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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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4,3 von 5 Sternen
Format: Vinyl|Ändern
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Die 1987/88 auf CD veröffentlichen Beatles-CDs ließen, vor allem im Vergleich mit den Remasters anderer Künstler aus den Sechzigern, schon recht bald erahnen, dass sie doch vielleicht etwas vorschnell und nicht sorgfältig genug remastert worden waren; umso erstaunlicher, dass es bis zum Jahre 39 der Trennung der Beatles dauerte, bis endlich der gesamte Katalog der Beatles-UK-Alben so, wie er zur Zeit des Bestehens der Band erschien, liebevoll editiert und erstklassig remastert auf den Markt kommt, und zwar in aller Konsequenz, d.h. sämtliche Stereo- UND Mono-Mixe umfassend, d.h. man hat zum ersten mal freie Wahl. In der vorliegenden Box sind die Stereo-Alben zusammengefasst, die ersten vier Alben davon zum ersten Mal offiziell komplett (etliche Songs gab es ein paar Jahre zuvor schon auf den beiden "Capitol"-Boxen; teilweise aber in den bearbeiteten US-Mixen).

Ich persönlich ziehe bei den allermeisten Beatles-Songs die Stereo-Mixe vor, da ich sie so kennengelernt habe und sie außerdem fast durchgehend detailreicher, "bunter" und weniger dumpf empfinde. Bis zum "Weißen Album" war in England das Mono-Format das dominierende, was dann aber schnell und endgültig zugunsten des Stereo-Formats kippte; wer nachempfinden will, wie die Songs zu Zeiten der Beatles hauptsächlich im Radio und auf LP gehört wurden und dabei noch die etlichen kleinen Unterschiede in den jeweiligen Mixes entdecken möchte, sollte zum parallel erscheinenden Mono-Boxset greifen, das nur die Alben bis zum "Weißen Album" enthält, da "Abbey Road" und "Let it be" nur in Stereo vorliegen und der Monomix von "Yellow Submarine" lediglich von den Stereobändern "heruntergemischt" wurde.

Zur Verpackung: alle CD-Hüllen sind umweltgerecht in Papier und Pappe designt und mit liebevoll gestalteten Booklets versehen, die neben dem jeweiligen Original-Begleittext zahlreiche unveröffentlichte Promo- und Session-Fotos sowie knappe, aber kompetente historische und aufnahmetechnische Anmerkungen enthalten. Besonders die üppigen Booklets von "Magical Mystery Tour" und "Sgt. Pepper's" geben dabei das Artwork der EP ("MMT") bzw. der CD von 1987 ("Sgt. Pepper's") wider. Schade dagegen, dass es beim "Weißen Album" zwar für eine Miniaturausgabe des Posters mit den Songtexten auf der Rückseite, nicht aber der vier dem Original beigelegten Portraits gereicht hat! Auch das Eingravieren der fortlaufenden Nummer ins Cover wäre ein netter Zusatzgag gewesen.

Zum Inhalt: die Alben wurden in der Songabfolge jeweils 1:1 ihren UK-LP-Vorlagen entsprechend übernommen (Ausnahme: "Magical Mystery Tour" war ein US-Album, das erst im Laufe der Jahre Standard wurde), es gibt keinerlei Bonustracks, aber dennoch Interessantes zu entdecken.

Da die Zweispur-Masters der Debüt-Single Love me do/P.S. I love you schon ziemlich bald wieder gelöscht worden waren und die "mock stereo"-Mixe im Laufe der Zeit wieder aus der Mode kamen, hat man für "Please please me" wie zu erwarten die originalen Monomixe verwendet. Für die beiden '65er Alben "Help!" und "Rubber Soul" fertigte George Martin 1987 neue Mixe an, um das Stereopanorama den fortgeschrittenen Hörgewohnheiten anzupassen (d.h. die Rhythmusspur wurde vom linken Kanal weiter zur Mitte hin verlegt und die Gesangsspuren auf der rechten Seite räumlicher verteilt). Ich finde es etwas befremdlich, dass man für diese Stereo-Box auf diese '87er Abmischungen zurückgriff, die ich immer als weder Fisch noch Fleisch empfand, anstatt auf die ursprünglichen von 1965 (diese finden sich als Bonustracks auf den jeweiligen CDs der Mono-Box; andersherum wäre passender gewesen. Immerhin ist so sichergestellt, dass auch die Mono-Box ein paar Käufer mehr findet.)

Auf den Stereo-LPs und -CDs von "Yellow Submarine" geisterte bisher ein "fake stereo"-Mix von Only a Northern Song herum. Ich fand den Song immer ziemlich dröge; hier wird zum ersten Mal der Original-Mono-Mix veröffentlicht, durch den er gewinnt. Im Stereomix des "Yellow Submarine Songtrack"-Albums (1999) und besonders auf der "Anthology"-Version mit teilweise geändertem Text kann ich ihm aber deutlich mehr abgewinnen.

Die Krönung dieser Wiederveröffentlichungen besteht für mich in der "Past Masters"-Doppel-CD, auf der zum ersten Mal offiziell die Stereo-Mixe von From me to you und Sie liebt dich enthalten sind (da She loves you und I'll get you das Schicksal von Love me do und P.S. I love you teilen (s.o.), sind auch sie weiterhin nur in Mono erhältlich). Ganz erstaunlich, was die Techniker beim erneuten Mastern aus der Vinyl-Single (!) von Love me do rausgeholt haben, die jetzt wieder etwas langsamer läuft - so ein runder Bass, der nicht zulasten der Höhen geht! Bei Day Tripper wurde der kurze Kanalaussetzer rechts (1:50) noch eleganter digital kaschiert als auf "1", das überzählige "yeah" (2:32) dagegen diesmal nicht.

Die 49-minütige Bonus-DVD fasst noch einmal alle 3-5-minütigen Dokumentationen mit den netten Computeranimationen und den Interviewauszügen zusammen, die den jeweiligen CDs beigefügt sind.

Zum Klang: Das sorgfältige Remastering ist genau so ausgefallen, wie ich es mir gewünscht habe - sämtliche Songs atmen mehr, sind klarer konturiert und von der Lautstärke sehr homogen aneinander angeglichen (ein Manko der "alten" Beatles-CDs); mein Aha-Erlebnis gleicht dem Blick, der sich auftut, wenn man durch eine nach Wochen wieder frisch geputzte Fensterscheibe blickt. Die Tontechniker haben fast ehrfürchtig eigene Klangvorstellungen außen vor gelassen und die Integrität der Songs bewahrt. Heutzutage geht man wieder mehr dazu über, die Songs nur dort zu komprimieren, wo nötig, z.B. bei She's a Woman, wo die Rhythmusspur auf dem linken Kanal und damit der ganze Song sonst zu dünn klänge (vgl. die alte "Past Masters"-CD). In der Werbung hieß es, diese Remasters klängen so gut wie seit ihrer Erstveröffentlichung auf Vinyl nicht mehr - ich würde sagen: besser!

Ich finde die Veröffentlichung dieser beiden Boxen eine und höchst erfreuliche Angelegenheit seitens der Plattenfirma - endlich fällt (zumindest zum Teil) das ewige Zusammensuchen rarer LPs und CDs auf Plattenbörsen weg, und ich werde für lange Zeit nicht mehr das Bedürfnis haben, meine Beatles auf diversen LPs zu hören aus Frust über die unzulänglichen CD-Ausgaben der Vergangenheit, die ich endlich komplett entsorgen kann! NOCH konsequenter wäre es allerdings gewesen, sämtliche Stereo- UND Monoversionen in einer Box bzw. auf den Einzel-CDs unterzubringen, was in den meisten Fällen technisch kein Problem dargestellt hätte.

Jetzt freue ich mich weiterhin auf die dritte "Capitol"-Box und "Live at the Hollywood Bowl" auf CD.
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am 3. Mai 2010
Ich habe noch nie eine Rezension geschrieben, aber nachdem ich kürzlich direkt hier über den Marketplace um ein Haar Opfer eines Betrugs geworden bin, sehe ich mich in der Pflicht, andere Käufer vorzuwarnen! Dank dieser zitierten Rezension konnte ich gleich nach Ankunft der Ware anhand des grünen Balkens auf der Rückseite die Fälschung erkennen und an ihrer Stelle ein Original einfordern.

