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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
49
4,6 von 5 Sternen
Große Geschichten 25 - Johann Sebastian Bach [2 DVDs]
Format: DVD|Ändern
Preis:11,20 €+ 3,00 € Versandkosten


am 10. März 2011
Inhalt
Das Genie J. S. Bach - ein lebensfroher, sinnenfreudiger und direkter Mann. Bachs Kompositionen sind ein unerschöpflicher Schatz. Seine Überlegenheit und sein freies Spiel riefen bei den Zeitgenossen Begeisterung, aber auch Verwirrung und Neid hervor.

Bildbewertung:
Wieder einmal erbringt das Label "Studio Hamburg", mit der hier vorliegenden DVD-Box, den Beweis für den eigenen stetigen Anspruch einer qualitativ hochwertigen Kontinuität und Veröffentlichungspolitik innerhalb der Reihe der "Grossen Geschichten". Unter dem Vertrieb von "AL!VE" kommt dieses Mal mit "Johann Sebastian Bach", erneut ein einfach nur als grandios zu bezeichnender TV-Mehrteiler vergangener Tage zur verdient würdigen Veröffentlichung.

Mit der als Vierteiler produzierten Geschichte über das Leben und Wirken von "Johann Sebastian Bach", ist es die nunmehr bereits fünfundzwanzigste Box innerhalb der Reihe der "Grossen Geschichten", welche hier als ein weiteres wahres Schmuckstück aus den Filmarchiven der ehemaligen DDR zur Veröffentlichung kommt.

Die vierteilige Koproduktion entstand in einer Zusammenarbeit des Fernsehens der DDR mit der ungarischen "Magyar Televizion" im Jahr 1983/84. Sowohl das Drehbuch wie auch die Regiearbeit, bei diesem beeindruckenden Vierteiler, entstand bzw. lag in den Händen von Lothar Bellag (1930-2001). Bereits 1976 wurde unter dessen Mitwirkung am Drehbuch und unter seiner Regie, der ebenso beachtenswert gelungene Mehrteiler "Daniel Druskat", mit Darstellern wie Hilmar Thate, Manfred Krug und Ursula Karusseit u.v.a. mehr, produziert.

Der von den beiden DVDs dieser "Grossen Geschichte" zu erlebende Vierteiler über das Leben und Schaffen eines der größten Musikgenies der Weltgeschichte hat mich von der ersten Minute an verzaubert und in seinen Bann gezogen. Neben einem einfach nur als brillant in der Rolle des "Bach" besetzten und aufspielenden Ulrich Thein (1930-1995), begeistern auch all die anderen, bis in die kleinste Rolle hinein überzeugend agierenden Darsteller in dieser hochkarätig und international besetzten Produktion. Es sind die Namen und das Spiel von Schauspielern wie von Hans-Peter Minetti (1926-2006), Angelika Waller, Franziska Troegner, Arno Wyzniewski, Yvetta Kornová oder András Kozák und Wolfgang Dehler (1936-2003), welche hier u.a. zu erleben sind.

In dem 1985 als "Besten Fernsehfilm des Jahres" ausgezeichneten Mehrteiler, gelingt es Regisseur Lothar Bellag gekonnt die Geschichte Bachs interessant im Stile und mit den Möglichkeiten einer TV-Produktion zu erzählen, dabei aber auch tatsächliche und belegte Geschehnisse mit einzubringen. Gerade dieser gekonnte Mix, ohne sich nun allzu sehr und unmittelbar an historische Fakten zu klammern, lässt die Inszenierung in seiner Machart zugleich lebendig und dabei gelungen authentisch und glaubhaft erlebbar auf den Zuschauer wirken.

