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Kundenrezensionen

3,5 von 5 Sternen
1.032
3,5 von 5 Sternen
Inglourious Basterds
Format: DVD|Ändern
Preis:5,50 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 24. September 2017
Inglourious Basterds (Unrühmliche Mistkerle) ist in 5 Kapiteln unterteilt.

Im 1.Kapitel wird der SS Standartenführer Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) in die
Geschichte eingeführt.
Im 2.Kapitel stellen sich acht amerikanische,jüdische Elite-Soldaten vor, unter der Führung von
Lieutenant Aldo Raine (Brad Pitt), der selbst behauptet ein Nachkomme von Jim Bridger zu sein,
somit auch ein halber Indianer. Sie sind auf einer Tötungsmission aller Nazis.
Im 3.Kapitel lernen wir Shoshanna Dreyfus kennen, die unter dem Namen Emmanuelle Mimieux in
Paris lebt und ein Kino betreibt. Sie überlebte als Einzige das Massaker an ihrer Familie und
wartet auf ihre Rache.

In Kapitel 4 + 5 laufen die Fäden der ersten drei zusammen und die Prodagonisten treffen
unweigerlich zusammen.
Der Propagandafilm "Stolz der Nation" soll in Shoshanna's Kino aufgeführt werden und es werden die höchsten SS-Offiziere,
vorneweg Joseph Göbbels und Adolf Hitler erwartet.
Unwissend voneinander, wollen die Basterds und Shoshanna das vollbesetzte Kino in Schutt und Asche legen.
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Wer Tarentino kennt, weiß, wenns knallt dann knallts richtig, auch sonst gehts nicht zimperlich zu.
Das ist ein Film übern 2.Weltkrieg, ein Teil realitätsnah und ein anderer Teil ein Märchen.
Real sind die Deutschen, die Alliierten, die Juden, die Nazis u.a. und ein Märchen sind die meißten der
Handlungsabläufe, eben so wie, was, wenn es so passiert wäre.
Deshalb beginnt der Film doch auch mit: .....es war einmal
Eben auch wie viele Western so sind. Und deshalb hat er mich auch gut unterhalten.
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Christoph Waltz einfach genial gespielt als SS-Oberst Hans Landa, außerdem mit dabei,
Brad Pitt, Michael Fassbender, Eli Roth, Daniel Brühl, Til Schweiger, Gedeon Burkhard, Diane Kruger,
Sylvester Groth als Joseph Göbbels,
Martin Wuttke als Adolf Hitler,
Melanie Laurent als Shoshanna Dreyfus,
und
Rod Taylor als Winston Churchill

Die Bild und Tonqualität auf dieser BluRay war sehr gut
Bild: 1080p High Definition Widescreen 2.40:1
Ton: Deutsch: DTS Surround5.1 - Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch.
Um es realistischer auf der deutschen Tonspur zu machen, wurde bei französischen Gesprächen auch so gesprochen,
deshalb kommen zwischendurchmal deutsche Untertitel dazu.
ca. 154min.

