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am 14. Oktober 2009
"Die Herzogin" ist ein Historienfilm der Extraklasse. Warum er zumindest in meiner Stadt nicht im Kino lief, ist mir unbegreiflich. Alleine die Kostüme, Perücken und die Kulissen sind eine solche schillernde Pracht, dass einem die Augen überlaufen, die Filmmusik ist himmlisch und die Leistungen von Keira Knightly und Ralph Fiennes sind oscarrreif. Erstere brilliert sowohl als scheue Jungfer als auch als gesellschaftliche Ikone, betrogene Gattin, Frau am seelischen Abgrund und liebende Mutter, womit sie die gesamte Bandbreite ihres erstaunlichen Talentes demonstrieren kann. Die Sexszenen sind ebenso diskret wie geschmackvoll und sinnlich, nicht zuletzt auch durch Charlotte Rampling, die eine beeindruckende Nebenrolle perfekt ausfüllt. Der Film entwickelt durch diese drei Darsteller eine lebendige emotionale Wucht, die den meisten anderen Filmen dieses Genres fehlt und der man sich kaum entziehen kann, und selbst der eher blasse Dominic Cooper macht seine Sache gut. Kitschigen Feminismus wird man hier dabei vergeblich suchen, denn das Drehbuch hält sich an Fakten, und Fakt war, dass die echte Duchess of Devonshire zwar eine schillernde, dominate, aber auch eine äußerst labile und weiche Persönlichkeit war. Manche Rezensenten meinen wohl, diese Tatsache hätte man dem Film zuliebe beugen müssen, aber dann hätte er keinen biographischen Hintergrund mehr gehabt, und insofern verstehe ich Kritiken dieser Art nicht. Der Trailer hält meiner Meinung nach voll, was er verspricht: das Porträt einer Frau, die ihrer Zeit voraus war, nicht aber ihren eigenen Schwächen, von denen eine die Geltungssucht, eine andere die Naivität war. Vor allem das Ende ist ein realistisches und nur aus unserer heutigen Sicht heraus ein tragisches. Mehr persönliche Freiheit konnte eine Frau von ihrem Typus sich damals nicht erkämpfen, ohne unzumutbar große Opfer zu bringen, und die wahre Georiana hat es nicht einmal nicht getan. Außerdem wird auch die Rolle ihres kaum minder leidenden Mannes, der nicht pauschal verurteilt wird und ebenso wie sie seinen Platz finden muss, berücksichtigt. Wirklicher Mangel des Films ist indessen, dass er viel zu kurz ist, mindestens um eine halbe Stunde. Er reißt nur eine kleine Spanne ihres Lebens an, und viele Dinge, die in dem tollen Bonusmaterial Erwähnung finden, wie etwa ihr Magerwahn und ihre Drogensucht, werden entweder völlig ignoriert oder nur angerissen. Das ist nicht zu verstehen, waren die Voraussetzungen doch bestens und sind Historienfilme doch selten unter zwei Stunden lang. Man hätte noch viel, viel mehr aus dem Thema und den Schauspielern herausholen und eine gewaltige Steigerung an Spannung und Dramatik erreichen können. Schade auf jeden Fall, aber mehr als einen Stern Abzug beschert der spritzigen "Herzogin" dieses Manko nicht.
