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am 5. Juni 2009
Were the World Mine
Hat jemand die Shakespeare-Verfilmung "Ein Sommernachtstraum" mit Michelle Pfeifer, Rupert Everett und Kevin Kline gesehen? Ja? Nun, dann weiß er so ungefähr was ihn hier erwartet. Mit kleinen Unterschieden: Homosexueller Twist und moderne High School Story ... plus eine Menge Lieder!
Die Mischung ist gelungen und das Ergebnis ziemlich originell. Amüsant, rührend, märchenhaft, poetisch und sprichwörtlich Traum-haft!
Den besonderen Reiz machte für mich persönlich übrigens die Einbringung von Fantasy-Elementen in einen Schwulenfilm". Die Musical-Einlagen runden das Ganze noch ab.
UND - was für mich besonders wichtig ist - die Story hat natürlich eine Art abgedrehtes Happy End wie der Sommernachtstraum auch!

Da der Film ab 12 Jahren freigegeben ist, kann man hier natürlich keine heissen Szenen erwarten. Das Ganze bleibt daher recht brav ( bei leidenschaftlichen Küssen und entblössten Oberkörpern ).

Die Lieder sind übrigens super. Sie kaschieren auch wunderbar die, an einigen Stellen, ein wenig holprige Inszenierung.
Die athletisch gebauten Tänzer erscheinen stellenweise etwas schrill queer ( Birdcage lässt grüssen ), doch nichtsdestotrotz wirken sie sexy. ^^
Etwas schade finde ich es allerdings, daß man den Film nur untertitelt hat, anstatt ihn zu synchronisieren ( fände ich besser, wenn bloss die Lieder untertitelt wären )

Die DVD-Extras beinhalten u.a. den Kurzfilm "Faeries". Dieser ist quasi der Prototyp zu "Wäre die Welt mein". Er zeigt die Schlüsselszenen der ersten Filmhälfte auf. Nett, aber der anderthalbstündige Nachfolgefilm hier ist definitiv besser. Ganz besonders was die Songs betrifft ( kein Vergleich dieses karaoke-artige Gesinge von "Faeries").
Ein weiteres Extra ist eine Playlist mit der Filmmusik ( insgesamt 10 Songs ). Diese sind übrigens teilweise als Hintergrundmusik in den Film integriert und daher recht unaufdringlich für einen Musical.

FAZIT:
Ein originelles High School Musical mit homosexuellen und phantastischen Elementen! Für Jugendliche und Erwachsene, denen solche Filme wie "The Birdcage" und "In & Out" gefallen.

PS:
Da bei "Wäre die Welt mein - Were the World Mine" der Schwerpunkt eher auf der männlichen Seite liegt, kann ich "zum Ausgleich" noch einen Film empfehlen, bei dem die Proportionen genau andersrum verteilt sind:
But I'm a Cheerleader - Weil ich ein Mädchen bin
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. Januar 2012
Nach Timothys Coming-Out geht sein Leben erst Recht schief- sein Vater setzt ihn kurzerhand vor die Tür, lediglich seine Mutter hält zu ihm und verlässt wegen ihrem Sohn ihren Mann; die Sticheleien in der reinen Jungenschule werden unerträglich und zu allem Überfluss hat er sich in den Rugby-Star der Schule verliebt- Jonathan. Lediglich seine skurrilen Freunde Frankie, die Sängerin und Gitarristin einer kleinen Band und Max, ihren Freund halten zu ihm. Beide scheren sich wenig um Tims sexuelle Vorlieben.
Um sein Desaster perfekt zu machen, will die Kunst- und Literaturlehrerin Miss Tippet als jährliches Theaterstück Ein Sommernachtstraum" von Shakespeare aufführen. Alle Zwölftklässer sind dazu angehalten am Vorsprechen teilzunehmen und so fügt sich auch Tim und bekommt aufgrund seiner Stimme die Hauptrolle. Er soll den Puck spielen, während Jonathan den Lysander darstellen soll. Obgleich Timothy nicht sonderlich begeistert ist, bereitet er gewissenhaft sich auf die Rolle vor und steckt mit seinem Elan sogar seine Mutter an, die beschließt ihr Hochzeitskleid als Grundlage für Tims Flügel zu nutzen.

