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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
26
4,6 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
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1981 zog es die Stones nach 3 Jahren wieder auf Tournee, aber da sie nicht genug Zeit für ein neues Album hatten, ließen sie einen Tontechniker alte Outtakes nach Verwertbarem durchforsten, die sie anschließend geschickt (mit Gitarren- und Gesangsspuren sowie Saxophonsoli) aufpolierten und um 2, 3 neue Titel ergänzten. Der Witz bei der Sache ist, dass bei dieser wenig Erfolg versprechenden Methode eines der besten und zusammenhängendsten Stones-Alben seit langem herauskam; kurioserweise klingt es wie aus einem Guss und erfreulicherweise auch wieder sehr viel wärmer als seine beiden Vorgänger; nicht ein einziges Mal habe ich beim Anhören gedacht: "Na, das Album klingt aber zusammengestoppelt!", noch nicht mal, als ich später davon las. Gut die Hälfte der Songs spielten die Stones auch auf ihrer anschließenden Tournee.

Die gefundenen Titel reichten 8 Jahre zurück bis zu Sessions von "Goat's Head Soup", "Black and blue", "Some Girls" und "Emotional Rescue", wobei die Stones mit dem Riff der Single Start me up ('78 ursprünglich als Reggae konzipiert) ihren letzten Über-Hit, ihren letzten wirklich großen Klassiker ablieferten, der bis heute bei kaum einem Konzert fehlt.

Zum ersten und letzten Mal enthielt eine Stones-Platte auf Seite 1 die Rocker und auf Seite 2 die Balladen, und dieses Konzept funktioniert hier prächtig. Auffallendes Stilmittel ist Jaggers Falsett-Gesang, den er auf den meisten Songs einsetzt, so oft wie sonst nie. Die einzigen beiden Schwachpunkte sind für mich die etwas infantilen Songs Hang Fire und Little T&A, aber auch sie können den Fluss dieses Albums nicht bremsen. Black Limousine schiebt gut nach vorne mit ein paar genialen Harp-Licks - sind die von Mick oder noch von Sugar Blue? Slave ist eine grandiose Jamsession um ein starkes Riff, nachträglich aufgepeppt mit etwas Gesang.

Seite 2 beginnt gleich mit dem ergreifenden Worried about you, in Tops erkannte gar Mick Taylor noch eigene Beiträge an der Gitarre, Heaven ist der geglückte Versuch eines ungewöhnlich sphärischen Stones-Songs, und Waiting on a Friend (die 2. Single) rundet die Platte mit einer unerwartet versöhnlichen Note ab.

Ähnlich wie die Live-Platte "Still Life" ein Jahr später weckt auch "Tattoo you" das ganze Jahr über sommerliche Gefühle bei mir. Ärgerlich finde ich lediglich, dass weder auf LP noch CD Besetzungsangaben zu finden sind (der LP war immerhin ein Textblatt beigefügt); und dass wir es hier mit einem weiteren Stones-Cover zu tun haben, das mal wieder nur Mick Jagger zeigt, und auf der Rückseite Keith (so wie auf "Goat's Head Soup")... ich kann nicht begreifen, warum eine Band vom Format der Rolling Stones offenbar fortgesetzt glaubt, ihren Sänger so oft als alleiniges verkaufsträchtiges Aushängeschild präsentieren zu müssen.

Für die '94 remasterte CD wurde eine um 1,5 Minuten längere, ungekürzte Version von Slave verwendet, die je ein zusätzliches Sax- und ein Gitarrensolo enthält, ebenso für das neue Remaster von 2009, das stärker komprimiert wurde als die vorige Auflage; einen klanglichen Mehrwert kann ich kaum ausmachen, lediglich Waiting on a Friend klingt hier etwas weiter vorne. Leider wurde auch hier wieder das spartanische Design von '94 übernommen, d.h. man hat mal wieder an Fotos, Textbeilagen und Besetzungsangaben gespart.
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am 30. Juli 2008
das war hart damals. man war ein 12jähriger stonesfan - und wurde fleißig ausgelacht, weil die stones seit zehn jahren angeblich nix gscheites hingekriegt hatten. (in wahrheit ist bei denen selbst auf dem schlechtesten album immer noch genug drauf, das man lieben kann).

