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  • Mother
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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
21
4,0 von 5 Sternen
Mother
Format: DVD|Ändern
Preis:8,49 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 5. Oktober 2014
Story (4)
Ich mag koreanische Filme sehr und bin auch von diesem Werk sehr angetan. Obwohl ich nicht der klassische Thriller-Fan bin, hat mich die Geschichte von der ersten Minute an gepackt und kaum wieder losgelassen. Die Intensität der Bilder und die eindrückliche Spielweise, die immer einen leichten Drall ins absurde aufweist, hat mir ausgezeichnet gefallen.
Auch die Tatsache, das sich zum Schluss nicht alles in Wohlgefallen auflöst, sondern gewissermassen die schlimmst mögliche Wendung nimmt, hebt das Werk wohltuend von seinen Verwandten aus Hollywood ab.

Bild (4)
Das Bildseitenformat liegt in 2.35:1 ( 21:9 CinemaScope ) vor.
Wir haben es hier mit einer ausgezeichneten HD-Umsetzung zu tun, die sehr sauber und mit angenehmer Farbgebung daher kommt. Auch der Schwarzwert ist im sehr guten Bereich. Bildrauschen gibt es so gut wie gar nicht.
Einzig die Tiefenwirkung ist zuweilen etwas eingeschränkt so wie die Detailschärfe vor allem bei Totalen nur leicht über dem Durchschnitt liegt.
Grundsätzlich aber wie gesagt eine sehr gute Blu-ray-Umsetzung.

Ton (4)
Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Die Tonumsetzung ist sehr druckvoll und die Balance ausgewogen. Auch die Dynamik weiss zu überzeugen.
Bei der Surround-Umsetzung muss man kleine Einschränkungen hinnehmen. Das wird gerade bei der Anfangssequenz zum Beispiel sehr deutlich wo das Rauschen des Windes praktisch nur aus den Frontlautsprechern zu hören ist. Überhaupt werden Umgebungsgeräusche nur sehr selten auf die Surround-Lautsprecher gelegt.
Von diesem kleinen Mangel aber mal abgesehen ist auch die Tonumsetzung Blu-ray-Würdig und mag im Ganzen gesehen zu überzeugen.

Extras (3)
Interessieren mich nicht. Es gibt ein Wende-Cover.
Die Freigabe ab FSK 12 finde ich etwas heikel, da es, von der psychischen Brutalität mal abgesehen, auch einige deftige Gewaltszenen zu sehen gibt...

Fazit: Wer koreanische Filme mag und etwas für gut gemachte Thriller übrig hat, kann hier bedenkenlos zugreifen. Kein einfacher aber sehr sehenswerter Streifen.
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am 9. März 2017
Ein wenig seltsam finde ich, dass der Film überall als Thriller oder Psychodrama beworben wird. Für mich ist er eine einzige Groteske mit stark komödiantischen Elementen und geht mehr in Richtung rabenschwarze Satire auf eine dekadente Gesellschaft, in diesem Fall Südkorea, das Heimatland des Filmemachers Bong. Es ist allerdings mein erster Film des Regisseurs, den ich gesehen habe, und weiß nicht, wie sein Stil sonst ist. Diesen hier fand ich erfrischend anders in seinem Mix aus klassischen Elementen des koreanischen Kinos und parodierenden Anleihen beim europäischen und amerikanischen Film. Für Komödie sprechen ja auch die Tanzeinlagen am Anfang und Ende dieses sehr für westliche Sehgewohnheiten sehr fremden Films mit einem eigentümlichen Reiz. Jedenfalls habe ich bei so manchen Szenen kräftig lachen müssen, auch wenn mir das Lachen dabei häufig im Halse stecken blieb.

