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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
82
3,8 von 5 Sternen
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Es war natürlich vorauszusehen, dass einige auf die Tasten und auf den Tisch hauen, um der Welt mitzuteilen, diese CD sei nicht nötig. Wer der Meinung ist, Weihnachtslieder hätten ausgedient oder müssten zumindest nicht von Bob Dylan zu neuem Leben erweckt werden, muss diese CD ja weder kaufen, noch anhören. Mir jedoch hat sie Weihnachten schon jetzt gebracht. Das mag kitschig klingen und ist es vielleicht auch. Aber wer den Kitsch nicht liebt, baut allzu sehr auf die Vernunft.

Wie sehr Weihnachten mit der Kindheit verbunden ist, merkte ich einmal mehr bei dieser Musik. Denn als ich "Little Drummer Boy" hörte, tauchte ich weg und war plötzlich wieder der vierjährige Knabe, der mitten im Amish-Gebiet im Haus meines Onkels vor dem Tannenbaum saß und mit seinen Cousinen, seinem Cousin und der ganzen amerikanischen Verwandtschaft Weihnachtslieder sang - und trommelte. So ist das eben mit den Erinnerungen an längst verflossene Zeiten. Und ich bin überzeugt davon, dass Bob Dylans Weihnachts-CD auch bei anderen Hörern Erinnerungen und Sehnsüchte wecken wird. Nostalgie kann auch heilende Wirkung haben.

Den persönlichen Zugang etwas zur Seite schiebend, bin ich auch der Meinung, die Dylan'sche Interpretationen der traditionellen Weihnachtslieder sei geglückt. Suche ich angestrengt nach einem Makel, so würde ich ihn im Aufnahmestudio suchen. Aber vielleicht hätte ein Meisterproduzent den Aufnahmen wieder etwas von dem Charme genommen, den sie verströmen. Kommentare zu den einzelnen Liedern erspare ich mir, da andere Dylan-Fans dies bereits super gemacht haben.

Natürlich stellte ich mir ebenfalls die Frage, wie ernst Bob Dylan es mit dieser Überraschung meint. Aber denke ich an all die Interviews der letzten Jahre und an seine Äußerungen als Radiomoderator, so drängte sich ein solches Projekt geradezu auf. Und Geld spielt ja ohnehin keine Rolle, kommen doch die Einnahmen wohltätigen Organisationen wie Feeding America, der englischen Crisis und dem United Nations World Food Programm zugute. Und wenn all die Motzer auch noch spenden, hat sich das Unterfangen noch mehr gelohnt.