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am 15. November 2015
Was in der ersten, sehr plakativen Szene mit dem schlüpfrigen Balzverhalten einer erwartungsfrohen männlichen Genitalgemeinschaft rund um eine heitere adoleszente Nymphe beginnt, ist geradezu prädestiniert, um letztlich im verworrenen Gefühlschaos zu enden: Es ist die Geschichte der Georgiana Spencer (Keira Knightley), die im Alter von 17 Jahren von ihrer Mutter, Lady Spencer (Charlotte Rampling), einen unterschriftsreifen Ehevertrag mit dem Duke von Devonshire vorgelegt bekommt - ein lukrativ anmutender Kontrakt, der dem fixierten Inhalt nach der ebenso aufgeweckten wie unerfahrenen jungen Dame einen gehobenen finanziellen und sozialen Status im England von Georg III. zusichert. Die Freude über das arrangierte Glück trübt sich jedoch spätestens in der Hochzeitsnacht, in der ihr frisch angetrauter, sehr umtriebiger, aber äußerst langweiliger Gatte (Ralph Fiennes) auf kürzestem Wege dem Höhepunkt entgegenstrebt, sie möglichst schnell und dementsprechend unbeholfen und unsensibel ihrer Kleider entledigt, um endlich in der mechanisch-schmerzhaften Horizontalen eines raketensexartig vollzogenen Liebesakts den lang ersehnten männlichen Erben zu zeugen. So weicht der eben noch überschwänglich empfundene Begeisterungstaumel allmählich der bitteren Erkenntnis, dass in einer Welt, die Frauen in Mätressen und Gebärmaschinen einteilt, für Liebe nicht viel Platz ist. Die inzwischen vom völlig sinnentleerten blaublütigen Alltag stark ernüchterte Duchess fristet fortan ein Dasein in Unterdrückung, Unfreiheit, Gefangensein in gesellschaftlichen Konventionen, sexueller Frustration und erogener Ödnis. Es folgen eskapistische Versuche in die Politik und die Etablierung als Modeikone. Beides wird im Film jedoch nur angedeutet. Das politische Engagement beschränkt sich hier auf eine knappe Konversation beim Dinner mit Politikern und auf einen öffentlichen Auftritt für die Whig-Partei ihrer heimlichen Liebe Charles Grey, mit dem sie nicht nur politische Ansichten, sondern auch die liberalen Bettlaken teilt, wodurch sich die familiäre Katerstimmung im trauten Heim weiter zuspitzt. Alles andere wird von Regisseur Saul Dibb im Dunkeln zurückgelassen. Georgiana Spencer wird so eher als erstes It-Girl der Zeitgeschichte porträtiert, das bei gesellschaftlichen Partys nicht immer frei von Peinlichkeit in Erscheinung tritt. Da kann es schon mal passieren, dass die auf ein beträchtliches Maß an prätentiösem Phallussymbol angewachsene und mit penibel detaillierter Genauigkeit geflochtene Perücke bei einem Gesellschaftsabend den Flammen zum Opfer fällt. Damit aber nicht genug. Die glücklos agierende Duchess holt sich in ihrer Einsamkeit und aus tiefer Sehnsucht nach einer Freundin (besser gesagt: Leidensgenossin) auch noch eine lüsterne Nebenbuhlerin mitsamt Kindern ins Haus. In der Folge werden gefühlsmäßige Berg- und Talfahrten sowie einzelne Schicksalsschläge abgearbeitet.

Der Film basiert auf der Biografie von Amanda Foreman. Skizziert werden die emotionalen Seiten dieser Figur. Die gesellschaftspolitische Bedeutung wird nur an der Oberfläche angerissen. Allerdings ist diese seltsame Menage A Trois optisch so gut geschossen, dass viele Schwächen gar nicht sonderlich ins Gewicht fallen. Sowohl Ausstattung als auch Kostümierung, Kameraeinstellungen und die äußerst warme Farbpalette der sehr elegant gehaltenen Bilder kaschieren wunderbar einige Längen und überzeichnen den äußerst vorhersehbaren Plot. Darstellerisch bringt Ralph Fiennes in seiner typisch minimalistischen Art und Weise die Blasiertheit, Belanglosigkeit und die unterdrückende, verklemmte subtile Gewalt des Dukes sehr gut auf die Leinwand. Überraschend ist, dass diese Figur von Fiennes als ebenfalls im Standesdünkel gefangene Person interpretiert wird und so eine nahe liegende Dämonisierung vermieden wird. Hayley Atwell als Bess Foster versucht ihrer sehr festgelegten Rolle einiges an Vielschichtigkeit zu geben. Keira Knighley haucht trotz Schwächen des Drehbuchs der Duchess noch soviel Leben ein, dass man diese Figur zumindest als sinnbildliche Leidensikone für alle frustrierten Adelsdamen dieser Zeit erkennt.

