Hier klicken May Hier klicken Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos Learn More HI_PROJECT Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited SUMMER SS17

Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
29
4,7 von 5 Sternen
Format: MP3-Download|Ändern
Preis:14,19 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 14. Juli 2006
und da ist er wieder, der rainer-maria fassbinder der alternativen musikszene. überbordend-kreativ und unablässig output auf höchstem niveau abfeuernd. fassbinder brachte es in kürzester schaffenszeit auf über 40 filme, von denen nur sehr wenige als für die tonne gedreht" gelten, fast immer zwischen avantgarde und mainstream wandelnd. nichts anderes ist ryan adams. mit seinem 2001er album heartbreaker" wurde er zum prinzen und fackelträger der ach so indepepentiösen musikszene und zum ultimativen singer/songwriter-prinz dazu. dem einzigen dem man das kunststück zutraute den übergroßen schatten der vergangenheit - young, taylor und co - endlich einmal gehörig in den hintern zu treten.
das album gold" sollte ihn nur ein jahr später sogar auf titelblatt-niveau hieven. plötzlich wurde sogar bekannt, dass selbst elton john die musik des amerikaners aus jacksonville, north carolina, erst respektierte, dann schätzte und inzwischen längst vergötterte. und mit einem mal schien ryan das bindeglied zwischen der abgekapselten alternative welt und dem großen mainstream zu werden.
nun, seitdem hat ryan adams in bester bienen-manier jahr für jahr neues material veröffentlicht. material, welches nicht mehr ganz das niveau von heartbreaker" und gold" erreichen konnte und manchem kritiker den vorschlag in den mund legte, den output vielleicht zugunsten einer konstant hohen qualität dann doch eine terz zu drosseln. da jedoch selbst dieses leicht schwächere material summasummarum zu den alternative-highlights des jeweiligen jahres gehörte starben die paar kritischen stimmen einen elendigen tod. und alles, was ryan adams einbüßte war wohl lediglich der status eben jenes bindeglied zum mainstream zu sein. den hat sich nun ja bekanntlich adam green geschnappt. und spätestenes mit cold roses" dürfte es sich ryan adams zumindest mit dem europäischen maintream endgültig verscherzt haben. das wiederum tut jeodch verdammt gut.
schon auf gold" hatte ryan sich klanglich von seinen alten whiskeytown-zeiten verabschiedet war merklich abgewichen vom rauhen americana-sound, den er auch auf heartbreaker" noch elaboriert zur schau gestellt hatte. hinfort mit jeglichen country-attitüden. war er hinübermäandert zu gold" und damit auch zu mehr rock. und den verträgt man ja bekanntlich auch in unseren breiten ganz gut.
mit cold roses" vollzieht er nun jedoch einen back to the roots"-gang par excellence. oder um es etwas bildlicher zu sagen: mister adams hat die schäbige lederjacke eingetauscht gegen ausgetretene boots, einen colt, eine handvoll munition und - für die ganz begriffsstutzigen - auch gegen einen cowboyhut. einen kleinen zumindest.
cold roses" kommt, wie soll es auch anders sein bei adams, als doppel-cd daher, was in der endabrechnung gut achtzig minuten spielzeit zu buche schlagen lässt. wenn man nun noch ins kalkül bringt, dass für den sommer und den spätherbst zwei weitere ryan adams-alben auf dem vö-kalender stehen, dann ist man wieder bei dem output fassbinder'scher prägung angelangt. aber halt auch bei dem inzwischen leicht angegrauten stöhnen der kritiker, die - da sollte man gar nicht drumherum reden - sich mit cold roses" aufs vollste bestätigt fühlen dürften. denn viele songs auf cold roses" gehören zwar zum besten, was ryan adams seit heartbreaker" auf die tonspur bekommen hat und dürften dementsprechend auch den direkten weg in die adams-klassiker-kiste finden (das zumindest stimmlich sehr country-eske cherry lane" beispielsweise), andere songs jedoch hätten beim finalen abmischen locker unterm tisch liegengelassen werden können. herausgekommen wäre dann eventuell eine einzige cd auf durchgehendem spitzen-niveau statt - wie nun - einer doppelten, die viel masse nebst einer ganzen reihe wunderbare höhepunkte in sich trägt. eine diskussion, die jedoch eh verdammt wenig früchte tragen dürfte. denn zu viele legenden von niemals veröffentlichten songs ach so großer songwriter pflastern unser aller weg und machen uns das schlafen, das denken und beizeiten selbst das atmen schwer. und in fast demselben maße nehmen auch unsägliche previous-unreleased-tracks"-compilations den ein oder anderen glänzenden schimmer von vormals unbefleckten künstlern. wie immer man es also macht als musiker, macht man es sowieso falsch.
