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Henrik Vanger ist ein reicher Unternehmer in seinen 80ern. Jedes Jahr aufs Neue erhält er anonym eine gepresste Blume zu seinem Geburtstag geschickt. Die einzige, die davon weiß kann eigentlich nur seine Nichte Harriet sein. Doch die ist bereits im Sommer 1966 am Kindertag verschwunden. Sämtliche Nachforschungen blieben ergebnislos. Da er jedoch noch immer eine Blume erhält, möchte er nunmehr kurz vor seinem Tod Gewissheit haben und herausfinden, wer ihm diese Blumen schickt. Da er davon ausgeht, dass seine Lieblingsnichte bereits seit über 40 Jahren tot ist, könnte der Mörder hinter den Blumen stecken.

Er beauftragt den Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist mit den Nachforschungen. Der hat jedoch ganz andere Probleme. Er arbeitet für die Zeitschrift Millenium und dort hat er gegen den Unternehmer Wennerström gewettert. Wennerström ist ein Krimineller, der überall dort seine Finger drinstecken hat, wo es um Waffen und Drogenlieferungen geht. Blomkvists Artikel basierte jedoch auf ihm zugespielte gefälschte Beweise, auf die er hineingefallen ist, was ihm jetzt das Genick gebrochen hat. Er wird zu drei Monaten Haft und einer nicht unerheblichen Geldstrafe wegen Verleumdung verurteilt. Bis zum Strafantritt hat er noch einige Monate Zeit. Daher kommt er nach einigem Zögern auf Vangers großzügiges Angebot zurück. Nach und nach verstrickt er sich in den Fängen der großen Familie, die bei weitem nicht aus Unschuldslämmern besteht. Außerdem folgt ihm eine junge mysteriöse Frau...

Ich habe das Buch vorab nicht gelesen und würde das vielleicht auch jedem anderen von vorneherein empfehlen, der die Reihe nicht kennt. Es ist nämlich immer das gleiche alte Spiel. Die Filme können nur in gestrafter Form einen Roman erzählen. Und wenn man diesen Roman genau nacherzählt, hapert es womöglich an Spannung. Viele Zuschauer, die den Roman kennen, waren daher enttäuscht.

Der Film kann daher naturgemäß am Rande auf die Charaktere eingehen. So bleiben viele Handlungsbögen unverständlich oder recht umständlich erklärt. Die Charaktere selbst sind teilweise eindimensional bis auf die Hauptcharaktere, die jedoch ebenfalls nur am Rande beleuchtet werden können. Der Film ist nicht unspannend, aber ich hatte oft das Gefühl, das mir irgendetwas fehlt. Ggfs. muss man ihn sich zwei Mal anschauen um zu verstehen, was wie warum geschieht. Gegen Ende ist der Film dann stringent erzählt und vermischt dank einiger Rückblenden Actionsequenzen mit bislang teilweise fehlender Charakterisierung.

Specials hat die DVD kaum, lediglich einen Teaser zum nächsten Film und zwei Interviewsequenzen mit den beiden Hauptdarstellern Michael Nyqvist und Noomi Rapace.
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am 27. November 2012
Es gibt Bücherwürmer bzw. Leseratten auf der einen Seite und Filmliebhaber auf der anderen - ich zähle eindeutig zur zweiten Kategorie und bekenne offen dass ich die Buchvorlagen der Larsson-Trilogie nicht gelesen habe… und das vermutlich nicht mehr nachholen werde.

Bereits auf den ersten Blick ist es erkennbar dass einige der Bücherwürmer/Leseratten dieses Forum dazu nutzen den Film (ob sie ihn nun gesehen haben oder nicht?) in der Luft zu zerreissen und mit Niedrig(st)bewertungen abzustrafen. So habe ich mir die Mühe gemacht die aktuellen 22 Rezensionen der 1*-Bewerter zu lesen und habe wie nicht anders erwartet zur Kenntnis genommen dass es sich dabei mehrheitlich um Fans der Romanvorlage handelt.
Als nächstes habe ich die übrigen Rezensionen dieser Fans näher unter die Lupe genommen und bei KEINEM EINZIGEN eine Rezension zur Romanvorlage von Larsson gefunden. Nicht einmal einen läppischen positiven Einzeler war den Herrschaften der 688 Seiten lange Bestseller wert?
Aber dieses Forum nutzen um die gelungene Verfilmung in den Dreck zu ziehen - so ist's recht!