Bonus:
mit Wendecover,
Erweiterte und Alternative Szenen,
"Stolz der Nation" kompletter Kurzfilm ca.10min.,
Diskussion am runden Tisch mit Quentin Tarentino, Brad Pitt und Elvis Mitchell,
Making of von "Stolz der Nation",
Gespräch mit Rod Taylor,
Die echten "Inglorious Bastards",(1978)
u.v.m.
ca. 90min.
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am 25. Mai 2017
Dieser Tarantino Film ist wie erwartet in einwandfreiem Bild und Ton geliefert worden. Umfangreiches Bonusmaterial mit Interviews usw. findet sich darauf. Das ich mit der geschichtlichen Darstellung und schauspielerischen Art der Umsetzung meine Probleme habe möchte ich nicht unterschlagen. Das zeitgeschichtliche Szenario war in der Tat blutig und brutal. Das die Figuren überzeichnet (aus meiner Sicht) daherkommen, ist eben künsterlerische Interpretation. Das ich dem Film deswegen nur drei Sterne gebe, ist auf meine Bedenken zurückzuführen. Technisch gibt es nichts auszusetzen.
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am 23. Oktober 2015
An den historischen Tatsachen dürfte der Film um Haaresbreite vorbeischrammen (ok, Ironie aus) aber es ist tolles Popcornkino und perfektes Futter für den Streamingstick und einen entspannten Filmabend. Das Skalpieren der Deutschen war jetzt nicht so mein Fall, deshalb nur vier von fünf Sternen, aber sehenswert ist der Film auf jeden Fall.
Eine kleine Anekdote am Rand: Die weiße Hölle vom Piz Palü die in dem Kino lief habe ich als Kind noch im Fernsehen gesehen, das hatte dann schon fast wieder einen Hauch Nostalgie.
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am 14. Januar 2010
Verdammt guter, amüsanter, lustiger und teils gut tiefgehender Streifen Tarantino's, der mal ne andere Art des Krieg-Beendens zeigt. Die überwiegend grandiosen Schauspieler (vor allem Waltz) machen das Ganze zum 148-minütigem Genuss. Wenn, sollte man sich den Streifen im verdienten Steelbook ins Regal stellen. Super!
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am 19. Mai 2017
Tarantino selbst sagt, dass es sein bester und liebster Charakter ist, der Hans Landa. Und um den geht es letztlich auch in diesem Film. Die Szenen mit ihm sind grandios, Waltz hat seinen Oscar dafür mehr als verdient.
Daneben können die anderen guten Schauspieler nur dafür sorgen, dass der Film weitergeht.
Wie immer ergeben einzelne Szenen, die oft quälend lange ausgemalt werden, am Ende so etwas wie eine Geschichte.
Tarantino eben, man mag ihn oder nicht. Dies ist einer seiner guten Filme weil seine Schwäche (tolle einzelne Kapitel - schwächeres gesamtes Buch) nicht so zum Tragen kommt.
Landa reisst es raus. Muss man gesehen haben, ist eine schauspielerisches Meisterwerk.
Ein Bingo 😂
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am 19. September 2010
Vorneweg: die Blu-ray ist sehr gut ausgestattet und bei Bild- und Tonqualität gibt es nichts zu meckern, was leider längst nicht selbstverständlich ist.

Dem Film selbst kann ich aber nicht mehr als 3 Sterne geben, und dies auch nur dank der überragenden Leistungen von Mélanie Laurent und vor allem natürlich von Christoph Waltz, der seine Kollegen aus Hollywood und Deutschland locker an die Wand spielt und teilweise wie Statisten aussehen lässt.

Nach (dank Christoph Waltz) vielversprechendem Auftakt verhaspelt sich die Handlung in einem wirren Mischmasch aus überdrehter Brutalität, der aber jede Ironie abgeht, und halbgarer Satire auf den Nationalsozialismus, die in anderer Form schon wesentlich besser zu sehen war. Dazu wird das Ganze oft von völlig unpassender Italowestern-Musik untermalt.

Die titelgebenden "Basterds" sind genauso widerlich und abstoßend wie ihre Gegner, da völlig ironiefrei dargestellt. "Cool" geht anders, wie Tarantino in seinen guten Filmen gezeigt hat. Die einzigen Figuren, die die Handlung halbwegs spannend halten, sind die der Shosanna Dreyfus und des Hans Landa. Die Szenen mit Christoph Waltz rechtfertigen bei allen Schwächen des Films alleine den Kauf bzw. das Ansehen.

