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am 14. Januar 2010
eine sehr eigenartige veröffentlichung, die aus mehreren teilen besteht, welche von ganz unterschiedlichem wert sind.

1: das album. zum 40. jahrestag digital aufpoliert. eine großartige sache. sie klangen damals, auf der ersten tour mit mick taylor, ganz merkwürdig, anders als auf platte und anders als auf späteren tourneen. bluesig, sehr scharf, ein bisschen verschattet, aber hinreißend und gefärlich - 5 sterne.

2: die zusatz-cd. vier der damals nicht verwendeten tracks. prodigal son und you gotta move bringen mick und keith als duo (heute würde man das einen unplugged-block nennen). prodigal son leidet unter einer krass verstimmten gitarre, keiths nachstimm-versuche (sieht man gut auf der dvd) machen die sache zunächst noch schlimmer, außerdem sind sie sich über das ende nicht einig. you gotta move ist kraftos und eiert herum - keith ist, deutlich hörbar, als slide-gitarrist wesentlich weniger gut als es brian früher war und als es ronnie später wurde. under my thumb/i'm free hat stil und kraft (das kernmotiv von under my thumb wird hier von bill am bass gespielt) und würde. satisfaction zum abschluss hat viel schmiss, laboriert aber wie nahezu jede live-version dieses liedes daran, dass keith aus dem riff mehr herausholen will, anstatt es genauso primitiv zu spielen, wie er es einmal erfunden hat - und dadurch nimmt er ihm die kraft.

fazit: nicht uninteressant, aber wieso als zusatz-cd und nicht eingefügt in den konzertablauf? 3 sterne.

3: die zusatz-cd mit dem vorprogramm. wirklich nichts gegen ike & tina turner und bb king, aber der sound ist eine zumutung. ein mattes bootleg, abgesehen davon, dass ike turner sehr seltsam spielt, vermutlich hatte er sich gerade die nase gepudert. 2 sterne.

4: die zusatz-dvd. diese, knapp eine halbe stunde lang, zeigt die stones beim spielen der erwähnten 4 zusatz-tracks - und schneidet dokumentarisches dazu. jimi hendrix backstage zb, oder mick und charlie beim versuch, kurz vor einem wolkenbruch das coverfoto zu inszenieren (charlie saß da noch mit ritterhelm auf dem esel!). die aufnahmen sind outtakes aus dem "gimme shelter"-film und wirken irgendwie nur kurios, sie ergeben kein sinnvolles gesamtbild. 2 sterne.

5: das booklet. sehr ausführlich, fast zu lange storys, schöne bilder. das alles ist sehr geschmackvoll in eine box verpackt, ideal für den coffee-table. 4 sterne.

ergibt, wenn ich es richtig abschätze, drei gesamtsterne.

