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am 18. Dezember 2011
2 Sterne gibt es von mir allein für die gute Besetzung der Darsteller und die gelungene technische Umsetzung des Regisseurs.

Die Story ansich allerdings hat mit "Sturmhöhe" nicht viel gemein. Die gespielten Personen entsprechen absolut nicht den Charakteren, die man im Buch kennenlernt und die Geschichte ist so weit von der "Wahrheit" entfernt, dass sie schon fast einer Lüge gleicht.

Cathys Wildheit wird dem Zuschauer dadurch vermittelt, dass andere Personen sie als wild beschreiben. Zu sehen kriegt man davon allerdings nichts. Und Heathcliff ist ständig am heulen - soll das ein schlechter Scherz sein? Er hat auch kaum etwas boshaftes an sich und als Kind ist er sogar eher ein "Papa-Söhnchen" und total lieb. Gut abschneiden tut in der Verfilmung jedenfalls nur Edgar, der übrigens nicht im Ansatz weich oder schwach erscheint, sondern eher der Traumprinz ist. Allein die Tatsache dieser falschen Darstellung verfälscht die komplette Erzählung bis aufs Äußerste.

Auch die Beziehungen zwischen den Figuren werden nicht so dargestellt, wie sie im Buch beschrieben werden. So sind Cathy und Heathcliff ein richtiges Pärchen und sie will Edgar nur heiraten, um Heathcliff dadurch Reichtum zu verschaffen. Cathy wird übrigens auch als überaus selbstlos dargestellt, wobei ihre offensichtlichste Charaktereigenschaft ja eigentlich ihr Egoismus ist.

Bevor Heathcliff Isabella heiratet, erzählt er ihr, er will versuchen, sie zu lieben und nach ihrer Hochzeit sagt er, er habe es versucht, doch leider nicht geschafft. Noch ein Verrat an Heathcliffs Charakter, denn er heiratet Isabella nur, um sich an Edgar zu rächen. Er verachtet sie zutiefst und macht keinen Hehl daraus, niemals hätte er versucht, sie zu lieben.

Ich denke, dass die Sturmhöhe-Fans meiner Kritik zustimmen - für alle anderen ist es ein technisch und schauspielerisch gesehen gutes Drama.
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Ein Mann im platschenden Regen, der eine offensichtlich ohnmächtige Frau durch eine dämmerige Düsterlandschaft schleppt? Neben der naheliegenden kurzen Frage: "Warum?" kommt dem Bronte-Kenner noch der Zweifel auf, auf welche Stelle im Buch sich das bitte beziehen soll? Heathcliff hat Isabella k.o. geschlagen und trägt sie nun hurtig weg? (Das wäre doch immerhin mal eine Erklärung, warum die Flucht der beiden so leise verlief...)

Aber "don't judge a book by its cover" sollte auch für Filme gelten. Inhaltlich wurde hier schon viel zu dieser Verfilmung gesagt, auch mehrfach auf die Unterschiede zum Buch hingewiesen. Darum möchte ich nur ein paar ganz persönliche Eindrücke dazustellen:

- insgesamt ist die Besetzung meiner Meinung nach diesmal gut gewählt. Zwar sähe Tom Hardy nicht mal mit Selbstbräuner wie ein "Zigeuner" aus und diese Wischmop-Perücke wirkt leider oft unfreiwillig komisch (fiel das bei den Dreharbeiten echt niemandem auf???), aber er scheint seine Rolle zu lieben und lässt sich ganz auf den Charakter ein, gibt Heathcliff aber auch ein paar interessante neue Nuancen, teils in Richtung "schmieriges A...loch", teils ein wenig Dr. House und schafft es - Gott sei Dank! - sich größtenteils die übliche Melodramatik zu verkneifen. Manchmal aber zwingt ihn das Drehbuch dazu, so z.B. in der Anfangsszene, als er sich im Bett herumwälzt und nach Cathy jammert (bis dann dieser Arm durchs Fenster kommt, dazu später mehr).
- die Idee, die Erzählfolge des Romans nicht zu verfolgen, sondern die einzelnen Versatzstücke nochmal neu zu ordnen, fand ich originell und ambitioniert. So entdeckt der Zuschauer gemeinsam mit Catherine Linton das 18 Jahre zurückliegende Familiendrama.
- die Verfilmung ist sehr heutig und temporeich, es wird wenig deklamiert und mehr interagiert. Für mich ein guter Ansatz, sich dem schwierigen Stoff zu nähern.
- störend fand ich allerdings die Abweichungen vom Roman, die nicht nur keinen Sinn ergaben, also nicht für die Filmstory in irgendeiner Form relevant waren, sondern auch noch verquer zur eigentlichen Story stehen, die Urhandlung verfälschen (und damit leider nicht verbessern - was kann man auch an einer an sich perfekten Story noch verbessern? Deswegen wundert es mich auch immer wieder, warum die Drehbuchautoren zu "Wuthering Heights" immer wieder meinen, Emily Bronte "verbessern" zu müssen.)
Um darauf näher einzugehen, komme ich aber zwangsläufig zu einer Romanbetrachtung, darum dieser Abschnitt lieber weiter unten.
- Drehorte und Kostüme gefielen mir auch, es wurde diesmal nicht (wie in älteren BBC-Verfilmungen) im Raum Haworth gedreht, aber die Landschaft an sich passt gut zum Umfeld der Brontes.

Alles in allem finde ich diese bislang neueste Verfilmung eine der sehenswertesten.

Persönlicher Vergleich Roman/Film:
- im Film haben Heathcliff und Cathy Sex miteinander bevor Cathy das erste Mal mit Edgar schläft. Danach will Heathcliff keinen Sex mehr mit ihr. (Man entschuldige die platte "Sex and the City"-Sprache, aber so lässt es sich am schnellsten sagen.) Einerseits eine interessante, moderne Neuinterpretation - die "Dreierkiste" funktioniert nicht, wie Cathy es sich gewünscht hätte, da Heathcliff nicht "teilen" will - andererseits fand ich, dass Heathcliffs manisches Klammern an Cathy und sein übellauniges Wesen auch durch seine lebenslange sexuelle Frustration bedingt sind, weil er sich eben nie körperlich mit seiner Geliebten vereinen konnte.
- als Cathy schwanger und krank ist, läuft sie davon und bricht auf halben Weg nach Wuthering Heights erschöpft bei einer Felsformation zusammen. Heathcliff findet sie und übergibt sie dem ebenfalls nach Cathy suchenden Edgar. Der einzige Sinn dieser Episode scheint zu sein, Cathy eine Lungenentzündung zu verpassen. Vielleicht dachte man, dass heute keiner mehr glaubt, dass eine Frau nach monatelanger Mangelernährung durch Nahrungsverweigerung aus Kummer schließlich tatsächlich bei der Geburt versterben kann, ohne noch zusätzlich eine Lungenentzündung zu haben.
- als Heathcliff zu Anfang in seinem Bett nach Cathy klagt, bricht plötzlich ein weißlicher Arm durch die Scheibe. Da dachte ich: Oh, der Film fängt mit Heathcliffs Tod an. Aber offensichtlich nicht, das ganze sollte wohl eher eine Wahnvorstellung von ihm sein, die er öfter hat. Für mich persönlich ein Stück zu "Gothic-Novel" und melodramatisch. Außerdem basiert Heathcliffs zunehmender Wahn im Buch nicht zuletzt darauf, dass er Cathy meint zu hören und zu spüren, ihren Geist aber nie - nie - zu sehen bekommt. Das macht ihn wahnsinnig.
- dies ist ja auch der Grund, warum er ihr Grab ausheben lässt, als Edgar beerdigt werden soll: er will sie endlich wieder sehen. Im Buch lässt Emily Bronte Lockwood bemerken, dass die Erde in der Gegend um Gimmerton eine Besonderheit hat: sie verwandelt die dort begrabenen Toten in Mumien. Dies ist der Grund, warum Heathcliff tatsächlich zu Nelly sagen kann: es war immer noch ihr (Cathys) Gesicht. Keine weitere Wahnvorstellung, wie im Film, wo er schluchzend ein Skelett umarmt, das nur er als Cathy sieht (die Szene ist übrigens aus der 1997-Verfilmung "geklaut").