Brad Pitt wirkt in seiner Rolle genauso unmotiviert wie deplatziert. Von den deutschen Darstellern ist mir nur August Diehl in seiner kleinen Rolle positiv aufgefallen. Daniel Brühl und die meisten anderen Deutschen wirken, als wären sie von der unfassbaren Ehre, in einem "Tarantino" mitwirken zu dürfen, so erschlagen worden, dass sie darüber vergessen haben, dass sie viel besser schauspielern können. Diane Kruger nehme ich davon aus, sie dilettiert wie in allen Rollen, in denen ich sie bis jetzt gesehen habe. Unfassbar, wie schlecht die Frau ist und dennoch eine Rolle nach der anderen in Hollywood bekommt. Til Schweiger muss man fairerweise ein wenig ausklammern. Dadurch, dass er seinem Nachnamen endlich einmal alle Ehre macht, nervt er ausnahmsweise nicht und macht seine Sache sogar ganz anständig.

Was Tarantino mit "Inglourious Basterds" beabsichtigt hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Vielleicht glaubt er ja allen Ernstes, eine gelungene Satire auf den Nationalsozialismus geschaffen zu haben. Da sehe ich mir aber ehrlich gesagt lieber nochmal "The Great Dictator" mit Charles Chaplin an. Nach dem meiner Meinung nach ebenfalls schon eher mäßigen "Kill Bill", der mich aber noch halbwegs gut unterhalten hat ("Death Proof" habe ich noch nicht gesehen), ist Tarantino hier meilenweit von der Qualität seiner ersten 3 Filme "Reservoir Dogs", "Pulp Fiction" und "Jackie Brown" entfernt. Vielleicht besinnt er sich ja in Zukunft wieder auf seine Stärken, die ihn dort ausgezeichnet haben.
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am 13. März 2017
Tarantino und ich - Das ist eine Verbindung, die nicht immer eitel Sonnenschein ist.
Sein neuestes Werk " Hatefull eight" finde ich unerträglich hohl und aufgeplustert, sein " Kill Bill" halte ich dagegen für ein emotional mitreissendes, aufsehenerregendes Rauschkino voller Ekstase, Wucht und Spannung. So wie Tarantino seine Zuschauer regelmässig in Pro und contra spaltet, so bin auch ich bei jedem neuen Werk hin und hergerissen zwischen Genie und Banalität, zwischen Kunstfertigkeit oder hohlem Blendwerk, zwischen reiner stilistischer Zitatenklauberei und echter intensiver filmischer Grösse.
Zweifelsohne hat mich " Inglourious Basterds " begeistert und ich halte diesen mutigen, in allen Bereichen aussergewöhnlichen und verschrobenen Ausflug in Europas dunkelste und barbarischste Zeit für ein immens reichhaltiges, kluges, hintersinniges und überwältigendes Epos , das von der Komplexität , Ausgetüfteltheit und Schönheit wohl Tarantinos beste Arbeit nach dem " Kill Bill" Momentum ist.