schade: WIRKLICH spannend wäre gewesen, ein gesamtes konzert dieser ära zu rekonstruieren, mit allen damals geschnittenen nummern, in der richtigen ablaufreihenfolge.
1111 Kommentare| 63 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Mai 2001
Für Kritiker (meist selbsternannte) gibt es nur 2-3 bedeutende Live-Alben in der Rockgeschichte. Die da wären: Nr.1 "Live at Leeds" von The Who Nr.2 das Live Album von Cheap Trick Nr.3 Supertramp in Paris Die Stones tauchen im Zusammenhang mit Live-Alben ziemlich selten auf, und man könnte meinen zu recht denn Platten wie z.B. "Love you Live" oder "Still Life" von der 82er USA Tour geben in keinster Weise die Energie und die Musikalität der Stones auf einer Bühne wieder. Die LP der legendären und skandalumwitterten (Altamont !) 1969er USA Tour ist jedoch die einzige Ausnahme im recht schwachen Live Katalog der Stones. "Get Yer Ya-Ya`s Out" wurde nach einem Voodoo Wortspiel benannt und diese Platte lässt einen das Satansimage mit dem Jagger Ender der 60er Jahre gern gespielt hat förmlich noch einmal erleben. Die Platte beginnt mit einer Ansage von mehreren Leuten wobei nicht ganz klar ist ob es sich um die ganze Band handelt oder nur um Jagger (dessen Stimme man ganz genau hören kann) und ein paar Roadies. Danach als erstes Stück "Jumpin` Jack Flash" dass mit einer solchen Energie gespielt, die Studioversion um Längen schlägt. Übrigens gilt auf dieser Scheibe sämtliche Stonessongs sind hier besser als die normalen Studioversion. Absolute Perlen sind: "Love in Vain" ein alter Blues von Robert Johnson, der so nie wieder von den Stones gespielt wurde (Vergleich mit der Version vom Stones Album "Stripped") dann "Midnight Rambler" die Hymne der Stones auf den Boston Strangler, wieder ein Blues aber schnell, dreckig und vor allem so wie ihn nur die Stones spielen können. Und natürlich "Sympathy for the Devil" das Stück dass die Stones nach den tragischen Unglück von Altamont für Jahre nicht mehr Live spielen würden. Für mich das beste Stück auf der Platte, ich habe es bestimmt schon hundertausendmal gehört, aber es haut mich immer noch vom Stuhl. Diese endlosen Gitarrensoli, Jaggers Vocals und natürlich dass d Textzeilen wie "ev`ry Cop is a criminal" gerade damals eine unglaubliche Aktualität besaß ist immer noch faszinierend. Also vergesst nicht die Who Scheibe ( die ist wirklich gut !) Aber Cheap Trick und Supertramp könnt ihr in die Tonne treten. Aber diese Scheibe von den Stones ist das beste Live - Album aller Zeiten
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Lange habe ich mich dagegen gewehrt!
Wie oft hörte ich nicht Stones-Fans sagen, dass "Get yer Ya-Ya's out!" DAS LIVE-ALBUM der Stones schlechthin ist!
Mittlerweile muss ich zugeben, dass die Scheibe, trotz Aufnahmemängel (was auf die Zeit der Aufnahme zurückzuführen ist - nämlich 1969) einen unwiderstehlichen Reiz in sich birgt.
Die Stones spielen hier fast in Ur-Besetzung, auch wenn Brain Jones nicht mehr dabei ist. Dafür schreddert Mick Taylor unüberhörbar und leidenschaftlich auf seine Gitarre ein. Das ist es überhaupt, was diese Platte ausmacht: Die Stones sind gerade in ihrem Zenit. Sie sprühen vor Energie. Damals klangen sie auch ohne Backgroundsänger(Innen) und Bläserarrangements wie eine vollwertige Einheit, was man von gegenwärtigen Auftritten leider nicht unbedingt immer behaupten kann.
Schade, dass dieser zweifelsohne "legendäre" Auftritt vom Madison Square Garden (27. und 28. November `69) nicht mit heutigen technischen Mitteln aufgezeichnet werden konnte. Wäre dies nämlich der Fall, so hätten es die Hörer von "Get yer Ya-Ya's out!" definitiv mit der besten Live-Scheibe aller Zeiten zu tun.
Abschließend möchte ich mit einer Bewertung der einzelnen Songs, die Stärken und Schwächen dieser Platte veranschaulichen: (1-5 Sterne/ 1 Stern = mies// 5 Sterne = grandios)

1. JUMPIN' JACK FLASH * * * * *
Das Publikum tobt. Die Band wird "angesagt". Altbekannte Gitarrenriffs bringen das Herz zum hämmern. Mick singt "I was born... in a crossfire hurricane..." - der bekennende Sones-Fan ist an dieser Stelle beinahe zu Tränen gerührt!

2. CAROL * * *
Dieses Chuck-Berry-Cover bringt ebenso viel Energie, wie die vorangegangene Single; allerdings überzeugt die Darbietung an sich nicht vollends.

3. STRAY CAT BLUES * * * *
"Beggars Banquet" - eine eher ruhigere Nummer aus diesem unvergesslichem Album bringt vorerst etwas Ruhe ins Publikum und ins Herz des Hörers. Ich persönlich finde diese Live-Version hörenswerter als die Studioversion auf "Beggars Banquet".

4. LOVE IN VAIN * * * *
Damals hochaktuell, weil auf dem 1969 erschienenen "Let it bleed" drauf. Eine weitere eher ruhige Nummer, bevor's wieder rockiger ans Werk geht...

5. MIDNIGHT RAMBLER * * * * *
Eine hervorragende, wenn nicht die beste Live-Version dieser Ausnahmesingle. Die Stones kriegen die Tempiwechsel so gut hin wie im Studio. Prädikat: unverzichtbar!!

