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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
11
3,8 von 5 Sternen
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am 11. Juni 2015
Götz Friedrich inszeniert auf minimalistischer, atmosphärisch involvierender Bühnenoptik, die ein hohes Maß an Zeitlosigkeit für sich beanspruchen kann.
Rein sängerisch insgesamt durchwachsen.

Rene Kollo als Tristan, erstaunlich souverän und überzeugend, wie er stimmlich in diesem Jahre noch präsent ist.
Gwyneth Jones, Isolde, sehr durchwachsen, wenn sie forcieren muss, schleift sie die Töne an, in der Mittellage durchaus ansprechend. Ich habe diese Aufnahme über einen Oppo 105D Player gehört, besonders aufwändiges Digital-Analog Wandler Segment, dabei wirkt die Stimme nicht so problematisch auf der langen Strecke.
Überzeugend insbesondere Hannah Schwarz als Brangäne und auch Robert Lloyd als Marke.
Jiri Kout dirigiert aus meiner Sicht durchaus souverän.

Insgesamt also eine glänzende Inszenierung mit überwiegend guten sängerischen Leistungen - 4 - Sterne - .

Dass Richard Wagner für den Tristan einen kräftigen Schluck aus der Welt der Schopenhauer Philosophie der Lebensverneinung, der Willensverneinung zu leben, genommen hat, ist bekannt.
Desgleichen, dass dieses Werk als Inspirationsquelle romantischer Liebesverklärung schwarmgeistiger Wagnerianer gilt und auch in der Presse und Öffentlichkeit -fälschlicherweise- so verkauft wird.
Zu den Wagner Mythen gehört es, dass es sich hier um eine Liebeshuldigungsoper handelt. Da wundert es nicht, wenn verstiegene Formulierungen von " Bekenntnis zur ewigen Welt der Gefühle, zum Sieg des Humanismus über den Materialismus" sprechen.
Das ist pseudo-philosophisches Geschwafel, dem fast jede Grundlage fehlt, sieht man sich die Werkstruktur und die intentionale philosophische Einbindung an.

Allenfalls wird hier Liebe als narzisstische Verblendung des Leidens dargestellt.
Die Oper thematisiert Liebe als Verhängnis, als teilweise alles vernichtender Wille im Sinne Schopenhauers.
Verhängnis nicht nur für diejenigen, die ihr verfallen, sondern auch für die Gesellschaft, in der die Liebenden leben.
Liebe zerstört im Tristan soziale Verhältnisse und Bindungen, rekrutiert Betrug, Verrat (Tristan an seinem Ziehvater und Mentor Marke).
Isoldes sogenannter Liebestod zeichnet den Tod als höchste Lust, da die Verneinung des Willens nach Schopenhauer.
"Unbewußt - höchste Lust", das ist der Tod, nicht die Liebe.
Dem Verlöschen des Liebes-Besitzverlangens mit dem Tode gilt Wagners eigentliche Huldigung als logische Konsequenz der Werkkonstruktion.
Also Todesoper nicht Liebesoper.
Zentral wird die übersteigerte, hysterische Welt der Gefühle vorgeführt, die die Welt schon immer zersetzt haben. Brutalität, Krieg, Gewalt, sind fundamentalistisch übersteigerte, hysterisierende Interaktionsmodelle der Verhaltensebenen der Spezies Mensch.
Ein Werk als Ausdruck des Besitzen Wollens um jeden Preis, ohne Rücksicht auf Verluste, der narzisstischen Liebe.
Erst der durch Mitleid wissend werdende Tor im Parsifal bewegt sich begrenzt auf das Ziel der selbstlosen Liebe - Agape - zu, wobei allerdings als zentrale Schwäche, die Negation des Sexus, als Zeitgeist des 19.Jh., kontraproduktiv wirkt.
Gerade diese Negation führte in der Geschichte zu brutalsten kompensatorischen Taten.
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am 18. Februar 2009
Skeptisch und mit Vorurteilen erfuhr ich in Dessau eine kleine musikalische Sensation! Ein "Tristan" wie ich ihn seit vielen Jahren nicht erleben durfte. Um so größer die Freude das Erlebte auf DVD dokumentiert zu bekommen. Dank an den Mut des Produzenten. Was für ein engagiertes Orchester mit einem fabelhaften Golo Berg am Pult. Was für eiene mit geringem Aufwand sinvolle und stimmige Inszenierung, die ohne viel Verfremdungen 1:1 die Bühne auf DVD übertragen konnte. Und was für herliche Sänger. An der Spitze Iordanka Derilova, wo gibt es eine vergleichbare Isolde? Richard Decker, ein Tristan der nach vier Stunden berührend stirbt - aber nicht weil ihm die Stimme fehlen würde. Und der wunderbare Mezzo von Alexandra Petersamer! Und das ganze Erlebnis für ein paar herrlich investierte Euro. Dank an "Arthaus Musik", dank dem Anhaltischen Theater Dessau.
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am 16. Februar 2010
I do not lightly give a 5-star rating (see my other reviews), but I have no hesitation in giving 5 stars to this magnificent production. Every aspect of it is excellent. If it were possible to rate the singers, the orchestra, the visual presentation, etc separately, I would give them all 5 stars. Do yourself a favour: just order it, right now. You will be glad you did.

