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am 30. Juni 2010
Margarethe von Trottas Filmvita der ersten deutschen Mystikerin, Hildegard von Bingen (1098-1179), gelingt es nicht so recht, dem Gewölbe-Dunkel zu entrinnen, das sich bei der Verfilmung des Lebens einer Benediktinerin naturgemäß einstellt. Erst mit der Gründung ihres eigenen Klosters gegen den Widerstand ihres großen Gegners, des Abtes Kuno, hellt sich das Filmwerk auf und am Ende kommt richtig Glanz auf die Mattscheibe, denn dann hat der legendäre Kaiser Friedrich Barbarossa seinen großen Auftritt (allerdings ist Devid Striesow eine recht fragwürdige Besetzung).

In Ermangelung einer echten Liebesgeschichte konzentriert sich die Handlung auf Hildegards innige Beziehung zu ihrer Ersatztochter Richardis von Stade (Hannah Herzsprung, die gewissermaßen das Gegenteil ihrer Rolle in Vier Minuten spielt). Richardis tritt aus Begeisterung für Hildegard schon als junges Mädchen ins Kloster ein. Hildegards Aufstand, als Richardis das Kloster auf Wunsch ihrer Mutter, einer reichen Gönnerin, verlassen muss, um im hohen Norden Äbtissin zu werden, will dennoch nicht recht einleuchten. Wie kann man in einem Leben der asketischen Bescheidenheit, das der Maxime "Ora et labora" verpflichtet ist, plötzlich derart egoistisch nach seinem Privatbedürfnis urteilen und folglich völlig aus der Rolle fallen?
Außerdem für etwas Aufregung sorgen die gelegentlich ausbrechende, aber für einen Filmkonflikt viel zu milde ausgeprägte Eifersucht von Hildegards Mitschwester Jutta sowie Hildegards mehrfaches Wiederauferstehen aus dem Totenbett. Eher für erheiternde Momente zuständig ist Heino Ferch als vergnügt-genügsamer Mönch Volmar.

Zwar spielt Barbara Sukowa (Der Sizilianer) die Facetten ihrer Rolle glaubhaft aus. Aber der Verdacht einer Interpretation dieses Nonnenlebens aus der Perspektive der Gegenwart drängt sich förmlich auf. Das Mittelalter ist jedoch eine Zeit, in der noch ganz andere sittliche Überzeugungen und Gepflogenheiten das Verhalten der Menschen bestimmten als in der Neuzeit und Hildegard eignet sich daher nicht unbedingt als mittelalterliche Vorläuferin starker, mitunter auch trotziger oder störrischer Trotta-Frauenfiguren wie Rosa Luxemburg (ebenfalls mit Barbara Sukowa in der Hauptrolle) oder Gudrun Ensslin (Die bleierne Zeit). Schwerer wiegt jedoch, dass der Film die mystische Ergriffenheit Hildegards von der Gottheit nicht angemessen zu transportieren weiß. Das filmisch evozierte Bild vom großen Auge wirkt eher plump und erinnert grotesk an das Symbol von Verschwörungstheoretikern. Hildegards lebendige Gotteserfahrung, die Schau des LUX VIVENS, des lebendigen Lichts, bleibt blasse Theorie, wie der Film auch generell wenig Interesse für Hildegards poetisches Schrifttum zu wecken vermag. Interessanter findet die Regisseurin das fortschrittlich-medizinische Talent ihrer Filmfigur. Dabei dürfte die innige Gotteserfahrung vielleicht noch etwas mehr das sein, was den Menschen des 21. Jahrhunderts an Hildegard von Bingen interessieren könnte, als das ewige Trotta-Thema von der starken Frau.

Gleichwohl kann man es den Produzenten nicht hoch genug anrechnen, dass sie mit dieser immerhin soliden Inszenierung einen anschaulichen Zugang zum Leben und Wirken der begnadeten deutschen Mystikerin geschaffen haben, die in der Tat in vielem ihrer Zeit voraus war.

Für Freunde von Luther und Die Päpstin.
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am 27. August 2010
Ich hatte mich sehr auf den Film gefreut, die voran gehende Werbung, die Schauspielerbesetzung versprach einen guten Film.