und dann fräste sich plötzlich dieses riff durch die radios der welt: daaa dadap! "start me up" war der letzte große hit der stones, ihre letzte nummer, die wirklich oft im radio lief, die letzte, die es auf die klassiker-liste und in den hit-run ihrer konzerte geschafft hat. dabei ist "start me up" nun wirklich keine große komposition und kein großer text. aber sie wird hier dermaßen sensationell groovend gespielt, die gitarren verlieren sich ineinander, charlie und bill swingen so großartig, und mick jagger ist noch einmal so richtig schön erregt: you make a dead man come, na bitte, einmal gehts noch! nicht auszudenken, hätten sie, wie ursprünglich geplant, die nummer als reggae herausgebracht. so sind die stones: in kurzen momenten der erleuchtung verwandeln sie käse in gold.

"hang fire" klang und klingt ebenfalls aufregend, an sich ein polternder rocker, aber von einem fiebrigen new-wave-sound eingehüllt. der text ist typisch jagger: "in the sweet old country where I come from, nobody ever works and nothing get's done". sollens halt was hackeln! ein text für die ära des thatcherismus.

dann "slave", das hat mich schon damals umgeblasen, obwohl ich nix verstanden habe: die wahnsinnigen schmerzen der liebe! funkrock, quälend repetitiv, mantraartig, dazu ein herrliches saxofon von sonny rollins. "little t & a" war und ist lustig: keith richards liebt vorder- und hinterfront seiner lady (wer nicht?) und lässt die gitarre lärmen.

"black limousine" und "neighbours" sind nette, aber nicht bedeutende bluesrock-stücke mit spaßigen texten. krawall! luxus! gemma burschen!

dann kam seite 2. die habe ich damals nie hören wollen. heute höre ich sie lieber als die erste. "worried about you" ist ein fantastisches, zwischen zärtlich und gefährlich pendelndes stück soulrock, das sie zuletzt auch wieder live spielten. mick singt wieder kopfstimme, und das stück lebt vom e-piano, nicht von der gitarre.

"tops" ist ebenfalls schwarz, soulig, r & b, das können sie ja, aber ein bisschen arg langsam, es schaltet nie einen gang rauf. hier hört man wieder mick taylor seine cremigen licks ausrollen.

"heaven": sensationell, sexy, soulig. ein tolles, stets übersehenes stück, leicht gespielt, anzüglich groovend.

"no use in crying" ist ronnies stück, eine schmerzballade ähnlich wie "fool to cry", aber sie hebt nie richtig ab, bleibt ein uneingelöstes versprechen, aber genau dadurch nicht uninteressant.

"waiting on a friend": naja, ihre zweite große ballade nach "angie". jagger phrasiert so weit laid back, dass er fast aus dem lied herausfällt. die gitarren sind originell, ebenso ist es das sax-solo, das lied selbst ist eher ... bodennah.

fazit: aus leftovers der vergangenen zehn jahre ein derart konzises, starkes album zusammenzukleben, das schaffen nur die stones mit ihrer unschlagbaren ökonomie.

