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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
86
4,3 von 5 Sternen
Whatever Works - Liebe sich wer kann
Format: DVD|Ändern
Preis:7,29 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 11. November 2012
Story (4)
Whatever Works funktioniert für mich absolut. Die Dialoge sind grossartig und die Monologe genial. Auch die Interaktion mit den Zuschauern ist sehr gut gemacht. Wer beim zusehen den Eindruck gewinnt, dass Woody Allen sich auf seine filmischen Wurzeln besinnt, liegt gar nicht mal so falsch. Das Drehbuch zu diesem Streifen, hat er tatsächlich in den frühen Siebzigern verfasst dann aber nie verwendet. Wir haben es hier also gewissermassen mit einem "Frühwerk" zu tun.
Die Grundstimmung des Filmes ist trotz allem Zynismus und Sarkasmus der Hauptfigur sehr warmherzig und positiv. Wenn auch einzelne Handlungsstränge zum Teil etwas konstruiert wirken und die eine oder andere Nebenfigur etwas überzeichnet daher kommt, schadet dies dem Streifen nicht im geringsten und macht diesen Film für mich zu einem der besten Werke, die Woody Allen in den letzten Jahren abgeliefert hat.

Bild (3)
Beim Bild muss man klar Abstriche machen. Es ist ein konstantes Bildrauschen vorhanden, das die Bildqualität schon sehr einschränkt. Der Schärfewert liegt auf dem Niveau einer ordentlichen DVD. Positiv ist, dass sich die Bildqualität über den ganzen Film hinweg immer etwa auf dem gleichen (schlechten) Level bewegt, das heisst: wenigstens konstant ist...

Ton (3)
Auch der Ton ist nicht ganz auf der Höhe der Zeit. 2.0 sollte es bei modernen Produktionen eigentlich gar nicht mehr geben. Da es sich hier allerdings um einen reinen Dialogfilm handelt ist es noch akzeptabel und schränkt den Filmgenuss nicht wirklich ein. So etwas wie Räumlichkeit kommt natürlich zu keiner Zeit auf...

Extras (3)
Interessieren mich nicht. Es gibt ein Wende-Cover!

Fazit: Ein amüsanter, intelligenter wenn auch zynischer Streifen in der besten Tradition der alten Woody-Allen-Filme. Kann man sich immer wieder mal ansehen!
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am 31. August 2017
war ja eigentlich nie so de fan von woody allen, aber diesen streifen fand ich schon sehr unterhaltsam. sehr schräge dialoge usw, überzeugende schauspieler. hat spass gemacht.
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am 15. Januar 2013
Whatever Works ist für mich einer der besten Filme von Woody Allen überhaupt. Kaum eine Minute wo man nicht laut los lachen muss vor lauter trockener Kommentare zur Sinnlosigkeit der Existenz, dem Universum und allen anderen wichtigen Fragen des Lebens.

Der Film ist unbedingt auf englisch zu empfehlen, die Dialekte sind einsame Spitze.
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am 21. September 2010
Das ist Boris Yellnikoffs(Larry David) Lebensphilosophie. Wobei...sein eigenes Leben hat diese Philosophie bisher nicht gerade bereichert. Der ehemalige Top-Physiker hat seine Familie verlassen, ist bei einem Selbstmordversuch aus dem Fenster gesprungen, und hockt jetzt allein, mit einem hinkenden Bein, in einer Wohnung in New York. Boris ist zynisch, sarkastisch, intelligent, direkt und manchmal unnachgiebig. Bei ihm kriegen alle ihr Fett weg. Egal, ob das die Juden, die Schwarzen, die Industrie, die Kirchen, die Banken, die Liebe, die Vereinigten Staaten oder Gott sind. Seinen Kumpels Joe und Ed geht er damit ziemlich auf den Keks, obwohl die beiden Boris Intelligenz schätzen. Ein Menschenfreund sieht in jedem Fall anders aus.