Das trostlose Leben in der heruntergekommenen Provinzstadt, die in der wunderschönen, fast jungfräulich wirkenden Landschaft wie ein hässliches Geschwür wirkt, wird ebenso gut eingefangen wie die Tollheiten der reichen Oberschicht, von den herumlungernden und als Tagedieben ihre Zeit totschlagenden Jungmännern treffend bezeichnet als die "Mercedes-Ärsche". Die Herren spielen Golf und rasen mit ihren teuren West-Autos hemmungslos über die maroden Dorfstraßen, die Damen frönen frohgemut westlicher Dekadenz, neigen zu Korpulenz und lassen sich gegen allerlei Wehwehchen von der gerissenen Mutter mit traditioneller Heilkunst illegal behandeln, wenn auch leicht angeekelt ("Das ist doch wohl kein Import aus China!"). Korruption und Bestechung, die völlige Unfähigkeit und gleichzeitig brutale Willkür einer vertrottelten Polizei ("Wir gucken immer CIS und wissen daher, wie das geht!") kommen ebenso aufs Tapet wie sexuelle Ausbeutung und Missbrauch, egoistische Erwachsene und sich selbst überlassene hilflose Jugendliche sowie das Wegschauen einer nur mit sich selbst beschäftigten Gesellschaft. Die alleinerziehende Mutter und ihr geistig zurückgebliebener Sohn wursteln mehr schlecht als recht vor sich hin wie alle anderen in dem Film, traditionelle Familienstrukturen scheint es nicht mehr zu geben. Ein kompletter Werteverlust macht sich breit, sozialer Mittelpunkt des öden Dorfes ist die trostlose Kneipe. Verantwortung füreinander und Gemeinsinn scheint ein Fremdwort zu sein. Selbstjustiz erscheint da fast schon zwangsläufig als die natürlichste Sache von der Welt und die angedeutete inzestuöse Mutter-Sohn-Beziehung und ihr "Rachefeldzug" als das "Sahnehäubchen". Die berühmten asiatischen Rache-Filme werden auch auf die Schüppe genommen. Respekt hat Herr Bong jedenfalls vor nichts und sein Film ist ganz schön mutig. Es zeigt aber auch, dass Südkorea wohl doch eine funktionierende Demokratie ist, wenn das Land diesen mit ihm nicht gerade sanft umspringenden Film zu den Oscars schicken wollte. Dort wurde eine Nominierung abgelehnt, vermutlich wegen der angedeuteten Inzest-Szenen von Mutter und Sohn.

Kim Hye-ja, immerhin beim Dreh schon Ende 60, spielt mit Verve, Talent und Hingabe die kleine zähe, mit allen Wassern gewaschene, ihren zurückgebliebenen Sohn wie eine Löwenmutter schützende und dabei auch sehr selbstsüchtige Mutterfigur. Ein Muttertag der etwas anderen Art, der mir sehr gut gefallen hat. Ein Stern Abzug wegen der grauenhaften Übersetzung und unterirdisch schlechten Synchronisation. Vielleicht sollte man das Original mit Untertiteln schauen, die irgendwie unecht und hohl klingenden deutschen Stimmen haben mich ziemlich gestört.
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TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 17. Dezember 2010
Wie stark ist die Liebe einer Mutter?

Diese Frage ist der zentrale Kernpunkt dieser Geschichte, in deren Focus ganz eindeutig die Figur der Mutter (Hye-ja Kim) steht, deren Präsenz schier allgegenwärtig ist. Insbesondere dem grandiosen Schauspiel von Hye-ja Kim ist es zu verdanken, das der Film sich ziemlich stark von der breiten Maße abhebt und dem Zuschauer ein sehr aussergewöhnliches und intensives Filmerlebnis beschert. Zumeist sind es gerade die Filme der leisen Töne und einer nahezu genialen Schlichtheit, die beim Betrachter die größte Wirkung hinterlassen und das Werk von Regisseur Joon-ho Bong (The Host) ist ganz eindeutig in diese Kategorie einzuordnen. Es sind keine spektakulären Action-Passagen oder eine extrem temporeiche Erzählweise, die diesen Film auszeichnen, sondern vielmehr die schlichte dafür aber umso aussagekräftigen Bilder, die dem Geschehen eine ungeheure Faszination verleihen, der man sich als Zuschauer auf keinen Fall entziehen kann. In Kombination mit dem herausragenden Schauspiel der Hauptfigur ergibt sich so ein Gesamtpaket, das trotz seiner laufzeit von gut 2 Stunden jederzeit interessant und spannend erscheint und keinerlei Platz für langatmige Sequenzen bitet.