ich aber finde, sie haben seither durchaus noch einiges zusammengebracht.
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VINE-PRODUKTTESTERam 2. Januar 2014
Ein Großteil des Materials, so liest man, sei bereits für SOME GILRS ausgeheckt worden, der Kracher START ME UP - vielleicht der letzte ganz große Hit mit Klassikerstatus der Stones überhaupt - war schon in einer Reggaeversion geprobt worden, die Bänder lagen rum und Anfang der 80er hat man dann dieses Album zusammengestückelt. Wenn das so war, dann hätten es die Stones vielleicht öfter mal mit Resteverwertung probieren sollen! Für mich zählt TATOO YOU zum besten in ihrem umfangreichen und an Höhepunkten nicht eben armen Werk. Neben START ME UP und dem charmanten LITTLE T&A von Keith Richards gibt es vor allem eine phantastische zweite LP-Seite zu entdecken: WORRIED ABOUT YOU, TOPS, das sind feine Arbeiten, WAITING ON A FRIEND etwa ist nicht eben stonestypisch - und gerade das macht diese Band typischerweise in ihren besten Zeiten aus, der Mut, neue Wege zu gehen. Ob Funk, Jazz, Regaae, Country, Pop oder Hard Rock, stets haben die Stones ihren ursprünglichen R'N`B erweitert, fast immer mit viel Geschmack. AUf TATOO YOU zeigen sie sich vielseitig und lebendig, experimentierfreudig aber auch fokussiert. Ein "neueres" Album, das gern mal übersehen wird. Wobei "neu" natürlich ziemlich relativ ist, das Ding ist über 30 Jahre alt...
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TOP 1000 REZENSENTam 4. Januar 2007
Dass ausgerechnet das 1981 erschienene TATTOO YOU das meistverkaufte Stones-Album aller Zeiten wurde (und immer noch ist), ruft durchaus Verwunderung hervor, vor allem, wenn man bedenkt, welche Hochkaräter und Gustostückerl der Steine-Katalog sonst noch hergibt.
Hinzu kommt noch, dass die Platte ironischerweise im Grunde nur mit Recycling-Material älteren Jahrgangs bestückt wurde. D.h., dass praktisch jeder Song irgendwelchen vorangegangenen Session entsprungen war (da man sich offenbar gerade im Tour-Stress befand), wobei der Opener "Start Me Up" (der bis dato letzte richtig große Superhit der Band) gar schon mehrere Jährchen auf dem Buckel hatte, als er anno dazumal in hiesiger Form seinen Weg auf wiederabspielbares Format fand. Unter Stones-Freunden ist es eine - immer noch - erheiternde Anekdote, dass dieser Klassiker (eben bis hierhin) mehrmals an einer Veröffentlichung vorbeigeschrammt war, weil er, als Reagge-Version interpretiert (!), nicht und nicht zünden wollte. Gut, dass da jemand die alten Bänder nach Brauchbarem durchforstet hat und auf diese - angeblich einzige - Rock-Version dieses Songs gestoßen ist... Der Rest ist Geschichte! (Anm.: Sogar Mick Taylor, seit 1974 ja nicht mehr Mitglied der Band, soll noch auf ein oder zwei Songs zu hören sein...)

"Start Me Up" (das unter Stonologen dennoch nicht gänzlich unumstritten ist), ist in Wahrheit - und das mein ich jetzt ehrlich nicht böse (bin selber auch ein riesengroßer Stones-Fan) - aber das einzige wirkliche Prunkstück, das auf TATTOO YOU vorzufinden ist. Ja, das herrlich-knarrige "Slave" und das atmosphärische "Worried About You" sind auch gut, ansonsten bekommt man hier jedoch hauptsächlich Durchschnittskost serviert. Das ebenfalls sehr erfolgreiche "Waiting On A Friend" (hierzu gab's auch eine Videoveröffentlichung) halte ich nach wie vor für ziemlich überbewertet, um ehrlich zu sein!

Trotzdem ist TATTOO YOU meines Erachtens immer noch besser als EMOTIONAL RESCUE (1980), UNDERCOVER (1983) und DIRTY WORK (1986), was wohl an sich schon recht viel über jene Schaffensphase aussagt, wie ich finde. Nur das 1989 veröffentlichte STEEL WHEELS (das eine nicht zu unterschätzende Wiederaufersteheung einleitete und nach langer Bühnenabstinenz wieder eine große Tour mit sich brachte) halte ich für ebenbürtig. Ehrlich gesagt gefällt es mir sogar eine Spur besser, weil es - trotz obligatorischer Kühle, was die Produktion betrifft - insgesamt mehr wie aus einem Guss klingt und letztlich in Summe auch mehr gute Songs enthält.
Das Klangbild vorliegender Scheibe ist übrigens anders, als das der - meines Erachtens unterkühlten - Chronologienachbarn. Tatsächlich strahlen die Tracks auf TATTOO YOU etwas mehr Wärme und Bodenständigkeit (vom Sound her) aus, als alles andere, was die Steine in den 80ern an Frau und Herrn Musikkonsumenten gebracht haben (von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen). In diesem Zusammenhang erscheint es wiederum ironisch, dass das vermutlich gerade ausgerechnet daran liegen wird, weil man das Album ja aus vorhergegangenen Sessions zusammengeschnippelt hat...
Jedenfalls klingen die Stones auf TATTOO YOU überwiegend nach sich selbst. Dass die Platte jedoch wie aus einem Guss klänge oder gar superharmonisch konzipiert sei, empfinde ich - bei aller Liebe - offengestanden nicht so. Ich meine sogar, dass man der Scheibe ihren Stückwerkcharakter durchaus anmerkt. Selbst, wenn da noch ordentlich drübergemastert und soundästhetisch abgeglichen wurde, ist das hier vom Feeling her kein zweites EXILE... geworden (was aber auch nichts macht!).