Also Augen auf und auf diese Merkmale achten:

Leider sind von dieser schönen Box inzwischen einige Fälschungen im Umlauf, die
wohl aus dem asiatischen Raum stammen.

Auf der Rückseite der äußeren Schutzhülle befindet sich vor dem oberen grünen
"The" ein kleiner grüner Balken, der nicht auf der Original Box ist.

Die Pappe in der Box ist instabil und grau, im Original stabil und schwarz.

Auf der Rückseite vom "White Album" wird "Wild Honey Pie" fälschlicherweise
zweimal aufgeführt. Es fehlt zudem das Mini Poster.

Noch offensichtlicher, auf der Rückseite von Revolver werden die Beatles Namen
als Paul McCarirmy, Paul McCanney, George Harrisun and Ringo Start geschrieben.

Auf der Rückseite von "Past Masters" steht fehlerhaft 5 LADY 5 LADY Madonna. Für
die beiden "Past Masters" CDs gibt es dort nur einen Einschub.
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am 26. September 2009
Wie die neuen Beatles-CDs auf hochwertigen HiFi-Anlagen klingen, wurde hier ja schon ausreichend beschrieben. Viele Leute hören Musik aber auch oft im Auto, über durchschnittliche Musikanlagen oder eben über Mp3-Player. Deshalb möchte ich mal einen Eindruck vermitteln, wie die Alben als Mp3 klingen. Hierzu habe ich sowohl die alten CDs von 1987, als auch die neuen Stereo-Box-Versionen mit dem neuesten Lame-Codec in variabler Rate um 192 Bit gerippt. Als Grabber verwendete ich die aktuelle "Exact Audio Copy" Software. Zusätze wie "Joint-Stereo" habe ich dabei abgeschaltet. Als Abspielgerät benutzte ich einen iPod Classic 6G mit Koss Porta-Pro Kopfhörern. Ich habe es zum Vergleich auch mal mit den deutlich hochwertigeren Komponenten eines Freundes probiert, bestehend aus Cowon X5 Player und iGrado Kopfhörern. Aber da klang es dann fast schon wieder wie auf einer High-End-Anlage. Da die neuen CDs mit durchschnittlich 100 Dezibel wesendlich lauter überspielt sind als die alten, habe ich die Mp3s nach dem Rip mittels "Mp3 Gain" auf einheitliche 92 dB gesetzt, um die alten und neuen Versionen auch ohne ständige Lautstärkeanpassung vergleichen zu können. Im Folgenden gehe ich die Alben einzeln durch, da ich den Eindruck habe, dass von den verantwortlichen Toningenieuren jeder etwas anders remastered hat.

Zu den alten CDs

Als im Februar 1987 die ersten vier Alben als CD herauskamen, waren die Beatles damit ziemlich spät in die CD-Ära gestartet. Denn zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten 60er Jahre Musiker bereits ihr gesamtes Oeuvre auf CD herausgebracht, während es von den Beatles bis dato nur einen dubiosen Sampler namens "First" zu kaufen gab. Die Verspätung hatte allerdings einen Grund. Denn man hatte bei der EMI beschlossen die Alben nicht nur einfach digital zu überspielen, wie es damals gängige Praxis war, sondern sie komplett zu remastern. So begann ein Team von Toningenieuren unter der Leitung von Beatles-Produzent George Martin den gesamten Backkatalog der Beatles fürs digitale Zeitalter aufzupolieren. Dabei legte George Martin die Priorität auf einen möglichst authentischen Klang, während HiFi-Aspekten nur sekundäre Bedeutung zukam. So ließ Martin z.B. die originalen 60er Jahre Bandmaschinen und Mischpulte aus den Abbey Road Kellern ausgraben und richtete damit eines der Studios so ein, das das Remastering weitestgehend auf Basis von analogem Equipment stattfinden konnte. Das Ergebnis wurde zwiespältig aufgenommen. Während viele George Martin dafür lobten, dass er den Klangcharakter der originalen Vinyl-LPs sehr gut getroffen hat, wurde von einigen Klang-Puristen montiert, dass mit einem digitalen Remastering eine noch deutlichere Verbesserung möglich gewesen wäre.

Please Please Me & With The Beatles

Die guten Ansätze im Remastering auf die ich bei den folgenden Alben noch eingehe, werden hier leider durch die wirklich grausige Stereoabmischung zunichte gemacht. Die knallharte Trennung von Rhythmusgruppe auf dem linken- und Gesang auf dem rechten Kanal, wirkt über Kopfhörer nicht nur unnatürlich, sondern geradezu unangenehm. Bereits nach halbstündigem durchhören hatte ich ein taubes Gefühl auf den Ohren. Hier wäre ein Remix des gesamten Stereobildes mehr als empfehlenswert gewesen. Bei beiden Alben klingen die alten Monoversionen wesendlich ausgewogener und harmonischer.

A Hard Day's Night

Hier zeigt der Stereomix erstmals gute Ansätze, offenbart andererseits aber auch noch einige Schwächen. Denn vieles klingt hier noch mehr nach Duophonic als nach echtem Stereo. Bei der Mono-Fassung von "If I Fell" zum Beispiel, singt John die erste Strophe solo und ungedoppelt. Bei der neuen Version hört man nun den typischen Duophonic-Sound, in dem die Stimme auf beide Kanäle gesplittet und dann gegeneinander zeitlich verzögert abgespielt wird, wodurch es zu einer Art rotierenden Chorus-Effekt kommt. Solche Verdrehungen des originalen Klangs sind bei diversen Sequenzen auf dem ganzen Album zu hören. Für ein authentischeres Klangergebnis, wäre auch hier vielleicht ein kompletter Remix angebracht gewesen. Sehr positiv hingegen präsentiert sich Pauls "And I Love Her" das hier in einem traumhaft makellosen Sound rüberkommt. "Any Time at All" ist eines der wenigen Beispiele in der die Solostimme in Stereo noch deutlicher herausragt als in Mono. Genau andersherum ist es bei "When I Get Home", wo John einem in Mono direkt ins Ohr zu brüllen scheint, wohingegen er in Stereo eher aus einiger Entfernung zu einem singt. Bei "Things We Said Today" ist Pauls gedoppelte Stimme in Mono nur im Hintergrund zu hören, während sie in Stereo fast gleichauf mit seinem Sologesang liegt. Ich weiß nicht wie man so etwas ohne Remix erreichen kann. Zwar wirkt der Einsatz von Kompressoren letztlich auch wie ein Remix der Lautstärke der einzelnen Spuren, aber dies würde sich ja auf alle Instrumente auswirken. Zu "You Can't Do That" und "I'll Be Back" kann ich nur sagen: Nie wieder in Mono. Denn die Stereo-Versionen sind hier in jeder Beziehung überlegen, einwandfreier Klang im nahezu perfekten Mix. Insgesamt ist "A Hard Day's Night" ein zweischneidiges Schwert. Einiges klingt in Mono immer noch unverfälschter und druckvoller, anderes wiederum ist in Stereo so gut das es die Mono-Fassungen fast vergessen lässt.

Beatles for Sale

Die wohl größte Überraschung der gesamten Stereobox. Der durchweg gute Mix wird noch weit übertroffen durch die wirklich überragende Soundqualität. So fett und analog haben die Beatles zuletzt auf Vinyl geklungen. Selbst "Abbey Road" klingt nicht viel besser. Man kann sich kaum losreißen. Man braucht nur mal "Rock and Roll Music" mit der alten Fassung zu vergleichen, der Unterschied ist wirklich wie Tag und Nacht. Bass und Gitarre die bisher nur dünn und zaghaft durchkamen, hämmern auf einmal mit voller Wucht durch die Kopfhörer. Und das gilt fürs ganze Album, sowohl Stimmen als auch Instrumente haben eine solche Präsenz und Konturenschärfe, das man den Eindruck hat, die Gruppe steht direkt vor einem. Einzig "I'm a Loser" klingt in Mono immer noch etwas direkter und ungestümer. Insgesamt aber ein Musterbeispiel perfekten Remasterings.

