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am 17. Januar 2007
Vielfach liest man auf einschlägigen Webistes, Heaven Shall Burn hätten ihre Melodieverliebtheit gegen bloßes Geprügel eingetauscht. Unhaltbarer Unsinn. Es mag Menschen geben, die nicht verstehen, dass großartige Melodien auch in höheren Geschwindigkeitsbereichen durchaus möglich sind. Diese sollten dann jedoch keine deratigen Platten rezensieren, sondern besser bei Manowar und Hammerfall bleiben.

Auf die gewohnt hochwertigen, politik-und emotionsgetränkten Lyrics von Gitarrist und Hauptsongwriter Maik werde ich hier aufgrund inflationärer Pressebeschreibungen nicht im Detail eingehen, lege dennoch jedem nahe, sie zu lesen!

Shouter Marcus liefert wie gehabt eine Ausnahmeleistung und dringt in den passenden Momenten, anders als auf "Antigone", bisweilen in ziemlich tiefeShouting/Growling-Gefilde vor, was an "whatever it may take" gemahnt und der aktuellen Platte durchaus steht.

Es gibt wirklich wenige Bands im heillos überstrapazierten Genre des Metalcore, die es schaffen einem dieses ganz bestimmte "Ach, wie geil ist DAS denn!?" Gänsehaut-Gefühl zu verschaffen.

HSB haben den Dreh in dieser Hinsicht heraus und knüpfen mit gelöster Handbremse und gleicher Detailverliebtheit an den grandiosen Vorgänger "Antigone" an.

Das eigentlich Erfreuliche an diesem Album ist die Tatsache, dass sich auch nach längerem Hören keine Füller ausmachen lassen.

Es stimmt: Wie schon anderorts beschrieben reißt "Counterweight" alles entzwei was nicht mindestens festbetoniert ist, birgt jedoch ebenso wie "Trespassing the Shores of our World" einige der besten Melodien und Breaks die von HSB jemals zu vernehmen waren. Stumpfes Geprügel? Fehlanzeige!

Zu Beginn erinnert das Riffing bei "Profane Believers" ein wenig an groovende Slipknot, wechselt jedoch recht bald zu großartigem Schwedendeath. Die feist durchgeprügelte Bridge weiß ebenfalls zu gefallen. Mutig und, der herrlichen Produktion sei Dank; wunderbar hörbar!

"Stay the course" geht von Beginn an in die Vollen und legt ein klassisches Melodeath-Riff vor, dem die Doublebass sogleich den Turbo unterlegt. Auch hier gilt: Perfekte Breaks, perfektes Shouting.

Mit "The final March" wird der epische Mittelteil der Platte eingeleutet. Die Melodien werden dramatischer, der Groove dominanter.

"Of no Avail", der beste Track des Albums, weird von einer unvergleichlichen, kämpferischen Eneergie Getragen. Die dominanten Leads gemahnen hier an apokalyptische Fanfahren, die zur größten Schlacht zwichen Aufrichtigkeit und Bosheit rufen. Schlichtweg einmalig. Und im Metalcore an Emotion und Melodieverleibtheit kaum zu überbieten.

Das Gegenstück zu "Numbing the Pain" vom letzten Album stellt "Armia" dar. Ein prägnantes Riff durchzieht den schleppenden, fast doomigen Song, der mit einem stimmigen Klavieroutro schließt und wieder perfekt als Gegenargument zur Unterstellung dient, HSB würden nur anno '06 nur auf stumpfes Gedresche setzen.

"My best friends.com". Neben "Of no Avail" ein absolutes Highlight des Albums. Das anfängliche Groovebomabardement bildet mit dem absolut eingängigen refrain und den vor dynamik strotzdenen Riffs die perfekte Symbiose dessen, was guten Metal(-core) ausmacht.

Mit "Biogenesis" legen HSB ein reinrassiges Deathmetalstück vor.

Extrem tiefes, hasserfülltes shouthing und fast inflationäre Doublebasseinsätze bilden den Kern des härtesten Tracks dieser CD, der mit Nachdruck eine Lanze für die Erhaltung der Natur bricht.

Der malmende Beginn von "Dying in Silence" wird bald durch eine kurze, sehr epische Passage abgelöst, bevor erneut ein atemberaubendes Riffomnster von der Leine gelassen wird. Mit herrlichen Leads und dem wiederkehrenden, alles vernichtenden Anfangsriff walzt sich der vorletze Track als weiteres Highlight unter Highlights ins Ziel.

Als einziger Wehrmutstropfen der CD muß der letzte Track "The Greatest Gift of God" bezeichnet werden, dessen seltsame Gangshouts etwas stumpf anmuten, zumal die "Botschaft" "false prophets rule your life" meiner Ansicht nach etwas flach im Gegensatz zum Rest der Lyrics erscheint.

Nichts desto trotz: Heaven Shall Burn knüpfen mit konstant höchstem Niveau an "whatever it may take" und "Antigone" an. Wer behauptet, "Deaf to our prayers" würden die hits fehlen, der möge dem Album noch einige Durchgänge schenken, da sich dessen volle Größe erst nach mehrmaligem Hören komplett entfaltet.

