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Kundenrezensionen

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am 17. November 2009
Unter der Regie von Ron Howard wurde 2008 ein interessantes Filmprojekt umgesetzt. Basierend auf einem Theaterstück und Drehbuch von Peter Morgan, wurde das legendäre Fernsehinterview von Talkmaster David Frost mit dem damals schon im Ruhestand befindlichen US Präsident Richard Nixon verfilmt. In den Hauptrollen glänzen Frank Langella und Michael Sheen. Der Film erzählt einiges über die Hintergründe dieses TV Interviews und widmet sich in der ersten Hälfte vor allem den Recherchen von Frosts Team. Die zweite Hälfte widmet sich dem Interview selbst. Schlußendlich kann ich nur sagen, daß ich nicht erwartet hätte, daß diese eigentlich sehr trockene Materie so spannend in Szene gesetzt werden kann. Die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut und verleihen diesem filmischen Zeitdokument Glaubwürdigkeit. Die Bildqualität ist grundsätzlich gut bis sehr gut, allerdings auch sehr wechselhaft. Oft werden Filter verwendet, um das Bild absichtlich älter aussehen zu lassen. Das ist notwendig, da immer wieder altes Archivmaterial mit den modernen Filmaufnahmen kombiniert werden. Der Ton ist in Ordnung, bietet aber kaum Highlights. Die Dialogverständlichkeit ist durchwegs sehr gut. Die Extras sind sehr interessant und informativ.

Film: 8/10
Bild: 8/10
Ton: 7/10
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Ich bin 1983 geboren und deswegen kannte ich den Begriff "Watergate" auch nur aus Filmen und dem Nachlesen der damaligen Vorgänge, nicht aus eigenem Verfolgen der Geschehnisse. Umso mehr interessiert war ich an dieser Verfilmung von Ron Howard, die mir weitere Hintergründe vermitteln sollte.
Im Vorspann werden ganz kurz noch einmal die Vorgänge um den Rücktritt von Richard Nixon zusammen gefasst, allerdings ist hier ein gewisses Vorwissen unbedingt erforderlich, um die weiteren Reaktionen des Präsidenten nachvollziehen zu können. Der Moderator David Frost war damals relativ erfolgreich, dennoch traut ihm keiner ein sinnvolles Politikinterview zu, obwohl er ein Team von bekannten Redakteuren um sich schart. Er scheint seinen Ruf als Partyhengst und Playboy eher zu bestätigen als ernsthaft am Enthüllungsjournalismus zu arbeiten. Die Finanzierung des Projekts steht bis zum Schluss auf wackligen Füssen und Frost muss sogar das Gehalt von Nixon aus eigener Tasche zahlen. Dieser sieht in diesem Fernsehgespräch eine Möglichkeit zur Rehabilitation, als erfahrener Machtmensch mit jahrelanger Übung in der Manipulation von Menschen kann er mit Frost in der Unterhaltung machen was er will - womit er auch bis zum Schluss Recht behalten sollte. Der Film zeigt bis ins Detail perfekt wie gegenteilig Frost und Nixon sind, man erkennt jede Gefühlsregung in kleinen Gesten und kann die Spannung während des 28-stündigen Interviews fast durch den Fernseher spüren.

Bei mir hat dieser Film das Interesse am damaligen Politikgeschehen nur noch mehr geweckt, ich werde mir demnächst noch weitere Bücher besorgen. Ron Howard wusste hier sehr gut zu besetzen und hat jede Einstellung so gewählt, dass man am Ende ebenso unzufrieden zurückbleibt, wie es den Amerikanern damals gegangen sein muss. Dafür erhält "Frost/Nixon" sämtliche Sterne, denn diese knapp zwei Stunden sind definitiv sehenswert - leider bloss ohne bereits vorhandenes Hintergrundwissen ungeniessbar und deswegen gibts einen Punkt Abzug. Hier wird mal wieder deutlich, wie spannend Politik und Geschichtsunterricht eigentlich sein können - setzen, sehen, dazulernen!
11 Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Februar 2012
David Frost ist ein in Amerika unbedeutender, britischer Talkshowmoderator, der sich Ende der 70er den wichtigsten Gesprächspartner des Jahrzehnts angelt: den ehemaligen Präsidenten Richard Nixon. Nach dem Watergate-Skandal legte dieser sein Amt nieder, was allein ca. 400 Millionen Menschen sahen - und die meisten Fragen blieben für die Amerikaner unbeantwortet. Aber David setzt sich über alle Hürden hinweg, um genau diese Antworten aus Nixon herauszubekommen...