Help!

So beeindruckend der klangliche Quantensprung bei "Beatles for Sale" ist, so wenig weiß mich "Help!" zu begeistern, selbst bei intensivem durchhören zwischen alter und neuer Version, kann ich kaum einen Unterschied bemerken. Der Frequenzgang scheint absolut identisch zur alten Fassung. Wenn ich beim anhören blind hin- und herschalte ohne aufs Display zu sehen, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, welches nun die jeweils neu remasterte Version ist. Selbst beim anhören der CDs über die HiFi-Anlage ist eigentlich nur der große Unterschied in der Lautstärke zu vernehmen. Wenn "Beatles for Sale" die meisterhafte Arbeit eines leidenschaftlichen Toningenieurs wäre, dann würde ich das Remastering von "Help!" als das Ergebnis eines gelangweilten Lehrlings einstufen.

Rubber soul

Ab hier zeigten die Beatles ihre wahre Klasse. Zwischen "Help!" und "Rubber Soul" muss irgendetwas Umwälzendes passiert sein. Zeitlich lagen nur unvorstellbare 4 Monate zwischen der Veröffentlichung der beiden Alben. Von der musikalischen Entwicklung her, könnten es aber auch 20 Jahre sein. Leider haben sich die Toningenieure davon offensichtlich nicht beeindrucken lassen. Denn statt ebenfalls die Siebenmeilenstiefel anzuziehen und in neue tontechnische Dimensionen vorzustoßen, gehen sie hier eher in Gänsefüßchen voran. Will heißen, die Fortschritte sind sehr dezent. Hier ein bisschen mehr Kontur, dort etwas mehr Transparenz, das war's auch schon. So klingen "Think for Yourself" und "Nowhere Man" auf dem 10 Jahre alten "Yellow Submarine Songtrack" immer noch einen Tick frischer und knackiger als hier.

Revolver

Das rätselhafte siebte Beatles-Album gilt nicht wenigen als der kreative Höhepunkt im Werk der Band. Auf jeden Fall ist es das kantigste und experimentellste Album der Beatles. Vom Klang her ähnlich konservativ remastered wie "Rubber Soul", kann man das bedächtige Vorgehen der Toningenieure hier einigermaßen nachvollziehen. Denn neben "Pet Sounds" von den Beach Boys ist "Revolver" das wohl kunstvollste Werk der Popgeschichte. Hier etwas zu verändern wäre wahrscheinlich genauso unpassend, wie der Mona Lisa die Bäckchen neu zu pudern.

Sgt. Pepper

Pepper ist wirklich wie ein musikalisches Kaleidoskop. Wo man auch hinsieht, alles ist bunt und schillernd und fassettenreich. Ähnlich wie bei "Abbey Road" klang schon die 87er CD hervorragend, so das man hier kaum noch viel verbessern konnte. Dennoch hat man hier und da ein Quäntchen mehr Klarheit und Details herausgequetscht.

Magical Mystery Tour

Das Album könnte man vielleicht als eine Mischung aus Filmmusik und Sampler einstufen. Ursprünglich wurde es nur als Capitol-Album in Amerika veröffentlicht. Obwohl es brillante Songs enthält, wirkt es ähnlich wie der dazugehörige Film irgendwie richtungslos. Durch dass Remastering gewinnt das Album einiges an Ausdruckskraft. Das Ergebnis macht einen runden und stimmigen Eindruck. Hier kann man kaum etwas bemängeln. Im Gegenteil, das Album hat durchweg einen schönen vollen Sound und gehört eindeutig zum Besten was das neue Box-Set zu bieten hat.

White Album

Ist das weisse Album musikalisch ein Werk von geradezu kosmischer Bandbreite, so gefällt mir das neue Remastering hier nicht ganz so gut wie bei der 30th Anniversary Edition von 1998. Insgesamt ist es mir einfach etwas zu basslastig. Über höher auflösende Kopfhörer oder Boxen mag sich das von selbst ergeben, aber mit den getesteten Kopfhörern mach der Bass hier so viel Druck, das es teilweise schon dröhnt. Andererseits gibt es natürlich viele Leute die genau das gerne hören. Also spare ich mir weitere Kommentare.

Yellow Submarine

Bis auf das fetzige "Hey Bulldog" und natürlich "All You Need Is Love" wirkt das Album eher mittelmäßig, dafür aber tadellos remastered.

Let It Be

"Let It Be" hätte eines der besten Beatles-Alben werden können. Die Kompositionen sind ähnlich gut wie bei "Abbey Road". Leider hat man den Rohmix am Ende einem Scharlatan wie Phil Spector übergeben, der es jahrelang geschafft hat seine Unfähigkeit hinter gigantischem Bombast zu verstecken. So kann man sich nur in seiner Phantasie ausmalen, wie gut das Album wohl geworden wäre, wenn man es nur von George Martin auf seine Weise hätte produzieren lassen. Gerade weil das Album im Original einen so matten, schwammigen Sound hat, wirkt sich dass Remastering hier besonders vorteilhaft aus. Neben "Beatles for Sale" hört man hier die größten Fortschritte, alles klingt wesentlich direkter und transparenter. "Get Back" und "Two of Us" kommen so treibend und dynamisch rüber wie nie zuvor, klingt für mich sogar noch besser als auf Vinyl. Ob "Dig a Pony", "I've Got a Feeling" oder "Across the Universe", alles klang bisher immer so als würde die Musik aus einem anderen Raum zu einem hallen, jetzt hat man endlich das Gefühl am richtigen Platz zu sitzen.

Abbey Road

Was soll man zu "Abbey Road" noch sagen. Nie klangen die Beatles so cool und abgeklärt wie hier. Obwohl sich besonders John und Paul fast nichts mehr zu sagen hatten, spielten sie hier in einer traumwandlerischen Harmonie zusammen, in der jeder Vokalsatz, jeder Akkord, einfach jede einzelne Note auf den Punkt traf. Zudem wuchs George Harrison über sich hinaus, und George Martin legte hier wohl sein Meisterstück ab. Neben "Dark Side of the Moon" das vielleicht bestproduzierte Album überhaupt. Vom Klang her war "Abbey Road" schon immer der heilige Gral der Beatles-Alben. Selbst die halblegale japanische CD-Ausgabe von Toshiba aus dem Jahr 1983 klang schon exzellent. Deshalb sollte man hier auch keine gravierenden Verbesserungen mehr erwarten.

Fazit:

Alle Alben bis auf die ersten beiden erreichen durch das neue Remastering einen qualitativen Fortschritt der allerdings erheblich schwankt. Von minimal (Help), über solide (Rubber Soul, Revolver) und weiter zu sehr ordentlich (Abbey Road, Pepper, White Album), steigert es sich zu hervorragend (Let It Be, Yellow Submarine, Mystery Tour) und schließlich überragend (Beatles for Sale). Insgesamt wäre es wohl besser gewesen, man hätte dass Remastering einem einzelnen Mann anvertraut, statt einem Konsortium von Toningenieuren. Dann wäre das Ergebnis wohl deutlich einheitlicher und ausgeglichener ausgefallen. Zur EMIs Preispolitik kann ich nur sagen: Die Stereo Box ist schon teuer, aber der derzeitige Preis der Mono-Box ist fast schon unverschämt. Zumal sämtliche Mono-Alben, mit Ausnahme des "White Album", noch zusätzlich auf die jeweiligen Stereo-CDs gepasst hätten. Oder man hätte zumindest die auf "Past Masters" gesammelten Lieder, zeitlich eingeordnet auf die originalen Alben verteilen können. Denn solche Bonus-Tracks sind seit Jahren bei jeder Remastering-Edition absoluter Standart. Alles in allem hätte ich mir gewünscht, man wäre beim remastern etwas weniger ehrfürchtig gewesen und hätte auch mal den Mut aufgebracht, zumindest dort wo es wirklich angebracht wäre, auch mal neu zu mixen. Dennoch bleibt die Musik der Beatles das Beste was ich je gehört habe, und in den neuen Versionen klingt das meiste zumindest noch ein bisschen besser und einiges sogar noch deutlich besser als bisher.
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am 11. November 2012
ich habe lange gezögert, bevor ich mich für diese Edition entschieden habe, da ich schon einige Vergleichsmöglichkeiten im Schrank habe und mir gedacht habe: 'not again !':

