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Das kleine Victory 10x25 ist made in Ungarn und setzt qualitativ und preislich maßstäbe in der Pocket-Klasse.
Es wiegt exakt 252 gr mit Riemen auf der Digitalwaage, das entspricht einen Kg-Preis von rd. 2.300 EUR (mein Händler lacht gerne darüber, keiner ist auf die Idee gekommen), und für den Preis dieses Fernglases bekommt man auch woanders 2 Eschenbach Farlux, 4 Steiner, 6 Nikon oder 20 preiswerte Outdoor-Ferngläser aus China. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen hinsichtlich Design, Verarbeitung, Mechanische und optische Eigenschaften, Bedienungsfreundlichkeit, Robustheit und Haltbarkeit.
Ob das Zeiss Victory 10x25 T diesen Erwartungen gerecht wird, versuche ich in dieser Rezension zu beantworten.

MARKTSTELLUNG
Pocket-Ferngläser gibt es hauptsächlich in 2 Ausfertigungen: 8x20 und 10x25. Ich bevorzüge die 10x25 weil sie zwar etwas weniger Sehfeld bieten, aber die 10x-Vergrösserung meistens noch sehr gut handelbar ist und einen höheren Detailreichtum bringt. Ob die Austrittpupille 2,5 oder 3,1 mm beträgt ist nicht so wichtig, diese Ferngläser sind eigentlich nur fürs Tageslicht konzipiert und wer in einer dunklen Stunde etwas beobachten will, greift ohnehin zu einem 8x56 oder 9x63 mit 7mm Austrittpupille. Also wenn man sich nicht beides leisten kann, dann lieber das 10x25.
So richtig in der Brusttasche passt ein 10x25 allerdings nicht unbedingt, das kann schon knapp werden.

Betrachtet man genau den Marktsegment der Pocket-Premium-Ferngläser und filtert man diejenigen heraus, die nicht Wasserfest, nicht farbtreu, am Rand unscharf sind oder Farbsäume produzieren (und das sind sehr, sehr viele), bleibt nur eine Handvoll übrig. Mir fallen auf Anhieb ein:
Nikon HG, Eschenbach Farlux Silver Edition, Leica Ultravid, Swarovski und eben das Zeiss (wenn schon, dann Victory und nicht Conquest). Das Zeiss ist mit Abstand das Bekannteste.

LIEFERUMFANG
Äusserst überschaubar: Eine Aufbewahrungstasche aus Leder (die wie Kunstleder aussieht) und einen sehr schmallen Cordura-Trageriemen. Keine Abdeckkappen oder Tragetasche. Das Victory compact soll wohl nach Ansicht von Zeiss nackt und ungeschützt bei jedem Wetter getragen werden, also ein echtes FKK-Fernglas. Ach ja, ein Mikrofaser-Putztuch ist immerhin, neben dem Papierkram, auch dabei.

DESIGN und VERARBEITUNG
Das Design ist asymetrisch und daher aussergewöhnlich. Die Funktionalität (Augenabstand-Einstellung) wird dadurch nicht beeinträchtigt. Die Fokusierung befindet sich am vorderen Ende der Axe, die Dioptrie-Einstellung (bis +/- 3) am anderen Ende, Richtung Eintrittlinsen. Die Augenmuscheln sind ausziehbar. Die Gummiarmierung erstreckt sich nur auf die Oberseite und einen Teil der Unterseite der Mittelbrücke, ist glatt aber griffig, fühlt sich seidig an, Rippen, Daumenmulden etc. gibt es nicht (braucht man bei dem Gewicht nicht). Das Fernglas hat eine Gasfüllung und ist Wasserdicht nach DIN ISO 9022-8.
Zusammenfassend, eine pfiffige Konstruktion mit sehr guten funktionalität und durch eine Tadellose Verarbeitung wertig umgesetzt.
Die Verarbeitung der Tragetasche wird dem Preis nicht gerecht: Grob genarbtes angebliches Leder, kleine Verarbeitungsmängel (Falten bei 3 der 4 runden Nahten), schief angebrachtes Logo. Ansonst ist die Qualität sehr gut und die Tasche mit verdecktem Magnetverschluß und der Tageriemen sehr praktisch.

MECHANIK
Die 4 Bestandteilen der Mechanik (Augenabstand über asymetrische Mittelbrücke, Fokusierwalze, Dioprie-Verstellung, Augenmuscheln ausziehbar) funktionieren vorbildlich, weich, gleichmäßig, geräuschlos und präzis ohne Spiel oder Rückfedern. Groß ist die Fokusierwalze nicht, aber gut erreichbar, griffig und leichtgängig. Der Betriebsbereich der beträgt 1,2 Umdrehung = 430 Grad und deckt den Entfernungsbereich ca. 4m bis unendlich, im Nahbereich mit leichten Doppelblick-Effekt, der rasch verschwindet. Im Endbereich ist die exponentielle Übersetzung sehr direkt aber absolut präzise und sehr angenehm.
Ausgefahren können die Augenmuscheln durch eine 15-Grad-Rotation arretiert werden. Auch sie laufen absolut sauber ohne Spiel, auch in der Endstellung.
Die Spaltmaßen sind extrem gering.
Die Mechanik des Fernglases verdient 5 Sternen.