Erwähnt sei vielleicht noch, dass im Zuge dieses Albums eine richtig große Tournee aus dem Boden gestampft wurde, die seinerzeit für Rekordzahlen sorgte (und die's aktuell auch als Live-Mitschnitt gibt - Kauftipp: "From The Vault - Hampton 81"). Danach herrschte (aufgrund bandinterner Querelen) längere Zeit Funkstille, was Live-Shows betraf. Erst nach der Veröffentlichung vom zuvor bereits erwähnten STEEL WHEELS (1989) hatte man sich offenbar wieder so lieb, dass man's gemeinsam auf einer Bühne aushalten konnte...

Insgesamt halte ich TATTOO YOU also eher für eine durchschnittliche Angelegenheit. Verglichen mit den den anderen 80er-Jahre-Platten der Stones ist das Album dennoch eines der besseren jener Dekade (neben STEEL WHEELS). Stones-Fans kommen daran sowieso nicht vorbei, sogar Sammler mit lückenhaften Steine-Regalen sollten es - trotz aller zarten Kritik meinerseits - einmal mit TATTOO YOU versuchen...

Um am Ende meiner (wohl wieder mal zu ausführlichen) Rezension einen kleinen Überblick über vorliegendes Album geben zu können und um meinen (subjektiven) Gesamteindruck zu veranschaulichen, möchte ich abschließend noch kurz auf die einzelnen hierauf vertretenen Tracks eingehen. Die Bewertung erfolgt dabei in Anlehnung an die bewährte amazon-Skala (1-5 Sterne).

1. START ME UP +++++
Keine Frage: Auch für mich ist der letzte wirklich große Hit der Band ein Klassiker! Zwar entzücken mich persönlich etliche Live-Darbietungen noch mehr als die sehr straighte, fast schon discoangehauchte Studioversion, dennoch schafft man es kaum, nicht besser gelaunt zu sein, wenn man Mick's Metapher an die eigene Geilheit (übernommenes Zitat aus einem Stones-Songbook, Urheber momentan leider unbekannt) entgegengegrölt bekommt. Für mich zugleich immer noch der stärkste Song des Albums! Vermutlich überhaupt der beste Album-Opener aller Zeiten!

2. HANG FIRE +++
Passt im dirketen Anschluss an den grandiosen Start gar nicht so schlecht. Der Track startet unbekümmert und knarrt lässig vor sich hin, einzig die hohen Backgesangeinlagen nerven stellenweise... Die (kurzen) 2 Minuten und 20 Sekunden Spielzeit schaden dem Song - so frech trau ich mich jetzt zu sein - jedoch nicht. Nicht übel, aber Meisterwerke sehen anders aus!

3. SLAVE ++++
Ein knarriger, sich toll aufbauender, lässig hingegroovter Stones-Rocker, der bei vielen Fans (zurecht) Gefallen findet. Ich glaube, dass dies auch ein cooler Live-Song wäre (in der FOUR-FLICKS-Doku gibt's eine Passage, wo die Band den Song probehalber anspielt)! Interessante Randnotiz: Im Hintergrund dürfte wohl irgendwo ein Pete Townshend (The Who) zu hören sein... Cool und lässig!

4. LITTLE T & A ++/+++
Für mich einer von Keith schwächeren Songs. Da hat uns der Meister der Rhythmusgitarre wahrlich schon mit beachtlicheren Gustostückerln verwöhnt! Zwar passt der Track ganz gut auf TATTOO YOU, aber eine Großtat ist er meines Erachtens nicht! Auch live gefällt mir der Song nicht wirklich... Geht so!

5. BLACK LIMOUSINE +++
Hier wird Ron Wood als Co-Autor mitangegeben. Das ist der - mehr oder minder - typische "Blueser" der Scheibe. Und Blues und Stones - das passt ja bekanntlich immer sehr gut zusammen. Nicht schlecht, aber auch kein echter Aufreger - zudem finde ich den Sound hier etwas zu kühl und zu wenig erdig...

6. NEIGHBOURS +++
Funktioniert live noch besser, wie z.B. die LIVE-LICKS-Veröffentlichung (2004) beweist. Charlie's Snare klingt hier schön voll und trocken und überhaupt verleiht die stampfende Rhythmus-Sektion (also Watts & Wyman) dieser simplen Komposition das gewisse Etwas. Klassiker sehen dennoch anders aus...

