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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
14
4,6 von 5 Sternen
Der diskrete Charme der Bourgeoisie Arthaus Premium Edition (2 DVDs)
Format: DVD|Ändern
Preis:16,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 4. November 2016
Louis Bunel gehört zu den bedeutendsten und einflussreichsten Regisseuren des 20. Jahrhunderts. In diesem Film geht es um die Verhaltensweisen der grossbürgerlichen Kreise, die perfekte Umgangsformen zuhaben vorgeben, jedoch im Kern verfault sind. In die Handlung eingeflochten sind Traumszenen der Protagonisten, in denen sie das Schicksal erleiden, das sie laut Bunuel wohl verdienen.
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am 16. Juli 2011
In der Bourgeoisie ist der Teufel los, denn Luis Bunuel kann es einfach nicht lassen! Erneut erteilt er den Großbürgern eine bittere Lektion, indem er sich diesmal klammheimlich in den intimen Kreis einer elitären Runde aus drei Männern und drei Frauen einschleicht, wo er den permanenten Versuch, sich zu einem gemeinsamen Essen zu verabreden, stets aufs Neue zum Scheitern bringt, weil eine unglückliche Verkettung von Missverständnissen die Freude an dem opulenten Gelage immer wieder zunichte macht. So irren sich die Gäste im Datum oder der Besitzer eines Lokals, auf das man ausweicht, liegt wenig appetitlich in einem Nebenraum als Leiche aufgebahrt; später ist das Gastgeberehepaar indisponiert, weil sie lieber ihren sexuellen Leidenschaften nachgehen und zu allem Überfluss stürmt auch noch eine Kompanie Soldaten den Ort des Geschehens, so dass die Bourgeoisie, so sehr sie sich auch müht, einfach nicht zu Tische kommt.

Schleifenartige Wiederholungen sind der Stoff aus dem Alpträume gemacht werden, doch egal welche Gemeinheit Luis Bunuel aus seiner unerschöpflichen Wundertüte an peinlichen Momenten auch parat hält, diesen sechs Personen gelingt es stets, krampfhaft die Etikette zu wahren, und so zu tun, als wäre nichts geschehen. Zumal hier drei Herren am Tisch sitzen, die sich ganz bewusst in diskretem Charme üben, weil sie wissen, dass sich ihr Wohlstand auf schmutzigen Geschäften gründet. Einer von ihnen ist Don Rafael, Botschafter des fiktiven Staates Miranda, einer korrupten Bananenrepublik irgendwo in Lateinamerika. Er schmuggelt Kokain nach Frankreich ein und verkauft es an die anderen beiden Herren weiter, weshalb die Mafia und eine linksradikale Terroristin aus seiner Heimat ihm auch nach dem Leben trachten. Doch dies spielt nur am Rande eine Rolle, denn Bunuel entlarvt die Bigotterie der feinen Kreise auf süffisante Weise bei Tisch und es ist wirklich bemerkenswert mit welcher selbstgefälligen Gleichgültigkeit diese Herrschaften eine fröhliche Schicht belanglosen Geplauders über unangenehme Themen wie Korruption und soziale Verelendung legen und sich in ihrem stocksteifen Benehmen als blasierte Ignoranten entpuppen, die in einer Welt gefangen sind, wo die graue Lebenswirklichkeit für die Arroganz der Macht keine Rolle mehr spielt und der Alltag scheinbar nur noch aus Sex und alkoholischen Getränken besteht. Dazu werden die drei Damen von Bunuel zu schmückendem Beiwerk degradiert, das sich in oberflächlichem Smalltalk übt, während sich die Männer in exaltierten Fachsimpeleien über die verschiedensten Gesöffe ergehen. Und wem dieser Film nicht gefällt, der bekommt zumindest ein Rezept für einen herzhaften Martini mitgeliefert: am besten trocken und ungerührt, gebadet in Eiswürfeln mit einer Temperatur von 15 Grad unter Null, einen kleinen Spritzer Gin hinein und den Cocktail standesgemäß in einem kegelförmigen Glas servieren. Kosten sollte man den edlen Trunk wie einen Champagner, nämlich ganz vorn auf der Zunge. Das beruhigt die Nerven, was auch bitter nötig ist, denn die Angst vor einer möglichen Razzia schwingt immer mit, so dass die Herren sogar das Militär in ihrer Runde tolerieren, um ihre Privilegien zu sichern. Denn wieso sollte die Armee auch einen Drogenring auffliegen lassen, wenn die Soldaten selbst Marihuana rauchen müssen, um ihr Berufsrisiko (den Tod) besser ertragen zu können? Und obwohl die Netzwerke der Macht sie schützen, dringt das Trauma der verpatzten Abendessen dennoch bis in die Träume der Großbürger vor. So öffnet sich plötzlich ein Vorhang und der illustre Kreis sieht sich auf einer Theaterbühne wieder, wo ihnen ein Souffleur vorgefertigte Texte zuflüstert, als seien sie Schauspieler, die mit geheuchelten Worten versuchen, sich gegenseitig etwas vorzumachen. In einem anderen Traum erschießt Don Rafael einen Oberst, weil dieser das macht, was sich seine Tischnachbarn in der Realität kaum wagen würden, nämlich kritische Fragen zu den Missständen in seiner Republik zu stellen, die sich selbst mit noch so eloquenter Rhetorik ("Guerillas gehören bei uns zur Folklore!") kaum wegwischen lassen. Womit Bunuel ganz ungeniert den wunden Punkt der gesellschaftlichen Eliten aufdeckt, die bis heute nicht in der Lage sind, das Fehlen einer allgemein verbindlichen Ethik, durch eine persönliche Moral zu ersetzen.