Wer aber etwas über Hildegard von Bingen erfahren möchte, ob über ihe Person, das Jahrhundert in dem sie lebte, ihre Medizin, ihre Mystik, ihre Lebensweise, wird leider bitter entäuscht. Der Film ist oberflächlich, hat keinen Inhalt der mit Hildegard von Bingen zu tun hat, ausser man möchte nur erfahren, dass sie ihn ihrer Lebenszeit eine schon sehr emanzipierte mutige Frau war.

Dem Film fehlt leider jeglicher Tiefgang, man erwartet immer noch, dass der Film über Hildegard und ihre Lebensthemen, Lebensinhalte berichtet, dann ist er schlagartig zu Ende.

Schade.
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am 12. Dezember 2012
War nicht Hildegard von Bingen eine Mystikerin, die in wunderbaren Gesängen und Gedichten das Mysterium Gottes umkreiste?
Davon ist im Film nichts zu spüren. Er konzentriert sich ganz auf das Irdische, wohl aus Angst, in die Esoterikecke abzudriften.
Aber Hildegard war nun mal keine Vorläuferin von Alice Schwarzer oder Rosa Luxemburg, sondern eine Sängerin, Poetin, die in ekstatischen
Formen Transzendenzerfahrungen zu umschreiben versuchte. Das kann man nicht einfach so heruntersäkularisieren, bis nichts mehr übrigbleibt.
Aufregend wäre die Suche nach filmischen Ausdrucksformen gewesen, die das mystische Element - ohne Kitsch- und Esoteriknähe - visualisieren.
Das ist möglich. Wenn man es nicht schafft, sollte man auch keinen Film über diese bemerkenswerte Frau drehen.
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am 1. Dezember 2012
This film gives a nice impression of Hildegard's life, but treats only her time in Disibodenberg and the building of Rupertsberg. What about her childhood, and what later?
My biggest frustration: why do the producers not use the main benefit of the DVD technology: add subtitles in several languages, at least in English? Why does not Amazon give information on their pages of which audio and subtitle languages are included?
The first one I bought did not have subtitles. Can anyone tell me if this version comes with English subtitles?
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am 29. September 2013
Eigentlich müßte der Film die Vision, die Margarete von Trotta über Hildegard von Bingen hatte, heißen.
Es gibt noch einen Film über Hildegard von Bingen und die Macht der Frauen. Dieser Film ist historisch
wesentlich informativer als die Version von Margarete von Trotta.
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am 16. Dezember 2015
Einer meiner absoluten Lieblingsfilme! Ich bin durch Zufall über diesen Film gestolpert, als er im Fernsehen kam und konnte nicht mehr aufhören, ihn anzuschauen!
Die Kostüme, Kulissen und die Ausstattung sind sehr gut gemacht und zumindest bei mir wurde ein großes Interesse am Leben und den Werken von Hildegard von Bingen geweckt.
Der Film ist sehr ruhig, nicht auf Effekte bedacht, sondern erzählt in schönen Bildern einen Teil der Lebensgeschichte dieser beeindruckenden Frau.
Einen Extrapunkt bekommt der tolle Soundtrack ;-)
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am 31. März 2016
Liest man ihre Texte, dann weiß man, dass sie nicht so geredet haben kann, wie es dieser Film suggeriert. Niemand vom ganzen Filmteam scheint sich eingehend mit ihr beschäftigt zu haben oder lebt auf einem anderen, sehr kalten Stern.
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am 9. Mai 2010
Wer erwartet, in diesem Film etwas über Hildegard von Bingen zu erfahren, wird enttäuscht. Margarethe von Trotta missbraucht die historische Figur für ein Emanzendrama, in dem eine hölzerne Barbara Sukowa Hildegard als eine Mischung aus Rosa Luxemburg und Alice Schwarzer darstellen darf. Die Beschäftigung Hildegards mit der Heilkunst kommt nur am Rande vor, ihre mystische Seite reduziert sich auf gelegentliches Unwohlsein und manifestiert sich - Höhepunkt der Peinlichkeiten - als miserable Computeranimation vom "Auge Gottes". Andere, eigentlich großartige, Darsteller wie Sunny Melles und Heino Ferch wirken unterfordert bis orientierungslos, die Kostüme sehen aus, als hätte man sie in Oberammergau geklaut. Hier hat sich die Regisseurin offenbar übernommen und vor allem den falschen Stoff ausgesucht; dieses Machwerk auf Laienspielniveau hat Hildegard von Bingen wahrlich nicht verdient.
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TOP 500 REZENSENTam 30. März 2015
Das Hochmittelalter war heller, als man heute glauben will. Das hat seinen Grund, denn das Klischee vom dunklen 'Mittel'alter, diesem Verlegenheitsbegriff für das Zeitalter zwischen Antike und Neuzeit, geistert ohne Unterlaß durch die modernen Massenmedien. Der Regisseurin Margarethe von Trotta war es in ihrem Film zuerst darum zu tun, die große Frauenfigur der Hildegard von Bingen mit ihrer Hauptdarstellerin Barbara Sukowa zur Geltung zu bringen, korrigiert dabei aber en passant zahllose Vorurteile über jene Zeit.

