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am 2. Januar 2017
Nibelungenring: BluRay Fassung ohne wesentliche Verbesserung gegenüber DVD Version, insbes. hinsichtlich der Bildqualität. Szenenauswahl direkt unmöglich. Wer z.B. Siegfrieds Trauermusik sucht, muss mühsam die verschiedenen Akte und Szenen der 3. BluRay Platte durchsuchen. Keinerlei Begleitheft, obwohl der DVD Fassung 4 mehrsprachige Hefte beilagen. Enttäuschend.
No real improvement in BluRay version vs initial DVD, in particular with regard to image quality. Scene selection only via Main Menu. No printed information whereas the DVD version had 4 multilingual booklets.
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am 22. April 2013
Damit ich mich gar nicht erst im Detail verliere: Dieser Ring ist großartig und verdient für mich fünf Sterne. Unter den derzeit auf DVD vorhandenen Aufführungen, bevorzuge ich eindeutig diese. Um die technische Seite zu erwähnen: Die Bildqualität (NTSC !)ist für mich wirklich gut genug (TV mißt 55"), die Tonqualität sehr gut. Deutsche Untertitel sind zu erwarten und so auch vorhanden.
Die Interpretation halte ich für sehr gelungen - weder zu naturalistisch, noch zu respektlos (Stuttgarter Staatsoper 2002/03 - Wotan in Trainingshose und Schlabberpulli - danke ergebenst!)
Das Orchester glänzt hier für meine Maßstäbe mit einer großartigen Leistung.
Die der Akteure ist auf einem ebenso hohen Niveau, sodaß sie dem Thema vollauf gerecht wird. Wenn man weiß, daß hier einige Interpreten ihr Debüt in ihrer Rolle geben (z.B. Günter von Kannen als Alberich), ist das umso bemerkenswerter. Deutlich spürbar ist: Hier steht ein Team auf der Bühne, daß es sich zur Aufgabe gemacht hat, diesen Ring zu einem Erfolg werden zu lassen. Anne Evans (Brünnhild) ist für mich beinahe überirdisch gut. Sie stellt nicht Brünnhilde dar, sie ist es in diesem Ring so sehr, daß man sich kaum vorstellen kann, sie könnte je eine andere sein. In summa: Bravissimo und danke!
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am 24. März 2011
Ein großartiger bis ins Detail meisterhafter, bühnenbildlich begeisternder, personendramatisch, schauspielerisch involvierender Ring. Mit der Bühnenbildgestaltung durch Hans Schavernoch und der Inszenierung Harry Kupfers gelingt eine Symbiose aus großer Sing-Schauspielkunst und optisch "glanzvollem" Ambiente. Wer mit dem Valencia-Ring Probleme mangels teilweise schauspielerischer Interaktion hat, hier findet er die Lösung des Problems. Hier wird auch das defizitäre Weimar Ring Konzept deutlich, die rudimentäre, ambientearme Gestaltung, die aus meiner Sicht keinen adäquaten Rahmen für die Musik Wagners bietet. Das sei allerdings rein subjektiv angemerkt, denn die Geschmäcker sind eben verschieden und das ist gut so. Zu den einzelnen sängerischen Leistungen, die insbesondere im herausragenden John Tomlinson als Wotan manifest werden, habe ich in den Rezensionen zu den einzelnen Teilen Ausführungen differenzierender Natur gemacht. Insgesamt wird ein sehr gutes Niveau erreicht.
Der Schluß in der Götterdämmerung wird aus meiner Sicht als der Fortbestand des "Alberich Prinzips" inszeniert. Die unausweichliche Verstrickung auch jeder jungen Generation in die Konflikte, die durch den genetisch determinierten, sozialisationsprozeßabhängigen, ambivalenten "Grundcharakter" der Spezies Mensch bedingt sind. Das latente skrupellose Erfolgs- und Machtstreben, die primär besitzergeifende nicht "selbstlose" Liebe. Diese latent skrupellose Struktur bestimmt letztendlich die Lebensplattform jeder jungen Generation, auf der sie sich behaupten muß. Also kein pessimistischer Schluß sondern eher ein realistisch evolutionärer.
Insgesamt eine Inszenierung, die man sehen muß. Die ich über den Chereau Ring setzen würde, dem ebenfalls herausragenden Valencia Ring ebenbürtig.
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am 6. Juni 2016
So wurde Wagner -vor allem auch in Bayreuth!- mal gesungen und gespielt!
Die beste Produktion nach 1. Wieland 1966, 2. Chereau 1974.
Technische Wiedergabe ordentlich. Die Möglichkeiten dürften zu der Zeit schon besser gewesen sein.
Musikalisch (Barenboim!) in der großen Klasse, die damals in Bayreuth noch Standard war!
Solisten durchwegs grundsolide, kene "Ausfälle". Tomlinson gesanglich und darstellerisch damals noch (!) in Topform.2.Akt und Schluss 3.Akt selten anrührender und überzeugender erlebt!
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am 21. September 2015
Ich bin sehr begeistert, vor allem, weil dieser Ring sehr preiswert war.
aber...bei der ersten Bluray protestiert mein Spieler ein wenig, muss ein par mal versuchen die bluray zu starten,
und bei der 2. und 3. sind die Prints auf der Bluray verwechselt, also mann schiebt die 2. Bluray mit Walküre print in den Spieler und mann bekommt Siegfried und andersrum. Hab zusetzlich die DVD-version gekauft, nur wegen der protestierender Bluray des Rheingolds.
Sonst wunderbar!
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VINE-PRODUKTTESTERam 15. April 2008
Eine wirkliche Rezension über 15 Stunden Ring des Nibelungen in Bild und Ton zu schreiben, fühle ich mich als Amateur außerstande. Daher eine eindeutige Kaufempfehlung für den Kupfer/Barenboim-Ring. Der Preis sollte da eigentlich an letzter Stelle kommen, ist aber auch ein wichtiges Argument, da Warner den Ring ja geradezu verschleudert. Zusammen mit dem Chereau/Boulez-Ring sicher die bedeutenste Interpretation des Riesenwerkes auf DVD und wohl auch in der Theatergeschichte. Für den Einsteiger ist vielleicht der Chereau-Ring in seiner Gegenständlichkeit leichter und ein bisschen spannender.