Das Bild von den beiden DVDs dieser Veröffentlichung kommt mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 380 Minuten und im Format 4:3 zur Ansicht. Am Bild selbst sind die weit mehr als zwanzig vergangenen Jahre seit seiner Produktion nicht ganz spurlos vorbei gegangen. Hier ein Bild wie vom allerneuesten Hollywoodfilm zu erwarten wäre unangebracht. Ich persönlich empfinde die hier zu erlebende Bildqualität, gerade auch in Anbetracht ihres Produktionsalters und in Bezug zu den damaligen technischen Möglichkeiten und Aufzeichnungsverfahren, als im Gesamteindruck durchaus akzeptabel.

Unbedingt erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch, dass Kameramann András Szalai und Regisseur Bellag bewusst und zum Teil sehr gewagt, mit verschiedensten Lichteffekten und sehr oft mit Kunstnebel arbeiten, um stimmungsvolle Szenerien im zu sehenden Bild aufzuzeigen. Insofern ist eine an üblichen Standards gemessene Beurteilung, des von den beiden DVDs der hier vorliegenden Veröffentlichung zur Ansicht kommenden Bildes, nicht einfach.

Die DVD-Menüs wurden passend zu bereits anderen Veröffentlichungen innerhalb der Reihe "Grosse Geschichten" gestaltet. Sie sind mit einigen Animationen und Soundeffekten versehen und dabei übersichtlich und bedienfreundlich. Auf jeder der beiden DVDs dieser Veröffentlichung finden sich je zwei Folgen, die zur Wiedergabe direkt aus dem nach Einlegen in den Player zur Ansicht kommenden Menü heraus einzeln gestartet werden können. Ein Kapitelmenü kommt nicht zur Ansicht, jedoch sind innerhalb der Filme mehrere Marker gesetzt.

So gelungen wie der Vierteiler selbst, präsentiert sich auch die DVD-Box in ihrer Art und Gestaltung. Hier hat man sich wirklich Mühe gegeben und präsentiert die zwei DVDs dieser Veröffentlichung in einem schmucken, aus Hartpapier gefertigten, aufklappbaren Digipack in Buchform. In der Mitte der Box findet sich ein fest integriertes zwölf Seiten umfassendes Booklet mit sehr interessanten Informationen. So gibt es in einer bebilderten "Geschichte der Literaturverfilmungen in der DDR", Auszüge aus dem verlegten Buch "Deutsches Fernsehen Ost", zu entdecken. Neben kurzen Inhaltsangaben zu den einzelnen Teilen finden sich noch die Namen von Darstellern, wie auch die der an der Produktion Beteiligter im Booklet. Einige Hinweise auf weitere DVD-Veröffentlichungen, schließen den Reigen der im Booklet angebotenen Informationen.

Als Extras finden sich auf der ersten DVD einige Trailer zu weiteren Veröffentlichungen aus dem "Studio Hamburg". Die zweite DVD bietet den ca. 19 Minuten laufenden und exklusiv für diese DVD-Veröffentlichung gefertigten filmischen Beitrag mit dem Titel "Dieser Film hat mich nachhaltig bewegt wie kein anderer", ein sehr interessantes Gespräch mit der Schauspielerin Franziska Troegner. Diese spielte in der hier zu erlebenden Produktion, die Rolle der "Anna Magdalena Bach", der zweiten Ehefrau an der Seite von Bach.

Tonbewertung:
In Anbetracht seines Produktionsalters kann der von den DVDs dieser Veröffentlichung zu Gehör kommende deutsche Ton im Format Dolby Digital 2.0 Mono als den produktionstechnischen Möglichkeiten angemessen und akzeptabel beurteilt werden. Er ist in seinen Dialogen zumeist gut verständlich. Vom Klangvolumen her ist er recht ausgeglichen. Insgesamt wirkt er verständlicherweise etwas mittig mit bisweilen etwas distanzierten Klangfarben und zu bemerkenden Nuancen in sich. Untertitel für Hörgeschädigte oder Gehörlose werden von den beiden DVDs dieser Veröffentlichung leider nicht angeboten.

