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Kundenrezensionen

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am 7. April 2012
Peter Patzak hat ein überaus ausführliches, detailgetreues Drama geschaffen, an dem sich die Geister ebenso scheiden können, wie am historischen Giganten Richard Wagner. Wagnerianer dürfte die starke Anlehnung der Handlung an Cosima Wagners Tagebücher und die Umsetzung historisch verbürgter Zitate und Einzelheiten aus dem Leben auf "Wahnfried" gefallen. Andere könnten das als langatmig und das Agieren von Otto Sander als Richard Wagner und Tatja Seibt als Cosima Liszt, dann von Bülow, später Wagner als aufgesetzt und überspitzt empfinden.

Versucht man es jedoch, sich in diese Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit all seinen gesellschaftlichen Zwängen, Moralvorstellungen und Auswüchsen hineinzuversetzen, gewinnt die Handlung an Realität. Das Leben auf dem "Hügel" war niemals vollkommen privat. Ständig waren die Wagners von Verwandten, Gästen, Operndarstellern und nicht zuletzt von Dienstboten umgeben - ein öffentliches Leben also, welches eine ungezwungene Natürlichkeit im Auftreten beinahe verbot.

Der Film bietet in seinen 173 Minuten zahlreiche Blitzlichter auf Alltagsszenen dieses "skandalösen" ("Der Parsifal wird alle Sünden von uns nehmen") und dennoch gesellschaftlich anerkannten Paares, das sich über die damaligen moralischen Grenzen hinwegsetzte, ohne ins Abseits zu geraten. Da ist die ständige Ambivalenz zu Cosimas Vater, dem alten Liszt: "Spielt der immer noch seine Grabesmusik?" Er verzieh seiner Tochter, dennoch blieb ein Stachel in beider Seele zurück, was auch hier zwischen den Zeilen zu erkennen ist, wer es erkennen mag. Wagner gibt ständig seinen Unmut über den Alten Ausdruck, wird jedoch nie ausfallend oder beleidigend: zu tief ist er seinem Gönner verpflichtet, der zu ihm hielt, wenn ihn andere verfolgten.

Oder die Zelebrierung des Geburtstages des Meisters, die knisternde Beziehung Wagners zu Judith Gautier, die von einer kontrollierten und kontrollierenden Cosima im Hintergrund gelenkt wird.

Christoph Waltz als Nietzsche wird in seiner emotionalen Zerrissenheit gezeigt, die zwischen Liebe, Verehrung und Hass gegenüber Wagner und insbesondere der Gattin des Meisters schwankt - "Menschliches, allzu Menschliches" eben.

Hervorragend auch eine Rede Wagners, die in strömendem Regen abgehalten wird und nur für die Ergebensten sowohl vom Inhalt, als auch von der Witterung her, auszuhalten ist. Unten am Hügel drücken sich Nietzsche und der gehörnte von Bülow herum, die ihrem hervorbrechenden Spott freien Lauf lassen.

Es sind vor allem solche Bilder, die diesen Film so sehens-und liebenswert machen.

FSK 0 empfinde ich als unzutreffend; ich würde Kleinkinder nicht den "Schoßszenen" des hingebungsvollen Wagners aussetzen wollen. Auch halte ich es für zweifelhaft, dass Kinder diesem Film etwas abgewinnen können.

Wie bei so vielen deutschen Filmen ist die Ausstattung sehr sparsam, was dem Film an sich jedoch keinen Abbruch tun kann.
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am 22. Juli 2013
Über die Geschichte muss ich nichts mehr sagen, das haben andere Rezensenten schon getan. Der Film ist weniger eine wahrheitsgetreue Darstellung von Wagners zweiter Lebenshälfte, als vielmehr eine subtile Psychostudie der großen Liebe zwischen dem genialen Komponisten und seinem "Allerseelenweib" Cosima Liszt (später Wagner). Die Leistung der Schauspieler ist über jede Kritik erhaben, besonders Otto Sander (Richard) und Tatja Seibt (Cosima) zeigen sich hier einmal mehr als brillante Charakterdarsteller. Es gibt aber noch zwei weitere Protagonisten, die den Film zu etwas Besonderem machen: das Licht und die Kostüme, bzw. die gesamte Ausstattung. Wie Wagner seine Musik, so hat Patzak seinen Film instrumentiert, der eine mit Klängen, der andere mit Licht. Patzak nutzt wie Wagner alle möglichen Nuancen und Farben, um die wechselhaften Seelenzustände seiner Figuren auszuleuchten. So dominiert bei den Szenen im idyllischen Tribschen oft ein strahlend weißes Licht, das mit den dunklen Tönen in Wagners Komponierhöhle eindrucksvoll kontrastiert. Noch surrealer wirkt das Licht in den Kutschen- und Hochgebirgsszenen, wo es als schwüles Rot oder stechendes Blau den Zuschauer in die nicht immer harmlose Traumwelt von Richard und Cosima entführt. Auch die Ausstattung der diversen Domizile Wagners und die Kostüme hat der Regisseur mit bemerkenswerter Liebe zum Detail und einem sicheren Gefühl für Stimmungen ausgewählt und eingesetzt. Richard Wagner war ein Dandy und trotz hoher Schulden nicht bereit, auf Samt und Seide zu verzichten. Auch Cosima schätzte ein gepflegtes Äußeres. In den aufwendigen Outfits des 19. Jahrhunderts sind Seibt und Sander daher nicht nur très chic, sondern auch hinreißend erotisch. Fazit: Genuß pur, den sich kein Filmfreund entgehen lassen sollte.
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am 26. August 2012
Schöner Film mit interessante Geschichte. Die Tagebücher der Cosima (Ausgabe 1976) werden gut benützt. Otto Sander ist wieder excellent! Nur schade das es gar keine Untertitel gibt. Mein Französisch ist nicht so gut.
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am 16. Januar 2014
Otto Sander ist ein toller Schauspieler - als Darsteller von Richard Wagner in Wahnfried aber peinlich.Empfehlen kann man uneingeschränkt die Wagner Biographie mit Richard Burton - jetzt auch in deutscher Sprache als DVD.
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Das ist für mich mit Abstand der beste Richard-Wagner-Film, den ich kennne. Allein Otto Sanders überragende Wagner-Darstellung, - ja: Zelebrierung ist allerhöchste Schauspielkunst; versehen mit einem Schuß diffizilen Humors. Großartig auch Peter Matic als Hans von Bülow und Anton Diffring als Franz Liszt, eine Augenweide Fabienne Babe als Judith Gautier. Zu 90 Prozent folgt der Film der literarischen Vorlage von Reinhart Baumgart, in welchem die im Film französisch gesprochenen Szenen (zwischen Cosima und Judith) auf deutsch zu lesen sind. So sollte man sich der Person Wagners annähern, wie hier im Film: Mit Humor UND Respekt. Köstlich der Dialog zwischen Nietzsche und seiner Schwester im Boot. Köstlich die Kasperle-Theater-Szene, bedenklich schaurig Wagners Frage bei der Grundsteinlegung für das Festspielhaus, ob es denn der deutsche Geist wirklich begehre, sein totales Theater. Köstlich auch die darauf folgende Szene zwischen Bülow und Nietzsche. Gewagt der nächtliche Dialog zwischen Nietzsche und Blandine. Mutig die Kreation des Dieners Schnappauf, den es so gar nicht gab (er war nur der Bader Wagners in Bayreuth, nicht aber der Diener im Hause Wagner). Köstlich Wagners Schimpfen auf Liszt, köstlich dessen pastorale Würde. Cosima überzeugend als passioniertes Opfer-verlangendes Opfer.

Aber es ist eine Schande, in welch unterirdischer Qualität/Auflösung der Film hier geboten wird, bzw. wie die 173 Minuten in allerhöchstens DIVX-Qualität hier zusammengestaucht werden, anstatt auf 2 DVDs verteilt zu werden. Null Tiefenschärfe und glanzlose Farben. So macht das wirklich keinen Spaß, und das es wesentlich besser geht, hat die Ausstrahlung von 3sat im Jahr 2013 gezeigt, wo eine Kopie gesendet wurde, die an Qualität nichts zu wünschen übrig ließ - Lichtjahre besser als dieses Dunkelprodukt hier. Schade, und noch mehr schade, dass ich die 3sat-Aufzeichnung verloren habe. Da kann ich nur auf eine Wiederholung hoffen, oder auf jemand, der sie mir zuschicken würde. Ich hätte lieber 17,97 für einen Film in guter Auflösung bezahlt, als diese DVD geschenkt.
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am 14. März 2015
Wenn ich ein Theaterstück sehen wollte, ginge ich ins Theater. Aber dort gehe ich seit Regisseure begonnen haben, irgendwelchen Fantasien nachzugeben, die im besten Fall wenig mit den Vorstellungen der Autoren übereinstimmen, nicht mehr hin. Dann ging ich jahrelang lieber in die Oper. Aber auch hier hat sich vieles gewandelt und ich höre nun CDs. Dieser zeitgenössisch genannte Stil ist auch im Film angekommen. Den Schauspielern jedenfalls scheint das Spielen Spaß gemacht zu haben. Mir gar nicht.Man muss hierfür das Suhlen in Fäkalsprache lieben. Ich habe nur durchgehalten, weil ich irgend etwas Neues über Leben oder Charakter der Protagonisten erfahren wollte. Nichts habe ich gelernt. Und wenn ich keine Vorkenntnisse gehabt hätte, hätte ich dem Film gar nicht folgen können.
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am 5. Oktober 2013
God film, køb den, der er masse af ting som man lige får genfortalt..
Så er du WAGNER FAN så er denne film et Must.
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am 9. September 2013
Der Artikel ist sehr pünktlich und tatsächlich einwandfrei bei mir eingetroffen. DVD gefällt mir sehr gut und ist zu empfehlen.
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