Mein Fazit: Da ich zu den Menschen gehöre, die ihre tägliche Portion Kitsch brauchen, bin ich meinem Helden dankbar, dass er mir diese Weihnachten mit seiner CD versüßt, mich in Kindheitserinnerungen schwelgen und von einer besseren Welt träumen lässt. Die Deluxe-Edition kann man sich allerdings sparen, sind doch die fünf Weihnachtskarten mit dem Cover-Motiv sehr viel weniger originell als das Pinup-Girl auf der Rückseite des Booklets im Sankt Nikolaus Kostüm.
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TOP 1000 REZENSENTam 11. Oktober 2009
Daß es vor allem eine Überraschung war, als man erfuhr, daß Dylan ein Weihnachtsalbum veröffentlichen würde, ist ja schon hinreichend besprochen worden. Schließlich ist Weihnachten inzwischen ein höchst kommerzialisiertes und kitschüberschwemmtes Ereignis, das nur noch selten Kontakt zu seinen christlichen Wurzeln hat. Die anschließenden Diskussionen drehten sich vor allem um die Frage, wieso und wozu Dylan jetzt so was mache und ob es einem Dylan überhaupt angemessen sei, so etwas aufzunehmen. Dahinter stand natürlich deutlich sichtbar die viel wichtigere Frage, ob man als Dylanfan so etwas gutfinden kann oder darf. Und ob man kann! Mit dieser Platte habe ich viel weniger Einstiegsprobleme als zum Beispiel mit Together Through Life. Natürlich sind die Arrangements auf dieser Platte kreuzkonservativ (wenn nicht -reaktionär), diesmal konsequent nostalgisch und überschreiten auch oft genug die Grenze zum Gemütlichkeitskitsch. Aber Dylans Gesang ist über jeden Zweifel erhaben, daß er es ernst meint. Hätte Louis Armstrong seinerzeit diese Platte aufgekommen, wäre erst gar nicht die Frage aufgekommen, ob seine Stimme geeignet für solche Art Musik ist. Bei Dylan war es zunächst eine Frage, dabei singt er so viel differenzierter als Armstrong! Voller Hingabe, mit vielfarbig schillernder und oft bemerkenswert warmer Stimme, gekonnt kurzatmiger Phrasierung und niemals ohne Humor krächzt, gurgelt, schnurrt, brummelt und croont er sich durch die Standards und zeigt damit einmal mehr, daß das Zusammenspiel von verlebter Stimme und süßlichen Arrangements höchst interessant und keineswegs lächerlich ist. Das ist die Stimme von jemandem, der durch sämtliche Tiefen des Lebens gegangen ist (um nicht in diesem Zusammenhang zu sagen: durch die Hölle). In der Zeit der höchsten Verunsicherung singt Dylan Erlösungslieder und grinst in Richtung Israel: "Born ist the king of Israel". Die Songauswahl ist geschmackvoll, mir fehlt eigentlich nur "Pretty Paper", von dem ich gern mal eine ultimative Aufnahme hören würde. Bei aller Begrenztheit des Weihnachtsthemas ist das für mich die (vor allem auch gesanglich) abwechslungsreichste Dylan-Platte seit vielen Jahren. Überdies ist sie im besten Sinne höchst weihnachtsmarkttauglich, anders als vergleichbare Scheiben von anderen ernstzunehmenden Künstlern, z.B. Aimee Manns "One More Drifter In The Snow", das viele der hier ebenfalls aufgenommen Lieder enthält, aber im Ganzen eher eine Langweilnummer ist. Von anderen Weihnachtsplatten namhafter Stars gar nicht zu reden, bei denen man sich fragt, was sie überhaupt außer dem Titel mit Weihnachten zu tun haben. Diese hier ist ein überaus stimmungsvolles Beispiel und wird in meinen Ohren nur noch getoppt von der letzten Aufnahme der großen Odetta, "Gonna Let It Shine".
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TOP 1000 REZENSENTam 2. September 2010
...ist nicht gleich gut gelungen. Ja, ein Weihnachtsalbum hat in der üppigen Plattenchronologie Dylans noch gefehlt. Und auch die Idee hinter der ganzen Sachen, nämlich die erreichten Gewinne durch die Verkaufszahlen einer guten und ernstzunehmenden Sache zu widmen, muss man dem großen BOB einfach hoch anrechenen...

Trotzdem kommt mir - und ich würde mich durchaus als echten Dylan-Fan einschätzen - die etwas "kauzige" Interpretation sämtlicher Weihnachts-Klassiker ein bisschen seelenlos vor. Freilich waren meine Erwartungen (wie immer) recht hoch. Immerhin gibt sich hier kein Geringerer als König BOB selbst die Ehre, um teilweise bereits etwas totgespielten, aber zur Weihnachtszeit natürlich trotzdem gern gehörter Weihnachtssongs, wie etwa "Little Drummer Boy" oder "Santa Claus Is Coming To Town" einen kratzig-melancholischen Dylan-Touch zu verabreichen.
Und leider, wenigstens ich sehe es so, ist ihm das nur sehr selten gelungen. Manchmal kommt mir Mr. Dylans Unterton gar ein wenig zynisch vor, was für die Interpretation von Weihnachtsklassikern ein wenig unangenehm befremdlich wirkt.

Natürlich ist "Christmas In The Heart" trotzdem eine schönere Bereicherung fürs CD-Regal als der 15. Rock-Christmas-Sampler mit "Last Christmas" und Co!
Letztenendes aber würde ich dieses durchaus gewagte Dylan-Projekt lediglich als schönen "Nebenversuch" ansehen. Mit seinen letzten (sehr starken) Alben, wie etwa "Together Trough Life" kann sich "Christmas In The Heart" nicht messen.