Beachtenswert auch, dass Ulrich Thein als "Bach" in vielen der ihn an Instrumenten spielend gezeigten Szenen gänzlich ohne Double auskam und selbst spielte. So zb. auch Bachs wohl mit populärsten Stücke wie die Toccata d-Moll für Orgel, das Weihnachtsoratorium, die Matthäuspassion oder auch zahlreiche Ausschnitte aus Kantaten, Messen und Konzerten.

Gesamturteil:
Eine einfach nur als grandios zu bezeichnende vierteilige recht frei aber zum Teil auch autobiografisch geprägte Verfilmung über das Leben und Schaffen eines der größten Musiker aller Zeiten geht hier mit "Johann Sebastian Bach" durch das veröffentlichende Label "Studio Hamburg" und unter dem Vertrieb von "AL!VE" an den Start. Die bewegende und beeindruckende Produktion bietet anspruchsvoll und zugleich grandios gelungen produzierte Unterhaltung der Extraklasse auf höchstem Niveau. Ein faszinierend aufspielender Hauptdarsteller und die bis hinein in kleinste Rollen passend besetzten anderen Darsteller, machen diese Veröffentlichung zu einer ganz klaren Top-Empfehlung.

Autor: Torsten
Fernseh-Serien-Auf-DVD.de
11 Kommentar| 42 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 14. September 2017
Eine in diesem Jahr erschienene große Bachbiografie von John Eliot Gardiner wurde in der Kritik auch dahingehend besprochen,dass eine der größten Schwierigkeiten das Fehlen ausreichenden biographischen Materials gewesen sei. Dies ist ein Problem, welches sicher auch bei der Produktion dieser 4teiligen Filmreihe bestand. Was die Coproduktion der DDR-Fernsehens mit dem ungarischen Fernsehen betrifft, merkt man den Filmen diesen "Mangel" nicht an.
Ulrich Thein spielt eine große Lebensbahn des barocken Musikgiganten in seiner ganzen Genialität, in seinem Lernen, Lehren, Leiden mit der Not der anhängigen Beschäftigung, der Hoffahrt der Mächtigen, dem Verlust so vieler seiner Kinder, Franziska Trögner spielt nicht minder überzeugend die Bachin. Die Lebensstationen werden an historischen Stätten in oppulenten Kostümen gespielt. Man greift dabei auch auf andere Ersatzspielstätten zurück. Der Barockgarten Großsedlitz und das Schloss Weesenstein sind solche Ersatzkulissen für die zur Zeit des Filmdrehs nicht mehr repräsentablen Schlossbauten in Köthen. Die damals bei Filmdreh noch nicht wieder vorhandene Frauenkirche in Dresden mit ihrem runden Kuppelbau ist z.B ersetzt durch ein Langschiff, wohl der Kreuzkirche Dresdens. Mit den dem Zustand der Bausubstanz der DDR geschuldeten eingeschränkten Möglichkeiten wurde ein Meisterwerk eines Historienfilmes geschaffen. Dieser besticht besonders durch die unübertreffliche Musik, die von Episode zu Episode in Atem hält.
33 Kommentare| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Oktober 2012
Johann Sebastian Bach - der Übermusiker, der Überkomponist. Der Musik-"Gott", der die Rahmenbedingungen für heutige Pop, Rock, Schlagermusik geschaffen hat. Alle Musik geht auf ihn zurück. Er war der erste, der in allen Tonarten komponiert hat. Vivaldi hat keinen einzigen b-moll-Akkord komponiert. Bei Bach geht es von Fis-Dur nach des-moll und auch sonst in alle anderen Tonarten. Er war einfach DER Musiker schlechthin.

Hilfe, hilfe, jetzt ist aber Schluss mit den Lobhudeleien, sonst merkt man noch, wie begeistert ich von diesem Komponisten bin. Da passt es natürlich, dass ich mich an eine ältere Verfilmung einiger seiner Lebensstationen erinnerte, und als ich vom Bachhaus in Eisenach zurück in heimatlichen Gefilden war, habe ich mir umgehend bei Amazon dieses DVD-Set bestellt.