Für den Kenner bleibt aber die Einfühlung Kupfers mit dem kongenialen Bühnenbildner Hans Schavernoch in den Wagnerschen Kosmos unvergleichlich. Kupfers Deutung ist zeitloser als Chereaus in der Entstehungszeit des Werkes angesiedelter Ring, ein düsteres Menschheitsdrama auf der Straße der Geschichte mit mehr offenen Fragen als Antworten. Die fast choreographische Übereinstimmung mit der Musik, das menschliche Mitfühlen mit allen Figuren, dieses Kraftwerk der Gefühle lassen aber wohl niemanden unberührt.
Einzelne Szenen möchte man eigentlich garnicht anführen, aber trotzdem -gleich der Beginn und die 1.Szene des Rheingolds, der Beginn des 2. Aktes der Walküre, das Frösteln Brünnhildes vor der Todverkündigung, der Furor der Walkürenszene, der Feuerzauber, Brünnhilde im Netz Gunthers Mannen, Wotan und Brünnhilde in der klaffenden Wunde der Erde beim Trauermarsch sitzend - das sind einfach große Bilder zu großer Musik.
Dass ich diesen Ring dann über den Chereauschen stelle, liegt am musikalischen Teil. Damit stelle ich mich persönlich gegen die gängige Kritikermeinung, die ja kurz gesagt so ist: je neuer desto schlechter. Barenboim und das fulminant spielende Orchester bringen den gesamten Wagnerschen Orchesterkosmos zum Klingen im lyrisch Zarten, in der Kunst der Übergänge, im gewalttätigen Zugriff. Das ist mir lieber als der trockene Boulez, aus dessen vielgerühmter Analyse ich erheblich weniger z.B. an Nebenstimmen heraushöre. Dieses Dirigat befindet sich auch in absoluter Übereinstimmung mit der Regie - Leidenschaft, Pathos, Zorn, Liebe - hier ist alles absolut und groß. Die kühle Perfektion Karajans ist bei dieser Quasiliveaufnahme natürlich nicht zu erwarten. Warum der äußerliche und brutale Soltiring noch immer so gelobt wird, verstehe ich immer weniger. Ich habe Barenboim in den letzten Jahren oft mit dem gesamten Wagner in der Berliner Lindenoper erlebt und halte ihn für den derzeit größten und spannendsten Wagnerdirigenten.

Auch für die Sängerschauspieler möchte ich eine Lanze brechen: John Tomlinson ist einfach d e r Wotan, dieses totale Aufgehen in der Rolle lässt Kestingsches Belcantogerede hier erstmal zweitrangig erscheinen. Anne Evans überzeugt auch ohne Nilsson-Trompete und übertrifft die gilfende Gwyneth Jones erheblich, Jerusalem gestaltet die undankbare Siegfried-Rolle stimmlich und schauspielerisch überzeugend. Graham Clark und Günter von Kannen, Nadine Secunde und Poul Elming schaffen eindrucksvolle Rollenporträts. Philipp Kang ist leider kein Gottlob Frick oder Salminnen, aber immer noch ein überzeugender Hagen. Matthias Hölle imponiert als Fasolt und Machohunding.

Die Szene der Waltraude im 1. Akt der Götterdämmerung wird durch Waltraud Meier zu einem intensiven Höhepunkt, bei dem auch Anne Evans über sich hinauswächst.

Die Abrundung erfährt das ganze durch die technische Seite. Während ja wohl bei älteren Aufnahmen oft nur ein Computerprogramm einen Surroundsound generiert, wurde hier auf die Originalbänder mit noch mehreren Mikrophonen als für die Stereoaufnahme zurückgegriffen. Schon im Rheingoldvorspiel badet man im Orchester. Um es kurz zu machen: Der Dts-Sound ist einfach gigantisch, Orchester und Stimmen in optimaler Balance. Ein Lob den Tontechnikern der Aufnahme und den Technikern der DVD-Ausgabe. Die in enger Absprache mit Harry Kupfer erstellte Filmregie Horant H. Hohlfelds überzeugt auch durch den Wechsel von Distanz und Nähe, ohne sich noch vordergründig vor die Theaterregie zu stellen.

Ein wertvolles Dokument!
44 Kommentare| 71 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 14. April 2013
Eine großartige Inszenierung mit bis ins Detail meisterhafter, bühnenbildlich begeisternder Gestaltung mit dem Inszenierungs- Duo Harry Kupfer und Hans-Schavernoch. Eine Symbiose aus glänzender Personenführung und optisch interpretatorischem Ambiente. Damit wird klar, daß man sich hier nicht von einer romantischen Erwartungshaltung wie in dem Otto Schenk Ring leiten lassen darf. Wer es strikt romantisch im bürgerlichen Realismus des 19. Jahrhunderts mag, sollte von diesem Konzept eher Abstand nehmen.

Inszeniert wird in unmittelbarer Anbindung an Wagners Werkintentionen, seine Schriften, den Subtext und insbesondere seine gesellschaftspolitisch,philosophisch orientierte Sicht. Wagner verstand sich als Weltanschauungskünstler und hat nachfolgenden Generationen nachweisbar aufgegeben, sein Werk immer wieder "neu in Erscheinung treten zu lassen".

Zu den sängerischen Qualitäten habe ich bereits in den Einzelrezensionen das Entscheidende ausgeführt. Auf ganzer Ensemblebreite exzellentes Singen und vor allem ungemein hautnahe schauspielerische Leistungen.

Daniel Barenboim dirigiert mit einem rundum überzeugenden Zugriff auf die komplexe Partitur.

Insgesamt eine der ganz großen Inszenierungen des Musiktheaters.
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am 29. April 2013
Letzte Woche habe ich die BlueRay-Box des Kupfer-Rings (1991/92, Bayreuth) bekommen. Da ich auch die DVD Version von 2007 habe kann ich direkt vergleichen.
Das Bild hat sich entscheidend verbessert! Laut Beilagenheft wurden die Original Unitel HD-Tapes (Analog 1250 Zeilen) übertragen in das digitale HD Format (1080 Zeilen) und anschließend restauriert. Und das sieht man auch: die Konturen sind scharf, die Farben frisch. Auf meinem 60 Zoll LCD TV kann ich jetzt viel mehr Details vom Bühnenbild und in der Mimik der Sänger/innen erkennen. Auch die Untertitel sind neu in HD. Ich bin sehr zufrieden, eine technische Meisterleistung!

Die Audiospuren im Vergleich:
BlueRay: LPCM > 1,9 Mbps, DTS 5.1 > 754 Kbps, DolbyDigital > 384 Kbps
DVD: LPCM > 1,5 Mbps, DTS 5.1 > 754 Kbps, DolbyDigital > 448 Kbps

Zur Inszenierung: Meiner Meinung nach die beste Gesamteinspielung (ich habe außerdem Chéreau, Valencia, Met/Lepage, Kopenhagen, Stuttgart, Weimar) weil zeitlos und ich glaube sehr nahe an der Intention Wagners. Wagner erzählt ja nicht von alten Sagen, germanischen Göttern, sondern von uns, den Menschen, wie wir uns verstricken und verirren; leben, leiden und lieben! Die alten Märchen sind nur die Verpackung um seine Botschaften zu transportieren. Und hier kongenial umgesetzt.

Zur Musik: Für mich ist Daniel Barenboim der ultimative Wagnerinterpret, Punkt.

Von mir klare Kaufempfehlung, fünf Sterne!

PS: Hoffentlich wird Tristan und Isolde, Barenboim/Müller, Bayreuth 1995, in gleicher Weise überarbeitet und als BlueRay herausgebracht.
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am 16. Oktober 2015
Gegen die Regie des Hernn Kupfers ist nichts zu sagen: Modern und/ oder für Altwagnerianer gewöhnungsbedürftig. Allerdings in meinen Augen nicht so gelungen wie die Chérausche Bayreuther Inszenierung (1979) oder gar die ganz tolle der Gruppe La Fura Dels Baus/ Valencia (2007).
Sängerisch und darstellerisch kann man an allen Genannten etwas aussetzen. Weswegen ich der Kupfer- Inszenierung nur 3 Punkte gebe, das liegt an der Aufnahme/ der DVD: Die - wirklich guten - Stimmen {Ausnahme Fricka] (und ich habe eien BOSE- Stereoanlage, die ja nun nicht zu den schlechtesten gehört...) kommen teilweise lautstärkemäßig sehr unterschiedlich an. Ganz plötzlich wird eine gut zu hörende Sentenz, beispielsweise wenn sich der/die Sänger/in nicht gerade im Vordergrung visavis dem Betrachter befindet, aber auch sonst unvermittelt und ohne ersichtlichen Grund, plötzlich so leise, dass man den Lautsprecher höher drehen muss, um noch etwas zu verstehen. Das hängt wohl mit der nicht eben guten Aufnahmetechnik zusammen; denn ich kann mir nicht denken, dass das von der Regie oder dem gesamtkünstlerischen Leiter W. Wagner so gewollt ist. Waren da Mikros ausgefallen? Odre gar nicht aufgebaut? Oder wurde etwa nachträglich am Ton herumgefuscht?
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. Januar 2010
Eine wirkliche Rezension über 15 Stunden Ring des Nibelungen in Bild und Ton zu schreiben, fühle ich mich als Amateur außerstande. Daher eine eindeutige Kaufempfehlung für den Kupfer/Barenboim-Ring. Der Preis sollte da eigentlich an letzter Stelle kommen, ist aber auch ein wichtiges Argument, da Warner den Ring ja geradezu verschleudert. Zusammen mit dem Chereau/Boulez-Ring sicher die bedeutenste Interpretation des Riesenwerkes auf DVD und wohl auch in der Theatergeschichte. Für den Einsteiger ist vielleicht der Chereau-Ring in seiner Gegenständlichkeit leichter und ein bisschen spannender.

Für den Kenner bleibt aber die Einfühlung Kupfers mit dem kongenialen Bühnenbildner Hans Schavernoch in den Wagnerschen Kosmos unvergleichlich. Kupfers Deutung ist zeitloser als Chereaus in der Entstehungszeit des Werkes angesiedelter Ring, ein düsteres Menschheitsdrama auf der Straße der Geschichte mit mehr offenen Fragen als Antworten. Die fast choreographische Übereinstimmung mit der Musik, das menschliche Mitfühlen mit allen Figuren, dieses Kraftwerk der Gefühle lassen aber wohl niemanden unberührt.
Einzelne Szenen möchte man eigentlich garnicht anführen, aber trotzdem -gleich der Beginn und die 1.Szene des Rheingolds, der Beginn des 2. Aktes der Walküre, das Frösteln Brünnhildes vor der Todverkündigung, der Furor der Walkürenszene, der Feuerzauber, Brünnhilde im Netz Gunthers Mannen, Wotan und Brünnhilde in der klaffenden Wunde der Erde beim Trauermarsch sitzend - das sind einfach große Bilder zu großer Musik.
Dass ich diesen Ring dann über den Chereauschen stelle, liegt am musikalischen Teil. Damit stelle ich mich persönlich gegen die gängige Kritikermeinung, die ja kurz gesagt so ist: je neuer desto schlechter. Barenboim und das fulminant spielende Orchester bringen den gesamten Wagnerschen Orchesterkosmos zum Klingen im lyrisch Zarten, in der Kunst der Übergänge, im gewalttätigen Zugriff. Das ist mir lieber als der trockene Boulez, aus dessen vielgerühmter Analyse ich erheblich weniger z.B. an Nebenstimmen heraushöre. Dieses Dirigat befindet sich auch in absoluter Übereinstimmung mit der Regie - Leidenschaft, Pathos, Zorn, Liebe - hier ist alles absolut und groß. Die kühle Perfektion Karajans ist bei dieser Quasiliveaufnahme natürlich nicht zu erwarten. Warum der äußerliche und brutale Soltiring noch immer so gelobt wird, verstehe ich immer weniger. Ich habe Barenboim in den letzten Jahren oft mit dem gesamten Wagner in der Berliner Lindenoper erlebt und halte ihn für den derzeit größten und spannendsten Wagnerdirigenten.

Auch für die Sängerschauspieler möchte ich eine Lanze brechen: John Tomlinson ist einfach d e r Wotan, dieses totale Aufgehen in der Rolle lässt Kestingsches Belcantogerede hier erstmal zweitrangig erscheinen. Anne Evans überzeugt auch ohne Nilsson-Trompete und übertrifft die gilfende Gwyneth Jones erheblich, Jerusalem gestaltet die undankbare Siegfried-Rolle stimmlich und schauspielerisch überzeugend. Graham Clark und Günter von Kannen, Nadine Secunde und Poul Elming schaffen eindrucksvolle Rollenporträts. Philipp Kang ist leider kein Gottlob Frick oder Salminnen, aber immer noch ein überzeugender Hagen. Matthias Hölle imponiert als Fasolt und Machohunding.

Die Szene der Waltraude im 1. Akt der Götterdämmerung wird durch Waltraud Meier zu einem intensiven Höhepunkt, bei dem auch Anne Evans über sich hinauswächst.

Die Abrundung erfährt das ganze durch die technische Seite. Während ja wohl bei älteren Aufnahmen oft nur ein Computerprogramm einen Surroundsound generiert, wurde hier auf die Originalbänder mit noch mehreren Mikrophonen als für die Stereoaufnahme zurückgegriffen. Schon im Rheingoldvorspiel badet man im Orchester. Um es kurz zu machen: Der Dts-Sound ist einfach gigantisch, Orchester und Stimmen in optimaler Balance. Ein Lob den Tontechnikern der Aufnahme und den Technikern der DVD-Ausgabe. Die in enger Absprache mit Harry Kupfer erstellte Filmregie Horant H. Hohlfelds überzeugt auch durch den Wechsel von Distanz und Nähe, ohne sich noch vordergründig vor die Theaterregie zu stellen.

Ein wertvolles Dokument!
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