Betrachtet man dieses weihnachtliche "Spendenprojekt" jedoch als solches, dann ist "Christmas In The Heart" aber sicherlich keine Fehlinvestition und eine Scheibe, die man - unter anderem - durchaus zur Weihnachtszeit in die Stereoanlage einlegen kann...

Fazit: 3 STERNE für dieses gut gemeinte, aber nicht rundum gut gelungene Weinachtswerk!
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am 28. Dezember 2012
Nun hat im Oktober 2009 auch Bob Dylan ein Weihnachtsalbum veröffentlicht. So wie vor ihm Elvis Presley, Johnny Cash, Frank Sinatra, Dean Martin und noch unzählige andere Künstler aus den USA. Natürlich muss man mit Weihnachten etwas anfangen können, Dylans Stimme mögen und auch einen Draht zu „amerikanischen“ Weihnachtssongs haben. Trifft dies nicht zu, sollte man die Finger von dieser Scheibe lassen.
CHRISTMAS IN THE HEART ist eine ernsthafte Platte mit Augenzwinkern. Dylan hat Bezug zu diesen Songs und zum Weihnachtsfest und das kann man hören! Im Kontext seiner Alben ist CHRISTMAS IN THE HEART auch kein Fremdkörper, sowohl SELF PORTRAIT als auch GOOD AS I BEEN TO YOU lassen grüßen. Die Songs sind nicht so glatt produziert wie manch andere Weihnachtsscheibe ( was aber in solchen Fällen auch sehr gut passen kann ), der Sound passt zu seinen letzten Alben. Seine Studioband wurde noch um zwei Musiker und vor allem einem ziemlich weihnachtlich-amerikanisch klingenden Chor ergänzt. Das klingt für mich toll. Besinnliche Songs gibt es auf diesem Album ( z. B. THE CHRISTMAS SONG; HARK THE HERALD ANGELS SING; O' COME ALL YE FAITHFUL; LITTLE DRUMMER BOY ), auch frohe und beschwingte Songs ( HERE COMES SANTA CLAUS mit Swing, WINTER WONDERLAND; anders als bei Elvis, ich mag beide Versionen ) und mit MUST BE SANTA auch eine für manche Weihnachtsohren ziemlich wüste Nummer, die an eine alkoholisierte Weihnachtsfeier mit prima Stimmung erinnert. DO YOU HEAR WHAT I HEAR? ist für mich hier auch ein richtig toller Song! Und liebe Folks who can't understand, Dylan singt diese fünfzehn Lieder mit seiner rauen TOGETHER THROUGH LIFE-Stimme und macht das gut! Dylans Stimme, und ich bin mir sicher, dass er sie ganz bewusst so einsetzt, nimmt den Songs den Schmalz, der auch sein darf und mir auch gefällt, hier aber meistens einer erdigen und lockeren Stimmung weicht.

Durch den Erlös von CHRISTMAS IN THE HEART werden karitative Essensausgaben unterstützt. Dies ist leider notwendig und natürlich sinnvoll und passt auch zur Weihnachtsbotschaft. Das Design des Albums ist auch klasse und passt zur Stimmung der Songs. Man sieht eine europäisch anmutende Schlittenfahrt, die drei heiligen Könige, die dem Stern von Bethlehem folgen, ein amerikanisches Fifties-Pin Up- Girl und ein schwarz-weiß-Foto mit vier vor einem Schaufenster sitzend musizierenden Weihnachtsmännern. Bei der Special Edition gibt es noch kleine Karten mit dem Front Cover Motiv und passenden Umschlägen zum Verschicken der Weihnachtsgrüße.