zurück jedoch zu adams: der wird auf cold roses" zwar von den cardinals ( j.p. bowersock, cindy cashdollar, brad pemberton, catherine popper und singer/songwriterin rachael yamagata) unterstützt - von einer künstlerischen zusammenarbeit kann aber wohl nicht gesprochen und cold roses" somit bedenkenlos bei den anderen adams solo-platten einsortiert werden. was nicht heissen soll, dass nicht auch ein ryan adams von anderen künstlern beeinflusst worden sein dürfte. vor allem der album opener magnolia mountain" erinnert teilweise an beste grateful dead zeiten und liegt mit seinen melancholischen lyrics (if the morning don't come/ will you lie to me?/ will you take me to your bed and lay me down?") und den inzwischen adams-typischen rauen heulern sehr nah am grundgefühl eines box of rain" anno 1970.
und dass der bereits erwähnte back-to-country"-touch von ryan adams mit voller breitseite gefahren wird zeigt vor allem die tatsache, dass mit let it ride" der wohl countryhafteste track zur ersten single-auskopplung gemacht wurde. heulende steel-guitars und fast schon stolz vor sich hergetragene lyrics über tennessee und carolina mischen sich mit einigen fast schon crazy" zu nennenden auswüchsen auf der guitarre, die einen jeden morricone-western hätten schmücken können. da kann das alt." von alt. country" auch ganz gerne mal anschimmeln und abfallen. in der ein oder anderen variation durchzieht genau das im grunde jeden track, dieses lonesome cowboy"-feeling des modernen jedoch leicht orientierungslosen und vor allem tief verletzten mannes, der mit zweifelnder seele einem amerikanischen sierra nevada sonnenuntergang entgegenreitet.
alles in allem ist cold roses" also ein solides, hochqualitatives adams-album, dass jeder americana-fan als das beste adams-album seit heartbreaker" bejubeln werden wird. und auch wer nicht schon bei blosser nennung des begriffs country" von einer ganzen armada infektiöser krankheiten überwuchert wird, wird seine wahre freude haben daran.