OPTIK
Das Sehfeld beträgt 95m / 1000m (das sind 23m weniger als das 8x20 = 118 m/ 1000m). Man muß also schon das Zielobjekt etwas genauer anvisieren, aber es läßt keineswegs den Eindruck eines Tunnelblick-Effekt aufkommen, auch weil das komplette Sehfeld scharf und hell ist, was natürlich den hohen Preis mitverursacht.
Die Optik verfügt über die violettfarbige T-Vergütung, sie absorbiert ausserordentlich viel Licht, reflektiert so gut wie nichts, nur sehr helle Fenster sind im Innenraum sehr abgeschwächt auf die Eintrittlinsen sichtbar. Das bedeutet, das fast das gesamte Licht nicht reflektiert sondern ans Okular weitergeleitet wird.
Die Farben erscheinen mir sehr neutral. Farbsäume gibt es so gut wie keine, man muss schon sehr angestrengt danach unter sehr ungünstigen Bedingungen suchen um welche zu erahnen. Das ist Top.
Ebenfalls Top die Schärfe, die, wie schon gesagt, sich so gut wie bis zum äussersten Rand erstreckt. Die Beschriftung des gelben Dorf-Briefkastens in 75m-Entfernung (Zeiss-Lasermessung) ist scharf abgebildet, Wörter wie auch Linien. Das gilt auch für Sechkant-Schrauben einer TV-Antenne in ebenfalls 75m-Entfernung, Tannennadeln in 60 m-Entfernung und Details am Waldrand in 800m-Entfernung.
Die Schärfe (und Helligkeit) läßt am Rande so gut wie nicht nach. Auch der guter Kontrast trägt zur überragenden Abbildung.
Fokusiert auf 75m reicht die Schärfentiefe von ca. 60-150m.
Das ergibt eine kristallklare, sehr plastische und angenehme Abbildung der Spitzenklasse. Dafür kann es nur die Bestnote geben.
Allerdings sind geometrische Verzeichnungen als Kisseneffekt für die Klasse überdurchschnittlich, d.h. dass Dachkanten an den äusseren Enden nach oben gebogen werden (im oberen Drittel des Sehfeldes) und Masten bereits ab 30 % vom Zentrum ebenfalls unübersehbar nach aussen gebogen werden.
Die Dioptrie-Verstellung reicht lediglich bis +/-3,0. Das ist unterdurchschnittlich, normal sind +/- 3,5, bei manches Fernglas +/-4,0. Konkret heißt das, dass Beobachter mit sehr unterschiedlichen Sehstärken nicht ohne Brille beobachten können oder die Schärfe aus nur einem der beiden Okulare nutzen können.
Das sind auch die einzigen Mankos und eigentlich zuwenig um einen vollen Sternenabzug in dieser Klasse der Kompaktferngläser zu rechtfertigen.

BENUTZERFREUNDLICHKEIT
Hierfür sind keine lange Ausführungen notwendig: Wie o.e. läuft die Mechanik perfekt, die Optik reagiert exakt und sauber. In Verbindung mit der grossen Schärfentiefe ergibt sich daraus eine sehr komfortable, ermüdungsfreie Beobachtung. Schwerpunkt, Balance und Griffigkeit sind bei so ein kleines Gerät kein Thema.
Man muß auch nicht lange nach der optimalen Schärfe wie bei einer preiswerteren Optik hin- und her- suchen, in der Hoffnung noch etwas herauskitzeln zu können (und doch nicht zu finden). Diese optimale Schärfe kommt praktisch sofort, mit einer Qualität, die das Sehvermögen voll ausnutzt, so dass man gleich weiß "es geht nicht besser".
Störschatten sind kein Thema, ich muß gar nicht die optimale Plazierung der Pupille gegenüber der optischen Axe suchen, auch sie ergibt sich bei ausgefahrenen Augenmuscheln von alleine, da wo sie hingehört, im Gegensatz zu den meisten Ferngläser, wo ich oft minutenlang Stellungen ausprobieren muß. Das alles führt dazu, dass man sich mit dem Zielobjekt beschäftigen kann und nicht mit dem Fernglas. Aber Bitte: Das ist auch eine Frage der Morphologie und muß nicht für jeden gelten.
Bleibt noch zu erwähnen, das die 10x-Vergrösserung für mich ebenfalls kein Thema ist. Etwas "Hopsen" tut die Abbildung bei jedem Herzschlag schon, aber kein Vergleich mit einem 42mm.