Joon-ho Bong ist es hier wirklich erstklassig gelungen, die oben gestellte Kernfrage in den Focus der Ereignisse zu stellen, vermittelt die Geschichte doch einen ungeheuer authentischen Eindruck von der jeweiligen Gefühlslage einer verzweifelten Mutter, die einfach nicht glauben kann, das ihr geistig etwas zurückgeblebener Sohn ein Mörder sein soll. So entsteht beispielsweise zu keiner Zeit der Eindruck, das ihre Handlungen und eigenen Nachforschungen übertieben oder gar unrealistisch wären, vielmehr kann man sich sehr gut in die Frau hineinversetzen die einfach wirklich nichts unversucht lässt, um die Unschuld ihres Sohnes zu beweisen. Wohl jede liebende Mutter würde ähnlich handeln und sich schützend vor ihr Kind stellen, auch wenn sie dabei eventuell einige Grenzen überschreiten muss. Durch die brillante Darstellung von Hye-ja Kim erlangt das Ganze ein äusserst hohes Maß an Authenzität, denn das ganze Geschehen wirkt in höchstem Maße glaubhaft. Durch ihre hervorstechende Mimik kann man jede einzelne Gefühlsregung in ihrem Gesicht perfekt nachvollziehen, ganz egal, ob es sich um Bestürzung, Hoffnung oder zum Ende hin um schreckliche Gewissheit handelt. Ein solch überzeugendes und ausdrucksstarkes Schauspiel wie hier bekommt man leider viel zu selten zu sehen, so das "Mother" allein schon aufgrund dieser Tatsache ein ganz aussergewöhnliches Filmerlebnis darstellt.

Doch nicht nur die darstellerischen Leistungen sind hier besonders hervorzuheben, denn auch ansonsten weiss der Film jederzeit zu gefallen, verfügt er doch trotz des eher ruhigen Erzähltempos über einen dramaturgisch mehr als gelungenen Spannungsbogen, der zudem keinerlei Einbrüche zu verzeichnen hat. Teilweise entfaltet sich mit der Zeit sogar eine äusserst beklemmende Grundstimmung, die ihre Wirkung auf den Betrachter keineswegs verfehlt und ihn förmlich in das realistische Geschehen involviert. So ertappt man sich ziemlich oft dabei, wie man eine sehr starke Identifikation mit der hauptfigur aufbaut und sich nicht selten selbst in der Rolle des beschützenden Elternteils wiederfindet. Fast schon selbstverständlich stellt man sich dabei auch selbst die Frage, wie weit man gehen würde, um sein einziges Kind zu beschützen und ob man dazu bereit wäre, gewisse Grenzen zu überschreiten, ohne dabei an irgendwelche Folgen zu denken. Ist man in einer wie hier dargestellten Situation überhaupt dazu in der Lage, rational und logisch zu denken, oder würde man ganz instinktiv aus dem Bauch heraus handeln? Es ist vollkommen unmöglich, sich diese Fragen nicht zu stellen, erreicht die Geschichte doch im letzten Filmdrittel doch einen Punkt, an dem man sich auch als Zuschauer entscheiden muss, ob man gesetzestreu handelt oder aber den Schutzinstinkt für das eigene Kind über alles andere stellt und dabei nicht an eventuelle Folgen denkt, die daraus entstehen könnten.