7. WORRIED ABOUT YOU ++++
Der Titel ist irreführend. Mick macht sich hier lediglich Sorgen darüber, dass besungene Dame nicht in IHN verliebt sein könnte. Wahrscheinlich sorgt aber gerade der Text dafür, dass der Song nicht zu arg geschmalzen daherkommt. Die gefühvoll-atmosphärische Keyboardhinterlegung, kombiniert mit den spärlichen stonigen Gitarreneinlagen und Charlie's simplem Groove, ist nach wie vor aufregend und auch Mick's Kopfstimme - die ich ansonsten eigentlich so gar nicht mag (brrrrrrr) - passt hier einmal ganz prima (vielleicht auch, weil er den Refrain und den Schlussteil jew. mit seiner "normalen" Stimmlage singt). ABER Achtung: Die Live-Version (ebenfalls auf LIVE LICKS vertreten) macht noch mehr Spaß - unbedingt anhören! In jedem Fall ein Gewinn fürs Album...

8. TOPS +/++
Sorry - ist halt nicht so mein Fall. Der Titel will und will einfach nicht an mich heran! Trotz zahlreicher Hördurchgänge und trotz guten Willens (den ich Musik im Allgemeinen sowie den Steinen im Besonderen aber ohnehin immer entgegenbringe) will der vielzitierte Funke nicht so recht überspringen... Für mich ist das generell eher ein Mick-Jagger-Solo-Track, allerdings kein sonderlich gelungener... Leider schwach!

9. HEAVEN ++
Tut mir ehrlich leid, liebe Freunde dieses Songs, aber auch hier hält sich meine Begeisterung in Grenzen! Ja, der Track plätschert freidlich und gefällig dahin und er passt auch ganz gut aufs Album - trotzdem will ich so etwas (auf diese Weise zumindest) nicht zwingend von den Rolling Stones hören... Nicht so mein Fall, aber in Summe eine Spur besser als die beiden Tracknachbarn...

10. NO USE IN CRYING ++
Hier wird Mister Wood wiederum als Co-Autor in den Credits genannt. Meines Erachtens ist das aber nichts, was sich der hinzugekommene Schelm groß auf die Fahne schreiben müsste (abgesehen davon, dass er hier mit den großen Rolling Stones einen Song zusammen mitentwickelt hat natürlich)... Wieder so ein harmloser Dahinpätscherer in schnellverwesendem Pop-Korsett. Nicht so toll...

11. WAITING ON A FRIEND +++
Der Abschluss mutet aus meiner bescheidenen Warte wieder etwas versöhnlicher an, wenngleich ich den Song (wie schon oben angesprochen) nicht für einen echten Klassiker der Band halte (Fans bitte nicht böse sein). Auch hier gefällt mir die Live-Version wiederum besser (zu hören auf dem nicht zu verachtenden NO SECURITY von 1998/99). Ein stimmiger Abschluss, aber kein Vergleich zum grandiosen Start der Platte!

Fazit: TATTOO YOU ist die meistverkaufte Platte der Rolling Stones (!). Zugleich ist es (für mich) die zweitbeste Stones-Scheibe aus den 80er-Jahren, was aber - nicht zuletzt auch wegen ihres Stückwerkcharakters (hier wurden Songs aus sämtlichen vorangegangenen Sessions zusammengebastelt) - ironischerweise eher dafür spricht, dass die größte Rock & Roll Band der Welt damals ein bisschen orientierungslos auf der Stelle trat und die 80er darüber hinaus aus bandinterner Sicht generell eine eher durchwachsene und schwierige Zeit für die Rolling Stones waren.
Mit "Start Me Up" enthält das Album einen echten, wirklich großen Klassiker der Band (und der Rockgeschichte im Allgemeinen), ansonsten ist es aber für meinen Geschmack eher durchwachsen. "Slave" & "Worried About You" sollten sich Stonologen keinesfalls entgehen lassen, das vielgerühmte - das Album schließende - "Waiting On A Friend" ist ganz nett, aber meines Erachtens dennoch ziemlich überbewertet. Der Rest ist (freilich wieder subjektiv gesehen) besserer und schlechterer Durchschnitt.

