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VINE-PRODUKTTESTERTOP 1000 REZENSENTam 22. August 2011
"Wie kann man mit Anstand in diesen Zeiten erfolgreich sein und dabei unter dem Druck der Modernisierung überleben?"

Diese Frage stellte sich der Regisseur Heinrich Breloer in Vorbereitung des Mammutsprojektes der filmischen Umsetzung des 100 Jahre alten Klassikers aus der Feder von Thomas Mann. Aus dem mit ironischer Feder verfassten Romanwerk, der den Verfall einer einst so erfolgreichen Kaufmannsfamilie aus Lübeck gegen Ende des 19. Jahrhunderts höchst stilvoll und mit großer Liebe zum Detail beschreibt, macht dieser Film ein bildgewaltiges Drama, welches leider ziemlich gerafft erscheint. Zudem fehlt hier völlig der feine Humor der Vorlage, was der Geschichte eine tragische Note verleiht. Als historischer Familienfilm weiß das Werk durchaus zu bewegen, aber als Literaturverfilmung des vielgerühmten Romanes kann er nicht ganz überzeugen.

Der Verlust einiger Romanfiguren wäre vielleicht zu verschmerzen, wenn die verbleibenden Personen durchgehend überzeugend besetzt gewesen wären. Aber angefangen mit der Wahl des exzellenten, aber viel zu alten Darsteller Armin Mueller-Stahl als Konsul Jean Buddenbrook, der die beiden Charaktere von Johann Buddenbrook dem Älteren und dessen Sohn Jean in sich zu vereinigen scheint, gibt es hier einige Irritationen. Obwohl sich die Ausgestaltung der einzelnen Charaktere gerade aufgedrängt hätte, bleiben die Figuren scheinbar bewusst flach und halten Distanz zum Zuschauer. Die jungen Schauspieler versuchen dennoch ihr Bestes zu geben, aber Iris Berben, deren Wortschatz bei-nahe nur aus der kurzen Frage "Wie beliebt?", zu bestehen scheint, versagt völlig.
Jessica Schwarz als naive und versnobte Kaufmannstochter fehlt ein wenig die fast schon gedankenlose Schwerelosigkeit der Tony Buddenbrook, aber sie bietet einen netten Anblick. Der Konflikt zwischen den Brüdern Thomas (Mark Waschke) und Christian (August Diehl) wird sehr plastisch in Szene gesetzt und bleibt wahrscheinlich am meisten im Gedächtnis.
Der Film hat viele Szenen, die im großen Stil inszeniert werden. Da ist natürlich die Ballszene am Anfang des Filmes, als sich die Familie Buddenbrook stolz und mit vornehmer Garderobe präsentiert. Als nächstes sind es wahrscheinlich die Szenen am Meer, die im Gedächtnis bleiben, wo sich die jungen Buddenbrooks erholen und Tony ihre erste große Liebe mit dem Medizinstudent erlebt. Der schweren Pleite mit Tonys erster Ehe mit dem Hamburger Kaufmann Grünlich, der seiner Ehefrau eigentlich von Anfang an "widerlich" (schönes Wortspiel) war, folgt der Tod des einst so selbstbewussten Jean Buddenbrook, der gebrochen die Geschäfte bereits an seinen Sohn Thomas übergeben hat. Damit wird bereits ein leichter Niedergang angedeutet. Wieder liegt ein Gewitter in der Luft und droht mit unheilvollen Anzeichen. Der Sohn Christian wird aus Südamerika zurückgeholt, um gemeinsam mit seinem älteren Bruder Thomas die Geschäfte weiterzuführen, wobei der jüngere Bruder nur bedingt geschäftsfähig wirkt. Der strebsame Thomas Buddenbrook leidet unter dem untragbaren Verhalten seines unberechenbaren Bruders, doch die Frauen der Familie, Mutter Bethsy und Schwester Tony, versuchen zu vermitteln. Außerdem gibt es bald noch eine weitere Frau in der Familie. Thomas ist es gelungen, das Herz einer Kaufmannstochter aus Holland zu erobern, die Schönheit, Musikalität und ein stattliches Vermögen als Mitgift mitbringt. Die kühle Schönheit mit ihrer geliebten Geige fügt sich wenig harmonisch in den eher nüchternen Haushalt der Buddenbrooks ein, bringt jedoch nach längerem Warten den gewünschten Stammhalter zur Welt. Dagegen endet auch Tonys zweiter Eheversuch mit einem Hopfenhändler aus Bayern wird zum Fiasko. So kehrt sie schließlich wieder in das berühmte Buddenbrookhaus zurück. Dort laufen die Geschäfte längst nicht mehr so gut wie früher und die Konkurrenz ist hart. Außerdem scheint Thomas Buddenbrook seinen Elan immer mehr einzubüßen. Auch scheint der träumerische Sohn, die in ihn gesetzten Erwartungen und Hoffnungen nicht erfüllen zu können. Zwar steht bald das 100jährige Jubiläum des Unternehmens Buddenbrook an, welches mit allen Feierlichkeiten und vielen Gratulanten begangen werden soll, aber wie ist es wirklich um die Zukunft der Firma bestellt, deren Gedeihen stets im engen Zusammenhang mit dem persönlichen Befinden der Familie selbst stand?
Besonders die Szenen rund um das Weizengeschäft, welches Thomas Buddenbrook mit einem verzweifelten Grundbesitzer vereinbart und dabei die Ware noch auf dem Halm kauft, sind sehr eindrücklich. Etwas Jugendlichkeit kehrt zurück als Thomas die reifen Felder begutachtet und sich noch ein vergnügliches Wettfahren mit seinem Konkurrenten Hagström liefert. Doch bei den Feierlichkeiten im Hause Buddenbrook zieht ein Unwetter mit Hagel auf. Der Zuschauer sieht die wachsende Gefahr für die eben noch stolzen Ähren und schließlich Thomas Buddenbrook erhält ein vernichtendes Telegramm, dessen Inhalt er nonchalant aufnimmt. Die Symbolik ist hier schon fast unübertroffen und diese Momente gehören zu den Glanzpunkten des Films.