Also, etwas Toleranz der Buch-Fans ist schon gefordert, dann aber ist der Film wie gesagt durchaus empfehlenswert.
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am 30. Oktober 2016
Ich habe sehr viel von einer Literaturverfilmung erwartet, aber bin sehr enttäuscht.

Zuerst ist der ganze Film duster und es hat zu wenig von irgendwelcher Logik oder Moral. Das ganze kommt mir wie eine Gefühlsduselei, die sehr aufwendig produziert wurde.
Die Schauspieler machen sehr gute Arbeit, aber die Vorlage ist misserabel.
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am 25. Mai 2010
Die Sturmhöhe ist für mich eines der schönsten Bücher die je geschrieben wurden. Vielleicht ist es sogar mein Lieblingsbuch. Und aus genau diesem Grund bin ich bei Verfilmungen des Stoffes auch sehr vorsichtig. Nach der 1939er Version mit Laurence Olivier (schauderhaft, verstümmelt, kaum als Verfilmung des Buches anzusehen!) habe ich mich denn auch an keine mehr so recht herangetraut. Die angeblich recht gelungene Verfilmung mit Ralf Fiennes und Juliette Binoche habe ich bisher nur teilweise im Fernsehen zu Gesicht bekommen und nicht zuende verfolgen können. Habe ich seither etwas vermisst? Nein! Schöner als der Film in meinem Kopf kann wohl keine Adaption sein. Dennoch: meine geschätzte "Kollegin" Tanja Heckendorn (liebe Grüße und schönen Dank für die Empfehlung!) brachte mich auf diese Verfilmung hier - und ich bin wirklich nicht enttäuscht worden.

In einer urwüchsigen, zerklüfteten Yorkshire-Moorlandschaft trifft man hier auf genauso urwüchsige, zerklüftete Charaktere - allen voran Heathcliff (sprechender Name: Heidefelsen) und Cathy. Ersterer wurde von Cathys Vater als Findling zu seinem Landsitz Wuthering Heights gebracht, als Überraschung für die Kinder. Im Falle von Cathy gelang die Überraschung, im Falle des zweiten Kindes, Hindley, misslang sie dagegen vollkommen: Von Beginn an empfindet Hindley nichts als Feindschaft und tiefen Hass für Heathcliff, der in seinen Augen ein Zigeunerbestard ist... Doch Heathcliff ficht das nicht an, weil Cathy für ihn da ist, weil sie seine beste Freundin, seine Seelenschwester, seine überlebensgroße Liebe ist. Und je mehr die Welt ihn verachtet, desto mehr verachtet er im Gegenzug die Welt - und erschafft mit Cathy ein Paralleluniversum, in dem er sicher und glücklich ist.
Irgendwann aber verdüstert sich auch dieses Paralleluniversum: Cathy lernt den schwächlichen, doch charmaten Edgar Linton kennen und genießt seine Aufmerksamkeiten. Da zudem Heathcliff wenig herzeigbar ist und immer unansehnlicher wird (da für ihn die reale Welt ja kaum existent ist) und sich auch keiner besonderen Bildung befleißigt, wendet sich Cathy ein Stück weit von ihm ab und spielt mit dem Gedanken, Linton zu heiraten. Als Heathcliff dies mitbekommt, bricht für ihn seine Welt auseinander - und er flieht von Wuthering Heights. Als er nach Jahren wiederkehrt, ist er nicht mehr der selbe: Er ist ein herausgeputzter, stattlicher Gentleman, doch er nimmt bittere Rache an seiner und der nächsten Generation...