Nach einem besonders schlimmen Tag, in dem Tim sich mit einem Mitschüler anlegt und den kürzeren zieht, entdeckt er in seiner Ausgabe von Der Sommernachtstraum" plötzlich eine Seite, in der die Herstellung eines Liebestrankes beschrieben wird. Kurzerhand folgt er den Anweisungen und erschafft eine magische Blume, die den Liebestrank verspritzt. Tim probiert diesen bei der nächsten Person aus, die er sieht und erwischt seinen Freund Max. Tatsächlich wirkt der Trank und Max schwört dem überforderten Tim seine Liebe, während er seine eigentliche Freundin Frankie links liegen lässt.
Am nächsten Tagen bei den Proben des Stückes, träufelt Tim seinem Schwarm ebenfalls den Nektar in die Augen und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Jonathan ist hin und weg von Timothy und als dies von anderen Mitschülern negativ kommentiert wird, reißt Tim der Geduldsfaden. Wütend nutzt er die Blume bei allen Mitschülern, die sich sofort ineinander verlieben und übereinander herfallen, aber auch bei Coach Driskill, den Sportlehrer, der eine extreme Homophobie hat.

Doch das Chaos beginnt erst. Jonathan und Max sind beide unsterblich in Tim verliebt und prügeln sich schließlich um ihren Schwarm. Der Coach beginnt den Direktor der Schule anzuhimmeln und Tim beschließt den homophoben Menschen der Kleinstadt die Augen zu öffnen. Nur einmal sollen sie empfinden, was er die ganze Zeit erdulden musste und er beginnt einen wahren Rachefeldzug. Er träufelt den Liebestrank in das Wasser der Feuerwehr und der Kirche (vermutlich im Lösch- und Weihwasser) und am nächsten Morgen ist fast die ganze Stadt homosexuell. Seine Mutter hat eine Anhängerin bekommen, die Frau des Direktors; Frankie kann sich ebenfalls vor den Gunstbezeugungen zweier Mädchen nicht retten.
Die Situation gerät außer Kontrolle und Tim verkriecht sich, um den Tag mit Jonathan zu verbringen. Doch er kann sich nicht ewig verstecken. Miss Tippet, die durchaus an der ganzen Misere eine Mitschuld trägt, fordert Tim in einem Traum dazu auf, der ganzen Sache bei der Theateraufführung ein Ende zu setzen.
Timothy kommt der Bitte schweren Herzens nach, wohlwissend, dass er nach dieser Aufführung auch Jonathan wieder verlieren wird...

Wäre die Welt mein" ist ein verträumter Musicalfilm, der im Grunde auf dem Kurzfilm Fairiers" des Regisseurs Tom Gustafson beruht. Die Hauptthemen des Film sind Coming-Out und nicht erwiderte Liebe, sowie Intoleranz gegenüber Homosexuellen. Mit viel Liebe und einer starken Einbindung des Stückes Ein Sommernachtstraum" wird die Geschichte von Tim erzählt, der trotz seines Außenseiterpostens niemals verleugnet was und wer er ist. Von der Perspektive aus betrachtet ist Tim durchaus sehr reif. Er hat sein Coming-Out schon hinter sich und versucht nun eine neue Position in seinem Leben zu erkämpfen. Damit hebt er sich glücklicherweise von den üblichen Protagonisten ab, die sich erst noch zu ihrer Sexualität bekennen müssen.
Die anderen Charaktere bleiben leider ein wenig blass. Viel Charakterentwicklung kann man natürlich nicht erwarten, es läuft in den üblichen Bahnen und auch das Ende ist von Anfang an klar. Darauf wartet der Zuschauer auch, immerhin ist bei dieser spritzigen Komödie ein Happy-End einfach Pflicht. Das macht Wäre die Welt mein" zu einem sehr schönen und sympathischen Film, der einfach Spaß macht. Die Musik und die Lieder gehen ins Ohr und man hat am Ende einfach ein gutes Gefühl. Er ist durch und durch positiv und vermittelt insgesamt auch eine sehr schöne Botschaft.
Leider ist der Film lediglich mit englischer Tonspur und deutschen Untertiteln in die Kinos gekommen und auch die DVD von Pro-Fun Media wartet ohne deutsche Tonspur auf. Dafür befindet sich der oben genannte Kurzfilm Fairies" als Extra auf der DVD, ebenso Audiokommentare, Trailer und eine Galerie.