Auch in diesem Film hält der Meister wieder ein paar schauerliche Momente für den Zuschauer bereit, wenn er uns in die dunkle Schattenwelt entführt, wo Geister, Spuk und Mord regieren. Zwei Soldaten erzählen jeweils eine Geschichte aus dem Totenreich, die Bunuel auch ziemlich gruselig umsetzt: Ein kleiner Junge rächt seine verstorbene Mutter, die ihm in fahlen Bildern aus dem Jenseits heimsucht, denn er soll seinen Stiefvater vergiften, der seine leiblichen Eltern auf dem Gewissen hat. Ein anderer Traum zeigt einen Soldaten, der auf einer endlos langen Strasse durch die Stadt der Toten wandelt. Ein Chor an murmelnden Stimmen wird zum Ausdruck der erlösten Seelen. Und auch Bunuels obligatorischer Seitenhieb auf den Katholizismus darf nicht fehlen. So heuert ein Bischof bei einem der Paare als Gärtner an, um den Mörder seiner Eltern zu finden und ihn wenig gnädig ins Jenseits zu befördern. Die Großbürger lassen solche Geschichten freilich kalt, aber man darf sich sicher sein, auch die sechs Snobs bekommen, was sie verdienen, so dass am Ende die aufgesetzte Fassade mit einem Donnerschlag krachend in sich zusammenstürzt und alles unter sich begräbt: die Eliten, die Autoritäten und den Katholizismus. Eben jene Eckpfeiler der Gesellschaft an denen Luis Bunuel in seinem Schaffen in aller Respektlosigkeit rüttelte.

Vielleicht ist das sogar einer der schönsten Filme von Luis Bunuel, weil er auf leichtfüßige Art und Weise den Surrealismus aus seinem frühem Schaffen mit dem schwarzen Humor des Spätwerks verbindet und so ganz nebenbei in seiner ironischen Erzählweise und den zynischen Dialogen sehr nah an die politische Satire heranrückt. Mit von der Partie sind auch hier wieder die üblichen Verdächtigen wie Fernando Rey, Paul Frankeur und in einer Nebenrolle Michel Piccoli. Bonusmaterial ist auf dieser Einzel-DVD nicht vorhanden.
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am 17. August 2013
Hervorragend anzusehen und gespielt. Z.T amuesant anzusehen wie bei der oberen Gesellschaft alles schief laeuft und sie sich selbst laecherlich macht.
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am 27. März 2013
Weder die Filmtechnik, noch das Thema, noch der surrealistische Ansatz haben an Aktualität verloren. Allerdings besser nicht vor dem Einschlafen zu geniessen.

W. Knaus
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VINE-PRODUKTTESTERam 2. August 2012
Mehrere Angehörige der reichen französischen Oberschicht sowie der Botschafter eines fiktiven lateinamerikanischen Landes wollen sich zum Essen treffen. Immer wieder. Und immer wieder wird der kulinarische Genuss durch absurde Ereignisse verhindert. In der Schlussszene laufen sie gemeinsam eine einsame Landstraße entlang. Wohin wohl?