Diese DDR-Verfilmung dürfte hinlänglich bekannt sein. Gefilmt wurde vom September 1983 bis Juni 1984, und gesendet wurde der Vierteiler 1985. Der Hauptdarsteller, Ulrich Thein, hatte es sich nicht nehmen lassen, in 8-monatiger mühevoller Arbeit sämtliche Stücke für Cembalo und Orgel einzustudieren, sodass man ihn (JS Bach) selbst sehen konnte, wie er das Stück spielt, ohne Cut, ohne die Hände eines anderen. Mit Sicherheit war dieser Schauspieler von der Rolle und dem Komponisten so besessen wie ich (als Fan) ;-)

Als Beigaben erhalten wir auf DVD 1 eine Trailershow weiterer "Große Geschichten"-Filme (die u. a. die Verfilmung des Lebens Mozarts enthalten Grosse Geschichten 33 - Mozart [4 DVDs]) - und auf DVD 2 ein 18-minütiges Interview mit Franziska Troeger (die Bachs zweite Frau Anna Magdalena spielt). Sie hatte sich während den Dreharbeiten in den 24 Jahre älteren Ulrich Thein verliebt und erzählt ausgiebig, wie der Darsteller die Instrumentalpassagen einstudiert hat.

Alles in allem vielleicht der bedeutendste und realistischste Film über JS Bach und sein Wirken - beinahe bin ich geneigt zu sagen, ein Muss für seine Fans (wenn man Liebhaber seiner Musik neudeutsch Fans nennen darf) und ein gewaltiges Epos über den "musikalischen Berserker mit irdischen Problemen".
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am 25. Juli 2011
Bach hatte sicher in erster Linie einen Beruf erlernt, den so viele der Bach-Sippe in dieser Region ausübten, ein Musiker. Die eien waren Schreiner, andere Schmied, und wieder andere Musiker . Mit überlegendem Künstlertum hatte dies wenig zu tun, auch wenn man bei Bach vermuten darf, das mindestens die Spätwerke über die konkrete Funktion als Musiker ein Intention von überlebender Bedeutung hatte.

Wie schon die Chronik der Anna Magdalena Bach von Jean Marie Straub wird der ungeheure Gegensatz herausgearbeitet zwischen der sozialen Stellung dieses Menschen und seinen Werken. In bescheidenen Verhältnisse,kujoniert von deutschen Bürokraten schafft einer Werke, die alle Dimensionen von Enge sprengen und ihn zu einem der wichtigsten Komponisten in der ganzen Welt werden lassen.

Das ist in dieser Verfilmung adäquat gelungen,auch wenn die Leipziger es sicher nicht gerne sehen, wie sehr in kleinkariert bürokratisches Verhalten dem Herrn Bach die Lebensfreude genommen hat.Aber die Bürokraten hatten einen einen Angestellten vor sich, der in der Hierarchie unter ihnen stand und den sie so behandelten.

So etwas einmal zu sehen,wertet das Werk nicht ab,im Gegenteil.Trotz dieser misslichen Umstände wurde ein solches Werk von weltweiter Bedeutung geschaffen.

Damit gehört dieser Film zu sehr kleinen Gruppe angemessener Porträts und nicht zur deutlich grösseren Gruppe verkitscher und komplett verfälschender Storys über die Größen der Kunst. Die meisten Filmemacher meinen, nicht ganz zu Unrecht,realistische Porträts würden noch weniger Menschen in die Kinos bringen. Die Zahl wirklich Kundiger und Interessierter ist prinzipiell zu klein, ein solches Projekt zu finanzieren.

Deswegen ist dies ja auch eine Fernsehproduktion, die nicht unter diesem ökomischen Diktat steht.