Fazit: Schöne Bilder und große Momente machen den Film zum optischen Genuss, wobei die Charaktere leider etwas zu blass bleiben und auch der Humor der Romanvorlage schmerzlich vermisst wird!
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am 4. Februar 2011
Nun ja, ich habe den Film gesehen und er hat mich ziemlich ratlos zurückgelassen. Wenn man das Buch nicht kennt, kommt man mit den Charakteren, die hier gezeigt werden, nicht wirklich zurecht. Über die Kürzungen ist ja schon eniges berichtet worden. Ich finde, gerade diese Figuren machen aber den Reiz dieses Buches aus. Nur so kann man verstehen, warum z.B. Toni den Permaneder heiratet (Phantastisch im Buch der Prolog von Toni). Ich glaube, dass Herr Breloer hier seine Sicht der Dinge darstellen wollte, was aber beim Zuschauer nicht ankommt.
Zwei Sterne: 1. für die tollen Bilder von Lübeck und die Ausstattung, 2. für den Anstoß, endlich das Buch zu lesen
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am 16. Januar 2011
Es gibt ja viele Verfilmungen, ich kenne zwei, eine aus den fünfzigern, die im Stil jener Zeit - also sehr melodramatisch - gemacht wurde und die Fernsehserie von 1979 (mit Volker Kraeft als Thomas und Ruth Leuwerik als Konsulin). Da die Buddenbrooks zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehören war ich auf den Film eingermaßen gespannt, obgleich ich nicht wirklich viel erwartet habe - und das war gut so, denn sonst wäre ich bitter enttäuscht worden...

Außer Armin Müller-Stahl, Iris Berben und Nina Proll (als Aline Puvogel in einer Mini-Rolle) kannte ich keinen der Schauspieler - das hat aber nichts zu heißen, da mir die zeitgenössischen deutschen sogenannten Stars fast gänzlich unbekannt sind.

Meine Erwartungen an den Film waren vor allem deshalb nicht zu hoch, weil ich mir nicht vorstellen konnte, einen riesigen Stoff mit derart vielen Facetten in einem zweieinhalbstündigen Spielfilm so zu bewältigen, daß er dem Original auch nur annähernd gerecht wird. Leider hatte ich recht: die Ereignisse wurden so aneinander gereiht, als wolle man die Dinge wie anhand einer Checklist abarbeiten und abhaken. Der Film hinterläßt bei mir keinerlei Emotionen, es gab niemanden, für den ich Gefühle - positive oder negative - entwickeln konnte (nicht einmal für die patscherte Tony), keine Episode, die mich wirklich in die Geschichte hineingezogen, kein Schicksal, an dem ich Anteil genommen hätte. Es gibt keinen Höhepunkt, die Figuren haben keine Kanten und Ecken, sie sind austauschbar und belanglos wie soviele andere Dinge heutzutage. Eine Ausnahme: als Thomas Buddenbrook sich einen Zahn ziehen lassen mußte und ihm der Angstschweiß auf der Stirne stand, habe ich fürchterlich mit ihm gelitten; aber das ist etwas wenig für einen ganzen Film...