Wie nähern wir Nachgeborenen uns dem Grauen an und bearbeiten die Zeit der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft ? Kann die Welt jemals wirklich diese dunklen Dämonen einer Epoche zufriedenstellend einordnen oder einen adäquaten Umgang mit den schlimmsten Verbrechern und den unmenschlichsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte finden ? Wahrscheinlich nicht und es ist auch niemals angeraten mit der Geschichte abzuschliessen . Nicht um heutigen ( natürlich völlig unschuldigen) Generationen die Schuld der Väter anzulasten. Das wäre Unfug, sondern um Mechanismen , Situationen, verhängnisvolle Zusammenhänge immer wieder zu verdeutlichen, die letztendllich in eine Menschheitskatastrophe ohnegleichen führten . Deutschland hat seine Vergangenheit über siebzig Jahre nach dem Untergang des Nazi Regimes ausführlich bearbeitet und durchleuchtet. Wir haben schon seit Jahrzehnten ein neues Deutschland, das selbstbewusst sein darf und stolz sein kann auf seine unzähligen guten Errungenschaften seit Entstehen der Bundesrepublik und doch reicht die furchteinflössende schauerliche Anziehungskraft eines Adolf Hitlers , eines Goebbels und Görings bis in die heutige Zeit. Die Auseinandersetzung mit den Schergen, Massenmördern und Helfershelfern endet nie und die Erinnerung darf auch nicht beendet werden. Und dennoch fällt auch beim wohlmeinendsten aufklärenden Anspruch auf , dass das Verhältnis zu unserer dunkelsten Zeit immer noch hochambivalent ist, ja gerade in Filmwerken , sicherlich ohne es inszenatorisch bewusst forcieren zu wollen, sogar oftmals verdreht ehrfürchtig daherkommt, pathetisch und auch vom wohligen Schauer der Theatralik durchsetzt.
Wie wird medial der grösste menschliche Abschaum der Deutschland in den Untergang riss, denn nun behandelt ? Bei Guido Knopps " Hitlers Helfer" branden regelmässig wagnersche Klänge auf, wenn Himmler seinen Arm zum Hitlergruss erhebt, in Hirschbiegels " Der Untergang" soll Hitler zwar als gebrechlicher Mensch mit allen Schwächen dargestellt werden, dennoch umgibt die gesamte Nazi Götterdämmerung im Bunker eine grosse hehre Dramatik , eine schaurig spannende Inszenierungswucht, die das Ende zu einer griechischen Tragödie stilisiert oder passender zu einer germanischen Heldensage. Ohne es zu wollen nähren Hirschbiegel und Co. ebenfalls den Mythos. Die Reportagen und Filme sind hervorragend und packend inszeniert, doch sollte man gerade deswegen zumindest wachen Auges diesen Hang registrieren in dramatischen Inszenierungen dann doch der überlebensgrossen Stilisierung in Bild und Ton zu erliegen . Die Obersten auch als Hauptinitiatoren und abgehobenes , gleichwohl charismatisches Kuriositätenkabinett darzustellen mit der Tendenz bei ihnen sämtliche Schuld abzuwälzen, trifft die Wahrheit nicht. Pathos des Bösen lässt vergessen, dass nur durch Wegschauen oder Mitmachen eines Grossteils des deutschen Volkes , des Mannes von der Straße, des Nachbarn und Kollegen das Unheil erst möglich war.
Fernsehen und Zeitungen überschlugen sich auch vor kurzem , da nun das wirre Geschreibsel unseres allgegenwärtigen grössenwahnsinnigen Lebensversagers , Postkartenmalers und Massenmörders " Mein Kampf" wieder frei im Buchhandel verfügbar ist und mit wohligem Schauer titelt die Bild Zeitung so oder ähnlich in schöner Regelmässigkeit , " Hitlers geheimes Liebesleben- endlich offenbart" .
So ganz lässt uns alle die morbide Faszination des Bösen, welches eigentlich ein unsagbar banales, nichtswürdiges Böses ist , also nicht los. Warum , das ist eine sozialpsychologische Fragestellung , die hier zu weit führt.

Wie ERFRISCHEND ist es da , wenn ein " Inglourious Basterds" einmal daher kommt und uns so unverblümt und ketzerisch die Nazis und ihre stumpfsinnige Banaliät des Bösen so geradeheraus, ehrlich ohne jeglichen Pathos oder Überhöhung vorführt und damit die Unholde entdämonisiert ohne sie zu verharmlosen.
Auf eine Szene nur kurze Sekunden dauernd, sei beispielhaft hingewiesen . Da denkt Joseph Goebbels kurz daran wie er schwitzend und keuchend von hinten seine französische Dolmetscherin einmal richtig durchjodelt und das wird auch gezeigt . Gleich darauf ist er auch schon wieder schmatzend im Bistro mit seinem Kuchenteller beschäftigt, verteilt schmierige Komplimente , während er seine wohlfeilen rassistischen Thesen über Juden heraussalbadert.
Die Nazis sind in " Inglourious Basterds" ohne beklemmende Aura, ohne Faszination des sanften Grusels gezeichnet, sondern einfach nur ein widerwärtiger, eitler, dummdreister, dekadenter Kothaufen, von dessen Ausdünstung selbst die Jugend für immer im Denken vergiftet wird. ( siehe die Rolle von Daniel Brühl). Eine Kaspertruppe des Irrsinns , die die Welt in Schutt und Asche legt und auch der Führer ist kein, dann doch subtil bemitleidenswerter Charmebolzen wie Bruno Ganz in " Der Untergang", sondern ganz einfach wohl der grösste lachhafteste Idiot aller Zeiten, ein brüllendes, puterrot anlaufendes Würstchen für den das Ausradieren von Völkern ein Räuber und Gendarm Spiel ist und der dann am Ende sogar bei einem Attentat im Kinosaal mit Maschinengewehrfeuer endlich seinen schnäuzbärtigen Eierkopf wegegfräst bekommt .
Man bedenke, " Inglourious Basterds" ist ein Märchen, eine fabulierfreudige Moritat und im Märchen können solche Wunschträume noch Wirklichkeit werden.