Obwohl ich kein Profi im Wissen über Watergate bin, reizte mich dieser Film über die wahre Begebenheit des Interviews zwischen dem damals unbekannten David Frost und dem ehemaligen Machtinhaber Richard Nixon.

Und ich habe es nicht bereut: auch ohne politisches Vorwissen fesselt einen dieser Schlagabtausch der beiden Personen ungemein. Nebenbei bekommt man immerhin einen kleinen Einblick der damaligen Geschehnisse, die Nixon aus dem Amt drängten und ihn zu einem unbeliebten Amerikaner machten.

Hervorragend dargestellt wurden die beiden Hauptpersonen von Michael Sheen als Frost und Frank Langella als Nixon, die diese Rollen schon im vorhergehenden Theaterstück spielten. Beide überzeugten mich wieder einmal von ihrem Können als Schauspieler, so dass man sich wirklich in diese Zeit versetzt fühlte - und sogar Mitleid mit dem damaligen Präsidenten empfand. Und Respekt vor Sheen, der keine Angst vor den damals üblichen Kleidern und Frisuren hat.

Auch die Nebendarsteller sind gut gewählt, eine sympathische Dame zweifelnde Helfer an der Seite von Frost und ein eiskalter Kevin Bacon als Schützer von Nixon.

Nach einer kleinen Einführung in die Geschehnisse sind wir recht bald bei Frost, der sich die Idee in den Kopf setzt - und beinahe daran verzweifelt. Erst gibt's keine Geldgeber, dann keinen Sender und zuguterletzt scheint das Interview auch nicht nach seinen Vorstellungen zu laufen - bis zum finalen Countdown, das Frank Langella perfekte mimte.

Natürlich habe ich keinen Vergleich zum wahren Interview, aber wenn man diesen Film gesehen hat, könnte man wirklich meinen, es sei so damals abgelaufen, obwohl natürlich manche Dinge der Dramaturgie wegen eingebaut wurden.

Dieser Film hat mich überzeugt und mir gezeigt, dass Politik nicht immer nur langweilig sein muss. Und wieder einmal bewiesen, welch gute Schauspieler die Welt an Sheen und Langella hat.
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am 13. Oktober 2009
..., 1 Stern für alle anderen.

Ron Howards Werk ist komplex, trocken und anspruchsvoll, soviel vorneweg. Das ist nicht die Schuld des Filmemachers, sondern des Themas. Wer also nicht ein gewisses Interesse an den politischen Prozessen generell oder an amerikanischer Innenpolitik des 20. Jahrhunderts mitbringt, wird diesen Film spätestens nach einer halben Stunde wieder ausstellen. Es werden keine größeren Zusammenhänge vermittelt, kein Kontext oder Bezug zum Gesamtbild hergestellt, sondern das Thema in engem Rahmen abgehandelt.

Der erste Absatz soll allerdings nicht abschrecken. Nur sollte man wissen, was man zu erwarten hat, wenn man die DVD in den Player legt. Für alle, die es riskieren wollen, ohne zur oben genannten Gruppe zu gehören: Der Film ist kann auch ohne Hintergrundwissen extrem spannend sein. Das gilt vor allem für die Aufarbeitung des eigentlichen Duells (man sollte allerdings kein Duell im klassischen Sinn erwarten, eher ein psychologisches Frage-Antwort-Spiel). Szenen drumherum sind teilweise weniger interessant, aber geben den Charakteren die nötige Substanz. Langella als Nixon ist grandios, aber unterscheidet sich grundlegend von füheren Darstellungen wie der von Anthony Hopkins. (Für Einsteiger in die Materie ist es übrigens ein gute Grundlage, sich vorher Hopkins' "Nixon" anzusehen. Ebenso empfehlenswert Redford/Hoffman in "Die Unbestechlichen" über die Watergate-Affäre, dem Dreh-und Angelpunkt bzw. der Grundlage für "Frost/Nixon", auch wenn dort Nixon nur eine Randfigur bleibt.) Der Film ist mehr Polit-Drama als Polit-Thriller, wer also nichts mit extrem dialoglastigen Filmen anfangen kann, der sei an dieser Stelle ebenfalls gewarnt.