- die Holzbox mit den OriginalCDs von Ende der 80er Jahre
- die Stereo und Mono Boxen von 2009
- die MFSL Original Recordings Box aus den 80ern
- die Sgt. Pepper als MFSL UHQR

da ich Jahrgang 1965 bin, habe ich die englischen Erstpressungen leider nie gehört ;-)

Mein erster Eindruck nach dem Auspacken der Box:
- sehr wertig verpackt
- das Begleitbuch ist sehr schön und gut aufgemacht, macht sehr viel Spass beim Schmökern, während die Musik läuft, toller haptischer Effekt
- die LPs sind sehr gut in Hüllen mit glänzendem Cover untergebracht und eine Art von Rice-Paper, super, da habe ich bei audiophilen Platten schon viel Papiermüll erlebt, das ist hier
ganz anders

Mein erster Eindruck nach dem Anhören von Abbey Road:
- der Pegel ist angenehm zurückgedreht, keinerlei Aufdrehen des Maximalpegels und Limiter wie bei aktuellen CDs, sehr angenehm
- die Musik ist eine Offenbarung, alles ist schön auf offener Bühne präsentiert, man hört die Stimmen, die Bässe wunderbar platziert, auf in die Erlebniswelt Beatles

Mein Steigerungsstufe ist folgende:
- die Abbey Road CD von 1987 ist gelinde gesagt von grausamer Qualität, die höre ich mir nie mehr an
- die Beatles 1 Zusammenstellung klingt ganz schlimm nach Kompressor, furchtbar, vermodert im Schrank
- die Stereo Box von 2009 klingt schon ganz annehmbar
- die Vinyl Version aus dieser Box klingt richtig gut, Here Comes The Sun ist der Wahnsinn, Maxwell's Silver Hammer hat eine Schattierung von Stimmen und Gitarren, die
einem den Atem raubt, ob dies jetzt daran liegt, dass das Vinyl von den 192/24er Mastern als Quelle erstellt wurde im Gegensatz zu der CD, kann sein aber für mich zählt
der Höreindruck, und der überzeugt.
- die Vinyl Version von MFSL setzt noch einen oben drauf, es gibt eine offene Bühne mit allen Klangeindrücken, aber man sitzt mitten drin im Geschehen, die wird von dieser
Vinyl Version nicht getoppt, ich habe aber den Eindruck, beide Editionen ergänzen sich ganz gut

Meine Empfehlung ist
- hören dieser Vinyl Edition, sie ist wirklich ihr Geld wert
- um das Vinyl nicht komplett zu ruinieren, wandeln mit einer Babyface und Wavelab auf 192/24Bit flac, dann geniessen der Musik über Amarra auf MAC bzw. Flac Player auf ipod,
wer das für verrückt hält und sich sagt, die CD ist doch eh schon digital und muss besser sein, sollte das mal probieren er wird sehen, dass ich recht habe, auch für mp3-Jünger.

Ich werde meine Hörerfahrungen der anderen Platten in dieser Rezension erweitern (die nächste wird Sgt. Pepper sein), freue mich auf eure Eindrücke

-> für mich 9 Sterne, die MFSL Edition bekommt die 10 ;-)

P.S. was ist eigentlich der Unterschied dieser Box zur Japan Box, die ist über doppelt so teuer, hat die eine andere Ausstattung oder anderes Vinyl ?

Update 14-Nov-12 (Sgt. Pepper Hörsession):
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so nun der von mir versprochene Update für die Sgt. Pepper Variante dieser Vinylversion, wie klingt sie wohl, aufgelegt und ... Wahnsinn ...
mit solch einer ausgewogenen Tonalität insbesondere der Instrumente habe ich diese Platte noch nie gehört, da erschliessen sich neue Dimensionen.
Diese Platte fand ich bisher immer etwas anstrengend zum Anhören, weil sie grossteils auf der CD Version von 1987 so klirrig klingt (insbesondere bei Good Morning,
Good Morning, A day in the life), so klingt sie einfach nur spannend, kaum zu glauben, dass man bei dem Alter dieser Mastertapes solch eine Qualität rauskitzeln konnte.
So macht sogar das trivialste Stück 'When I'm Sixty Four' wieder richtig Spass.

zum Vergleich die CD Version von 1987 eingelegt -> der ganze Spass ist weg, schade eigentlich, die CD wandert bei mir in die Mottenkiste
zum Vergleich die UHQR von MFSL eingelegt (die kostet ein Vielfaches) -> ich bin fast in Versuchung, dem neuen Vinyl den Vorzug zu geben, da die Tonalität so fasziniert,
selbstverständlich ist die UHQR aber auch auf hohem Niveau, da braucht es etwas ausführlichere Hörsessions.

wo ist der Haken ? auf der Auslaufspur fehlt der Bonustrack. Der gehört doch zu Sgt. Pepper, wer hat den denn wegrationalisiert (auf der MFSL ist er aber auch nicht drauf) ?

und die CD aus der Stereo Box 2009: hängt die CD von 1987 weit ab und klingt auch sehr gut -> die tolle Tonalität des Vinyls bietet sie aber trotzdem nicht, gut zu hören beim
Sitar-Intro von Within You Without You
und die CD aus der Mono Box 2009: das Vinyl und die CD fieseln die Instrumente und Stimmen schon fast analytisch auf, der Sound ist kompakter auf den Stimmen, ohne dass die
Instrumente untergehen, hat seinen eigenen Reiz wie da wohl das überarbeitete Vinyl in Mono klingt, falls es sie denn mal gibt ?

demnächst mehr an dieser Stelle ...
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am 10. September 2009
Seit Anfang der 70er Jahre bin ich Beatles-Fan und habe in diesen vielen Jahren bisher jeden Schritt der technischen Aufbereitung des Materials mitgemacht. Jetzt ist es also wieder einmal so weit, und - wie so oft schon - werden uns wahre Klangabenteuer versprochen, Neuentdeckungen, gar "Tränen vor der heimischen Anlage". Bestimmt nicht aus Geiz, sondern aus Hype-Erfahrung heraus bin ich diesmal vorsichtig und habe mir bislang nur die beiden späten Alben "Abbey Road" und "Let It Be" in den neuen Remasters angeschafft, weil ich zu diesen beiden Alben ein besonderes Verhältnis habe und sie in- und auswendig kenne.

Mein fast vierzig Jahre altes Vinyl ist in allerbestem Zustand, so daß ich für den Klangvergleich die LPs und 87er-CDs heranziehen konnte. Ich habe eine gute Mittelklasse-Anlage, vor allem mit einem guten Plattenspieler (Thorens/Grado), CD-Player von Rotel.

Hier meine ersten, natürlich rein subjektiven Eindrücke - bezogen nur auf das erwähnte Material, nicht auf die komplette Box!:
Bei "Abbey Road" klingt die neue CD erst einmal voller, jedoch kann ich mit Erhöhung der Lautstärke und einer kleinen Anhebung des Subwoofers den Klang der 87er-CD auf das neue Niveau so ziemlich angleichen. Eine Offenbarung ist jedenfalls ausgeblieben - und wer "Something" und die anderen Sachen bisher nicht mochte, wird sie auch jetzt nicht mögen. Wir anderen sind sofort von der Musik gefangen, egal auf welchem Tonträger - und so geht's halt mit guter Musik. Eine Neuanschaffung für Besitzer der 87er-CD halte ich für unnötig. Und für die Vinyl-Besitzer sei's gesagt: so schön wie hier klingt es auch jetzt nicht auf CD.