großes ur-amerikanisches songwriting halt.- David Wonschewski -
0Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Juni 2005
Und da ist er wieder. Nach dem Doppelschlag mit dem vergessenswerten Rock'n'Roll und dem feinen Love Is Hell Album und längerer Pause ist Ryan Adams mit dem ersten von drei neuen Alben zurück (die anderen, Jacksonville und 29 sollen in einigen Monaten folgen - aber das hiess es auch schon von dem nie veröffentlichten Duo The Suicide Handbook und 48 Hours). Cold Roses ist jedenfalls hier und das ist gut so. Adams stellte für die Aufnahme eine eigende Band, die exzellenten Cardinals, zusammen, die dem Chef mühelos durch sein privates Songuniversum folgt, das irgendwo zwischen alt.country, Americana, Folk und (diesmal eher verhaltenem) Rock immer weiter expandiert. Diesmal beinhaltet es neben dem typischen Einfluß von Neil Young und Gram Parsons auch unerwartete Referenzen („Easy Plateau" etwa erinnert stark an Grateful Dead), aber zumeist gibt Adams seinen Fans, was sie an ihm so lieben: gitarrenlastige, sehnsüchtige Herzschmerzballaden, oft mit jener Spur von Aufbegehren gegen eine lieblose Welt, die den Songs bei aller Sanftheit jenen gewissen stolzen Trotz verleiht, der einem den Mann so sympathisch macht. Einige Nummern „herausragend" zu nennen, wuerde der Einheit dieser 19 Nummern nicht gerecht, aber riskieren wir's trotzdem: „Sweet Illusion" klingt bereits jetzt wie ein Standard, das folgende „Meadowlake Street" könnte von Neil Youngs fragilem ersten Soloalbum kommen, „Now That You're Gone" ist ebenso herzzerreissend wie „How Do You Keep Love Alive", „Life Is Beautiful" ist die positive Antwort auf „Love Is Hell" und der Bonustrack „Tonight" bringt alles zu einem rockenden Abschluß - klasse! Und daß das Album bei jeden Hören noch ein wenig wächst, läßt einen die unberechenbare Wartezeit auf die nächsten beiden Werke etwas leichter verkraften.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Dezember 2005
Durch meinen Bruder auf ihn aufmerksam geworden, habe ich mir das Album Cold Roses anghört und war nach dem dritten mal hören noch nicht richtig begeistert. nette, lockere country-rock-songwriter musik, nichts besonderes schien mir. doch nachdem ich festgestellt hatte, dass ich duzende ohrwürmer von der doppel-cd hatte, hörte ich es mir noch einmal intensiver an. und bin mehr als begeistert. jedes lied ist in sich geschlossen, geniale, relativ einfache lieder, einfach toll. meine persönlichen highlights sind in jedem fall life is beautiful, cold roses, how do you keep love alive und sweet illusions. und trotzdem habe ich das gefühl ich habe alle lieder vergessen zu erwähnen. tolle melodien, die sich nicht nach dem ersten hören erschließen, aber in denen man versinken kann.
vom anfang bis zum ende eine musik auf ganz, ganz hohem niveau. für mich eines der besten alben überhaupt!
danke ryan!
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Die Erwartungen waren hoch nach der unfallbedingten kreativen Zwangspause, und dann gleich nach diesem Doppelschlag noch zwei weitere Alben für dieses Jahr angekündigt...wow!
Adams bewegt sich hier irgendwo zwischen dem Mainstream-Flirt „Gold" und den genialen Alben „Heartbreaker" und „Love is Hell", ohne letztlich die Intensität letzterer zu erreichen. Rock- und Countryelemente dominieren. Stücke wie der Stampfer „Beautiful Soda" sind entbehrlich, dafür versöhnen die gemäßigten Töne wie bei „Now that vou're gone" und „Rosebud". Hier Leben die Songs, dürfen Stimmung atmen, laden zum zu- und wiederhören ein. Mir persönlich liegt der leise Adams mehr.
Alles in allem ein sehr gutes Album mit vielen Rosen, aber leider auch einiger Kälte. Für meinen Geschmack hätte die Beschränkung auf eine CD dem Album gut getan.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Juni 2005
Da ist er wieder, der geniale Kreativling aus North Carolina und schon wieder kann er sich kaum bremsen: diesmal sogar ein Doppelalbum und die Ankündigung noch weiterer Geniestreiche für 2005.
Wieder einmal ist er laut den einschlägigen Magazinen angetreten den Rock'n Roll zu retten und wenn ihn denn endlich einer hört (sprich: er bekommt genügend Airplay und schafft es mal in die Hot Rotation der Musiksender), dann wird er es auch schaffen, denn spätestens diese neue Platte muss man schlichtweg genial nennen. Ich kann - im Gegensatz zu anderen - keinen Ausschuss festmachen, finde nur die 2. CD etwas besser als die erste.
