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am 17. Februar 2007
Die großen Ansprüche, die der Prog-Rock Liebhaber mit dem Namen Neal Morse verbinden, müssen ab sofort wohl traurigerweise endgültig ad acta gelegt werden. Selten habe ich ein Werk gehört, welches derart von der ständigen Wiederbelebung der eigenen Frühwerke lebt, wie dieses. Wäre da nicht das Mitwirken von Paul Gilbert, der es auch versteht, Neals seit The light"-Zeiten ständig wiederkehrende Flamenco-Einlage etwas aufzufrischen, so könnte man sich den Kauf der CD sparen, sofern man bereits alle Morse-Werke besitzt.

Schon bei der Veröffentlichung von One" bewegte sich der Komponist nicht mehr vorwärts. Neue Fans, die Spock's Beard nicht kannten, waren hiervon vielleicht noch angetan. Das letzte Album ?" lieferte dann die fast einstündige Variation von 2-3 Ideen, kam jedoch recht geschmeidig daher und verzichtete weitestgehend auf die ach so tränentreibenden Schmalz-Balladen.

Neal Morse scheint unter dem Zwang zu stehen, seit seinem Weg auf Solopfaden, Konzeptwerke zu veröffentlichen. Die Botschaft bleibt nunmehr seit über 3 Alben gleich: Lebt das Leben mit Gott und alles wird gut - zumindest am Ende eines jeden Werkes ist die heile Welt angesagt. Rocky Balboa siegt letzten Endes auch immer. Generell ist die christliche Botschaft ja nichts verwerfliches, doch irgendwann wird selbst die Wiederholung eines noch so spannenden Filmes langweilig.

Textlich herrscht also bekanntermaßen die Eintönigkeit vor. Wie man hier von Intellekt um großartige Lyrik" sprechen kann, bleibt leider im Verborgenen. Technisch einwandfrei dargeboten ist die Musik natürlich, das muß man von den Herren Morse, Portnoy, George und Gilbert erwarten können. Doch was bleibt hängen?

Vielleicht hier erst einmal einige Beispiele der Morse'schen Lyik:

Free me, know me

Only you can make the morning mine

Lonely, humbly

As the sunlight lights the way

This is all I've asked for, this is all I've wanted to do.

Is to live with you forever,and feel the beauty of your truth.

This is all I've asked for, To live a life thats pleasing to you.

To be there everafter. You know my heart, you know its true."

Hauptsache, es reimt sich. Idylle und Stereotypus scheinen essentielle Zutaten zu sein, so auch in seiner vermutlich für den nächsten Jugendkirchentag verfassten Hit Heaven in my heart". Ist das nicht allerliebst?

But there is something burning inside of me

There`s something deep within my heart

Telling me to go on through, I am here with you

To go on through, I am here with you, know matter where you are.

So in my hour of pain and sorrow, please Jesus walk me through the dark

because if I die with Him, I will rise again with Heaven in my heart.

Please God help me to have Heaven in my heart.

My God, he has a plan and I can do no other.

God help me, here I stand. This is the only way.

But there is something burning inside of me

There`s something deep within my heart

Telling me to go on through, I am here with you

To go on through, I am here with you, know matter where you are.

So in my hour of pain and sorrow, please Jesus walk me through the dark.

because if I die with Him, I will rise again, with Heaven in my heart.

Es ist nicht mehr viel geblieben von dem einst genialen Songwriter. Vielleicht sollte er mal eine längere Kreativpause machen. Selbst Cat Stevens hat erkannt, wann seine zeit wieder gekommen war. Letztgenannter geht z.B. bei seinem Comeback weitaus kreativer zu Werke, bleibt seinem Stil zwar auch treu, aber kupfert nicht schamlos ständig von sich selbst ab.

Die ständigen Vergleiche zwischen seiner Ursprungsband und ihm sind müßig. Wer das bessere" Album schreibt, sei dahingestellt. Jeder sollte sich ein eigenes Urteil bilden. Viele Fans fehlt der Neal-Morse-Stil bei den aktuellen Werken von Spock's Beard. Darum wird jedes neue Morse-Werk unkritisch über den Klee gelobt, eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Komponisten findet kaum statt. Warum auch? Ist doch so schön angenehm und leicht verdaulich. Ja warum eigentlich nicht. Veränderung impliziert für den gemeinen Deutschen ja sowie immer Gefahr, also bleibt man besser in den sicheren Gefilden der Musikwelt.