6. SYMPATHY FOR THE DEVIL * * * * *
Ganz ohne Percussion - und trotzdem eingängig wie selten!! Diese (notgedrungene) Klangbild-"reduzierte" Version birgt einen unüberschätzbaren Charme in sich. Meiner Meinung nach, neben "Jumpin' Jack Flash", die herausragenste Single auf der Platte.

7. LIVE WITH ME * * *
Zugegebenermaßen bin ich kein Fan dieses Songs. Alles in allem ist diese Aufnahme aber deutlich besser, als die auf "No Security", fast 30 Jahre später (vor allem das Engagement der Musiker betreffend).

8. LITTLE QUEENIE * * * *
Ebenfalls eine Chuck-Berry-Coverversion. Ein gefälliges und äußerst passendes Stück in Betracht auf die Gesamtabstimmung der Scheibe.

9. HONKY TONK WOMEN * * *
Nett, aber nicht überragend. Der Anfangspart der Single ist sehr gut gelungen. Insgesamt ist es aber nicht die gelungenste Version dieses Klasse-Songs!

10. STREET FIGHTING MAN * * *
Energiegeladen und trotzdem irgendwie "unscharf" und "verwaschen". Vielleicht legten sich die Stones gar etwas zuviel ins Zeug. Jedenfalls kann diese Live-Aufnahme mit der Studioversion ("Beggars Banquet") bei weitem nicht mithalten.

Insgesamt ist "Get yer Ya-Ya's out!" für Stones-Fans WIRKLICH ein MUSS, wie ich selbst nach jahrelanger Widerborstigkeit heute zugeben muss.
Der Charme dieses Live-Albums liegt (es sei nochmals erwähnt) in der direkten, unbekümmert-frechen Spielweise der Band. Die Soundqualität kann mit neuen Live-Aufnahmen freilich nicht mithalten!