Ich mag Weihnachten, ich mag Dylan und CHRISTMAS IN THE HEART gehört bei uns seit drei Jahren neben einigen anderen Platten und Liedern zum festen Weihnachts-Repertoire. In diesen Sinn: A Merry Christmas!
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am 10. Oktober 2009
Die gute Nachricht zuerst: Mr. Tambourine Man nimmt wieder Drogen! Die schlechte: Es sind die falschen!" So oder so ähnlich dürften die Kommentare geklungen haben, als die ersten Gerüchte im Internet zirkulierten, dass Bob Dylan (Ja, der Bob Dylan!) eine Platte mit Weihnachtsliedern veröffentlichen würde. So oder so ähnlich habe auch ich gedacht, als ich davon las. Nun ist sie also da: Christmas In The Heart" - außen ein grauenhaft kitschiges Cover mit verschneiter Dorflandschaft, Pferdeschlitten, Kutscher und muffbewehrter Lady. Innen ein Pin-Up-Girl mit Santa-Mütze, rotweißem Mantel und pelzbesetzten Stiefelchen, das dem Betrachter die üppigen Brüste entgegen reckt. Columbia Christmas Recording" lese ich auf dem in festlichem Rot gehaltenen Silberling. Und dann? Here Comes Santa Claus, here comes Santa Claus" röchelt der alte Kannibalenhäuptling, und ein gar lieblicher Engelschor säuselt: Right down Santa Claus Lane". Ja, Onkel Bob nimmt wieder Drogen - aber diesmal sind es die richtigen. Um es kurz zu machen: Diese Platte ist ein Meisterwerk. Hätte Barbara Streisand die gleichen Songs im selben Arrangement aufgenommen, wäre das der ultimative Stimmungskiller unter dem Tannenbaum geworden. Verstaubter Mainstream bis zum Abwinken. Doch Onkel Bob ist nicht Barbara Streisand. (Die, falls Sie das nicht wissen sollten, ebenfalls der jüdischen Kultusgemeinde angehört und somit eigentlich keine Weihnachtslieder singen dürfte.) Dylan - und daran kann kein Zweifel bestehen! -, liebt diese Art von Musik. Wer das nicht glauben mag, sollte mal bei einer der um die hundert Folgen seiner Theme Time Radio Hour" reinhören. Er tut das, was man von einem Genie erwarten darf: Er tut das Unerwartete. Die ausgefeilten, ja, fast zuckersüßen Arrangements konterkariert er mit seiner Totengräber-Stimme und schafft es dergestalt, eine Hommage und gleichzeitig eine ironische und höchst unterhaltsame Dekonstruktion dieser zu Tode genudelten Standards abzuliefern. So wechseln Momente stiller Einkehr (Hark The Herald Angels Sing", The Christmas Blues", The Christmas Song") nahtlos mit Phasen augenzwinkernder Hintertriebenheit (Here Comes Santa Claus", Christmas Island"). Insgesamt handelt es sich um ein höchst homogenes Werk,. Dennoch erlaube ich mir, zwei persönliche Favoriten zu nennen: zum einen die herrlich überdrehte Polkaversion von Must Be Santa" - zweifelsohne die schnellste Nummer, die Dylan jemals abgeliefert hat. (So schnell, dass David Hidalgo an einer Stelle mit dem Akkordeon nicht mehr hinterher kommt! Ein kleiner, kostbarer Moment, der vom Produzenten Jack Frost (!) alias Dylan natürlich nicht korrigiert wurde!) Und zum anderen der ultimative Judy-Garland-Klassiker Have Yourself A Merry Little Christmas", den Dylan mit so viel Gefühl und Empathie singt, dass es einem Tränen in die Augen treibt. Natürlich ist das nur Spekulation, doch ich denke, der Meister hat sich hier ganz tief vor dieser Künstlerin verbeugt, die, wie er, aus Minnesota stammte, und leider viel zu früh an den Folgen ihres Ruhms zerbrach.