Luis Bunuels DER DISKRETE CHARME DER BOURGEOSIE von 1972 ist eine meisterhafte Komödie über jene Bourgeosie, der die ganze Verachtung des Regisseurs gehört und die er mit kunstvoll in die Handlung verwobenen Träumen zusätzlich karrikiert.

STUDIOCANAL legt hiermit den zweiten Film von Bunuel (2009 erschien BELLE DE JOUR) in sehr guter Qualität auf Blu-ray vor, die identisch so auch in Frankreich und Großbritannien erscheint. Als Bonus gibt es eine 30-minütige Dokumentation über Bunuel und besonders diesen Film. Erfreulicherweise ist bereits für September 2012 in der Studiocanal-Collection sein letztes Meisterwerk DIESES OBSKURE OBJEKT DER BEGIERDE angekündigt. Die Blu-ray verfügt über ein Wendecover. Eigentlich schade, dass sie nicht (im Sinne einer gewissen Einheitlichkeit) auch in der Studiocanal-Collection erschien, denn ein Booklet wäre natürlich auch interessant gewesen.

Kaufenswert!
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am 13. Mai 2015
Toll, typisch französisch! guteQualität ! schnelle Lieferung! Habe ich mir schon mehrmals angeschaut ! Entdecke jedes Mal noch etwas Neues , Interessantes. Bin echt begeistert
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am 14. November 2011
Der Titel ist ein poetischer Euphemismus. Eigentlich führt uns der Altmeister Bunuel die gehobene Klasse der Gesellschaft vor mit all ihren Macken, ihren konventionellen Zwängen und oftmals auch sinnfreie Aktionen. Sie sind auch triebgesteuert, aber oberflächlich. Small Talk beherrscht die Zwischenräume. Das zeitlose an dieser Groteske ist die Fülle an unglaublichen Wendungen, die nichts von ihrem Biss und ihrem Witz verloren haben. Bunuel spielt mit den Erwartungshaltungen der Zuschauer nur um sie ein ums andere Mal zu enttäuschen, zu überraschen oder gar zu schockieren.
Dabei würden manche Gags heute in den Abteilungen Comedy, Mystery oder Horror erscheinen. Da arbeitet z. B. ein Bischof als Gärtner, er nimmt einem Sterbenden die Beichte ab und erschießt ihn anschließend. Eine Frau wird vom eigenen Ehemann im Schlafzimmer eines Anderen entdeckt, nur weil der ihr seinen 'Eumel' zeigen will, Offiziere kiffen und Diplomaten sind Drogenkuriere u.v.a.m. Wenn es zu blutrünstig wird, entpuppt sich die Szene allerdings als Traum. Wenn man dann an der makaber-skurrilen Schraube immer weiterdreht, muss es mit einem Massaker aller Beteiligten enden. Doch am Ende spazieren die Leinwandgrößen der 70er Jahre (Rey, Seyrig, Cassel, Audran u.a.) über eine Landstrasse zur nächsten Einladung. Einfach toll dieser aberwitzig, surreale Witz.
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TOP 1000 REZENSENTam 2. Dezember 2016
Luis Bunuel gehört für mich zu den interessantesten Regisseuren der Filmgeschichte. 1928 debütierte er als Regisseur mit dem skandalumwitterten Film "Der andalusische Hund", den er gemeinsam mit seinem Freund Salvador Dali plante. Mit "Das goldene Zeitalter" ging er in Sachen Provokation noch einen Schritt weiter. Er zeigte beispielsweise Skelettierte Pfarrer oder einen Vater, der seinen Sohn mit einem Jagdgewehr erschießt. Der Skandal war vorprogrammiert. Rechtsgerichtete Gruppen bewarfen damals die Leinwände mit Farbbeuteln. Die Surrealisten jedoch bejubelten den Film.

