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Kundenrezensionen

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am 25. Mai 2009
Controlling Crowds, die Kontrolle der Massen, lautet das Thema des 2009er Konzeptalbums von Archive, der vielköpfigen Band um Darius Keeler und Danny Griffiths.

Keeler und Griffiths hatten sich offenbar viel vorgenommen und haben viel abgeliefert - 13 Songs mit 78 Minuten regulärer Laufzeit plus 4 Songs mit 16 Minuten auf der BonusDisc der Ltd. Edition. Aber nicht nur vom Umfang her ist Controlling Crowds ein dicker Brocken. Auch musikalisch wird einem hier einiges abverlangt, denn das auf drei Parts verteilte Opus untermauert seinen Konzeptalbumsanspruch mit (super umgesetzten) nahtlosen Übergängen und ist insgesamt schwerer und kompakter, als die drei Vorgängeralben (Lights, Noise, You All Look The Same To Me).

Streckenweise ist der (Prog-)Rockanteil gegenüber den Vorgängern (vor Allem gegenüber Noise) zugunsten von Elektronik, Orchester- und Chorbombast (von vereinzelt Wagnerhafter Schwere wie in Words On Signs) zurückgefahren worden und auch das Songwriting an sich ist teils verändert.

Archivetypische, sich auftürmende und zum Ende hin explodierende Titel gibt es, wie auch ohrwurmhafte Balladen, etwas seltener als zuvor. Die Elemente sind zwar da, aber nicht immer eindeutig songgebunden (als Refrain oder Leitmotiv). Dafür wird ab und an auch mal wieder gerappt (Quiet Time, Bastardised Ink, Razed To The Ground), wobei die Sounduntermalung mal elektronisch / futuristisch, mal orchestral / hymnisch ist. TripHop ist das - m.E. gottseidank - nicht wirklich, stattdessen wirklich gut gemacht.

94 Minuten Musik sind kein Pappenstiel. Die muss man erstmal schreiben und das ist Archive ohne nennenswerte Durchhänger gelungen. Controlling Crowds ist trotz aller Veränderungen und einiger Längen ein außergewöhnliches Album geworden, dass man aufgrund seiner Fülle von Musikstilen und Song-/Soundvariationen einfach öfter hören muss, bis es sich erschließt.

Bullets, die erste Singleauskoppplung (Video auf der DoppelCD) ist einfach mitreißend und würde auch Porcupine Tree gut zu Gesicht stehen - Gesang, Gitarren, Drums, Piano, Elektronik, Orchester... hier stimmt einfach alles, was für ein Song! Words On Signs, eine schleppend-hymnische, von Piano und Gesang dominierte Ballade, weckt teils Erinnerungen an Pink Floyds The Wall. Dangervisit macht zuerst Anleihen bei Supertramp und steigert sich dann spannungsgeladen über donnernde Drums in ein recht ekstatisches Finale - super. Chaos, eine erneut klaviergetragene Ballade überzeugt durch hervorragenden Gesang und großartige, orchestrale Steigerung. Funeral hat alte Qualitäten, ist erdig, mitreißend und zum Schluß auch laut.

Das von Maria Q gesungene Collapse/Collide beginnt düster atmosphärisch (im Stil von AIR) und steigert sich zu orchestraler Schwere auf Midtempo-Drums - gut gemacht. Bonustrack 1, Killing All Movements, ist gitarrenlastig, rockig und könnte - nur um der Orientierung willen - auch von U2 stammen. Bonustrack 2, Children They Feed, ist in bestem Sinne roh, straight und von trockenen Drums dominiert.