Nun zu "Let It Be", einem meiner unterschätzten Lieblinge. Auch hier wieder: die neue CD kommt sehr mächtig daher, aber andererseits klingen manche Unsauberkeiten, die ich meinem alten Vinyl zugeschrieben hatte, auch jetzt noch unsauber, was ich nicht ganz verstehe, denn auf "...naked" war das korrigiert (ichweißichweiß: zum Teil wurden andere Takes verwendet). Beim besten Willen ist das kein Ohrenöffner für den ursprünglichen Klang. Im Gegenteil, auch hier scheint mir das Vinyl-Album insgesamt am ausgeglichensten zu klingen, also ohne etwas zu forcieren, wie es offenbar jetzt mit Pauls Bass geschehen ist (ist natürlich reiner Zufall, daß Bass & Drums die am stärksten wahrnehmbare Anhebung erfahren haben, oder?). Die alte CD steht dem etwas nach, aber wirklich nur geringfügig. Man kann sie - ohnehin auf dem gleichen Master beruhend wie die neue Ausgabe - schön in seinem Schrank stehen lassen.

Fazit: Die Beatles klingen auf den beiden Alben wie sie immer geklungen haben: umwerfend! Wer die neuen CDs kauft, begeht wahrhaftig keinen Fehler, sondern hat einen kleinen Klangvorteil vor den Besitzern der 87er-CDs. Diese können sich IMHO überlegen, ob sie ihr Geld noch einmal in Beatles anlegen wollen. Nötig scheint's mir nicht zu sein. Kompression gab's 87 noch nicht, aber auch die Remasters sind da glücklicherweise vorsichtig. Könnte man also fragen: So what?

Eigentlich ist's ja schon seltsam, daß man vor 10 Jahren wirklich neue Wege bestritt (Remix von "Yellow Submarine", dann "1! und "Let It Be ...naked"), und jetzt doch sehr konservativ zu Werke ging. Ich finde das nicht schlecht, nur widerspricht das dem Presselärm à la "zeitgemäßer Klang, neue Hörer" etc. Jedenfalls fand ich die genannten Experimente spannender. Und dann waren da noch die Songs in DTS auf den Anthology-DVDs; für den, der's mochte, wirklich umwerfend!

Da Pingpong-Stereo bei den frühen Aufnahmen nicht in einem Remix aufgehoben worden ist, sollte man hier wohl entweder bei seinen alten Mono-CDs bleiben oder die neue Mono-Box anschaffen (die ich nicht kenne). Irgendwie paßt's zum Bild, daß man die nur komplett erwerben kann.

Mich freut's, daß die Boys wieder in aller Munde sind. Und ich will auch niemandem die Freude an seiner teuer erstandenen Box verderben. Aber wenn ich mir einen Beatles-Abend mach', dann wird's wohl auch in Zukunft mit einem Vinyl-Album sein. Für zwischendurch reichen mir die früheren CDs. Es wird wohl bei mir beim Neuerwerb dieser zwei genannten Alben bleiben...

Remember: All you (really) need ... is LOVE!
88 Kommentare| 128 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. August 2013
Obwohl ich 1987 die erste Ausgabe der Beatles-CD's gekauft habe, konnte ich bei dem günstigen Preis der Komplettausgabe nicht widerstehen...
Über die Musik an sich möchte ich an dieser Stelle nichts weiter anmerken, dazu haben ja sehr viele Beatles-Interessierte bereits sehr ausführliche
Rezensionen geschrieben. Wer sich hierfür interessiert, kennt ohne hin die Bedeutung der Beatles.
Ob nun das erneute Remastering wirklich so viel gebracht hat oder ob es den Aufnahmen sogar geschadet hat, wie manche hier anmerken, vermag
ich nicht so recht beurteilen. Die Bänder sind nun mal alt, und meines Erachtens klangen die ersten CD's von 1987 nicht schlecht, diese Aufnahmen
jetzt in der aktuellsten tontechnisch bearbeiteten Version zu hören hat mir persönlich keine all zu großen Klangunterschiede offenbart, diesen
Anspruch erhebe ich auch nicht, ich höre halt gerne Musik und überlasse soundtechnische Finessen denjenigen, die das besser beurteilen können als ich.
Nein, der Grund für den Erwerb dieser Box liegt halt in der musikhistorischen Bedeutung der Beatles begründet, und in der sehr ansprechenden
Aufmachung, wie die Original-Alben dargeboten sind. Alles sehr hochwertig, sehr informativ gestaltet, die Begleithefte der einzelnen CD's bieten
neben aufschlußreichen neuen Kommentaren auch einige sehr schöne Bilder der damaligen Zeit.
Auch die Gestaltung der Cover finde ich gelungen, damit meine ich die klappbaren Pappcover, lediglich das Herausnehmen der CD's ist doch eine Friemelei... Aber mit ein wenig Geschick klappt das auch ganz gut.
Die kurzen Dokumentationen zu den einzelnen Alben haben mir auch sehr gut gefallen, in der Kürze liegt die Würze und so hat man einige interessante
Zusatzinformatinen zu jedem Album. Die "Past Masters" Doppel-CD rundet dann das Bild des musikalischen Schaffens der Beatles ab und ich denke, man kann sich selbst oder auch jemanden, dem man ein besonderes Geschenk machen möchte, damit eine große Freude bereiten. Selten habe ich eine Gesamtausgabe einer Gruppe bzw. eines Einzelinterpreten mit so viel Sorgfalt und Detailverliebtheit gesehen, und von daher bin ich mit dieser Box mehr als zufrieden. Als "Zugabe" noch ein ironischer Kommentar zu einigen Bewertungen, ich bitte darum, mir diesen Kommentar nicht übel zu nehmen, er ist ironisch gemeint und soll niemanden angreifen, bestenfalls ein wenig zum Nachdenken anregen.. Aber es ist nur meine persönliche Sichtweise, sie ist nicht objektiv und auch nicht Allgemeingültig.
Also ich höre schon seit meiner Geburt mit einem einfachen Satz Analogohren, aber in Stereo. Meine Ohren bieten mir einen ausgezeichneten Frequenzumfang, und das lange bevor es I-Phones und 250000 Euro Anlagen gab. Von daher habe ich mich immer auf meine preiswerte, natürliche Audioausstattung verlassen können. Auch habe ich meine beiden natürlichen Digital-Analogwandler bislang nicht austauschen müssen, ein sogenanntes "Hörgerät" steht jedenfalls momentan nicht zur Debatte. Da sich aber im Laufe des Lebens auch bei den audiophilsten Ohren das älter werden bemerkbar macht, habe ich auch einen natürlichen Schutz vor dem allseits verhassten Loudnes-War.
Ich höre friedlich meine Musik, und genieße dabei ein gutes Glas Wein, und ich erfreue mich an der sehr guten Qualität der doch nun schon betagten Beatles Aufnahmen, aber auch der der Rolling Stones und vielen Anderen aus dieser Zeit. Von daher lese ich gerne, wie es andere Hörer erleben, und ich habe vollstes Verständnis dafür, das die Audioqualität bei Vielen vor der musikalischen Qualität eingeordnet wird. Schließlich wird es schon etwas schwierig,
wenn man 50-60 Jahre lang immer über die selben Songs etwas Neues schreiben muss. Ich habe auch eine High-End Anlage, definiere das aber ein wenig anders als Andere, ich hab bemerkt, das ich mit dem Klang zufrieden bin und von daher ist meine Anlage "High-End", da wird nix daran verändert, sie ist nämlich für mich völlig ausreichend. Das hier so herzlich über das musikalische Vermächtnis der Beatles geschrieben wird bewundere ich und von daher hoffe ich, das dieser Meinungsaustausch auch noch die nächsten 100 Jahre so weiter geht. Da für viele High-End-Gestresste Hörer die jüngsten Versionen der Beatles-Alben ein Ärgernis darstellen, bestünde die Alternative, auf Flohmärkten die seinerzeit gepreßten Originalalben zu kaufen, sie selbst zu digitalisieren und mit Hilfe der heutigen Möglichkeiten so zurecht zu stutzen, bis sie halt passen. Es ist natürlich wesentlich audiophiler, einen Knackser von einer Vinylplatte analog abspielen zu können, das klingt allemal authentischer als diese von vielen Störgeräuschen bereinigten Digitalüberspielungen in einer nie dagewesenen Sterilität erleiden zu müssen. Und dafür gibt man dann Unsummen aus. Da wird jeder High-End-Anlage schlecht, das verstehe ich absolut. Auch beeinträchtigen selbst gefertigte Analysen und Testergebnisse jeglichen Musikgenuss schon im Vorfeld. Schlechte Audiowerte und Pegelanzeigen gleich mieser Klang. Absolut logisch ! Ich gehöre zu den Banausen, die sich eine CD kaufen, anhören und Spaß haben, wie barbarisch. Zumals ein Großteil des Beatles-Repertoire im Grunde genommen "einfache" Rock & Roll Songs sind, die eine natürliche Begrenzung was "Audiophil-High-End" eher lächerlich erscheinen lässt. Man hörte sie zu ihrer Entstehungszeit auf Mr. Hit Plattenspielern, im Radio, in Musikboxen oder auf Cassette. Von daher hatte man damals weniger High-End-Streß, und konnte sich auf das Wesentliche konzentrieren, auf die Lieder selbst. Das ist aber in der heutigen Zeit sowas von "out", das nun mit Hilfe der heutigen technischen Möglichkeiten alles ausgereizt werden muß, um den einfachsten Song in nie dagewesener Brillianz messen und dann hören zu können. Das haben die Beatles damals sicher nicht bedacht, die Teenager hatten halt nur begrenzte Möglichkeiten, ihre Songs zu hören. Das war gaaaaaanz schlecht ich weiß, von daher leiden viele Hörer darunter, das feinste Nuancen nicht raus kommen, ob sie vorhanden sind oder nicht, spielt keine Rolle, schließlich ist man seiner High-End-Anlage etwas schuldig. Da müssen halt 60 Jahre alte Songs alles hergeben, was (nicht) vorhanden ist. Dafür habe ich absolutes Verständnis.Leider habe ich in meinem Umfeld niemanden, den ich bitten könnte, meine CD-Sammlung penibelst zu analysieren, damit ich weiß, warum die Aufnahme schlecht sein muß, da kann ich mich nun wirklich nicht auf meine ollen Ohren verlassen, die hören einfach so wie sie wollen und liefern das Analogsignal ans Hörzentrum im Hirn, welches ebenfalls NICHT DIGITAL arbeitet. Schade, das John Lennon und George Harrison am Klangverlust der neu gemasterten Aufnahmen nicht mehr teilhaben können, sie hätten wirklich was z u Lachen gehabt. All you need is love... not war ! Schmunzel ! (Ja, das ist ein ironischer Kommentar und NICHT böse gemeint.)
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am 18. Oktober 2009
Durch diese Box habe ich die Beatles gewissermaßen wiederentdeckt und gleichzeitig neu entdeckt. Ich mochte die Beatles immer, war aber nie ein glühender Verehrer; durch diese Box hat sich daran allerdings so einiges geändert. Ich bin mit Vinyl-Schallplatten an hochwertigen Plattenspielern (Transrotor) aufgewachsen und höre heute auf einer schon in die Jahre gekommenen soliden Mittelklasse-Anlage (Teufel-Boxen, Nakamichi Vorverstärker, Proton Endstufe, Pioneer CD-Player). Vor dem Kauf dieser neuen Stereo-Box waren mir natürlich die Hits der Beatles (Rotes und Blaues Album), Sgt Pepper's, Abbey Road und besonders das Weiße Album sehr vertraut (diese Platten auch schon in ihren Vinyl-Versionen), darüber hinaus aber nicht viel mehr. Aus allgemeinem Interesse am Thema habe ich schon vor der Veröffentlichung viel zum Thema gelesen und bin jetzt nach Erscheinen dieser Edition einigermaßen erstaunt über die teilweise doch extrem abweichenden Beurteilungen dieser Neuausgabe. Der ein oder andere interessierte Beatles Neuling mag vielleicht auch genau aus diesem Grund unentschlossen sein, ob sich ein Kauf lohnt.