Jedenfalls an dieser Stelle VOLLE PUNKTZAHL für die Genreführer. nicht nur Deutschland-sondern Europa-, wenn nich weltweit.
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am 30. Januar 2007
Ich hörte 2004 das erste Mal im Radio einen HSB-Song, "The weapon they fear", und war schnell ein Fan dieser extrem harten, dennoch melodiösen Spielart des Metalcore, gemischt mit Deathmetalparts. Noch besser als "The weapon...", der Single aus "Antigone", ist Track 5, "Voice of the voiceless", der mich in Kombination mit tr. 6, "Numbing the pain" und tr. 7 "To harvest the storm", ungeduldig auf HSBs neues Album warten ließ. Am 28.8.2006 war es dann soweit, ich sofort am ersten Tag das neue neue Album "Deaf to our prayers" gekauft. Der Titel beruht auf Heines "Die schlesischen Weber" in der englischen Übersetzung, einem Gedicht über den Aufstand der schlesischen Weber 1844 gegen zunehmende Industrialisierung und Ausbeutung, in dem es heißt: "Cursed be the god who was DEAF TO OUR PRAYERS". Also, rein ins Handy und: enttäuscht. Wo waren die melodiösen Parts aus "Antigone", die klassischen Musikanteile, die gesungenen ("cleanen") Parts, die sich mit dem Metalcore-typischen Gegrunze ("grind") abwechselten? Dieses Album kriegt Euch beim zweiten Hören, aber dann für immer: es biedert sich nicht an, es ist keine Blaupause der Erfolgsformel "Antigone", es ist eine Weiterentwicklung, aber nicht, wie sonst üblich, zum Softeren, sondern zum Härteren. Es macht keine Kompromisse, ohrentechnisch übrigens auch keine Gefangenen, aber es ist einfach noch besser als der Vorgänger. 10 von 10 Punkten in den einschlägigen Magazinen, Charteinstieg 65 in Deutschland und 50 in Griechenland sprechen eine deutliche Sprache. Die dann doch noch gefundenen melodiösen Parts, die, mit der Akustikgitarre gespielt, fast Pop wären und die wie immer politischen Texte, sind großartig! Nun zu den Songs:

1.) Counterweight - "And I will grieve no more" - 9 von 10

M.E. geht's um die Versprechen der Pharmaindustrie, das Leben einfacher und länger zu machen. Vom Start weg gibt's auf die Ohren, das Lied war auf der Homepage zum Download und ist ein großartiger Einstieg. Einfach ein Ohrwurm - singt man immer wieder mit.

2.) Trespassing the shores of your world - "piles of dead bodies save the walls of fortress Europe" - 8 von 10

Immigration nach Europa. Fängt komisch an, Titelzeile ist fast zu lang, wird dann melodisch.

3.) Profane believers - "materialized in golden temples" - 8 von 10

Vorgebliche Gläubige, die Wasser predigen, aber Wein trinken? Geht stampfend ab, das erste Mal mit einer eingängigen Gitarrenlinie á la "Antigone". Beim ersten Mal Durchhören der Platte blieb ich hier das erste Mal hängen, bis sich beim zweiten (und mehr!) Hören die weiteren Songperlen aus den Schalen herauszuarbeiten begannen.

4.) Stay the course - 7 von 10

Die Tatsache, daß mir dazu keine Textzeile einfällt (ich schreibe diesen Bericht "offline", also ohne die CD zu hören aus dem Kopf), sagt einiges: der Song wird zwar im Verlauf und durch häufiges Hören besser, bildet aber nur den allzu derben, hardcoreverwurzelten Übergang zu den Hittracks 5 bis 7. DAZU haben HSB ein Video gedreht - soll das die Single aus dem Album sein? Besser nicht! Ansonsten: George Bush sagt immer "Stay the course", ist der Song also eine Bushkritik?

5.) The final march - "Exploited to death" - 8 von 10

Die KZ-Todesmärsche kurz vor Kriegsende? Eingängiger Refrain, großartig zum Mitsingen, Doublebass-Schlagzeug-Orgie von Drummer Matthias.

6.) Of no avail - "Cursed be the god who was deaf to our prayers" - 9 von 10

Der schlesische Weberaufstand von 1844. "The prayers we sent of no avail...they went unheard". GROßARTIG, eine mitreißender Titeltrack. Ruhiger Beginn, sich hymnisch steigernd zu "As we die in freedom their machines broke down for a day".

7.) Armia - "A home behind the enemy lines" - 10 von 10

100 Jahre nach den schlesischen Webern - der nächste, diesmal der Warschauer Aufstand, und der nächste Track von "DTOP". Der Übersong! Das beste Lied auf dem besten Album der besten Band der Welt! Die Hymne! 56 Tage dauerte der Kampf der polnischen Heimatarmee, der Armia Krajowa, gegen die Nazis 1944, der "Warschauer Aufstand". Kaum einer überlebte: "We know that nothing shall remain - there's no tomorrow". Die Aufständischen sind gemeinsam in den Tod gegangen: "Ragged figures but BROTHERS AND SISTERS WE ARE". Und die Welt verschloß ihre Augen, die Rote Armee, bereits auf dem anderen Weichselufer stehend, wartete ab, bis die Nazis die Polen niedergemetzelt hatten, um danach Warschau einzunehmen. Das Lied war fällig, genau wie eins über den Warschauer Ghettoaufstand ein Jahr vorher, und würde, in Polen gehört, vielleicht zur Aussöhnung beitragen - von einer deutschen Band, ein "Gegen-Rammstein"! Mehr über die Armia (Krajowa) in Lubitschs "Sein oder Nichtssein". In dem Song kenn ich jede Zeile, jeden Ton, das sing ich im Auto mit, da ist's egal, ob Marcus Bischoff das grindet, das kann man singen, das ist Stadionmetal mit politischer Aussage. Jeder, der einmal Sepultura oder Soulfly gehört hat - reinhören! Da bleibt Ihr drauf hängen, das geht nie wieder weg!

8.) mybestfried.com - "Who will guide you through the night?" - 8 von 10

Internetforen ersetzen keine Freunde. Solider Song mit einprägsamen Refrain, in dem, HSB-typisch, der Songtitel gar nicht vorkommt.

9.) Biogenesis - "Defending Darwin's throne" - 6 von 10

Das ist so ein Deathmetalgebollere, das ICH nicht brauche. Wem's gefällt. Natürlich kommt einem das thematisch ähnlich gelagerte, musikalisch genauso stumpfe "Biotech is Godzilla" von Sepulturas legendärem "Chaos A.D."-Album in den Sinn. Würde ich nicht grundsätzlich das ganze "Deaf to our prayers"-Album hören, hier würde ich skippen.

10.) Dying in silence - "In the end there's only black and white" - 8 von 10

Die vergessenen Alten in den Heimen? Eingängiger Song, HSB-Durchschnitt, etwas mehr als eine Überleitung zum extrem poppigen Schlußsong...

