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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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Eins vorab: die neuen 2009er Stones-Remasters klingen wirklich etwas differenzierter als die '94er Auflage (mit der ich auch schon gut leben konnte) - erstaunlich, was aus den Bändern noch alles rauszuholen ist. Auf der anderen Seite sind die Songs nun noch stärker komprimiert als bisher, was okay sein mag beim Autofahren oder im Fitnessstudio, aber zu Lasten der Dynamik geht. Geschmackssache. Bei dieser Ausgabe fällt Star Star auf, das mir von den US-Bändern übernommen zu sein scheint. Ich hatte immer von einer für die US-LP zensierten Version gelesen, und der "John Wayne" in der Zeile "I'm makin' bets that you gonn' get John Wayne before he dies" wurde leicht, vor allem aber wurde die Zeile "I bet you keep your pu**y clean" deutlich hörbar verfremdet (was den Fokus natürlich umso mehr auf diese Zeile lenkt) - CD-Premiere!

Ihr Status als Steuerflüchtlinge hatte die Stones '71 für die Aufnahmen zu "Exile on Main St" nach Frankreich geführt und Ende '72 für "Goat's Head Soup", das letzte von Jimmy Miller produzierte Stones-Album (und das letzte für lange Zeit, auf dem die Bläsersätze eine feste Größe waren), nach Jamaika. Auf den Vorwurf hin, die Qualität der Stones-Songs ließe langsam nach, räumte Keith später ein, es sei auch schwer, gute Songs zu schreiben, wenn der Songschreibepartner (anders als in den Sechzigern) den größten Teil des Jahres in einem anderen Land verbringe.

Jahrelang empfand ich den Sound des Albums als etwas muffig und manche Songs als leicht unfertig; mit der Zeit hat "Goat's Head Soup" bei mir aber einen Reifeprozess durchlaufen und ist gewachsen. Exemplarisch dafür steht Keiths sehr persönliches Coming down again, das ich früher eher langatmig fand, wenig Text und viel Leerlauf; mittlerweile finde ich es sehr atmosphärisch und genieße jede Sekunde, besonders Bobby Keys' Saxophon-Passagen.

Winter ist eine weitere atmosphärische Stones-Ballade, die sich mit der Zeit so richtig entfaltet. Das abgefahrene, leicht psychedelisch anmutende Can you hear the Music hätte ich mir auch gut auf "Their Satanic Majesties" vorstellen können.

War Sympathy for the Devil beunruhigend und bedrohlich und haben sich Mick und Keith Ende der Sechziger wirklich für Okkultismus interessiert, wirkt Dancing with Mr. D. eher wie eine Pose, wie ein müder, etwas statischer Abklatsch davon; mehr als ein billiger Gruselschocker mit Glam-Rock-Schick ist trotz Schreien aus dem Hintergrund nicht dabei herausgekommen. (Funktionierte live besser.) Vielleicht brauchten die Stones eine Erklärung für den Albumtitel; "Ziegenbockkopf-Suppe" (auf dem beigefügten widerlichen Foto entsprechend illustriert) soll irgendwas mit einem auf Jamaika praktizierten Voodoo-Ritual zu tun haben.

100 Years ago besteht aus zwei Teilen und hat Feuer, auch wenn der Song fertig ist, bevor er richtig gar ist; Mick Taylor bekommt hier, wie auf dem ganzen Album, erfreulich viel Spielraum. Mick Jagger scheint sich die Zeile "don't you think it's sometimes wise not to grow old" Jahrzehnte später zum Lebensmotto erkoren zu haben.

Angie, eine der erfolgreichsten Stones-Singles (UK Nr. 2, US Nr. 1) liebe ich, seit ich es zuerst im Radio hörte. Ich kann verstehen, wenn Leute es kitschig finden; ich würde es wohlwollend als "Edelkitsch" bezeichnen - vielleicht, weil Mick Jagger mir das Gefühl gibt, dass er hier zur Abwechslung mal mit echtem Gefühl über eine reale Person singt (ob es Angela Bowie war, sei dahingestellt). Lenny Kravitz stellte ganz richtig fest, dass Mick weder vorher noch nachher mit solcher Intonation gesungen hat. Bei genauem Hinhören hört man ihn auf dem linken Kanal im Hintergrund zu Keiths Akustikgitarre mitsingen. (Seit "Stripped" spielen die Stones live eine um eine Dreiviertelminute gestraffte Fassung.)