Technisch ist die Amazon-exklusive Special Edition der normalen Fassung klar vorzuziehen. Zum gleichen Preis erhält man hier auf einer Bonus-DVD die Original-Interviews von damals in einer leicht gekürzten Fassung (was aber nicht weiter tragisch ist, der Großteil ist aus heutiger Sicht sowieso eher uninteressant bzw. belanglos). Diese DVD ist baugleich mit der einzeln erhältlichen "Frost/Nixon - Das Original-Interview zur Watergate-Affäre" (ASIN: B001P7JZIU). Einiges davon findet sich allerdings auch im Bonus-Material der Film-DVD wieder.

Die Special Edition steckt in einem Pappschuber (mit fest aufgedrucktem FSK-Logo), die eigentliche DVD-Hülle besitzt allerdings ein Wendecover. Was natürlich überhaupt keinen Sinn macht, außer, man wirft den Pappschuber weg. Für Filmsammler wird der Schuber also dank des FSK-Logos wertlos sein, Normal-Käufern wird der Schuber vermutlich sowieso egal sein. Aber die Marketing-Abteilung wird schon wissen, welcher Zweck dahintersteckt.

4 Sterne für den Film, 5 für das Bonusmaterial.
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am 30. November 2009
Mit der Darstellung des David Frost bekommt der Zuschauer ein näheres Bild dazu, wie anstrengend die Leistungsgesellschaft auch im Bereich des Journalismus war/ist. Frost zielt darauf ab, den zurückgetretenen Präsidenten Richard Nixon in einem exklusiven Interview vorzuführen und damit Profit zu machen. Auf der anderen Seite den designierten 37. Präsidenten der Vereinigten Staaten Richard Nixon, der mit allen Wassern gewaschenen ist. Bevor der Zuschauer sich den Film anschaut, sollte er sich kurz einige Zeilen zu Richard Nixon (Präsident von 1969 - 1974) und der Watergate Affäre besorgen, um sehr gut auf den Film eingestimmt zu sein. Es ist zwar nicht zwingend notwendig, es macht den Film allerdings noch interessanter. Die Darsteller selbst leben die Figuren und spielen überragend. Insbesondere Frank Langella als Richard Nixon überzeugt den Zuschauer von einem geldgierigen, skrupellosen und verfassungsbrechenden Präsidenten, der am Ende durch Frost der Öffentlichkeit sein wahres Gesicht zeigt. Genial.
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am 11. September 2009
Als Richard Nixon(Frank Langella) 1977 diese Worte zum Fernsehmoderator David Frost(Michael Sheen) sagt, ist er sich sicher, dass er der Gewinner des spektakulären Fernsehduells sein wird. Aber, wie uns die Geschichte zeigt, auch Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika können sich irren.

Nach dem Watergate Skandal 1972 muss Richard Nixon abtreten. Er tut das, ohne sich jemals für sein Verhalten zu entschuldigen, oder ein Geständnis abzulegen. Gerald Ford, sein Nachfolger, setzt mit der kompletten Begnadigung Nixons, de facto einer Absolution für seinen Vorgänger, dem Ganzen noch die Krone auf. Danach wird Nixon immer wieder gefragt, attackiert, gehört, aber nie räumt er seine Fehler ein. Der britische Talkshowmoderator David Frost, der Talkshows in England und Australien moderiert, will ein Interview mit Nixon. Der willigt, nach Zusage eines horrenden Honorars, ein. Wie sollte ein unpolitischer Talkmaster am Image des Expräsidenten kratzen können? Das sieht nicht nur Nixon so. Frost findet keine Geldgeber und muss das finanzielle Risiko fast allein tragen. In vier Talkrunden soll er Nixon ausfragen. Die ersten drei davon verlaufen desaströs für Frost. Er ist zu weich, lässt sich einwickeln, wirkt laienhaft. Aber als er selbst am Rand des Ruins steht, besinnt er sich. Als sich das Blatt wendet, horcht die Welt auf und wird Zeuge eines Vorfalls, der noch heute die politischen Journale füllt.

Ron Howard ist zweifelsohne ein Risiko eingegangen. Sein -Frost/Nixon- ist ein hervorragender Film. Allerdings muss man sich für das Thema interessieren. So ist auch meine Bewertung zu verstehen. Wer leichte Unterhaltung oder kurzweiligen Zeitvertreib sucht, der wird sie in diesem Film nicht unbedingt finden. Wer allerdings beim Zuschauen lernen will, wer erkennen möchte, wie dieser gigantische Apparat Politik funktioniert, wer spannend und atemlos verfolgen will, wie diese Geschichte damlas ablief, der ist hier genau richtig. Howard hat dem politischen Kalkül am Beispiel Nixons die Maske vom Gesicht gerissen. Und das alles, ohne polemisch, plakativ oder oberflächlich zu sein.