Letztendlich hat Joon-ho Bong mit "Mother" ein wirklich bewegendes und eindrucksvolles Drama geschaffen, das einen von der ersten Minute an packt und in seinen bann zieht. Durch schlichte, aber extrem intensive Bilder wird dabei ein äusserst authentischer Eindruck erschaffen, so das man sich ohne Probleme sehr gut mit den dargestellten Ereignissen identifizieren kann. Und auch wenn hier ein mehr als nur gelungenes Gesamtpaket vorliegt, muss man die schauspielerische Leistung von Hye-ja Kim noch einmal gesondert erwähnen, da es sich hierbei um den absoluten Höhepunkt eines fantastischen Filmes handelt. Würde man es nicht besser wissen käme man nie auf den Gedanken, das es sich lediglich um "Schauspiel" handelt, vielmehr hat man den ganzen Film über den Eindruck, das diese Frau die Geschehnisse wirklich erlebt. So drückt sie diesem Drama auch ganz unweigerlich ihren ganz persönlichen Stempel auf, der es so stark von anderen Genrevertretern abhebt und unterscheidet.

Fazit:

Schlichte Bilder, eine grandiose Hauptdarstellerin und jede Menge Intensität sind die absoluten Markenzeichen eines erstklassigen Dramas, das den Zuschauer hauptsächlich durch seine authentische Wirkung in seinen Bann zieht. Ein perfektes Psycho-Drama, das den verzweifelten Kampf einer Mutter aufzeigt, die wirklich alles tun würde, um ihr einziges Kind zu beschützen. Dabei wurde gänzlich auf spektakuläre Passagen verzichtet, die dem Werk im Endeffekt auch mehr geschadet hätten und insbesondere den hohen Realitätsgehalt deutlich getrübt hätten. So aber wurde alles richtig gemacht und das Endergebnis ist ein intensives Filmvergnügen, das auch den höchsten Ansprüchen genügen dürfte.
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am 8. Februar 2012
Mother ist ein südkoreanischer Film, der durch eine spannende Dramaturgie, schöne Bilder und eine nachdenklich machende Message überzeugen kann. Insgesamt ein Streifen, der zum Weiterdenken anregt und Diskussionen provoziert, insofern man bereit ist, sich weitergehend mit dem Gesehenen auseinanderzusetzen.

Im Zentrum der Erzählung steht das Verhalten einer Mutter, deren geistig zurückgebliebener jedoch erwachsener Sohn aus ihrer Perspektive zu Unrecht wegen Mordes an einem jungen Schulmädchen angeklagt wird. Aufgrund der Untätigkeit der Polizei in diesem Fall, für die der Tathergang schnell festzustehen scheint, wird die Mutter in eigener Sache aktiv, um ihren Sohn, den sie definitiv unschuldig glaubt, zu entlasten und zu befreien.

Was dann kommt, mutet anthropologisch tiefsinnig und verstörend an.
Wie weit würde eine Mutter gehen, um ihren Nachwuchs zu beschützen? Ohne genaueres zu verraten: sehr weit. Nicht nur das Brechen gesellschaftlicher Konventionen oder gemeinsamer Gesetze, sondern auch Gewaltanwendung und Mord prägen einer Mutterschaft, deren Schutzinstinkt geweckt wurde eine Ambivalenz ein, die kaum mit gesellschaftlichen Normen und Werten vermittelbar scheint. Der Film zeigt die potentielle Macht einer solchen familiären Bindung, die in ihrer inhärenten Gewaltsamkeit gegenüber Dritten kaum zu überbieten ist, wenn der Beschützerinstinkt mobilisiert wird. Dekonstruiert wird das Ideal einer nur rein schützenden und behütenden Mutterschaft, die, je nachdem auf welche Feinde sie trifft, mit durchaus bedrohlichen Seiten aufwarten kann.