Fans müssen TATTOO YOU sowieso haben. Sammlern möchte ich vorher noch (neben den ganz essenziellen Alben der Band halt, wie z.B. STICKY FINGERS, EXILE und Co) zu STEEL WHEELS, BLACK & BLUE, GOATS HEAD SOUP und (vor allem) VOODOO LOUNGE raten. Auch THEIR SATANIC MAJESTIES REQUEST und einige Frühwerke haben gegenüber hiesiger Veröffentlichung eigentlich Vorrang, wie ich finde (und ja, trotz "Start Me Up"). Aber darüber lässt sich ja ganz bestimmt hervorragend diskutieren, liebe andere Stones-Freunde da draußen ;)

Das Album zählt für mich - trotz des letzten darauf befindlichen Riesenhits und einiger anderer Lichtblicke - definitiv nicht zu den Stones-Klassikern. Die Produktion ist für eine Stones-80er-Jahre-Scheibe (untypisch) erfreulich warm und erdig (meistens zumindest) und am Ende vielleicht gar der größte Pluspunkt von TATTOO YOU.

Von den Steinen gibt's meines Erachtens ungefähr 10 bis 15 bessere und wichtigere Alben.

Mein Gesamturteil lautet deshalb: +++
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1981 zog es die Stones nach 3 Jahren wieder auf Tournee, aber da sie nicht genug Zeit für ein neues Album hatten, ließen sie einen Tontechniker alte Outtakes nach Verwertbarem durchforsten, die sie anschließend geschickt (mit Gitarren- und Gesangsspuren sowie Saxophonsoli) aufpolierten und um 2, 3 neue Titel ergänzten. Der Witz bei der Sache ist, dass bei dieser wenig Erfolg versprechenden Methode eines der besten und zusammenhängendsten Stones-Alben seit langem herauskam; kurioserweise klingt es wie aus einem Guss und erfreulicherweise auch wieder sehr viel wärmer als seine beiden Vorgänger; nicht ein einziges Mal habe ich beim Anhören gedacht: "Na, das Album klingt aber zusammengestoppelt!", noch nicht mal, als ich später davon las. Gut die Hälfte der Songs spielten die Stones auch auf ihrer anschließenden Tournee.

Die gefundenen Titel reichten 8 Jahre zurück bis zu Sessions von "Goat's Head Soup", "Black and blue", "Some Girls" und "Emotional Rescue", wobei die Stones mit dem Riff der Single Start me up ('78 ursprünglich als Reggae konzipiert) ihren letzten Über-Hit, ihren letzten wirklich großen Klassiker ablieferten, der bis heute bei kaum einem Konzert fehlt.

Zum ersten und letzten Mal enthielt eine Stones-Platte auf Seite 1 die Rocker und auf Seite 2 die Balladen, und dieses Konzept funktioniert hier prächtig. Auffallendes Stilmittel ist Jaggers Falsett-Gesang, den er auf den meisten Songs einsetzt, so oft wie sonst nie. Die einzigen beiden Schwachpunkte sind für mich die etwas infantilen Songs Hang Fire und Little T&A, aber auch sie können den Fluss dieses Albums nicht bremsen. Black Limousine schiebt gut nach vorne mit ein paar genialen Harp-Licks - sind die von Mick oder noch von Sugar Blue? Slave ist eine grandiose Jamsession um ein starkes Riff, nachträglich aufgepeppt mit etwas Gesang.

Seite 2 beginnt gleich mit dem ergreifenden Worried about you, in Tops erkannte gar Mick Taylor noch eigene Beiträge an der Gitarre, Heaven ist der geglückte Versuch eines ungewöhnlich sphärischen Stones-Songs, und Waiting on a Friend (die 2. Single) rundet die Platte mit einer unerwartet versöhnlichen Note ab.

Ähnlich wie die Live-Platte "Still Life" ein Jahr später weckt auch "Tattoo you" das ganze Jahr über sommerliche Gefühle bei mir. Ärgerlich finde ich lediglich, dass weder auf LP noch CD Besetzungsangaben zu finden sind (der LP war immerhin ein Textblatt beigefügt); und dass wir es hier mit einem weiteren Stones-Cover zu tun haben, das mal wieder nur Mick Jagger zeigt, und auf der Rückseite Keith (so wie auf "Goat's Head Soup")... ich kann nicht begreifen, warum eine Band vom Format der Rolling Stones offenbar fortgesetzt glaubt, ihren Sänger so oft als alleiniges verkaufsträchtiges Aushängeschild präsentieren zu müssen.