Um den Stoff in Spielfilmlänge zu pressen sparte man am Personal:
die zweite Buddenbrook-Tochter Clara fehlt (die im Roman den Pastor Tiburtius heiratet und mit ihm nach Riga geht, dort bald stirbt, worauf die Konsulin dem Witwer - dem Wunsch der Tochter folgend - das Erbteil auszahlt, was zu einem scharfen Konflikt zwischen Thomas und seiner Mutter führt);

Tonis Tochter fehlt (die im Roman den Versicherungsdirektor Hugo Weinschenk heiratet, der kurz darauf wegen Betrugs im Gefängnis landet);

Übervater Johann Buddenbrook der Ältere und sein Einfluß über seinen Tod hinaus fehlt;

Da fallen ganze Episoden unter den Tisch, die vielleicht nicht essentiell, aber zum Verständnis der Charaktere wichtig sind (z.B. die zunehmende Religiosität der Konsulin, der Gefängnisaufenthalt von Tonis Schwiegersohn, Verstoßung von Gotthold Buddenbrook {Sohn des Firmengründers, Bruder von Jean} wegen unstandesgemäßer Heirat, die Aussöhnung von Christian und Thomas an der Ostsee; etc.)

Außderdem hält sich die Handlung nicht wirklich an die Vorlage. Im Film scheint es, als ob Tony den Emporkömmling Hermann Hagenström gegen ihren Willen lieben und sich zu den unteren Klassen hingezogen fühlen würde. Im Roman ist sie das genaue Gegenteil, sie betont immer wieder die Besonderheit der Buddenbrooks und ihre Überlegenheit über die Hagenströms und hat nicht im mindesten Lust, sich mit jemandem abzugeben, den sie als unter sich stehend erachtet. Sie läßt sich - im Roman - denn auch relativ widerstandslos von ihrem Vater in die Ehe mit Bendix Grünlich treiben, obwohl sie sich in Morten Schwarzkopf (den Sohn des Lotsenkommandanten an der Ostsee, also gesellschaftlich "unmöglich") verliebt und ihm sogar die Ehe versprochen hat. Im Film wird Christian Buddenbrook von seiner Familie ins Irrenhaus gebracht und nicht von seiner "Halbweltdame" Aline Puvogel, die ihn anscheinend nur wegen seines zu erwartenden Erbes bei sich duldete. Noch einige andere Dinge scheinen mir nicht werkgetreu, da bin ich mir aber nicht so sicher...

Die größte Enttäuschung war für mich die Konsulin Elisabeth "Bethsy" Buddenbrook. Im Roman ist die Konsulin eine sittenstrenge und sehr religiöse, eine sanfte, lebendige und gefühlsstarke Frau, die aber trotz aller Liebe zu ihren Kindern diese immer wieder an ihre Pflicht als Buddenbrooks erinnert und das schwarze Schaf - Christian - am meisten zu lieben scheint, sich das aber nicht so recht eingestehen will. Die Konsulin kommt aus der alten Zeit und versucht alles, um den Schein zu wahren und den Niedergang der großen Kaufmannsfamilie zu kaschieren. In ihrer Religiosität und ihrem Standesdünkel umgibt sie sich ständig mit - z.T. weltfremden - Geistlichen (einer davon heiratet bekanntlich die jüngste Tochter Clara), sodaß sie zunehmend den Kontakt zur Realität verliert. Iris Berben spielt diese Frau, deren Charakter ihr jede Chance zum Brillieren gäbe, als kalte und herzlose Person, die anscheinend überhaupt keine Gefühle hat und ihren Kindern in einem Tonfall, der besser in einen Kasernenhof paßt, Befehle erteilt. Der Todeskampf der vitalen Konsulin, das zum stärksten und eindrucksvollsten gehört, das Mann je geschrieben hat, ist im Film bestenfalls angedeutet (ein bißchen Husten, ein bißchen Stöhnen, das wars....). Keine Ahnung, ob Berben an ihre Grenzen als Schauspielerin gestoßen oder der Regisseur ein Schwachkopf ist...

