Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More sommer2016 saison Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars festival 16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
1
4,0 von 5 Sternen
5 Sterne
0
4 Sterne
1
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Kindle Edition|Ändern
Preis:1,02 €

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 500 REZENSENTam 17. März 2011
Rasend, rauschend und antik-tragisch in Nostalgie und Melancholie gekleidet, macht sich Flaubert in seinem frühen Werk "November" auf, die Untiefen der Jugend auszuloten; zusammen mit Das Leben ist anderswo gehört seine Darstellung dabei zu den eigenwillgsten Büchern, die ich über diese Zeit gelesen habe. Körperliches und geistiges Erwachen haben in diesen beiden Büchern etwas Schicksalhaftes, dünn Melodrames.

Eindeutig berichtet Flaubert dabei ein Stück weit von sich selbst; er malt in stürmischen Sprachmelodien ein Bild von einem empfindsamen Träumer, der in seiner Vor- und Frühpubertären Phase nichts mehr begehrt als die Vollendung seines Lebens in der Liebe. Mit großer Demut und Phantasie stellt er sich die Wonnen des Glücks und das Glück der Wonne vor, ohne natürlich zu wissen, woran er denkt. Er sieht nur die schönen Frauen und fühlt sich selbst als ein ungeheurer Wille, der doch ganz die Zartheit will:

"Ein unbestimmtes Verlangen nach etwas Leuchtendem war in mir..."
"Das Reifen des Herzens geht dem des Körpers vorauf; noch lag mir lieben näher als genießen [...]. Heute vermag ich mir die jene Liebe des ersten Jünglingsalters nicht einmal mehr vorzustellen, darin die Sinne keinerlei Bedeutung haben, der einzig das Unendliche den Inhalt gibt; sie steht zwischen Kindheit und Jugend, sie bildet den Übergang und schwindet so schnell dahin, dass man sie vergisst."

Noch ist die Welt einfach, der Lebenssommer ist ewig warm und überall sind die Räume weit, offen für Unbekanntes ... bald wird das Unbekannte sich tiefer in das Bewusstsein einschleichen und dabei nicht unbedingt immer zur Erkenntnis heranreifen, sondern auch in der Nähe etwas Rätselhaftes bleiben; ein Ding, dass du beim Herannahen nicht ganz erkennen kannst, bis es zu spät ist, weil du selbst ein Teil davon geworden bist ...

Flaubert hat auch in diesem eher autobiographischen Frühwerk eine gesellschaftliche Komponente eingebaut, in Gestalt einer Prostituierten, zu der sein Ich-Erzähler geht und die dann für kurze Zeit selbst aus ihrem Leben berichtet.

Ich muss zugeben, dass mich die Erzählung trotz ihres Zaubers enorm anstrengte; sie ist überreich, bunt und überbunt. Doch wer sich davon nicht stören lässt, wird eine sehr eindrückliche, wohl besonders elementar gehaltene Erfahrung mit diesem Buch machen.
11 Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Benötigen sie kundenservice? Hier klicken