Bonusmaterial: Making Of, unveröffentlichte Szenen, TV-Spots, Trailer. Die Blue-ray hat ein Wendecover.
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am 6. Dezember 2015
...wer hätte gedacht, dass es so etwas in einer Verfilmung dieses Genres auch noch geben kann! Es hat sie tatsächlich doch gegeben - Frauen, die mit ihrer Rolle nicht zufrieden waren. der Lebensart überdrüssig - und es auch noch kund taten - sogar noch politisch aktiv waren. Sicher, keine wirkliche Biografie von Giorgiana Spencer, aber doch schon eine sehr innovative Handlung. Keira Knightly in einer überraschend überzeugenden Charakterdarstellung, mit einem herrlich unsymphatischen Ralph Fiennes an ihrer Seite - eine gelungene Besetzung - überaus glaubhaft in ihren brillianten Darbietungen. Das Spieltempo mag mitunter etwas zu behäbig erscheinen, lässt aber mehr Zeit, die Charaktere besser kennenzulernen, was zum Verständnis des Handlungsablaufs wiederum sehr massgeblich ist. Umgeben von einer prachtvollen Ausstattung, zeichnet sich die Inszenierung durch Einfallsreichtum und die Einwebung vieler Höhen und Tiefen aus - das Spielgeschehen wird in keiner Minute langweilig. Mit Sicherheit beschert dieser Film einen unterhaltsamen Filmabend, aber letztendlich ist er doch schon ein wenig aussergewöhnlich in diesem Genre und wirklich sehr sehenswert.
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am 29. Mai 2015
Meine Meinung zu den Darstellern

Die Darsteller sind wie ich finde treffend gewählt worden wie bereits erwähnt könnte man die Hauptdarstellerin Keira Knightley optisch gesehen durchaus für Georgiana Cavendish halten. Aus Rollen in „King Arthur“ und auch „Anna Karenina“ sowie „ Fluch der Karibik“ ist mir diese Schauspielerin wohlbekannt. Ich bin der Meinung hier der Produktion legt sie eine starke Leistung hin, in anderen Filmen fand ich sie schon schwächer. Es passt hier aber einfach alles Gestik, Mimik und auch die Tragik die sich hinter der Geschichte verbirgt bringt Keira Knightley super zum Ausdruck. Ralph Fiennes ist ebenfalls ein extrem starker Charakter der den Herzog William Cavendish super verkörpert. In dem Film „Der englische Patient“ habe ich den Schauspieler schon extrem stark gefunden, doch hier setzt er an Ausdruck und Wandlungsfähigkeit noch einen Drauf. Diese fiesen Charaktere stehen ihm gut zu Gesicht meine ich, denn hier verkörpert er einen aalglatten miesepetrigen Stinkstiefel. Dominic Cooper als Charles Grey finde ich persönlich nicht so wirklich treffend gewählt, denn ich meine hier hätte ein Schauspieler ran müssen der dieser ja eher tragischen Figur noch etwas mehr Ausdruck verleiht. Ich fand Dominic Cooper ein wenig zu ausdruckslos, seine Gesten etwas belanglos seine Leidenschaft und seine Erscheinung eher dürftig. Ein laues Lüftchen was kein Sturm sein wollte. Charlotte Rampling kann man hier ebenfalls positiv hervorheben, denn sie bringt die gewisse Machtgier als Georgianas Mutter gut rüber, ja fast schon in verbissener und geierhaften Manier. Auch ihr kauft man die Rolle der machtbesessenen Mutter die ihre Kinder so strategisch verheiratet, dass es ihr zur Ehre gereicht, vollkommen ab. Bis auf Dominic Cooper als Charles Grey mit einigen Schwächen kann man hier also sagen, tolle Darsteller die in ihren Rollen völlig aufgehenund sie nicht nur spielen sondern verkörpern und leben.