Auch bei "Jean" Buddenbrook fehlt alles, was Anteilnahme, Mitleid oder sonstige Gefühle auslösen könnte. Dabei sollte ein Charakterdarsteller angesichts einer solchen Figur zu Hochform auflaufen: der Mann wird von seinem Schwiegersohn, dessen Bankier und Gläubigern aufs widerlichste und schamloseste betrogen, er verliert mehr und mehr Boden an die aufstrebenden Hagenströms und läßt sich von ihnen - vor der versammelten "Businss Community" von Lübeck - gute Geschäfte vor der Nase wegschnappen, die Revolution bedroht sein Unternehmen und seine persönliche Sicherheit, er übergibt seine Firma, an der er mit Leib und Seele hängt, an seinen ältesten Sohn Thomas, etc. Der Jean auf der Leinwand wirkt so, als hätte er beim Pferderennen fünfzig Euro (pardon: Courantmark) verloren. Irgendwann stirbt er dann und ward im Film nicht mehr gesehen....

Die beiden Brüder Thomas und Christian, die sich ähnlicher sind, als sie sich eingestehen wollen, hinterlassen ebenfalls keinen nachhaltigen Eindruck. Beide sind Dandys (im Sinne von Oscar Wilde), wobei Christian seinen Trieben nachgibt, während Thomas sie mit äußerster Disziplin zurückdrängt. Ich habe beim Lesen des Romans immer das Gefühl gehabt, daß Thomas Christian beneidet (und nicht umgekehrt), geistig unabhängig, das Herz auf der Zunge tragend und jede Menge Unsinn von sich gebend, seine Krankheiten beinahe mit Wollust zelebrierend, sich in die "falschen" Frauen (Schauspielerinnen, Prostituierte, etc.) verliebend {Thomas mag dabei an sein Blumenmädchen gedacht haben, mit dem er vor seiner Ehe mit Gerda Arnoldsen ein Verhältnis hatte}, etc. Davon ist im Film nichts zu spüren, da gibt es einige heftige Wortgefechte und das wars dann auch. Die stillschweigende Art von Versöhnung der Brüder an der Ostsee kurz vor Thomas' Tod fehlt komplett...

Wie in anderen Verfilmungen wird auch hier der gute Trick angewendet, Tony Buddenbrook als zentrale Figur nicht oder kaum altern zu lassen. Tony, die Naive, die Optimistische, die von allen Schicksalsschlägen überwältigt zu werden scheint, aber als einzige überlebt. Die, die sich durch alle Widrigkeiten des Lebens irgendwie durchwurschtelt. Sie ist ein Lichtblick in diesem Film ohne Höhepunkte, was aber nicht viel bedeutet: der Einäugige ist unter den Blinden König! Auch sie hat keine Ecken und Kanten. Daß sie sich in Morten Schwarzkopf verliebt hat, weiß ich aus dem Roman, hätte ich nur den Film gesehen, wäre mir das verborgen geblieben.

Was mich noch gestört hat, sind drei kleine Sexszenen (eine davon frei erfunden, da von Mann nie erwähnt), irgendwie in den Film hineingeschnitten wurden, um dann im Trailer noch ein paar Voyeure ins Kino zu locken. Die Szenen bringen die Handlung überhaupt nicht weiter und was Thomas und sein Blumenmädchen machen, wenn sie alleine in ihrem Zimmer sind, kann ich mir auch ohne nackte Brüste auf der Leinwand vorstellen...