Ansehen!
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am 13. August 2012
Bereits die erste Einstellung des Films „Mother“ verdeutlicht, was den Zuschauer erwartet. Die totale Selbstaufgabe einer Schauspielerin, die sich ihrer Rolle meisterlich hingibt und in dieser aufgeht sowie lange, elegische Aufnahmen und entsprechend langsamer Szenenablauf. Viele werden „Mother“ dadurch als langweilig empfinden – einen Actionfilm bzw. rasanten Storyverlauf darf man hier auf keinen Fall erwarten. Wer allerdings einerseits bereits Erfahrungen mit koreanischen Genreproduktionen gesammelt hat bzw. den eigenen Stil des Films für sich entdecken kann muss sich auf ein Filmerlebnis einer besonderen Güteklasse gefasst machen.

Neben der Mother an sich bietet auch der Rest des Ensembles eine phantastische Leistung. Die Schauspieler bringen sich intensiv in die Geschichte des Films ein und verleihen ihren Charakteren wandlungsfähige, realitätsnahe Persönlichkeiten und entwickeln sich während dem Verlauf des Films sukzessive weiter. Im Prinzip erzählt „Mother“ eine recht einfache Kriminalhandlung um einen Mord und eine Mutter, die um die Freiheit ihres verhafteten Sohnes kämpft. Was „Mother“ allerdings von nahezu allen anderen Genreproduktionen abhebt ist die schier unheimliche Intensität, mit der die meisterlichen Schauspieler hier ihrer Profession nachgehen. Jede Szene, jeder Moment, jeder Blick verstärken die Intensität des Films und wer sich darauf einlassen konnte wird bis zum Finale des Films gefesselt und nicht mehr losgelassen.

Spannung kann der Film allerdings nicht aufbauen. Wenngleich wie bereits erwähnt einige (leider) nur von einem langweiligen Film sprechen werden punktet der Film auch bei anderen nicht durch Hochspannung. Die Geschichte wird langsam erzählt und lässt eine innige Beziehung zu den Charakteren und der Handlung aufbauen. Der Zuschauer erlebt eine atmosphärische, oftmals intensive Erzählung. Der weitere Handlungsverlauf bleibt aber dennoch weitestgehend vorhersehbar und wird nur selten überraschen können.

Hervorragend gespielter, intensiv inszenierter Thriller mit vielen effektiven Szenen, aber trotzdem eher konventioneller und nur bedingt spannender Handlung.
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TOP 1000 REZENSENTam 22. Februar 2013
PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung (Review):

- BILD: sehr gut und detailliert, plastisch, ohne wirkliche Schwächen
- TON: solider Ton, gute Transparenz, nicht exorbitante Räumlichkeit, Blu-ray: DTS-HD MA 5.1, DVD: DD 5.1 + DD 2.0 in Deutsch, oder koreanisch mit dt. UT
- EXTRAS: teilweise in HD: Making of, behind the scenes, Trailer, Interview, andere Trailer
- SONSTIGES: FSK 12 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nur Teil der Erstauflage)

FILM (OHNE SPOILER!) Bewertung (Review):

Echte breit aufgestellte Filmfreaks wissen um die vielen Perlen die man in Südkorea finden kann. Sie alleine grob aufzuzählen bzw. zu kategorisieren würde den Rahmen hier sprengen. Auch der 43-jährige Regisseur Bong Joon-ho ist für den guten MEMORIES OF MURDER und den 2006er Monster-Überraschungserfolg THE HOST verantwortlich. Mit MOTHER hat er sich nun dem klassischen Thriller verschrieben und liefert mit der Story um eine Mutter die ihren zu Unrecht verurteilten leicht behinderten Sohn frei bekommen möchte, erneut einen sehr dichten, atmosphärischen und von den Bildern her fesselnden Beitrag ab. Für Asia-Movie Fans kann ich also jetzt schon mal eine große Empfehlung aussprechen.