Meine Meinung zum Film
„Die Herzogin“ auf der DVD schon sehr facettenreich und anspruchsvoll präsentiert, auch hier gilt, das Cover der DVD Hülle ist ebenfalls auch das Cover der innenliegenden Scheibe. Ton und Bildqualität kann ich hier nur löblich erwähnen, denn wo der Ton nahezu bombastisch und satt aus dem Heimkino entweicht, ist beim Bild ebenfalls nichts zu beanstanden. Für 5,97 € bekommt man hier also einiges geboten. Von den Dialogen und den Kostümen hebt sich der Film „Die Herzogin“ positiv von so manchem Historienschinken ab, diese wirken treffend mit frischen Farben und nahezu detailliert. So passend, wie das modische IT Girl was die Herzogin im wahren Leben gewesen sein soll, so gut und geistreich ist der Film hier umgesetzt worden. Ebenso kommt hier die Spielsucht zum Tragen, der die Herzogin ja verfallen sein soll, von Rauschmitteln sieht man jedoch eher weniger. Ich denke, das ist auch eher der Freigabe geschuldet, die hier ab 12 Jahren gegeben ist. Diese halte ich für durchaus angemessen und daher hat man sich vermutlich in derlei Hinsicht ein wenig zurückgehalten. Dem Alkohol und der Scheinheiligkeit verfallen und am Ende der emotionalen Kräfte sieht man eine Szene, in der die Perücke Georgianas anfängt zu brennen. Die Herzogin sitzt am Boden mit einem weißem Tuch auf dem Kopf. Ich denke diese Szene ist schon prägnant für das Gefühlsleben der jungen Frau, die eine Menage au trois unter ihrem Dach dulden muss und nahezu eingesperrt in diesem Durcheinander mit ihren Kindern kaum noch Luft zum atmen findet. Der ruhige Soundtrack von Rachel Portman untermauert die ganze Dramatik und Tragik nahezu treffend und in jenen prägnanten Momenten des Films sehr deutlich. „Die Herzogin“ ist auf alle Fälle ein Film, den man sich anschauen sollte. Ich finde ihn würdevoll gemacht und ein gutes Andenken an eine junge Frau, die ihrer Zeit in so mancher Hinsicht voraus war, jedoch an diesem Standesdünkel wohl schlussendlich zerbrochen ist.
Vorteile

Eine detaillierte Zeichnung einer Frau, die ein Opfer ihrer Zeit wird
Gute Extras mit dem Making of und den Interviews der Darsteller
Tolle Darsteller in den Hauptrollen
Das Drama kommt richtig glaubwürdig rüber
Gute Umsetzung der DVD in Tonqualität
Gute Umsetzung der DVD in Bildqualität
Freigabe ab 12 Jahren ist gerechtfertigt „Making of“ ist höchst interessant und sehenswert
Die DVD hat außerdem ein Wendecover
Nachteile
*Ich kann hier nichts feststellen

Mein Schlussplädoyer
Die Herzogin ist in jedem Falle höchst empfehlenswert und anspruchsvoll sowie intelligent in den Dialogen, Kostümen und in der ganzen Ausstattung. Für jugendliche und erwachsene Zuschauer, die auf viel Romantik und ein Höchstmaß an Tragik und Dramatik Wert legen, was hier nahezu detailliert und ausgiebig gezeichnet wird. Die Bildqualität der Kauf DVD ist sehr gut, das Auge erfreut sich an der detaillierten Zeichnung der Charaktere und Kostüme, und auch der Ton der DVD kann sich auf dem heimischen Kino durchaus hören lassen. Die Bildqualität ist durchaus empfehlenswert und macht auch Lust sich die Blu-Ray im nachhinein noch zu kaufen um zu sehen ob es noch besser geht. Die guten Darsteller runden das Gesamtbild zur Kauf DVD hier noch ab. Auch wenn Dominic Cooper in seiner darstellerischen Überzeugungskraft ja nicht wirklich passend in der Rolle des Charles Gray erscheint. Ich hätte mir einen leidenschaftlicheren Darsteller gewünscht, wo das Feuer in den Augen brennt . Aber nicht alle Darsteller können immer rundum gut sein. Daher gebe ich hier keinen Stern Abzug. So bekommt „Die Herzogin“ aufgrund der anderen positiven Attribute die der Film hier abliefert 5 fette Sterne und eine sonnenklare und deutliche Kaufempfehlung...
