Fashion Sale Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More saison Hier klicken Fire Shop Kindle Sabaton festival 16

Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
37
3,7 von 5 Sternen
Format: MP3-Download|Ändern
Preis:6,19 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 9. Januar 2015
Ach schade. Nachdem ich in den letzten Wochen mal wieder einige alte Alben von Roxy Music und Bryan Ferry angehört hatte, bekam ich mal wieder Lust auf was Neues vom Qualitätsgaranten. Doch schon beim Auftaktsong von Olympia hatte ich das Gefühl, ausschließlich Selbstzitaten oder sogar Samples zu lauschen. Das wäre ja angesichts des formidablen Backkatalogs noch verschmerzbar, aber leider hat man beim Aufwärmen den Groove vergessen. Klassiker wie "More than this", "Take a chance with me" oder "Sensation" lebten eben nicht nur von ihrem genialen Songwriting und der filigranen Instrumentierung, sondern auch von ihrer triebenden Rhythmik.
Schlecht ist das alles nicht, auch Olympia hat durchaus Momente. Die Faszination eines geschlossenen Ferry-Werks allerdings bleibt aus.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 30. August 2010
... um es mit einem Song aus dem 1979 'Manifesto' Album zu sagen. Kaum noch zu erwarten hat Bryan Ferry noch einmal sehr tief eingeatmet, sich mit einer Vielzahl alter Weggefährten aus Roxy Music Tagen (Eno, Mackay, Mazanera), alt bewährten Mitmusikern und Produzenten (Rogers, Gilmour, Nye, Davies, Spedding), neuen Mitstreitern (Flea, Greenwood, Groove Armada, Scissor Sisters ) sowie sage und schreibe drei seiner vier Söhne zurück gezogen, mit viel Gelassenheit und dem Wissen, dass dies seine letzte Platte sein könnte gefrickelt und gebastelt und ein zeitloses Meisterwerk ausgeatmet, mit dem zumindest ich nicht mehr gerechnet habe. Stilistisch zwischen Roxy Musics 'Avalon' und den Soloplatten der 80ern angesiedelt, überrascht 'Olympia' sehr sehr positiv mit seinem extravaganten Stil, der vielschichtigen Produktion (Rhett Davies, Eno), und der Qualität der Sounds und Songs. Nichts wirkt dabei altmodisch, obwohl alle Zutaten dafür vorhanden sind.

YOU CAN DANCE setzt direkt in den ersten Takten mit der Remiszenz an AVALON die Bühne, von drei Bassisten rhythmisch getrieben und mit vielschichtigen Lead und Rhythmus Gitarren. Die exquisite Vorabsingle ist aber einer der schwächeren Songs. Ferry reiht leicht vorträgliche Upbeat Popsongs wie ALPHAVILLE (unverkennbar Dave Edwards mit Eno an den Tasten), HEARTACHE BY NUMBERS, mit einem Fast Coldplay Intro und einem simplen aber effektiven Refrain, das vielleicht sogar nochmal ein Top 30 Hit werden könnte, oder das eher zeitgemässe sehr funkige SHAMELESS und BF BASS, das fast andeutet, dass unser Womanizer sich unglücklich im Internet verliebt hat ;-) , an bewährte komplexere Songs, mit dem für mich besten Songwriting seit Jahren, im Ferry Kontext müsste man eigentlich Jahrzehnte sagen und wundervollen Coverversionen. NO REASON NO RHYME ist so ein Kandidat, ein von Piano und Keyboards getriebenes langsames Stück, das den Zuhörer mit Samt umschmeichelt und einwebt, "That look in your eye / the brush of your cheek / these are the moments in life that I seek," schmachtet Ferry mit fast brüchiger Stimme. Phil Manzaneras wundervolle Gitarren untermalen den Untergrund, um dann in ein zweiminütgen Intermezzo freien Lauf zu bekommen und von der Leine gelassen zu werden. Den restlichen Raum fühlen die schwergewichtigen weiblichen Backingvocals mit ihren oohs und aahs. Mit dieser Nummer käme niemand durch, ausser eben Ferry, und bei ihm wird es ein Diamant. Oder SONG FOR THE SIREN, ein Buckley Song, den schon Mortal Coil vor Jahren gecovert haben und der hier quasi zum Roxy Music Revival wird und wie auf den Leib geschneidert wirkt. Bereits nach wenigen Takten setzt kaum wahrnehmbar Mackays Oboe ein, für den wahren Roxy Music Fan ein Fest, mir kamen nicht nur bildlich die Tränen beim ersten Hören ;-). Ein wahrer Höhepunkt. Die eher langsameren Stücke wie TENDER IS THE NIGHT und ME OR MYE zeigen Ferry auch textlich von der introvertierten Seite und offenbaren wiedermal eines, Bryan Ferry ist niemand, der Songs am Fliesband schreibt, der sich manchmal schwertut mit dem eigenen Songwriting. Wenn es ihm aber dann gelingt, dann wird es kein Mittelmass, sondern eine Perle.