Tarantino schafft es in bewundernswerter Weise sein Werk aus tausenden und abertausenden Facetten vom Exploitationkino über den Italowestern bis zum Arthouse Drama und Autorenfilm zu einem neuen Ganzen zu verschmelzen , das in Widersprüchen, emotionalen Wechselbädern nur so schwelgt , die Spielregeln des Erzählens und der Kinomechanismen auf den Kopf stellt und letztendlich zu einem einmaligen, in vielerlei Hinsicht bewegenden Filmerlebnis wird. Man könnte auch sagen, ein böse und traurig zugleich funkelndes Filmmonster, das man erfühlt, bestaunt und dem man schwer in Worten gerecht werden kann. Befreiend und losgelöst von der Schwere und Gediegenheit des deutschen Erinnerungskinos ohne jedoch , und das sei betont, die Nazigräuel nur im entferntesten zu verharmlosen , sondern gerade durch die Stilistik des Films erscheint die dekadente Brut in ihrer kaltschnäuzigen Dummheit, Geckenhaftigkeit und Unmenschlichkeit noch viel gefährlicher.
Sang und klanglos ohne Kitsch , sondern in der Groteske sogar ein beissendes , befriedigtes Grinsen beim Zuschauer heraufbeschwörend ist dann auch ihr gewaltsamer Tod. Und bei Tarantino segnen sie fast alle das Zeitliche, werden ruckedizuck von Brad Pitt skalpiert oder gebrandmarkt mit ihrem Hakenkreuzsymbol. Tja, und wenn sie einfach nur die Eier abgeschossen bekommen oder die Füsse, alles ist genauso unehrenhaft , wie es eben dem Gesocks zusteht. Sterben, noch nicht einmal in kitschiger Grösse, sondern zertreten werden, wie ein lästiges Ungeziefer, das muss wohl waschechten Nazis ( man musste mal Höcke von der AFD fragen) am meisten wehtun.

