist's"). Matthias Hölle ist ein guter, würdiger Pogner, Hans-Joachim Ketelsen ein wunderbar aufgeplusterter Kothner, die übrigen Rollen sind mehr als rollendeckend besetzt.

Insgesamt ist dies eine der überzeugendsten Wagner-Aufnahmen der letzten zwei Jahrzehnte, mit einem anderen Sachs wäre sie sogar eine der besten überhaupt. Zu dem Preis mehr als eine Empfehlung.
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TOP 1000 REZENSENTam 19. August 2011
Die Box mit 4 CDs (kein Libretto) ist ein Live-Mitschnitt aus Bayreuth (Juni 1999 laut Booklet; nach Kestings Sänger-Buch ist es eine Montage verschiedener Auftritte). Die Tonqualität ist gut, soweit es das Orchester betrifft. Die Stimmen klingen mir im ganzen zu sehr aus dem Hintergrund kommend, werden bei lauterer Begleitung auch mal ziemlich überdeckt. Die Aufteilung der Akte/Szenen auf die CDs überzeugt nicht ganz (Akt 1, Szene drei bricht auf CD vor den letzten zwei Stücken ab; bei Akt 3, Szene 4 fehlt auf der CD 3 gerade noch ein Stück, das auf die letzte CD gepackt wird).

Barenboims Dirigat ist sehr frisch, wiegend und wogend, dynamisch und diffferenziert.

Robert Holl gibt einen sehr väterlichen Sachs. Er singt recht tief und ist in seiner Präsenz eher zurückhaltend. In den Massenszenen bekommt er so nicht die prägende Stellung, die die Figur haben sollte, seine großen Einzelstücke wirken bei aller Weichheit und prinzipeller Schönheit des Gesangs etwas lau. Wie mehrere Sänger präsentiert er auch ein paar komische Betonungen, deren Idee ich nicht nachvollziehen konnte und die ich als rhythmusstörend empfand.

Der Höhepunkt der Aufnahme ist der Walther von Peter Seiffert. Er singt sauber, schön, mit präziser Linienführung. Er vereint Kraft mit Lyrik in sehr überzeugender Weise (nur an wenigen Stellen schmeißt er sich mal einen Tick zu sehr in die Brust).

Leider hat er keine ebenbürtige Eva. Nachdem mir Emily Magee als Elsa in Barenboims Lohengrin noch gut gefallen hat, kommt sie mir hier überfordert und etwas lustlos vor. Es klingt wie eine Standardpflichtübung einer Opernsängerin ohne viel Gedanken über die Figur, die dann auch nicht sehr präsent wird. Dies wird unterstützt durch große Probleme in der Textverständlichkeit und (wie bei Sachs) eigenartige Abweichungen vom natürlichen Rhythmus.

Auch Andreas Schmidt als Beckmesser kann nicht ganz überzeugen. Die Stimme des eigentlich hauptsächlich im Liedbereich engagierten Baritons ist dafür einfach zu hell und weich (im Booklet sogar versehentlich als Tenor bezeichnet). Sein Beckmesser klingt so zu sanft und jung, fast sympathisch. Hans-Joachim Ketelsen, der einen recht bissigen Kothner gibt, hätte ich mir hier besser vorstellen können.

Matthias Hölle hat mir hingegan als Pogner gut gefallen. Ich mag seine weiche, fließende Stimme, die er technisch sauber in der Rolle zu einem gefühlvollen, wahrhaft um seine Tochter besorgten Vater werden lässt.

Endrik Wottrich als David macht das ordentlich, aber unauffällig. Er klingt für einen Lehrburschen etwas alt (aber das tun die meisten Sänger in dieser Rolle) und neigt auch zu diesen komischen Betonungen.

Fazit: Keine wirklich hochklassige Aufnahme und der Genius Loci aus Bayreuth schwappt auch nicht über. Wegen des guten Dirigats, der schönen Leistung von Seiffert und weil die erwähnten Kritikpunkte selten wirklich stören (bis auf Eva) vier Sterne.
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am 6. Dezember 2014
In meinen Augen gehört diese Oper zu den schönsten die Richard Wagner komponiert hat. Die Leitmotive sind extrem eingängig, das Werk kriecht einem geradezu ins Ohr. Insgesamt eine sehr flotte, melodische und vor allem gefühlvolle Oper. Wer einmal die bekannte "Selige Morgentraum-Deutweise" (der fulminante Höhepunkt des Werkes) gehört hat, vergisst diese musikalische Großtat sein Leben lang nicht mehr.

Das Bayreuther Festspielorchester liefert eine beeindruckende musikalische Leistung ab, die gelegentlich auftretenden Bühnengeräusche schaden der Aufnahme keineswegs, diese braucht sich vor einer Studioaufnahme keineswegs zu verstecken.
Die Klangqualität ist durchweg auf hohem Niveau, kein Rauschen, kein Husten, keine hörbare Souffleuse (mir bei Aufnahmen des Rings teils schon negativ in Erinnerung geblieben), die Instrumente für mein Empfinden angenehm klar, die Sänger müssen auch nicht gegen das Orchester anschreien sondern sind deutlich abgebildet.

Hans Sachs und Walther von Stolzing sind mit Robert Holl bzw. Peter Seiffert in meinen Augen traumhaft besetzt. Insbesondere die oben genannte Morgentraum-Deutweise wird durch Seiffert auf unglaublich ergreifende Art interpretiert. Seiffert zählt für mich zu den Top Wagner-Interpreten.

Diese Oper gehört bei mir zu den meistgehörten Werken Wagners, und ich persönlich bin mit dieser Aufnahme mehr als glücklich.

Klare Kaufempfehlung, durchaus auch für Wagner-Einsteiger zu empfehlen.
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