Olympia ist sinnlich, vielschichtig, sophisticated - ein sich ruhendes Stück Musik, das das bekannte Ferry Universum noch einmal zusammenfasst, mit verführerischen sich erhebenden Gitarren, sonischen Soundkollagen und einem meist sanften manchmal vorantreibenden Rhythmus. Natürlich mit Ferry's eleganter Stimme im Mittelpunkt, same as it ever was. Ein zeitloses Meisterwerk und Statement, das genau dieses "same as it ever was" nocheinmal zusammenfasst und so hell erstrahlen lässt, dass es die Hoffnung erweckt wird, dass es nie verglühen wird. Oder um es mit der feinen poetischen Anspielung und Schlussfolgerung aus NO REASON NO RHYME zu sagen:

"No reason or rhyme, no chance or design, just a dance to the music of time."

Update: Heute kam dann endlich die Deluxe Version mit der Post. Drei CDs und ein Picturebook. Meine Frau sieht mich schmunzelnd aber wissend, wie gross meine Bryan Ferry Obsession ist, auf dem Sofa sitzen. Das Buch ist wundervoll gelungen, unterlegt mit Bildern aus der Session mit Kate Moss und eine Reihe wunderschöner Corbin SW Aufnahmen von Ferry selbst finden sich ein lesenwertes Intro von Ferry Biograph Richard Williams und ein Essay zur Auswahl des Covertitels. Zwei Extratracks sind enthalten, Lennon's WHATEVER GETS YOU THROUGH THE NIGHT erweist sich hierbei als Glückgriff, in dem auch wieder Mackays Oboe Schraffuren zu finden sind. CD Nummer 2 enthält Remix Versionen und ist wohl eher zum Autofahren, denn zum Sofa gemacht, CD Nummer 3 enthält dann abschliessend ein Making-Of, in dem die ganzen älteren Herren noch einmal ausgiebig zu Wort kommen. Für Fans ein wunderbares Gesamtpaket.
33 Kommentare| 52 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Mai 2016
..Zeug. Plätschert so vor sich hin und klingt als hätte Ferry zuviel Valium eingeworfen. Grauenvoll. Gähn..schnarch..bitte eine Kanne Kaffee für unseren Langweiler. Und für mich gleich mit...muss wieder wach werden...
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Februar 2012
Schöne, einlullende, elegant groovende und bisweilen tief rumpelnde, leichtfüßige und modernistisch aufgeflockte Produktion, die in Melodieführung und Sounds typisch nach Roxy aber auch nach Tricky (!) klingt und eher was für Wohnzimmerabende als für den Dancefloor ist. Ferry haucht eher, als dass er singt. Der Mix nimmt die Stimme sehr stark zurück, und leider sind auch die Backgroundgirls durch etwas zu stylish geratene Effektlawinen ein wenig zerhackt worden. Es entstehen Sounds, die an Chöre erinnern, über denen Ferry in Marc Bolan'schem Klang klagend zu schweben scheint. Da jeder weiß, dass Ferry zu den ganz "Großen" gehört, wird jeder sich auch die Frage stellen müssen, ob der alte Styler noch an die juvenilen Heldentaten (wie Remake Remodel, Do The Strand, Bogus Man) anknüpfen kann: Ein ganz großer Wurf ist Olympia sicher nicht, dennoch wäre es unangemessen, die CD zu verreißen. Denn es gibt gute, sehr gute und auch sehr sehr gute Momente. Derentwegen lohnt sich die Anschaffung der zurückhaltenden Klänge durchaus.

