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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
3
Il Barbiere di Siviglia (Ga)
Format: Audio CD|Ändern
Preis:16,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

TOP 500 REZENSENTam 8. Oktober 2015
Maria Callas (1923-1977) ist den meisten Opernfreunden in erster Linie als überragende Tragödin im Gedächtnis haften geblieben. Umso überraschter ist man, wenn man sie in der vorliegenden Aufnahme des "Barbiere di Siviglia" hört.
Selten ist die Partie der Rosina so überzeugend dargeboten worden. Hier ist die Callas wie verwandelt und vom ersten bis zum letzten Ton eine vollendete Komödiantin, die mit ihrer Stimme so überzeugend agiert, daß man das schalkhafte, unbekümmerte Mädchen, welches sie darstellt, plastisch vor Augen hat. Aber nicht nur stimmschauspielerisch, auch gesanglich ist sie zum Zeitpunkt der Aufnahme (1957) voll auf der Höhe. Tito Gobbi singt die Titelrolle ebenfalls mit großem Einsatz und hervorragendem schauspielerischem Können, wenn auch nicht ganz zu überhören ist, daß er einige Probleme mit seiner Stimme hat. Im ganzen weiß er das aber mit seiner überragenden Technik sehr gut zu kaschieren. Den Graf Almaviva singt, wie in vielen Produktionen dieser Zeit, Luigi Alva. Man braucht ein wenig Zeit, um sich mit seiner kleinen Tenorstimme anzufreunden und bedauert, daß man Nicolai Gedda nicht herangezogen hat, aber insgesamt kann man auch mit seiner Leistung zufrieden sein. Als Bartolo fungiert Fritz Ollendorff, und Nicola Zaccaria singt den Basilio. Beide Bässe sind gut, aber der Italiener verfügt sowohl über größere Routine als auch über die bessere Stimme. Die Nebenrollen sind angemessen besetzt.
Ein ganz großes Lob verdient der Dirigent Alceo Galliera, der den Chor und das Philharmonia Orchestra London zu einer runden, erstklassigen Leistung anfeuert. Leider wurde er von seiner Firma im Opernbereich viel zu wenig eingesetzt. Man kennt ihn mehr als "Begleiter" großer Pianisten (wie Schnabel, Gieseking, Anda, Clara Haskil u.a.) im konzertanten Bereich, wo er sich als verständiger, einfühlsamer Begleiter einen Namen gemacht hat.
Die Oper erklingt in guter Stereo-Qualität und für ihr Alter erstaunlich frisch. Statt eines ausführlichen Booklets hat man eine CD-ROM mit dem Libretto sowie einer Werkeinführung beigefügt. Ich halte das für keine optimale Lösung.
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am 1. August 2011
Trotz der lieblicheren Victoria de los Angeles und der geschmeidigeren Teresa Berganz ist mir Callas' Rosina am Liebsten. Sie bringt Biß und Temperament mit, ist frech und keck und singt einfach wunderschön. All das Gerede von der Häßlichkeit der Stimme der Callas läßt sich zumindest an dieser Aufnahme nicht bestätigen.

Leider ist die übrige Besetzung nicht mehr als ordentlich. Gobbi erweist sich zwar wieder einmal als exzellenter Sing-Schauspieler und macht aus Figaro eine facettenreiche Charakterstudie. Doch mit Rossinis vielen Verzierungen hat der Sänger erhebliche Probleme, zum Teil singt er einfach darüber hinweg. Auch Luigi Alva ist kein ganz idealer Almaviva. Seine Stimme ist doch ziemlich dünn und ein wenig ausdruckslos.
Die beiden Schurken Bartolo und Basilio werden von Fritz Ollendorf und Nicolo Zaccaria zwar kompetent gesungen, aber an das Duo Corena-Siepi oder Corena-Ghiaurov reichen sie nicht heran. In Enzo Dara, dem Bartolo der ersten Abbado-Aufnahme hat Ollendorf einen weiteren überragenden Konkurrenten, neben dem sein sehr teutonischer Dottore verblaßt.

Das zweite Highlight neben Callas ist ohne Zweifel das Spiel des sensationellen Philharmonia Orchestras unter der Leitung des viel zu unbekannten und seinerzeit von der Plattenindustrie vernachlässigten Alceo Galliera. In keiner anderen Aufnahme findet der Hörer eine vergleichbare Ausgewogenheit der Spannung, eine so detailreiche, meisterhafte Ausleuchtung der Partitur und eine ähnlich meisterhafte Begleitung der Sänger.

Eine hervorragende Aufnahme mit kleinen Schwächen.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 18. Februar 2010
Maria Callas war nicht unbedingt für ihr komisches Talent bekannt. Umso beeindruckender ist ihre Rosina: Eine junge, durchaus emanzipierte Frau mit Haaren auf den Zähnen, kein Soubretten-Zuckerpüppchen, wie es damals in dieser Rolle noch üblich war - wenn sie singt, sie könne zur "Viper" werden, glaubt man ihr das sofort. Und die Souveränität, mit der sie Rossinis Koloraturkaskaden nicht nur bewältigt, sondern beherrscht, die Eleganz ihrer Kadenzen lässt einen bedauern, dass sie - außer diesem Barbier und einem Turco in Italia - nicht noch mehr Rossini aufgenommen hat - z. B. eine Semiramide.

Ihr Figaro in dieser Aufnahme ist Tito Gobbi, mit dem Callas sich schon so viele Kämpfe geliefert hatte - meist auf Leben und Tod, z. B. als Tosca und Scarpia, hier um das letzte Wort und die nächste Pointe. Auch dabei erweist sich der Bariton als gleichwertiger Gegner. Zwar ist er kein technisch perfekter Rossini-Sänger - seine Koloraturen wirken teilweise etwas unbeholfen, hohe Töne werden teilweise heraus "gehupt". Auf der anderen Seite ist Gobbis komisches Talent unübertroffen, sein Figaro ein Hallodri aus Fleisch und Blut, der einfach Spaß macht, mehr als bei mancher technisch perfekteren Darstellung.

Schade, dass die EMI diesen beiden darstellerischen Schlachtrössern keinen gleichwertigen Grafen Almaviva zur Seite gestellt hat wie z. B. Nicolai Gedda oder Cesare Valetti. Luigi Alva ist im Verhältnis etwas leichtgewichtig, und an sein etwas jammerndes, sehr helles Timbre muss man sich auch gewöhnen. Nichtsdestotrotz ist er ein stilsicherer Rossini-Sänger, der deshalb mit diesem Repertoire sehr gesucht war.

Dazu gesellen sich mit Nicola Zaccaria als düsterem Don Basilio und Fritz Ollendorf als eitel-aufgeplustertem Dottore Bartolo zwei sehr unterschiedliche Bässe, die ihre jeweiligen Rollen aber sehr überzeugend singen - insbesondere Ollendorf überrascht in diesem muttersprachlichen Ensemble positiv.

Alceo Galliera dirigiert einen sehr flexiblen, feinen, und doch temperamentvollen Rossini, und steht damit vielen namhafteren Kollegen in nichts nach.

Der einzige Kritikpunkt, den ich an dieser ungewöhnlichen, aber sehr überzeugenden Rossini-Aufnahme (vielleicht abgesehen von Alvas Timbre) habe, ist der Umstand, dass die Tenorarie "Cessa di pìu resistere" fehlt. Das war aber früher üblich, und ändert nichts daran, dass dieser Barbiere viel mehr ist als ein Callas-Vehikel.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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