Seit 1994 erscheint auf den CDs eine um 1,5 Minuten längere, ungekürzte Version von Slave, die je ein zusätzliches Sax- und ein Gitarrensolo enthält.
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am 4. Februar 2012
"Start me up" war die erste Stones-Single, die ich mir in der Woche ihres Erscheinens gekauft habe. Auf jeder Party lief sie fünfmal, so gerne haben wir dazu getanzt. Sie hat die ursprüngliche Wucht der Stones, dies unglaubliche Mischung aus sexueller Ekstase ("You make a dead man come") und Blues-Rock. Soviel sich verwebende Gitarrenlicks von Keith + Ronnie, soviel peitschenden Rhythmus von Mick & Bill.

Die LP habe ich damals nicht so beachtet, weil Anfang der 80er so viel neuer Kram erschien, der die Stones nicht so besonders zeitgemäß erscheinen ließ. Ich sehe sie noch unbeachtet bei Freunden im Zimmer stehen neben Ideal und den Sex Pistols. Neulich habe ich mir die LP dann neu gekauft (klar: auf Vinyl und dann noch 180 Gramm remastered). Ich bin total hin! Tagelang hatte ich "Waiting for a friend" im Kopf. Oder "Little T & A". Echte kleine Meisterwerke. Das der Sound völlig unzusammenhängend ist, weil die Songs aus den verschiedenen Aufnahmen der 70er recycelt wurden, stört deshalb nicht, weil das Niveau der Platte derart hoch ist.

Ich bin total froh, dass ich mir Tattoo You nochmal besorgt habe. :-) I'm not waiting on a lady, I'm just waiting for a friend... Einen Langzeitbegleiter wie diese Platte!
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am 1. März 2004
Ich weiß es noch genau, 1981 habe ich mir die LP direkt am Erscheinungstag gekauft. Ich war damals 12 Jahre alt. Es war ein sonniger Tag im August, und meine Oma schenkte mir zwanzig Mark. Sofort rannte ich in den Plattenladen unserer kleinen Stadt, legte 17,95 DM auf den Thresen und schnappte mir die langersehnte neue Stones Scheibe „Start Me Up" - natürlich ohne sie mir vorher anzuhören (Ehrensache).
Wieder zu Hause, legt ich die Scheibe auf und war vom gleichnahmigen Opener völlig hin und weg. Man, hat das gerockt. Aber auch „Hang Fire" und „Little T&A" (mit Keith an den Vocals), zwei schöne Up-Tempo Nummern, machten einfach richtig Bock auf mehr. Und als junger, aufstrebender Gitarrist, der dich damals war, fand sich auf der Scheibe jede Menge neues Zeugs, das man gleich nachspielen können musste.
Dann legte ich die B-Seite auf. Und es muss ziemlich dämlich ausgesehen haben, wie ich mit offenem Mund vor dem Plattenspieler saß. Ohne die Plattennadel abzusetzen hörte ich die Seite in einem durch. Mit „Worried About" glänzte Jagger zum zweiten Mal (nach Emotional Rescue) mit seiner Kopfstimme. Beim Refrain mit Keith geht wahrlich die Sonne auf. Noch heute zählt dieser Song für mich zu den besten, den die Glimmer Twins je geschrieben haben. „Tops" ist ein schöne entspannte, sehr soulige Nummer. Die Jungs lassen es einfach laufen. Der Gitarren-Sound ist brillant. Überhaupt ist der Sound von Keith und Ronnie auf dieser Scheibe sensationell (wie die ganze Scheibe), was nicht zuletzt an dem Zusammenspiel der beiden liegt, das hier seine Vollendung erfährt. Hier spielt nicht einfach der eine den Rhythmus- und der andere den Lead-Part. Beide spielen ihr Ding, schaffen es aber, sich komplett zu ergänzen. Alexis Korner bezeichnete Keith einst als den besten schlechtesten Gitarristen. Was er damit meinte, wird hier deutlich: Keith spielt einfache Akkorde. Aber so spielt sie niemand.
Bei den folgenden (letzten) drei Titeln machen die Stones (mal wieder) was ganz anderes. „Heaven" (wieder mit Jaggers Kopfstimme) fasziniert durch seinen förmlich schwebenden Beat, der von einem spannenden (weil prägnanten und leisen) Riff von Keith gestützt wird. Jaggers Kopfstimme und die zahlreichen Gesangs-Overdubs laden den Hörer auf einen schönen psychedelischen, aber höllisch groovenden Trip ein. Der Song greift gekonnt Elemente des New Wave der Achtziger auf. Das war neu. Das war zeitgemäß. Für eine Band, die zu dieser Zeit schon knapp 20 Dienstjahre hinter sich hatte, Respekt.
„No Use in Crying" ist nicht ganz so stark (ok., eine weitere berühmte B-Seite „Beatles - Abbey Road" hat auch einen Hänger). Dieser Song ist mir etwas zu leidend. Mit „Waiting on Friend" hingegen haben die Stones einen weiteren Klassiker geschrieben. Ein Song, den sich Mick und Keith wahrscheinlich selbst gewidmet haben. Echte Freundschaft hält ein Leben lang. Ebenso wie sich dieser Song wahrscheinlich niemals abnutzen wird. Toller Riff, tolles Piano und selbst das Saxophon-Solo, das man heute ja so nicht mehr bringen kann (weil einfach zu 80er-mäßig) machen diesen Song zu einem kleinen Kunstwerk.
Alles in allem: „Start Me Up" gilt nicht umsonst als die „letzte beste" Stones-Scheibe. Hört man die Platte (oder CD) mit den Ohren der 80er, wird dies umso deutlicher: zeitlose Songs mit erstklassigen Arrangements und einem wahnsinns Sound.
Liegt die Scheibe heute auf meinem Plattenteller, fühle ich mich wie damals, an dem besagten Tag im August 1981, als mir meine Oma die Kohle für dieses Meisterwerk gab - leicht, unbeschwert und glücklich, dass es solche Platten gibt. Danke Keith, danke Mick, danke Oma.
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TOP 500 REZENSENTam 29. Juli 2008
Vielleicht ist das ja der Grund warum es kaum unveröffentlichte unbekannte Songs der Stones gibt: weil sie diese halt schon früher verwerteten. Auf Emotional Rescue ebenso wie auf Tattoo You, allerdings gelang ihnen auf Tattoo You ein Geniestreich.
Rock und Ballad Side sind gleichermaßen faszinierend wie abwechslungsreich. Da gibt es alle Stones Inkarnationen/Stile die Sie über die Jahrzehnte so erfolgreich bleiben ließen: Die Rocker mit ,Start Me Up' und ,Neighbors', die Chuck Berry Fans mit ,Hang Fire' und ,Little T & A', die Funksters mit ,Slave', die begnadeten Blueser mit ,Black Limousine' und der wunderschönen Blues Ballade ,Worried ,Bout You' und die Balladen Schmachter mit ,Tops', ,Heaven' und ,Waiting On A Friend'.