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am 23. Februar 2016
Ich bin einfach ein Keira Fan und zusätzlich stehe ich noch sehr auf so historische Filme - insbesondere wenn es sogar eine "reale" Vorlage gibt. Die wurde natürlich für den Film etwas "geschönt", dennoch bekommtn man die wesentliche Schwierigkeit und gleichzeitige Stärke der Frau mit.
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am 26. September 2009
Was in der ersten, sehr plakativen Szene mit dem schlüpfrigen Balzverhalten einer erwartungsfrohen männlichen Genitalgemeinschaft rund um eine adoleszente junge Dame beginnt, ist nahezu prädestiniert, um letztendlich im verworrenen Gefühlschaos zu enden: Es ist die Geschichte der Georgina Spencer (Keira Knightley), die im Alter von 17 Jahren von ihrer Mutter, Lady Spencer, einen unterschriftsreifen Ehevertrag mit dem Duke von Devonshire vorgelegt bekommt, den sie in naiver Euphorie auch bereitwillig eingeht. Die Freude über das arrangierte Glück trübt sich jedoch spätestens in der Hochzeitsnacht, in der ihr frisch angetrauter, sehr umtriebiger, aber äußerst langweiliger Gatte (Ralph Fiennes) auf kürzestem Wege dem Höhepunkt entgegenstrebt, sie möglichst schnell und dementsprechend unbeholfen und unsensibel ihrer Kleider entledigt, um endlich in der mechanisch-schmerzhaften Horizontalen eines raketensexartig vollzogenen Liebesakts den lang ersehnten männlichen Erben zu zeugen. So weicht der eben noch überschwänglich empfundene Begeisterungstaumel allmählich der bitteren Erkenntnis, dass in einer Welt, die Frauen in Mätressen und Gebärmaschinen einteilt, für Liebe nicht viel Platz ist. Die inzwischen vom völlig sinnentleerten blaublütigen Alltag stark ernüchterte Duchess fristet fortan ein Dasein in Unterdrückung, Unfreiheit, Gefangensein in gesellschaftlichen Konventionen, sexueller Frustration und erogener Ödnis. Es folgen eskapistische Versuche in die Politik und die Etablierung als Modeikone. Beides wird im Film jedoch nur angedeutet. Das politische Engagement beschränkt sich hier auf eine knappe Konversation beim Dinner mit Politikern und auf einen öffentlichen Auftritt für die Whig-Partei ihrer heimlichen Liebe Charles Grey, mit dem sie nicht nur politische Ansichten, sondern auch die liberalen Bettlaken teilt, wodurch sich die familiäre Katerstimmung im trauten Heim weiter zuspitzt. Alles andere wird von Regisseur Saul Dibb im Dunkeln zurückgelassen. Georgiana Spencer wird so eher als erstes It-Girl der Zeitgeschichte porträtiert, das bei gesellschaftlichen Partys nicht immer frei von Peinlichkeit in Erscheinung tritt. Da kann es schon mal passieren, dass die auf ein beträchtliches Maß an prätentiösem Phallussymbol angewachsene und mit penibel detaillierter Genauigkeit geflochtene Perücke bei einem Gesellschaftsabend den Flammen zum Opfer fällt. Damit aber nicht genug. Die glücklos agierende Duchess holt sich in ihrer Einsamkeit und aus tiefer Sehnsucht nach einer Freundin (besser gesagt: Leidensgenossin) auch noch eine lüsterne Nebenbuhlerin mitsamt Kindern ins Haus. In der Folge werden gefühlsmäßige Berg- und Talfahrten sowie einzelne Schicksalsschläge abgearbeitet.