11.) The greatest gift of god - "False prophets rule your life" - 9 von 10

Was ist denn das, dachte ich beim ersten Hören - ein Boygrouptune von HSB? Entwickelt sich aber durch mehrmaliges Hören zur Umweltschutzmitgröhlhymne, das muß auf'm Konzert großartig kommen! DAS wäre mal 'ne Single gewesen. Das ist der Rhythmus, wo einfach jeder mit muß! Ich mein's ernst, das ist genauso großartig wie das ganze Album!
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am 6. September 2015
Die Jungs von Hsb hab einfach ein gewaltiges Album mit Deaf to our Prayers- wie immer!
Ich kamm durch den Song Counterwight auf die Band und jetzt hab ich Alle Alben von den Jungs!
Das letzte Album (Veto) ist sowieso ein
MEISTERWERK!
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am 26. Juli 2012
Nur noch ein paar Tage, nur noch kurze Zeit, nur noch bis zum 28.08.2006 warten und die neue Heaven Shall Burn CD liegt in den Läden und wartet auf das weltweite Metalcore Publikum.
Erstmal dürft ihr sicher sein, das Heaven Shall Burn ihren Stil treu geblieben sind und keine Entwicklung wie z.B. Caliban hinter sich haben (Gott sei Dank!).

OK, die Erwartungen sind nach dem absoluten Hitalbum Antigone" sehr hoch und daher wird Deaf To Our Prayers" sehr kritisch beurteilt, aber ich kann euch sagen, die CD hält stand.
Deutschlands kompromisslosester Export schaffen es mal wieder den Brückenschlag zwischen Metal und Hardcore zu schlagen. Erstmals hat den dänische Produzent Jacob Hansen die Finger mit im Spiel und mixte die Songs, was den letzten Kick gegeben hat.

Wie auch beim Vorgänger zeigen die Ostdeutschen, dass Musik auch textlich intelligent umgesetzt werden kann und daher wird nicht nur täglichen Chaos berichtet, sondern auch Parallelen mit der Geschichte gezogen. "Deaf To Our Prayer" ist eine Zeile aus einem Heinrich Heine Gedicht, Gerhart Hauptmanns Drama "Die Weber" spiegelt sich in "Of No Avail" und "The Final March" wieder und der Song Armia" beschreibt die aussichtslose Schlacht polnischer Partisanen gegen deren Besatzungsübermacht vom August 1944.

Also das pure Powerpaket ohne Wenn und Aber. Die Thüringer bleiben deren Linie treu und werfen eine CD auf den Markt, welche auch ohne große Überraschungen einen der besten Releases dieses Genres ist und jeden Heaven Shall Burn und Metalcore Fan ans Herz gelegt sei.

"Deaf To Our Prayers" wird auch als limitierte Version inklusive DVD (45minütige Show von der Hell On Earth Tour) erhältlich sein, also schnell zuschlagen. Ganz groß und neben Unearth eine DER am heißesten erwartenden Platten 2006. (Jean/fomp.de_08.2006)
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am 30. Januar 2007
Das Album "Deaf to our prayers" kommt mit einer Extra-DVD. Auf der DVD findet Ihr das Video zur Single "The weapon they fear" aus dem Vorgängeralbum "Antigone", offensichtlich in der Werkhalle eines stillgelegten ostdeutschen Kraftwerks gedreht. Weil ich persönlich "Voice of the voiceless" vom selben Album für die bessere Single halte, war das Video für mich nicht so entscheidend. Wichtiger war, weil ich HSB noch nie live gesehen habe, der zweite Teil: ein kompletter Mitschnitt Ihres Stuttgarter Konzertes (untertitelt bei den Bühnenansagen!) während der "Hell On Earth"-Tour 2005. Es sind mehr als 10 Titel, insgesamt über 45 min., chronologisch von Anfang bis Ende, mit den meisten Hits aus "Antigone", aber auch Songs aus den älteren, jetzt schon legendären Alben "Asunder" und "Whatever it may take". Sehr lustig: die thüringischen Bühnenansagen von Sänger Marcus. Warum ist der Auftritt so kurz? Weil auf der "Hell on Earth" 5 Bands auftraten, und ungerechtfertigterweise HSB nur die vorletzte Band des Abends waren. Sie waren sozusagen Einheizer für die Headliner As I lay dying, für die sie fairerweise während Ihres Auftrittes auch andauernd Werbung machen. Egal, ich denke, auf der diesjährigen Ausgabe der "HOE" werden Heaven shall burn die Kräfteverhältnisse gerade gerückt und den ihnen gebührenden Headlinerplatz eingenommen haben. Es folgt die Kritik der eigentlichen CD.

Ich hörte 2004 das erste Mal im Radio einen HSB-Song, "The weapon they fear", und war schnell ein Fan dieser extrem harten, dennoch melodiösen Spielart des Metalcore, gemischt mit Deathmetalparts. Noch besser als "The weapon...", der Single aus "Antigone", ist Track 5, "Voice of the voiceless", der mich in Kombination mit tr. 6, "Numbing the pain" und tr. 7 "To harvest the storm", ungeduldig auf HSBs neues Album warten ließ. Am 28.8.2006 war es dann soweit, ich sofort am ersten Tag das neue neue Album "Deaf to our prayers" (Ltd. Ed. incl. DVD) gekauft. Der Titel beruht auf Heines "Die schlesischen Weber" in der englischen Übersetzung, einem Gedicht über den Aufstand der schlesischen Weber 1844 gegen zunehmende Industrialisierung und Ausbeutung, in dem es heißt: "Cursed be the god who was DEAF TO OUR PRAYERS". Also, rein ins Handy und: enttäuscht. Wo waren die melodiösen Parts aus "Antigone", die klassischen Musikanteile, die gesungenen ("cleanen") Parts, die sich mit dem Metalcore-typischen Gegrunze ("grind") abwechselten? Dieses Album kriegt Euch beim zweiten Hören, aber dann für immer: es biedert sich nicht an, es ist keine Blaupause der Erfolgsformel "Antigone", es ist eine Weiterentwicklung, aber nicht, wie sonst üblich, zum Softeren, sondern zum Härteren. Es macht keine Kompromisse, ohrentechnisch übrigens auch keine Gefangenen, aber es ist einfach noch besser als der Vorgänger. 10 von 10 Punkten in den einschlägigen Magazinen, Charteinstieg 65 in Deutschland und 50 in Griechenland sprechen eine deutliche Sprache. Die dann doch noch gefundenen melodiösen Parts, die, mit der Akustikgitarre gespielt, fast Pop wären und die wie immer politischen Texte, sind großartig! Nun zu den Songs:

1.) Counterweight - "And I will grieve no more" - 9 von 10

M.E. geht's um die Versprechen der Pharmaindustrie, das Leben einfacher und länger zu machen. Vom Start weg gibt's auf die Ohren, das Lied war auf der Homepage zum Download und ist ein großartiger Einstieg. Einfach ein Ohrwurm - singt man immer wieder mit.