Fazit: Elegantes, interessantes, ohrenfreundliches, synfonisches Ding zur abendlichen Entspannung, kein revolutionäres Seventies-Machwerk. Für Ferry-Liebhaber wie mich aber absolut begeisternd und dicht.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. April 2012
Lange Jahre war es ziemlich still um den charismatischen "Sunnyboy", der seine größten und bekanntesten Solohits überwiegend in den Achtzigern verbuchen konnte. Zwar veröffentlichte Bryan Ferry in den letzten zwei Jahrzehnten eine Reihe von guten Alben, auf denen er auch immer gekonnt seine musikalische Stilrichtung änderte, und so, jedem Werk seinen eigenen Touch gab; ein Album, das mich allerdings, ähnlich wie - Boys & Girls - komplett in seinen Bann zog, blieb jedoch aus. Mit - Olympia - transformiert sich Ferry nun unmittelbar in die Zeit der Achtziger zurück, denn die durchweg popangehauchten Songs zeigen wieder die typische, teils schmeichelhafte Sanftmütigkeit und zärtliche Weichheit, die ich in seiner Musik so sehr liebe. Die einzelnen Songs besitzen auch wieder diese prickelnde Atmosphäre, bzw. das gewisse Etwas, für das gewisse Etwas. Auch die Titelbezeichnungen - You Can Dance, Alphaville, Me Oh My, Shameless, Song To The Siren etc. - erinnern unmittelbar an die Achtziger.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle keinen einzigen der zehn hervorragenden Songs, denn sie rauschen in einer so wohltuenden Melancholie durch die Ohren, dass es eine Freue ist, dabei die Augen zu schließen, um sie intensiv genießen zu können.

Auch wenn sich Ferry mit seinen neuen Songs sehr hörenswert im Olymp der qualitativ hochwertigen Popmusik zurückmeldet, wird er wahrscheinlich den kommerziellen Olymp der heutigen "Verfalldatumsmusik" nicht erreichen, was mich persönlich aber überhaupt nicht daran hindert, diesem Werk hier verdiente fünf Sterne zu verleihen, denn es ist ein Album, das nicht nur zeigt, dass Ferry immer noch richtig gute Songs schreiben kann, sondern auch darauf hoffen lässt, dass hier in naher Zukunft vielleicht noch etwas nachkommt.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. August 2016
Man konnte schon in den 90er Jahren deutlich bemerken, dass Bryan Ferrys Stimme nachlässt. Inwzischen kann er praktisch gar nicht mehr singen. Er "raunt" und müht sich durch dieses Album, dass es schon eher traurig ist, sich das anzuhören. Da hilft auch die gelungene Instrumentierung nichts mehr. Die letzte für mich akzeptable Aufnahme ist die "Roxy Music Live" von 2003. Danach hätte er besser seine Karriere beendet, denn was er hier gesanglich alterbedingt abliefert, dafür kann man echt kein Geld mehr verlangen. Deshalb ist meine Empfehlung, sich doch besser die alten Sachen von Roxy und Solo anzuhören und Olympia auszulassen (und Avonmore auch).
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Juli 2015
Ich habe fast alles von Bryan Ferry in meiner Sammlung. Dieses Album sollte man öfter hören, um es zu mögen. War anfänglich etwas enttäuscht, habe es nun aber liebgewonnen. Für fans eine Kaufempfehlung, vor allem zu dem günstigen Preis. Ansonsten hätte ich mir diese Scheibe wohl gespart.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. November 2013
Hatte mich seit dem miesen "As Times Goes By" und anderen nur mittelmäßigen Veröffentlichungen doch etwas von den Werken Bryan Ferrys distanziert. Jedoch konnte ich bei dem momentanen Preis von knapp 4 Euro nicht wiederstehen das 2010 erschienene Album "Olympia" zu kaufen, obwohl mich die Hörproben nicht sonderlich beeindruckt hatten. Auch nachdem ich das Album in Händen hielt und der erste Durchgang statt gefunden hatte war ich noch nicht sonderlich angetan. Erschrocken über die doch gealterte und mittlerweile etwas brüchig, spröde Stimme von Bryan Ferry, die mehr gehaucht ist, und bei den Songs doch eher eingehüllt im klanglichen geschehen erscheint. Songsequenzen hatten sich in meinem Kopf festgesetzt, dass ich einen weiteren Durchlauf startet. Und da kam auch schon das erste mal das Aha - Erlebnis. Anfänglich geglaubte Disharmonie enpuptt sich plötzlich als Exzellente aufeinander abgestimmte Harmonie in der die mittlerweile spröde Stimme von Bryan Ferry dezent, elegant eingebettet ist. "You Can Dance" ließ mich nicht mehr los und auch "Alphaville" überzeugte mich. Weitere Glanzstücke sind "Me Oh My" genauso "No Face, No Name, No Number" , "Reason Or Rhyme" und das Wunderbare "Tender Is The Night". Das Glanzstück ist für mich "Shameless", absolut schamlos, entwaffnend, ein Bravourstück. "BF Bass" ist das schwächste Stück des Albums.
"Olympia" wird sich dem Hörer sicher nicht beim ersten hören erschließen, das braucht 3-4 Durchgänge aber auch danach wird es noch einiges zu entdecken geben auf dem Album. Ein cool, elegantes Werk von Bryan Ferry und nach "Boys And Girls" eines seiner besten. 5 Sterne !!!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. November 2010
Ein neues Album von Bryan Ferry ist immer willkommen. Keine Frage. Aber nach mehrmaligem Hören und intensiver Lektüre der anderen Rezensionen hier finde ich es doch mal nötig ein paar Sätze dazu zu schreiben.
Viele betonen, dass hier zum ersten wieder Brian Eno und andere Roxy-Kollegen dabei sind. Das ist schlichtweg falsch. Derartige Kollaborationen gab es schon 2002 bei "Frantic" und 1994 bei "Mamouna". Die Frage ist nur, ob man das auch wirklich hört. Ich persönlich hab da so meine Mühe. Is auch nicht weiter schlimm, nur als Kaufgrund sollte man das nicht sehen. Gleiches gilt auch für David Gilmour, Nile Rodgers oder Steve Nieve. Sie alle sind nur ein Teil des Klangteppichs, haben aber keinen wirklichen Einfluß auf die Musik. Pures Name-Dropping.