Überdeutlich wird in dieser Verfilmung der Wandel Heathcliffs von innerlich schön und äußerlich verwahrlost vor seinem Weggang hin zu innerlich verwahrlost und äußerlich schön nach seiner Rückkehr herausgearbeitet. Und Heathcliff-Darsteller Tom Hardy hat mich mit seiner Darstellung voll überzeugt. Überaus sanft kann er sein - und wenig später eikalt und glashart, nur um kurz darauf völlig irre zu werden und viel, viel Mitgefühl beim Zuschauer zu wecken. Dabei ist er immer ein Baum - oder besser: ein Fels von einem Kerl.
Die bezaubernde Charlotte Riley als Cathy kann da nicht ganz mithalten; vielleicht vor allem, weil sie die teils fiesen Züge der Rolle nicht so recht rüberbringt - oder sie ihr nicht ins Drehbuch geschrieben wurden. Dafür aber nimmt man ihr die tiefen Gefühle sehr wohl ab.
Leider - und das ist der größte Schwachpunkt des Films - zündet es zwischen den beiden Hauptdarstellern nie so sehr, wie man es sich für die leidenschaftlichste Liebe aller Zeiten gewünscht hätte. Es ist merkwürdig: Wann immer Cathy oder Heathcliff allein sind und den anderen vermissen oder über ihn reden, fühlt man ihre Liebe, wenn sie zusammen auf dem Schirm sind, werden die Worte ein Stück weit hohl und die Liebe ist nicht recht nachvollziehbar, oder zumindest nicht in für mich ausreichendem Maße. Erklären kann ich mir das nur mit fehlender "Chemie". Würde er auch diese noch bieten, wäre er wohl fast perfekt zu nennen.
Aber sei's drum: was bei Cathy und Heathcliff ein bisschen fehlt, bieten dafür in der zweiten Zeitebene (der nach Cathys Tod) Catherine und Hareton um so mehr: Was für ein schönes Paar, was für ein anrührendes, hoffnungsfrohes Ende geben sie dem Film! Und nicht nur das macht diese "Sturmhöhe" so sehenswert: Auch wie clever die Handlungsstränge umgearbeitet, wie gut der Bogen vom 'Früher' ins 'Jetzt' geschlagen wurde ist ein großer Pluspunkt. Der Drehbuchschreiber hat es tatsächlich geschafft, eine überraschende, ganz eigenständige, und doch überzeugende Variante der Sturmhöhe zu schreiben, die noch dazu in wunderbare Bilder gegossen wurde und nur an kleinen Schwächen krankt.

Also: nur Mut, probieren Sie es mit dieser zweiteiligen Verfilmung. Sturmhöhe-Neulingen macht sie sicher Lust auf das Buch - und Sturmhöhe-Liebhabern bietet sie eine interessante Variante an...
44 Kommentare| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Die englische Pfarrerstochter Emily Bronte hat der Nachwelt nur einen Roman hinterlassen: Wuthering Heights/Sturmhöhe. Schon zu Lebzeiten der Schriftstellerin war es ein großes Rätsel, was sie zu diesem ungewöhnlichen und geradezu skandalösen Romanwerk inspiriert haben mag. Die Firma KSM ermöglicht dem Zuschauer mit dieser Ausgabe sich dem Werk in zweierlei Hinsicht zu nähern. Zum einen kann man die zweiteilige Adaption genießen, die durch aufwändige Ausstattung und leidenschaftliche Schauspieler besticht und den Roman als emotionsgeladenes Drama präsentiert. Außerdem kann man auf der zweiten DVD die möglichen Recherchen Emily Brontes nachvollziehen. Der Gesamteindruck ist durchaus positiv und sehr ansprechend.