Controlling Crowds hat noch viele weitere Highlights, wenige Schwachstellen und ist eines der Alben, die nicht alle Tage erscheinen. Eine außergewöhnliche Band, ein erstklassiges Album (DoppelCD lohnt auf jeden Fall).
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am 17. April 2009
Das Vorgängeralbum heißt zwar "Lights", doch Archive verbreiten mit ihrer Musik eine eher düstere Atmosphäre. Diese findet ihren Höhepunkt im neuen Konzeptalbum, das sich auf die Kontrolle der Massen in der modernen Gesellschaft bezieht. In drei Teilen analysieren Archive Kontrollmechanismen, denen wir unterworfen sind. Doch nicht nur Kritik, sondern auch die Forderung nach Veränderung bestimmt das Album. So lauten die letzten Worten in FUNERAL: "YOU COULD END EVERYTHING RIGHT HERE!"
Die Anschaffung der Limited Ed. lohnt allemal, denn die vier auf der Bonus-CD versammelten Tracks halten das Niveau der regulären Veröffentlichung. Wer eine Synthese von Trip Hop und Pink Floyd mag, greife bedenkenlos zu! Spielzeit: über 78 Min. - mit der Bonus-CD sind's über 95 Min.!
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am 9. April 2009
Archive haben ein Problem: sie müssen von ihren Zuhörern erarbeitet werden. In den wenigsten Fällen wird ihr Stil der musikalischen Sozialisation potentieller Fans punktgenau entsprechen. Zu divers ist die Spannbreite der verarbeiteten Einflüsse und der assimilierten Spannungsfelder (Prog-Rock versus TripHop, Elektronik versus Rock, Rap versus Kraut-Rock, eine Prise Industrial und Postpop dort). Zudem sucht man Refrains, die man im ersten Anlauf mitpfeifen kann vergebens; genau wie ähnliche klingende Bands. Es ist kennzeichnend, dass bei dem im besten Sinne als kreatives Kollektiv funktionierenden Archive nunmehr inzwischen 4 Leute sich das Mikrofon teilen: neben zwei an sich schon recht gegensätzlichen männlichen Gesangsstimmen, eine ausgesprochen feminin rüberkommende Sängerin und ein bereits vom ersten Album Londinum bekannter, recht fähiger Rapper. Rechnet man hier die beiden Masterminds des Archive-Kerns und den ein oder anderen beitragenden Musiker hinzu, verwundert es nicht dass die Band eine eigene komplette musikalische Welt vor einem aufspannt und das Wunder vollbringt, extreme Diversität mit hohem Wiedererkennungswert zu verbinden. Alles verschmilzt zu einem mächtigen musikalischen Monolithen, der letztlich nicht viel neben sich duldet und volle Aufmerksamkeit im Austausch gegen Einblicke in ein Universum fordert.
Nach den kreativen Höhepunkten der Band auf 'You all look the same to me' und 'Noise', dem Weggang des auf diesen Alben tätigen Sängers und der dem Beinahe-Kollaps der Band folgenden Selbstsuche auf 'Lights' machen Archive auf 'Controlling Crowds' offensichtlich weder Kompromisse noch Zugeständnisse an wen auch immer. Neben eher vertrauten Klängen wie in 'Bullets' findet sich teilweise eine Rückkehr in frühe TripHop/Rap-geprägte 'Londinium'-Zeiten und vorwärtsgewandte Neulandsuche. Einige Songs leben von einer komplexen Struktur ('Dangervisit'), andere von einer sich beständig aufbauenden Dynamik und Intensität ('Controlling Crowds', 'Collapse/Collide', 'Clones'). Andere Songs verschneiden gekonnt Rap-Vocals mit sich hypnotisch aufbauenden Klanggebilden ('Quiet Time') oder Stakkato-Synthies ('Bastardised Ink'). Anlass zum Durchatmen geben die meist von Maria Q gesungenen ruhigeren Stücke des Albums, deren perfekt ausgebildete Stimme vielleicht den Sound teilweise zu glatt bügelt. Auf der der limited edition beiliegenden Bonus-CD finden sich zudem 4 weitere Songs, von denen zumindest 'Killing all movements' und 'Children they feed' den Höhepunkten auf dem regulären Album in nichts nachstehen.
Wer auf der Suche nach gleichzeitig zeitgemäßer und zeitloser Musik ist und Alben sucht, die einen Jahre hindurch begleiten können, macht mit Archive und speziell mit 'Controlling Crowds' definitiv nichts verkehrt. Live sind Archive im übrigen nochmal ein Extra-Kapitel. Wer schon mal erlebt hat, wie die Band mit 'Numb', 'Pulse' oder 'Finding it so hard' ihr Publikum unangespitzt in den Konzertsaalboden rammt und selbst Crowbar-T-Shirt-tragende Ordner mit offenen Mund staunend zurücklässt, weiß von hier die Rede ist'
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am 15. Juni 2009