2.) Trespassing the shores of your world - "piles of dead bodies save the walls of fortress Europe" - 8 von 10

Immigration nach Europa. Fängt komisch an, Titelzeile ist fast zu lang, wird dann melodisch.

3.) Profane believers - "materialized in golden temples" - 8 von 10

Vorgebliche Gläubige, die Wasser predigen, aber Wein trinken? Geht stampfend ab, das erste Mal mit einer eingängigen Gitarrenlinie á la "Antigone". Beim ersten Mal Durchhören der Platte blieb ich hier das erste Mal hängen, bis sich beim zweiten (und mehr!) Hören die weiteren Songperlen aus den Schalen herauszuarbeiten begannen.

4.) Stay the course - 7 von 10

Die Tatsache, daß mir dazu keine Textzeile einfällt (ich schreibe diesen Bericht "offline", also ohne die CD zu hören aus dem Kopf), sagt einiges: der Song wird zwar im Verlauf und durch häufiges Hören besser, bildet aber nur den allzu derben, hardcoreverwurzelten Übergang zu den Hittracks 5 bis 7. DAZU haben HSB ein Video gedreht - soll das die Single aus dem Album sein? Besser nicht! Ansonsten: George Bush sagt immer "Stay the course", ist der Song also eine Bushkritik?

5.) The final march - "Exploited to death" - 8 von 10

Die KZ-Todesmärsche kurz vor Kriegsende? Eingängiger Refrain, großartig zum Mitsingen, Doublebass-Schlagzeug-Orgie von Drummer Matthias.

6.) Of no avail - "Cursed be the god who was deaf to our prayers" - 9 von 10

Der schlesische Weberaufstand von 1844. "The prayers we sent of no avail...they went unheard". GROßARTIG, eine mitreißender Titeltrack. Ruhiger Beginn, sich hymnisch steigernd zu "As we die in freedom their machines broke down for a day".

7.) Armia - "A home behind the enemy lines" - 10 von 10

100 Jahre nach den schlesischen Webern - der nächste, diesmal der Warschauer Aufstand, und der nächste Track von "DTOP". Der Übersong! Das beste Lied auf dem besten Album der besten Band der Welt! Die Hymne! 56 Tage dauerte der Kampf der polnischen Heimatarmee, der Armia Krajowa, gegen die Nazis 1944, der "Warschauer Aufstand". Kaum einer überlebte: "We know that nothing shall remain - there's no tomorrow". Die Aufständischen sind gemeinsam in den Tod gegangen: "Ragged figures but BROTHERS AND SISTERS WE ARE". Und die Welt verschloß ihre Augen, die Rote Armee, bereits auf dem anderen Weichselufer stehend, wartete ab, bis die Nazis die Polen niedergemetzelt hatten, um danach Warschau einzunehmen. Das Lied war fällig, genau wie eins über den Warschauer Ghettoaufstand ein Jahr vorher, und würde, in Polen gehört, vielleicht zur Aussöhnung beitragen - von einer deutschen Band, ein "Gegen-Rammstein"! Mehr über die Armia (Krajowa) in Lubitschs "Sein oder Nichtssein". In dem Song kenn ich jede Zeile, jeden Ton, das sing ich im Auto mit, da ist's egal, ob Marcus Bischoff das grindet, das kann man singen, das ist Stadionmetal mit politischer Aussage. Jeder, der einmal Sepultura oder Soulfly gehört hat - reinhören! Da bleibt Ihr drauf hängen, das geht nie wieder weg!

8.) mybestfriend.com - "Who will guide you through the night?" - 8 von 10

Internetforen ersetzen keine Freunde. Solider Song mit einprägsamen Refrain, in dem, HSB-typisch, der Songtitel gar nicht vorkommt.

9.) Biogenesis - "Defending Darwin's throne" - 6 von 10

Das ist so ein Deathmetalgebollere, das ICH nicht brauche. Wem's gefällt. Natürlich kommt einem das thematisch ähnlich gelagerte, musikalisch genauso stumpfe "Biotech is Godzilla" von Sepulturas legendärem "Chaos A.D."-Album in den Sinn. Würde ich nicht grundsätzlich das ganze "Deaf to our prayers"-Album hören, hier würde ich skippen.

10.) Dying in silence - "In the end there's only black and white" - 8 von 10

Die vergessenen Alten in den Heimen? Eingängiger Song, HSB-Durchschnitt, etwas mehr als eine Überleitung zum extrem poppigen Schlußsong...