Wer also Innovation und Progressivität in der Musik schätzt, hat hier nichts zu lachen, es sei denn, es ist seine erste Begegnung mit Neal Morse.

Dass es textlich hier doch um eine ach so bedeutungsschwangere Auseinandersetzung mit dem Werdegang Martin Luthers geht, bleibt dem auf halsbrecherisches Drumming, Frickel-Sektionen und Bombast-Arrangements fokussierenden Musikfan verborgen. Das ist auch gut so, denn was hier an Banalitäten und Gottesanbetung vom Stapel gelassen wird, verstecken wir besser in der Schublade Er konnte nichts dafür, er wußte es nicht besser".

Die Unterstützung und auch Anbetung aller Veröffentlichungen eines Neal Morse fällt in Anbetracht des vorliegenden Plagiatismus schwer. Natürlich liegt rein musikalisch diese CD auch wieder über dem Durchschnittsniveau vieler Neuerscheinungen, aber Morse scheitert hier erneut an der eigenen Messlatte, die er einst zu hoch hängte. Er reißt auch im dritten Versuch...traurig, aber wahr.

Nach dieser CD ist die Erwartungshaltung an ihn aber vermutlich wieder niedrig genug, um bald wieder einen Erfolg zu landen - Sola Scriptura" wird nach einigen Hördurchläufen im CD-Rack enden und nicht vermisst werden.

So düster, wie das Artwork der CD ausgefallen ist, so traurig ist es um den Inhalt beschieden. Vielleicht sollte Neal Morse auch mal ordentlich in seiner Komponierstube kehren. Raus mit den ganzen alten, angestaubten Zutaten und blitzeblanke Neuwerke präsentieren. Nein, keiner will ihn rappen hören, aber auch im Progressiv-Rock-Bereich lassen sich noch Inseln fernab der Selbstkopie finden.
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am 1. März 2007
Progressiv-Rock - allgemein ein Genre, welches sich als innovativ und anspruchsvoll etikettiert. Zweifelsfrei gibt es auch hier Traditionen und nicht alles ist neu, kann es auch gar nicht sein. Wie viel Neues macht also eine gute Neuveröffentlichung aus?

Jede bisherige Rezension bestätigt, daß Neal Morse hier sein eigenes Schaffen mehrfach rezitiert - also nicht gerade innovativ zu Werke geht. Ist dies gleichbedeutend mit einem schlechten Werk? Ein klares: Jein!

Hat man bereits alle Outputs von Meister Morse, so fallen einem die Wiederholungen aus seinen Frühwerken ohne weitere Bemühungen auf. Er zitiert sich hier so offensichtlich und unverhohlen selbst, daß es gar nicht möglich ist, daß einem dies nicht ins Auge springt. Wäre Neal Morse ein Umwelt-Projekt, so hätte es eine sehr loberswerte Recycling-Quote von über 90%. Der geneigte Hörer wird zudem nicht mit Ungewohntem konfrontiert und kann jetzt sogar eine weitere CD mit Meistergitarrist sein Eigen nennen. Wem das reicht, der findet hier die ideale epische Berieselung. Neal Morse Neulinge haben es hier noch am besten, denn sie werden mit einem vermeintlich inspirierten und gut produzierten Album konfrontiert, was im christlichen Prog-Rock-Bereich sicherlich nicht zu schlagen ist. Doch dies ist auch exakt die Nische, in der sich Neal Morse konkurrenzlos tummeln kann. Progressiv Rock Alben mit religiösen Inhalten finden sich in diesem Breitbild-Format, welches der Musiker hier inszeniert, nirgendwo.

In Anbetracht des gesamten Genres - also gemessen am Gesamtmarkt des Progressive Rock - verliert sich Sola Scriptura in Mittelmäßigkeit, ja für Spock's Beard/Transatlantic/Neal Morse-Veteranen sogar im Niemansland der Belanglosigkeiten.

Niemand will von Neal Morse Rapgesang, Speed-Metal oder andere Experimente - lediglich der gekünstelten Innovation Willen hören. Doch ist die einstige Kreativität letztendlich nur noch in Nuancen vorhanden. Nun fragt sich der geneigte Hörer natürlich, woran dieser nunmehr seit 4 Alben wiederkehrende Ideenmangel liegen könnte. Die Bekehrung zum Glauben liegt da nahe, aber wer das alles auf die Religion schiebt, mach es sich zu einfach. Zahlreiche Künstler haben auch nach einem persönlichen Wandel zur Religion noch Meisterwerke abgeliefert.