□ Offen für fremdes Wissen: Araber in der Heilkunst voraus
Vielen Christen, darunter Hildegard, war bewußt, daß die Araber den Christen in der Heilkunst weit voraus waren. Hildegard war bereit, von den 'Ungläubigen' zu lernen. Grünkraft (viriditas) ist der bekannteste Begriff, den Hildegard in ihrer Heilkunde geprägt hat.

□ Männer fördern Frauenkarrieren
Der gelehrte Mönch und Priester Volmar, der Hildegards Weggefährte bis ins hohe Alter war, hat sie unterstützt, gefördert und beraten. Mit seiner Hilfe war Hildegard die erste Frau, die auf Predigerreise ging. An einer Stelle im Film wird angedeutet, daß die Bedeutung Marias in der katholischen Glaubenswelt der traditionellen patriarchalen Geringschätzung der Frauen Grenzen zog.

□ 'Gott liebt die Schönheit',
war Hildegard überzeugt. Sie lehnte Selbstkasteiung und übertriebene asketische Bußrituale ab. In ihrem eigenen Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen haben sie und ihre Mitschwestern an Festtagen das Nonnengewand abgelegt, sich geschmückt und die Haare offen getragen.

□ Todsünde Neid
Für die Christen gehört der Neid zu den sog. 'Sieben Todsünden'. Die Klosternovizen mußten nachsprechen:
"Der Neid ist häßlich und unförmig. Seine Bärenhände zeigen, daß er alles zerreißt. Seine Holzfüße, daß er tote Wege geht. Einem Menschen bringt er nur Böses. Die Liebe dagegen ist die große, von Gott geschenkte Kraft".

□ Kuß auf den Mund
Während in den heutigen Mittelmeerländern Wangenküßchen bei Begrüßung und Abschied dazugehören, war es auch in den deutschen Landen im Mittelalter der Kuß auf den Mund, Männer untereinander eingeschlossen. Die Berührung der Münder, so meinte man, ermögliche die Vermischung der Seelen durch den Atemhauch (s. Le baiser sur la bouche au Moyen Age : Rites, symboles, mentalités à travers les textes et les images, 11e - 15e siècles).

□ Verstandesprüfung
Wunder und Erscheinungen wurde mit Skepsis begegnet. Sie mußten einer Prüfungskommission standhalten. (Übrigens hat Papst Benedikt XVI bei der Erhebung der Hildegard von Bingen zur Heiligen auf den Nachweis eines Wunders, das normalerweise zur Bedingung gemacht wird, verzichtet).

□ Demokratie- und Freiheitsverständnis in der Klostergemeinschaft
Ein wichtiger Schritt in der Karriere der Klosterfrau Hildegard war ihre Wahl zur Magistra, der Leiterin und Lehrmeisterin der Frauenklause des von einem Abt geleiteten Benediktinerklosters Disibodenberg. Schon damals hatten also Mönche und Nonnen ein großes Mitspracherecht bei der Besetzung der Klosterleitung. Bezeichnend ist das Dialogstück zwischen dem Mönch Volmar und Hildegard:
Volmar: "Du weißt, daß du unserem Abt zu absolutem Gehorsam verpflichtet bist."
Hildegard: "Es ist unser göttliches Recht, daß wir über uns selbst bestimmen".