Obwohl dies schon in vielen bisherigen Rezensionen angesprochen wurde, scheint es mir hinsichtlich der teilweise sehr unterschiedlichen Bewertungen der Klangqualität wichtig, nochmals darauf hinzuweisen, dass es sich bei dieser Neuausgabe um ein reines Remastering handelt, bei dem ganz auf eine Neuabmischung verzichtet wurde. Mit Ausnahme von Help und Rubber Soul (Abmischung: 1987) wurden also die ursprünglichen Abmischungen als Ausgangsmaterial verwendet, die bereits den Vinyl-Pressungen zugrunde lagen. Wieso ist das so wichtig? Beim Remastering unter Verzicht auf Neuabmischung wird lediglich versucht, durch verschiedene Equalizer-Techniken (Rauschunterdrückung, Lautstärke- und Dynamikanpassung, digitales Entfernen von Störgeräuschen u.s.w.) das analoge Ausgangsmaterial für den digitalen Transfer zu reinigen, um eine Klangverbesserung zu erreichen, ohne den Grundcharakter der Musik wesentlich zu verändern. Bei einer Neuabmischung wird das grundsätzliche Lautstärkeverhältnis der Instrumente und Gesangspassagen zueinander verändert, was in Verbindung mit den bereits genannten Equalizer-Techniken zu beeindruckenden Klangverbesserungen führen kann. Es führt aber leider auch häufig dazu, dass die so neu aufbereitete Musik verfremdet klingt. Für mich ist der von vielen hochgelobte Sampler Yellow Submarine Songtrack (1999) hierfür durchaus ein geeignetes Beispiel (hier wurde neu abgemischt): Klangtechnisch vorzüglich, klingen die mir wohlvertrauten Stücke passagenweise fremdartig, auch (psychologisch) reduziert, d.h. das, was man hört, klingt ausgezeichnet aber man hat das Gefühl, als würde etwas fehlen. Um einen stark überzogenen Vergleich zu ziehen, der aber vielleicht recht gut veranschaulicht, was ich meine: Es hört sich ein wenig so an, als hätte man zufällig eine Gruppe von hochprofessionellen Studiomusikern gefunden, denen es unter modernen Studiobedingungen recht erfolgreich gelungen ist, die Beatles überraschend authentisch zu covern.

Ein anderes Problem ist die Begrenzung, die durch das hier gewählte CompactDisc-Medium resultiert. Das Remastering wurde unter Verwendung von 192 kHz/24-bit Technologie erstellt, was eine Veröffentlichung in Formaten mit wesentlich höheren Auflösungen möglich gemacht hätte (SACD, HDCD). Vielleicht wären Hybrid-SACDs (normales CD-Format und SuperAudioCD-Format auf demselben Datenträger) ideal gewesen. Dies hätte allerdings sicher auch den Preis erheblich in die Höhe getrieben.