Der Film basiert auf der Biografie von Amanda Foreman. Skizziert werden die emotionalen Seiten dieser Figur. Die gesellschaftspolitische Bedeutung wird nur an der Oberfläche angerissen. Allerdings ist diese seltsame Menage A Trois optisch so gut geschossen, dass viele Schwächen gar nicht sonderlich ins Gewicht fallen. Sowohl Ausstattung als auch Kostümierung, Kameraeinstellungen und die äußerst warme Farbpalette der sehr elegant gehaltenen Bilder kaschieren wunderbar einige Längen und überzeichnen den äußerst vorhersehbaren Plot. Darstellerisch bringt Ralph Fiennes in seiner typisch minimalistischen Art und Weise die Blasiertheit, Belanglosigkeit und die unterdrückende, verklemmte subtile Gewalt des Dukes sehr gut auf die Leinwand. Überraschend ist, dass diese Figur von Fiennes als ebenfalls im Standesdünkel gefangene Person interpretiert wird und so eine nahe liegende Dämonisierung vermieden wird. Hayley Atwell als Bess Foster versucht ihrer sehr festgelegten Rolle einiges an Vielschichtigkeit zu geben. Keira Knighley haucht trotz Schwächen des Drehbuchs der Duchess noch soviel Leben ein, dass man diese Figur zumindest als sinnbildliche Leidensikone für alle frustrierten Adelsdamen dieser Zeit erkennt.

Bonusmaterial: Making Of, unveröffentlichte Szenen, TV-Spots, Trailer. Die DVD hat ein Wendecover.
22 Kommentare| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Juni 2015
Ich liebe Historien-Filme und dieser ist einer davon.
Es erzählt die Lebensgeschichte anhand der Biografie von Georgiana, Duchess of Devonshire im England am Ende des 18. Jahrhunderts. Eine arrangierte und unglückliche Ehe, die Liebe zu ihren Kindern, das politische Interesse Georgianas, welches in den damaligen Zeiten für Damen nicht gern gesehen wurde, und eine Affäre.

Das ist im Groben erzählt der Film, den ich unbedingt sehenswert finde.
Gerade für Liebhaber historischer Filme und Bücher.
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am 3. Mai 2010
Geschichte wie sie schöner und inspirierender nicht sein könnte: Für Georgiana Spencer wurde im Alter von 17 Jahren eine Ehe mit dem Herzog von Devonshire engagiert. Schnell steigt sie in den aristokratischen Kreisen zu einer äußerst populären Persönlichkeit auf. Sie engagierte sich in der Politik, schrieb Gedichte und war wohl die erste Modeikone überhaupt.
Doch in der Ehe fand "G", wie sie von allen nur genannt wurde, keine Erfüllung. Ihr Ehemann, der Herzog, war ein gefühlskalter Lüstling, der nicht vor den Röcken der besten Freundin Georgianas halt machte, jedoch von ihr verlangte keine Affären zu haben und ihm einen männlichen Erben zu schenken. Dies geschah nun auch nach zwei Töchtern. Georgiana sah ihre Pflicht erfüllt und suchte die wahre Liebe nun in Charles Grey. Doch der Herzog will seine Herzogin nicht glücklich mit einem anderen Mann sehen.
"Die Herzogin" wurde im letzten Jahr mit einem Oscar für die besten Kostüme prämiert. Im Making of des Filmes erfährt man noch einiges mehr über die wahre Geschichte der Georgiana Cavendish, Herzogin von Devonshire, die von Zeichnern, den frühzeitlichen Paparazzis, nur so umschwärmt wurde und deren Bild in den Klatschspalten der Tageszeitungen des 18. Jahrhunderts landete.