Eines Tages landet die 21jährige Melody(Evan Rachel Wood) vor Boris Tür. Sie ist von zu Hause abgehauen und sucht eine Bleibe. Aus zwei Minuten, die ihr Boris zunächst zusteht, werden Tage, Monate und dann eine Heirat, denn: Melody hat sich in Boris verliebt. Ihr scheint egal zu sein, wie seltsam dieses Paar daherkommt. Auf Boris Bewertungsliste arbeitet sich Melody dabei nach und nach von einer 3 auf eine 7 oder 8 hinauf. Das könnte noch ein bisschen so weitergehen...tut es aber nicht. Denn da sind noch Melodys Mutter, ihr Vater, Randy, und ein Strauß voller Probleme, die Boris mal wieder bestätigen: Das Leben ist manchmal ziemlicher Mist!

-Whatever Works- ist ein echter Woody Allen. Intelektuell, clever, dialoglastig, pointiert, bitterschwarz und doch mit einer Prise Hoffnung versehen. Allen lässt seinen Star Boris dabei mit den Zuschauern kommunizieren. Das hat(wie schon so oft bei Allen) ganz große Klasse. Wenn Boris kurz innehält, in die Kamera schaut, und uns direkt mit dem Satz anspricht: "Wir müssen uns dringend ganz kurz bereden", dann ist das Filmkunst vom Feinsten. Allen ist und bleibt der Kreativkopf der alternativen Filmszene. Er lässt Yellnikoff seine Geschichte erzählen und die beginnt mit dem Satz: "Mein Thema sind Sie!" In Monologen, Dialogen und witzig-schlauen Wortspielen lässt Allen seinen Boris Yellnikoff komplett mit der Welt, den Menschen, aber auch sich selbst abrechnen. Wer diese Seite Allens mag, der wird bei -Whatever Works- voll und ganz auf seine Kosten kommen. Unterlegt hat Allen seinen Film mit Musik von Dixie bis Beethoven.

Die Besetzung von -Whatever Works- ist hochkarätig. Larry David brilliert in der Rolle des sarkastischen Boris Yellnikoff. Evan Rachel Wood gibt das Dummchen aus dem Süden, das sich nach und nach mausert, mit sehr viel Charme. Die Nebenrollen sind durchweg passend und stark besetzt.

So ist -Whatever Works- mal wieder ein hochgradig intellektueller Woody Allen Film, denn man entweder mag...oder auch nicht. Nichts für Baller- oder Actionfans, schon gar nichts für Menschen, die jedes Wort auf die Goldwaage legen und mit Allens Humor nichts anfangen können. Ich fand, dass der Film in der Mitte, storytechnisch, einen leichten "Hänger" hatte, ansonsten habe ich mich wunderbar unterhalten lassen. Wer weiß, vielleicht schafft -Whatever Works- das bei ihnen auch. Ich kann ihnen den Streifen in jedem Fall empfehlen.
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am 7. März 2010
Misanthropen sind immer gute Aufhänger für eine Geschichte, denn meist enthält ihr Zynismus sehr viel wahres. Woody Allen lässt in seinem neuen Film "Whatever works" den Protagonisten sogar direkt zum Publikum sprechen. Boris Yellnikoff (Larry David) ist achtzig, IQ 200, nur knapp am Physik-Nobelpreis vorbeigeschrammt; mit dem Leben hat er abgeschlossen, was sich z.B. daran zeigt, dass er den Kindern, denen er Schachstunden gibt, schon mal nach dummem Spiel die Figuren über den Kopf kippt. Vor allem aber ist er mit der, wie er glaubt, flüchtigen Illusion der Liebe durch. Das muss sich auch die 21jährige Südstaatengöre Melody (Evan Rachel Wood) anhören, die auf einmal vor seiner Tür steht, sich bei ihm einnistet. Die Gegensätze zwischen dem Lehrmeister, dem das Leben nichts mehr beibringen kann, und der unbedarften, aber erkenntnishungrigen Landschönheit sind so groß, dass es trotz Anfangsschwierigkeiten zu einer Symbiose, sogar zu einer Ehe kommt. Denn wenn schon sinnlos leben, dann noch lieber mit einer schönen Illusion. Die Konstellation gerät ins wanken, als Melodys Mutter (Patricia Clarkson) auftaucht, nachdem sie von ihrem Mann verlassen wurde. Obwohl aus der Landpomeranze eine Fotokünstlerin wird, die eine glückliche "Manege a trois" mit zwei Männern führt, tut sie alles dafür, damit ein junger Verehrer Melodys zum Ziel kommt. Schließlich taucht auch noch Melodys Vater auf, um seine Frau zurückzugewinnen; dabei hat er eine äußerst unvermutete Einsicht zu bekommen, um seine wahre Identität zu finden.