Seine Filme sind tatsächlich auf einem schmalen Grat zwischen Realismus und Surrealismus angesiedelt, wobei beides nicht beziehungslos nebeneinander steht, sondern immer ineinander übergeht. Von seinem früheren Werken liebe ich "Los Olvidados" aus dem Jahr 1950 und "Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Cruz", der 1955 entstand, ganz besonders.
Sein "Gespenst der Freiheit" begeistert mich vor allem wegen der genialen Szene Essen und Toilette. Seine Bürgertums-Attacke "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" ist aber wahrscheinlich sein witzigster Film überhaupt. Im Grund passiert nicht viel. Den ganzen Film hindurch versuchen drei noble Freunde und ihre Frauen, die in mondänen Wohnungen in Paris oder in luxuriösen Landhäusern in der Umgebung leben, einander zum Essen einzuladen. Leider immer vergebens, wie die Handlung in "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" bald zeigen wird. Die Abendgesellschaft besteht aus dem Ehepaar Senechal (Stephane Audran, Jean Pierre Cassel), dem Ehepaar Thevonet (Delphine Seyring, Paul Frankeur), der jüngeren Schwester von Madame Thevonet (Bulle Ogier) und dem schillernden Don Rafael (Fernando Rey), Botschafter der kleinen südamerikanischen Republik Miranda. Die drei Männer der Oberschicht handeln auch noch mit Kokain. Neben diesen Hauptpersonen kommt auch noch der Bischof Dufour (Julien Bertheau), der sich von den Senechals als Gärtner engagieren lässt und ein Colonel (Claude Piplou) hinzu. Mehrfach versuchen nun diese Freunde, sich zu einem Essen zu treffen, aber dieses einfache Unternehmen misslingt jeweils auf sehr unterschiedliche Weise, teilweise sogar recht spektakulär. Da irrt man sich mal im Datum, dann wieder ist der Inhaber des Restaurants plötzlich verstorben und sein Leichnam ist im Nebenraum des Restaurants aufebahrt oder die Senechals machen lieber eine Runde Sex und verdrücken sich mit der Leiter in den Garten während ihre Gäste im Esszimmer warten. Dann wieder vereitelt ein Manöver den kulinarischen Spass oder es kommt zu gewaltvollen Auseinandersetzungen zwischen den Akteuren. Das lustige und fiese Treiben wird immer wieder von Träumen, die einige Nebenfiguren erzählen (ein Soldat, der im Cafehaus sitzt oder ein Soldat, der während des Manövers allen Gästen einen Traum zum Besten gibt) aufgelockert oder den Realitätsfluß unterbricht und surreale Züge hinzufügt. Bald werden es mehr Träume und das Szenario wird dadurch auch etwas drastischer....