Wäre die Welt mein" ist ein sehr schöner, frischer Film, der jedem gefallen dürfte, der Shakespeare, Romantik und Comedy mag und nicht allzu viel Wert auf Erotik legt. Ein liebenswertes Musical, dass Lust auf mehr macht. Zu empfehlen...
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am 9. Juni 2009
Ich habe den Film 2008 in seiner Originalfassung (mit dt. Untertitel) auf dem lesbisch-/schwulen Filmfest in Hamburg gesehen und er hat mich wahrlich bezaubert.
Die Mischung zwischen Shakespears Originaltexten, die mit wunderbaren Schauspielstimmen zitiert werden, der bezaubernden Musik, der einfühlsam spielenden Schauspieler, die mit grandioser Emotionalität, Komik und Leichtigkeit überzeugen, machen den Film zu etwas wirklich ganz Besonderem. Ich habe ein halbes Jahr auf diesen Film gewartet und kann es gar nicht abwarten, ihn wieder zu sehen.
Ein Sommernachtstraum der besonderen Art, der einfach nur gelungen ist!
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Timothy hat es nicht leicht an seiner Schule, die nur von Jungs besucht wird. Er ist in der 12. Klasse, keine Sportskanone und er ist schwul. Das ist für die meisten seiner Mitschüler ein Anlass, sich über ihn lustig zu machen und ihn zu beschneiden.
Seine Literaturlehrerin Mrs. Tebbit möchte, dass er die Rolle des Puck bei der jährlichen Theateraufführung des 'Sommernachtstraumes' übernimmt. Sein heimlicher Schwarm Jonathan erhält die Rolle des Lysander. Beim Auswendiglernen des Textes verändern sich die Worte von Timothys Ausgabe des Stückes auf wundersame Weise und offenbaren das Rezept für Amors Liebestrank. Timothy zögert nicht lange. Eine Blume erwächst aus der Mischung, die eine Flüssigkeit versprüht, die einen verliebt macht, in den ersten, den man nach Wiederöffnen der Augen ins Angesicht blickt......

Ein Film, um sich zurück zu lehnen und sich verzaubern zu lassen und sich schwulen Tagträumen (bzw. Nachtträumen) hinzugeben. Eine ordentliche Portion Kitsch, aber nicht unerträglich viel; die Singerei in einem angenehmen und erträglichen Anteil am Gesamten (ich bin kein Freund von Musicals). Es hätte fast 5 Sterne gegeben, aber ganz knapp sind es 4 geworden (war mir insgesamt zu weichgespült...halt die eigene Meinung!). Der Film hat mich phasenweise an "Lilies - Theater der Leidenschaft erinnert".

Die Extras:
- Kurzfilm "Fairies", die Vorlage zum Film; der Gesang kommt für mich natürlicher herüber; nicht ganz so stylische Darsteller, aber für mich klare 5 Sterne

- Liederliste, u.a. Mika "Relax"