"Whatever works" ist eine äußerst kluge Auseinandersetzung mit dem Leben, das sogar dem desillusionierten Zyniker am Ende noch eine Erkenntnis liefern kann. "Liebe sich, wer kann", lautet der Untertitel. Woody Allen treibt dieses Kredo auf die Spitze in seiner wort- und spottreichen Auseinandersetzung mit der Verklemmtheit der USA. Weisheit und bissiger Witz gehen hier vor allem im zweiten Teil des Films glänzend zusammen. Dass das Drehbuch bereits aus dem Jahr 1977 stammen soll, merkt man nicht, denn Woody Allen scheint in der Umsetzung seine komplette Lebenserfahrung zu verarbeiten. Ansehen und vor allem genau hinhören.
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VINE-PRODUKTTESTERam 25. Januar 2010
Woody Allen hat den Traum zahlloser alternder Männer verfilmt, der darin besteht, dass sich ein junges hübsches Mädchen bei ihnen einquartiert und nur das Beste im altklugen Nörgler sieht. Der wird diesmal von Larry David verkörpert, der längst den Nobelpreis hätte, wenn es einen fürs Rummosern gäbe, während die schlichte Schöne von Indie-Darling Evan Rachel Wood ("The Wrestler") dargestellt wird.....

Die pointierten Monologe oder Dialoge, muss man sich einfach im Ohr zergehen lassen. Wobei einiges der US-Kritik sauer aufgestoßen ist. Etwa, wenn der nunmehrige Schachlehrer Boris angesichts seiner verblödeten Schützlinge seufzt, sie hätten ihre Ferien statt im Camp in einem Konzentrationslager verbringen sollen, damit sie verstehen, wozu die menschliche Rasse imstande ist, oder Touristen, die Spaß haben wollen, das Holocaust-Museum empfiehlt......Ahhhh ich liebe Woody Allen!
Ähnlich köstlich entwickeln sich die stockkonservativen Eltern der Südstaaten-Schönheit Melody, die eigentlich nur besorgt zu Besuch kommen, dann aber in Allens Stadt voller Magie hängen bleiben und verborgene Sehnsüchte ausleben......aber das muss jeder unbedingt selbst gesehen haben.

Fazit: Bissig-entlarvende Komödie des Neurosen-Großmeisters, die sehr wohl zum erfrischenden Wohlfühlfilm wird.Einer der besten Filme der letzten 10 Jahre.
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 5. Juni 2011
Ich stehe ja manchen frühen filmischen Ergüssen von Woody Allen relativ kritisch gegenüber. Aber seine 'Alterswerke' gefallen mir durchaus gut. So auch dieses. Wie könnte es anders sein, ist es sehr
dialog-lastig.
Ich wundere mich, dass Allen nicht selbst die Rolle des Boris Yellnikoff übernommen hat. Die wäre doch völlig auf ihn zugeschnitten gewesen. Aber auch Larry David macht seine Sache ganz hervorragend. Mit einer großen Portion Zynismus und einer abgrundtiefen misanthropische Grundhaltung philosophiert er sich durch sein Leben in New York. Die Ausreißerin Melody findet nicht nur Dauerunterschlupf bei ihm, sondern heiratet diesen fast dreifach so alten, schrägen Kauz auch noch und ist eine Weile wundersamerweise glücklich. Das ändert sich jedoch, als ihre bigotte Mutter auftaucht, eine völlig Wandlung erfährt und auch Melody in den Strudel der Veränderungen hineinzieht.....

Das Motto des Filmes könnte lauten: Wild durcheinander lieben, alles ist erlaubt, solange es funktioniert. Ja, und sogar mit einer völlig miesen Lebensgrundhaltung kann man offensichtlich einen anderen Menschen glücklich machen. Zu konstruiert? Nicht für einen W. Allen. Schön auch die Sequenzen, in denen der Hauptdarsteller direkt das Publikum anspricht, welches er als einziger der Darsteller sieht. Das erklärt sich mit seinem genialen Geist.
Mir hat es es gut gefallen, wie Allen die Atmosphäre von New York eingefangen hat. Nach seinen filmischen Ausflügen nach Europa ist er also wieder in seiner Heimat angelangt. Bis in die Nebenrollen ist das Set gut besetzt und leistet sich manch überdrehte Momente.