Zum Film:
Wie gehetzt, jagt die Kamera durch die wilde Moorlandschaft und durch die Heide, bis sie an einem finster aussehenden Gemäuer still hält. In schaurigen Buchstaben liest man die Worte "Wuthering Heights", die sich natürlich auf das düstere Haus beziehen. Doch auch jetzt hält das Bild nicht lange still. Der Zuschauer dringt in das Innere des Gebäudes vor und der Blick zieht vorbei am großen Kamin mit dem lodernden Feuer, huscht die dunkle Treppe hinauf und dann durch enge Flure bis zum Schlafzimmer, wo ein erschreckend aussehender Mann mit wirrem Blick verzweifelt nach seiner Liebsten ruft, während er sich unruhig im Bett wälzt. Schon klopft es an das Fenster und eine Geisterstimme ruft nach Einlass. Als sich eine bleiche Hand durch das Glas bricht, versucht der Verzweifelte vergebens, seine Cathy festzuhalten. Das ist die Eingangsszene dieser Verfilmung und für den Kenner der Romanvorlage ist damit gleich klar, dass die Inszenierung nicht dem vor-gegeben Ablauf folgen wird. Der neue Pächter von Thrushcross Grange, dem Nachbaranwesen von Wuthering Heights wird ebenso wenig vermisst werden, wie die Erzählerstimme von der Kinderfrau und Magd Nelly, die im übrigen auch hier eine würdige Rolle spielt. Die klassische Einteilung wird durchbrochen und Elemente aus dem zweiten Teil des Romans werden an den Anfang der filmischen Erzählung gesetzt. Was zunächst für Verwirrung sorgt, ist ein geschickter dramaturgischer Kniff dieser Inszenierung, welche die leidenschaftliche Geschichte von Wuthering Heights und ihrer Bewohner der frühen Generation in Rückblenden erzählt.
Liebe und Hass sind Geschwister in Wuthering Heights und sie heißen Catherine und Hindley. Eines Tages reiste ihr Vater nach Liverpool und fragte seine Kinder, was er ihnen von dort mitbringen sollte. Doch als er nach Hause zurück kommt, hat er weder die gewünschte Fiedel, noch die Reitgerte mitgebracht. Vielmehr präsentiert er ein Findelkind, welches er vor dem sicheren Tod bewahrt hat und der nun unter dem Namen Heathcliff ein Teil der Familie Earnshaw von Wuthering Heights aufwachsen soll. Zunächst hat das Zigeunerkind, wie es die Leute im Dorf verächtlich nennen, einen starken Beschützer, doch nach Mr. Earnshaws plötzlichem Tod, wendet sich das Blatt. Der herangewachsene Hindley übernimmt das Regiment und verbannt das verhasste Kuckuckskind in den Pfer-destall. In seiner Position als ungeliebter Knecht bangt Heathcliff auch um seine Zukunft mit seiner geliebten Cathy, die für ihn in den Jahren viel mehr als eine Schwester geworden ist. Die Liebenden schließen den mutigen Plan durchzubrennen, doch ein Unfall verhindert die Flucht. Die verwundete Cathy wird bei den Nachbargeschwistern, Edgar und Isabella Linton, gesund gepflegt und kommt so erstmals mit der gepflegten Zivilisation in Berührung. Als Catherine schließlich wieder nach Hause zurück kehrt, sieht Heathcliff die endgültige Veränderung und beschließt, den düsteren Rachegedanken seines verwundeten Herzens freien Lauf zu lassen...
Letztlich werden auch diesem Heathcliff-Darsteller die gefährlichen Reißzähne gezogen. Auch sonst scheint es Tom Hardy schwer zu fallen, die finstere, geradezu diabolische Natur seiner Rolle dem Zuschauer begreiflich zu machen. Auf der anderen Seite entspricht diese Darstellung dem Gesamtkonzept dieses Zweiteilers. Die einzelnen Charaktere werden sehr einfühlsam portraitiert und wo möglich, wird auch für Verständnis und Mitgefühl mit den Figuren geworben. Bei Catherine Earnshaw/Linton, dargestellt durch Charlotte Riley, fällt dies nicht besonders schwer. Dass für diese Adaoption tatsächlich einmal eine nordenglische Schauspielerin diese Rolle übernehmen durfte, wird zu Recht stolz angemerkt. Die attraktive Charlotte Riley spielt die temperamentvolle, gefühlsmäßig sehr unausgeglichene Heldin mit der nötigen Leidenschaft. Bis auf Andrew Lincoln, der als Edgar Linton viel zu kernig und vital wirkt, und dadurch eher snobistisch als schwächlich, aber liebenswert herüber kommt, sind alle Schauspieler sehr gut gewählt.
Die Adaption folgt insgesamt zwar nicht der klassischen Vorlage, was auch überhaupt nicht gewollt war, sondern beschränkt sich auf die Interpretation und Darstellung gewisser Grundelemente des Romans. Dadurch wirkt dieser Film glaubwürdiger und überzeugender als andere Sturmhöhe-Verfilmungen.
Das viertelstündige Behind-The-Scenes kann in diesem Zusammenhang erwähnt werden, welches interessanten Aufschluss enthält. Warum die Geschichte jedoch in das 19. Jahrhundert versetzt wurde und wer für die etwas seltsame Kostümauswahl der Darsteller verantwortlich ist, wurde leider nicht erklärt.
Als weitere Extras sind auf DVD 1 Trailer, Biographien einzelner Schauspieler und eine Bildergalerie vorhanden.