11.) The greatest gift of god - "False prophets rule your life" - 9 von 10

Was ist denn das, dachte ich beim ersten Hören - ein Boygrouptune von HSB? Entwickelt sich aber durch mehrmaliges Hören zur Umweltschutzmitgröhlhymne, das muß auf'm Konzert großartig kommen! DAS wäre mal 'ne Single gewesen. Das ist der Rhythmus, wo einfach jeder mit muß! Ich mein's ernst, das ist genauso großartig wie das ganze Album!
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am 22. Januar 2008
Ich hörte 2004 das erste Mal im Radio einen HSB-Song, "The weapon they fear", und war schnell ein Fan dieser extrem harten, dennoch melodiösen Spielart des Metalcore, gemischt mit Deathmetalparts. Noch besser als "The weapon...", der Single aus "Antigone", ist Track 5, "Voice of the voiceless", der mich in Kombination mit tr. 6, "Numbing the pain" und tr. 7 "To harvest the storm", ungeduldig auf HSBs neues Album warten ließ. Am 28.8.2006 war es dann soweit, ich sofort am ersten Tag das neue neue Album "Deaf to our prayers" gekauft. Der Titel beruht auf Heines "Die schlesischen Weber" in der englischen Übersetzung, einem Gedicht über den Aufstand der schlesischen Weber 1844 gegen zunehmende Industrialisierung und Ausbeutung, in dem es heißt: "Cursed be the god who was DEAF TO OUR PRAYERS". Also, rein ins Handy und: enttäuscht. Wo waren die melodiösen Parts aus "Antigone", die klassischen Musikanteile, die gesungenen ("cleanen") Parts, die sich mit dem Metalcore-typischen Gegrunze ("grind") abwechselten? Dieses Album kriegt Euch beim zweiten Hören, aber dann für immer: es biedert sich nicht an, es ist keine Blaupause der Erfolgsformel "Antigone", es ist eine Weiterentwicklung, aber nicht, wie sonst üblich, zum Softeren, sondern zum Härteren. Es macht keine Kompromisse, ohrentechnisch übrigens auch keine Gefangenen, aber es ist einfach noch besser als der Vorgänger. 10 von 10 Punkten in den einschlägigen Magazinen, Charteinstieg 65 in Deutschland und 50 in Griechenland sprechen eine deutliche Sprache. Die dann doch noch gefundenen melodiösen Parts, die, mit der Akustikgitarre gespielt, fast Pop wären und die wie immer politischen Texte, sind großartig! Nun zu den Songs:

1.) Counterweight - "And I will grieve no more" - 9 von 10

M.E. geht's um die Versprechen der Pharmaindustrie, das Leben einfacher und länger zu machen. Vom Start weg gibt's auf die Ohren, das Lied war auf der Homepage zum Download und ist ein großartiger Einstieg. Einfach ein Ohrwurm - singt man immer wieder mit.

2.) Trespassing the shores of your world - "piles of dead bodies save the walls of fortress Europe" - 8 von 10

Immigration nach Europa. Fängt komisch an, Titelzeile ist fast zu lang, wird dann melodisch.

3.) Profane believers - "materialized in golden temples" - 8 von 10

Vorgebliche Gläubige, die Wasser predigen, aber Wein trinken? Geht stampfend ab, das erste Mal mit einer eingängigen Gitarrenlinie á la "Antigone". Beim ersten Mal Durchhören der Platte blieb ich hier das erste Mal hängen, bis sich beim zweiten (und mehr!) Hören die weiteren Songperlen aus den Schalen herauszuarbeiten begannen.

4.) Stay the course - 7 von 10

Die Tatsache, daß mir dazu keine Textzeile einfällt (ich schreibe diesen Bericht "offline", also ohne die CD zu hören aus dem Kopf), sagt einiges: der Song wird zwar im Verlauf und durch häufiges Hören besser, bildet aber nur den allzu derben, hardcoreverwurzelten Übergang zu den Hittracks 5 bis 7. DAZU haben HSB ein Video gedreht - soll das die Single aus dem Album sein? Besser nicht! Ansonsten: George Bush sagt immer "Stay the course", ist der Song also eine Bushkritik?

5.) The final march - "Exploited to death" - 8 von 10

Die KZ-Todesmärsche kurz vor Kriegsende? Eingängiger Refrain, großartig zum Mitsingen, Doublebass-Schlagzeug-Orgie von Drummer Matthias.

6.) Of no avail - "Cursed be the god who was deaf to our prayers" - 9 von 10

Der schlesische Weberaufstand von 1844. "The prayers we sent of no avail...they went unheard". GROßARTIG, eine mitreißender Titeltrack. Ruhiger Beginn, sich hymnisch steigernd zu "As we die in freedom their machines broke down for a day".

7.) Armia - "A home behind the enemy lines" - 10 von 10

100 Jahre nach den schlesischen Webern - der nächste, diesmal der Warschauer Aufstand, und der nächste Track von "DTOP". Der Übersong! Das beste Lied auf dem besten Album der besten Band der Welt! Die Hymne! 56 Tage dauerte der Kampf der polnischen Heimatarmee, der Armia Krajowa, gegen die Nazis 1944, der "Warschauer Aufstand". Kaum einer überlebte: "We know that nothing shall remain - there's no tomorrow". Die Aufständischen sind gemeinsam in den Tod gegangen: "Ragged figures but BROTHERS AND SISTERS WE ARE". Und die Welt verschloß ihre Augen, die Rote Armee, bereits auf dem anderen Weichselufer stehend, wartete ab, bis die Nazis die Polen niedergemetzelt hatten, um danach Warschau einzunehmen. Das Lied war fällig, genau wie eins über den Warschauer Ghettoaufstand ein Jahr vorher, und würde, in Polen gehört, vielleicht zur Aussöhnung beitragen - von einer deutschen Band, ein "Gegen-Rammstein"! Mehr über die Armia (Krajowa) in Lubitschs "Sein oder Nichtssein". In dem Song kenn ich jede Zeile, jeden Ton, das sing ich im Auto mit, da ist's egal, ob Marcus Bischoff das grindet, das kann man singen, das ist Stadionmetal mit politischer Aussage. Jeder, der einmal Sepultura oder Soulfly gehört hat - reinhören! Da bleibt Ihr drauf hängen, das geht nie wieder weg!

8.) mybestfried.com - "Who will guide you through the night?" - 8 von 10

Internetforen ersetzen keine Freunde. Solider Song mit einprägsamen Refrain, in dem, HSB-typisch, der Songtitel gar nicht vorkommt.

9.) Biogenesis - "Defending Darwin's throne" - 6 von 10

Das ist so ein Deathmetalgebollere, das ICH nicht brauche. Wem's gefällt. Natürlich kommt einem das thematisch ähnlich gelagerte, musikalisch genauso stumpfe "Biotech is Godzilla" von Sepulturas legendärem "Chaos A.D."-Album in den Sinn. Würde ich nicht grundsätzlich das ganze "Deaf to our prayers"-Album hören, hier würde ich skippen.

10.) Dying in silence - "In the end there's only black and white" - 8 von 10

Die vergessenen Alten in den Heimen? Eingängiger Song, HSB-Durchschnitt, etwas mehr als eine Überleitung zum extrem poppigen Schlußsong...