Für mich, als Fan, sind's KLARE 5 STERNE!!
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HALL OF FAMEam 15. Januar 2003
Get Yer Ya-Yas Out ist das Ton-Dokument der legendären 1969er Amerika-Tournee, aufgenommen im New Yorker Madison Square Garden, eben jener Tournee, die ihren traurigen Abschluss in dem Gratis-Konzert in Altamont fand, bei dem vier Konzertbesucher zu Tode kamen. Und was für ein Konzert es war, kann man mehr als 30 Jahre danach immer noch nur erahnen, nach wie vor gilt der Mitschnitt als eines der besten Live-Alben aller Zeiten. Vom ersten Ton an bleibt mir nichts übrig als diejenigen zu beneiden, die damals dabei sein durften. Nie zuvor und selten danach klangen die Stones so lebendig, so präsent, so virtuos. Mick Taylor, der neue Stone, ist mit einigen mitreißenden Gitarren-Riffs vertreten, Ian Steward, der sechste Stone, mit ungewohnten Klavier-Passagen. Herausragender Anspieltipp ist Sympathy for the Devil, das sich von einem karibischen Samba zu einem rockigen Blues entwickelt hat. Auch Midnight Rambler sollte man eher laut hören. A propos: Ya-Yas ist ein Cajun-Ausdruck für die weibliche Brust!
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am 30. Juli 2003
Die Stones in ihrem Element. Die Version von "Stray Cat Blues" gefällt mir sehr gut...eigentlich alles! Diese Live-Versionen klingen grösstenteils besser als die Studio-Veröffentlichungen. Dazu muss man aber sagen, dass diesem "Live"-Album im Studio noch sehr nachgeholfen wurde. Mick's und Keith's Stimmen wurden des öftern neu aufgenommen, so auch Gitarren-Parts. Die Stones machen kein Geheimnis daraus: Das Bonus-Material der DVD "Gimme Shelter", die ich zu diesem Album und auch sonst empfehle, beinhaltet Ausschnitte aus solchen Overdub-Sessions. Ein super Album.
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am 17. Juni 2009
Get Yer Ya-Ya's Out
Wie es Bill Wyman in seinem wirklich tollem Buch "STONE ALONE" geschrieben hat, waren die Stones Ende der 60er Jahre pleite, ja, man solls kaum glauben. Die katastrophal in Altamont beendete US-Tour und die hohen Steuern in Britain hatten der Band finanziell endgültig das Genick gebrochen und sie mussten England Richtung Südfrankreich verlassen, da wars eh wärmer und die französische Leichtigkeit des Seins waren sowieso der Stones-Mentalität sehr nahe...zu diesem, auch wieder lt. Bill (s.o.)Live-Album mit Aufnahmen der finanziell katastrophal verlaufenen US-Tour im Dezember 1969 sei gesagt, es gehört zu dem Besten, was eine Rockband jemals an LIVE-Material auf Vinyl+CD gebracht hat. Es rockt mit Chucks "Oh Carol+Little Quennie" back to the roots, lässt natürlich Street Fighting Man und andere Hits nicht aus, aber alles wird noch handmade gespielt, jeder Ausrutscher von Keith auf der git ist ein Genuss und nicht ohne Grund steht Get Yer Ya-Yas Out noch immer in der Top Ten der Kritikerliste der besten Live-Alben, die je erschienen sind (lt. Bill Wyman)und auch mir als Stonesfan bleibt dieses Meisterwerk des Rock immer mal wieder im CD-Player stecken *grins*...its only rockn roll but i like it...TIPP!
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am 30. November 2009
Da ist sie also, die lang erwartete und, zumindest von mir, heiß ersehnte "Langversion" von GYYYO. Was waren für Gerüchte im Umlauf, welche Titel noch in den Archiven schlummerte. Vielleicht waren meine Erwartungen durch die aktuellen Versionen von The Who "Live at Leeds" so hoch, das ursprünglich nur in einer verstümmelten Version veröffentlicht wurde und erst in den längeren Versionen seine ganze Kraft uns seinen ganzen Charme entfalten.
Und jetzt 5 popelige zusätzliche Lieder, die es nicht einmal auf 20 zusätzliche Minuten bringen und von denen es auch nur "Satisfaction" verdient hätte auf der Originalaufnahme zu erscheinen. Nicht daß die anderen Lieder schlecht wären, nur die Stimmung fehlt und mir fällt es schwer zu glauben, daß sie von demselben Konzert stammen.
Nett ist die Idee, eine CD mit dem Vorprogramm zu veröffentlichen, nur, wenn ich Ike & Tina hören will, lege ich mir "Live in Paris" auf.
Die DVD zeigt neben den 5 zusätzlichen Liedern Mick und Charlie frierend und schimpfend bei einem Photoshooting, so daß die DVD auf eine Gesamtlänge von etwa 28 Minuten kommt. Unter Kuriosum abhaken.
Wenn man uns Fans etwas Interessantes hätte bieten wollen hätte man das ganze Konzert im Madison Sqare Garden veröffentlichen können. Nein, der Film mit dem ganzen, unsäglichen Altamontchaos gefällt mir nicht.
Nicht daß wir uns falsch verstehen. GYYYO ist eine der besten Liveplatten überhaupt, diese (Deluxe)Version ist allenfalls für Hardcorefans.
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am 31. Mai 2016
Hier klangen die Stones noch richtig nach britischer Blues Band, die hungrig waren und Bock hatten zu spielen. Der Sound ist Super remastert, hatte er mich schon auf der LP damals begeistert. Die 10 Titel sind allesamt Spitzte und lassen einen nicht mehr los! Wer Satisfaction sucht, sucht vergebens. Und das ist auch ok.
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am 28. Dezember 2006
Nie wieder und nie vorher gelang den Stones ein vergleichbares Livealbum. Wer will, mag den Übergang vom langsamen Mittelteil in " Midnight Rambler" zurück in die Strophe hören. Richards und Watts habens nicht mehr so hingekriegt. Oder Taylors Slide-Guitarre auf "Love in Vain" oder Wymans Bass auf "Live with me" oder den Guitarrenteppich im abschließenden "Street Fighting Man".

Neben den großen 5 Stones Alben ( Aftermath, Beggars Banquet, Let It Bleed und Sticky Fingers und für mich ganz persönlich auch Voodoo Lounge) ein unverzichtbarer Bestandteil einer CD-Sammlung.

Ein Vergleich mit the Whos "Live at Leeds", was solls? Beides Meilensteine, die gehört sein müssen.
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am 8. Oktober 2003
Der Sound, die Spielfreude, der Groove etc. etc. wurde von den Stones nie wieder erreicht. Man höre sich nur das Solo von Mick Taylor auf Love In Vain an! Das ist gänsehautverdächtig! Der ganze Sound ist irgendwie echt und pur und nicht so überproduziert und zugemischt wie nachfolgende Alben (jedenfalls hört es sich nicht so an)Stones at their best!!!!
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