Bob Dyan ist 68 Jahre alt. Er hat Millionen Platten verkauft, Reichtum und Ruhm erworben, das Leben von ungezählten Menschen auf die ein oder andere Weise beeinflusst. Er muss niemandem etwas beweisen. Er muss keine Rücksicht auf Wen-auch-immer nehmen. Er tut das, was er tun will - und sein Status als lebende Ikone gibt ihm jedes Recht dazu. Wenn er sich demnächst entschließen sollte, Bach's Goldberg-Variationen auf dem Kamm zu blasen, so what? Größe und Talent kann man nicht kaufen - man muss sie sich verdienen. Merry Xmas, Onkel Bob!
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am 11. November 2009
Also ich mag eigentlich gar keine Weihnachstlieder ausser vielleicht sie sind von Elvis gesungen!
Diese CD wiederum ist außerordentlich gut gelungen, alle, die das Gegenteil behaupten, haben sich diese Scheibe nicht richtig angehört oder nur halb oder haben sich nicht einmal die Mühe gemacht den Titel der CD zu lesen : "Christmas in the Heart" ! Also was erwartet man, wenn man solch' einen Titel liest? Natürlich Weihnachtslieder und keine neuen Songs des Altmeisters.Aber das ist ja auch nicht schlimm, wer keine Weihnachtslieder hören möchte, der braucht auch keine Weihnachts-CD in den Einkaufswagen legen! Ganz einfach.
So,und nun zum musikalischen Teil.Bevor ich die CD gekauft habe, gab es einen Beitrag in einer Berliner Tageszeitung mit dem Fazit : die Scheibe sei nicht doll und es lohne nicht sie zu kaufen.Ich bin Dylan-Fan, zwar erst seit 10 Jahren, aber das ist ja auch egal, jedenfalls musste ich sie haben und kam zu dem Ergebnis, das sie wunderschön ist.Bob Dylan's rauhe,tiefe Stimme verleiht diesen Weihnachtsliedern einen beeindruckenden Klang, der mir das Anhören aller Lieder versüßte.Niemand kann diese Lieder besser singen als Dylan, als ob sie für Ihn geschrieben sind! Keine Weihnachstlieder sind besser als diese, ich liebe diese vollkommen, gelungene CD!
Dies' ist ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Liebenden, selbst für diejenigen, die nicht Bob Dylan mögen, denn letztendlich sind es einzigartige Weihnachtslieder für Jedermann.
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VINE-PRODUKTTESTERam 15. Oktober 2009
Also, jemand meinte es gut mit mir und hat mir die CD geschenkt, weil ich sonst fast keine Weihnachts-CD zu Hause habe, eigentlich nur eine einzige, nämlich das Christmasalbum von Phil Spector als Bestandteil der 4-CD-Back-to-Mono-Box und das kann man ja nicht nicht mit ansehen und da ich sonst Dylan sehr gerne mag, dachte man, das wäre doch was. Nun ja, ist es auch, im Prinzip...

Mir gefällt Dylan wesentlich besser, wenn er Songs singt, in denen er etwas zu erzählen hat. Zudem bin ich kein großer Freund amerikanischer Weihnachtsmusik, egal, ob von Sinatra oder Dean Martin oder meinetwegen auch von Interpreten aus dem Gospelbereich vorgetragen. Und genug Rockmusiker von Heavy Metal über Punk bis Mainstream, die ihr unvermeidliches Weihnachtsalbum aufgenommen haben, gibt es meiner Meinung nach auch schon. Nun also auch Bob Dylan. Das größte Manko solcher Platten ist für mich einfach die begrenzte Benutzbarkeit. Ich kann diese CD eben nur in 1 von 12 Monaten des Jahres einsetzen. Mir reicht eigentlich das alljährliche Gebimmel und Glockengeläut, dass mir das Formatradio fast den kompletten Dezember hindurch serviert. Zugegeben Dylan macht seine Sache eigentlich gar nicht mal so schlecht und ich bin nicht der Meinung, dass diese CD nun gänzlich unhörbar ist, wie einige hier befinden. Dieser Umstand hat für mich zweifelsohne auch mit den hervorragenden Musikern seiner Band zu tun. Und auch wenn Dylans Stimme nun wirklich nicht für das Singen von Weihnachtsliedern prädestiniert zu sein scheint, gibt es doch jenseits des subjektiven Klangerlebnisses einige gute Gründe diese CD zu besitzen:
- wer ein gutes Werk gegen die Armut in der sogenannten industrialisierten Welt tun
möchte; zugreifen. Die Künstlereinnahmen dieser CD sollen in den USA an Feed America
gehen und aus den europäischen Verkäufen an gleichartige Organisationen in
Großbritannien. So heisst es jedenfalls.
- wer zudem Dylan uneingeschränkt toll findet und im Gegensatz zu mir auch kein größeres
Problem mit amerikanischer Weihnachtsmusik hat; auch zugreifen
- die beiliegenden Grußkarten der Deluxe-Edition finde ich auch durchaus putzig, aber
natürlich zu schade, um sie auch zu benutzen