"G" liebte es im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen auch wenn sie dort wahrlich einsam war. In der Hauptrolle glänzte Keira Knightley mit dem Porträt einer Ikone des 18. Jahrhunderts, die ihre Umwelt wahrhaftig prägte. Es ist auch ein trauriges Portät eines steifen Lebens in den Konfessionen der damaligen Zeit, in der Frauen als schmückendes Beiwerk galten. Doch war Herzogin Georgiana besonders gut darin und so ist auch ein Porträt einer prunkvollen, intelligenten und schönen Frau, die die Maßen zu begeistern wusste, so wie ihre Nachfahrin Lady Diana, Königin der Herzen. ML

Weitere Extras: Making of des Filmes mit viel Hintergundmaterial zu Georgiana
Trailer
geschnittene Szenen
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am 8. Februar 2010
Mit noch nicht einmal 18 Jahren wird die lebenslustige Georgiana mit dem wesentlich älteren Herzog von Devonshire verheiratet. Wir schreiben das Jahr 1774, und es handelt sich um eine Ehe, die vornämlich aus einem Grund geschlossen wurde: um dem Herzog einen (männlichen) Erben zu verschaffen. Der Status als Herzogin verspricht Ansehen, Reichtum und Macht, und Georgiana zeigt sich über diese mehr als gute Partie zunächst durchaus erfreut. Doch bald stellt sich heraus, dass ihr Ehemann ein unsensibler Klotz ist, der lieber mit seinen Hunden spricht als mit ihr. Nichts ist mit romantischer Liebe, im Schlafzimmer geht es eher nüchtern zu, und der Herzog setzt sich ohne besondere Rücksicht und ganz offen über das Gebot ehelicher Treue hinweg. Schließlich macht er sogar Georgianas beste Freundin und Vertraute zu seiner langjährigen Geliebten und Lebensgefährtin. Als Georgiana ihrerseits versucht, durch eine Affäre etwas Trost und Liebe zu finden, bekommt sie die volle Härte der damaligen Doppelmoral zu spüren.
Ich habe vor dem Anschauen des Films nicht gewusst, dass es Georgiana Cavendish, Herzogin von Devonshire, wirklich gegeben hat, und dass in diesem Film wahre Ereignisse aus ihrem Leben (nach-)erzählt werden.
Die "wahre" Georgiana Cavendish wird als eine der bekanntesten und einflussreichsten Frauen ihrer Zeit beschrieben, eine Frau mit schillernder Persönlichkeit, die auf der einen Seite politisch und kulturell sehr engagiert war, auf der anderen Seite einen Hang zu modischer Extravaganz, zum Glücksspiel und zum Konsum von Rauschmitteln aufwies.
Diese vielen Facetten berührt der Film nur ansatzweise. Er stellt die tragischen Beziehungsgeschichten in den Vordergrund und lässt andere Aspekte nur in kurzen Szenen aufblitzen. Erst jetzt, nachdem ich etwas mehr über die tatsächliche Georgiana weiß, kann ich einige Szenen wesentlich besser zuordnen. Schade fand ich, dass mir gegen Ende des Films Motivation und Gefühlslage Georgianas immer unklarer wurden. Dies mag an einer zunehmend distanzierteren Erzählweise liegen. Jedenfalls hinterließ der Schluss des Films bei mir den Eindruck einer eher mutlosen und gebrochenen Frau, die sich mit im Grunde untragbaren Gegebenheiten abgefunden und arrangiert hat. Irgendwie ein Happy-End, das nicht besonders glücklich wirkt. Ob dies beabsichtigt war bzw. der damaligen realen Situation entsprach, vermag ich leider nicht zu beurteilen.
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am 28. Mai 2015
Ein gut gemachter Film, den Keira Knightley fast ganz allein trägt. Die Geschichte ist ja allgemein bekannt, meinetwegen hätte der Film noch stundenlang weitergehen können! Leider endet er da, wo man erst wirklich neugierig wird, wie "G"s Leben weiterhin verlief und was aus ihrem außerehelichen Kind wurde.
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