2010 wurde ich auf Amazon auf die Filme Verblendung, Verdammnis und Vergebung aufmerksam, habe sie bestellt und angesehen.
Bis jetzt 2 x auf DVD, 1 x im ZDF und vor kurzem zum 4. x auf SKY. Damit dürfte klar sein dass ich von der Trilogie sehr angetan bin.
Beim Verstehen der Story habe ich mir nicht schwer getan. Die Geschichte rankt sich zu Beginn um den Journalisten Mikael Blomkvist der dafür bekannt ist dass er sich an Verbrechen die von anderen bereits zu den Akten gelegt wurden festbeißt und über kurz oder lang dank intensiver Recherchen die Wahrheit ans Licht bringt. Genau wegen dieser Hartnäckigkeit gepaart mit detektivischem Spürsinn wird Blomkvist - nachdem er gerade einen Prozess verloren hat - von einer hochgestellten Persönlichkeit in Schweden verpflichtet das Verschwinden (bzw. den vermeintlichen Mord) an dessen Nichte Harriet zu recherchieren.
Im Zuge der Ermittlungen lernt er Lisbeth Salander kennen und die beiden verschmelzen zum kongenialen Team dem es gelingt jahrzehntelange ungeklärte bestialische Frauenmorde neu aufzurollen... und schließlich den Mörder ausfindig zu machen. Im Zuge der Ermittlungen werden lang verschwiegene Familiengeheimnisse der männlichen Mitglieder des Vanger Konzerns aufgedeckt und schließlich das Rätsel um Harriet gelöst.

Aber es geht nicht nur um die Familie Vanger, es geht auch um die Lebensgeschichte der Lisbeth Salander, die aber erst ab Verdammnis richtig Fahrt aufnimmt. Erst dann erkennt der Zuschauer dass Lisbeth nicht nur von ihrem neuen perversen Vormund mißbraucht wurde sondern MÄNNER, DIE FRAUEN HASSEN schon in ihrer Kindheit und Jugend kennengelernt hat. Die haben sie zu dem gemacht was sie ist und dank Mikael Blomkvist findet sie in Vergebung Gelegenheit mit ihren Peinigern abzurechnen. Der Titel "Vergebung" ist erneut falsch gewählt, der Buchtitel lautet "Das Luftschloss, das gesprengt wurde" und wurde im englischsprachigen Raum m.E. am zutreffendsten unter dem engl. Titel "The Girl Who Kicked the Hornets' Nest" veröffentlicht.

Noomi Rapace ist für mich die ultimative Lisbeth Salander, ich kann mich an keine einzige Szene erinnern in der sie mich nicht überzeugte.
Sie hat in den 3 Filmen eine schauspielerische Glanzleistung par excellence abgelegt und damit die Bosse in Hollywood auf sich aufmerksam gemacht. Ob es in Zukunft zu Glanzrollen wie der der 'Lisbeth Salander' kommen wird steht in den Sternen.
Michael Nyqvist war für mich der perfekte 'Mikael Blomkvist' … zumindest solange bis ich Daniel Craig in der US-Version Verblendung sah. Craig kann bei der Leistung des Schweden gut mithalten, aber das ist reine Ansichtssache.
Summa summarum sind für mich (fast) alle gleichwertig, kein einziger Schauspieler der US-Version konnte für mich die der schwedischen Kollegen toppen.
Der schwedische Regisseur Niels Arden Oplev muss sich ebenfalls nicht hinter seinem hochgejubelten amerik. Kollegen David Fincher verstecken.
Oplev standen geschätzte 13 Mio $ zur Verfügung - Fincher dank MGM geschätzte 90 Mio $ (i.W. n-e-u-n-z-i-g) - noch Fragen?

Ich kann gar nicht glauben dass es in einem kleinen Land wie Schweden mit gerade mal 9,5 Mio Einwohnern (zum Vergleich, Bayern hat 12,6 Mio Einwohner) möglich ist eine solche Trilogie auf die Beine zu stellen und in Deutschland stattdessen Kleinohrhäschen, Stubenküken (oder wie der Käse heißt?) und Männerherzen mit Lob überschüttet werden und viele deutsche (Laien)Darsteller durch den jährlichen Gewinn fragwürdiger Filmpreise in den Olymp des einheimischen Kinohimmels gehoben werden.
Letzte Woche lief die BAMBI-Verleihung, DER Jahrmarkt der Eitelkeiten unter deutschen Schauspielern… und all jenen die sich zu Unrecht als solche bezeichnen. Ich habe sofort den Kanal gewechselt.