One of the other reviews was critical of some of the costumes. This is such a trivial detail that it is hardly worth mentioning; personally, I did not find the costumes inappropriate. It is true that the original inspiration of the story is an Arthurian legend, with a historical context probably in the 6th or 7th century, but this is not a historical opera, it is Wagner's story based on a legend. As long as the costumes are not too inconsistent with a period in which people travelled by sailing ships, fought with swords, and believed in the magical power of potions, I see no cause for complaint.
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am 14. Oktober 2009
Eigentlich ist durch die vorliegenden Rezensionen schon alles gesagt, meine Zeilen sollten nur noch Unentschlossene animieren sich für diese DVD zu entscheiden. Man freut sich auch deswegen so, weil die sogenannten "Unbekannten" so Großartiges in die Welt setzen können.
Der Kritikpunkt Kostüme, da kann man mit gutem Gewissen hinwegsehen, es ist ja nichts Neues, dass es Inszenierungen gib die ein Werk bis zur Unkenntlichkeit verstümmel, im vorliegenden Fall ist die Regie meilenweit davon entfernt, es bleibt Wagner, es bleibt Tristan und Isolde.!
Vorhang auf: Applaus,Applaus,Applaus.!!
W. Aschauer
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am 15. Mai 2009
Amazon schrieb mich heute mit Hinweis auf das Produkt "Tristan und Isolde" mit Linkverweis an. Die nähere Betrachtung ergab, dass ich diese Produktion bereits 2002 - gleichfalls von TDK - erworben hatte - es sich also um eine Wiederveröffentlichung handelt!
Nach einigen weiteren "Tristans", die unterdes auf DVD erschienen und von mir erworben wurden, lautet mein Fazit: Es kam seitdem nichts besseres nach!

Für meine eher ganzheitliche Betrachtungsweise (ich habe Ohren UND Augen, die befriedigt werden wollen und experimentiere mittlerweile lieber mit dem Erwerb von Opern-DVDs herum, als mit dem von Opern-Karten) war - damals - Gwyneth Jones in der Physis für Isolde zu matronenhaft und stimmlich zu eigen (als Marschallin bei Strauss störte mich letzteres nie), Kollo zu wenig lederlungig.
Nachdem ich aber Johanna Maier unter Barenboim ebensowenig sexy, ja im Vergleich zur Jones geradezu langweilig fand und Kollo etwa im gleichen Alter und Leistungsstand, steigt meine Wertschätzung für diese Produktion noch mal gewaltig:
Gegen Schneider-Siemssens mystisch-visionäre Bilder sind die Ponnelles beliebige Dekoration! Tristan ist im 3. Akt tatsächlich auf der Bühne dann tot, wenn er es laut Handlung zu sein hat und macht nicht sonst irgendwie noch rum...
Meine anderen DVD-"Tristane" sind im Vergleich zu dieser Produktion keine Freude weil optisch absurd oder unästhetisch, und für mich im Nachhinein allesamt ihr Geld nicht wert gewesen (Ausnahme: Birgit Nilsson und Jon Vickers live in Orange unter Böhm - leider verheerende technische Qualität - weit unter den Möglichkeiten des Jahres 1973).

Hätte selbst nicht gedacht, dass die jetzt wiederveröffentlichte Produktion für mich im Status einer Referenz-DVD wiederkehrt.
Alle Achtung! Fünf Sterne!
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am 12. März 2016
Ach du meine Güte! Was war denn das? Ich trau mich kaum zu beschreiben, was ich hier sah. Die anderen Rezensenten waren ja fast einstimmig begeistert, und ich weiß absolut nicht, wieso.