" Es war einmal im nazibesetzten Frankreich..." so beginnt mit in malerisch warme Farben getauchten Landschaftsbildern das zweieinhalbstündige Filmepos, das sich über die Jahre 1941 bis 1944 erstreckt. Märchen sind oft grausam,archetypisch , manchmal bunt und naiv , doch gerade dadurch erzählen sie etwas Wahrhaftiges, Unverstelltes, Ehrliches über menschliche Widersprüche, gesellschaftliche Mechanismen und das Innerste unserer Seelen. Hier wird es nicht anders sein. Hinter der schillernden Fassade ist " Inglourious Basterds" ein weiser Film, der mit grimmigem Schmerz auf das sinnlos zerstörerische Treiben und die quälenden emotionalen Verflechtungen der Menschen blickt, dabei tief im Unterbewusstsein wühlt.
In fünf Kapitel teilt Tarantino sein Werk ein. Eine epische, literarische Herangehensweise , auch an ein klassisches Drama erinnernd , die mir auch schon in " Kill Bill" sehr gut gefallen hat. Unmöglich ist es, das extrem spannungsreiche, gewitzte, vor Brillanz der spitzzüngigen Dialoge und fintenreichen Szenen nur so übersprudelnde Ausnahmewerk in eine nüchterne Inhaltsangabe zu pressen ohne das zuviel an Überraschung in der herrlich labyrinthischen Struktur verloren ginge.
Deshalb nur soviel : Zentrale Erzählstränge beinhalten die Geschichte des SS- Oberst Landa ( Christoph Waltz) , seines Zeichens berüchtigter Judenjäger , sowie der jungen Jüdin Shosanna. Diese musste als Kind miterleben , wie Landa ihre ganze Familie bestialisch ermorden ließ.
Im Jahre 1944 betreibt die junge Frau nun unter falscher Identität ein kleines Kino . Durch einen in Liebe zu ihr entflammten jungen deutschen Kriegshelden ( Daniel Brühl) kommt ihr die Ehre zuteil, das neueste filmische Heldenepos auf ihrer Kinoleinwand aufführen zu dürfen.
Wie ein Blitz trifft sie die Erkenntnis, dass auch jener Oberst Landa nebst allen Nazigrössen bei der Premiere anwesend sein werden. In ihrem Kopf reift der Plan zu einem Attentat. Eine Vergeltung für ihr Leid bei dem jeder im Kino in einer Feuersbrunst sterben soll.
Von dem Besuch der Nazi Prominenz in dem kleinen Kino bekommen aber auch eine wilde Horde Widerstandskämpfer Wind , ( Brad Pitt, Eli Roth, Til Schweiger etc. ) , die nun ebenfalls von höchster Stelle den Auftrag bekommen, einen Bombenanschlag im Kino vorzubereiten .Desweiteren gibt es in dem streng in Plansequenzen unterteilten Epos noch zahlreiche weitere Haupt-und Nebenfiguren, Querverweise und geniale Zitate und Assoziationen zu bestaunen, die stets zwischen schwärzestem Humor, bedrohlicher Intensität, lauernder Gefahr und plötzlichem blutigem Ausbruch schwanken.
Im fünften Akt werden sich alle Handlungsfäden vereinigen in einem nervenzerrenden, packenden Finale , das so ganz nebenbei auch noch von Hitchcock ( " Saboteure") , Mel Brooks bis Sergio Leone (" Once upon a time in America" ), von französischen Melodramen der dreissiger Jahre bis zum Film Noir alles zitiert, was an Filmästhetik Rang und Namen hat.

Kino als Fetisch , Kino als selbstreferentielles Medium , Tarantino schwelgt in Dekors, in Zeitlupen, wundervollen Kamerafahrten, die Brian de Palma beklatschen würde, begeistert mit Chuzpe und Verve in kleinen Spitzfindigkeiten, ( damit jeder weiß, dass Göring das Theater betreten hat, erscheint einfach ein Kreidepfeil auf der Leinwand, der auf diesen hinweist , -irre- ), und erweist sich als wahrer Magier aller Stilmittel, die Kino zu bieten hat, ohne jedoch das Narrative zu vernachlässigen. Bunt , elegant , schmutzig und grell, durchdrungen von der Lust am Sinnenkino an sich, an transgressiver Grenzüberschreitung, an einer wunderbar verschlungenen Story und grossen unmittelbaren Herzschlagmomenten und das ohne ein einziges Mal Nazis oder Nazijäger zu glorifizieren oder beflissen den Zuschauer in eine Richtung zu manipulieren.
Tarantino lässt die grosse menschliche Tragikomödie zu einer grimmigen , gleichwohl tieftraurigen Farce werden, die dadurch soviel mehr über die Degeneration des Homo Sapiens in einer Welt aus den Fugen zu sagen hat, als alle betroffenheitssäuselnden " ernsthaften" Historienbearbeitungen.