MOTHER vermeidet nicht ganz das typische fernöstliche Overacting, aber es hält sich doch sehr in Grenzen. Weithin überstrahlt wird dies von den starken Bildern und auch die Liebe zum Detail. Wenn sich die Finger eines Schlafenden langsam in auslaufende Flüssigkeit tauchen ist dies mit großer Kreativität gepaart. Überhaupt findet sich auch in MOTHER - obwohl fernab von dem entsprechenden Genre – auch hier und da der typisch voyeuristische Blick auf die Bluse oder unter den Rock eines Mädchen auch wenn dies zunächst einmal recht selbstzweckhaft daherkommt. Der Film wird stets getragen von atmosphärischen Bildern der beeindruckenden Landschaft und Dialogen die diese Bezeichnung tatsächlich verdienen.

MOTHER besitzt ein außerordentliches Gefühl für das Detail und den Augenblick und fängt Gesichter aller Art nicht nebenbei, sondern ganz bewusst oft in Großaufnahme ein. An physischer Gewalt wird nicht gespaart, wobei der Schwerpunkt klar auf der psychischen Verstörung liegt. Trotz der langsam aufgebauten Geschichte und der für den ein oder anderen sicherlich einigermaßen zähen Erzählweise lohnen sich die über 2 Stunden in jeder Hinsicht da die erzählte Geschichte stark und glaubwürdig ist. Somit kann man auf weitere Filme des Regisseurs Bong Joon-ho gespannt sein. MOTHER war von 2009, jetzt haben wir 2013, also ist er schon längst fällig.

4,5/5 Golfschlägern....äh,....Sternen
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am 18. März 2012
Aufgrund der vielen positiven Bewertungen dieses Films und da ich asiatischen Filmen nicht abgeneigt bin habe ich ihn mir ebenfalls zugelegt, allerdings muss ich sagen hat mich der Film nicht überzeugt.
Die Charaktere agieren einfach oftmals schwer nachvollziehbar, so ziemlich jeder in dem Film scheint ein ernstes psychisches Problem zu haben, von der Mutter die sich so extrem mit dem Sohn identifiziert das man das nur noch als krankhaft bezeichnen muss, zB wo er an der Mauer uriniert und sie ihm den Tee aufzwingt oder als später herauskommt sie wollte sich und ihren Sohn vergiften, bis hin zu den Polizisten oder dem Anwalt, die sich scheinbar alle nur entweder als rüpelhafte Psycho-Gang oder Betreiber einer orgienfeiernden Anwaltskanzlei aufführen.

Die Mutter wirkt auf mich einfach hysterisch und von der ganzen Körpersprache her merkwürdig, ich konnte bei dem Film nicht wirklich mitfühlen, da ich mich nicht in die Ausdrucksweise und Körpersprache der Personen hineinversetzen kann, was aber auch generell an der asiatischen Mentalität liegen kann.

Klar man kann grob dem Handlungsverlauf folgen, aber das ganze wirkte auf mich eher wirr und quälend hingezogen ..
Zudem fand ich die Schauspielerische Leistung des Sohnes und so mancher Nebendarsteller als farblos und plump (was sicher auch an der Synchonisation liegen kann zum Teil).

Ich konnte also im Endeffekt mit dem Film nichts anfangen.
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am 12. Oktober 2016
Grotesk bißl langatmig und doch genial...Es zieht eine mit runter in eine tiefe hölle der umstände..Bleibt jedoch menschlich.
Meine meinung nach brauchst geduld wenn du ansehen willst.
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am 13. November 2010
Ich habe den Film im koreanischen Original mit englischen Untertiteln gesehen und war vorallem beeindruckt von dem schauspielerischen Können der Hauptdarstellerin "Kim Hye-ja" die ich bis dato noch nicht gekannt habe!
So kommt es dann auch dass der ganze Film von dem Können der Hauptdarstellerin lebt.. Die scheinbar ihre ganze Seele offenbahrt ohne jedoch auch nur 1x in eine lächerliche Dramatik zu verfallen...
Mir ging es so dass ich währenddem Film oft total vergass dass es sich hierbei um einen Film handelt.. also um eine erfundene Story..
Dies ist sicherlich auch dem Regisseur "Bong Joon-Ho" zu verdanken der auf einfache Aufnahmen setzt die jedoch so simpel sind dass sie einen in ihren Bann ziehen!