□ Standesübergreifende Gemeinschaft
In ihrem Kloster Rupertsberg hat Hildegard nur adlige Mädchen zugelassen. Diesen dem katholischen Universalismus widersprechenden, nachgerade unkatholischen Zug der Hildegard thematisiert von Trotta leider nicht. Nur einmal wird indirekt klar, welchen Standes die Nonnen auf dem Rupertsberg sind, als einige gegen Hildegard und die von ihr veranlaßte körperliche Arbeit bei der Errichtung des neuen Klosters revoltieren und eine von ihnen klagt, daß sie sich ja ihre Hände ruiniere.

FAZIT
Dieser aufschlußreiche Film ist zweifellos der mit großem Abstand beste über Hildegard von Bingen. Einiges kann Margarete von Trotta nur andeuten. Aber es sind interessante Andeutungen wie z.B. die Erwähnung der geistigen Auseinandersetzung zwischen dem Scholastik-Intellektuellen und späteren Benediktiner-Abt Peter Abaelard und dem mächtigen Zisterzienser-Abt Bernhard von Clairvaux. Über das eine oder andere (etwa den komödiantisch interpretierten König Barbarossa) kann man sich wundern, aber der m.E. einzige relevante Kritikpunkt ist, daß die Regisseurin das anti-universalistische Standesbewußtsein der adligen Hildegard ausgeblendet hat.

Es gibt noch einen halbdokumentarischen Fernsehfilm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens (ZDF 2010), in dem wohl zur spannenden Unterhaltung der Zuschauer zuerst in reißerischem Ton Falsches behauptet wird, um es anschließend von herbeigeholten Experten wieder geraderücken zu lassen. Die hilflosen Autoren des ZDF-Films wußten noch nicht einmal, wie man sich im Hochmittelalter geküßt hat. Dabei hätten sie sich doch nur diesen schönen Spielfilm mit Barbara Sukowa ansehen müssen :-).
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am 14. August 2010
Ach, ich gebe zu, dass ich mich mit der historischen Person der Hildegard von Bingen recht schwer tue, seitdem meine verehrte Frau Mutter meinen armen Herrn Vater mit allerlei auf Frau v. Bingen zurückgehende Gebräuexperimenten, gemeinhin auch Tee genannt, das Leben schwer macht und eines gar schrecklichen Tages sogar die Frechheit besaß, mich damit zu behelligen. (Nun gut, auch ein Weg, seine Kinder in die Welt hinauszutreiben. ;-) Margarete von Trotta, so vermute ich, scherte sich ebenso wenig um das Teegebräu wie ich, denn ihre oft zitierten Worte "Ich möchte das Leben einer starken Frau zeigen." (im heutigen Sinne) charakterisieren den vorliegenden Film erstaunlich aufrichtig, ehrlich und detailiert.

Wenn sich ein Film dem Leben einer faszinierenden historischen Person nähert, ist (für mich) die wichtigste Frage: Wie wurde aus einem jungen unbedarften Mädel oder Bub die Figur, die noch heute ob ihrer Weitsicht, Verdienste und Inspiration so bekannt und geachtet ist? Ergo: Ich will eine glaubwürdige Charakterinterpretation sehen.

Schade, dass Frau von Trotta mir wohl nicht zustimmen würde. Vielmehr beschränkt sie sich anfangs auf ein junges Mädchen, dass in ein sowohl von Mönchen als auch Nonnen beherbergtes Ärger-Vorprogrammiert-Kloster verbracht wird - und gefühlte zehn Sekunden später als erwachsene reife Frau zur Äbtissin geweiht wird. Jaja, so schnell kann das gehen: eine starke Frau wird schließlich schon stark geboren.