Am Ende treffen sich die Freunde tatsächlich zu einer köstlichen Hammelkeule, das Happy-End scheint nahe zu sein. Doch dann werden Terroristen die Szene beherrschen. Man spürt natürlich einmal mehr, dass Bunuel sehr gerene die bürgerlichen Ordnungsmächte wie Staat oder Kirche gerne gemein attackiert. Für mich ist "Der diskrete Charme der Bourgeosie" ein perfekter Film, ein Meisterwerk des schwarzen und grotesken Humors. Gerechterweise gabs dafür auch den Oscar als bester fremdsprachiger Film des Jahres 1973.
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am 18. August 2013
War ich voller Vorfreude auf diesen Film, macht sich nach dem Abspann bedauerlicherweise große Enttäuschung breit.
Unbestritten sind Luis Bunuels grosse Verdienste um den französischen Film.
Unbestritten seine überragenden surrealistischen und gesellschaftskritischen Meisterwerke vom "Andalusischen Hund" bis "Belle De Jour".
Doch im hier vorliegenden Alterswerk wirkt Bunuel selbstreferentiell müde, kann trotz gewohnter eleganter Inszenierung nicht überzeugen.
Nicht überzeugend wirken seine von Anfang an ständig wiederholten Seitenhiebe auf die Dekadenz, auf die Hohlheit bourgeoiser Denkstrukturen, auf die latente Überflüssigkeit des grossbürgerlichen Lebens an sich.
Bereits nach 10 Minuten hat, ich denke da auch an unbedarfte Zuschauer, die mit dem Werk Bunuels vielleicht noch nicht so konfrontiert wurden, auch der letzte verstanden was uns hier gezeigt und satirisch überhöht werden soll.
Die aufgesetzten Szenen, die immer wiederkehrend gestörten Versuche der Tafelgesellschaft zum gelungenen Dinner zusammen zu finden, wirken lau, nicht überzeugend genug.
Der Spannungsbogen, nun einmal das Grundgerüst eines guten Films, wird eklatant schleifen gelassen.
Eine Satire, die scharf und treffsicher formuliert sein will, muß Interesse für seine Protagonisten wecken, muß auch wirklich dann grenzwertig und beißend werden.
Hier ist "Das grosse Fressen "zu erwähnen, das zeitgleich ungefähr entstanden, wirklich einen grausig humoristisch unvergesslichen Spiegel der Konsumgesellschaft vorhält.
Doch was macht hier Bunuel?
Er liefert uns gehobene Comedy -Sequenzen, vergisst dabei in irgendeiner Form Dramatik oder Empathie zu wecken und langweilt mit zunehmender Laufzeit.
Die Botschaft wurde schon nach kurzer Zeit verstanden. Was nun folgt ist Halbherzigkeit.
Endlose , gediegene Gespräche über Gerichte, Tischmanieren, unwitzige weil letztendlich viel zu uninspirierte, harmlos aufgesetzte Spitzfindigkeiten.
Die Störungen sind extravagant oberflächlich und nicht durch Dramaturgie unterfüttert.
Natürlich werden Autoritäten, das Militär, die Kirche auf die Schippe genommen.
Der Priester als Gärtner, ein abendliches Dinner in Gegenwart eines Toten, der schon oft zitierte "Eumel" der gezeigt werden soll, ein gefallener Soldat der zurückkehrt.
Letztendlich entpuppt sich die Szenerie als Theaterbühne, und das gesamte komische Drama des bereits im Leben in ihrer Agonie in Totenstarre gefallenen Grossbürgertums führt sich im finalen Tusch durch blutige Szenarien selbst ad absurdum, greift aber noch im Sterben nach der letzten Hähnchenkeule.
Klingt interessant, ja fürwahr, dies dachte ich auch ,ist es aber mit zunehmender Länge immer weniger.
Denn Bunuel macht neben der Tatsache, daß uns alle Beteiligten vollkommen egal sind einen zweiten Kardinalfehler.
Er versucht zu provozieren, bekommt dann Angst vor der eigenen Courage und läßt viele surreale Szenen ein ums andere Mal als harmlose nächtliche Alpträume erscheinen.
Wenn schon hier Satire betrieben werden soll, dann doch bitte nicht mit so einem letztendlich dürftigen und ärgerlichen Zögern und Umkehren auf halber Strecke.
Surrealismus, und Gesellschaftskritik mit Beißhemmung oder freundlich formuliert so dermaßen diskret, daß man die gute Absicht goutiert, jedoch in keiner Weise beeindruckt wird.
In "das Grosse Fressen" gelang es Sympathie für das lebensüberdrüssige Quartett zu entwickeln.
Von Anfang an machte hier Fererri in seiner gnadenlosen Entlarvung von Völlerei und sinnentleertem Dasein keine Kompromisse und der Tod klopfte fürwahr in grausig, wollüstiger Weise bei jedem Delinquenten an die Tür.
Ist dieser ein Film der Standpunkte zeigt und vertritt, so agiert Bunuel hier wie das kleine Schoßhündchen neben diesem Raubtier.
Gut gemeint, als zähe wirre Schlaftablette endend, die durch Unentschlossenheit verärgert.
Filme die surreal, nicht fassbar erscheinen, keine Erklärungen anbieten können unglaublich gut sein.
Bunuel selbst hat es in vielen seiner Werke bewiesen.
Doch Satire muß trotz allem Interesse an den Personen wecken und ein Mindestmaß an dramaturgischer Spannung.
Hier bei scheitert Bunuel auf ganzer Linie.
Der Eleganz der Bilder und natürlich den überragenden Schauspielern ist eine durchschnittliche Wertung geschuldet, jedoch nicht einer überzeugenden, beeindruckenden Regieleistung.
Es sei jedem gegönnt, in diesem Film ein herausragendes Werk zu sehen, ich meinerseits muß leider die positiven Erwartungen deutlich schmälern.
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am 29. Oktober 2013
dieser Film von Bunuel ist nichts für everybody. Daher fasse ich meine Meinung nur ganz kurz.
Ich habe mich entsetzlich gelangweilt. Ein paar Szenen ließen mich schmunzeln, da bin ich wieder
etwas aufgewacht. Aber mehr auch nicht. Ich war enttäuscht. Aber im Nachhinein, frage ich mich wirklich,
warum habe ich ihn gekauft? Vielleicht wegen den Rezensionen? Aus Neugierde? wie diese zu verstehen
sind? Ich weiß es nicht. Ich für meinen Teil (also wirklich nur mein eigenes Empfinden) habe ganz schön
daneben gegriffen. Aber was soll's, andere finden ihn vielleicht total chic,eben hipp !!
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