In seinen Kirchenveranstaltungen betont Neal Morse regelmäßig, wie glücklich er mit seinem jetzigen Leben ist. Wie sehr er die neu gewonnene Lebensqualität geniest. Geld und Ruhm sind nicht mehr das Ziel seines Strebens, mehr die Missionierung und die Vermittlung des Glaubens. Man kann es auch anders ausdrücken: Er ist satt vom Musikgeschäft. Seine Aktivitäten sichern ihm und seiner Familie ein geregeltes Einkommen. Der Druck, die Frustrationen seines frühen Musikerlebens sind Vergangenheit - dies spiegelt sich nun auch immer mehr in seiner Musik wieder. Für Herrn Morse persönlich ist dies sicherlich eine angenehme Sache, auch seine Familie hat endlich einen normalen" Daddy an ihrer Seite. Die Anhänger (insbesondere die Musikliebhaber, die ihn nicht erst seit seiner Solokarriere kennen) erhalten jedoch schon lange nicht mehr das Rundum-Sorglos-Paket.

Besonders auffällig, dies wurde schon zuvor erwähnt, sind die sehr offensiven Texte. Erstmals scheint Morse hier die katholische Kirche anzuprangern. Passagen aus dem alten Testament werden wörtlich zitiert, teils auch völligst simplifiziert wiedergegeben. Wer also ein etwas differenzierteres Bild der heiligen Schrift hat, dem bleibt wirklich nur noch die Musik, auf die er sein Augenmerk legen sollte. Und dort herrscht - abgesehen von den wenigen Highlights dieses Albums (wie z.B. Gilberts Gitarrenarbeit) - ein kompositorisches Vakuum.

Was will Neal Morse mit diesem Album erreichen? Wen will er erreichen? Eigentlich hätte dieses Album den Titel ?" (wie das Vorgängeralbum) eher verdient gehabt. Hütet Euch vor der Hure Babylons? Das Böse ist immer und überall?

Sola Scriptura enthält alle Zutaten, die ein Morse-Album ausmacht, nicht mehr und nicht weniger. In gewisser Weise ist es ähnlich wie One" ausgefallen, denn schon dort gab es nur noch kurze Momente der Faszination über etwas Neues, bereits hier war der Großteil des Albums wie ein Deja-Vu aus früheren Zeiten.

Ich habe mich auf Sola Scriptura sehr gefreut, habe es direkt von Radiant Records (Neal Morse Plattenfirma) bestellt. Im Vorfeld gab es viel Lob für diese Scheibe und die etwas härtere Ausrichtung sowie das versprochene textliche Neuland., welches hier beschritten werden sollte, ließen mich hoffen, endlich wieder etwas Neues mit dieser Veröffentlichung zu erhalten. Aber auch hier ist das Drehbuch, die Geschichte (ja, die vierte religiöse Geschichte in Folge) unglaublich vorhersehbar. Immer geht es am Anfang um Konflikte, die dann im Laufe der Erzählung durch den Gang zu Gott gelöst werden. Das Album kam ca. eine Woche vor dem Veröffentlichungstermin bei mir an. Anfänglich war ich von der Vielzahl der schon mal gehörten Stellen erstaunt, aber nicht gestört. Dieses Bild hat sich aber mit jedem Hördurchgang mehr zum negativen gewendet. So leid es mir tut - dies wird die letzte CD-Veröffentlichung gewesen sein, die ich mir blind von Neal Morse gekauft habe. Er macht sich noch nicht einmal die Mühe, von anderen Komponisten zu klauen. Nie zuvor wurde eine Scheibe des einstigen Genrevorreiters so schnell langweilig. Nach nunmehr ca. 15 Hördurchgängen liegt diese CD archiviert in meiner Sammlung, ich fühle keinen Bedarf mehr, sie anzuhören.