Fazit: Die Buddenbrooks sind nicht verfilmbar, wie auch Verbrechen und Strafe oder Dorian Gray nicht verfilmbar sind! Der beste Beweis ist dieser Film, von dem außer prächtigen Kostümen und guten Bildern nicht viel geblieben ist. Der Roman hat derartig viele Facetten und Ebenen, daß er einfach nicht auf Leinwand zu bannen ist. Das was die Figuren tun ist halb so wichtig wie das, was sie denken und fühlen, lieben und hassen, hoffen und bangen womit sie ringen, wie sie siegen oder untergehen.
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am 29. Januar 2011
So gut der erste Teil des Zweiteilers "Die Buddenbrocks" auch gewesen sein mag, so extrem schwach war der zweite Teil. Im Grunde genommen, bestand dieser Teil nur noch aus einer Aneinanderreihung von Geburt und Todesfällen.
Für den Zuschauer eine wirkliche Qual den Zeitsprüngen zu folgen und man war froh, dass nach 90 Minuten alles vorbei war.
Schade, dass ein vielversprechend besetzter Film nach einer wunderbaren literarischen Vorlage, so schrecklich umgesetzt wurde.
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am 13. November 2010
Für eine deutsche Verfilmung ist Buddenbrooks vermutlich ein sehr gelungenes Werk, im internationalen Vergleich jedoch in meinen Augen nur durchschnittlich. Klar, die Schauspieler, Örtlichkeiten, Story usw. sind wirklich gelungen. Trotzdem geht die Story viel zu schnell vorwärts, zu vieles (Story und Personen) bleibt dadurch sehr oberflächlich. Schade eigentlich. Einer solch grossen Erzählung täte eine Verfilmung als Mehrteiler gut, die Engländer (BBC) und auch Amis schaffen das leider besser.

Fazit: Ganz gelungen, trotzdem wäre noch viel mehr dringelegen.
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am 18. Oktober 2009
Es ist schwer eine genaue Umsetzung des Klassikers von Thomas Mann in Filmformat darzulegen. Dies ist hier in eindrucksvoller Weise gelungen. Das Leben der hanseatischen Kaufmannsfamilie und der Niedergang des Traditionshauses Buddenbrook kann man hier dank der exzellenten Schauspieler hautnah miterleben. Musik, Ausstattung und Umsetzung 5 Sterne. Natürlich sollte man auch die Buchvorlage nicht verachten, aber vielleicht macht dieser Film auch Lust auf Thomas Manns Gesamtwerke und seinen kritischen Blick auf die Gesellschaft der Moderne.

Für mich eine der schönsten Umsetzungen der Buddenbrooks als Film.
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am 8. Dezember 2010
Ich liebe dieses Buch. Besseres habe ich ganz selten gelesen.Es wurde ja bereits mehrfach verfilmt (Stummfilm in den 20ern, Schwarz-Weiß in den 50ern und als Serie in den 70ern).

Dies jedoch ist genausoweit weg vom Buch wie die Winnetou-Verfilmungen in den 60ern. Das Buch wurde völlig demoliert. Wichtige Handlungsstränge einfach nicht vorhanden, unwichtige Sachen einfach dazugemurkst (Kutschenrennen und Schlitten fahren).

Die Schauspieler sind unter Buddenbrook-Niveau. Iris Berben hat da nichts verloren, und der, der den Thomas gespielt hat - ich habe den Namen schon vergessen - war glaub ich gar kein Schauspieler.Einzig August Diehl war gut und passend besetzt. Da Lobe ich mir Volker Kraeft und Ruth Leuwerik aus der Serie. Übrigens die einzige Verfilmung, die sich nahezu ans Buch hält.

Was sollen die anderen Länder über die deutschen Filmemacher denken, wenn die so eine verfälschte Verfilmung eines Nobelpreis-Buches sehen. Unglaublich!!!!!
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am 23. Oktober 2009
Über die Geschichte selbst braucht man wohl nicht extra etwas schreiben, da sie in der Regel den meisten bekannt ist. Kurz zusammengefasst geht es um eine Patrizierfamilie in Lübeck, deren Leben Thomas Mann über vier Generationen hinweg in einem großartigen Roman festgehalten hat.