Die Charaktere des Films sind wundervoll besetzt. Sheen gibt den geckenhaften Frost einzigartig. Seine Berater Bob(Oliver Platt) und Jim(Sam Rockwell) brillieren in ihren Rollen genau so, wie Kevin Bacon als Präsidentberater Brennan. Ihm nimmt man fast jede Rolle ungefragt ab.

Ein Sonderlob geht an Frank Langella. Wie er die Facetten Nixons, vom arroganten, selbstgefälligen, macht- und geldsüchtigen Polit-Dinosaurier, bis hin zum verzweifelten, bemitleidenswürdigen alten Mann spielt, das verdient allergrößten Respekt.

Als der Satz: "Ich habe das amerikanische Volk verraten" Nixons Lippen verlässt, hält die Welt den Atem an. Aber bis zu diesem Moment stehen David Frost unzählige Hürden im Weg. Nach dem Buch von Peter Morgan hat Ron Howard Frosts Weg nachgezeichnet und lässt uns daran teilhaben. Noch heute gelten die gleichen Regel im Spiel um Macht und Regierung. Wer der Meinung ist, das man aus Geschichte nicht lernen kann, der darf sich bei -Frost/Nixon- gern eines besseren belehren lassen. Ich bin sogar der Meinung, dass Geschichte genau darin ihre Berechtigung hat: Zu lernen und zu verstehen. In diesem Sinne lege ich ihnen -Frost/Nixon- ans Herz. Der Film ist absolut empfehlenswert. Sollten sie sich allerdings ganz und gar nicht für Politik und deren Umfeld interessieren, ist der Platz in ihrem DVD Player mit einem anderen Film vielleicht besser ausgefüllt.
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TOP 1000 REZENSENTam 18. November 2013
Mit Peter Morgans ("The Queen", "The Damned United", "Rush") Adaption seines gleichnamigen gefeierten Theaterstücks "Frost/Nixon" liefert Regisseur Ron Howard einen seiner besten Filme. Die wahren Stars dieses Dramas sind allerdings Autor Peter Morgan, der ein großartiges Drehbuch vorlegt, und die beiden fantastischen Protagonisten Michael Sheen als David Frost und Frank Langella als Richard Nixon. Hier wird herausragendes Schauspielerkino geboten, ein faszinierender, hochspannender verbaler Schlagabtausch zweier höchst unterschiedlicher Persönlichkeiten. Das erbrachte 2009 fünf Oscar-Nominierungen für Film, Regie, Hauptdarsteller Langella, Drehbuch und Schnitt.

Morgans Skript befasst sich mit dem 1977 durchgeführten legendären TV-Interview zwischen der britischen TV-Persönlichkeit David Frost und dem ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon. Frost, der hauptsächlich als Talkshow-Gastgeber bekannt war, erkannte großes Erfolgs-Potential in einem kritischen Interview mit dem durch die Watergate-Affäre zum Rücktritt gezwungenen Nixon, galt jedoch aufgrund seines eher glamourösen Rufs als eher ungeeignet für ein seriöses Interview mit einer so kontroversen Persönlichkeit wie Nixon. Mit eisernem Willen, Glaube an sich selbst und einem kompetenten, ehrgeizigen Expertenteam geht Frost die große Aufgabe, Nixon ein Geständnis für Watergate herauszukitzeln, an.

Michael Sheen ist hier eine tolle Präsenz, ein leicht schmieriger, aber definitiv enorm charismatischer Dandy, dem man als Zuschauer gerne folgt. Er verschwindet mit perfekter Körpersprache und Stimme in seiner Rolle, ebenso wie der großartige Frank Langella, der Richard Nixon wundervoll ambivalent portraitiert. Die beiden Akteure standen sich auch schon in dem Broadway-Stück gegenüber und das sieht man: Sheen und Langella haben ihre Rolle perfekt geformt und füllen diese wunderbar aus.