Aber auch auf CD finde ich die Klangqualität sehr überzeugend. Beim Direktvergleich mit den CD-Veröffentlichungen von 1987 (ein Querschnitt von etwa einem Dutzend Titeln hat mir persönlich für den Vergleich gereicht) sind mir eine Vielzahl von klanglichen Verbesserungen aufgefallen: Das Klangbild wirkt insgesamt frischer und dynamischer, wesentlich analytischer und klarer, deutlich sauberer im Hochtonbereich, ohne dass hierbei ein steril-digitaler Höreindruck entsteht. Der Bassbereich und die Mitten klingen ein wenig voller und angenehm 'analog'-warm. Die Gesangslinien sind nicht selten hervorragend abgebildet und die einzelnen Instrumente immer wieder sehr schön separiert. Urteile, wie die, dass sich diese Neuausgabe klanglich so gut wie gar nicht von den älteren Veröffentlichungen unterscheiden würde, kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Ich war von der Stereo-Box so begeistert, dass ich mir auch noch die Mono-Box zugelegt habe. Die Mono-Box hat ihre eigenen Qualitäten, hier klingt vieles noch 'analoger', d.h. voller und wärmer. Bei der Mono-Box wurde auf Lautstärkeanhebung beim Remastering verzichtet, was man durchaus als klangtechnischen Vorteil ansehen kann. Dass die Mono-Box allerdings das 'einzig Wahre' wäre, kann ich so nicht unterschreiben. Vieles klingt mono einfach anders aber deswegen nicht unbedingt immer klangtechnisch besser. Zumal man bei Mono prinzipbedingt mit einer gewissen 'räumlichen Langeweile' leben muss und Mono verglichen mit der räumlichen 'Dynamik' des Stereoklangs eben zu einem etwas höhepunktslosen Hörerlebnis tendiert. Die frühen Alben, besonders Please Please Me und With The Beatles, profitieren allerdings erheblich von der jeweiligen Mono-Version. Bei den späteren Alben gefällt mir Stereo meist besser. Das erste Mal das Weiße Album in Mono zu hören, war für mich allerdings ein besonderes Erlebnis. Natürlich war Mono bei der Produktion für die Beatles lange Zeit wichtiger als Stereo; ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Beatles bis Yellow Submarine die Stereo-Abmischungen quasi völlig ignoriert haben und die Mono-Versionen deshalb die einzig authentischen wären. Zudem haben sie ja auch ihre Alben so oder so nicht im Alleingang gemastert. Für diejenigen, die Musik hauptsächlich über Kopfhörer hören und die die Mehrausgabe nicht scheuen würden, ist die Mono-Box vielleicht auch eine echte Alternative, da hier ja das für Kopfhörer bei einigen Alben ungünstige Stereopanorama wegfällt. Die Mono-Box enthält nicht die drei letzten Studioalben der Beatles (Yellow Submarine, Abbey Road & Let It Be), weil für diese Alben keine echten Mono-Abmischungen mehr erstellt wurden (mit Ausnahme von vier Titeln des Albums Yellow Submarine, die auf Mono Masters zu finden sind).

Was die verpackungstechnische Präsentation anbelangt wissen beide Box-Sets zu überzeugen: Die Beihefte bestehen aus hochwertigem Papier und haben eine hervorragende Druckqualität (Hochglanz) mit angenehmer, gut lesbarer Schriftgröße. Viele Beihefte sind recht umfangreich und sehr schön illustriert. Auch wenn die Liner-Notes nicht unbedingt in die Tiefe gehen, sind sie durchaus informativ, wenn man nicht gerade bereits Beatles Experte ist. Die Stereo-Edition präsentiert sich in einer großen schwarzen Hochglanz-Box, die mit zwei Magneten verschließt, und die für eine Papp-Box recht stabil verarbeitet ist. Die Mono-Box ist wesentlich kleiner und noch etwas aufwändiger gestaltet. Sie ist auch von der Handhabung her etwas praktischer. Bei der Mono-Box erhält man bis ins Detail miniaturisierte Repliken der originalen Plattencover in wiederverwendbaren Folien und jede CD hat hier eine Schutzhülle. Wenn man etwas vorsichtig ist, müssen sich aber auch Besitzer der Stereo-Box keine ernsten Sorgen machen, dass die Scheiben zerkratzen: Man sollte beim Herausnehmen und Einschieben der CDs nur darauf achten, dass man das Einschubfach an der oberen und unteren Kante des Covers leicht auseinanderdrückt, wenn man die CD herausnimmt oder hineinschiebt, dann hat die CD nur am äußeren Rand Kontakt mit der Hülle. (Nebenbei: Weil die Beatles-CDs alle recht kurz sind, sind die ersten ca. 1,5 cm am äußeren Rand sowieso nicht beschrieben.) Leider geht das bei den beiden Doppel-Alben nicht so gut. ...zugegeben, Schutzhüllen wären auch bei der Stereo-Box schon wünschenswert gewesen.

Was gibt es zu kritisieren? Meiner Meinung nach nicht viel: Die Mini-Dokumentationen (als QuickTime-Datei bei jedem Album, bis auf Past Masters, und dann nochmal gesammelt als DVD) sind nicht viel mehr als ein nettes Gimmick; inhaltlich doch eher belanglos und mit einer Gesamtlaufzeit von gerade einmal 49 Min. viel zu kurz. Die ursprünglichen Stereo-Abmischungen von 1965 von Help und Rubber Soul hätten doch eigentlich in die Stereo-Box gehört. Wieso sind sie als Bonus Teil der Mono-Box? Die Mono-Box ist limitiert. Es ist sehr bedauerlich, dass man die Mono-Alben im Unterschied zu den Stereo-Alben nicht separat kaufen kann. Wie ich gelesen habe, enthalten die CDs keinen CD-Text (für mich nicht relevant).

Hier klingt eigentlich nichts, als wäre es gestern im Studio neu aufgenommen worden. Es bleiben historische Aufnahmen. Persönlich bin ich allerdings sehr froh, dass hier so behutsam mit dem Ursprungsmaterial umgegangen wurde. Umso beeindruckender, wenn die klangtechnischen Verbesserungen trotzdem begeistern können.
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am 29. November 2009
ich bin seit 32 Jahren Beatles Fan und gehörte zu denen, die die Hoffnung nie aufgaben, dass der gesamte Beatles Katalog doch noch ordentlich remastered wird. Ich konnte den 09.09.2009 kaum erwarten. Nach etwas mehr als 2 Monaten mit den neuen Remasters kann ich sagen, dass ich mit diesen Versionen nicht leben kann. Hier wurde alles falsch gemacht, was man als Tontechniker falsch machen kann. Deshalb werde ich mich auch von der Box wieder trennen.

Natürlich wurde hier viel geschrieben, um wie viel klarer doch jetzt der Sound ist und wie viele Details man jetzt hört. Das mag ja auch sein, aber dafür ist der ganze Rest verloren gegangen. Ich habe eine High End Stereoanlage für 25.000€ und ein Musikstudio für 5.000€, also zwei voneinander getrennte Referenzanlagen.

Ich möchte nicht wissen, wie viele von denen, die hier die neue Tonqualität anpreisen, sich tatsächlich mal die Mühe gemacht haben, einen direkten A/B Vergleich an einer Referenzanlage zu machen. Ich habe heute nochmals Let it be in der bisherigen CD Fassung und der Remastered Stereo 2009 Version 2 1/2 Stunden lang gegen gehört. Ergebnis:

Die remasterte Version klingt dünn, leblos, blitzsauber aber ohne jede Emotion, komprimiert bis zum geht nicht mehr und dann auf maximale Lautstärke getrimmt. Das nervt im Grunde schon nach 2 Minuten. Wohlgemerkt es handelt sich hier nicht um subjektive Höreindrücke, das mit der Lautstärke lässt sich an jedem Studiomischpult an den Fadern ablesen. Die Eingriffe, die sich die Tontechniker erlaubt haben, sind nicht subtil sondern massiv. Das Signal wurde im Schnitt um 4dB angehoben (das entspricht mehr als einer subjektiv verdoppelten Lautstärke). Dementsprechend wurde zuvor wild komprimiert. Die Feindynamik ist hierduch komplett verloren gegangen.

Ich kann diese Box wirklich niemandem, außer vielleicht noch einem reinen MP3 Hörer empfehlen. Selbst auf meinem iPhone mit den phantastischen iGrado Kopfhörern sind die neuen Remasters nicht auszuhalten. Selbst ein Stern ist hier noch zu viel.

Ergänzung:

wenige Stunden nachdem ich meine Rezension geschrieben habe, bin ich auf einen Artikel in der Welt Online vom 01.09.09 gestossen und siehe da, die verantwortlichen Toningenieure Rouse und Rooke geben an, dass sie das Signal im Schnitt um 4dB komprimiert haben und... jetzt kommt's dicke: "letztlich mussten wir die neuen CD-Versionen den heutigen Hörgewohnheiten der breiten Masse anpassen, die vor allem unglaublich laut und weniger differenziert hören will" (Originalzitat).