Da der Film keine Dokumentation ist, wird von ihm nicht historische Genauigkeit zu fordern,wobei man ja eigentlich so viel Details über Johann Sebastian Bach gar nicht weiss.

Was die Filmmusik angeht, beschränkt sie sich erfreulicherweise nicht nur auf die highlights wie Toccata d-moll ( die Fuge wird ja bei solchen Gelegenheit nie gespielt, zu lang).Die Interpretationen reissen nicht vom Hocker, aber hier steht das Porträt im Vordergrund und nicht die Interpretation der Musik.

Wegen der erfreulichen Stimmigkeit des Films die volle Punktzahl.
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am 6. April 2017
Großartig! Das beste, was man je über Bach auf der Leinwand gesehen hat! Informativ und unterhaltsam wird der schwierige Lebensweg und das Schaffen dieses wunderbaren Musikgenies nachgezeichnet.
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am 2. Juli 2011
Unglaublich gut gespielt! Bemerkenswert auf wieviele Details im Leben Bachs geachtet wurde. Bravo an den Regieseur, Produzenten und die tollen Schauspieler, die - wie ich vermute - auch sehr gute Musiker sind. Ich bin ein großer Bach-Fan und das hat mich mehr als überzeugt. Da kommen Filme wie Amadeus etc. - meiner Meinung nach - nicht ran.
Bitte mehr solche Filme produzieren!
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am 24. Oktober 2012
Manches wirkt zwar gestellt, wie Schulfernsehen (manchmal werden bestimmte Fakten in kurzen Dialogszenen übermittelt, die von der Handlung keine Bedeutung haben, sondern nur der Übermittlung dieser Fakten dienen), aber einiges - vor allem gegen Schluss - wird dann doch ausdrucksvoll. Positiv ist auf alle Fälle, dass man versucht hat, Bach im alltäglichen Leben zu zeigen und der Versuchung widerstanden hat, ihn zu glorifizieren.
Seltsam ist der häufige Nebel. Es sieht natürlich schön aus, wenn Sonne durch Nebel in ein Zimmer scheint, aber wenn das immer wieder, in fast jeder Szene vorkommt, fragt man sich doch, was das soll. Ist es der Versuch, Ungenauigkeiten oder historische Unkorrektheiten in Einrichtung oder Umgebung zu kaschieren?
Noch eine Kleinigkeit am Rande: ziemlich zu Beginn wird Bach gezeigt, wie er an eine Orgel geht, einen Schalter o.ä. bedient, sich dann auf die Orgelbank setzt, Register zieht und zu spielen beginnt. Das ging damals noch nicht. Wer damals Orgel spielen wollte, brauchte Hilfe: 2 - 3 Leute, die den Blasebalg bedienten. Einfach so anschalten und anfangen wie heute, wo die Luftversorgung der Orgeln per Elektromotor funktioniert, war nicht möglich...
Noch eine Kleinigkeit: es werden zwar viele Kerzen gezeigt. Aber ob die die Räume dermaßen erhellen konnten, bezweifle ich.
Den Schluss habe ich nicht ganz verstanden: Anna Magdalena geht zum Grab ihres Mannes und dann durch ein Kornfeld, in dem sie langsam verschwindet. Mein erster Gedanke: ob das Kornfeld die reiche (musikalische) Ernte ihres Mannes symbolisieren soll? Im Interview mit Franziska Troegner heißt es allerdings, dass das keine weitere Bedeutung habe, es sehe eben nur schön aus. Ein Chor singt dazu "Et resurrexit tertia die" aus Bachs h-Moll-Messe -ich hielt es für eine Andeutung, dass Bach musikalisch glanzvoll auferstehen werde, was ja einige Zeit nach seinem Tod auch geschehen ist. Aber vielleicht hat auch das keine weitere Bedeutung und ist nur einfach schön...
Schwierig ist die Überfülle an Personen, die manchmal nur einmal auftreten oder erwähnt werden - vermutlich, damit sie einmal aufgetreten sind bzw. erwähnt worden sind. Und da sie, wenn sie auftreten, alle fast immer Perücken tragen, ist es beim ersten Sehen schwer, sie auseinanderzuhalten.
Dennoch würde ich den Film empfehlen. Er zeigt in etwa, wie es hätte sein können. Ohne Glorifizierung. Wie ein großer Komponist gelebt hat, im Alltag, mit Erfolgen und Misserfolgen, Anerkennung und Frust, wie das Leben so spielt. Auch ein Bach musste wahrscheinlich Holz hacken - und hat dennoch überwältigend tolle Musik geschrieben...
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am 16. März 2012
Hervorragende Schauspielleistungen, wunderbare Originalmusik von Bach, insbesondere starke Orgelstücke und eine rundum gelungene historische Handlung, zeichnen diesen DDR-Vierteiler aus.
Anspruchsvoll und einfühlsam wurde das Leben von Bach verfilmt. Die Serie schafft es, die Einzigartigkeit der Bachschen Musik auch musikalisch und von der Stimmung her einzufangen. Das ist ein Genuß für Augen, Ohren und Verstand.
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am 29. Dezember 2011
Diese Verfilmung ist bewusst "langatmig" und eben darum scheint sie mir das Zeitgefühl des 18. Jahrhunderts treffend wiederzugeben, das der der Film in seiner ruhigen, unspektakulären Erzählweise mit langen Einstellungen widerspriegelt. Der Film - der für einen Fernsehfilm von außerordentlicher Qualität ist - schafft es, den Zuseher - der jedoch (historische) Empathie und Geduld (ob des anderen Zeitgefühls) braucht - in eine andere Zeit zu versetzen. Die Charaktäre wirken glaubhaft und der Hauptdarsteller gleicht Bach auch im Äußerlichen. Was etwas gewöhnungsbedürftig war, ist die starke Beleuchtung der Innenzimmer so wie der stänidge Rauch, bewusst gewählte Stilmittel, die teilweise etwas zu stark eingesetzt wurden, aber der Wirkung des Filmes keinen Abbruch tun. Was die historischen Tatsachen betrifft, so fehlt mir die nötige Kenntnis, um die historische Korrektheit zu beurteilen. Sie scheint mir aber weitgehend gegeben zu sein. Auch sind der Film und das von mir kürzlich besuchte Weimar und das Eisenacher Bachhaus stimmig. Alles in allem: Ein Topfilm, der den Vergleich mit "Amadeus" nicht zu scheuen braucht (und bei diesem wohl ob seiner Authenzität auch besser aussteigen dürfte).
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am 25. November 2009
Auf zwei DVD's sind die vier Teile eines Filmes des DDR-Fernsehens verewigt, der wahrscheinlich seinesgleichen lange suchen muss. Ulrich Thein brilliert hervorragend als J.S.Bach, den er dank seiner musikalischen Vorbildung nicht nur schauspielerisch, sondern auch musikalisch überaus glaubhaft darstellt. Diese Tatsache allein sucht m.E. schon seinesgleichen. Auch für Anna Magdalena, Bach's zweite Frau, konnte keine hervorragendere Persönlichkeit als Franziska Troegner besetzt werden. Selbst kleinste Nebenrollen sind bestens gespielt. Nicht zuletzt wird dieser Film in einer Ausstrahlungskraft und Authentizität durch das großartige Können von Regie und Kamera untersetzt.
Ich habe mir die DVD's mehrmals angesehen und war jedes Mal emotional tief bewegt.
Bedenkt man das Produktionsjahr 1983/84, so bleibt nur noch zu sagen, Hollywood brächte es keinesfalls besser. Mein Fazit: Absolute Meisterleistung ohne Schnörkel
Grosse Geschichten 25 - Johann Sebastian Bach
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