Also, liebe Leute und unerbittliche Kritiker, nehmt Christmas In The Heart gerne wörtlich, nehmt Dylan seinen Ausflug in ungewohnte Gefilde nicht zu sehr übel, sondern seid großherzig im Bewußtsein, dass Dylan damit anscheinend wirklich und hauptsächlich Gutes tun möchte. Und je öfter ich diese CD jetzt höre (und hören werde), versuche ich mir vorzustellen, wie es wohl bei Bob Dylan and his Band während der Aufnahmen im Studio zugegangen sein könnte. Ich glaube, und meine mittlerweile herauszuhören, dass es Riesenspass gemacht haben muss. Apropos Spaß: bin mal gespannt auf die Reaktionen, wenn am ersten Adventssonntag die Winterkinder von Rolf Zukowski meiner Kids aus dem Player fliegen und uns stattdessen Mr. Dylan's Version von Here Comes Santa Claus aus den Lautsprechern entgegen schallt...

Für mich ein Dylan-Album außer Konkurrenz und in herkömmlichen Kategorien nicht zu bewerten. Leider muss man sich trotzdem irgendwie entscheiden und deshalb wähle ich die goldene Mitte.
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am 6. Dezember 2011
Von diesem Album ist wirklich abzuraten. Ich hatte ein Weihnachtsalbum nach altem Bob Dylan-Stil erwartet, aber vielleicht ist dies auch der Fehler.

Bob Dylan war für mich immer aufmüpfige Musik mit Mundharmonika, Lagerfeuerromantik der Revolutionäre und der Antikriegsbewegung. Musik, die mit wenig Mitteln auskommt.

Diese Album dagegen ist rein kommerziell gestaltet und spricht wohl eher die Personen an, die mit Bob Dylans Ideologie nie etwas anfangen konnten. In diesen Aufnahmen kommt sogar ein Pop-Chor mit anschmiegsamen, d.h. angepassten, weiblichen Stimmen vor. Die Musik selbst klingt nach kommerzieller, populärer Country- and Westernmusik, perfekt ausgestaltet. Bob Dylans Stimme wirkt wie die alkoholdurchtränkte Stimme eines alten Mannes, eine Säuferstimme, die kontrolllos scheint.

Irgendwie klingt alles zusammen nicht mehr authentisch...
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TOP 1000 REZENSENTam 8. Dezember 2015
Weihnachten ist oft reine NERVENSACHE -- hiervon weiß offensichtlich auch Mr. Robert Allen Zimmerman alias Bob Dylan oder auch "his Bobness" genannt, ein Lied zu singen. Genau genommen sind es deren fünfzehn, friedlich vereint auf "Christmas in the heart", dem ersten und womöglich auch einzigen Christmas- Album seines gesamten Schaffenskreises. Die Veröffentlichung im Oktober 2009 dürfte im Vorfeld für etwas Beunruhigung unter seinen Langzeit- Fans gesorgt haben : Würde sich "der Meister", gerade frisch gestärkt durch den internationalen Nummer 1- Erfolg seines 33. Studio- Albums "Together through life" (April 2009), nun über das Hintertürchen "Weihnachten" etwa doch noch um eine Anpassung an das Bürgertum bemühen wollen ?