Warum man in Deutschland den Buch- und Filmtitel VERBLENDUNG gewählt hat ist nicht nachvollziehbar?
Larsson hat sein Buch unter dem ins deutsche übersetzten Titel "Männer, die Frauen hassen" geschrieben und genauso hätte das Buch und der Film genannt werden sollen. MGM war auch nicht besser und hat den Film in den USA unter dem Titel 'The Girl with the Dragon Tatoo' veröffentlicht. Der Titel ist wie der deutsche völlig daneben.

Von mir gibt es die volle Punktzahl, allein schon weil ich den Film wie o.a. 4 x gesehen habe und dabei keinerlei Ermüdungserscheinungen verspüre. Im Gegenteil!
Wenn ich das nur von anderen Filmen in meiner DVD-Kollektion behaupten könnte, in der es von Rohrkrepierern (aufgrund guter Rezensionen auf Verdacht gekauft) nur so wimmelt.

Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung. *****
Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung!
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am 12. März 2015
Nachdem ich die Stieg Larsson Triologie gelesen habe, wollte ich auch unbedingt die Filme sehen. Diese schwedische Verfilmung ist deutlich besser als die aus Hollywood, wobei ich auch die nicht schlecht fand.
Eine tolle Story, die mich immer und immer wieder in ihren Bann zieht und mitfühlen lässt.
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am 29. Januar 2010
Zuerst einmal eine Bitte an die Leser meiner Rezession: Bitte lest vorab diese wunderbare Trilogie.
Seit ein paar Jährchen nun, lese ich im Krimi & Thriller Bereich rauf und runter - hängen geblieben bin ich vorwiegend bei Autoren aus den skandinavischen Gefilden.
[...]
Wie bei jeder Buchverfilmung, dessen Buch ich vorher gelesen hatte, habe ich auch hier mit mulmigem Gefühl das Kino betreten. Viel zu oft gab es hier in der Vergangenheit herbe Enttäuschungen. Doch selbst der Vorsatz "Nie wieder schau ich mir eine Buchverfilmung an" konnte mich letzlich davon abhalten mir "Verblendung" im Kino anzuschauen.

Zuerst einmal der wichtigste Punkt: Dieser Film ist keine Hollywood Produktion. Doch was macht den Unterschied? Er hat wie die Bücher einen ganz eigenen Flair, eine Art die Spannung über die doch recht lange Laufzeit kontinuierlich zu halten, ohne mich zu langweilen. Die schon eben angesprochene lange Laufzeit, ermöglicht es wirklich nah am Buch zu bleiben, obwohl natürlich an der ein oder andren Szene & Handlungsstrang gekürzt wurde [werden musste]. Natürlich ist das schade, aber der Film geht einen guten Kompromiss, an den richtigen Stellen ein. Selbst das für Stieg Larsson typische Schreiben, mit vielen Informationen, Personen und teils für die gesamte Story eher unwichtigen Handlungen, kann der Film relativ gut nachstellen.

Mein fehlender fünfter Punkt ist keine wirkliche Kritik am Film, sondern liegt einfach daran, dass ich mir das Aussehen der Charaktere anders vorgestellt habe. Michael Nyqvist, alias Mikael Blomkvist, ist zwar dem Charakter von "Kalle Blomkvist" sehr nahe, sein Aussehen dagegen passt mir persönlich weniger. Hier hätte ein Schauspieler ähnlich George Clooney eher gepasst. Noomi Rapace (Lisbeth Salander) dagegen ist teilweise ein wenig zu stark in der Gothic Ecke angesiedelt - weiterhin hätte man die Gewaltdarstellung durch eine alternative Kamerastellung entschärfen können (solch eine Stelle sollte m.M.n die Phantasie anregen, anstatt diese überhaupt nicht aufkommen zu lassen).