Daß die Scheibe wirklich in vielen Belangen das Spiegelbild der bisherigen Rezensionen ist, wollte ich zunächst nicht wahr haben. Lange habe ich überlegt, wo ich dieses Werk in der Bewertungsskala ansiedeln könnte. Selbst Neal's mäßige Outputs haben von mir noch 4 Sterne erhalten, auch wenn sie bereits gespickt waren von Eigenzitaten. Gnade vor Recht insbesondere in der Hoffnung auf Besserung. Neal Morse ist immer noch ein Magier des progressiven Musikstils, ein Monument. Leider sägt er aber zusehends mit jeder weiteren Veröffentlichung an seinem Denkmal. Hätte er nach der Veröffentlichung von Testimony aufgehört, wäre das Bild einer unfehlbaren Legende entstanden. Vielleicht auch ein etwas besonnenerer Umgang mit Veröffentlichungsterminen hätte eventuell das einstige Niveau nicht derart reduzieren können. Man denke nur einmal über die Reduzierung seiner bisherigen Soloalben auf z.B. 2 CDs nach. Das Beste aus Testimony, One und dem Question Mark Album - so ließe sich eine Sola Scriptura auch eher verschmerzen, selbst wenn die Wartezeit von Opus zu Opus nicht mehr im Jahresrhythmus bewegen würde.

Ich habe mir noch einmal die Mühe gemacht, meine Rezensionen der Spock's Beard und Neal Morse Werke der letzten Jahre Revue passieren zu lassen. Besonders auffällig und erschreckend ist für mich in diesem Zusammenhang, daß die Musik in der Bewertung gar nicht mehr im Fokus steht, weil sie zu gleichförmig und austauschbar geworden ist.

Daß Morse sich nach der Trennung von seiner Stammband doch noch entschieden hat, weiterhin Musik zu machen, löste in mir eine gewisse Euphorie aus, die gleichzeitig auch die Bewertungen seines Schaffens aus der Sicht einer rosa Brille bewirkten. Nimmt man diese Brille jetzt ab, bleibt Ernüchterung, aber auch gleichzeitig die Gewissheit, daß die Genialität der Frühwerke unerreicht bleibt. Das ist in der Musikgeschichte aber nichts wirklich ungewöhnliches. Schade, daß es jetzt einen meiner Lieblingskünstler trifft.

Ein Neuling in Neal's Wonderland kann hier sicher noch Begeisterung empfinden. Vielleicht auch jemand, der es mag, nicht ständig neue Sounds an sein Ohr heran zu lassen. Leider leider leider trifft dies alles nicht auf mich zu. Ich wünschte, es wäre anders. Denn hiermit geht gleichzeitig ein Idol meinerseits baden, den ich vor Jahren noch entgegen allen Kritiken verteidigt hätte.

Übrigens: Auch Spock's Beard, die Ursprungsband von Neal Morse, driftet immer mehr zum Mainstream und Hardrock ab, die progressiven Elemente der Vergangenheit sind nur noch in Spuren vorhanden. Hier wird deutlich, wie sehr Spock's Beard in Urzeiten doch nur Neal Morse mit Begleitband war. Diese Begleitband hat aber ihren damaligen Mastermind wohl immer wieder zu neuen Höchstleistungen angespornt. Vielleicht bräuchte Neal Morse auch aktuell ein paar neue Inspirationen, eine Begleitband mit Herz und Seele. Letzteres fehlt beiden Lagern seit dem Split. Das Songwritingniveau beider Sparten kann das Ursprungswerk nicht toppen.

Wer also den guten, originalen, nicht serienproduzierenden Morse hören möchte, der sollte zu den Originalen greifen.

Eine Reunion, wie sie von vielen Fans herbeigesehnt wird, kann es momentan nicht geben. Zu unterschiedlich sind die Richtungen, in die sich beide Gruppen entwickelt haben.

Was Neal Morse wohl fehlt, ist ein echtes Bandgefüge. Er arbeitet zwar auf allen seiner Solowerke mit Mike Portnoy von Dream Theater und Randy George (Ajalon) zusammen, aber mir scheint, wenn die ins Studio kommen, steht bereits das Grundgerüst für die Neal Morse Scheibe zu 95%. Wechselnde Gastmusiker (Gilbert, Keaggy, Rudess) liefern einige I-Tüpfelchen ab, färben das Ganze noch etwas ein, aber mehr ist nicht drin. Nur noch Veröffentlichungen für Komplettisten, die eben alles von ihren Lieblingen haben müssen.