Die B-Seite von Angie, Silver Train, soll wohl daran erinnern, dass die Stones auch Bluesrock können, viel passiert nicht; diesmal hätten sie aus den drei Akkorden etwas mehr rausholen können. Johnny Winter hat's besser gemacht. Hide your Love klingt ein wenig, als hätten die Stones ein Jagger-Piano-Demo nachträglich mit Bandbegleitung unterlegt; ich mag den rumpelnden Charme.

Die andere Single war Heartbreaker, das (trotz des etwas pseudo-sozialkritischen Textes) nicht zuletzt dank Billy Prestons Tastenarbeit (der auf diesem Album ebenfalls viel Spielraum bekommt, ebenso wie Nicky Hopkins am Piano) eine düstere Atmosphäre erzeugt. Auf Bootlegs aus den Siebzigern klingt es aufregender als auf dem Album; heutige Liveversionen sind zu zahm (s. z.B. "Four Flicks"-DVD.)

Den Gute-Laune-Boogie Star Star, mit seinem über den Stereokanal gezogenen Chuck Berry-Intro und dem augenzwinkernden Text über Groupies, werde ich immer lieben. Der nötige Humor, das Lied unter seinem Originaltitel Starfucker zu veröffentlichen, fehlte damals der Plattenfirma ebenso wie den Sendern, es im Radio zu spielen. Jagger kommentierte den Text später, das sei eben das, was er erlebe, und darüber könne er auch genauso gut schreiben.

Through the lonely Nights, ein Outtake aus diesen Sessions, erschien ein Jahr später als B-Seite von It's only Rock'n'Roll und ist mittlerweile auf "Rarities 1971-2003" zu finden.

An der Covergestaltung fand ich immer schade, dass die Stones meinten, Mick Jaggers Gesicht als alleiniges Aushängeschild verwenden zu müssen; immerhin ist Keith (samt seinem restaurierungsbedürftigen Gebiss) auf der Rückseite (so wie später nochmal auf "TATTOO YOU") und die Band in der Mitte des Klappcovers abgebildet. Es lohnt sich, dem Album etwas Zeit zum Kennenlernen zu geben. Laut Bill Wyman (in "Rolling with the Stones") soll es sogar das viertbestverkaufte im Stones-Katalog sein! Mir persönlich gefällt es besser als "Exile on Main Street", auch wenn ich damit wohl ziemlich allein stehe.
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am 29. Dezember 2005
Im allgemeinen wird dieses Album als der "Beginn der musikalischen Abstiegs der Stones" gesehen. Warum dies so ist, habe ich allerdings nie verstanden. "Goats Head Soup" ist meiner Meinung nach das musikalisch abwechslungsreichste Album der Stones und begeistert mich nachwievor. Zu den einzelnen Nummern

1) Dancing with Mr. D: naja, diese Nummer ist zugegebeneremaßen recht schwach. Irgendwie düfte man da das Thema von "Sympathy for the Devil" nochmals aufgegriffen haben, wobei aber Melodie und Text banal und langweilig sind.

2) 100 years ago: Fantastische Nummer! Die Nummer steigert sich allmählich von einem behäbigen "Mary and I, we would sit upon a gate - Just gazin' at some dragon in the sky" zu einem "You're gonna kiss and say good-bye, oh Lord, I warn you" unterlegt von Taylors Gitarrenspiel und förmlich gepfaucht von Jagger.

3) Coming down again: Richards ist diesmal dran und überrascht mit "richtigem", einfühlsamen Gesang. Ich mag die Stimmung des Songs und die recht einfache, aber schön getragene Melodie

4) Doo Doo Heartbreaker: gut strukturierter, von Bläsern getragene Rocksong von Jagger perfekt rübergebracht. Fetzt!

5) Angie: immer schon ein "umstrittener" Stones-Song. Den Hardcore-Fans ist er zu schmalzig. Diejenigen, die "Angie" mögen, mögen oft nicht die typische Stonesmusik - ich finde, daß der Song einfach eine nette, melodiöse Pop-Nummer hat

6) Silver Train: sticht nicht hervor und stört nicht

7)Hide your love: Ich glaube auf dieser Nummer spiele Jagger selbst Piano - ebenfalls unter der Rubrik: sticht nicht hervor und stört nicht

8) Winter: ich denke ich bin einer der wenigen Stones-Fans der Winter zu seinen Favorites zählt....jedenfalls kenne ich kaum einen Song mit einer solch dichten, eigenen Atmosphäre. Das Gitarrenspiel ist einzigartig und ich finde ihn absolut nicht kitschig. "Winter" lebt ebenfalls von Taylors Gitarrenspiel und Jaggers etwas melancholischem Gesang

9)Can you hear the music: klingt irgendwie psychodelisch mit seltsamen Flöten. Ich nehme stark an, daß beim Abmischen der Nummer nicht nur reine Kreativität im Spiel war.

10) Star Star: ein Klassiker, der wohl die Formel "Sex&Drugs&RockŽn Roll" perfekt wiedergibt. Der Song ist simpel aufgebaut, aber er lebt von Jaggers vollmundigem "Yeah! You're a star fucker, star fucker, star fucker, star fucker, star

Yeah, a star fucker, star fucker, star fucker...." - halt ein Klassiker!

Alles in allem 4 Sterne, weil das Album auch einige Schwächen hat. Wer aber eine abwechslungsreiche Stones-Platte haben will, ist mit "Goats Head Soup" gut beraten.
22 Kommentare| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Wenigstens für meinen Geschmack wurde und wird GOATS HEAD SOUP gar ein bisschen streng begutachtet - auch von bekennenden Stones-Freunden!

Logisch: EXILE... hatte ein großes Vakuum hinterlassen, das beim besten Willen nicht mit einem Schlag auszufüllen war. Und dennoch beinhaltet GHS genügend Lässigkeit und (ich glaube BEWUSSTE) Abgebrühtheit, um die ewige Forderung nach einem 2. EXILE... gleich im darauffolgenden Jahr verstummen zu lassen (auch, wenn das damals nicht ganz so geklappt hat).

Es sind doch wirklich ein paar hübsche Songs auf der Platte. Und ich meine damit keineswegs etwa "Angie", das meist ohnehin nur Oberflächen-Stones-Fans als "Superhit" bezeichnen (von den Verkaufszahlen der Single mal abgesehen).
Und was bitteschön ist so schlecht an "Dancing With Mister D", dem ungezwungenen spielfreudigen Eröffnungstrack, oder was ist mit "Doo Doo Doo (Heartbreaker)", das mit einem herzerfrischenden Gitarrenpart, der an frühe Computerspielmelodien erinnert, eröffnet wird?
Oder: "100 Years Ago" - eigentlich ein Ohrwurm zum Immerwiederhören. Oder: "Hide Your Love" und "Winter", die, wenn sie auf EXILE... erschienen wären, heutzutage wohl auch Kultstatus besäßen.
Oder: der Skandalsong "Star Star", der ja eigentlich mit "Starf*****" betitelt worden war? Ein schmutziger Stones-Rocker vom Feinsten!
Da ist z.B. die vielgelobtge Zugabe der aktuellen EXILE-Deluxe-Version um einiges schwächer ausgefallen, wie ich finde!

Mag sein, dass Keith ausgelaugt und müde und nicht so richtig bei der Sache war. (Wie viele Interpretationen der Album-Cover-Rückseite, wo er u.a. wie [Zitat] "ein abgebranntes Streichholz" wirkt, sind da nicht schon angestellt worden...). Aber da waren ja noch die beiden Micks (Jagger und Taylor), Charlie, Bill, Bobby Keys und Billy Preston!
Musikalisch kann man den Stones auf GHS - so finde ich - jedenfalls nichts vorwerfen.

Ja, es ist kein Überdrüber-Mörderalbum. Aber nach 4 so starken Vorgängerwerken war es wohl höchste Zeit, um einmal durchzuschnaufen. (Oder, wie es ein anderer Rezensent sinngemäß so schön formuliert hat: "Sie kamen musikalisch wieder auf die Erde zurück...").
Gleichzeitig halte ich GHS mindestens für ebenbürtig mit seinem Nachfolger IT'S ONLY ROCK & ROLL oder auch dem oft etwas zu sehr gehypten SOME GIRLS (1978).

Meine Empfehlung jedenfalls: Wenn man noch nicht alle Studioalben der Rolling Stones besitzen sollte, ist es klüger sich z.B. GHS zuzulegen, bevor man zu einer der vielen eher unnötigen Hit-Collections greift!

Fazit: GHS ist lässig und es besteht eben nicht nur aus "Angie", das ich - wie schon erwähnt - keineswegs herausragend finde (überhaupt wird oft viel zu viel Wind um einzelne Songs auf den Scheiben gemacht!). Es wirkt insgesamt ein bisschen wie eine gewollte kleine Verschaufpause, die als Gesamtkonzept zum Mehrfachhören und Mitsummen einlädt! GHS ist näher dran an EXILE... als sonst irgendein Stones-Album (abgesehen von STICKY FINGERS vielleicht).

Meine Bewertung deshalb: 3-4 Sterne, wobei ich - um meinen positiven Standpunkt gegenüber dem Album zu verdeutlichen - hier zur positiveren Bewertung tendiere!
Für Fans sowieso ein Muss! Für Leute mit lückenhaften Stones-Sammlungen wohl auch eine lohnende Investition. Hören Sie mal rein!

---------------ANHANG für Fans & Interessierte-----------------------

Abschließend möchte ich noch kurz auf die einzelnen Songs des Albums eingehen und so einen kurzen - und vor allem für Fans hoffentlich interessanten - Einblick geben. Die Bewertung erfolgt dabei in Anlehnung an die bewährte amazon-Skala (1-5 Sterne).

1. DANCING WITH MR. D +++/++++
Vielleicht hört man schon beim Starttrack den gewählten Aufnahmeort am deutlichsten heraus. Atmosphärisch fühlt man sich hier jedenfalls schnell nach Jamaika versetzt - auch ohne Reggae-Klänge. "Dancing With Mr. D" klingt, als ob es die Stones (vor allem Keith - hört euch die verwaschen-coolen Riffs mal genauer an) bekifft eingespielt hätten, was ja gar nicht so weit hergeholt scheint, wenn man die Entstehungsgeschichte des Albums ein wenig verfolgt. Seinen Reiz und Charme verliert der Song aber trotzdem nicht. Vermutlich wäre "Heartbreaker" der passendere Opener gewesen oder zumindest eher das, was sich viele Fans am Anfang einer Stones-Scheibe erwartet hätten. Dennoch halte ich die Nummer für unterschätzt (auch, wenn ich da ziemlich einsam dastehe, wie's ausschaut) und glaube, dass sie gar nicht so schlecht hierher passt. Funktioniert vor allem LAUT sehr gut! Cooler Einstiegstrack.

2. 100 YEARS AGO ++++
Ein wunderbarer, leichtbekömmlicher Track, den Mick zudem wunderhübsch singt. Auch das Piano und der Schlagzeugsound passen phantastisch zu dieser erfrischenden Stones-Ballade, die meines Erachtens das ebenfalls hierauf enthaltene "Angie" in den Schatten stellt. Ungerechterweise zu oft und zu gern übersehen! Wäre wahrscheinlich auch eine prima Live-Nummer (wenn man sie denn nur einmal spielen würde)... Mindestens ein Geheimtipp!

3. COMING DOWN AGAIN +++
Der Song beginnt sensationell (tolles Pianospiel, schöner Basssound) und schafft am Anfang eine bitterzarte Atmosphäre zum Dahinschmelzen. Keith singt gefühlvoll wie eh und je. Leider wirkt der Titel als Ganzes jedoch ein wenig unstrukturiert und so tümpelt er in fast 6 Minuten Spielzeit ein bisschen unausgegoren vor sich hin. Insgesamt trotzdem (meist) unterbewertet!

4. DOO DOO DOO DOO DOO (HEARTBREAKER) ++++
Versetzt einen kurzzeitig in ein Großstadtflair (New York wird ja im Text auch explizit erwähnt). Der Track ist klasse aufgebaut und wird mit einem Gitarrenriff, das entfernt an frühe Computerspielmelodien erinnert, innovativ anmutend eröffnet. Auch die Bläser sind nicht zu verachten. Wurde (abgesehen von früher) im Zuge der Fourty-Licks-Tour auch ein paar Mal live gespielt. Zählt zumindest zum erweiterten Klassiker-Kreis unter beliebten Stones-Songs!

5. ANGIE +++
Für nicht wenige der einzige Kaufgrund für GOATS HEAD SOUP. Für mich jedoch das schlechteste positive Argument für diese Scheibe. Wenn überhaupt, dann hör ich mir lieber die Live-Versionen auf STRIPPED (auch, wenn's da vielleicht nicht ganz live ist) oder LIVE LICKS an. Insgesamt nicht schlecht, aber keinesfalls ein Stones-Klassiker und schon gar nicht die beste Stones-Ballade überhaupt!

6. SILVER TRAIN +++
Eröffnet die B-Seite, die als Ganzes (bis auf eine Ausnahme), wie ich finde, gar nicht so schlecht auf EXILE gepasst hätte. Schöner, verwaschener und warmer Stones-Sound trifft hier auf eine gefällige, aber nicht überragende Komposition. Die Harp im Hintergrund imitiert passend zum Songthema das Pfeifsignal eines Zuges... In sich stimmig und passt gut aufs Album, allerdings nicht wirklich aufregend.

7. HIDE YOUR LOVE +++++
Ist mittlerweile zu meinem Liebling auf GOATS HEAD SOUP geworden (ja, wirklich!). Ein herrlicher, atmosphärischer Blues, der mehr Live-Bühnenpräsenz verdient hätte. Ein sehr zeitloser Song mit tollem Klangcharakter. Angeblich ist es Mick selbst, der sich hier am Piano versucht (sehr lässig!), zudem singt er großartig... Stark!

8. WINTER ++++
Irgendein Rezensent hier hat behauptet, er glaube, dass er der einzige Stonologe sei, der "Winter" mag. Hier meine Antwort: Nein - ich mag's auch (also keine Sorge)!
Schöner, herzerwärmender Einstieg. Eine wunderbare, schändlich übersehene (bis auf eine rühmliche Ausnahme ;)) Ballade (wenn ich's so nennen darf). Wiederum um einiges besser als "Angie" und mindestens ebenso gut wie z.B. das oft gepriesene "Beast Of Burden" von SOME GIRLS. Das einzige mir bekannte "Weihnachtslied" (in einem weiteren Sinne freilich) der Steine. Kann man das als echter Stones-Fan ernsthaft nicht mögen? Super Atmosphäre!
Anm.: Wie bei "Angie" bekommt man hier auch Streicher im Hintergrund zu hören. Gelungen!

9. CAN YOU HEAR THE MUSIC ++/+++
Beginnt orientalisch angehaucht (meinetwegen auch ein bisschen "psychedelisch", wenn man so will) und stellt somit einen kleinen Bruch zum vorangegangenen "Winter" dar. Generell klingt der Sound hier ruppiger und härter, was aber gerade den Song an sich ausmacht. Nüchtern betrachtet schon ein bisschen belanglos, aber Stones-Tracks gibt's auch schlechtere - zudem passt er nicht so schlecht aufs Album...

10. STAR STAR +++/++++
Einst "Starf*****" betitelt. Entsprechend geht es in diesem Song um Groupies bzw. singt sich hier Mick seinen Frust über schlechte Erfahrungen mit ebensolchen von der Seele - und das geht, wenig überraschend, gut auf. Eigentlich ein typisch schmutziger Stones-Rocker mit dynamischen Riffläufen, solider Rhythmusarbeit und einem böse züngelnden Mick Jagger im Vordergrund. Wer Songs wie "When The Whip Comes Down" (auf SOME GIRLS zu finden) mag, wird mit Sicherheit auch hiermit etwas anfangen können. Wurde auch live eine Zeit lang regelmäßig gespielt. Ein gelungener Abschluss für ein weithin unterschätztes Stones-Album...

Endresümee:
Auch, wenn GOATS HEAD SOUP in seiner Gesamtheit ein wenig schlaff und uninspiriert daherkommen mag, ist es neben den beiden überirdischen Vorgängern (STICKY FINGERS, EXILE) das beste offizielle Stones-Album der 70er-Jahre.
Die Scheibe präsentiert sich ohne Überlängen und/oder Durchhänger und erinnert stellenweise sogar ans (für mich) große EXILE. Andererseits verfügt es - wenigstens in Auszügen - über innovative Ideen und Ansätze, die ein Stück weit auch die Weiterentwicklung der Band offenbaren.

Für mich in jedem Fall besser und interessanter als z.B. IT'S ONLY R+R oder SOME GIRLS (ja, wirklich!). Eines der unterschätztesten Alben der Rolling Stones - leider (offensichtlich) immer noch!

P.S. Mittlerweile schwanke ich nicht mehr zwischen 3 od. 4 Sternen. Ich würde gegenwärtig ohne zu zögern sofort zum höheren Bewertungsmaß tendieren!
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am 17. Mai 2001
Goats Head Soup ist meiner Meinung nach eine Platte, die in Bezug auf die Beurteilung durch die Kritiker dem ultimativem Stones Klassiker und Goats Vorgänger "Exile on Main Street" ähnelt: Von den Kritikern verrissen ist die Platte viel besser als ihr Ruf. Und das nicht nur aufgrund von "Angie" oder Starfucker, sorry "Star Star". "Doo Doo Doo" ist genial, allein schon durch Jaggers wütenden Gesang, "Hide your love" groovt ohne Ende und hat ebenso wie "Winter" einen wunderschönen Klavierpart. "Silver Train" geht ins Ohr und läßt einen lange nicht los. "Star Star" hätte Chuck Berry nicht besser hinbekommen, der Song verursacht bei mir immer wieder Mitgröhl- und Tanzorgien. Tja, und "Angie" ist einer der größten und neben "Satisfaction" einer der bedeutsamsten Titel der Stones, da eine neue Käuferschicht die Stones entdeckte. Nur bei "Dancing with Mr.D" und "Can you hear the music" scheinen etwas zuviel Drogen im Spiel gewesen zu, da diese Titel im Vergleich zu den anderen stark abfallen.
Insgesamt jedoch ist "Goats Head Soup" ein vorzügliches Album, das man zwar nicht auf eine Stufe mit den Klassikern aus den Jahren 68-72 stellen sollte, aber weit besser als viele nachfolgende Werke ist. Ein qualitativ ähnlich gutes Album haben die Jungs erst wieder 1978 mit "Some Girls" vorgelegt.
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am 13. Mai 2001
"Goats Head Soup" zählt für mich zu den besten Scheiben, die die Stones je veröffentlicht haben. Und dies liegt nicht nur an der Superballade "Angie", sondern vor allem am kompakten Gesamteindruck, den die LP hinterläßt. Vor allem die provokante Anspielung auf den Hollywood-Schauspieler Steve McQueen in "Star Star" verdient Bestnoten. Mein persönlicher Lieblingstitel: "Winter". Melancholisch mit Streichern unterlegt ein absoluter Gänsehauttitel.
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am 18. Februar 2012
Wer die ab "Sticky Fingers" (1971) erschienenen Alben der Rolling Stones in bestmöglicher Soundqualität hören will, der muss richtig tief in die Kasse greifen. Die von Universal Music seit einiger Zeit veröffentlichten SHM-SACDs erscheinen nur in Japan und sind daher hierzulande leider nur zu teuren Importpreisen erhältlich.
Dank der DSD-Transfers von den originalen Masterbändern lassen sich die altbekannten Stones-Alben jetzt ganz neu erleben. Der Mehrgewinn an Transparenz, Dynamik und auch räumlicher Breite gegenüber den "normalen" CD-Versionen ist unüberhörbar bis spektakulär. Meine anfängliche Skepsis ob der zu berappenden Investitionssumme für diese SHM-SACDs ist nachhaltiger Begeisterung gewichen!

Diese SHM-SACD-Reihe umfasst aktuell alle Studio- und Live-Alben der Rolling Stones von "Sticky Fingers" bis "Dirty Work", weitere Alben werden wohl noch (hoffentlich!) folgen.

Obacht: diese SHM-SACDs sind keine Hybrid-Scheiben und daher nur auf einem SACD-Player abspielbar.
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am 1. August 2016
Dieses Album von '73 ist der Nachfolger von 'Exile on Main St.', welchem hier gegenwärtig mit 140 Rezensionen gehuldigt wurde.
Gerade mal ein Viertel äußerten sich bislang zu "Goats Head Soup" - und das hat dieses Werk nicht verdient.

Der Auftakt "Dancing with Mr. D" ist zwar kein außergewöhnlich guter Song, stimmt aber sogleich in eine leicht diabolische (D. = devil) Stimmung ein und erzeugt zumindest Atmosphäre.

"100 Years Ago" fängt ruhig an, steigert sich aber rapide in eins der schnellsten Stücke der Stones. Jagger sorgt mit vollem Einsatz für einen richtig guten Rocksong, bei dem auch die Melodie absolut überzeugend ist.

"Coming Down Again" ist eine ruhige Ballade und kühlt den Hörer nach "100 Years Ago" ein wenig ab. Hier singt Keith Richards, Melodie und Atmosphäre stimmen erneut und dieses Lied ist sicher eines der besseren, die Keith gesungen hat.

"Doo Dooo Doo... Heartbreaker" geht ähnlich ab wie "100 Years Ago", diesmal jedoch von Anfang an. Der Song ist ein Highlight der Scheibe
und die Spielfreude und Power, die die Band hier reinbringt, suchte man auf 'Exile On Main St.' vergebens (mit Ausnahme von "Tumbling Dice").

"Angie" ... nun gut. Das Problem ist, dass der Song einfach bis zum Erbrechen im Radio rauf- und runtergespielt wurde. Das hätte auch kaum ein anderer verkraftet. Trotzdem ist es ein Welt-Hit und eine der gelungensten Balladen der Rolling Stones. Sehr interessant auch, dass hier ein Orchester mitspielt und den Klang der Stones bereichert und variiert. Eine rockigere und ebenso gelungene Version von "Angie" findet sich auf dem Live-Album 'Stripped'.

"Winter" - Nun gut, dies ist nicht nur mein Lieblingslied dieses Albums, sondern von der gesamten Band. Ich erinnere mich, im Jahr 2000 in einer ländlichen Rock-Bar gewesen zu sein, als der Wirt diese CD und diesen Song abspielte. Auch ein weiterer Gast fragte, wie das Lied heisst... eigentlich unglaublich, hörte ich die Stones damals schon seit 20 Jahren...

Winter ist so aufgebaut, wie man sich einen guten Film (oder ein Gitarrensolo von David Gilmour ;-) ) vorstellt:
Langsamer Einstieg und stetige Steigerung bis zum Highlight.
Er beinhaltet für mich
- das gelungenste Orchester eines Stones-Songs (vor "Angie" und "Moonlight Mile")
- die besten Rhythmus-Wechsel sowie das interessanteste Schlagzeug-Spiel von Charlie Watts überhaupt
- den ergreifendsten und variabelsten Gesang von Mick Jagger, der selten so berührt
- das beste Gitarren-Solo eines RS-Songs von Mick Taylor
- und ab dem Mittelteil eine der wunderschönsten Melodien, die ich je gehört habe.

Ich denke, die Perfektion dieses Songs ist nicht live auf die Bühne zu bringen. Und da obendrein auch noch Mick Taylor fehlt,
gab es "Winter" noch nie auf der Bühne zu hören und zu sehen.

"Star... Star" ist ein rockiger und etwas simpler Abschluss der Scheibe, ermutigt aber, das Ding wieder komplett von vorne abzuspielen.

Insgesamt ist "Goats Head Soup" eines der vielseitigsten Alben der Stones.
Sowohl überzeugende Rocknummern als auch tolle Balladen wechseln sich hier ab.
Die Soundqualität stimmt ebenfalls - ganz anders als auf dem Nachfolger 'It's Only Rock'n Roll'.

Scheiss egal, ob in der Kneipe oder zuhause zu geniessen:

Von mit gibt's die Höchstwertung. ;-)
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TOP 500 REZENSENTam 4. September 2012
Die Ziegenkopfsuppe war gar kein schlechtes Album, aber von einer Band die hintereinander 4 Meisterwerke rausgehauen hatte, hatten sich die Kritiker halt damals mehr erwartet. Bei genauerem Hinhören bemerkt man aber dann schon wie großartig - und vor allem soundmäßig dicht, diese Scheibe ist.

Auffällig hier - viele der tracks klingen irgendwie nach (allerdings guten) Überbleibsel der vorangegangen Alben. ,Dancing with Mr. D.` hätte auch von Sticky Fingers sein können, das räudige Blues ,Hide Your Love` wäre auf Exile gut aufgehoben gewesen, genauso wie das country-infizierte ,100 Years Ago` (das im Übrigen am Ende ganz höllisch groovt).

Ein Riesenerfolg wurde die Scheibe (No.1 in US u. UK) vor allem wohl dank des Überhits ,Angie`. Das ist zwar sicher mittlerweile abgenutzt, gehört aber immer noch zu den zartesten Stones Songs ever. Die zweite - eigentlich fast bessere Schnulze hier - ,Coming Down` überrascht mit einem Jagger/Richards Duett und das gab's in dieser Form ja nicht gerade oft bei den Steinen.

Der Abräumer dieser Scheibe ist aber ,Heartbreaker`, das ohne Billy Preston's Clavinett Hook natürlich nie so überzeugend ausgefallen wäre und Mick Taylor's Wah Wah Gitarre ist wohl genauso wichtig für einen der schwärzesten track den die Band je eingespielt hat.
,Star Star` wird wohl auf ewig Keif's berühmtester track sein - vor allen wg. der vielleicht eindeutigsten Chuck Berry Referenz aller Stones songs. Eigenartig ist nur, dass er die lead vocals damals nicht selbst sang.

Das schönste aber an ,Goats Head Soup` ist wie kompakt die Band hier klingt - so als ob Taylor eh schon seit 10 Jahren dabei gewesen wäre, wodurch selbst durschnittliche Kompositionen wie ,Silver Train` einen unglaublichen Drive und eine tolle Dynamik entwickeln . Gerade diese Platte legte die Messlatte für Taylor's späteren Ersatz Ron Wood sehr hoch - herrlich Taylor's Slide Parts auf dieser LP.

Und natürlich muss man auch Jimmy Miller wieder hervorheben; egal ob er diesem song nun Bläser hinzufügte, oder bei jenem geschmackvolle Streicher - Miller machte damals eigentlich alles soo richtig und holte aus allen songs das Maximum heraus.

Also - auch wenn ,Goats Head Soup` eine gemischt Angelegenheit sein mag - Spass macht die Scheibe immer noch und einen wirklichen Masterplan für ein ganzes Album hatten die Stones wohl ohnehin nie, wozu auch? Wenn am Ende dann solch` schöne Songsammlungen entstanden....
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am 11. Januar 2001
Auch wenn das Album 1973 von den Kritiken verhalten aufgenommen wurde - Goats Head Soup gehört zum Besten, was man unter der Rubrik "Rock" bekommen kann; Balladen, Provokation und schwarze Andeutungen, Gesellschaftskritik, Selbsthinterfragung und erstklassiger Rock.
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am 20. September 2000
Dieses um 1973 erschienene Album der Stones war zweifellos ein ganz großer Wurf. "Angie" hat sich längst als evergreen erwiesen, die legendäre Aufnahme "Starfucker", welches das excessive Leben des damaligen Hollywod-Stars Steve MacQueen persifliert, mußte wegen der deftigen Formulierungen des englischen Textes im deutschen Album in "StarStar" umbenannt werden. Höre ich heute diese alte Aufnahme - Mick singt zunächst verhalten, steigert sich aber Strophe um Strophe, während die Band immer mehr Rock pur spielt - möchte ich noch immer irgendwas Verrücktes tun: Fenster einschmeissen, im Dreieck tanzen und "starfucker" mitbrüllen....
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