Musik: Unauffällig im Hintergrund, im doppelten Sinne des Wortes, da die Bühne vor den Musikern platziert wurde und für mich nur schöne Begleitmusik war, so ungefähr, wie banale Fahrstuhlmusik.

Sänger:
Frau Derilova mag eine Allzweckwaffe der anhaltischen Philharmonie sein, eine Isolde ist sie für mich nicht. Ihre Stimme klingt oft übersteuert und ziemlich schrill. Sie ist - meinem Eindruck nach - mehr Schauspielerin als Sängerin.
Herr Decker ist vom Aussehen her ja schon ein stattlicher Tristan, aber leider, leider kein Schauspieler. Alles wirkt unheimlich steif und einstudiert. Er singt sehr schön, aber ohne Überzeugung. Was aber auch nicht unbedingt sein Fehler ist, da das Regiekonzept des öfteren schon sehr an seine Grenzen stieß.
Die übrigen SängerInnen kommen nicht übers Mittelmaß hinaus, vor allem Herr Wojchiechowski als Marke wusste hundertprozentig nicht, was er sang.

Regie:
Was dachte sich Herr Felsenstein eigentlich, die arme Isolde beim Liebesduett über Tristan mit gespreizten Beinen stehen zu lassen, um dann langsam sich auf seinen Bauch zu setzen??? Der arme Tristan liegt auf den Rücken und braucht logischer Weise Luft, um seinen Part zu singen. Darum versucht Isolde sich nicht ganz auf ihn zu setzen, was diese wiederum furchtbar anstrengt. Es ist nicht zu beschreiben. Ich musste ständig lachen. Wollte Herr Felsenstein eine Komödie aus Tristan und Isolde machen???
Das Gleiche dann wieder bei der Schluss-Szene, Gott sei Dank musste Tristan da nicht mehr singen, trotzdem war es genauso lächerlich wie beim Liebesduett.
Ausserdem war der Ton durch die liegenden Sänger einmal dumpf und einmal laut und, und, und.....

Die Kostüme: Zeitlos und nichtssagend, bis auf Kurwenal, der aussieht wie Robin Hood in seinen besten Jahren.

Noch ein Gag: Das Hemd des verwundeten Tristans im dritten Akt zeigt einen riesigen Blutfleck auf der linken Seite, sein Verband aber hat den Blutfleck auf der rechten. Das ist zwar eigentlich unerheblich, trotzdem zeigt es, wie "ordentlich" gearbeitet wurde.