Wie Ihr seht, ich meckere auf hohem Nivea-Creme; Entschuldigung Niveau.
Der Fim ist für mich einer der besten Filme aus dem Jahre 2009, mit Sicherheit aber die beste Buchverfilmung die ich 2009 gesehen habe. Hoffentlich wird diese Trilogie so zu Ende geführt wie sie mit Verblendung begonnen hat. Verblendung erhält einen guten Platz in meiner DVD Sammlung.
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am 10. Januar 2010
Der Journalist Mikael Blomkvist( Michael Nyqvist) wird von dem Unternehmer Henrik Vager (Sven-Bertil Taube)beauftragt, dass Verschwinden seiner Nichte Harriet aufzuklären. Das Problem: Harriet ist seit 1966 verschwunden. Vanger glaubt. Das sie ermordet wurde. Blomkvist, der kurz zuvor wegen Verleumdung zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde, nimmt den Auftrag an.
Im Laufe der Recherche bekommt er unerwartete Hilfe von der punkigen und geheimnisvollen Computerspezialistin Lisbeth Salander (Noomi Rapace).
Lisbeth schleppt ein Geheimnis mit sich herum. Die steht unter Vormundschaft, seit sie als Kind ihrem Vater beim Verbrennungstod, den sie selber verursachte, zugesehen hat.
Zudem hat sie ihren Vormund, der Lisbeth brutal sexuell missbrauchte lebenslänglich gezeichnet.
Mikael und Lisbeth schaffen es, sich trotz aller Unterschiedlichkeit, zusammen zu raufen und gemeinsam die Suche nach Harriet voran zu treiben. Dabei rutschen sie allerdings immer tiefer in einen Sumpf aus Macht, Geld und Vertuschung.
Als Vorlage für den Film diente der gleichnamige Bestseller von Stieg Larsson. Dieser war, bevor er Thriller schrieb, zumindest in Skandinavien bekannt als Experte für rechtsextreme nationalistische Bewegungen. Unter anderem war er Herausgeber des antirassistischen Magazins Expo.
Dieses eher linke politische Verständnis spiegelt sich auch in dem Film wieder. Es geht um Wirtschaftskriminalität, die Macht des Geldes, sexuelle Gewalt, Rassismus und aufklärenden Journalismus.
Die Verfilmung ist spannend, teilweise brutal und dicht gestrickt. Ein gelungener Thriller, der freudige Erwartungen an die Fortsetzungen stellt.
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am 29. August 2010
Nachdem ich von dem 1. Larsson-Roman derart begeistert und fasziniert war, hatte ich wirklich Bedenken mir die DVD überhaupt anzuschauen, weil für mich klar war, dass eine Verfilmung eines so feinsinnig geschriebenen Buches einfach nur schlecht abschneiden könnte. Nun, nachdem ich mich doch überwinden konnte den Film zu sehen, bin ich SEHR überrascht und zwar im positiven Sinne. Ich habe selten einen Film zum Buch gesehen, der sich so sehr an die Vorlage hält wie bei dieser Stieg Larsson-Verfilmung. Die Hauptrollen sind äußerst feinfühlig und sicher besetzt worden, besonders die Rolle der Lisbeth hätte von keiner anderen Schauspielerin so treffend verkörpert werden können.
Die Spannung hält sich, genau wie im Buch, den ganzen Film über. Sicher mußte man ein paar Nebenhandlungsstränge kürzen (ist bei der Verfilmung eines 800-Seiten-Schmökers wohl auch kaum anders möglich), aber das tut der dichten Romanvorlage keinen Abbruch, sowohl inhaltlich als auch spannungstechnisch. Der Film schafft es, die im Buch geschaffenen bisweilen düstere Atmosphäre eins zu eins auf die "Leinwand" zu übertragen.
Mein Mann hat den Roman nicht vorher gelesen und war gleichermaßen von diesem tollen Film begeistert. Einen Stern Abzug gibt es nur deswegen, weil der Film NACH dem Buch das Original nun mal nie erreicht.
Ansonsten: absolute Kaufempfehlung!
PS: Hab gehört, dass der Stoff nun auch in Hollywood noch einmal verfilmt werden soll (weil der Europäische Film ja ach so schlecht ist): das KANN ja nur schief gehen! Diese Version wird dem Buch gerecht....was in Hollywood passieren wird, kann (dafür gibt es ja ausreichend Beispiele) nur nach hinten losgehen.
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am 10. Juli 2010
Die technische Umsetzung auf BluRay ist als solide zu bezeichnen: Das Bild ist gut aber nicht überragend, der Ton ist okay aber nicht umwerfend, die Extras enttäuschen! So stellt sich insgesamt kein Aha-Effekt ein - weder akustisch noch visuell. Und bei einem Film dieser Qualität wäre es wünschenswert gewesen, mehr Hintergrundinfos in Form interessanter Extras geboten zu bekommen. Ein paar Interviews sind einfach zu wenig.