Gerade die deutschen Schauspieler von Til Schweiger, August Diehl bis Daniel Brühl spielen wie befreit auf und getoppt werden sie nur noch von Christoph Waltz, der für diese unsagbar fiese Rolle des bürokratischen , milchtrinkenden Nazi Teufels Landa , stets maliziös lächelnd, dass einem vor Wut der Atem stockt, zurecht oscarprämiert wurde.
" Inglourious Basterds" ist mitnichten eine tumbe Rachephantasie, dafür ist der Film viel zu intelligent und universell angelegt und obendrein zutiefst moralisch. Ohne jemals die Verbrechen der Deutschen zu relativieren bekommen hier alle, sei es Widerstandskämpfer , kollaborierende Franzosen , Amerikaner, Briten ihr Fett weg. Auch für die Liebe ist hier kein Platz mehr, sie zerfetzt und stirbt genauso erbärmlich im Kugelhagel, wie Freund und Feind, Gut und Böse. " Inglourious Basterds" ist das Produkt eines irren Lachens über den Wahnsinn menschlicher Verbohrtheit und Verblendung , während innerlich das Herz vor Trauer verblutet, das wird in vielen, oft kleinsten Momenten deutlich.
Verbrennen und vergehen werden sie im grandiosen Feuer- Finale fast alle. Hitlers Gesicht, ein einziger Brei von Kugeln durchsiebt. Ohne Märtyrertum, oder nachdenkliche gedankenvolle Feierlichkeit oder heroische Musik. " Einmal da wird noch 'mal ein Wunder geschehen", singt Zarah Leander und die menschliche Komödie der verzweifelten Art wird schon irgendwie weitergehen.
Selten habe ich in letzer Zeit ein deart detailreiches , ehrliches, nachdenkenswertes und brillantes Filmepos gesehen. " Inglourious basterds" ist reines Kino , eine Menschen- Burleske , die aufwühlt , berauscht und noch lange nachwirkt.
Tarantino, das ist neben " Kill Bill " dein Meisterstück.
66 Kommentare| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Juli 2017
Eli Roth, Christoph Waltz, Brad Pitt- nur Drei Namen absoluter Ausnahmeschauspieler.
Alle und sämtliche Darsteller, die in diesem Hammer von Film mitwirken, haben aufrichtiges Lob verdient.
Liefern hier ein Schauspiel ab, dass in die Geschichte eingehen muß.
" Wissen Sie denn, welchen Spitznamen mir die Franzosen gegeben haben? " - " Das weiß ich. " - " Ja und was wissen Sie? " -
" Man nennt Sie den Judenjäger. " - Präzise. "
Was für ein Film, bereits zu Beginn. Ich spüre meine Angespanntheit ganz deutlich, denn mein Mund fühlt sich irgendwie trocken an.
INGLOURIOUS BASTERDS: Knallhart. Grausam. Gnadenlos. Tarantino.
" Sie können von mir nicht erwarten, dass ich Informationen herausgebe, die das Leben von Deutschen gefährden. " - " Tja,.......
weißt du, Werner, da liegst du falsch,- denn genau das erwarte ich. Wenn sich Deutsche in Bäumen verkriechen, muß ich das wissen.
Und wenn du mir das nicht sagst,...hörst du das? Sein Spitzname ist " der Bärenjude " ,.....er zerschmettert deutsche Birnen mit
`nem Baseballschläger. Ich frag` dich jetzt ein letztes Mal,....und wenn du dich dann immer noch ergebenst weigerst, schnappt der
Bärenjude sich seinen fetten Schläger und donnert damit solange auf dich ein, bis du tot bist.....".
Eiseskälte, eiskalt- INGLOURIOUS BASTERDS läuft gerade mal eine knappe halbe Stunde.....................
Schmerzen, Blut, Tod, eiskalte Blicke- so kaltbrutal, dass es mir saukalt bis ins Innerste kriecht vor Grauen.
" Inglourious Basterds ist eine Unverschämtheit. Eine Kriegserklärung. Ein Vergnügen- Tarantino inszeniert die Nazis als das,
was sie wirklich waren. " [ Claudius Seidl, Filmkritik 2009 ]

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Story:

Irgendwo im besetzten Frankreich:
Eine junge Frau namens Shosanna wird Zeuge, wie ihre Familie grausam hingerichtet wird.
Sie kann entkommen, vor dem Jäger der Juden, baut sich in Paris eine neue Identität auf.