Alles in allem, für mich rausgeworfenes Geld. Den zweiten Stern gibts nur für den Mut, dieses Stück auf die Opernbühne zu bringen.
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am 9. Januar 2009
In einer sehr werktreuen Inszenierung des Regisseurs Johannes Felsenstein zeigt das Anhaltische Theater Dessau mit seinem Tristan, dass Wagner mit Belcanto gesungen werden kann. Schon Wagner schätzte Belcantosänger in seinen Musikdramen mehr als Schreikünstler. Das weiß auch der Dirigent Golo Berg. Die Anhaltische Philharmonie spielt tadellos und klangschön. Die sängerische Besetzung ist insgesamt sehr überzeugend, nicht nur die Isolde (Iordanka Derilova), sondern auch der Tristan (Richard Decker), eine beachtliche Leistung. Besonders gefallen mir auch die Brangäne (Alexandra Petersamer) und Marek Wojciechowski als König Marke, nobel und profund. Stimmlich hervorragend besetzt finde ich vor allem die kleine Rolle des Jungen Seemanns gleich zu Beginn mit Jörg Brückner, der mit Natürlichkeit und schönem Strahlglanz singt. Eine empfehlenswerte Aufzeichnung eines Livemitschnitts.
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am 25. Oktober 2012
Diese Inszenierung habe ich live erleben dürfen, damals mit Matti Salminen als König Marke, dem ich Robert Lloyd, der auch einen sehr guten Marke macht, bevorzuge. Alle Witze über das älteste Liebespar zum Trotz, bleibt diese Aufnahme eine meiner Lieblingseinspielungen, besonders wegen eines sehr soliden Tristans von René Kollo. Er ist zwar nicht ganz auf dem Nivo seines Bayreuther Tristans, aber dennoch sehr heldisch und ausdrucksvoll. Es gibt eigentlich kaum Momente das man ihm sein Alter anmerkt. Was man leider von Gwyneth Jones nicht sagen kann. Das war auch bei der live Vorstellung schon so, obwohl das Publikum sie - unglaublich fand ich das - gefeiert hat als sei sie noch die grosse Diva von einst. Sie schleppt sich nur mühsam durch die Partie - es ist kaum an zu hören und an zu sehen.
Gerd Feldhoff ist ein zeimlich matter Kurwenal. Hanna Schwarz ist und bleibt einer der besten Brangänes, ja ich glaube wirklich das ich sie, nach Christa Ludwig die beste Brangäne überhaupt finde, und das beweist sie auch wieder in diese Aufnahme. Grosse Klasse!
Die Inszenierung von Götz Friedrich ist wirklich einer der schönsten den es auf DVD gibt. Mit einfachen Mitteln geht er an der Handlung heran. Fast in der Tradition des Wieland Wagners könnte man vorsichtich sagen. Es leitet nicht ab von der Musik und so ist es genau richtig. Es ist nichts da was nicht da sein sollte. Pur. Klasse.
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am 31. Oktober 2002
Kaum beklagt man den Mangel an "Tristan"-Aufnahmen auf Video, kommt von TDK eine weitere, bisher noch unveröffentlichte Aufnahme heraus. Hohn und Spott in den Kritiken über "das älteste Liebespaar der Welt" war das einzige, was mir von dieser Produktion der Deutschen Oper Berlin bisher bekannt war, und so war diese DVD für mich zuerst einmal Neuland.
Offensichtlich war das der Tristan auch für den Dirigenten Jiri Kout: Der versucht zwar, Wagners Partitur jugendlich und schwungvoll zu spielen, legt dabei zuweilen recht hohe Tempi an den Tag (rund 10-15 Minuten kürzer als die Aufnahmen unter Mehta und Barenboim), verliert aber in einigen Passagen ordentlich den Überblick über das musikalische Geschehen. Das betrifft weniger die Führung der Solisten, als vielmehr den Zusammenhalt des Orchesters an sich, was bei einem Weltklasseorchester wie den Berlinern schon verwundert - gerade in rhythmisch schwierigen Passagen läuft es deutlich auseinander. Ansonsten ist das Dirigat eher unauffällig, einzig Kouts Hang zu extremer Dynamik und demzufolge sehr starken forte-Einsätzen wären erwähnenswert (was zu einem Mißverhältnis bei den Lautstärken zwischen Sängern und Orchester führt).
Götz Friedrich zeigt hier sich als besonnener und kluger Regisseur, dem man die Altersreife deutlich ansieht. Keine Provokationen, keine sensationell neuen Ideen, keine "Zeittunnel" mehr, dafür solide, aber gleichzeitig sehr am Personalstil orientierte Regiearbeit: Der weitgehende Verzicht auf Hintergrundbilder, das starke Arbeiten mit Licht und Schatten (Im "Tristan" ohnehin angelegt) und die überzeugende Personenregie erinnern mich - im besten Sinne - an seinen Bayreuther "Lohengrin" aus den 70er Jahren. Die Bühne hat immer den Eindruck einer leeren Spielfläche, die im unendlichen Raum ohne Bezug zur Wirklichkeit schwebt, auf Bauten wird fast völlig verzichtet. Höhepunkt ist zweifellos die Entdeckungsszene im 2. Aufzug, wo mit dem einsetzenden Scheinwerferlicht das buchstäbliche Dunkel des Duetts abrupt und beängstigend beendet wird.
René Kollo straft den Spott über sein Alter in dieser Produktion weitgehend Lügen: Zwar fehlt ihm etwas die Frische und Stimmkraft alter Zeiten, aber er singt einen überzeugenden und nicht nachlassenden Tristan mit hervorragender Deklamation. Einzig in sehr lauten Passagen kommt er gegen die fortissimo-Eruptionen des Orchesters nicht an (bzw. versucht es glücklicherweise auch nicht) und geht auch im Duett zuweilen etwas unter. Der Vergleich mit der Bayreuther Aufnahme (wg. 2 identischen Protagonisten naheliegend), die diese Detailmängel nicht kennt, führt hier allerdings in die Irre, handelt es sich doch dabei um eine Aufnahme ohne Publikum, wo die Akte einzeln aufgenommen wurden. Im Falle Hanna Schwarz (Brangäne) zeigt sie sich in der älteren Aufnahme jugendlicher und stimmschöner, überzeugt aber dennoch auch hier. Das gilt erst recht für Gerd Feldhoff, der einen Kurwenal mit etwas zu wenig Kraft, aber umso besserem Ausdruck singt, und einen Robert Lloyd als Marke, den man nur als perfekt bezeichnen kann: Kräftig, mit Tiefe und guter Aussprache, dabei vor allem immer glaubwürdig.
Da fehlt doch noch was ... Allerdings. Über Gwyneth Jones als Isolde würde ich am liebsten gar keine Worte verlieren, aber es muß wohl sein. Madame Jones malträtiert ihre Stimme, daß es einem selbst weh tut, mit überbordendem Vibrato und unverhohlenem Schreien in lauten Passagen (das Orchester ist wohl anders nicht zu übertönen). Dazu gesellt sich eine sehr schlechte Aussprache, das kaum erträgliche Jaulen und Anlaufnehmen bei hohen Tönen (Schlußgesang!) und passagenweise auch Intonationsprobleme. Einzig Konditionsprobleme scheint sie keine zu haben, aber ob das angesichts der vorliegenden Leistung positiv oder negativ ist, muß jeder selber entscheiden.
Auf der DVD findet man überall Hinweise mit "dts, Dolby Digital, 5.1 Sound" - hier kann man leider nur sagen: Glatte Mogelpackung! Es handelt sich um eine Stereoaufnahme, wo in die hinteren Lautsprecher ein bißchen künstlicher Hall eingemischt wurde, nicht um 5.1! Der Stereoklang (PCM) hingegen ist gut, gute Textverständlichkeit, überzeugende Staffelung, allenfalls die recht eingeschränkte Räumlichkeit (die nicht zum optischen Eindruck der unendlichen Bühne paßt) und die wohl eher vom Dirigenten verschuldeten Lautstärkeverhältnisse zwischen Orchester und Solisten könnte man kritisieren.
Tja, was zieht man nun für ein Fazit bei so widersprüchlichen und zerrissenen Einzelurteilen? Ergo: Es ist kein Fazit möglich. Wer eine solide Friedrich-Inszenierung oder einen Tristan mit überzeugenden Männerstimmen sehen will, dem sei die DVD dringend empfohlen. Wer eine stimmschöne Isolde oder einen audiophilen Rundumklang erwartet, der sei gewarnt! Und weil man auch aus extremen Werten einen Mittelwert bilden kann, werden es eben 3 Sterne...
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am 15. Februar 2009
Leider muß ich den Enthusiasmus einiger Rezensenten entwas dämpfen. Zwar ist das Bühnenbild sehr ansprechend, da es auf die keltischen Wurzeln der Artuslegende zurückgreift, steht aber leider im krassen Gegensatz zur unpassenden Kostümierung, die bestenfalls ins 19. Jahrhundert paßt. Die Personenführung ist brauchbar, wenn auch in Teilen mangelhaft. Was den Regisseur geritten hat, das Liebesduett im liegen singen zu lassen, ist mir schleierhaft. Schlimmer ist es, wenn Isolde breitbeinig über Tristan steht, was schon im Liebesduett unfreiwillig komisch wirkt, bei der Liebesverklärung am Schluß allerdings völlig abwegig erscheint. Dies ist nur eine von manchen verunglückten Ideen. Schmunzeln muß man auch wenn Kruwenal tot zusammensinkt und man sieht, daß sein Rücken von Pfeilen gespickt ist, die man ihm zuvor in die Gasse nachgeschossen hat. Gut daß König Marke nur Kunstschützen beschäftigt hat; denn er stand in diesem Moment, sich gegen Kurwenal mit dem Schwert mühsam verteidigend direkt vor Kurwenal, so daß er durchaus einen Pfeil hätte abbekommen können, so denn auch nur einer fehlgegangen wäre. Dies aber zur Erheiterung nur am Rande. Nein, trotz einer weitestgehdenden Abstraktion muß ich die Lehnhoff Inszenierung weiterhin empfehlen, da sie bisher von den verfügbaren Umsetzungen diejenige ist, die den Geist des Werkes am besten trifft. Es ist schade, daß man hier die chance einer tatsächlichen Werktreue verpaßt hat, was in diesem Bühnenbild ohne weiteres machbar gewesen wäre.
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