Kaum zu glauben, daß das zu einem großen Teil Überbleibsel waren, denn die Qualität des Somgwritings war auf Albumlänge bei den Stones selten so gut. Und sie klangen bißig und hungrig bei diesen Aufnahmen. ,Neighbours' bietet wohl eine der lautesten Jagger Vocal performances überhaupt und da stört es kaum, daß man sich mit dem Saxophon bei ,Waiting On A Friend' arrangementmäßig ein wenig vergriffen hat, aber auch die Pop Abteilung wollte halt bedient werden. Auf jeden Fall ist dieses Teil unter meinen Top 3 Lieblingsalbum von den Stones.
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am 28. März 2014
Ja, leider kam die Platte damals dazwischen, sonst wäre Mick Jagger ein passabler Fitzgeraldo geworden. Bei Werner Herzog hatte er schon mit dem Drehen begonnen, aber dann bekam der Klaus Kinski den Job. Ob es die Platte wert war, muss jeder selbst entscheiden, aber ich hätte gerne beides gehabt: den Film und die Platte.
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am 11. September 2016
Wie bereits mehrfach erwähnt, ist dieses Album zweigeteilt. Die rockigen Songs gehen ab wie Schmids Katze, der Opener bedarf keiner näheren Beschreibung mehr, einfach eine Melodie für die Ewigkeit. Der etwas ruhigere zweite Teil des Albums bietet ebenfalls gutes Material und endet mit der Hymne auf die Männerfreundschaft zwischen Mick und Keith. Auch in den 80ern waren die Stones am Puls der Zeit und blieben dennoch unverwechselbar. Dieses Album ist der Beweis. Enjoy it!
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