Archives neues Opus, vorliegend in Standard- oder erweiterter Edition (13 bzw. 17 Songs), ist eine deutliche Verbesserung zum letzten, etwas leichtgewichtigen Album Lights, das den vorhergehenden exzellenten CDs You All Look The Same To Me und Noise nicht gerecht wurde, weil es hauptsächlich von dort bekannte Muster - lange Pink Floyd meets Trip-Hop-artige Nummern, unterbrochen von kurzen, melodiösen Songs - kompetent aber nicht inspiriert wiederholte. Controlling Crowds hingegen, ein Konzeptalbum über die Massen und ihre Kontrollierbarkeit, punktet mit geschickt ineinander verwobenen Melodien und Leitmotiven und klingt auch durch den Einsatz fast aller früherer Archive Vokalisten - Pollard Berrier, Dave Pen, Rosko John, Maria Q - (nur Craig Walker, dem sie alle nicht das Wasser reichen können, glänzt leider einmal mehr durch Abwesenheit) erstaunlich abenteuerlustig. Abwechselnd elektronisch und orchestral, rockig und getragen, gesungen und gerappt, lang aber kompakt, nicht unprätentiös aber spannend, bietet Controlling Crowds etwas für Fans aller Phasen des ständig mutierenden, sympathisch uncoolen und stets interessanten Kollektivs um die Masterminds Danny Griffith und Darius Keeler, von Londinium (Trip-Hop) über Take My Head (Pop) bis zu Lights (siehe oben) und legt zumindest mit "Bullets", "Children They Feed" und "Day That You Go" einige Songs vor, die zu Archives besten zu rechnen sind.
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TOP 1000 REZENSENTam 19. Mai 2015
Das 2009 bei Warner Music veröffentlichte "Controlling Crowds" beinhaltet die ersten drei Teile des Konzeptalbums.
Ein halbes Jahr später sollte der vierte Teil als eigenständiges Album nachgeschoben werden.
Archive überzeugen mit einer wilden Mischung aus Electronics,Prog-,Alternative,Post,-New Art- Indipendent-Rock,Trip-Hop-Anleihen,Orchester-und Chor-Einschüben,Rap bzw Hip Hop-Gesang in einer Art und Weise,die ich als avantgardistisch bezeichne.
Trotz kühler,steriler Klänge baut die Band um die Masterminds Danny Griffiths und Darius Keeler stets atmosphärische Spannung auf;die Mischung verschiedenster Stilansätze wird geschickt zu etwas eigenem geformt,ein eigener Stil kreiiert.
Einige Sounds,Parts bilden scheinbar zunächst nur Fragmente,geben sich dann aber als Teil des Ganzen zu erkennen.
Hypnotisierende Wiederholungen in verschiedensten Facetten und Steigerungen in den Tracks sind typisch für Archive und auch im "Controlling Crowds"-Konzept anzutreffen.
Ein hoher Wohlfühlfaktor,opulente Gefühlswelten,psychedelische Momente,all das und dazu noch einnehmende Melodien wechseln sich ab oder prallen auch mal aufeinander.
Für mich sind Archive einfach atemberaubend,"Controlling Crowds" bildet da keine Ausnahme.
Thematisiert werden hier Manipulation und damit Kontrolle der Massen.
Bei der Kompositionsarbeit ließen sich Keeler und Griffiths von anderen Bandmitgliedern,wie Pollard Berrier,Dave Pen helfen.
Als Gastmusiker sind ua die bewährten Maria Q,Jonathan Noice,Steve Harris,Lee Pomeroy,Smiley,Steve "Key" Watts,Graham Prescett an Bord.
Neben diversen Keyboards,Synthesizern,Moog Baß,Gitarren,Drums,Gesang sind auch Mellotron,Triangel,(Hammond-) Orgel,Piano und mehr zu hören.
Sound-Effekte spielen bei Archive auch immer eine Rolle.
Jerome Devoise übernahm wie üblich den Mix der Aufnahme.
Das Mastering führte Tim Young durch.
Die Dynamikwerte sind niedrig,die Aussteuerung hoch,der Loudness War läßt mal wieder grüßen.
Abgesehen davon ist der Klang der CD aber OK.
Mittlerweile sind alle vier Teile auch als Doppel-CD erhältlich.
Ärgerlich ist,daß nur in Frankreich eine Edition von "Controlling Crowds"( I-III) erschien,die mit einer Bonus-CD mit vier Extra-Tracks glänzt.
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am 15. September 2011
Ok, "You all look..." und "Noise" sind für immer und ewig nicht zu übertreffende Klassiker.
Doch mit diesem Album haben sich Archive noch einmal neu erfunden. Die Bandbreite der Songs erschließt sich einem erst nach dem zigsten Hören. Komplex, genial und mit derartigen Widerhakenmelodien ausgestattet, dass man sie einfach nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Auch beim 100sten Durchlauf entdecke ich hier noch Neues. Die Scheibe hat keinerlei Verschleißfaktor. Und genau das unterscheidet sie vom Gros der Veröffentlichungen.
Pollard hat sich als wirklich charismatischer Sänger etabliert und der Musik seinen eigenen Stempel aufgedrückt. So kann es weitergehen. Einziger Wermutstropfen: Der Rapper. Der passt zu Archive wie Boy George zu Motörhead. Hoffentlich ist dieser Kopfsockenträger mit seinem unerträglichen Geleier auf den nächsten Outputs nicht mehr dabei...
Ansonsten, perfekt!!!
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am 20. Juni 2009
die archive-gemeinde wird aufschreien wenn ich behaupte, daß dies das beste album ist, was diese ausnahmeband je veröffentlicht hat, aber ich stehe dazu: ich höre es in diesem moment das x-te mal und bin begeistert davon, wie abwechslungsreich und verstörend dieses werk auf mich wirkt. normalerweise steht und fällt eine band mit dem sänger, aber griffiths und keeler beweisen mit ihrem kompositorischen talent, daß dies nicht immer der fall ist - "controlling crowds" ist ein gutes beispiel dafür.