Anderswo in Europa:
Eine gefürchtete Spezialeinheit macht Jagd auf Nazi- Skalps.
Und schmiedet mit der Geheimagentin und Schauspielerin Bridget ein Komplott-
Hitler und seine Helfer ausschalten. Doch Shosanna, die junge Frau,
hat ihre eigenen Rachepläne.....................................

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Mein mal wieder atemberaubtes Fazit:

In Kapiteln aufgeteilt, doch keines von ihnen büßt auch nur ein Minimum an Bösewichten ein.
" Wieviele haben Sie getötet? " - " Achtundsechzig am ersten Tag,......Hundertfünfzig am zweiten Tag,......
Zweiunddreißig am dritten Tag. "
Dazu ein sinnlich brillanter Score, der das Filmvergnügen zusätzlich auf monströse Weise unterstreicht,..............
lange bevor es kracht, knallt, scheppert und Hirn spritzt.
Als INGLOURIOUS BASTERDS in Berlin seine deutsche Premiere hatte, brach nach einer besonders fiesen Szene
unter vielen fiesen Szenen, riesiger Applaus für SS- Mann Hans Landa- ein Mörder, Sadist und Bildungsbürger der ganz
alten Schule- los. Man muß schon mit viel, sehr viel Humor an diesen Film herangehen, sonst könnte man Probleme mit ihm haben.
Und man könnte Tarantino Q. vorwerfen, dass er in Geschichte nicht sehr gut aufgepaßt hat, klar. Doch er erzählt SEINE Geschichte,
seine ganz eigene. Einzigartig daran ist sein durchtriebenes Drehbuch eben- die Szenen sind vor Spannung kaum auszuhalten.
Denn die eingeschworenen Fans wissen ja: Bei Tarantino kann eine augenscheinlich friedvolle Szene heftigst und aus dem Nichts explodieren.
" Mir scheint, ich habe ein Monstrum geschaffen,....haha,....ein überaus überzeugendes Monstrum.....".
INGLOURIOUS BASTERDS- eine Rachephantasie, die sich um die historische Realität nicht kümmert- weil für Quentin Tarantino
sowieso schon immer das Kino die bessere Wirklichkeit war. Und diese Unverschämtheit, die Geschichte einfach zu ignorieren,..........
hat meiner Meinung nach noch kein Film so gehandhabt.
Das Kino rächt sich an der ungerechten Wirklichkeit selber. Nicht nur an jenen Personen, die, bevor sie selber sterben mussten,
der Welt soviel Unheil und Tod brachten.
INGLOURIOUS BASTERDS- ausufernd und bei aller zur Schau gestellten Dreistigkeit ein unerhört kluger Film.

Lauflänge: 147.28 Minuten ( mit Abspann ) !

Zusatzmaterial ( deutsche Untertitel ) :

- Erweiterte und Alternative Szenen= 11.25 Minuten!

- " Stolz der Nation " - kompletter Film!

- Trailer!
44 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. September 2016
Habe den Film gestern auf Prime gesehen,und muss sagen,das mir der Film überhaupt nicht gefallen hat.Einziger Lichtblick war Christoph Waltz.Super Leistung was man von Till Schweiger nicht behaupten kann.Die Story war grausam und der Hitler Darsteller sah Ihm noch nicht mal ähnlich,die Synchronisation war auch für den Ar...Einmal schauen reicht.Dann lieber Hateful 8 o Pulp Fiction,die werden nach dem xten Mal schauen nicht langweilig.
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am 4. Januar 2016
Die Schauspieler sind sehr gut gewählt und spielen gut. Aber die Handlung ist sehr platt. Kein Film, den man ein zweites Mal anschaut!
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