Extras: Interessantes Interview mit Woody Allen

Fazit: Feel-bad-Movie mit einer großen Portion schwarzem Humor
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am 6. Mai 2011
Von Woody Allen gibt es inzwischen über 40 Filme bei denen er für Drehbuch und/oder Regie verantwortlich war. Da ist es freilich auch für einen so hoch begabten Künstler nicht immer leicht sich nicht immer wieder zu wiederholen. In der Tat ist es ihm mit "Match Point" und "Vicky Christina Barcelona" im letzten Jahrzehnt überraschend gut gelungen seinen Ideenkosmos neue Aspekte hinzuzufügen.
"Whatever Works" hingegen beruht überhaupt auf einem älteren Drehbuch und ist weit weniger originell. Mit der alten, grantigen Hauptfigur ist wieder ein Charakter dabei, den Allen früher sicherlich selber gespielt hätte. Wenn man diesen Stil jedoch mag und nicht genug davon kriegen kann, muss man sich natürlich auch "Whatever Works" anschauen. Allerdings hat der Film nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen und kann nicht mit den ganz großen, klassischen Allen Filmen mithalten.

Um zuerst zum Positiven zu kommen: Der Wortwitz ist wieder mal genial! Nur Woody Allen kann ein derart umwerfendes Sprachfeuerwerk entfachen. Larry David darf als Boris Yellnikof dank eines klugen dramaturgischen Tricks immer wieder das Publikum direkt ansprechen und schafft es auf eine sehr glaubhafte Weise, die sehr sehr bissigen Pointen rüberzubringen. Wer schwarzen Humor schätzt, ist hier besonders gut aufgehoben. Auch das Zusammenspiel mit der jungen Melody, die das absolute Gegenteil, des alten Boris ist, sorgt für sehr gelungene Gags und auch ein paar berührende Momente.

Leider hat der Film vor allem gegen Ende hin einige Probleme. Allen ging es offenbar darum hier eine Message zu transportieren: Nämlich, dass alles was einen glücklich macht gut ist, solange es niemanden verletzt. Aber die Story wird leider so schnell und unglaubwürdig aufgelöst, dass man das Ganze kaum richtig ernst nehmen kann. Anstatt auf Charakterentwicklung zu setzen, beenden eine Reihe von glücklichen Zufällen einfach das ganze Geschehen. Ohne hier zu viel verraten zu wollen, stört doch besonders, dass der Film, der sonst für einen eher ungewöhnlichen Lebensstil wirbt, letztlich dann einiges davon wieder zurücknimmt. Das schadet der Stimmigkeit des Kunstwerkes und macht "Whatever Works" zu einer verhältnismäßig seichten Komödie, von der einen wohl hauptsächlich die witzigen Sprüche im Kopf bleiben werden.

Eine zweite Schwierigkeit des Films ist, dass Larry David zwar als Sprücheklopfer und Choleriker sehr gut ist, aber die Liebesbeziehung zu Melody etwas zu kurz kommt. Der Film ist bewusst so gehalten, dass man kaum klassische Liebesszenen zwischen den beiden sieht. Das ist auf der einen Seite gut so, denn warum eine ausführliche Romanze einbauen, wenn man soviel Humor hat? Andererseits fällt es einen doch etwas schwer zu verstehen, was die beiden eigentlich zusammenhält. Dazu gibt es im Film zwar schon Andeutungen, aber die genügen nicht so ganz.

Unterm Strich hat man hier also einen der unoriginelleren Allen Filmen vor sich, die mit vertrauten Motiven spielen, aber nicht an bereits vollbrachte Großtaten anschließen können.
Einsteiger sind mit "Manhattan" oder "Annie Hall" natürlich viel besser dran. Veteranen sollten "Whatever Works" wegen des Wortwitzes unbedingt ansehen, aber nicht zuviel erwarten.