Wenigstens sind sie ehrlich, die beiden. Laut und weniger differenziert. Das triffts!
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am 21. Januar 2016
Nun höre ich die Beatles schon bestimmt 40 Jahre, erst Mono, dann Stereo und schon immer wollte ich die gesammelten Werke damals als LPs und heute erst habe ich sie als Remaster Version bestellt und im übrigen nach drei Tagen schon erhalten. Hätte sie gern auch als LPs gehabt, aber die Qualität war wohl alles andere als gut und zu dem bei dem Preis. Aber diese hier sind wirklich einsame Spitze und ich als wirklicher HiFi und Musikmann kann sie wärmstens empfehlen.
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Die 1987/88 auf CD veröffentlichen Beatles-CDs ließen, vor allem im Vergleich mit den Remasters anderer Künstler aus den Sechzigern, schon recht bald erahnen, dass sie doch vielleicht etwas vorschnell und nicht sorgfältig genug remastert worden waren; umso erstaunlicher, dass es bis zum Jahre 39 der Trennung der Beatles dauerte, bis endlich der gesamte Katalog der Beatles-UK-Alben so, wie er zur Zeit des Bestehens der Band erschien, liebevoll editiert und erstklassig remastert auf den Markt kommt, und zwar in aller Konsequenz, d.h. sämtliche Stereo- UND Mono-Mixe umfassend, d.h. man hat zum ersten mal freie Wahl. In der vorliegenden Box sind die Stereo-Alben zusammengefasst, die ersten vier Alben davon zum ersten Mal offiziell komplett (etliche Songs gab es ein paar Jahre zuvor schon auf den beiden "Capitol"-Boxen; teilweise aber in den bearbeiteten US-Mixen).

Ich persönlich ziehe bei den allermeisten Beatles-Songs die Stereo-Mixe vor, da ich sie so kennengelernt habe und sie außerdem fast durchgehend detailreicher, "bunter" und weniger dumpf empfinde. Bis zum "Weißen Album" war in England das Mono-Format das dominierende, was dann aber schnell und endgültig zugunsten des Stereo-Formats kippte; wer nachempfinden will, wie die Songs zu Zeiten der Beatles hauptsächlich im Radio und auf LP gehört wurden und dabei noch die etlichen kleinen Unterschiede in den jeweiligen Mixes entdecken möchte, sollte zum parallel erscheinenden Mono-Boxset greifen, das nur die Alben bis zum "Weißen Album" enthält, da "Abbey Road" und "Let it be" nur in Stereo vorliegen und der Monomix von "Yellow Submarine" lediglich von den Stereobändern "heruntergemischt" wurde.

Zur Verpackung: alle CD-Hüllen sind umweltgerecht in Papier und Pappe designt und mit liebevoll gestalteten Booklets versehen, die neben dem jeweiligen Original-Begleittext zahlreiche unveröffentlichte Promo- und Session-Fotos sowie knappe, aber kompetente historische und aufnahmetechnische Anmerkungen enthalten. Besonders die üppigen Booklets von "Magical Mystery Tour" und "Sgt. Pepper's" geben dabei das Artwork der EP ("MMT") bzw. der CD von 1987 ("Sgt. Pepper's") wider. Schade dagegen, dass es beim "Weißen Album" zwar für eine Miniaturausgabe des Posters mit den Songtexten auf der Rückseite, nicht aber der vier dem Original beigelegten Portraits gereicht hat! Auch das Eingravieren der fortlaufenden Nummer ins Cover wäre ein netter Zusatzgag gewesen.

Zum Inhalt: die Alben wurden in der Songabfolge jeweils 1:1 ihren UK-LP-Vorlagen entsprechend übernommen (Ausnahme: "Magical Mystery Tour" war ein US-Album, das erst im Laufe der Jahre Standard wurde), es gibt keinerlei Bonustracks, aber dennoch Interessantes zu entdecken.

Da die Zweispur-Masters der Debüt-Single Love me do/P.S. I love you schon ziemlich bald wieder gelöscht worden waren und die "mock stereo"-Mixe im Laufe der Zeit wieder aus der Mode kamen, hat man für "Please please me" wie zu erwarten die originalen Monomixe verwendet. Für die beiden '65er Alben "Help!" und "Rubber Soul" fertigte George Martin 1987 neue Mixe an, um das Stereopanorama den fortgeschrittenen Hörgewohnheiten anzupassen (d.h. die Rhythmusspur wurde vom linken Kanal weiter zur Mitte hin verlegt und die Gesangsspuren auf der rechten Seite räumlicher verteilt). Ich finde es etwas befremdlich, dass man für diese Stereo-Box auf diese '87er Abmischungen zurückgriff, die ich immer als weder Fisch noch Fleisch empfand, anstatt auf die ursprünglichen von 1965 (diese finden sich als Bonustracks auf den jeweiligen CDs der Mono-Box; andersherum wäre passender gewesen. Immerhin ist so sichergestellt, dass auch die Mono-Box ein paar Käufer mehr findet.)

Auf den Stereo-LPs und -CDs von "Yellow Submarine" geisterte bisher ein "fake stereo"-Mix von Only a Northern Song herum. Ich fand den Song immer ziemlich dröge; hier wird zum ersten Mal der Original-Mono-Mix veröffentlicht, durch den er gewinnt. Im Stereomix des "Yellow Submarine Songtrack"-Albums (1999) und besonders auf der "Anthology"-Version mit teilweise geändertem Text kann ich ihm aber deutlich mehr abgewinnen.

Die Krönung dieser Wiederveröffentlichungen besteht für mich in der "Past Masters"-Doppel-CD, auf der zum ersten Mal offiziell die Stereo-Mixe von From me to you und Sie liebt dich enthalten sind (da She loves you und I'll get you das Schicksal von Love me do und P.S. I love you teilen (s.o.), sind auch sie weiterhin nur in Mono erhältlich). Ganz erstaunlich, was die Techniker beim erneuten Mastern aus der Vinyl-Single (!) von Love me do rausgeholt haben, die jetzt wieder etwas langsamer läuft - so ein runder Bass, der nicht zulasten der Höhen geht! Bei Day Tripper wurde der kurze Kanalaussetzer rechts (1:50) noch eleganter digital kaschiert als auf "1", das überzählige "yeah" (2:32) dagegen diesmal nicht.

Die 49-minütige Bonus-DVD fasst noch einmal alle 3-5-minütigen Dokumentationen mit den netten Computeranimationen und den Interviewauszügen zusammen, die den jeweiligen CDs beigefügt sind.

Zum Klang: Das sorgfältige Remastering ist genau so ausgefallen, wie ich es mir gewünscht habe - sämtliche Songs atmen mehr, sind klarer konturiert und von der Lautstärke sehr homogen aneinander angeglichen (ein Manko der "alten" Beatles-CDs); mein Aha-Erlebnis gleicht dem Blick, der sich auftut, wenn man durch eine nach Wochen wieder frisch geputzte Fensterscheibe blickt. Die Tontechniker haben fast ehrfürchtig eigene Klangvorstellungen außen vor gelassen und die Integrität der Songs bewahrt. Heutzutage geht man wieder mehr dazu über, die Songs nur dort zu komprimieren, wo nötig, z.B. bei She's a Woman, wo die Rhythmusspur auf dem linken Kanal und damit der ganze Song sonst zu dünn klänge (vgl. die alte "Past Masters"-CD). In der Werbung hieß es, diese Remasters klängen so gut wie seit ihrer Erstveröffentlichung auf Vinyl nicht mehr - ich würde sagen: besser!

Ich finde die Veröffentlichung dieser beiden Boxen eine und höchst erfreuliche Angelegenheit seitens der Plattenfirma - endlich fällt (zumindest zum Teil) das ewige Zusammensuchen rarer LPs und CDs auf Plattenbörsen weg, und ich werde für lange Zeit nicht mehr das Bedürfnis haben, meine Beatles auf diversen LPs zu hören aus Frust über die unzulänglichen CD-Ausgaben der Vergangenheit, die ich endlich komplett entsorgen kann! NOCH konsequenter wäre es allerdings gewesen, sämtliche Stereo- UND Monoversionen in einer Box bzw. auf den Einzel-CDs unterzubringen, was in den meisten Fällen technisch kein Problem dargestellt hätte.

Wenn jetzt noch das "Rote" und das "Blaue Album" mit diesen Remasters erschienen - ich würde sie mir kaufen! Und ich warte weiterhin auf Alben wie "Live at the Hollywood Bowl" auf CD.
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