Die Regie führte Thomas Gustafson. Da kann man in Zukunft ruhig mal nach weiteren Filmen von ihm Ausschau halten.
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am 15. Dezember 2009
"Wäre die Welt mein" ist kunterbuntes Queer Cinema im wahrsten Sinne des Wortes: Der Film ist ein bisschen Highschool-Komödie und ein bisschen Sozialdrama. Diesen ungewöhnlichen Mix garnieren darüber hinaus noch einige waschechte Musical-Nummern. Ein experimentelles Wagnis, dass größtenteils, wenn auch nicht auf ganzer Linie überzeugt.
Der Film ist gut besetzt und die Schauspieler agieren recht glaubhaft. Auch der magische Realismus wirkt gelungen. Die Musical-Nummern selbst sind klasse! Nicht nur hat Hauptdarsteller Tanner Cohen eine tolle Stimme, die Produzenten haben sich bei der Inszenierung der Gesangseinlagen auch wirklich Mühe gegeben. Die Songs selbst sind toll und haben allenfalls das Manko, dass es derer zu wenig gibt! Die Idee, die klassischen Shakespeare-Texte in moderne Glamrock-Lieder zu verwandeln, ist großartig! Die Musical-Nummern selbst - mal als Tagtraum inszeniert, mal integriert in die Handlung - wirken wie lebendig gewordene Gemälde des Künstlerpaars Pierre et Gilles: Nackte Haut, von Feenstaub überzogen, verspielte Kostüme, mystische Lichtstimmung und eine nette Choreographie: kitschig, bewusst schwul und durch diese Aufrichtigkeit wieder sympathisch. Das macht Spaß! Besonders toll ist außerdem, dass der Soundtrack des Films als Bonusmaterial auf die DVD mit dazu gepackt wurde.

Überhaupt können sich die Extras auf "Wäre die Welt mein" sehen lassen: Neben den inzwischen fast obligatorischen Audiokommentaren, der oben erwähnten Playlist und einer Bildergalerie ist nämlich außerdem der rund zwanzigminütige Kurzfilm "Fairies" auf der DVD enthalten. Dieser preisgekrönte schwule Kurzfilm diente als Vorlage für "Wäre die Welt mein". Es ist interessant zu sehen, wie aus einem Independent-Filmchen ein etwas kommerziellerer Streifen gemacht wurde.

Ein kleines Manko ist, dass der Film nicht synchronisiert wurde und nur mit der Originaltonspur und wahlweise deutschen Untertiteln vorliegt. Wer damit kein Problem hat und queere Geschichten mag, wird an der romantisch-verkitschten Story sicher seine Freude haben. Ankreiden kann man "Wäre die Welt mein" allenfalls, dass er ein bisschen zu viel auf einmal will. Er kratzt an interessanten Nebenschauplätzen - zum Beispiel Timothys ambivalentes Verhältnis zu seiner Mutter oder seine Beziehung zu seiner schrillen besten Freundin -, scheint aber nicht gewillt, das ganze Potential aus diesen Handlungssträngen herauszuholen.

Letztendlich fällt das aber nicht allzu stark ins Gewicht. Unterm Strich ist der Film ein wunderbares Feelgood-Movie mit einem nicht unbedingt realistischen, aber wunderbar romantischen Happy End und einer netten Botschaft obendrein. Und mit Ohrwurm-Charakter!
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am 25. Mai 2009
Dieser Films ist DER Geheimtip ... herzerfrischend, mitreissend, kitsichig - ich bin hin und weg. Einer jener wenigen Perlen, bei dessen Ende man(n) mit einem Lächeln das Kino verlässt und ein wenig verliebt ist :-)
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am 25. September 2010
Ich durchsuchte einmal wieder Amazon, auf der Suche nach ein paar Filmen für einen Dvdabend mit Freunden und kam eher durch Zufall auf 'Where the World mine', bestellte ihn hauptsächlich wegen der Verbindung zu Shakespeare.

In der Woche des Dvd-Abends sahen wir uns den Film letztendlich 3 mal an.
Die Geschichte ist witzig und vorallem liebevoll erzählt und trotz der teilweise skurilen Rollen wirkt der Film nie zu kitschik, lächerlich oder überladen.