Aus welchem Grund diese Verfilmung so viele gute Bewertungen erhalten hat, kann ich nicht wirklich verstehen. Hervorragend sind die Aufnahmen, die Kulissen und auch die Kleidung. Man merkt sehr wohl, dass man sich viel Mühe gab, das 19. Jahrhundert authentisch und schön wiederzubeleben. Dies ist aber m.E. schon das wirklich Gute an dem ganzen Film. Für jemanden der das Buch nicht gelesen hat, ist meine Kritik wahrscheinlich nicht nachvollziehbar, aber die Rollen sind für mich einfach total falsch besetzt. Armin Müller-Stahl und auch Iris Berber verkörpern die Figuren aus dem Roman noch am besten. Tony jedoch, die im Buch als eine naive, lebenslustige und auch weltfremde Frau dargestellt wird, verliert im Film die Leichtigkeit und Naivität ihres Charakters; Christian, ein oberflächlicher Taugenichts, der nur Spaß im Leben haben möchte und noch dazu an Hypochondrie leidet, ist ebenso eine riesige Fehlbesetzung wie sein Bruder Thomas, der im Buch als penibel, ja schon (im positiven Sinne) dandyhaft, ernst und pflichtbewusst dargestellt wird. Im Film ist Thomas eine blasse und nichts sagende Erscheinung.
Dass man sich Mühe gegeben hat, diesem großartigen Roman gerecht zu werden, ist nicht von der Hand zu weisen, ging jedoch ordentlich daneben. Die beiden alten Verfilmungen aus den 50ern und 70er Jahren, sind wesentlich werksgetreuer, da auch länger, und die Figuren sind mit wesentlich passenderen Charakteren besetzt.
Wichtig zu bemerken finde ich auch, dass jemand der das Buch nicht gelesen hat, bestimmt Probleme haben wird, so manche Szene nachvollziehen zu können. Dass man einen Roman von gut 800 Seiten nicht vollends in eine 145 Minuten dauernde Verfilmung unterbringen kann, liegt auf der Hand. Wären aber die Figuren so besetzt wie Thomas Mann sie in seinem Werk beschrieb, hätte diese starke Kürzung auch gar keine Rolle gespielt.

Fazit: Schwer enttäuschende Neuverfilmung eines großartigen Romans. Sind auch die Schauplätze, die Kostüme und die Aufnahmen um vieles besser und schöner als in den beiden alten Verfilmungen, verliert diese durch die fehlbesetzten Rollen massiv!
Wer den Roman nicht gelesen hat, kann diese Kritikpunkte kaum nachvollziehen, wird aber ohnehin Probleme haben, so manchen Part verstehen zu können. 3 Sterne noch aufgrund der großartigen Aufnahmen, Kulissen und Kostüme.
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VINE-PRODUKTTESTERTOP 1000 REZENSENTam 22. September 2012
Es gilt, Tomaten mit Äpfeln zu vergleichen. Ein ganz und gar törichtes Unterfangen, ich weiß. Man findet sich unversehens in einem Zwiespalt wieder. Doch wenn der Apfel vorgibt, anhand einer Tomate geschaffen worden zu sein, ist der Vergleich fast unumgänglich.
Wir waren gestern im Lichtspielhaus und haben uns die aktuelle Verfilmung des Romans Buddenbrooks angesehen. Wenn man das Buch von Thomas Mann wie ich mehrmals und mit Begeisterung gelesen hat, dann ist die Enttäuschung auch bei der bestmöglichen Verfilmung so gut wie unumgänglich, es sei denn, man ist sich vorher schon darüber im klaren, dass ein Apfel keine Tomate sein kann. Und umgekehrt.

Ich war vorgewarnt, unter anderem durch das Feuilleton der F.A.Z., dass das Unumgängliche auch bei dieser Literaturverfilmung wirklich eintritt: Es fehlen Szenen, es fehlen Protagonisten, es wurde weggelassen und hinzuerfunden. Ein Film ist eben ein Film und ein Buch ist eben ein Buch. Das geht gar nicht anders. Es herrschen ganz unterschiedliche Gesetze in den beiden Medien, und davon einmal abgesehen - wer könnte jemals einen 650 Seiten starken Roman verlustfrei in drei Kinostunden quetschen? Niemand.

Ich habe also keine tatsächliche Wiedergabe eines Romans erwartet beim Betreten des Filmtheaters - und wurde angenehm überrascht. Der Film vermag es durchaus, die Stimmung zu erzeugen, die Thomas Mann heraufbeschworen hat. Von den Kulissen bis zu den Darstellern fügt sich alles zu einem schlüssigen Portrait einer Epoche zusammen. Ohne Makel, ohne Abstriche. Eine Glanzleistung, ein heutzutage leider selten gewordenes Vergnügen.

Aber.

Leider leider gibt es ein Aber. Der Film wurde vor allem nach der Pause denn doch etwas eilig, um nicht zu sagen hektisch. Es gab noch einige Todesfälle darzustellen, und die Zeit schien dem Regisseur davonzulaufen. So wurde quasi Schlag auf Schlag gestorben, wobei die in der ersten Hälfte betörende Stimmung zumindest für mich ein wenig litt. Hannos Sterben nimmt im Roman immerhin ein ganzes Kapitel in Anspruch, in dem Thomas Mann sehr anschaulich darstellt, wie das Kind zu Tode kommt:

Mit dem Typhus ist es folgendermaßen bestellt: Der Mensch fühlt eine seelische Mißstimmung, die sich rasch vertieft und zu einer hinfälligen Verzweiflung wird. Zu gleicher Zeit bemächtigt sich seiner eine physische Mattigkeit, die sich nicht allein auf Muskeln und Sehnen, sondern auch auf die Funktionen aller inneren Organe erstrecke, und nicht zuletzt auf die des Magens, der die Aufnahme von Speise mit Widerwillen verweigert...

beginnt die Schilderung im Buch. Im Film stellt der Arzt am Sterbebett fest, dass gegen Typhus kein Kraut gewachsen sei.Es bleibt dem Film einfach keine Zeit, trotz der weggelassenen Personen und Begebenheiten, den Tod des letzten Buddenbrook in Ruhe zu betrachten.

Und da sind wir wieder bei den Äpfeln und den Tomaten. Die Sprache, die den Roman Buddenbrooks so unvergleichlich und unerreicht macht, findet sich im Film Buddenbrooks so gut wie gar nicht wieder. Leider auch kaum je in den Dialogen, vielleicht hielt der Drehbuchautor die Zuschauer heutzutage für nicht mehr in der Lage, einem Satz mit mehr als zwei Satzteilen zu folgen?

Dafür hat der Film eine Magie der Bilder und der Kameraführung, die auf ganz eigene Weise das Dargestellte lebendig werden lässt. Das eine ist so einzigartig und gut wie das andere, so wie Tomaten nie die Äpfel ersetzen können und umgekehrt. Es mag lediglich eine Frage der persönlichen Vorlieben sein, wo man die Präferenzen setzt.

Mein Fazit nach dem Besuch im Kino: Unbedingt sehenswert, ein ganz und gar überzeugender Film, dem man höchstens gegen Ende etwas mehr Ruhe gönnen würde. Ein wunderbares Stimmungsbild mit tragischen, komischen und allen anderen Elementen, die einen Film sehenswert machen. Stimmige Charaktere, eine interessanter Geschichte, wunderbare Darsteller. Man spürt an jedem Detail, dass die Beteiligten ihre Aufgabe ernst genommen und alle Sorgfalt darauf verwendet haben, einen herausragdenden Film zu schaffen. Das ist gelungen. Dieser Film wird einer von den wenigen sein, die auch in 10 oder 20 Jahren noch sehenswert sind.

Aber natürlich ist dieser Film nicht der Roman von Thomas Mann. Das kann er nicht sein und das wird auch nie irgend eine Verfilmung erreichen. Eine Tomate ist eben kein Apfel. Und es wäre doch ausgesprochen töricht, die beiden miteinander zu vergleichen. Aus dem Zwiespalt wäre ein Entrinnen undenkbar...
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am 27. Dezember 2010
Wie froh war ich, diesen Film nicht im Kino gesehen zu haben - 7 Euro gespart. Ich liebe das Buch und lese es regelmäßig wieder, und ich habe 1978 atemlos den Wirth-Mehrteiler, der glänzend besetzt und wunderbar und fesselnd werksnah gespielt ist, im Fernsehen verfolgt. Aber die Breloer-Verfilmung? Ich weiß noch gar nicht, ob Ärger oder Langeweile überwogen haben. Kürzungen sehe ich ein, aber Verfälschungen? Änderungen im Charakter? Nein, das ärgert mich dann doch, zumal die Notwendigkeit einfach nicht einzusehen ist. Warum aus der sanften Konsulin eine stählerne, ehrgeizige Zicke machen? Warum Gerdas rätselhafte Fremdartigkeit einfach plattbügeln in ein keckes Bürgertöchterlein komplett ohne Größe? Armin Müller-Stahl, der in "Die Manns" den Thomas Mann so herausragend gespielt hat, versagt auf ganzer Linie als Johann Buddenbrook ohne Höhen und Tiefen. Die Darsteller von Tony, Thomas und Christian sind farblos und hinterlassen keinen anderen Eindruck als den der Fehlbesetzung. Über das Drehbuch wollen wir gar nicht erst reden. Früh macht sich Langeweile breit. Und warum die ganzen Änderungen? Ist die Handlung im Buch nicht ausreichend "antörnend" und muss "gepimpt" werden? Meiner Ansicht nach ist das einfach unnötig und (für Liebhaber des Buches) schlicht ärgerlich - als ob das Buch das nötig hätte! Ein Stern nur deswegen, weil null nicht möglich sind.
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