Diese Zeit ist für mich - zumindest hinsichtlich eines Neal Morse - vorbei. Wer aber immer noch nicht satt ist und weitere Archivierungsposten benötigt, der kann blindlings zugreifen. Von mir nach langem Ringen in dem doch die Ehrlichkeit gesiegt hat: Ein Punkt!
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am 15. März 2007
Das ist, was man eigentlich von einem Musiker vom Formate eine Neal Morse erwartet. Doch leider sind die Lichtblicke auf dem neuen Album so rar gesäht wie auf dem CD-Cover. Nicht nur klingen die Stücke weitestgehend finsterer und auch stellenweise härter als auf den Vorgängeralben, sondern sie scheinen einfach zurm größten Teil bereits im Neal Morse Backkatalog auffindbar zu sein. Besonders erschreckend ist, wenn der Komponist wirklich nur den Text austauscht und meint, etwas neues geschaffen zu haben (siehe "Long nights journey" und "Long time suffering" vom Snow album). Plagiat-Momente gibt es zahlreiche und mit jeder Stelle, die einem bekannt vorkommt, steigt der Ärger über das ausgegebene Geld. Dass Gilbert und Portnoy diesem Produkt noch als Werbeträger zur Verfügung stehen, verwundert doch zutiefst.

Gilbert und Portnoy sind wahrscheinlich aber auch dafür verantwortlich, dass man Neal Morse jetzt nicht den totalen Ausverkauf vorwerfen kann, denn was drum- und gitarrentechnisch auf dem Album passiert, kann sich immer noch sehen lassen.

Künftig wird es mir egal sein, ob auf Neal's neuer Scheibe Paul Gilbert, Jordan Rudess, Michael Jackson oder gar der Papst einen Gastauftritt feiern - mein sauer verdientes Geld werde ich in kompositorisch wertvollere Werke stecken.

Mit Blackfield, Pain of Salvation, Porcupine Tree, Dream Theater, Marillion und vielen erstklassigen weiteren Bands werde ich die Morse-Veröffentlichungen künftig ohne Schmerzen ausfallen lassen.

Die Schmalzballade "Heaven in my heart" mag auf dem amerikanischen Markt noch Hitpotential haben, ist die politische Korrektheit dieses Stückes doch wunderbar bekömmlich für evangelikale Kreise Morse' Heimatlandes.

Daneben gibt es eben drei künstlich aufgeblähte Longtracks. Hier trennt sich eben die Spreu vom Weizen zwische Neal-Morse-Solo und Transatlantic. Bei letzterem Projekt gab es vier gleichberechtigte Mitglieder, die epischen Stücke machten Sinn. Hier wird lediglich marktgruppenorientiert musiziert.

Musik ist sicher subjektiv empfindbar, es gibt jedoch viele objektive Kriterien (die auch fast gänzlich schon von einigen früheren Rezensionen artikuliert wurden.), die diese CD zum wohl schwächsten Morseschen Schaffenswerk machen.
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am 8. März 2007
Fällt der Name Neal Morse, dann wird oft gleich Religion und Gottvertrauen zur Diskussionsgrundlage. Ich glaube jedoch, dass man den textlichen Output von Herrn Morse -ungeachtet des Entstehungsdatums- getrost unbeachtet lassen kann. Aufgrund der amerikanisch-naiven Aussagelosigkeit seiner Texte wüßte ich nicht, warum mein Augenmerk an den Texten haften sollte. Wie bei so vielen Reimen seiner Vorgängerwerke trägt sein Luther hier eben den Himmel im Herzen, nagelt natürlich Thesen an die Kirche und weiß logischerweise auch die ultimative Wahrheit. Es gibt jedoch einen Unterschied: Früher gaben seine Zeilen durchaus noch Anlass zum Lachen, als Herr Velasco seine Milch noch mit Tabasco trank oder er heute bereits Senf hatte und diesen jetzt nicht mehr mag. Heute jedoch ist es nur noch lächerlich.

Was bleibt, ist die Musik. Und die hat mich in einen Schockzustand versetzt. Was ist das? Die großen tragenden Melodien sind weg, stattdessen wird überwiegend rumgedonnert und in einem Maße von Vorwerken kopiert, dass es wirklich keine Freude mehr ist. Für wen "progressiv" nur bedeutet, technisch auf hohem Niveau zu musizieren, der findet in diesem halbgaren Recycling vielleicht noch Brauchbares. Wer aber was Neues hören möchte, sollte sich lieber Blackfield, Porcupine Tree, Pain of Salvation oder andere Bands der Progressiv-Rock-Abteilung anhören, da wird weitaus innovativeres geboten, was aber im Vergleich zu "Sola Langweila" auch nicht schwer fällt.

Ein Stern gibt es noch für die wirklich gelungenen Farbtupfer von Paul Gilbert, die sind jedoch auch nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Wirklich schade, aber mit gutem Gewissen kann man diese CD wirklich niemandem empfehlen, es sei denn, man benötigt was für Menschen, die man nicht leiden kann.