Die Stimmen der Sänger sind deutlich besser als in manch anderen Filmen (wie zum Beispiel 'mamma mia'), wodurch die Dialoge sich nicht in einen grausigen Abklatsch, sondern in wunderschöne Lieder verwandeln.
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am 9. Juni 2013
Wer nur Tagesschau, Monitor, Wetten dass...? sieht, verlernt und verpasst das Schönste im Leben: das Träumen mit offenen Augen, das
Fantastische in der Liebe und durch die Liebe in einer märchenhaften Wirklichkeit.

An der Morgan Hill High School werden die Seniors eingeladen, sich an der Aufführung von Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" zu betei-
ligen. Es herrschen raue Sitten: Wer sich als "fairy" = Tunte outet, wird bis zur körperlichen Gewalteinwirkung gemobbt. Doch die
Englischlehrerin Miss Tebbit versteht es, die Rugby-Raufbolde für ihr Vorhaben zu gewinnen. Die weiblichen Rollen werden kurzerhand
mangels Schülerinnen auf die "Mannen" in Röcken und elfenhaften Flügelgewändern verteilt. Und siehe da: it works! Hier beginnt der
eigentliche Spass und auch das Geniale des Films: Komödie + Tanz + Ballett + Musical + Märchen verschmelzen unter Thomas Gustafsons
Regie zu einem Kunstgenuss der seltenen Kategorie, zu einer Art Gesamtkunstwerk. Auch deshalb, weil die jugendlichen Darsteller meist
Laien sind und ihr Bestes geben - mit fast durchgehendem Erfolg.

Die Figur des Puck wird von dem schwulen Tagträumer Timothy dargestellt, der ausgerechnet hinter dem Frauenliebling Jonathon
herschmachtet, dem Kapitän der Schulmannschaft. Shakespeare (abgewandelt!) weiss Abhilfe, der Spuk kann beginnen. Der in die Augen
gesprühte Saft einer purpurnen Blume wirbelt die Sinne von Männlein und Weiblein so durcheinander, dass sie in dem Erstbesten, der
ihnen begegnet, Helena oder Apollo erblicken, je nach Orientierung, und sich unsterblich verlieben, mit einer Besonderheit: Puck
(=Timothy) zielt ausschließlich auf schwule und lesbische Beziehungen. So wird das Liebeselixier von Gott Amor = Cupido am Ende zu einer
entrückten und verrückten Liebesorgie mit vielen Missverständnissen und irrationalen Gefühlsausbrüchen. Aus Rugby-Flegeln werden
Primaballerinas und leidenschaftliche, ihrer Sinne beraubte, ausgeflippte Liebhaber/Innen, mit schauderhaft überspanntem "schwulen
Gesülze": "du ungewöhnlich Göttliche" mit "diesen küssenden Kirschlippen".

So ein Ausnahmezustand und so ein Schwelgen in lüsternen und fickerigen Romanzen sind nicht von langer Dauer. Durch die Zauberkräfte
eines Gegenkrauts wird erfolgreich versucht, "von allem Wahn sie zu befreien". Die neue Devise lautet: "Sei wieder was du ehemals
warst". Diese Rückkehr in die Wirklichkeit ist gleichzeitig das Ende des Traums und der Liebesromanzen, des grenzenlosen dionysischen
Spaßes. Es wird klar: Jedes Ausflippen kann nur eine zeitlich limitierte Ekstase sein. Anders wäre das Leben nicht zu ertragen.