"Verblendung" war für mich ein Blindkauf. Ich kannte weder Stieg Larssons Roman, noch habe ich vor dem Anschauen die Inhaltsbeschreibung auf dem BluRay-Cover gelesen. Da ich also absolut nicht wusste, was auf mich warten würde, war ich vom Film sehr positiv überrascht. Dabei bin ich durch US-amerikanische Thriller geprägt und war zunächst sehr skeptisch, ob die schwedische Produktion eine hohe formale und inhaltiche Qualität würde erreichen können. Aber hier passt alles: Eine gute Kameraführung, ein gutes Drehbuch und unverbrauchte, unbekannte Gesichter aus Skandinavien, die diesem Film viel Individualität und Spannnung verleihen.

Es mag paradox klingen: Aber der direkte, rauhe, düstere Stil, der teilweise bis an die Schmerzgrenze des Erträglichen geht, wirkt nach dem so-und-so-vielten US-Thriller richtiggehend erfrischend. Getragen wird die Geschichte von Naomi Rapace und Michael Nyqvist, die sehr gut harmonieren. Beängstigend gut spielt dabei Naomi Rapace die Rolle der Lisbeth Salander, die selbst ein gebrochener Mensch mit dunkler Vergangenheit ist. Sehr gut ist dabei, dass sich dieser Hintergrund erst im Laufe des Films erhellt, ohne jedoch alle Fragen zu ihrer Person zu beantworten. Salander bleibt immer ein Mysterium und dadurch immer interessant. Das Gegenstück zu dieser Anti-Heldin stellt der Journalst Mikael Blomkvist dar, der seinen Beruf und seinen Auftrag voller Idealismus sieht. Hell und dunkel vereint in einem Ermittlerteam, auf der Suche nach einer seit über 40 Jahren vermissten Frau. Die beiden wissen zu Beginn nicht, auf welch menschliche Abgründe, ja Perversitäten sie stoßen werden. Aber nach dem Film ist klar, dass nur beide zusammen diesen Fall haben lösen können.

Wie schon gesagt, ist der Inszenierungsstil sehr rauh und düster. Die Grenzen zwischen Gut und Böse können nicht immer eindeutig gezogen werden. Und es gibt Szenen, die extrem intensiv inszeniert und gespielt sind - kaum vorstellbar, dass die Szenen in einer amerikanischen Produktion ähnlich intensiv hätten dargestellt werden können (das geplante US-Remake werde ich daher sicher ignorieren). Insgesamt muss sich "Verblendung" hinter keinem US-Genrekollegen verstecken. Im Gegenteil: Der Film setzt eigene Akzente, die ihn im positiven Sinne von vielen Thrillern abheben.
Schade ist jedoch, dass im letzten Filmviertel alle offenen Fragen, die im Zusammenhang mit der vermissten Frau stehen, beantwortet werden und dem Film ein zu all zu deutliches Happy End verpasst wird. Dieses Ende passt nicht zum Rest des Films. Es wirkt richtiggehend aufgesetzt, wodurch auch meine bis dahin vorhandene Begeisterung ein wenig getrübt wurde. Aber dieser Rest - die Reise in eine düstere Vergangenheit, das Offenbaren dunkelster, menschlicher Abgründe und letztlich die Auseinandersetzung Lisbeth Salanders mit ihrer eigenen zerbrochenen Psyche - macht "Verblendung" zu großem, europäischem Spannungskino. Unbedingt anschauen!
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am 31. Januar 2010
Habe die drei Bücher von Stieg Larsson in den Weihnachtsferien (die Erinnerung ist also noch ganz frisch) regelrecht verschlungen und nun erfreut festgestellt, dass der erste Teil der Trilogie bereits auf DVD erschienen ist und die beiden anderen Teile 2010 folgen werden... Sehr gespannt habe ich nun gestern abend "Verblendung" angesehen, doch leider bleibt der Film hinter den Erwartungen zurück.