Ich befürchte, die unverbesserlichen Morse-Jünger werden diese Scheibe lieben und kritiklos in den Himmel heben, also dahin, wo der Musiker seine Käufer auch am liebsten angesiedelt haben möchte . Einige haben sich ja hier auch schon zu Wort gemeldet. Vermutlich ist jenen -genau so wie dem ehemaligen Meister der epischen Musikstücke- der Sinn für die Realität gänzlich verloren gegangen. Selbst für Eigenzitate bekannte Szenegrößen wie Status Quo, Herbert Grönemeyer oder gar AC/DC schlagen das neue (???) Morse Werk um Längen. Wer hätte das je für möglich gehalten?
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am 9. Februar 2007
Was ist bloß aus diesem einst einzigartigen Komponisten geworden? Mit diesem Satz ist eigentlich eine Zusammenfassung der CD bereits erfolgt. Doch einige Details möchte ich schon noch nachliefern.

Wer den redundanten Stil seiner Solowerke schätzt, kann auch hier wieder blind zugreifen, denn nichts wirklich Neues prasselt hier auf die Hörgänge hernieder. Textlich finde ich - im Gegensatz zur ersten Kritik - keine aufregenden oder gar kontroversen Momente. Hierfür müßte man den oberflächlichen Versuch, religionsgeschichtliche Vorgänge zu Zeiten Martin Luthers in eine CD zu gießen, erst einmal ernst nehmen. Ob die saftigen Metaphern, die hier vermutlich die katholische Kirche als solches attackieren sollen, wirklich vom Autor so gemeint waren, bezweifle ich doch stark. Wenigstens bezieht Morse jetzt Stellung, wohingegen er es bei seinen anderen Solowerken vorzog, sich in christlichen Allgemeinplätzen zu verlieren.

Die überwiegende Zahl der Anhänger, insbesondere die Fans aus Spock's Beard Zeiten, wird vermutlich ohnehin keinen Augenmerk auf die Texte legen, denn die waren auch bei Spock's Beard nicht unbedingt im zentralen Auge des Betrachters - die Musik zählte. Und was Neal Morse hier bietet, ist - gelinde gesagt - enttäuschend. Wie inzwischen von zahlreichen Reviews propagiert, sind die Texte doch nebensächlich, auf die Musik käme es angeblich an. Mit anderen Worten: Egal was für ein Unsinn in den Lyrics verfasst wird - wenn es frickelig genug ist, wird alles entschuldigt. Und das, obwohl sich die Prog-Rock-Gemeinde als "anspruchsvoll" erachtet? Morse könnte zweifelhafteste Botschaften in seinen Texten verstecken, dem echten Fan scheint es egal zu sein, so lange die Stücke die 20-Minuten Marke erreichen. Ob sich eine derartige Auseinandersetzung mit der Musik als solches überhaupt als "Kritik" bezeichnen lässt, bleibt zu bezweifeln. Vielleicht passt man sich aber auch nur der Oberflächlichkeit des Musikschaffenden an.

Schon beim ersten Durchlauf der Scheibe springt einem der typische Stil des Komponisten mit Penetranz ins Auge. Man kommt gar nicht umhin, endlose Eigenzitate über sich ergehen zu lassen. Im ersten Song tauchen natürlich alle Themen auf, die man im Verlauf des Tonträgers noch in verschiedenen Varianten erneut antrifft. Die obligatorische Ballade säuselt allerliebst dahin, bleibt aber im Gegensatz zu Songs wie "June" oder "Bridge across forever" flach und gewöhnlich. Warum man auf Teufel komm raus in eine derartige Story über die Anmaßungen der Kirche lateinamerikanische Klänge mit einbinden muß, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Oder ist dies der Einsatz eines ironischen Stilmittels? Leben und Leiden im lutherschen Zeitalter mit der Leichtigkeit einer lateinamerikanischen Musikpassage illustrieren - ja wie denn auch sonst?

Vielleicht braucht Neal Morse auch am Schlagzeug mal eine Neubesetzung. Mike Portnoy ist ein exzellenter Schlagwerker, sein Können blitzt regelmäßig auf, allerdings nur in spieltechnischer Hinsicht, denn in Punkto Kreativität liefert er im Kontrast zu seinen neben Dream Theater betriebenen Projekten (OSI; LTE etc.) nur Standardqualität ab.