Also nur Trallala und Hopsasa? Wo Shakespeare Pate stand, beantwortet sich diese Frage von selbst. Die Natur, das Leben sind voller
Wunder und Poesie. Wenn wir der Verzauberung durch die viel gescholtenen Dämonen und Elementargeister Raum gewähren, wandelt sich die
"Blindheit der Liebe" in ein die Erfahrung erweiterndes Erleben eines zwischenmenschlichen Glücksgefühls. Der "Fantastische
Realismus", wie er z.B. in der Malerei schon längst etabliert ist, ist Teil unserer Innenwelt. Oft als Laune der Natur oder Spuk und
Hirngespinst abqualifiziert, bleibt das Übersinnliche eine erlebenswerte und erstrebenswerte Facette unseres oft so eintönigen und
korsettierten Daseins. Feen, Elfen, Dämonen, Kobolde, Naturgeister im weitesten Sinne bescheren uns (sofern wir sie gewähren lassen)
die nötige Entgrenzung unserer eingleisigen Selbsterfahrung, um das Schicksal der Fremdbestimmung durch Arbeit, soziales Umfeld, Not,
gesetzliche, kulturelle, religiöse Vorgaben und Einschränkungen erträglicher zu machen. Engstirnigkeit der Erwachsenen wie der
Jugendlichen und ihr provinzieller Habitus haben ein Korrektiv nötig, nämlich die zeitweise Entgrenzung des Menschen und die
Befreiung von unterdrückten und unterdrückenden Zwängen. Die Bewohner der Kleinstadt jubilieren und applaudieren dem Schulensemble,
sie zelebrieren ihre eigene Emanzipation. Visionen und Träume sollen nach Shakespeare die Liebe mitprägen unter Einbeziehung von
Vernunft und Moral. Und tatsächlich: Am Schluss gibt es ein Zurückdrängen der unkontrollierbaren Entgleisungen und eine Rückkehr der Vernunft. Nach hemmungslosem, chaotischem Spaß kehrt wieder Normalität ein. Womit bewiesen wäre, dass die Liebe nicht blind, sondern
sehend und einsichtig macht. Sie hilft uns, über die kurze, erweckende und bewusstseinserweiternde Zwischenstation des "Born to be
wild" die einengenden und bevormundenden Fesseln abzustreifen, zumindest zu relativieren, und das Gegenüber in seinem Sosein zu
akzeptieren. Jedem möge dieses wundersame, schräge, überdrehte Traum-Happening zuteilwerden, es bringt dem Menschen dauerhaften
intersubjektiven Frieden und Aussöhnung mit sich selbst.

Leichte und beschwingte Unterhaltung bietet der Film, eine Komödie mit Tiefgang, die gute Laune und Nachdenklichkeit verbindet.
Allerdings mit einer aufgesetzten und deplatzierten Nebenhandlung, die zu nichts führt und die man vergessen kann: dem Mutter-Sohn-
Konflikt über dessen Anderssein, a dead-end rubbish, ein Sackgassen-Schwachsinn. Ein Happy End auch für Timothy und seinen angebeteten
(Hetero-)Jonathon? Schaut's euch den Film an, dann wisst's ihr.
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am 23. Juni 2009
"Die Liebe sieht durch die Fantasie, nicht durch die Augen."
Das weiß auch Timothy, der schwulen Aussenseiter an einer Jungenschule.
Er flüchtet in Tagträume. Sein großer Wunsch, endlich verstanden zu werden und den Star der Rugbymannschaft, Jonathan, zu bekommen, scheint Wirklichkeit werden zu können, als er eines Tages die Formel zu einer Tinktur findet, die andere Verliebt machen kann, wenn man sie ihm ins Auge träufelt. Und es funktioniert: Jonathan verliebt sich tatsächlich in Timothy.
Doch genau wie im Original sorgt unser Puck für allerlei komische Wirrungen. Zunächst erfreut er sich daran, das Gewissen holt ihn jedoch bald ein und er macht seinen Zauber schweren Herzens rückgängig. Doch durch diesen Akt der Selbstlosigkeit geschieht der wahre Zauber...
Mit herrlicher Musik, guten Schauspielern mit großartigen Stimmen und einigen gelungenen Tanzeinlagen und nicht zuletzt wegen der fantastischen Kostüme, gelingt es Gustavson eine wunderschöne schwule Version des Sommernachtstraums zu erschaffen.
Ich habe mitgefühlt, mitgeträumt, mitgelitten, mitgetanzt und mitgesungen und werde es immer wieder tun. Unbedingt empfehlenswert.
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am 22. Mai 2013
Ein gelungener Film über Macht und unmacht in der Gesellschaft. Die Diskiminierung von anderen Menschen und dann die reaktion einer anderen Generation auf das was geschiet, aber alles wird gut einfach geil.
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