Zur DVD: Als Bonus gibt es hier ein sehr gutes Interview mit Woody Allen, wo er sehr ausführlich zu dem Film Stellung nimmt! Dabei zeigt sich, dass er wohl tatsächlich einige Ähnlichkeit mit Boris Yellnikof hat.
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am 23. Juli 2011
Großes Kino vom Altmeister des komischem, tiefsinnigen und geistreichen Niveau. Man kann noch immer den inneren Kampf zwischen Logik und Gefühl schmecken, die Woody Allen Filme so persönlich machen! Meisterlich - wie immer!
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am 12. März 2013
Der in Deutschland eher unbekannte Larry David (Drehbuchautor und Schauspieler) nörgelt sich hier als gescheiterter Physik-Professors Boris Yellnikoff großartig durch Allens kleinen Film.
Der von Pessimismus zerfressende selbsternannte Genius und fast Nobelpreisträger Boris kollidiert mit einer ausgerissenen Südstaatler Naiven zusammen, der er für ein paar Tage unterschlupf gewährt.
Aus den paar Tagen wird eine -ungleiche- Beziehung zwischen dem knapp 40 Jahre älteren Boris und der unverdorbenen Melody, die ihn in ihrer Naivität und Herzensgüte mehr als Mentor bewundert, da sie durch sein verschrobenes Großstädterweltbild, einhergehend mit seinem unverfrorenen Zynismus, sich ihm in ihrer Natürlichkeit unterlegen fühlt. Erst im Reifeprozess ihrer Beziehung und ihrer selbst, entlarvt sie seine, aus Angstzuständen zusammengekleisterten, Marotten. Als sich die gehörnte Übermutter Melodys noch zwischen Boris und seinem arrangierten Lebensabend drängt, sieht das Ostküstengenie Boris seine Felle (Ideale; Ideologie) schwimmen. Dazu beginnt Melody ihre eigenen Wege zu beschreiten. Die Quantenphysik hat somit vollends ins Boris Privatleben eingeschlagen. Des Hypochonders zweiter Selbstmordversuch steht nunmehr nichts mehr im Wege.
Boris (Larry David) ist natürlich voll und ganz der neurotische Woddy Allen, denn sich die Fans von Mr. New York wünschen. Ob sich dabei Woddy Allen bei seiner -natürlich sehr autobiografischen- Filmfigur Boris Anleihen von den "Watchmen"nern, besser gesagt vom Zerwürfnis des Problems des Atomphysiker "Jon Osterman/Dr. Manhattan", geholt hat, würde ich doch gerne wissen. Denn wie der blaugetünchte Superheld Dr. Manhattan (man achte allein schon die Wortverwandtschaft zwischen Dr. Manhattan und den Prototyp des New Yorkers, in Gestalt des Woddy Allen), in Snyders "Watchmen", der in Distanz und dadurch im Zwietracht mit seiner viele Jahre jüngeren Superheldenliebsten Laurie Jane Juspeczyk lebt, die dazu, wie in diesem Allen-Film, sein einziger Zugang zur "normalen Welt" ist, erkennt und verzweifelt auch hier Physiker Boris am Zufall des Lebens und der Liebe. Ganze Dialogideen aus "Watchmen - Die Wächter [Blu-ray] [Special Edition]" (z.B. Zufall der Einzigartigkeit des Selbst) scheinen hier geklaut und einfach nur durch die komödiantische Wortmühle des Woddy Allen geschreddert. Großartig!

Das alles ist zwar fürs heutige Kino in Allens -herrlichen- Einfachheit abgefilmt, die man so auch nur dem bebrillten New Yorker verzeiht.
Der Film, wie alle seine Filme, ist somit reines Dialogkino und 1 zu 1 umsetzbar fürs Theater.
Dennoch ist es herrlich den grantelnden, politisch unkorrekt, ewig dahersabbernden und selbstgefälligen, humpelnden Boris zuzuhören, wie er als Schachlehrer jugendliche Schüler als Zombies betitelt und sich für die Einführung Kinderkonzentrationslager breit macht; sich dazu noch obendrein die Frage stellt: "Warum braucht man für alles einen Schein? Für Gabelstapler, Autos, fürs Fischen, fürs Sterben, etc.; ... nur Eltern, die brauchen keinen?"

4,5 dicke Amazonsterne dafür, wie dieser Boris letztlich ins HappyEnd glitsch und seine eigene Weltanschauung somit den Bach runtergeht (wobei es natürlich nicht Boris Yellnikoff (Woddy Allen) wäre, wenn seine Ideologie schlussendlich dahingehend von ihm selbst so verbogen wird, dass er nicht doch noch recht behält).
BRAVO, Woody!
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