11.) The greatest gift of god - "False prophets rule your life" - 9 von 10

Was ist denn das, dachte ich beim ersten Hören - ein Boygrouptune von HSB? Entwickelt sich aber durch mehrmaliges Hören zur Umweltschutzmitgröhlhymne, das muß auf'm Konzert großartig kommen! DAS wäre mal 'ne Single gewesen. Das ist der Rhythmus, wo einfach jeder mit muß! Ich mein's ernst, das ist genauso großartig wie das ganze Album!
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am 22. Januar 2008
Ich hörte 2004 das erste Mal im Radio einen HSB-Song, "The weapon they fear", und war schnell ein Fan dieser extrem harten, dennoch melodiösen Spielart des Metalcore, gemischt mit Deathmetalparts. Noch besser als "The weapon...", der Single aus "Antigone", ist Track 5, "Voice of the voiceless", der mich in Kombination mit tr. 6, "Numbing the pain" und tr. 7 "To harvest the storm", ungeduldig auf HSBs neues Album warten ließ. Am 28.8.2006 war es dann soweit, ich sofort am ersten Tag das neue neue Album "Deaf to our prayers" gekauft. Der Titel beruht auf Heines "Die schlesischen Weber" in der englischen Übersetzung, einem Gedicht über den Aufstand der schlesischen Weber 1844 gegen zunehmende Industrialisierung und Ausbeutung, in dem es heißt: "Cursed be the god who was DEAF TO OUR PRAYERS". Also, rein ins Handy und: enttäuscht. Wo waren die melodiösen Parts aus "Antigone", die klassischen Musikanteile, die gesungenen ("cleanen") Parts, die sich mit dem Metalcore-typischen Gegrunze ("grind") abwechselten? Dieses Album kriegt Euch beim zweiten Hören, aber dann für immer: es biedert sich nicht an, es ist keine Blaupause der Erfolgsformel "Antigone", es ist eine Weiterentwicklung, aber nicht, wie sonst üblich, zum Softeren, sondern zum Härteren. Es macht keine Kompromisse, ohrentechnisch übrigens auch keine Gefangenen, aber es ist einfach noch besser als der Vorgänger. 10 von 10 Punkten in den einschlägigen Magazinen, Charteinstieg 65 in Deutschland und 50 in Griechenland sprechen eine deutliche Sprache. Die dann doch noch gefundenen melodiösen Parts, die, mit der Akustikgitarre gespielt, fast Pop wären und die wie immer politischen Texte, sind großartig! Nun zu den Songs:

1.) Counterweight - "And I will grieve no more" - 9 von 10

M.E. geht's um die Versprechen der Pharmaindustrie, das Leben einfacher und länger zu machen. Vom Start weg gibt's auf die Ohren, das Lied war auf der Homepage zum Download und ist ein großartiger Einstieg. Einfach ein Ohrwurm - singt man immer wieder mit.

2.) Trespassing the shores of your world - "piles of dead bodies save the walls of fortress Europe" - 8 von 10

Immigration nach Europa. Fängt komisch an, Titelzeile ist fast zu lang, wird dann melodisch.

3.) Profane believers - "materialized in golden temples" - 8 von 10

Vorgebliche Gläubige, die Wasser predigen, aber Wein trinken? Geht stampfend ab, das erste Mal mit einer eingängigen Gitarrenlinie á la "Antigone". Beim ersten Mal Durchhören der Platte blieb ich hier das erste Mal hängen, bis sich beim zweiten (und mehr!) Hören die weiteren Songperlen aus den Schalen herauszuarbeiten begannen.

4.) Stay the course - 7 von 10

Die Tatsache, daß mir dazu keine Textzeile einfällt (ich schreibe diesen Bericht "offline", also ohne die CD zu hören aus dem Kopf), sagt einiges: der Song wird zwar im Verlauf und durch häufiges Hören besser, bildet aber nur den allzu derben, hardcoreverwurzelten Übergang zu den Hittracks 5 bis 7. DAZU haben HSB ein Video gedreht - soll das die Single aus dem Album sein? Besser nicht! Ansonsten: George Bush sagt immer "Stay the course", ist der Song also eine Bushkritik?

5.) The final march - "Exploited to death" - 8 von 10

Die KZ-Todesmärsche kurz vor Kriegsende? Eingängiger Refrain, großartig zum Mitsingen, Doublebass-Schlagzeug-Orgie von Drummer Matthias.

6.) Of no avail - "Cursed be the god who was deaf to our prayers" - 9 von 10

Der schlesische Weberaufstand von 1844. "The prayers we sent of no avail...they went unheard". GROßARTIG, eine mitreißender Titeltrack. Ruhiger Beginn, sich hymnisch steigernd zu "As we die in freedom their machines broke down for a day".

7.) Armia - "A home behind the enemy lines" - 10 von 10

100 Jahre nach den schlesischen Webern - der nächste, diesmal der Warschauer Aufstand, und der nächste Track von "DTOP". Der Übersong! Das beste Lied auf dem besten Album der besten Band der Welt! Die Hymne! 56 Tage dauerte der Kampf der polnischen Heimatarmee, der Armia Krajowa, gegen die Nazis 1944, der "Warschauer Aufstand". Kaum einer überlebte: "We know that nothing shall remain - there's no tomorrow". Die Aufständischen sind gemeinsam in den Tod gegangen: "Ragged figures but BROTHERS AND SISTERS WE ARE". Und die Welt verschloß ihre Augen, die Rote Armee, bereits auf dem anderen Weichselufer stehend, wartete ab, bis die Nazis die Polen niedergemetzelt hatten, um danach Warschau einzunehmen. Das Lied war fällig, genau wie eins über den Warschauer Ghettoaufstand ein Jahr vorher, und würde, in Polen gehört, vielleicht zur Aussöhnung beitragen - von einer deutschen Band, ein "Gegen-Rammstein"! Mehr über die Armia (Krajowa) in Lubitschs "Sein oder Nichtssein". In dem Song kenn ich jede Zeile, jeden Ton, das sing ich im Auto mit, da ist's egal, ob Marcus Bischoff das grindet, das kann man singen, das ist Stadionmetal mit politischer Aussage. Jeder, der einmal Sepultura oder Soulfly gehört hat - reinhören! Da bleibt Ihr drauf hängen, das geht nie wieder weg!

8.) mybestfriend.com - "Who will guide you through the night?" - 8 von 10

Internetforen ersetzen keine Freunde. Solider Song mit einprägsamen Refrain, in dem, HSB-typisch, der Songtitel gar nicht vorkommt.

9.) Biogenesis - "Defending Darwin's throne" - 6 von 10

Das ist so ein Deathmetalgebollere, das ICH nicht brauche. Wem's gefällt. Natürlich kommt einem das thematisch ähnlich gelagerte, musikalisch genauso stumpfe "Biotech is Godzilla" von Sepulturas legendärem "Chaos A.D."-Album in den Sinn. Würde ich nicht grundsätzlich das ganze "Deaf to our prayers"-Album hören, hier würde ich skippen.

10.) Dying in silence - "In the end there's only black and white" - 8 von 10

Die vergessenen Alten in den Heimen? Eingängiger Song, HSB-Durchschnitt, etwas mehr als eine Überleitung zum extrem poppigen Schlußsong...

11.) The greatest gift of god - "False prophets rule your life" - 9 von 10

Was ist denn das, dachte ich beim ersten Hören - ein Boygrouptune von HSB? Entwickelt sich aber durch mehrmaliges Hören zur Umweltschutzmitgröhlhymne, das muß auf'm Konzert großartig kommen! DAS wäre mal 'ne Single gewesen. Das ist der Rhythmus, wo einfach jeder mit muß! Ich mein's ernst, das ist genauso großartig wie das ganze Album!
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am 22. Januar 2008
Das Album "Deaf to our prayers" kommt mit einer Extra-DVD. Auf der DVD findet Ihr das Video zur Single "The weapon they fear" aus dem Vorgängeralbum "Antigone", offensichtlich in der Werkhalle eines stillgelegten ostdeutschen Kraftwerks gedreht. Weil ich persönlich "Voice of the voiceless" vom selben Album für die bessere Single halte, war das Video für mich nicht so entscheidend. Wichtiger war, weil ich HSB noch nie live gesehen habe, der zweite Teil: ein kompletter Mitschnitt Ihres Stuttgarter Konzertes (untertitelt bei den Bühnenansagen!) während der "Hell On Earth"-Tour 2005. Es sind mehr als 10 Titel, insgesamt über 45 min., chronologisch von Anfang bis Ende, mit den meisten Hits aus "Antigone", aber auch Songs aus den älteren, jetzt schon legendären Alben "Asunder" und "Whatever it may take". Sehr lustig: die thüringischen Bühnenansagen von Sänger Marcus. Warum ist der Auftritt so kurz? Weil auf der "Hell on Earth" 5 Bands auftraten, und ungerechtfertigterweise HSB nur die vorletzte Band des Abends waren. Sie waren sozusagen Einheizer für die Headliner As I lay dying, für die sie fairerweise während Ihres Auftrittes auch andauernd Werbung machen. Egal, ich denke, auf der diesjährigen Ausgabe der "HOE" werden Heaven shall burn die Kräfteverhältnisse gerade gerückt und den ihnen gebührenden Headlinerplatz eingenommen haben. Es folgt die Kritik der eigentlichen CD.

Ich hörte 2004 das erste Mal im Radio einen HSB-Song, "The weapon they fear", und war schnell ein Fan dieser extrem harten, dennoch melodiösen Spielart des Metalcore, gemischt mit Deathmetalparts. Noch besser als "The weapon...", der Single aus "Antigone", ist Track 5, "Voice of the voiceless", der mich in Kombination mit tr. 6, "Numbing the pain" und tr. 7 "To harvest the storm", ungeduldig auf HSBs neues Album warten ließ. Am 28.8.2006 war es dann soweit, ich sofort am ersten Tag das neue neue Album "Deaf to our prayers" gekauft. Der Titel beruht auf Heines "Die schlesischen Weber" in der englischen Übersetzung, einem Gedicht über den Aufstand der schlesischen Weber 1844 gegen zunehmende Industrialisierung und Ausbeutung, in dem es heißt: "Cursed be the god who was DEAF TO OUR PRAYERS". Also, rein ins Handy und: enttäuscht. Wo waren die melodiösen Parts aus "Antigone", die klassischen Musikanteile, die gesungenen ("cleanen") Parts, die sich mit dem Hardcore-typischen Gegrunze ("growl") abwechselten? Dieses Album kriegt Euch beim zweiten Hören, aber dann für immer: es biedert sich nicht an, es ist keine Blaupause der Erfolgsformel "Antigone", es ist eine Weiterentwicklung, aber nicht, wie sonst üblich, zum Softeren, sondern zum Härteren. Es macht keine Kompromisse, ohrentechnisch übrigens auch keine Gefangenen, aber es ist einfach noch besser als der Vorgänger. 10 von 10 Punkten in den einschlägigen Magazinen, Charteinstieg 65 in Deutschland und 50 in Griechenland sprechen eine deutliche Sprache. Die dann doch noch gefundenen melodiösen Parts, die, mit der Akustikgitarre gespielt, fast Pop wären und die wie immer politischen Texte, sind großartig! Nun zu den Songs:

1.) Counterweight - "And I will grieve no more" - 9 von 10

M.E. geht's um die Versprechen der Pharmaindustrie, das Leben einfacher und länger zu machen. Vom Start weg gibt's auf die Ohren, das Lied war auf der Homepage zum Download und ist ein großartiger Einstieg. Einfach ein Ohrwurm - singt man immer wieder mit.

2.) Trespassing the shores of your world - "piles of dead bodies save the walls of fortress Europe" - 8 von 10

Immigration nach Europa. Fängt komisch an, Titelzeile ist fast zu lang, wird dann melodisch.

3.) Profane believers - "materialized in golden temples" - 8 von 10

Vorgebliche Gläubige, die Wasser predigen, aber Wein trinken? Geht stampfend ab, das erste Mal mit einer eingängigen Gitarrenlinie á la "Antigone". Beim ersten Mal Durchhören der Platte blieb ich hier das erste Mal hängen, bis sich beim zweiten (und mehr!) Hören die weiteren Songperlen aus den Schalen herauszuarbeiten begannen.

4.) Stay the course - 7 von 10

Die Tatsache, daß mir dazu keine Textzeile einfällt (ich schreibe diesen Bericht "offline", also ohne die CD zu hören aus dem Kopf), sagt einiges: der Song wird zwar im Verlauf und durch häufiges Hören besser, bildet aber nur den allzu derben, hardcoreverwurzelten Übergang zu den Hittracks 5 bis 7. DAZU haben HSB ein Video gedreht - soll das die Single aus dem Album sein? Besser nicht! Ansonsten: George Bush sagt immer "Stay the course", ist der Song also eine Bushkritik?

5.) The final march - "Exploited to death" - 8 von 10

Die KZ-Todesmärsche kurz vor Kriegsende? Eingängiger Refrain, großartig zum Mitsingen, Doublebass-Schlagzeug-Orgie von Drummer Matthias.

6.) Of no avail - "Cursed be the god who was deaf to our prayers" - 9 von 10

Der schlesische Weberaufstand von 1844. "The prayers we sent of no avail...they went unheard". GROßARTIG, eine mitreißender Titeltrack. Ruhiger Beginn, sich hymnisch steigernd zu "As we die in freedom their machines broke down for a day".

7.) Armia - "A home behind the enemy lines" - 10 von 10

100 Jahre nach den schlesischen Webern - der nächste, diesmal der Warschauer Aufstand, und der nächste Track von "DTOP". Der Übersong! Das beste Lied auf dem besten Album der besten Band der Welt! Die Hymne! 63 Tage dauerte der Kampf der polnischen Heimatarmee, der Armia Krajowa, gegen die Nazis 1944, der "Warschauer Aufstand". Kaum einer überlebte: "We know that nothing shall remain - there's no tomorrow". Die Aufständischen sind gemeinsam in den Tod gegangen: "Ragged figures but BROTHERS AND SISTERS WE ARE". Und die Welt verschloß ihre Augen, die Rote Armee, bereits auf dem anderen Weichselufer stehend, wartete ab, bis die Nazis die Polen niedergemetzelt hatten, um danach Warschau einzunehmen. Das Lied war fällig, genau wie eins über den Warschauer Ghettoaufstand ein Jahr vorher, und würde, in Polen gehört, vielleicht zur Aussöhnung beitragen - von einer deutschen Band, ein "Gegen-Rammstein"! Mehr über die Armia (Krajowa) in Lubitschs "Sein oder Nichtssein". In dem Song kenn ich jede Zeile, jeden Ton, das sing ich im Auto mit, da ist's egal, ob Marcus Bischoff das grindet, das kann man singen, das ist Stadionmetal mit politischer Aussage. Jeder, der einmal Sepultura oder Soulfly gehört hat - reinhören! Da bleibt Ihr drauf hängen, das geht nie wieder weg!

8.) mybestfried.com - "Who will guide you through the night?" - 8 von 10

Internetforen ersetzen keine Freunde. Solider Song mit einprägsamen Refrain, in dem, HSB-typisch, der Songtitel gar nicht vorkommt.

9.) Biogenesis - "Defending Darwin's throne" - 6 von 10

Das ist so ein Deathmetalgebollere, das ICH nicht brauche. Wem's gefällt. Natürlich kommt einem das thematisch ähnlich gelagerte, musikalisch genauso stumpfe "Biotech is Godzilla" von Sepulturas legendärem "Chaos A.D."-Album in den Sinn. Würde ich nicht grundsätzlich das ganze "Deaf to our prayers"-Album hören, hier würde ich skippen.

10.) Dying in silence - "In the end there's only black and white" - 8 von 10

Die vergessenen Alten in den Heimen? Eingängiger Song, HSB-Durchschnitt, etwas mehr als eine Überleitung zum extrem poppigen Schlußsong...

11.) The greatest gift of god - "False prophets rule your life" - 9 von 10

Was ist denn das, dachte ich beim ersten Hören - ein Boygrouptune von HSB? Entwickelt sich aber durch mehrmaliges Hören zur Umweltschutzmitgröhlhymne, das muß auf'm Konzert großartig kommen! DAS wäre mal 'ne Single gewesen. Das ist der Rhythmus, wo einfach jeder mit muß! Ich mein's ernst, das ist genauso großartig wie das ganze Album!
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am 28. August 2006
Auch 2006 scheint wieder ein absolutes Killerjahr zu sein. HSB legen auf jeden Fall einen weiteren Scheit in das Holz der Hartwurstmusik, die dieses Jahr zu einem absolut tragbaren machen.

Anstelle eines melodiösen und ruhigen Geige-Piano-Openers (der allerdings auch seinesgleichen suchte) knüppelt einem hier sofort Counterweight um die Ohren und man ist von der ersten Sekunde an vollständig im Fluss dieses Albums drin. Denn hier wurde jeglicher Hardcore-Einfluss bis auf beinahe null zurückgeschraubt.

Ohne auf jeden Track einzeln einzugehen, ist dieses Album ein Feuerwerk von vorne bis hinten. Brutale Musik mit intelligenten (und, wie der Albumtitel schon ankündigt, teils religiös, aber teils auch sozialkritisch orientierten Texten) Texten, die einen einfach mitreißt.

Stand ich selbst den Jungs mit ihrem letzten Album aufgrund eben jener HC-Einflüsse noch recht kritisch gegenüber (so war 'Numbing The Pain' zwar musikalisch grandios, der Text klang aber eher nach Emorumgeheule), so getraue ich mich seit diesem sogar mit einem HSB-Shirt durch die Gegend zu laufen. Die Scheibe sollte selbst Todesblei-Puristen überzeugen. Knallhartes Gesäge auf Knüppelbeats, dazu die absolut kaputte Stimme von Frontmann Marcus - obendrein eine schöne Produktion und kein einziger Abbruch irgendwo, das Album lässt sich von vorne bis hinten durchhören. Was will man mehr?

Punktum, 5 Sterne, ich habe fertig.
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am 5. August 2013
Tolles Album! Für wahre Fans ein Muss, für Erfolgsfans verstörend, da wohl nur die neueren Lieder bekannt sind und ältere Alben wie dieses einen etwas ursprünglicheren Stil haben.
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