Es ist als ob die Stones, Springsteen und Dylan sich zu einer Jam-Session versammelt hätten und dabei noch den Geist von Gram Parsons beschworen hätten. Herausgekommen ist dabei ganz großes Kino für die Ohren. Anspieltipps: "Magnolia Mountain", "Easy Plateau" und "Let it ride", aber falsch machen kann man bei dieser CD ohnehin nichts.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Juni 2005
Und da ist er wieder. Nach dem Doppelschlag mit dem vergessenswerten Rock'n'Roll und dem feinen Love Is Hell Album und längerer Pause ist Ryan Adams mit dem ersten von drei neuen Alben zurück (die anderen, Jacksonville und 29 sollen in einigen Monaten folgen - aber das hiess es auch schon von dem nie veröffentlichten Duo The Suicide Handbook und 48 Hours). Cold Roses ist jedenfalls hier und das ist gut so. Adams stellte für die Aufnahme eine eigende Band, die exzellenten Cardinals, zusammen, die dem Chef mühelos durch sein privates Songuniversum folgt, das irgendwo zwischen alt.country, Americana, Folk und (diesmal eher verhaltenem) Rock immer weiter expandiert. Diesmal beinhaltet es neben dem typischen Einfluß von Neil Young und Gram Parsons auch unerwartete Referenzen („Easy Plateau" etwa erinnert stark an Grateful Dead), aber zumeist gibt Adams seinen Fans, was sie an ihm so lieben: gitarrenlastige, sehnsüchtige Herzschmerzballaden, oft mit jener Spur von Aufbegehren gegen eine lieblose Welt, die den Songs bei aller Sanftheit jenen gewissen stolzen Trotz verleiht, der einem den Mann so sympathisch macht. Einige Nummern „herausragend" zu nennen, wuerde der Einheit dieser 19 Nummern nicht gerecht, aber riskieren wir's trotzdem: „Sweet Illusion" klingt bereits jetzt wie ein Standard, das folgende „Meadowlake Street" könnte von Neil Youngs fragilem ersten Soloalbum kommen, „Now That You're Gone" ist ebenso herzzerreissend wie „How Do You Keep Love Alive", „Life Is Beautiful" ist die positive Antwort auf „Love Is Hell" und der Bonustrack „Tonight" bringt alles zu einem rockenden Abschluß - klasse! Und daß das Album bei jeden Hören noch ein wenig wächst, läßt einen die unberechenbare Wartezeit auf die nächsten beiden Werke etwas leichter verkraften.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Mai 2005
Nach dem Ryan Adams sich von seiner Handverletzung erholt hat, war er offensuchtlich ziemlich fleissig, denn dies soll nicht seine letzte Veroeffentlichung fuer dieses Jahr bleiben. Wieder einmal dringt Adams mit seinen traurigen Melodien, die von gescheiterten Beziehungen gepraegt sind, tief in die Herzen zeiner Hoerer ein. Mit dabei hat er diesmal seine neue Band The Cardinals. Er bleibt seiner Linie von "Love Is Hell" treu, nur verhelfen ihm die Cardinals wieder zu einem etwas country-lastigeren Sound, der dem ganzen dann etwas hoffnungsvolleres gibt.