Howard inszeniert das starke Material überaus packend und selbstbewusst: Er zeigt etwas von dem historischen Hintergrund, stellt die Charaktere vor und lässt sie schließlich aufeinanderprallen. Die Inszenierung erinnert an einen Boxkampf, außerhalb des "Rings" stehen die Teams von Frost und Nixon, die in den durch Kassettenwechsel bedingten Pausen beraten und die weitere Taktik besprechen. Zur Box-Analogie passt auch die vorhergehende Recherche und Vorbereitung, das Abschätzen des Gegners. Das ist überraschend spannend gemacht und der Film wirkt so sehr unterhaltsam und auch zugänglich. Zudem handelt der Film eher von der Macht des Fernsehens, als von Politik, wobei hier durchaus eine sehr gute Geschichtsstunde geliefert wird, auch wenn sich viele Details bei genauer Recherche sich als fiktiv herausstellen.

"Frost/Nixon" feiert im Grunde den Journalismus, den großen gesellschaftlichen Effekt, den gut gemachte Aufklärungsarbeit bewirken kann. Der Film ist dynamisch erzählt und profitiert auch von einem starken Darstellerensemble, darunter die Charakterköpfe Kevin Bacon als Nixons rechte Hand Jack Brennan, Sam Rockwell und Oliver Platt als Frosts Recherche-Team, Matthew MacFadyen als Frosts Freund und Produzent John Birt, Rebecca Hall als Frosts Freundin Caroline Cushing und Toby Jones in der Rolle von Nixons schmierigem PR-Berater Swifty Lazar.

Man darf hier keine Dokumentation erwarten, doch man erhält einen stark erzählten, unterhaltsamen, intelligenten und dynamisch gespielten Film, den man durchaus mit einem Gefühl der Bereicherung verlässt.
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am 3. März 2010
Ich kann eigentlich nicht verstehen, warum dieser Film, der in vier Kategorien nominiert war, keinen Oscar erhalten hat.
Vor allem die schauspielerische Leistung von Frank Langella ist einfach gigantisch. Er "spielt" nicht den Präsidenten Richard Nixon, er verkörpert ihn mit einer unglaublichen Intensität und Authentizität.
Natürlich lebt dieser Film, der weder mit einem überraschenden Plot, geschweige denn mit Action- oder Bettszenen aufwarten kann, von der überragenden Präsenz seiner beiden Hauptdarsteller. Im Zentrum stehen die vier Interviews, die der Talkmaster David Frost im Frühjahr 1977 mit dem 1974 von seinem Amt zurückgetretenen Präsidenten Richard Nixon führte.
Hört sich eher langweilig an, könnte es auch sein, vor allem, wenn man sich nicht besonders für die historischen Ereignisse jener Zeit interessiert. Ehrlich gesagt konnte ich mir vorher auch nicht vorstellen, dass ich die ganze Sache so spannend finden würde. Schließlich sind Diskussionsrunden mit Politikern so ungefähr das Ödeste, was man sich antun kann.
Was in diesem Film fasziniert, ist das Wort- und Beziehungs"gefecht" zwischen Frost und Nixon, das für beide Kontrahenten von existentieller Bedeutung ist. Beide Seiten versprechen sich viel von der Begegnung (materiell, Reputation), haben aber auch einiges zu verlieren. Dabei neigen beide zunächst dazu, ihren Gegner zu unterschätzen. In den ersten Runden wird der Kampf noch äußerst subtil ausgetragen. Vor allem Nixon/Langella greift tief und sehr erfolgreich in die Trickkiste der Manipulation: er weiß aus jedem Angriff einen Vorteil für sich zu ziehen, lenkt mühelos das Gespräch immer wieder in plätschernde Gewässer, erzählt banale Anekdoten, flechtet eher beiläufig eigene Ruhmestaten ein, schwafelt und sülzt, dass es eine Freude ist. "Gecoacht" wird Nixon von seinem Stabschef Jack Brennan (auch sehr gut: Kevin Bacon); und dessen unauffällig spürbare Präsenz und die kurzen Absprachen zwischen beiden machen deutlich, dass es sich hier wirklich um eine ernste Angelegenheit, ein Duell, handelt. Nixon ist einfach ein alter Fuchs, ein gewiefter Taktiker, der im leichten Plauderton und völlig unangestrengt höchst suggestiv wirkende, wahrscheinlich wohlüberlegte Bemerkungen einfließen lässt. Frost zeigt sich über lange Strecken völlig überrumpelt, weiß der Dominanz Nixons nichts entgegenzusetzen, kann seine zur Schau getragene Zuversicht, Nixon doch noch zu "knacken", nur noch mit Mühe aufrecht erhalten. Er muss vor allem vor seinem Kontrahenten und den Fernsehkameras Contenance bewahren, jedoch spricht sein Mienenspiel Bände. Das macht Michael Sheen wirklich großartig. Beide Hauptdarsteller brauchen die Großaufnahmen nicht zu scheuen, da stimmt jedes Zucken und Blinzeln. Dass das Blatt sich am Ende wenden wird, ist keine Überraschung. Man wartet nur darauf, wie es schauspielerisch umgesetzt wird. Nixon ist ein gebrochener Mann, der realisieren muss, dass seine politische Karriere beendet ist.
Fazit: Wer sich für die Feinheiten des menschlichen Ausdrucks und menschlicher Beziehungen interessiert, wird an diesem Film seine Freude haben.
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am 10. Dezember 2010
Der Film erzählt die Geschichte um die Watergateaffäre und den Rücktritt des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon aus Sicht der Medien, insbesondere der Boulevardmedien.
Der englische Fernsehreporter David Frost reist in die USA um den zurückgetretenen Präsidenten Nixon zu einem Fernsehinterview zu treffen. Er sieht darin die einmalige Gelegenheit als ernstzunehmender Journalist wahrgenommen zu werden. Bei seinen amerikanischen Kollegen und Nixon selbst hat der aufstrebende Medienstar vorerst keinen guten Stand, was die Qualität seiner journalistischen Fähigkeiten anbelangt. Für Nixon und seine Ratgeber war das ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl des Interviewpartners. Man war bemüht detaillierte Fragen zu Watergate und dem damit verbundenen Rücktritt zu vermeiden. Das eigentliche Ziel dieses Fernsehinterviews war es, die politische Integrität des gefallenen Ex Präsidenten wiederherzustellen.
Entgegen der allgemeinen Erwartungshaltung setzt sich Frost im Laufe der Gespräche intensiv mit seinem Interviewpartner auseinander und stellt unangenehme Fragen. Die Situation eskaliert droht zu eskalieren als es um die Frage nach der persönlichen Verantwortung Nixons für die Vorfälle geht. Plötzlich stehen sich die beiden ambitionierten Männer auf Augenhöhe gegenüber.