ROBUSTHEIT / HALTBARKEIT
Wenn ich richtig informiert bin, ist die Wasserdichtigkeit recht begrenzt, 1 Meter Tiefe für ein Paar Minuten oder so. Das ist für ein Fernglas ohne Einzelfokusierung OK und deutlich besser als mancher selbst ernanntes "Outdoor-Fernglas" (auch von namhaften Hersteller), dass minutenschnell von Innen beschlägt wenn es auf dem Segelboot bei schlechtem Wetter mitgenommen wird.
Mit dem unverwüstlichen Steiner Navigator 7x30 oder Bundeswehr-Fero kann das kleine Zeiss sich in Sache Robustheit natürlich nicht messen, der Gummibezug ist recht dünn, für den Grip und nicht als Knautschzone gedacht. Da aber das Fernglas federleicht ist, entwickeln kleine Stöße kaum zerstörerische Energie.

Aufgrund des weltweiten sehr guten Rufs von Zeiss sind besonders die Ferngläser der Victory-Spitzenbaureihe sehr begehrt und werthaltig.
Das liegt aber auch daran, dass Zeiss-Optik-Besitzer i.d.R. recht penibel mit der teueren Optik umgehen.
Da ich schon 2 gebrauchte sehr alte Zeiss-Pocket-Ferngläser besaß, kann ich attestieren, dass bei guter Pflege, sie auch nach 3-4 Jahrzehnten wie am ersten Tag funktionnieren.

Obwohl ich insgesamt 7 verschiedenen Zeiss-Victory und 2 Zeiss-Victory-Diascope besitze, hatte ich noch keine Gelegenheit den Kundendienst in Anspruch zu nehmen. Andere Besitzer beklagen sich aber über die überdurchschnittlich Höhen Wartungskosten. Zeiss saftige Kostenvoranschläge haben mit Zwiebeln gemeinsame Eigenschaften, sie treiben die Tätigkeit der Trännendrüsen an.

PREIS- LEISTUNGSVERHÄLTNIS
Mir sind ein paar Ferngläser bekannt, die ebensogut wie das Victory Compact aber deutlich günstiger sind. Möchte man sich aber ein umfangreiches Studium und die Analyse von unzähligen Unterlagen und Diskussionen in verschiedenen Sprachen ersparen, dann liegt man bei dieser Baureihe immer richtig, und das nicht seit gestern. Von 20 bis 56mm-Eintrittlinsen, die Victory stehen immer auf dem Podest. Das ist das Ergebnis einer sehr langen Tradition von Beginn der Optikindustrie an, mit viel Know-how, Innovation und hoher Qualität, aber auch einer sehr starken Präsenz auf dem Markt. Dafür bezahlt man natürlich auch.
Wer finanzielle Gründe im Vordergrund stellt, sollte sich auch das Eschenbach Farlux Silver Edition oder das Nikon HG anschauen und testen. Damit kann man auch sehr glücklich werden.

FAZIT
Bei einem Pocket-Fernglas steht die Mobilität im Vordergrund, Bei anderen Eigenschaften wie Helligkeit, Sehfeld, Randschärfe und Performance müssen Kompromisse geschlossen werden.
Beim Victory Compact sind die Einschränkungen recht minimal, in den meisten Situationen wird man ein qualitativ hochwertiges Kompakt- oder Fullsize-FG nicht vermissen, Dämmerungsstunden natürlich ausgeschlossen, aber selbst dann ist das Gerät noch hilfreich. Die Robustheit unterstützt / erweitert diese Mobilität und die Flexibilität.

Ob einen schnellen Blick auf die Milchstrasse, die längere Beobachtung einer Konzertbühne, eine Sport-Veranstaltung, eine Kreuzfahrt oder eine Bergwanderung, dieser kleiner Begleiter ist blitzschnell einsatzbereit, völlig unkompliziert und liefert zuverlässig beeindruckende Ergebnisse, also das was man von einem mobilen Fernglas erwartet.
Natürlich ist es auch sehr vorteilhaft wenn man keine Zeit verliert um abdeckkappen abzunehmen und zu sichern. Da kann kein grösseres Fernglas mithalten.

Also ein sehr attraktives Gerät, für Kenner, das sich sehr deutlich von den preiswerten Massen-Ferngläser um die einhundert Euro durch die Optische Qualität unterscheidet und auf die sehr anspruchvolle Kundschaft zielt. Normale Anwender werden die herausraggenden Merkmale weniger Bedeutung beimessen und sich zurecht fragen ob die Ausgabe nötig ist.
Für dieses Fernglas geht, trotz des stolzen Preises, keinen Weg an einer Empfehlung vorbei.
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