Der für mich einzige Lichtblick ist die hervorragende Gitarrenarbeit von Paul Gilbert. Hier ist Morse ein Glücksgriff gelungen. Der Gitarrist spielt sich zwar nicht permanent in den Vordergrund, doch ist die Integration in das Gesamtwerk vielleicht gerade der besondere Verdienst dieses Weltklasse-Guitareros. Wenn hier kreative Momente auftauchen, dann hört man meistens Gilbert. Ihm verdankt diese CD auch den einzigen Bewertungsstern.

Ich möchte hier klar stellen, dass es mir absolut nicht darum geht, Herrn Morse für seinen Werdegang abzustrafen. Jeder Musiker kann als Künstler grundsätzlich machen, was er will. Leider hat in diesem Fall aber die gewonnene Religiosität der Kreativität geschadet oder sie zumindest stark eingeengt. Kompositorisch bewegt sich der gute Neal irgendwie nicht mehr vom Fleck.

Wäre es eine AC/DC - Scheibe oder der neueste Output von Status Quo, dann wäre es vermessen, etwas Modifiziertes oder gar Revolutionäres zu erwarten. Neal Morse ist (war?) aber mal der Vorzeige-Kreativkopf des gesamten Prog-Rock Genres. Gerade im Hinblick auf den Begriff "progressiv" herrscht aber totale Stagnation.

Mit viel gutem Willen kann man zwar attestieren, dass im Gegensatz zum letzten Album (welches im Grunde genommen aus einer einzigen, über die Länge von 50 Minuten variierten Grundidee bestand) ein Grundgerüst aus mehreren Ideen gefunden wurde. Diese Einfälle sind aber allesamt schon einmal dagewesen - und alles wurde schon einmal besser instrumentiert und interpretiert. Auch bei Neal Morse macht es mehr Spaß das Original zu hören statt die Kopie.

Man nehme nur einmal explizit die Chorpassagen heraus. Stets war Neal bekannt dafür, Gentle Giant artige Gesänge zu arrangieren, die an Komplexität und Melodiegefühl nur so sprühten. Sei es in Testimony ("Princes, principalities....-Passage"), auf "One" (Author of Confusion) oder auch auf alten Spock's Beard - Werken ("Thoughts" Part I + II u.v.m.). Auf "Sola Scriptura" klingt alles, als hätte er im Studio seine Stimme bloß vervielfacht. Zudem sind diese sonst thementragenden Gesangspassagen einfach zum normalen Backroundgesang verkommen, haben keinen prägenden Einfluß mehr.

Den Spruch "Schuster, bleib bei Deinen Leisten" zeigt eigentlich einen gutgemeinten Rat dar. Neal Morse hingegen hat diese "Masche" langsam überstrapaziert. Die musikalischen Ingredenzien seiner Werke bleiben gleich, daran ändern die lyrischen Bezüge leider recht wenig. Die einmal gefundene Erfolgsformel wird immer wieder neu verpackt - wer's mag?

Für alle anderen gilt: Quo vadis, Neal Morse? Geht er überhaupt noch irgendwo hin oder hat ihn sein Glaube zum endgültigen Stillstand verdammt?
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am 2. März 2007
... daß Herr Morse einen unstillbaren Drang danach hat, sich auf ziemlich penetrante Art und Weise selbst zu kopieren, ist bekannt. Bisher konnte dieses Manko aber immer von einer überdurchschnittlichen Menge an großen Melodien wettgemacht werden. Leider scheint mittlerweile auch dieses Qualitätsmerkmal erloschen - 80% Prozent der Platte werden von relativ austauschbaren Frickelparts dominiert. Ob in diesem Zusammenhang die Verpflichtung von Ober-Shredder Paul Gilbert eine weise Entscheidung war, ist zu bezweifeln. Musikalisch bewegt man sich - nicht nur dadurch - deutlich in Richtung Metal, was den ohnehin schon reichlich antiquierten Neal-Sound noch ein gutes Stück altmodischer klingen lässt.