Im Laufe der Handlung wechseln sich Mitleid und Verachtung für den starrsinnigen Ex-Präsidenten ab, der offensichtlich keine persönliche Reue oder Anteilnahme empfindet.
Die Hauptdarsteller und der mangelnde Tiefgang des Films überzeugen nicht wirklich. Was aber auch an der Tatsache liegen kann das Richard Nixon und David Frost wohl auch im wahren Leben so inhaltsleere Menschen waren, wie im Film beschrieben.
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Richard Nixon ist wegen des Watergate-Skandals zurückgetreten und verbringt seine Freizeit damit, bei Wohltätigkeitsveranstaltungen Anekdoten über Begegnungen mit Breschnew und Co. zu erzählen. Ein Leben, das den stolzen, aber gescheiterten und unbeliebten Ex-US-Präsidenten anwidert. Da kommt ihm die Anfrage des britischen Talkshow-Moderatoren David Frost gerade recht. Der will eine Interviewreihe mit Nixon machen. Frost hat in Australien und England Erfolg, in den USA ist er gescheitert. Die Nixon-Berater sehen die große Chance, die Popularität des Ex-Präsidenten zu steigern, weil sie davon ausgehen, dass Frost "Tricky Dick" nichts entgegenzusetzen hat.
Frost selbst hat sein Vermögen in die Interviewreihe gesteckt. Denn kein Fernsehsender interessiert sich für die Sendung. Also produziert er selbst. In den ersten Sendungen macht Nixon Frost wirklich fertig, schwafelt und erzählt seine Anekdoten. Erst, als Frost auf Watergate zu sprechen kommt, wendet sich das Blatt. Bekommt Frost das, was ganz die ganze USA erwartet? Ein Geständnis, eine Entschuldigung?
Ein Stück TV-Geschichte wird von Regisseur Ron Howard hier gezeigt. Trotz einiger brillanter Nebendarsteller wie Oliver Platt, Sam Rockwell und Kevin Bacon fokussiert sich alles auf das Duell zwischen Martin Sheen als Frost und Frank Langella als Nixon. Und es zeigt das Porträt zweier unterschiedlicher Männer. Der eine ein Lebemann, von den Frauen begehrt, jemand, der smart durchs Leben kommt, ohne all zu viel dafür zu tun. Der andere ein großer Stratege, der einsam durchs Leben schreitet und stets nur von allen geliebt werden wollte. Es entwickelt sich ein Duell, das unglaublich spannend ist, beinahe wie ein Thriller. Ein toller Film.
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