Inhaltlich legt sich der Film im Wesentlichen auf Kräuter, nochmal Kräuter, natürlich Kräuter, ein bißchen Vision und anti-historische(Pseudo-)Emanzipation fest. Hildegard flaniert durch ihren Kräutergarten und unterhält sich mit dem ihr zugetanen Bruder Irgendwas (hochsympathisch: Heino Ferch), leitet gemütlich ihre Klosterhälfte und hat von Zeit zu Zeit eine Vision, die ihr die Zweifel der Kirchenobrigkeit einbringen. Nicht das in diesem versofteten Gute-Laune-Filmchen allzu viel passieren würde, denn mehr außer einen echauffierten Abt und einige verdrießliche, der meinen i.Ü. verflixt ähnlichen, Mienen der Kirchenobrigkeit bekommt man nicht zusehen. Kurioserweise finden Hildes Visionen flitzeflink höchste Anerkennung - warum auch immer - so wird es zumindest pauschal u ohne weitere Erklärung mitgeteilt. Muss wohl der Hl. Geist seine Finger im Spiel gehabt haben. Ansonsten streitet sich die wilde Hilde mit dem hartherzigen Abt, sorgt sich um eine sie verehrende Jungnonne, hat eine nonnenhaft unstatthafte Schwangerschaft (nein, keine eigene) an der Backe und streitet mit mildem Blicke für ihre Freiheit. Ah ja, Freiheit, diesen gar wichtigsten Fixpunkt zerschießt die Regisseuse sogar im Alleingang - ein Schelm, wer dabei auf den Filmtitel schielt. ;o) Kurioserweise ist der Film im wortwörtlicher Sinne höchst unfrei, findet die Handlung doch weitestgehend hinter Klostermauern statt und geben der Handlung treffendst ein ebenso sinngemäß wie plastisch beengtes Dasein. Hildegards geistige Verdienste um Religion, Mystik, Ethik, etc., ihr Austausch mit Gelehrten aus aller Welt, ihr intellektuell vielschichtiger Geist werden nur in Randkommentaren und demonstrativen Ist-so-Bildern (Besuch beim Kaiser) aufgeworfen. Echte Größe findet nur der, der sie sehen will. Zurück bleibt ein nettes Mädel, das nur das Beste will und sich gegen die ignorante Männerwelt mit Gottes Hilfe auch ohne jede Dramatik oder Spannung durchzusetzen weiß.

Dass sich der Film ob der Eindimensionalität seiner Figuren & Geschichte nicht ganz und gar zu Tode verehrt, liegt letztlich darin begründet, dass er die (aktuell damit verbundenen) Vorzüge des Klosterlebens - Harmonie, Ruhe und innere Einkehr - mit besinnlichen Tönen, sorgsam arrangierten Nahaufnahmen und harmonischer Atmosphäre exzellent einzufangen weiß. Barbara Sukowa ist ein Traum an Äbtissin: asketisches Angesicht, weise Mutter, sorgenvolle Heiligkeit und selbstlose Liebe. Insgesamt eine Kombination, die mich - abgesehen von einem grummelnden und vermutlich auf Teerenitenz zurückzuführenden Dauernagen in der Magengegend - angenehm zurücklehnen und entspannen ließ.

Nujoh...

Sucht man die Annäherung an die historische Person oder echte Auseinadersetzung oder auch nur ein ambitioniert innovatives und fesselndes Filmwerk, so wird sich der verehrte Leser entweder bestenfalls unfreiwillig amüsieren oder sich schlimmstenfalls ob einer so lachhaft aufgehübschten und in sich limitierten "ICH BIN STARK weil ICH BIN FRAU!"-Vorstellung hinter den nächsten Zug werfen.

Wird dagegen Wert auf schöne Bilde, entspannende Töne, sympathische Darsteller und eine angenehm unterfordernde Handlung gelegt, so kann getrost zugegriffen werden.

Fazit:

Auf Kosten einer "starken" Frau wurde ein schwacher Film kreiert. Eigentlich schade.

Wenn ich mir rückblickend die Fixierung auf die Kräuter so anschaue, wage ich mir dann doch, die Frage zu stellen, ob da nicht ein vielleicht sogar ein ursächlicher Zusammenhang zur "Vision" bestehen könnte? Mmh... ;-)

Nachtrag: Und NEIN, ich mache ich mich nicht über die historische Person der Hildegard von Bingen lustig - die würde da eh drüber stehen - sondern über dieses wenn auch sympathische Schmalspurgewächs an Filmfigur, bei der doch tatsächlich Anspruch auf Anspruch erhoben wird. Tztztz. ;o)
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