Da auch das letzte Spock's Beard-Album sehr zu wünschen übrig ließ, bleibt die Frage offen, ob eine Reunion nicht doch eine gute Entscheidung wäre. Leider scheint Neal schon so weit in seinem zu ausuferndem Hollywood-Kitsch neigenden Glauben verwurzelt, daß eine Rückkehr zu den "Normalsterblichen" wohl nicht mehr in Frage kommt .... denn selbst seine Ex-Band sollte mehr Stilbewußtsein haben, als die Vertonung von Martin Luther's Werdegang mit Flamenco-Parts (!!!) zu garnieren.
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am 12. März 2007
Ein nettes Cover, sehr düster gehalten. Meister Morse meint dazu den Soundtrack liefern zu müssen. Um das Leben Martin Luthers soll es gehen, soso! Aus Marketing-Gesichtspunkten schart man schnell noch einige Szene-Größen wie Paul Gilbert und Mike Portnoy um sich und liefert nunmehr zum vierten Mal die selbe Platte ab. Das Schlimme ist: nicht nur textlich! Da erfahren wir lediglich einmal mehr, dass alles gut wird, wenn man Gott vertraut. Also kommt alle her, Ihr verlorenen Seelen, die Heilung naht. ;-)

Was musikalisch abgeht, macht einen wirklich krank, da hilft die Seelenheilung wenig. Da gibt es Versatzstücke aus seinen früheren Werken en masse. Auch wenn es schon einige Rezensenten zuvor äußerten, bestehe ich jetzt aber auch - und zwar nur einmal - auf mein Anrecht auf Wiederholungen: Ohne Paul Gilbert wäre diese CD völligst wertlos für alle, die schon ein Album mit Neal Morse ihr Eigen nennen. Alles klingt nach Transatlantic meets Neal Morse meets Spock's Beard. Dabei wird aber noch nicht mal geschickt kopiert, sondern unverholen abgekupfert bis zum Erbrechen. Merkt er das denn wirklich nicht?

Sehr enttäuscht und kopfschüttelnd. Vielleicht kann ich die CD ja in einem großen Onlineauktionshaus an einen Neal Morse-Neuling verkaufen.
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am 8. Januar 2008
Bisher war ich Herrn Morse eigentlich stets recht unkritisch, auch nachdem er auf Solopfaden nur noch meinte, sich textlich ausschließlich religiösen Themen hinzugeben. Musikalisch gab es bis zuletzt immer wieder interessante Alben, wenn auch die Selbstzitate seit seinem Ausstieg bei Spock's Beard bereits einen recht großen Anteil seiner Werke ausgemacht haben.

Das vorliegende Album nun schießt aber die Friedenstaube, die ich stets für Morse habe fliegen lassen, brutal ab. Da helfen große Namen wie Portnoy und Gilbert keinen Schritt weiter, denn was die Gastmusiker hier abliefern bewegt sich im Rahmen von "ganz nett" bis "ja, hatten wir auch schon mal". Damit noch nicht genug (über die Texte moniere ich mich seit seinem Ausstieg bei SB sowieso nicht mehr) bekommt man musikalisch ein buntes Potpourri seiner bisherigen Solowerke. Ist es eine "Best of"-Scheibe? Das sicher nicht, nennen wir sie daher besser "Worst of NM".

Warum? Ganz einfach: Weil die permanenten Plagiate seiner selbst - sei es die Art der Komposition, der Umgang mit den Themen und deren Modulation oder auch schlicht die Ausdehnung von Phrasen, die keinerlei Überraschungsmoment mehr bieten (und dafür war ein Neal Morse meines Erachtens immer gut)- auf einen nunmehr klar erkennbaren kreativen Tiefpunkt hinweisen. Wäre interessant zu wissen, inwieweit die Gastmusiker im Gesamtkonzept der Scheibe eingebunden waren. Gerade Gilbert sollte sich demnächst genauer ansehen, vor welchen Karren sein Pferd gespannt wird. Trotzalledem bleiben dessen Soli noch die Highlights der ganzen CD.

Dass seine Soli auch gar nicht so einfach zu kopieren sind zeigen die aktuellen Ausschnitte einer kommenden Live DVD auf Neal Morse' Webseite - da müht sich der Tourgitarrist doch ganz schön ab, um halbwegs auf Gilberts Pfaden wandern zu können.

Ja, ihr habt richtig gehört, Neal Morse möchte uns allen Ernstes noch von diesem Machwerk eine Live-DVD kredenzen.

Wer bis jetzt dabei geblieben ist, den wird das vermutlich auch nicht abschrecken. Ich für meinen Teil schließe jetzt das Buch Mo(r)se vorerst -die Bibel zu lesen ist - wenn diese auch alt sein mag - um ein Vielfaches spannender als ein vermeintlich neues Morse-Opus.
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