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TOP 500 REZENSENTam 19. April 2012
Die neunte Sinfonie von Ludwig van Beethoven wurde von Wilhelm Furtwängler oft gespielt. Dabei ragen drei Interpretationen künstlerisch heraus: Die Jüngste ist von 1954 mit dem Philharmonia Orchestra (Beethoven: Sinfonie Nr. 9). Drei Jahre zuvor entstand eine Aufnahme mit dem Bayreuther Festspielorchester anläßlich der Wiedereröffnung der Festspiele (Beethoven: Sinfonie 9). Und der älteste Mitschnitt, wenngleich nicht Furtwänglers älteste Aufnahme der Sinfonie, liegt hier vor. Für viele Klassikliebhaber gilt er als der Beste.

Zum Umfeld der Aufnahme:

Die beiden Konzerte vom 22. und 24. März 1942, die Grundlage des Mitschnitts sind, vereinen die Elemente, die für ein Meisterwerk vonnöten sind: einen überragenden Kapellmeister, eine erfahrenes Spitzenorchester und den besonderen Moment. Furtwängler und die Berliner Philharmoniker waren zu diesem Zeitpunkt ein perfekt eingespieltes Team, das beim Kernrepertoire dieser Jahre, Klassik und Romantik, zu einer virtuosen Symbiose zusammenfand. Der besondere Moment war für beide sicherlich die bedrückende Situation des Krieges. Diejenigen, die die herausragenden Kriegsaufnahmen der Berliner unter ihrem Chef kennen, wissen, was ich damit meine.

Doch nun zum Mitschnitt:

Der Kopfsatz beginnt mysteriös und tastend, entfaltet dann aber nach kurzem, eruptiven Aufbrausen seine atemberaubende Kraft. Furtwängler zeichnet dabei das Extreme der Satzelemente klar heraus. So kommen sowohl die zarteren als auch die explosiven Seiten deutlich zum Vorschein. Den gesamten Satz durchzieht etwas Loderndes, Entzündliches, das unentwegt vorwärts drängt und immer wieder mit aller Macht ausbricht. Zunächst noch bedrohlich gehalten, endet er jedoch infernalisch.

Nach den Erfahrungen des ersten Satzes glaubt man nicht, daß der zweite im Ausdruck noch gesteigert werden kann. Doch Furtwängler belehrt den Hörer im Molto vivace eines Besseren. Er treibt das Stück beharrlich voran und erreicht immer neue Gipfel. Die besonders melodischen und die aufbrausenden Stellen des Satzes klingen zum Teil wie der Gegensatz zwischen Paradies und Weltuntergang. Furtwängler ist hier übrigens fast zwei Minuten rasanter als Toscanini 1952 und mehr als vier Minuten schneller als Klemperer 1957!

Adagio molto e cantabile - es kann durchgeamtet werden. In über zwanzig Minuten wird die melodische und emotionalen Schönheit des Satzes voll und ausgiebig entfaltet. Die immer wieder majestätisch und triumphal aufblitzende Fanfare schließt den Satz und zeigt dem Hörer, was ihn im Folgenden erwartet.

Furtwängler steigt in den Finalsatz wirklich presto ein und knüpft damit an die Verheißung durch die Fanfare zuvor an. Nun versucht das Freuden-Thema durchzubrechen, allerdings immer wieder jäh und mit viel Kraft unterbrochen. Doch schließlich gelingt es, und das Thema entfaltet sich - zunächst nur hauchdünn und fragil. Furtwängler läßt es überaus lyrisch erklingen, bis es hymnisch und mit viel Energie durchbricht. Im Anschluß bestechen Solisten und Chor durch wahres Können. Zusammen mit dem Orchester wird ein wahres Freudenfest mitsamt Feuerwerk zelebriert. Der Satz endet in einem unbeschreiblichen Jubel und mit beispiellos donnernden Pauken.

Ein Fazit:

Die Aufnahme gilt meiner Meinung nach zurecht nicht nur als DIE Furtwängler-Neunte, sondern als DIE Neunte überhaupt. Man findet nirgends Routine, stattdessen stets das Besondere des Moments, das die Atmosphäre fesselnd prägt. Ich nehme kleine Huster und Kratzer für eine solche Mono-Aufnahme gern in Kauf und verzichte lieber auf so manche glattgebügelte Repertoire-Aufführung des Werkes. Die Tahra-Veröffentlichung bietet dem Hörer einen wirklich herausragend bearbeiteten Mitschnitt aus dem Jahr 1942, der nicht nur räumlich und klar klingt, sondern auch zahlreiche musikalische Details preisgibt.

(Das Begleitheft ist in französischer und englischer Sprache.)
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