Nein. Natürlich nicht. Wir dürfen aufatmen. Doch die Song- Auswahl, die sich hinter dem traditionell- kitschig gestalteten Cover verborgen hält, ist in der Tat nur allzu bürgerlich : "Here comes Santa Claus", "Winter wonderland", sogar die tiefbesinnlichen "O come, all ye faithful" und "O little town of Bethleham". Ein wenig aus dem Rahmen fällt das selbstbekennende "The Christmas Blues" und das sehr rockende, ungewohnt schnelle und von Vornherein schon überdrehte "Must be Santa". Einen eigenen Titel hat er jedoch nicht beigesteuert.

Auch wenn Bob Dylan es nach Außen hin nicht selbst betonen würde, so ist er ganz gewiss ein Vollblutmusiker. Er hat "Christmas in the heart" eigenhändig produziert und auch die Arrangements sind sehr zu loben. Zu den fein abgestimmten Klängen der Gitarren, Mandolinen, Violinen, Trompeten und diverser Pianos gesellt sich ein vorwiegend weiblicher Harmonie- und Chorgesang, engelhaft und zuckersüß, als befände man sich bereits im Paradies auf Erden,

DOCH DANN .......

rotzt und röhrt und grölt "His Bobness" süffisant, ironisch, SELBSTironisch in jede Aufnahme hinein. Dieser Kontrast ist nicht von dieser Welt ! Bob Dylan führt die heile Weihnachtswelt ad absurdum, d.h. er stellt sie augenscheinlich in das Widersinnige. Was hat der Mann damals für eine Dresche abbekommen -- an viele Kritiken erinnere ich mich noch genau -- und viele dürften seinen Humor mal wieder und noch immer nicht verstanden haben. Mit "Christmas in the heart" wird Weihnachten ganz anders gefeiert. Es bringt jeden Frustrierten schnell zum Schmunzeln, gar zum losgelösten Lachen.

Ein großer Teil des Verkaufserlöses erging an Obdachlosen- Hilfsorganisationen und Bob Dylan singt, als wäre er der allerschlimmste aller Außenstehenden, heiser, alkoholdurchtränkt, vollkommen verkartert. Jeder, wirklich jeder kann da mithalten und mitsingen. Und dennoch -- Respekt ist stets vorhanden. Bob Dylan weiß genau, was er da tut. Er zeigt nicht den Stinkefinger oder lässt die Gitarren lautstark krachend explodieren. Stattdessen karikiert er sich selbst. Natürlich könnte er es stimmlich "besser". Zumindest "besser" als auf diesem Album. Insgeheim lacht er sich wieder selbst ins Fäustchen. Und er belehrt die Menschen nicht zur (aufgesetzten) Fröhlichleit. Vielmehr bringt er die Frustrierten, von denen es mehr gibt, als man denken sollte, zum Amüsieren und zum Tränenlachen. Oder andersherum betrachtet : Wer diese Gesangsdarbietung überstanden hat, den kann auch kein Weihnachten mehr schocken.

Ja, die Platte nimmt schlichtweg allen Druck ! Somit ist JEDER eingeladen, Weihnachten zu feiern oder einfach mal ein bisschen Spaß zu haben. Für alle, die Weihnachten mit gewissen Fragezeichen entgegensehen, nimmt es einen großen Teil des Schreckens. Auch alle Glücklichen, denen -- wie es ja auch sein sollte ! -- Weihnachten absolut gegönnt sei, werden gemeinsam lachen können : über diese himmlische Persiflage, über die gelungenen künstlerischen Arrangements und das vor lauter Süße Triefende, was Bob nur wieder mal im Gesamten durch seinen Gesang scheinbar vergeigt hat. Egal, von welcher Weise man es sieht, es ist wirklich "Weihnachten für das Herz", nur eben völlig anders. Ja, Weihnachten kann kommen ! BOB SEI DANK !
44 Kommentare| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Oktober 2012
Lieber Bob,
mal ehrlich: Das geht doch besser! Hast Du keine Freunde die mal drüberhören bevor du etwas veröffentlichst?
Gibt es bei Deiner Plattenfirma nur noch geldgierige Gestalten und keine Lektoren die zur Not auch mal verhindern,
dass Du Dich unter Wert verkaufst?
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