das vorliegende album ist eine der seltenen perlen für leute wie mich, die auf ausschweifende, melancholische und melodramatische musik stehen. wem diese musikrichtung ebenso zusagt: kaufen!

anspieltip: collapse collide. hammerstück!
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am 11. Juni 2009
Ich bin nun schon mehrere Jahre "Jünger" der Band Archive und habe mir bewusst lange Zeit genommen, um eine Rezension zu diesem Album zu schreiben. Die Band selber nennt das Album ihr Wichtigstes, was nach all den Änderungen innerhalb der Band nur verständlich ist und mal so nen richtiger Hit wär ja auch nicht schlecht.
Ich hatte beim ersten mal NICHT den Eindruck ein Meisterwerk zu hören und JA, auch ich vermisse die Stimme von Craig Walker, der einfach wie die Faust aufs Auge in Bezug auf die Musik von Archive passte. SEINE Stimme hatte den nötigen Tiefgang und das perfekt Unperfekte, welches keiner der neuen Sänger auch nur im Ansatz hat.
Das Album wächst jedoch von mal zu mal und mittlerweile finde ich es richtig gut, besser als "Lights" auf jeden Fall und auch besser als das viel gerühmte "LOndinium".
Das Album kommt wesentlich poppiger daher und gerade in Songs wie "Collapse Collide" gesungen von Maria Q, die zwar manchmal eine "zu glatte" STimme hat, jedoch aber auch immer ein Garant für Qualität ist, kommt das archive-typische zum tragen.
Der von einem Rezensenten hier gescholtene Rapper macht seine Sache anständig, jedoch ohne grosse Höhepunkte. Dennoch würde ich ihn als guten Rapper betiteln, denn sein gerappe ist weit weg von dem Ganster-Dumm-Gelabere und ist eher mit Maxi Jazz von Faithless zu vergleichen.
Pollard(der Hauptsänger) macht seine Sache ebenfalls gut, lässt aber eigentlich auch nur selten sein Potential durchblitzen(letzter Song, Funeral, wo er Ecken und Kanten zeigt) dafür dann aber bei einem Song wie "Chaos" in Belanglosigkeit verschwindet. Dave Pen, zeigt hier das erste mal wie er wirken kann, wenn er nicht die Songs von anderen nachsingen muss, "words on signs" und "king of speed" sind beides sehr gute Songs.
Im Vergleich zu den unumstrittenen Meisterwerken YALTSTM und Noise verdient dieses Album nur 4 Sterne, jedoch gemessen an dem was sonst so in der Musikwelt rumschwirrt auf jeden Fall 5 Punkte.
Das ALbum ist NICHTS für Leute, die schon nach den ersten 60 Sekunden ein Statement wie "ist cool" oder so ähnlich abgeben. Archive erwartet das Abschalten von Kontrollmechanismen, fallen lassen in eine Klangwelt und Songstruktur die wohl einzigartig in der Popmusik ist. Archive zwingt den Hörer entweder sich VOLL auf die Musik einzulassen oder man lässt es ganz sein.
Für mich das grösste Kopf,-Bauch,-und Herzkino was man musikalisch erreichen kann.