Wer - wie ich - seit der Roxy Music Live-Reunion auf eine Rückbesinnung auf alte Stärken gehofft hat sollte die Finger von diesem Album lassen. Seit 1980, also seit "Flesh + Blood" (das mit dem Roxy Music Sound kaum noch etwas zu tun hatte und auf dem Manzanera & Mackay schon zu Statisten degradiert wurden) regiert bei Bryan Ferry ein gepflegter, Keyboard gestützter weißer Schlafzimmer-Soul im Midtempo-Bereich. Das war OK solange dabei ein paar wirklich große Songs herauskamen. Die aber fehlen spätestens seit "Bête Noire". Wenn man mal bedenkt wieviele Veränderungen es bei Bryan Ferry & Roxy Music in den wenigen Jahren 1972 bis 1980 gab (das waren gerade mal 8 Jahre) und dann mit den letzten 30 Jahren vergleicht ist die Innovationsquote schon reichlich dünn. ... und mal ehrlich, selbst die Single "You Can Dance" wäre auf "Avalon" bestenfalls ein ordentlicher Albumtrack gewesen.

Wie viele Roxy Music-Fans war ich ziemlich enttäuscht, dass es das lange angekündigte Reunion-Werk nun doch nicht mehr geben soll. Ich habe allerdings den Verdacht, dass einige, der hier vertretenen 8 Original Kompositionen (der Rest sind die üblichen Ferry-Cover) als Beiträge für eben dieses Album gedacht waren. Für diese Theorie sprechen einige Verdachtsmomente. Erstens war auf dem Roxy Album eine Zusammenarbeit mit den Scissor Sisters angekündigt. Die gibt es nun hier. Zweitens ziert "BF Bass" die Kompositions Credits "Ferry/Manzanera". Drittens arbeitet Bryan Ferry bekanntermassen ewig an seinen Alben. Woher soll er also so schnell 8 neue Songs hergenommen haben, wenn er bis zuletzt an einem Roxy Music-Album gearbeitet hat und alle Roxy Kollegen (bis auf Paul Thompson) auch hier dabei sind. Viertens: das Cover, das auf den ersten Blick eindeutig als Roxy Werk identifizierbar scheint.
Wenn meine Annahme stimmt macht es auch wirklich Sinn das Werk nun unter "Bryan Ferry" zu vermarkten, statt unter dem "Roxy"-Banner. Die Erwartungen an ein Band-Album wären ungleich höher gewesen. Als Ferry-Werk muss es sich nur mit "Boys And Girls" messen und da schneidet es - trotz einem fehlenden neuen "Slave To Love" - ganz ordentlich ab. "Frantic" und "Mamouna" hatten bessere Momente, insgesamt aber wirkt "Olympia" wesentlich ausgeglichener, homogener. Natürlich wäre es mal schön ein Album ganz ohne Fremdkompositionen zu haben. Dann aber würde "Song To The Siren" fehlen, eindeutig einer der Höhepunkte von "Olympia". Totalausfälle (wie es einige bei "Frantic" gab) sind hier nicht zu verzeichnen. Allerdings nerven einige Details wie z.B. die hohen weiblichen Backings bei "Heartache By Numbers". Ferrys Stimme wird quasi regelrecht beerdigt unter den Tonnen von hohen Stimmen. Sowas tut man einfach nicht. Die Bassarbeit ist dagegen grundsätzlich superb. Davon profitieren u.a. "Alphaville", "You Can Dance", "Shameless, "Song To The Siren" und "BF Bass", womit auch schon die Anspieltipps genannt seien.