Zur Dokumentation:
Ausgehend von den Forschungen einer gewissen englischen Dame mit Namen Mary Butterfield, die in dieser einstündigen Dokumentation auch oftmals selbst zu Wort kommt, wird der Entstehung des Weltliteraturwerkes von Emily Bronte auf den Grund gegangen. Mrs Butterfield wurde durch eine Korrespondenz mit der Schriftstellerin Daphne DuMaurier, auf die sogenannten Heaton-Dokumente aufmerksam. Ihre Recherchen hat sie in dem Buch "The Heatons of Ponden Hall and the legendary link with Thrushcross Grange in Emily Bronte's Wuthering Heights" veröffentlicht. Wenn man die historischen Gegebenheiten genauer betrachtet, so Mrs Butterfield, ist eine Verbindung zwischen den Brontes und den Heatons ganz sicher vorhanden gewesen. Die neugierigen und literaturbegeisterten Bronte Schwestern dürften auch ab und an in der Bibliothek in Ponden Hall, dem Herrensitz der vornehmen Heatons gestöbert haben. Mary Butterfield stieß in den Papieren der Heatons auf eine sehr interessante und skandalöse Familiengeschichte aus der Vergangenheit, die auch die phantasiebegabte Emily fasziniert haben muss. Die Originalschauplätze dieser Familientragödie, die letztendlich doch noch ein halbwegs gutes Ende nahm, kann man heute noch aufspüren. In kurzen filmischen Szenen wird diese Geschichte wiederbelebt. Interessanterweise war die Familie Heaton alles andere als begeistert von der Veröffentlichung Emily Brontes Buch, und Mary Butterfield geht der Frage auf den Grund, welche Konsequenzen dieses Ereignis für die Nachbarfamilien hatte.
Die Dokumentation kann in englischer oder in deutscher Sprache angesehen werden, wobei zu bemerken ist, dass die deutsche Tonspur nur mäßig integriert wurde. Man kann den Originalton noch deutlich vernehmen. Die filmischen Szenen sind nur in englischer Sprache zu hören. Zuschaltbare Untertitel gibt es leider nicht.
Die Darsteller der historischen Szenen wurden insgesamt sehr gut ausgewählt und es macht Freude die Originalplätze der Heimat Emily Brontes näher kennen zu lernen.
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am 6. Dezember 2014
Man kann nur hoffen, das es kein Leben nach dem Tode gibt - sonst müßte sich die gute Emily bis in alle Ewigkeiten ärgern. Denn offensichtlich muß man ihr Buch nicht nur gelesen, sondern auch verstanden haben.
ITV hat bei diesem Machwerk die Konzeption ihrer Edel-Soaps wie Downton Abbey übernommen - mit fatalen Folgen. Die ganze Inszenierung wirkt wie eine Kreuzung aus GZSZ und Rosamunde Pilcher und läßt jegliche Morbidität des Buches vermissen. Um das auszugleichen läßt man Heathcliff mit Catherines Leiche schmusen, was zum Brüllen komisch ist. Überhaupt versprüht die Hauptdarstellerin eher den Charme von Daisy Duck und hat mit der Catherine aus dem Buch wenig zu tun. Dazu paßt, das Heatcliff hier offenbar das Bild des Dorian (Heathcliff) Gray zu besitzen scheint.
Wichtige Nebenfiguren kommen zudem nicht zum Tragen, wie etwa die wichtige Figur des grantelnden Joseph.
Auch die Dokumentation ist sehr spekulativ, aber wenigstens einigermassen unterhaltsam.
Wer Seifenopern mag, ist hier richtig, wer allerdings Emily Brontë liebt, sollte die Finger von diesem Opus lassen, bei dem am Ende zu allem Überfluß auch noch die Geister von Heatcliff und Catherine erscheinen.