Die Tatsache, dass die Deluxe-Version schlechter bewertet wurde als die normale Version ist mir VÖLLIG schleierhaft, denn die 4 zusätzlichen Songs sind einfach gut.
Wie Archive das Album(und das haben sie vor) auf der Bühne umsetzen will ist spannend, denn so abwechslungsreich und teilweise fett wie das Album produziert wurde, hat man sich doch einen Brocken an musikalischer Umsetzung vorgenommen.

dude
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am 25. Mai 2009
Controlling Crowds, die Kontrolle der Massen, lautet das Thema des 2009er Konzeptalbums von Archive, der vielköpfigen Band um Darius Keeler und Danny Griffiths.

Keeler und Griffiths hatten sich offenbar viel vorgenommen und haben viel abgeliefert - 13 Songs mit 78 Minuten regulärer Laufzeit plus 4 Songs mit 16 Minuten auf der BonusDisc der Ltd. Edition. Aber nicht nur vom Umfang her ist Controlling Crowds ein dicker Brocken. Auch musikalisch wird einem hier einiges abverlangt, denn das auf drei Parts verteilte Opus untermauert seinen Konzeptalbumsanspruch mit (super umgesetzten) nahtlosen Übergängen und ist insgesamt schwerer und kompakter, als die drei Vorgängeralben (Lights, Noise, You All Look The Same To Me).

Streckenweise ist der (Prog-)Rockanteil gegenüber den Vorgängern (vor Allem gegenüber Noise) zugunsten von Elektronik, Orchester- und Chorbombast (von vereinzelt Wagnerhafter Schwere wie in Words On Signs) zurückgefahren worden und auch das Songwriting an sich ist teils verändert.

Archivetypische, sich auftürmende und zum Ende hin explodierende Titel gibt es, wie auch ohrwurmhafte Balladen, etwas seltener als zuvor. Die Elemente sind zwar da, aber nicht immer eindeutig songgebunden (als Refrain oder Leitmotiv). Dafür wird ab und an auch mal wieder gerappt (Quiet Time, Bastardised Ink, Razed To The Ground), wobei die Sounduntermalung mal elektronisch / futuristisch, mal orchestral / hymnisch ist. TripHop ist das - m.E. gottseidank - nicht wirklich, stattdessen wirklich gut gemacht.

94 Minuten Musik sind kein Pappenstiel. Die muss man erstmal schreiben und das ist Archive ohne nennenswerte Durchhänger gelungen. Controlling Crowds ist trotz aller Veränderungen und einiger Längen ein außergewöhnliches Album geworden, dass man aufgrund seiner Fülle von Musikstilen und Song-/Soundvariationen einfach öfter hören muss, bis es sich erschließt.