Zur Handlung: Der kompromisslose und bislang erfolgreiche Journalist Mikael Blomkvist erhält nach einer beruflichen Pleite (Wennerström-Affäre) den Auftrag von Henrik Vanger, dem Senior eines mächtigen Konzerns, etwas über das Verschwinden seiner geliebten Nichte Harriet herauszufinden, die vor über 30 Jahren auf rätselhafte Weise spurlos verschwand. Blomkvist nimmt den Auftrag an und begibt sich auf die Insel Hedeby, dem Sitz der Familie Vanger, wo er - getarnt als Henriks Biograph - mühsam die Familiengeschichte aufrollt. Hilfe bekommt er von Lisbeth Salander, einer autistischen Hackerin, und gemeinsam können sie das Rätsel um Harriets Verschwinden lösen...

Leider fokussiert sich die Verfilmung auf das Sex-und-Gewalt-Thema, stellt Lisbeth Salander hauptsächlich als Opfer männlicher Gewalt dar; der im Buch gelungene Blick durch das Schlüsselloch einer schwedischen Großindustriellen-Familie verkommt zu einer klischeehaften Geheimniskrämerei der Familienangehörigen. Die faschistische Gesinnung, der Frauenhass einiger Familienmitglieder (Anm.: Der schwedische Origialtitel des Filmes sowie des Buches lautet "Män Som Hatar Kvinnor", dt. "Männer, die Frauen hassen"), die rituelle Folterung und Ermordung der Frauen wird nur soweit wie nötig erzählt.

Zudem wurde die Handlung in der Verfilmung abgewandelt (bspw. stirbt im Buch die geliebte Mutter von Lisbeth im ersten Teil; im Film besucht Lisbeth ihre Mutter erst zum Ende hin das erste Mal und ihre Mutter ist darüber hinaus in der Lage, mit ihrer Tochter ein relativ normales Gespäch zu führen).

Fazit: Während der Roman interessante und vielschichtige Portraits der Protagonisten zeichnet, fokussiert der Film eine an der Oberfläche dümpelnde Detektivgeschichte.

Der Thriller ist für einen spannenden DVD-Abend sicherlich geeignet, besser ist es jedoch, Stieg Larssons Roman zu lesen.
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am 27. Dezember 2013
Ein grandios düsterer Start in die Trilogie da muss man einfach die anderen beiden Teil auch sehen wollen. Herrlich düster besser kann skandinavisches Kino einfach nicht sein, glänzend aufgelegt ist hierbei Noomi Rapace als Lisbeth Salander. Aber wozu mussten die Amerikaner ein Remake machen und warum erhielt dieses Remake dann erst einen Oscar und vier weitere Nominierungen?
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am 6. Juli 2010
Außergewöhnlich viele Rezensenten zu diesem Film (und ich spreche jetzt ausschließlich von "Verblendung") beziehen sich in ihren Stellungnahmen auf den Vergleich von Buch und Film. Und nicht wenige geben deshalb ziemlich schlechte Bewertungen ab.

Nun ist es doch sicher unstrittig eine Tatsache, das man in einem Film mit einer Laufzeit von ca. 90 bis 120 Minuten ganz unmöglich die gleichen Inhalte aufbauen und entwickeln kann wie in einem Buch mit mehreren hundert Seiten!
Das Buch als Basis für die Beurteilung des Films zu nehmen, was sicher nachvollziehbar und menschlich normal ist, halte ich aber für die Beurteilung dieses (und vieler anderer) Filme für einfach falsch!

Man muß diesen Film, seine Handlung und Protagonisten, für sich selbst betrachten und beurteilen. Und da sieht die Sache gleich ein bisschen anders aus.
Er hat diese, für "Skandinavien-Filme" fast schon typische recht düstere Ausstrahlung und Ausstattung, was den Zuschauer an einem schlechten Tag, oder mit dem Hang zur Depression, schon runterziehen kann und auch die Handlung ist nichts für Jedermann. Darüber möchte ich aber gar nichts verraten, es wurde auch schon genug dazu geschrieben.

Die Protagonisten sind meiner Meinung nach perfekt besetzt, die Spannungsbogen stimmen. Das ist ein Film für einen guten Filmabend, wenn man nicht zu empfindlich ist und nicht Probleme mit der düsteren Stimmung hat.

Für mich verdient dieser Film locker seine Vier Sterne!
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