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am 22. September 2012
...so empfand ich die Verfilmung, aber das ist nun einmal die Grundstimmung von Sturmhöhe. Alles andere wäre fehl am Platz. Insgesamt ist die Neuverfilmung sehr gelungen. Hut ab auch vor der schauspielerischen Leistung von Tom Hardy. Er hat den Charakter Heathcliff wahnsinnig gut rübergebracht. Allein sein Mienenspiel hat all das zum Ausdruck gebracht, was Heathcliff ausmacht... die innerliche Zerrissenheit, die Wut, die Wilde, sein Haß, sein Schmerz, seine unsterbliche Liebe zu Catherine und das mit einer wahnsinnigen Intensität, die fast greifbar ist. Auch die musikalische Untermalung ist mir positiv aufgefallen. Was mich ebenfalls bei diesem Zweiteiler beeindruckt hat, sind die tollen Landschaftsaufnahmen. Wirklich klasse!
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am 22. Januar 2011
... von den dreien, die ich bis jetzt gesehen habe. Die 1998er Version ist mir persönlich viel zu düster, und die italienische 2004er mit 200 Minuten einfach zu langatmig. Das Cover bei dieser Ausgabe dünkt mich ungünstig gewählt, und ich erwartete nicht allzu viel. Aber Sturmhöhe 2009 belehrte mich eines besseren. Gute Schauspieler, ansprechende Locations, straffer Handlungsbogen ... für mich definitiv die beste meiner bisherigen 3 Sturmhöhen. Einzig irritierend fand ich die Rückblende am Anfang, die hätte man besser weggelassen und chronologisch zu erzählen begonnen.
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am 12. Januar 2012
Von der Besetzung und der Ausstattung her eine der besseren Wuthering Heights-Verfilmungen, zumindest die Beste, die ich bislang gesehen hab. Trotzdem hat es mich nicht richtig gepackt. Kein Darsteller hat es in meinen Augen bislang geschafft, den zugegebener Maßen schwierigen Charakter des Heathcliff in all seinen Facetten darzustellen, einfach nur finster in die Welt zu glotzen reicht da nicht. Tom Hardy war für mich bislang noch der beste Heathcliff, restlos überzeugt hat er mich dennoch nicht. Trotzdem sehenswert.
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am 22. April 2015
Das Buch habe ich bislang nicht gelesen - das werde ich aber bei Zeiten ändern. Ich habe eine Weile gebraucht um mich für eine Version entscheiden zu können und die eher durchwachsenen Rezensionen haben es nicht einfach gemacht. Die Tatsache, dass man aber nur diese Version auf der Originalsprache ansehen kann, hat mich letztlich überzeugt. Und es war eine gute Wahl!
Nach dem eher merk- bis fragwürdigen Anfang des Films wurde es richtig gut, spannend und fesselnd. Ich finde die Rolle des Heathcliff ist äußerst gelungen. Am Anfang wirkt er wie ein totaler Psychopath. Dann beginnt die Hauptgeschichte (seine Vorgeschichte) und man stellt fest, dass er nicht immer so war und in Wahrheit ein sehr liebebedürftiger und sensibler Mensch ist, der viel durchgemacht hat. Sein ständiger innerer Persönlichkeitswandel, abhängig von der derzeitigen Lebenssituation, macht ihn zu einem durchaus interessanten Charakter.
Mir persönlich hat die Umsetzung sehr gut gefallen. Lediglich die Rahmenhandlung (Anfang und Ende, die die Hauptgeschichte einleiten und ausklingen lassen) ist gewöhnungsbedürftig. Ansonsten top!
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