Bullets, die erste Singleauskoppplung (Video auf der DoppelCD) ist einfach mitreißend und würde auch Porcupine Tree gut zu Gesicht stehen - Gesang, Gitarren, Drums, Piano, Elektronik, Orchester... hier stimmt einfach alles, was für ein Song! Words On Signs, eine schleppend-hymnische, von Piano und Gesang dominierte Ballade, weckt teils Erinnerungen an Pink Floyds The Wall. Dangervisit macht zuerst Anleihen bei Supertramp und steigert sich dann spannungsgeladen über donnernde Drums in ein recht ekstatisches Finale - super. Chaos, eine erneut klaviergetragene Ballade überzeugt durch hervorragenden Gesang und großartige, orchestrale Steigerung. Funeral hat alte Qualitäten, ist erdig, mitreißend und zum Schluß auch laut.

Das von Maria Q gesungene Collapse/Collide beginnt düster atmosphärisch (im Stil von AIR) und steigert sich zu orchestraler Schwere auf Midtempo-Drums - gut gemacht. Bonustrack 1, Killing All Movements, ist gitarrenlastig, rockig und könnte - nur um der Orientierung willen - auch von U2 stammen. Bonustrack 2, Children They Feed, ist in bestem Sinne roh, straight und von trockenen Drums dominiert.

Controlling Crowds hat noch viele weitere Highlights, wenige Schwachstellen und ist eines der Alben, die nicht alle Tage erscheinen. Eine außergewöhnliche Band, ein erstklassiges Album (DoppelCD lohnt auf jeden Fall).
11 Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Nachdem das Vorgängeralbum "Lights" die Hoffnungen der Fans nicht ganz erfüllen konnte, schoben Archive schnell eine Live CD hinterher, um sich dann über 18 Monate komplett zurück zu ziehen.

Und diese Zeit hat das Musikerkollektiv um Danny Keeler phantastisch genutzt. Ich gehörte auch zu denen, die nach der letzten CD gedacht haben "Das war's", fast 15 Jahre nach Londinium fällt denen nichts mehr ein. Was für eine Fehleinschätzung von mir!!! Alleine schon der gleichnamige Opener der CD entführt den Hörer wieder dorthin, wo er 1995 bei Londinium schon mal war. Diese Sounds, aus denen irgendwie Musik entsteht, dieser lethargische Rhythmus, abwechselnde Stimmen, die mantraähnlichen Gesänge, das sich-aufbäumen der Musik und wieder in sich zusammenfallen, einfach grandios. Und es geht auch mit den weiteren Songs nur in eine Richtung: nach oben. "Bullets", wunderschön eingespielt mit flirrendem Keyboard, "Words on signs", sehr elegisch, traurig, morbide, dann der nächste absolute Höhepunkt "Collapse/Collide" und irgendwann hört man Maria Q singen, verfremdet, wie von einem anderen Stern und sie singt das deprimierende "Whore". Und auf 2 Songs wird wieder gerappt, ach was, das ist kein Rap wie man ihn kennt. Das ist eine neue Form des Rapsingens, irgendwo zwischen allen Stilen.

Der harte Kern der Band Keeler/Pollard hat es geschafft! Auf Grund ihres über Jahre erarbeiteten Status als DIE Band im Elektroniikbereich, wird diese CD ihnen den ganz grossen Durchbruch bringen. Hier zeigen sie, dass sie die Pink Floyd und gleichzeitig Kraftwerk der neuen Generation sind. Sie bedienen sich gnadenlos bei den 70ern und 80ern, schiessen das Ganze durch die Synthies und Keyboards und Mellotrons der 2000er und heraus kommt etwas völlig Neues, ja eigentlich schon absolut Irrationales.

Doch nicht die Technik hat gesiegt, sondern das Songwriting. Egal wie gut Archive ihre Sounds umsetzen, die Songs müssen wie richtige Songs klingen. Nur dann funktioniert das Kollektiv!
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