Und auch diesmal kommt eine wunderschoene, melancholische Platte fuer Rotweinabende dabei raus. Zu schlechteren Alben muss ihn seine Plattenfirma wohl wie bei "Rock 'n' Roll" zwingen. Hoffen wir, dass sie dies nicht mehr tut.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. August 2005
ist dieses Doppelalbum. Ryan Adams kann sich nur noch selber schlagen. Seit dem Ableben von Elliot Smith gehört ihm der Songwriter-Olymp ganz alleine. Ganz alleine? Na ja fast, Damion Rice kämpft dagegen an. Wie auch immer: Cold Roses ist ein wunderschönes Album. Songs wie Perlen. Gerade bei den verregneten Tagen dieses Sommers ideal, um so richtig abzuschalten. Und das beste ist, die Platte wird nie langweilig. Habe sie schon zig-mal gehört und kann sie immer wieder hören. Ein weiteres Qualitätsmerkmal: Habe diese Jahr schon mehr als 50 Alben gekauft, Cold Roses gehört zu den Top 3. Diese Scheibe gehört in jedes gut sortierte Plattenregal. Ein Album für die Ewigkeit.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Januar 2008
"Cold Roses" ist ein Doppel-Album. Das Ryan Adams als schon fast krankhaft produktiv gilt wurde ihm in der Vergangenheit schon hinreichend attestiert. Die Diskographien seiner unveröffentlichten Alben und Bootlegs übersteigt mittlerweile die, der regulären Platten, obwohl diese in immer schneller werdende Frequenzen erscheinen. Waren es 2003 mit 'Rock And Roll" und den beiden EP's 'Love is Hell Part 1 & 2", die im vergangenen Jahr noch mal kompakt als ein Album auf den Markt kam, noch zwei Alben, die fast zeitgleich erschienen, so sind für 2005 neben 'Cold Roses" mit 'Jacksonville" und '29" noch zwei weitere Veröffentlichungen angekündigt.
Angesprochen auf seine schnelle Arbeit im Studio beruft sich Adams gerne auf die Vorgehensweise mit der Bob Dylan 'Blonde On Blonde" aufnahm: 'Dylan hatte eine Idee, schickte seine Musiker raus, nach einer Stunde holte er sie wieder rein, zeigte ihnen die Akkordfolge und sagte dem Produzenten es solle die Bandmaschine laufen lassen." So entstand vor drei Jahren sein gefeiertes Album 'Gold" - 'alles first Takes"! Auch sonst orientiert sich Adams an den großen Vorbildern aus Country, Folk, Roots und Americana. Die musikalische Referenzen sind auch auf 'Cold Roses" wieder, neben Dylan, Neil Young und Gram Parsons. Doch trotz der vielen Reminiszenzen hat man bei Ryan Adams zu keinem Moment Zweifel an der Authenzität seiner Songs. Auch die Themen sind nicht unbedingt neu und doch hat man nie das Gefühl, dass er sich wiederholt. Das Leben des Ryan Adams scheint ein einziger Road Trip durch Amerika zu sein, gepflastert von großartigen Songs, die für uns Tagebuch führen. Sie erzählen von gescheiterten Beziehungen, unglücklicher Liebe, Heimweh, Sehnsucht, Lügen, Erinnerungen und vergebenen Chancen. Besang er auf seinen Vorgänger-Alben noch New York oder den Hollywood Blvd, so entführt uns Adams dieses mal an abstraktere, phantastischere Orte, wie in dem Eröffnungssong von 'Cold Roses", 'Magnolia Mountain". Von Adams sehnsüchtig vorgetragen im Duett mit der lieblich, schwebenden Stimme von Rachael Yamagata, erinnert der Song an seine frühere Zusammenarbeit mit der bezaubernden Emmylou Harris auf seinem Debüt-Album 'Heartbreaker". Überhaupt macht es sich vielerorts bemerkbar, dass Ryan Adams sich dieses mal wieder von einer Band unterstützen lässt, den Cardinals, einem fünfköpfigen Ensemble, das dem Album an vielen Stellen stilsicher seinen unverwechselbaren Charme verleiht. So wie beim wunderschönen, Piano begleitetem 'How Do You Keep Love Alive", einem der wohl schönste Stücke auf 'Cold Roses". 'I would have picked for her on the day she was born / She runs through my veins like a long black river / And rattles my cage like a thunderstorm / Oh, my soul / What does it mean to be so sad / Whe someone you love is supposed to make you happy / What do you do / How du you keep love alive" grübelt Adams ohne zu einem nennbaren Ergebnis zu kommen. Um eine unerfüllte Liebe geht es in "Cherry Lane". Der Song beginnt gut gelaunt mit Bottleneck-Guitar, transformiert sich aber am Ende und mündet in ein atemberaubendes, anrührendes Finale in dem Adams sich resignierend eingestehen muss 'I can never get close enough to you", wieder im Duett mit Yamagata. Von einer zu Ende gehende Beziehung erzählt 'Sweet Illusions": 'Let me go, I'm only letting you down / I've got nothing to say anymore". Die erste Single "Let It Ride" ist ein treibender Road-Song und eine weitere Hommage an seine Heimat, wie schon früher in 'Oh, My Sweet Carolina". 'Blossom" ist eine melancholische Piano Ballade, 'If I Am A Stranger"rockt mit Steel Guitar. Das optimistische und lebensbejahende "Life Is Beautiful" stimmt versöhnlich. Am Ende spielt Adams wieder alle Instrumente selbst.