Bleibt unter dem Strich ein fantastisch klingendes Album mit passablen Songideen. Spektakulär ist aber anders ...
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 22. Oktober 2010
... für diese eigentümliche Anhäufung kann natürlich nur spekuliert werden. Weniger gottesfürchtige Zeitgenossen mögen sich vorstellen, dass der große alte Mann im Jenseits diversen großen alten Männern im Diesseits eine Art Rundmail inklusive drohender Einberufung geschickt haben mag, versehen mit der unmissverständlichen Mahnung, dass nur eine nach göttlichem Ermessen hochwertiges, künstlerisch anspruchsvolles Alterswerk das Datum des Stellungsbefehls um ein weniges nach hinten zu schieben vermag. Und so warfen denn auch alle diese betagten Männer hektisch ihre Kreativmotoren an und versuchten sich um den Aufschub verdient zu machen - Neil Young, Phil Collins, Joe Cocker, Elton John, Eric Clapton, Elvis Costello, Carlos Santana, Prince und nun auch Bryan Ferry.

Wie denn nun das Urteil von droben ausgefallen ist, weiß noch keiner so genau, Prince hatte sich wahrscheinlich in Kenntnis seiner verrufenen und unzweideutigen Prosa keine großen Chancen ausgerechnet, Phil Collins und Santana sollen dem Vernehmen nach schon die letzten Dinge regeln und Joe Cocker hat wie jedes Jahr seine Fristverlängerung problemlos erhalten, da auch das Gehör des Schöpfers und die Nerven seiner Mitarbeiter ihre Grenzen kennen.

Um Bryan Ferrys Chancen sollte es nach der "Einsendung" von "Olympia" nicht so schlecht bestellt sein. Schon bei der Auswahl des Covermotivs hat der alterslose Dandy durchaus Geschmack bewiesen, denn wie seine Musik weist auch Modelikone Kate Moss einiges an Brüchen und Zwischentönen in ihrer Vita auf und kann doch mit unbestrittener Anmut überzeugen. Den Anfang macht ein alter Bekannter - "You Can Dance" war ja schon auf DJ Hells letztem Opus als technoid flirrender Monstertrack vertreten, jetzt mit gezogenem Stecker plus Unterstützung durch Gitarrenquäler Flea ein gelungenes, wenn auch eher untypisches Stück. Den Wiedererkennungspart erledigt dann das smarte "Alphaville", das ähnlich wie die später folgenden "No Face, No Name, ..." und "Reason Or Rhyme" exemplarisch für die unverwechselbar distinguierte, unterkühlte Note Ferrys steht.

Dabei steht bei diesem Album eher Ferry Wandlungsfähigkeit im Vordergrund - mit einer beachtlichen Gästeliste gestartet, springt der makellos Gestylte gekonnt zwischen den Stilen resp. Stühlen einher und kann in vielerlei Spielarten überzeugen: ob soulig getragenes "Me Oh My" mit Brian Enos und David Gilmours Veredelungskünsten oder satter Dance im ebenfalls schon vorveröffentlichten "Shameless" zusammen mit der Groove Armada, es mag ihm nichts misslingen. Allein der als Höhepunkt gepriesene "Song To The Siren" von Tim Buckley lässt trotz reichlicher Starbesetzung durch die leicht aufpolierte Oberfläche etwas an Herzblut und Tragik vermissen, aber selbst das kann man Ferry nicht wirklich zum Vorwurf machen. Dagegen war er immer ein Mann des Grooves und den bekommt er - siehe "BF Bass" - noch immer problemlos auf die Bretter gezwungen. Zum Schluss mit "Tender Is The Night" noch eine gefühlvolle Pianoballade für's Poesiealbum, für Ferry ein scheinbar müheloses Kunststück.

Textlich bleibt er der sinnliche, melancholischer Charmeur, ein liebevoller Schwerenöter, ein Frauenversteher, einer, den lyrisches Schwelgen nicht alt aussehen lässt. Ob das Album nun ein großer, ein gewichtiger Wurf geworden ist, wird wohl wieder nur der alte Mann mit dem langen Bart beantworten können. Ferry selbst hat zum Thema "Perfektion" ohnehin eine klare Meinung: "Das Wort gefällt mir nicht. Perfektion ist nicht zu haben." Recht hat er.
55 Kommentare| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,29 €
8,49 €

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken