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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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4,3 von 5 Sternen
Sarah Waters' Fingersmith [2 DVDs]
Format: DVD|Ändern
Preis:6,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 6. April 2017
eine spannend verstrickte Geschichte, tolle Bilder, super Schauspieler. Tragisch, fesselnd und bizarr schön. verzwickte Story, die mich überzeugt.Ich habe genug geschrieben , muss aber noch mehr schreiben, sonst darf ich es nicht abschicken. ist doch quatsch, oder?
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am 1. März 2006
"Fingersmith" ist nach "Tipping the Velvet" bereits die zweite Verfilmung eines Sarah Waters Romans. Um es gleich zu sagen: sie ist gelungen. Und das war, angesichts der Tatsache, dass es der schwächere Roman der beiden ist, der doch einige Längen hat, vielleicht sogar schwieriger.
Kurz zur Handlung: Die junge Susan, aufgewachsen in einer Diebes-"Familie", entwirft zusammen mit dem diabolischen Mr. Rivers einen Plan, um an das Erbe der jungen Maud zu kommen. Maud lebt bei ihrem Onkel, einem dubiosen Griesgram. Bei einer Heirat würden ihr einige tausend Pfund zugesprochen werden. Susan soll nun dafür sorgen, dass die Avancen von Mr. Rivers Erfolg haben. Gegen eine Beteiligung, versteht sich. Mehr sei nicht verraten, denn es entspinnt sich eine spannende Story mit sehr überraschenden Wendungen.
Die Szenerie des Filmes ist stimmig und zeugt durchaus von positiv überraschendem (finaziellem) Aufwand der Filmemacher, was sowohl an den guten Nachbildungen als auch an den guten Kostümen liegt. Man wird zurückgesetzt ins 19. Jahrhundert. Auch wenn man natürlich annehmen kann, dass damals Homosexualität ein deutlich größeres Problem war, als hier im Film (nicht) beschrieben. Sei's drum.
Die Schauspieler agieren wunderbar. Am bekanntesten dürfte dabei Imelda Staunton sein, die für "Vera Drake" auch schon einmal für einen Oscar nominiert war. Das britische Englisch aller Schauspieler ist meiner Meinung nach übrigens sehr gut zu verstehen und recht deutlich.
Herauskristallisieren tut sich bei dieser Verfilmung aber auch wieder, dass BBC ein Händchen für Erotik hat. Ebenso wie in "Tipping the Velvet" werden auch hier Filmküsse in Szene gesetzt, die einem direkt unter die Haut gehen. Die große Kunst Erotik zu erzeugen, ohne aufdringliche oder alles-zeigende Sexszenen, gibt es in beiden Verfilmungen nahe der Perfektion.
Die Ausstattung der DVD ist ok. Es gibt ein Making Of und ein bißchen was zum Lesen. Kleinere Mankos sind zum einen, dass es keine englische Untertitel gibt (deutscher Ton natürlich sowieso nicht, aber das weiß man ja) und auch, dass im Menü eigentlich nicht so richtig ersichtlich wird, dass es sich um einen Zweiteiler handelt. Freunde von mir jedenfalls haben den Film schlecht bewertet, weil sie nur den ersten Teil gesehen haben (der einen luftjapsend zurücklässt).
Ich würde dafür einen halben Stern abziehen, aber da es nicht geht, und ein ganzer Stern zuviel wäre, bleibt es bei den fünf Sternen. Wenngleich ich "Tipping the Velvet" vielleicht noch einen Tick besser finde. Aber die Verfilmung schafft es perfekte die Überlängen des Buches herauszufiltern und weg zu lassen, ohne die Story zu verschlimmern, zu verschlimmbessern oder zu zerhacken. BBC gelingt damit die zweite sehr, sehr gute Verfilmung eines Sarah Waters Romans. Und allein das verdient schon einen extra Stern.
Bitte mehr davon, denn so wahnsinnig viele gute, positive, erotische Frauenliebesgeschichten gibt es nun wahrlich nicht, wenngleich die beiden BBC-Verfilmungen eigentlich zu den Klassikern gehören werden in den Filmregalen der Lesbenwelt. Jedenfalls wenn sie englisch sprechen.
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am 18. Mai 2006
Nach der wundervollen, wenn vielleicht auch nicht genau der Stimmung der Romanvorlage entsprechenden Verfilmung von Sarah Waters Erstlingswerk "Tipping the Velvet", legt die BBC hiermit eine zweite Romanverfilmung der britischen Erfolgsautorin vor. Dabei glänzt auch dieser Zweiteiler mit einer exzellenten Ausstattung, einem stimmungsvoll-düsteren Soundtrack und vor allem, einer perfekten Besetzung. Neben der bereits in "Tipping the Velvet" (Zena Blake) überzeugenden Sally Hawkins als Sue Trinder beeindruckt hier vor allem die irische Schauspielerin Elaine Cassidy ("Felicia's Journey", "The Others"). Mit ihrer fein-pointierten Mimik schafft sie es auf beeindruckende Weise, die bis ins Mark zerrisenene Figur der Maud Lilly darzustellen. Überhaupt ist das Zusammenspiel von Sally Hawkins und Elaine Cassidy wundervoll - die beiden jungen Schauspielerinnen schaffen es, der komplexen Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren Sue und Maud die nötige Glaubwürdigkeit und emotionale Tiefe zu verleihen, von der sowohl Roman als auch Film leben. Um der Romanerzählung gerecht zu werden, hätte die Verfilmung eigentlich als Dreiteiler erscheinen müssen - so leidet vor allem die Auflösung der verwickelten Geschichte etwas unter dem offensichtlichen Zeitmangel der Produktion. Schade auch, dass vor allem Mauds Geschichte im Gegensatz zum Teil des Films, der aus Susans Perspektive erzählt wird, nur sehr verkürzt dargestellt wird. Denn gerade Mauds widersprüchlicher Charakter und ihre Handlungsweise liessen sich besser nachvollziehen, wenn Drehbuchautor und Regisseur sowohl ihrem Heranwachsen als auch der langsamen Entwicklung ihrer Zuneigung zu Susan etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätten. Hier zeigt sich auch der Nachteil der "Voice-Over"-Technik - Viele der erklärenden Kommentare von Mauds und Sues Seite wären durch eine intensivere Darstellung der Charakterentwicklung überflüssig geworden. In jedem Fall empfiehlt es sich, auch den Roman "Fingersmith" zu lesen - die psychologische Tiefe und düstere Stimmung des Romans kann der Film leider nur ansatzweise ankratzen, und natürlich kann eine Verfilmung Sarah Waters pointierter Prosa kaum gerecht werden. 5 Sterne trotzdem - sie gelten vor allem Elaine Cassidy und Sally Hawkins, sowie der bekannten Charakterdarstellerin Imelda Staunton in ihrer Rolle als Mrs. Sucksby. Die DVD selbst ist schön gestaltet und benutzerfreundlich, hätte aber noch einige Extras vertragen können: Zusätzliche Interviews zur Making-Off-Featurette, vor allem mit Elaine Cassidy, die leider überhaupt nicht zu Wort kommt, wären wünschenswert gewesen; Auch eine Diashow (die in Minimalform auf der amerikanischen DVD vorhanden ist), wie auf der DVD zu "Tipping the Velvet", wäre schön gewesen.
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am 4. September 2016
Als Fan von Sarah Waters kam ich nicht umhin, nach dem Lesen des gleichnamigen Romans mir auch dessen Verfilmung anzusehen. Dabei war ich verwöhnt von der recht gelungenen Filmadaption von Waters' Roman "Tipping the velvet".

Leider kommt dieser Film nicht an die literarische Vorlage heran. Ich gebe zu, dass auch das Buch einige Längen aufgewiesen hat. Filmisch hätte man dies vielleicht kürzen können, so zieht sich jedoch leider auch der Film um etliches in die Länge. Ich konnte weder mit Susan noch mit Maud so richtig mitfühlen, die Emotionen kamen einfach nicht bei mir an. Kleinere Fehler in der deutschen Übersetzungen haben dazu gefühlt, dass ich einen weiteren Stern abgezogen habe. Der Vergleich vom englischen Original Perle zur deutschen Übersetzung Engel hinkt für mich doch ziemlich.

Unterm Strich ein netter Film, aber nicht überragend. Wer die Gänze der Handlung begreifen möchte, sollte vielleicht besser zur Romanvorlage greifen. Wer diesen Film jedoch zu seinen Favoriten zählt, sollte unbedingt zu "Tipping the velvet" greifen, einer deutlich gelungeneren Romanadaption.
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am 17. August 2014
Ich habe mir diese DVD zugelegt, da ich BBC Verfilmungen sehr schätze und diese in gewisser Art und Weise einen Einblick in eine neue oder besser "alte" Welt bieten.

Doch diese Verfilmung hat leider nicht meinen Geschmack getroffen.

Ein Film von Irrungen und Wirrungen, der einen ziemlich in die Irre führt und meiner Meinung nach zu viel Zeit auf unwichtigen Aspekte legt.

Kein Film, den ich mir ein zweites Mal ansehen werde.
Schade.
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am 31. Oktober 2006
Nachdem ich den Roman "Solange Du lügst" verschlungen hatte, war ich furchtbar gespannt auf diesen Film. "Tipping the Velvet" (dt. Die Muschelöffnerin) war ja bereits ein großer Erfolg. Und dieser Film steht dem in nichts nach. Die recht verschlungene Geschichte des Romans wird in einer anderen Reihenfolge erzählt. Das tut der Spannung aber keinen Abbruch.

Susan Trinder, Waisenkind, das in der Londoner Unterwelt aufgewachsen ist, wird als Dienstmädchen in das Haus der Lillys eingeschleust. Sie soll die spröde Miss Maud Lilly dazu überreden, den Ganoven Mr. Rivers zu heiraten. Susan fühlt sich in der fremden Umgebung sehr unwohl und kann sich nur eingewöhnen, weil sie bald eine enge Freundschaft mit ihrer jungen Herrin verbindet. So schön ist es mit Maud Lilly, dass Susan beinahe ihren Auftrag vergißt. Als Mr. Rivers wieder auftaucht, muss Susan tun, was er von ihr verlangt und Maud in die Falle locken. Widerwillig folgt sie seinem Plan, obwohl sie sich immer mehr eingestehen muss, dass sie einfach nur mit Maud glücklich sein will.

Aber während Susan zunehmend in Konflikt mit ihrer Rolle in diesem Betrugsspiel gerät, ist sie gleichzeitig der Spielball der anderen. Sie ahnt nichts von Mr. Rivers' wirklichen Absichten, dem Komplott, der um sie geschmiedet wird, und von Mauds Gefühlen.

Die Inszenierung in gewohnt guter BBC-Manier trumpft mit erstklassigen Darstellern und einer exzellenten musikalischen Untermalung auf. Absolut empfehlenswert!
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am 7. September 2014
Eine "an den Haaren" herbei gezogene Geschichte, leicht durchschaubar. Die Darstellung allerdings sehr gut bei allen Personen.
Habe die Serie entsorgt.
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am 26. August 2010
Nachdem meine letzten KSM/BBC-Erfahrungen ziemlich durchzogen waren (Fanny Hill, Clarissa) war Fingersmith eine richtige Wohltat. Gute bekannte Schauspieler, schöne Ausstattung und Locations, und am wichtigsten, eine spannende Geschichte. Fingersmith besteht aus 2 DVD's. Auf der 1. wird die Geschichte aus der Sicht von Sarah erzählt, bis zum Punkt X, dem grossen Knaller. Sehr raffiniert wird dann auf der 1. Hälfte der 2. DVD die gleiche Geschichte aus der Sicht von Maud erzählt, wieder bis zum besagten Punkt X. Auf der 2. Hälfte der 2. DVD folgen dann die Ereignisse nach Punkt X. Dies ist sehr clever gemacht, ein Lob an den Regisseur und den Drehbuchschreiber, denn es funktioniert hervorragend und als Zuschauer MUSS man einfach weiterschauen. Gegen Schluss zieht sich die Handlung etwas hin, aber das mindert meine positive Rezension nicht.

Fazit: Sehr spannend gemacht, auch für Nicht-Fans des Genres/KSM sehenswert.
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am 4. Januar 2007
Ich hatte mir die DVD in den Niederlanden "auf gut Glück" als Doppel-DVD besorgt und saß somit ohne große Erwartungen vor dem Fernseher. Auch hatte ich -bis ich diese DVD besaß- zwar von Sarah Waters als Autorin gehört, aber noch keins ihrer Bücher gelesen. (Wird aber nachgeholt, sobald ich mit meiner derzeitigen Lektüre durch bin!!!)
Da ich jedoch ein großer Fan der BBC-Literaturverfilmungen ("Pride&Prejudice", "North&South" etc.) bin, wußte ich, daß mich zumindest ein hochwertig produzierter Film erwartet. Und auch wenn "Fingersmith" (noch) kein britischer Literaturklassiker ist wie etwa die Werke einer Miss Austen oder Miss Gaskell, so ist dieser Film genauso anspruchsvoll und ansprechend inszeniert wie seine "klassischen" Vorgänger. Es ist immer wieder erfreulich zu sehen, wie viel Mühe sich die Briten bei der Verfilmung ihrer Literatur geben, alles wirkt sehr glaubwürdig und detailgetreu in der Ausstattung, so daß man sich wunderbar ins England des viktorianischen Zeitalters versetzt fühlt.
Zum Beginn des Films (vielmehr der ersten DVD auf der niederländischen Version), glaubt man, ziemlich schnell zu wissen, worum es geht.
Die Handlung ist zunächst aus der Sicht des Waisenmädchens Sue erzählt, wunderbar dargestellt von Sally Hawkins, mit der man sich ziemlich schnell identifiziert. Hawkins spielt sehr glaubwürdig, ihr Konflikt zwischen Maud und "Gentleman" kommt realistisch rüber und kurz vor Schluß der ersten DVD haßt man sie richtig für das, was sie Maud antut.
Und dann ist auf einmal alles ganz anders und für einen kurzen Moment hat man das Gefühl, in einem David-Lynch-Film zu sitzen. Obwohl ich am Anfang dachte: "Ach komm, guck nur die erste DVD und die zweite dann morgen...", konnte ich nicht anders und habe mir nachts um 3 noch die zweite reingezogen, weil ich unbedingt wissen wollte, was dieser plötzliche Twist in der Handlung denn nun auf einmal soll, warum ich als Zuschauerin auf einmal das, was ich noch wenige Minuten zuvor geglaubt habe, auf einmal nicht mehr glauben kann.
Die zweite Hälfte des Films (bzw. die zweite DVD des NL-Import)ist denn auch weniger eine lesbische Lovestory denn vielmehr ein mitunter verwirrendes Spiel um Intrigen, Habgier und die eigene Identität, das man so am Anfang nicht erwartet hätte. Das alles ist teilweise etwas verwirrend und nicht immer einfach zu verstehen, wer denn jetzt wer ist und warum und überhaupt. Hier hätte der Film sich etwas mehr Zeit lassen können, vor allem Mauds Sichtweise der Geschichte wird meines Erachtens viel zu hastig abgehandelt, so daß die Figur der Maud nicht immer glaubwürdig rüber kommt. Der Zuschauer lernt sie am Anfang des Films als spröde Jungfer kennen, ihre Wandlung zum "Biest" ist nicht gerade glaubhaft ausgearbeitet worden, was weniger an Elaine Cassidys Darstellung der Maud als an einem nicht ganz zu Ende gedachten Drehbuch liegt. Vielleicht stand die Produktion ein wenig unter Zeitdruck, man weiß es nicht so genau. So aber jedoch lernen wir Maud vor allem durch Sues Augen kennen und weniger durch ihr eigenes Handeln. Irgendwie denkt man zum Ende des Films, wenn man die "neue" Maud bereits kennt,: "Warum machst du denn sowas, du bist doch so eine Liebe!"
Abgesehen von diesen kleinen Schwächen im Drehbuch ist "Fingersmith" jedoch eine grandiose BBC-Adaption, die meines Erachtens den Vergleich mit "Pride&Prejudice" oder "North&South" was das Niveau und den Anspruch der Produktion angeht, nicht zu scheuen braucht.
Neben der bereits erwähnten detailverliebten Ausstattung garantiert ein packend orchestrierter Soundtrack die nötige Stimmung, "Fingersmith" ist eher ein Thriller als ein Liebesfilm, dessen Atmosphäre mitunter ziemlich düster und mysteriös ist.
Darüberhinaus ist der Film bis in die kleinsten Nebenrollen wunderbar besetzt. Sally Hawkins und Elaine Cassidy als Sue und Maud sind beide auf ihre ganz eigene Art brillant und harmonieren großartig miteinander, Charles Dance ("Gosford Park", "Das Phantom der Oper") gibt einen herrlich bösartig-verschrobenen Mr. Lily, von dem man gerne mehr gesehen hätte, Imelda Staunton ist einerseits die kaltherzige Bandenchefin ("I'm looking after six children at the moment, no one will wonder if there'll be only five left tomorrow.") und andererseits eine Mutter mit einem Herz aus Gold, was sich dem Zuschauer auch genau so darstellt, wodurch die Rolle der Mrs Sucksby eine der stärksten des ganzen Films ist. Einzig Rupert Evans' Darstellung des "Gentleman" bleibt ein wenig blass. Wie gesagt, ich kenne die Romanvorlage nicht, aber um "Gentleman" verstehen zu können, sollte man sich besser das Making-of (in der NL-Version leider nur knapp 10Minuten) ansehen. So jedoch läßt einem die Rolle dieser Figur ein wenig ratlos zurück, ob das im Roman genauso ist, kann ich leider (noch) nicht sagen. Zumindest ist Rupert Evans ganz schnuckelig anzusehen und dürfte somit auch die Herzen heterosexueller Zuschauerinnen und homosexueller Zuschauer erfreuen.
Nichtsdestotrotz ist "Fingersmith" mal wieder ein grandioses Stück BBC-Filmgeschichte, ein Film, in dem nichts so ist, wie es zu Anfang scheint, über den man auch gerne noch ein wenig nachdenken kann (sollte), der aber auch wunderbar unterhält und 180 gaaanz spannende Minuten verspricht.
Angucken!!!
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am 16. Juni 2009
Zum ersten Mal schafft es ein Film wirklich, mich sprachlos werden zu lassen. Dieser Film ist durchdacht bis ins letzte Detail und ein absolutes Muss für jeden, der gute und anspruchsvolle Filme gerne sieht. Und anspruchsvoll ist "Fingersmith" mit absoluter Sicherheit. Der erste anspruchsvolle Film über homosexuelle Liebe, den ich je gesehen habe. Es gibt sehr gute Filme, die dieses Thema behandeln. Aber dieser hier ist etwas Besonderes. Etwas ganz Besonderes.

Ich bin mehr oder weniger durch einen Zufall auf diesen Film gestoßen, als ich auf Youtube ein bisschen durch die Videos geklickt habe. Ich hatte vorher weder von der Autorin, noch von dem Buch etwas gehört und von dem Film natürlich auch nichts. Aus reiner Neugier habe ich mir einige Videos angeschaut und habe mich mit dem ersten Video vollkommen in diesen Film verliebt, sodass ich ihn einfach kaufen musste. Diese Geschichte ist einfach so unglaublich. Sie ist schön, sie ist spannend, sie ist erotisch. Beide Protagonisten haben zwei Charaktere in sich wohnen, was dem Ganzen einen speziellen Reiz gibt, denn wenn man den Film verstehen möchte, dann sollte man versuchen, alle Charakterzüge zu verstehen. Sue ist einerseits die Diebin, die bisher immer nur an Geld dachte, andererseits hat sie das Herz aus Gold geerbt, das auch ihre Ziehmutter besitzt. Maud kommt oftmals sehr kindlich und naiv rüber, doch sie reift im Laufe des Films und zeigt, dass auch eine ganz andere Seite in ihr lebt. Eine Seite, die sie dank Sue erst wirklich entdeckt. Stellenweise möchte man Maud wirklich in den Arm nehmen, wenn sie wieder unsicher ist und ein anderes Mal muss man grinsen, weil sie plötzlich eine Selbstsicherheit ausstrahlt, dass man meint, sie selbst spüren zu können.
Dieser Film zeigt keine überdrehten Liebesszenen. Die Szenen sind so, wie man sich so eine "Liebesnacht" zweier Frauen in diesem Zeitalter vorstellen würde. Da war es ja schon ein Tabu, homosexuell zu sein, was in diesem Film allerdings nicht so wirklich angesprochen wird (was aber auch ok ist). Dennoch knistert die Luft jedes Mal vor Erotik, wenn eine dieser Szenen gezeigt wird. Alleine die erste Liebesszene zwischen Maud und Sue hat mir den Atem geraubt. Ganz ehrlich. Einfach klasse gemacht und sehr glaubwürdig gespielt.
Doch obwohl dieser Film ein Mix aus Thriller und Drama ist, kommt auch der Humor nicht zu kurz. Also finde ich zumindest. Es gibt Stellen, wo man einfach schmunzelnd den Kopf schütteln muss, weil sie so herrlich naiv sind, dass es nicht anders geht.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass einem Maud und Sue als Liebespaar nicht so ans Herz wachsen. In irgendeiner Filmkritik. Dem kann ich nur auf das Äußerste widersprechen, denn mir sind die Beiden von Anfang an ans Herz gewachsen. Von dem Augenblick an, wo die Beiden sich gegenüberstehen, möchte man sie zusammen sehen. Zusammen und glücklich. Doch, die Beiden wachsen einem ans Herz. Als Individuen und als Paar. Die Liebe der Beiden wird vom ersten Augenblick deutlich gemacht. Selbst wenn man nicht wüsste, was in dem Film passieren wird, würde man es spätestens ab dem Moment wissen, als sie sich kennenlernen. Da fliegen förmlich die Funken und man merkt die Unsicherheit Beider. Maud, weil sie zum ersten Mal überhaupt mit etwas Anderem als Büchern konfrontiert ist, und Sue, weil sie in diesem schrecklichen Zwispalt steckt. Geld oder Liebe? Man würde sich die ganze Zeit von ihr wünschen, dass sie den Mund aufmacht und Maud die Wahrheit sagt. Andererseits lebt der Film wohl mit davon, dass sie es nicht tut. Und was wichtig ist, ist dass man den beiden Schauspielerinnen wirklich alles glaubt, was sie sagen und tun. Man vergisst vollkommen, dass das nur ein Film ist, der vor gerade mal vier Jahren gedreht wurde. In dem Augenblick, in dem der Film beginnt, ist man im England des 19. Jahrhunderts und man kehrt erst wieder in das 21. Jahrhundert zurück, wenn der Abspann beginnt. Und selbst dann bleibt ein gewaltiger Eindruck, den dieser Film hinterlässt. Man kann nicht aufhören, über Maud und Sue nachzudenken und man will es auch nicht, denn ihre Geschichte berührt einen so tief.

Der einzige Minuspunkt war für mich zuerst das britische Englisch. Für Menschen, die nicht aus England kommen, ist es normalerweise ein enormes Problem, diese Sprache zu verstehen. Wenn dann noch jemand etwas nuschelt, hat man normalerweise keine Chance, da überhaupt auch nur ein Wort zu verstehen. Aber diesen Minuspunkt musste ich schlussendlich ebenfalls streichen. Dieser Film könnte auch auf chinesisch gedreht sein und man hätte dennoch kein Problem, ihn zu verstehen. Denn dieser Film lebt von den Emotionen und von dem Können der Darsteller. Wenn Maud und Sue sich in die Augen schauen, oder sich berühren, weiß man sofort was los ist. Wenn man in Mr. Rivers Augen schaut, weiß man es ebenso und alleine die Gesten reichen, um die Geschichte des Films zu erzählen.

Ich bin immernoch vollkommen hin und weg von diesem Film. Ich würde soweit gehen und sagen, dass er ein Meisterwerk der Filmgeschichte geworden ist und es ist enorm schade, dass es ihn nicht auch hier im deutschen Fernsehen zu sehen gibt/gab. Wirklich sehr schade, denn das wäre endlich mal ein Film, den man sich angucken könnte. Für den es sich wahrlich lohnen würde, den Fernseher anzumachen. Dieser Film wäre ein Diamant unter all dem Mist, den man heute gezeigt bekommt und die einem als das wahre Leben verkauft werden. Nun, man kann nicht alles haben. Ich bin froh, ihn entdeckt zu haben.
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