In ein paar Monaten erscheine die nächsten beiden Alben. Hoffentlich genug Zeit für 'Cold Roses" inzwischen zu wachsen, zu gedeihen und Blüten zu tragen.

Christian Düringer
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 31. August 2016
Cold Roses spielte Ryan Adams mit seiner 2005 neu formierten Band „The Cardinals“ ein. Es wurde für Ryan Adams zu einem sehr erfolgreichen Album und zwar nicht nur aus Sicht der verkauften Stückzahlen, sondern weil die Rückbesinnung auf zur Country geprägten Musik von den Fans anerkannt und angenommen wurde.
Das Album ist mit 19 Songs prallgefüllt. Bei so einer Anzahl von Songs könnte man befürchten, dass es Lückenfüller hat. Dem ist aber nicht so. Klar, da alles eine Frage des persönlichen Geschmacks ist, gefallen auch mir einige Songs besser als andere. Aber letztendlich gibt keinen schlechten Song auf Cold Roses. Deshalb möchte ich hier meine liebsten Songs kurz (auch als Anspieltipps) nennen Da ist zunächst „Sweet Illusions“. Ein wunderschöner Countrysong, in dem die Steel Gitarre sehr bestimmend den musikalischen Weg weist. Ein weiterer Kracher ist das fetzige, etwas rotzig daherkommende „Beautiful Sorta“. Die Anfang Riffs erinnern mich ein wenig an den stampfenden Beat von Status Quo. Fast zerbrechlich klingt das sehr schöne ruhige „Now That You're Gone“. Klasse und ebenso flott klingt „Cherry Lane“. Hier gefällt mir besonders die gesangliche weibliche Unterstützung zur Mitte des Songs hin. Hierdurch gewinnt der Song bis zum Ende hin an Spannung. Bei „Easy Plateau“ überzeugt Ryan Adams besonders durch seinen variantenreichen Gesang. Aber auch das Gitarrenspiel, welches ein wenig an Crazy Horse erinnert zieht mich in seinen Bann.
„Let It Ride“ ist ein wundervoller Mainstream Song im Fahrwasser von Tom Petty. Geht gut ins Herz und in die Beine. Klar einer des besten Songs des Albums ist sicherlich „Cold Roses“. Hier ertönt die Gitarre zum Ende hin wieder im Stile eines Neil Youngs. Mein Lieblingsstück ist allerdings „If I Am A Stranger“. Hier nimmt mich Ryan Adams mit in sein musikalisches Firmament und lässt mich für ca. 4 Minuten meine weltlichen Sorgen etwas vergessen. Und ein weiterer Mutmacher ist denn auch „Life Is Beautiful“ (“And oh, what a beautiful world when we sing. Hear all them bells out in the street”). Als Bonus Track bekommt man das rockige “Tonight” geboten. Es wäre sehr schade gewesen, wenn dieser krachende Song nicht auf dem Album seinen Platz gefunden hätte.
Die Alben, die ich bisher von Ryan Adams besitze, sind in ihrer musikalischen Machart sehr unterschiedlich und dennoch von einem angenehm hohen Wiedererkennungswert. Cold Roses ist zu Recht ein sehr erfolgreiches Album geworden.
11 Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

6,99 €
8,39 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken