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TOP 1000 REZENSENTam 18. Dezember 2013
Ein für Douglas Sirk gänzlich untypischer Film, von dem im Bewusstsein des geneigten Filmfreundes eigentlich eher die Melodramen mit Jane Wyman, Rock Hudson oder Barbara Stanwyck in Erinnerung sind.
Kleine Vorstadtmelodramen kleiner gewöhnlicher Leute mit ihren Problemen.

Hier jedoch, im Jahre 1946, entstand ein spritziges Gaunerstück, das eher an Ernst Lubitsch erinnert, den Meister der leichten Unterhaltung.
Vidocq schafft es vom Zuchthäusler zum Polizeichef, aber wie.

Schon die Einleitung, in welcher die Umstände seiner Geburt geschildert werden, ist urkomisch. Und so geht es weiter und weiter. Ich habe mehrmals geschmunzelt und laut gelacht, bei einem Film mit dem sonst eher ungemütlichen George Sanders ein Novum.
Akim Tamiroff als sein Gehilfe Emile steht ihm in nichts nach. Den kleinen Mann sollte man nicht unterschätzen. In den Jahren zuvor hatte er zwei Oscar- Nominierungen für den "Besten Nebendarsteller" eingeheimst.

Leichte Unterhaltung mit einer Hauptfigur, die es wirklich gab: Eugene Francois Vidocq, geboren 1775, gestorben 1857.
Für einen, dessen Leben nicht sehr verheißungsvoll anfing, wurde er denn doch sehr alt.
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Filme von Douglas Sirk handeln oft von der Macht des Schicksals, von einem Leben im Kreis, in dem man immer wieder an seinen Ausgangspunkt zurückkommt, sich der Vergangenheit stellen muss und ihr nicht immer entkommen kann. Sie handeln von allerlei allegorischen seltsamen Zufällen, von denen man nicht weiß, ob sie den Sinn oder die absurd-unsinnige Tragik des Lebens symbolisieren. Sirk weiß das oft sehr kunstfertig in Szene zu setzen. Und hier: Eine Gaunerkomödie. Keine, bei der man zappeligen Menschen zusieht und sich die Schenkel klopft, aber vor allem in der ersten Hälfte ein doch recht vergnügliches Unterfangen, das von dem distinguiert bis verschrobenen Personal lebt, das das Genre auszeichnet (oft nicht in den USA, sondern in Großbritannien, z.B. in "Ladykillers"). Hat Sirk einfach mal die Beine hochgelegt? Keineswegs, sein Film enthält alle oben genannten Themen aufs Interessanteste (mit nur gelegentlichem Hang zum Überbetonten) und entwickelt sich in der zweiten Hälfte eher zu einem allegorischen Drama. Aber das wirkt nicht als Stilbruch, gekünstelt oder der Komödie im Weg stehend. Von Anfang an breitet Sirk seine Themen köstlich und konsequent aus, dass wir ihm einfach gerne dabei zusehen, wie er sie zu einem sehr originellen und stimmigen Ende führt.

Im Frankreich Napoleons ist ein von George Sanders gespielter Namenloser (aha, auf Identitätssuche) mal wieder aus dem Knast ausgebrochen und plant mit Freund Emile (Akim Tamiroff) gleich die nächsten Dinger, um das eine oder andere gleichsam im Vorbeigehen schon mal durchzuziehen. Hierbei treibt Sirk ein hübsches Spiel mit Identitätssuchen, gespaltenen Persönlichkeiten und schicksalhaft wiederkehrenden Vergangenheiten. Den Namen Vidocq borgt sich Sanders gleich von einem Toten! Doch diese seine X-te Identität wird ihm vielleicht erstmals die Chance verschaffen, wirklich zu leben, d.h. ein autonomer Mensch zu sein. Er muss dann allerlei Verwicklungen in seinem distinguiert-überlegenen Charme überstehen und sich überlegen, ob die typische Sanders'sche zum Zynischen neigende Blasiertheit einer echten Menschlichkeit zu weichen hat. Auf dieser Suche begegnet er lauter Spiegelungen und Doppelungen. Da wäre zunächst der auf gewöhnlichere Art schurkische Emile, der - anders als Vidocq - auch gern mal mit dem Messer zu Werke geht, und nicht nur, um Tresore zu knacken. Emile ist die dunkle Seite, die Nemesis, der Dämon in Vidocq, mehr als ein Mal versinnbildlicht als "Drachen", von dem sich noch erweisen muss, ob Vidocq zur Tötung des "Tieres in sich" fähig ist. Schon zu Beginn auf der Flucht stellt sich die Verschiedenartigkeit der beiden nicht nur nach den üblichen Charakteristiken (das Hirn und der Mann fürs Grobe) heraus: Emile ist Frühaufsteher, Vidocq poft auch hinter Gittern bis 10, obwohl ihm ein Geburtstagskuchen mit Feile gebracht wird. Vidocq nennt sich eine Zeitlang "Rousseau", der berühmte französische Philosoph gleichen Namens hat ein Buch "Emile oder über die Erziehung" geschrieben. Wird Vidocq seine dunkle Seite "erziehen" können? Besonders gut zusammen passen sie wirklich nicht, schon wenn sie auf der Flucht davon reden, dass ein Pferd geklaut werden müsste: "Du hast zwei Beine, ich hab zwei Beine, aber zusammen haben wir noch keine vier Beine wie ein Pferd." Schon klar, da behindern sich zweie, statt dass sie sich ergänzen.

Wie sich das bei einem charmanten Gauner gehört, sind auch Frauen im Spiel - natürlich zwei, vielleicht sogar drei, wenn man ein kleines Mädchen mitzählt. Bereits optisch steht die junge, schöne Sängerin und femme fatale Loretta (Carole Landis) für eine Flamme, die aus dem Schatten auftaucht und an der man sich verbrennen kann (wunderschön illustriert durch ihr Auftrittslied, in Text und Optik der Performance vielsagend). Thérèse (Signe Hasso) ist die Lichtgestalt, die zu einem Heiligenbild aufblickt, in dem sie "Reinheit" erblickt. Auch als sie erfährt, dass Vidocq bei der Restauration Modell gesessen hat und was es mit ihm auf sich hat, gibt sie nicht auf, diese Reinheit in ihm zu sehen. Loretta hingegen nimmt Vidocq, wie er ist. Auch diese beiden Frauen stehen für seine beiden Seiten, wie Vidocq zu Thérèse einmal sagt: "Loretta sieht mich, wie ich bin, Du siehst mich, wie ich sein möchte." Thérèses jüngere Schwester übrigens ist eines dieser hübschen Beispiele für ein "weises Kind", für die vorurteilsfreie Reinheit, von Anfang an allwissend und doch bereit, Vidocq nur an seien Taten zu erkennen, d.h. an dem, wie er sich schlussendlich entscheiden wird. Eine ebenfalls bemerkenswerte Rolle ist ein dicklicher Tropf mittleren Alters, der Polizeichef Richet (Gene Lockhart), der seit Jahren Vidocq genauso emsig wie vergeblich jagt und deswegen bald Ex-Polizeichef ist. Er hat sich von Loretta angeln lassen, die ihn offensichtlich nicht "ranlässt" und ihn nur des Geldes und der Stellung wegen geheiratet hat. Als Richet beides verliert, bedeutet das die Katastrophe. Richet ist eine Figur, die in vielen Gaunerkomödien nur der Tölpel ist, über den man lacht, wenn er genarrt wird. Erfreulicherweise entsagt Sirk dem billigen Spott, nimmt diesen Menschen ernst und macht ihn in der Schlussphase zur großen tragischen Figur. Alle hängen mit allen zusammen. Für Richet ist, wie Vidocq einmal sagt, der Gesuchte ein "Schatten", den er jagt, so wie er die Schatten-Gestalt Loretta geheiratet hat und darüber verzweifelt, dass er sie genauso wenig "haben" kann wie Vidocq. In einer tragisch-skurrilen Szene kurz vor Schluss kommt es zu einer fatalen Begebenheit. Halb schicksalhaft, halb gewollt erschießt er Loretta. Bezeichnenderweise sehen wir bei dem Schuss wieder einmal nur Lorettas Schatten, und zuvor hatte eine Schatten-Täuschung zu einem Missverständnis und zu der Tat geführt. Auch Richet muss mit seinen dunklen Obsessionen fertig werden. Dass er als Detektiv eine skurrile Verkleidung als Vogelhändler benutzt, lässt den Film aus dem Mythos schöpfen, den auch Hitchcock so oft trefflich bedient hat. Vögel, hier in bestimmten Szenen das auffällig laute Zwitschern bei ansonsten weitgehend ausgesparten Geräuschen, stehen für den katastrophalen Einbruch des Chaos in eine vermeintliche Ordnung. Und Befreiung gibt es kaum. "Ich habe sie geliebt", das gilt immer noch. "Töte, was Du liebst" - das könnte auch ein Hitchcock-Motiv sein (vgl. Jeder tötet, was er liebt. Liebes- und Todesszenen in den Filmen Alfred Hitchcocks). Vidocq, nunmehr Polzeichef, verspricht Richet, den Dieb Vidocq nun endlich zu fangen - wird das Motiv, Richet Seelenrettung zu verschaffen, ihn nun endlich seinen Drachen besiegen lassen?

Der Film ist voller kleiner Gags, Allegorien und Doppelungen. Selbst ein Äffchen heißt nicht umsonst "Satan" und ist mitunter kaum zu bändigen. Ein Mal spricht die Dame, die Vidocq berauben will, ihr Tier an, ist aber gerade Vidocq zugewandt, der so zu "Satan" wird. Interessanterweise gelingt es Vidocq als erstem, das Tier zu zähmen, doch im Schlussbild lacht "Satan" - wir sollen also dem vorgeblich seichten Ende nicht allzu leicht glauben. Von vermutlich nur scheinbar zufällig gewählten Namen wie Rousseau und Emile war schon die Rede. Im Knast sehen wir einmal die Initialen des Regisseurs an die Wand geschmiert - wir sollen ruhig wissen, dass das alles nur ein Film ist und uns auf die Suche nach etwaigen Meta-Bedeutungen machen! Das Sirk'sche Prinzip, dass einen die Vergangenheit immer einholt ("l'on revient toujours" ist das Motto von Tonio (!) Fischer, einem Sirk-Charakter aus einem anderen Film; es könnte für fast jeden Sirk-Film stehen), führt gleich am Anfang zu einem herrlich blöden Gag. Vidocq wird im Knast geboren, weil die Mutter bei jeder Schwangerschaft einen Laib Brot klaut, um Kost und Logis zu haben. Nach einer Überblendung ist auch der erwachsene Vidocq - mal wieder - an dem Ort, den er schon sein Zuhause nennt. Doch er will frei sein, mit dem Körper und dem Willen. Nichtsdestoweniger sind Gittermuster nicht nur bei den Gefängnisgittern allgegenwärtig (beispielsweise ist einmal ein Bankdirektor als einziger scheinbar zufällig hinter einem Türgitter gefilmt, weil er geleimt werden soll). Eine lange Karussellfahrt von Thérèse, ihrer Schwester und Vidocq zeigt, dass das Leben sich im Kreis dreht - parallelmontiert spitzen sich die Ereignisse um Loretta und Richet zu. Loretta ist in dieser späteren Phase des Filmes die Frau, die aus der Vergangenheit wieder auftaucht, Vidocq mit seinem früheren Leben konfrontiert und ihn damit erpresst, um ihn als Gauner zu haben, so wie sie und nicht Thérèse ihn will. Dinge wiederholen sich, spiegeln sich, drehen sich im Kreis. Loretta taucht erneut auf, früher hatte Vidocq sie beklaut, jetzt beklaut sie ihn. Selbst, dass zwei Mal ein schicker Hut zertrampelt wird, ist mehr als ein schneller Gag: Loretta verkloppt das Geld ihres Mannes in schicken Hutsalons, doch als sie Vidocq überraschend trifft, segelt ihr die Hutschachtel herunter, um samt Inhalt von einem Pferd zertrampelt zu werden. Die beiden können einander das ruhige Leben ganz schön ins Wanken bringen! Loretta nimmt Vidocq dann tüchtig aus, nur damit Richet danach den NEUEN Hut, den sie sich von Vidocq (plus exorbitante Altschulden) hat zahlen lassen, ebenfalls vor Wut zertrampelt. Wie die Schachtel zunächst nicht ganz vom Fuß abzuschütteln ist, sieht nicht nur genauso aus wie beim Pferd, sondern die Angelegenheit zeigt, dass Richet eben doch nicht ganz so doof ist, aber tragischerweise die Frau in seinem Herzen/seiner Begierde nie ganz abschütteln kann, deren Schlechtigkeit er insgeheim längst erkannt hat. Auch dürfte bezeichnend sein, dass eine extrem unwahrscheinliche zufällige Wiederbegegnung nicht nur Vidocq mit seiner Vergangenheit konfrontiert, sondern auch Loretta, und dass sie zugleich auslöst, dass der schwelende Konflikt Loretta/Richet offen ausbricht und auf die Katharsis zusteuert. Die Macht des Schicksals lässt bei Sirk alles mit allem allegorisch zusammenhängen.

Klingt das zu verkopft und überinterpretiert? Mag sein, aber keine Sorge: Der Film ist wirklich gute Unterhaltung! Noch ein paar Details zur DVD-Edition: Bis auf wenige Stellen ist die Bildqualität gut. Es gibt die deutsche und die englische Tonspur, letztere mit nicht ausblendbaren deutschen Untertiteln. Der Ton rauscht altersbedingt. Ein hübsches Detail: Der Abspann muss von einer alten deutschen Fernsehausstrahlung stammen - endlich einmal erfahren wie die Namen der Synchronsprecher. Am Schluss eine Kuriosität: Die deutsche Version ist nahezu komplett mit neuer Filmmusik ausgestattet (zum Glück darf Loretta aber im O-Ton das oben erwähnte Lied singen). Und weil man damals wohl überhaupt kein Unrechtsbewusstsein bei solchen unnötigen und ärgerlichen Verfälschungen hatte, nennt uns der Nachspann sogar den Namen des Komponisten: Gerd Luft! Jaaah, das wollte ich Hobby-Mandolinist immer schon mal wissen, was der gemacht hat, nachdem er als junger Mann für Mandolinenorchester komponiert und sie dirigiert hatte. Man wusste bislang nur, dass er zum Rundfunk ging, für die Mandolinenszene löste er sich in Luft auf. Wäre er doch bei der Zupfmusik geblieben!
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