Ich vergebe nicht alle 5 Sterne weil mir der Schluss etwas zu "plump" ist und mir bei diesem Film irgendetwas fehlt... Trotzdem empfehle ich diesen Film allen Menschen die gerne einen Einblick in eine etwas andere Welt haben möchten wo man als Mutter/Vater/Familienangehöriger ALLES dafür tut, die Unschuld seines Nächsten zu beweisen! Schon alleine diese Tatsache zeigt viel Herz!
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am 30. April 2015
Der 28-jährige Do-joon lebt ein ruhiges und beschauliches Leben zusammen mit seiner Mutter. Eines Tages wird ein Mädchen ermordet und Do-joon aufgrund fadenscheiniger Beweise mit der Tat in Verbindung gebracht. Verzweifelt kämpft seine Mutter darum, seine Unschuld zu beweisen. Sie beginnt selbst, an dem Fall zu ermitteln und stößt dabei auf ein Geheimnis, das sie besser nicht erfahren hätte …

*

“Mother” wird von der Frankfurter Rundschau als “Psychothriller zwischen Hitchcock und Lynch” angepriesen. Ganz so sehe ich das nicht, denn dafür ist Joon-hos Regiestil zu eigenwillig und selbständig. Aber die Entwicklung der Geschichte, die sich von einem ruhigen Familiendrama in einen spannenden Psychothriller verwandelt, zeigt schon gewisse Ansätze, die an die beiden obigen Regisseure erinnern.

Kim Hye-ja spielt ihre Rolle als kämpfende Mutter hervorragend und hat aus meiner Sicht berechtigt einige Preise für ihre Darstellung eingeheimst. Aber auch die anderen Schauspieler agieren sehr professionell und überzeugend.

In teils wunderschönen Bildern erzählt Joon-ho eine geradlinige Story, die sich im Laufe des Films immer mehr von einem “einfachen” Justizfilm in ein blutiges Rachedrama entwickelt, das es wahrlich in sich hat. Gerade gegen Ende werden verstörende Bilder gezeigt, die meines Erachtens eine FSK-Freigabe von 16 Jahren erfordert hätten. Zwölfjährige werden das Ausmaß dieses Dramas mit Sicherheit nicht verstehen. Aber so sind die FSK-Leute nun mal: nicht zu verstehen! Der bildgewaltige Film verbindet auf faszinierende Weise verschiedene Genre-Arten zu einem einzigartigen, im Gedächtnis haftenbleibenden Erlebnis. Sowohl darstellerisch, als auch inszenatorisch beeindruckt “Mother” noch zusätzlich mit verträumt wirkenden Bildkompositionen, die stimmungsvoll aber auch finster wirken.

Geradezu meisterhaft und unterschwellig vermittelt der Regisseur den Weg einer Frau, deren verzweifelter und konsequenter Mutterinstinkt, ihren Sohn zu beschützen, in eine radikale, mörderische Obsession umschlägt, die schockiert.
Das Ende hat mich stark an den unglaublich ausdrucksstarken Film “The Living And The Dead” von Simon Rumley erinnert.
“Mother” ist auf jeden Fall ein absolut sehenswertes Psychodrama.

*

Fazit: Gekonnter Genremix aus Familiendrama, Psychothriller und Selbstjustiz-Krimi. In schönen Bildern wird eine Geschichte erzählt, die einem nahegeht.

© 2015 Wolfgang Brunner
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