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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
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4,5 von 5 Sternen
Solemn Sacred Severe
Format: Audio CD|Ändern
Preis:20,33 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

VINE-PRODUKTTESTERam 11. September 2009
Feierlich, heilig und ernst - besser hätten die 2004 in Schweden gegründeten Griftegård (altes schwedisches Wort für Friedhof) ihr Debütalbum nicht benennen können. Denn es bringt den Charakter der sechs darauf vertretenen Stücke sehr treffend zum Ausdruck. Das Quintett spielt Doom Metal wie er epischer und majestätischer wohl nicht mehr sein könnte. An manchen Stellen hat er sogar etwas Sakrales. Gerade wenn bei "Noah's hands" die Gitarren einer Kirchendorgel und Chorgesängen weichen, wird eine friedliche, fast befreiende Stimmung verbreitet, die einer Art ruhenden Insel inmitten der bedrückenden Bitterkeit gleichkommt.

Die Songs von Griftegård schleppen sich äußerst schwer und unheilvoll durch das Album und ein permanentes Gefühl von Hoffnungslosigkeit stellt sich ein. Wäre nicht die äußerst emotionale und grandiose Stimme von Thomas Eriksson, die auch eine menschliche Wärme verbreitet, würde man wahrscheinlich im tiefen Morast umhüllt von sehnsuchtsvollen Melodien versinken. Aber hier leidet man unmittelbar mit dem Sänger mit, wenn er schier herzzerreißend seine Texte in die Gehörgänge des Hörers vorträgt. Eiskalte Schauer und Gänsehaut sind da automatisch vorprogrammiert.

Die Musik von Griftegård ist von ähnlicher Leidenschaft geprägt wie die ihrer Labelkollegen The Devil's Blood. Allerdings ohne den dunklen, okkultistischen Hintergrund. Vielmehr finden sich in den Liedern der Band nicht selten religiöse Gleichnisse von Untergang und Verfall. Was an Griftegård fasziniert, ist wie sie aus einer spielerischen Schlichtheit heraus große, tonnenschwere und hymnische Stücke erschaffen, welche das Innerste erzittern lassen. Die Gitarrenwalzen schlängeln sich mit der Unterstützung der bombenfesten Rhythmusgruppe auf einfachen, aber effektiven Riffs, dafür aber mit fast hypnotisierenden Läufen im zähflüssigen Tempo durch die Songs. Doch am Ende sind sie doch nur das Fundament für den klaren und ausdrucksstarken Gesang. Zusammen bildet beides eine untrennbare, fast magische Einheit, welche sich immer tiefer und tiefer ins Herz bohrt.

Alle sechs Lieder auf Solemn, sacred, severe sind Teile eines Gesamtkunstwerks, von dem man keine Note missen möchte. Griftegård haben es aus dem Stand heraus geschafft ein Album zu kreieren, welches von Doom-Gemeinde künftig in einem Atemzug mit Through the darkest hour (Solitude Aeturnus) oder Nightfall (Candlemass) genannt werden sollte.
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am 23. September 2009
"Solemn.Sacred.Severe" - eine Parole, die alles in sich vereint für das der epische Doom Metal steht.
GRIFTEGÅRD stellen sich mit diesem Debüt-Album den Gerüchten, dass in diesem Genre nichts Neues passieren würde, trotzend entgegen und beweisen, dass noch reichlich viel Inspirationsquellen und Potenzial vorhanden ist.

Schaut man sich zu Beginn die Texte genauer an, wird man mit einer introvertierten Stärke konfrontiert. Ergreifend sind Zeilen wie "Jesus dies inside my heart, Judas lingers on, all my values broken down, in a bitter frown". Gitarrist Ola Blomkvist, seines Zeichens für die Texte zuständig, verarbeitet damit seine Jugend als Anhänger der Zeugen Jehovas und dem alltäglichen Kampf mit der Furcht vor der Apokalypse. Ebenso aber auch die Frage, wieviel Wahrheit in diesem Glauben steckt oder ob es sich nicht doch nur um ein Hirngespinst handelt. Die Frage um Kampf oder Kapitulation spielt jedoch nicht nur in den Texten eine Rolle. "Solemn.Sacred.Severe" verbindet das lyrische Konzept der Band mit der Musik von Komponist Per Broddesson, die sich auf höchst emotionalem Niveau bewegt und das passend einfängt, was Olas Erfahrungen durch die Texte widerspiegelt.

Sänger Thomas Eriksson bringt diese Emotionalität mit einer variablen, engelsgleichen und durchdringenden Stimme auf den Punkt. Dazu scheint jeder Akkord und jeder Trommelschlag wohl überlegt. Trotz nicht zu brechender Überzeugung, Passion und Pathos greifen Zweifel, Bitterkeit und Hoffnungslosigkeit um sich und scheinen alles zu verschlingen. GRIFTEGÅRD halten ihre schweren Kompositionen allerdings nicht in einem monotonen Rahmen, sondern spicken diese mit packenden Melodiebögen, die trotz aller Ernsthaftigkeit, mit der die Band am Werk ist, leicht zugänglich sind.

Jeder Song, ob nun das offensivere "Punishment & Ordeal", das balladeske "I Refuse These Ashes" oder dem klassischen "The Mire", greift in eine eigene Kerbe, die sich GRIFTEGÅRD seit ihrem Bestehen geschaffen haben. Dabei schaffen sie es auch, Überraschungen parat zu haben. So haben das herausragende, zu Tränen rührende "Noah's Hands", welches gänzlich ohne Doom-Elemente auskommt, und das melancholische "Drunk With Wormwood", mit einem durch Mark und Bein gehenden Duett aus Gesang und Piano, eine bittersüße und wunderschöne Note.

"Solemn.Sacred.Severe" übertrifft in seiner Gesamtheit die Klasse der "Psalm Bok"-EP und übersetzt damit auch, was sich auf dem Album befindet. Ernsthafte, sakrale und schwere Sounds, an der die Freunde des epischen und auf ganzer Linie einwandfreien Doom Metals wohl überhaupt nicht vorbeikommen werden. Trotz des starken Niveaus halte ich mich mit der Punktvergabe noch etwas zurück, um noch genügend Luft für das nächste feierliche Meisterwerk der Schweden zu haben. Begeisternd und berührend!
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