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am 25. April 2009
Bob Dylan zeigt hier wieder einmal, dass er noch immer diese meisterhafte lyrische Textsicherheit hat, dass er noch immer grandiose Melodien schreibt und dass er mehr Gefühl und Dynamik bei einem song aufbringt als man es sonst gewohnt ist.

Diese Platte ist wirklich großartig.
Akkordeon, die Liveband, seine kräftige Stimme, alles musikalisch ein Bisschen wie Time Out of Mind/Love and Theft auf mexikanisch aber ganz anders.
Die Songs sind alles in allem zuversichtlicher und haben eine Art Soundtrack-Charakter (auch wenn nur "Life is Hard" ein Soundtrack song ist)

Zur Doppel-LP wird die Original-CD mitgeliefert, die allerdings nicht in einer aufwändigen Hülle kommt sondern in einer simplen Papierverpackung (was aber zu verschmerzen ist, weil die CD ja ein Gratisbonbon ist - andere Künstler bieten zum Vinyl nur einen kostenlosen mp3-Download an. Und wenn man solchen Wert auf eine tolle Hülle legt hätte man ja sonst die Standard oder Deluxe CD bestellen können).

Die Platten selber sind natürlich von guter Qualität, 180 Gramm Vinyl.
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am 6. Oktober 2009
Nichts geht über das Meisterwerk 'Blonde on Blonde'. Doch 'Togehter through Life' berührt mich zutiefst und trifft meine Seele. Genauso, wie mich seinerzeit 'Blonde on Blonde' getroffen hat. Die CD ist ' rund ', die Songs in sich stimmig, haben großen Tiefgang und 'summen' nachhaltig nach. Jeder Song ist für sich eine Perle. Absolut grandios gewählt das Line-Up mit u.a. Mike Campbell, Git. ( Tom Petty ) und Herrn David Hildago, Akkordeon ( Los Lobos, u.a. ). Das Akkordeon-Ostinato von 'If you ever go to Houston' macht mich schier kirre !! Ein Meisterwerk auch ' I feel a Chance comin' on ', und, und, und. Und überhaupt: lasst bitte Herrn Zimmermann in Ruhe seinen Weg gehen und hört auf zu mäkeln !!! Seine Musik begleitet mich seit frühester Jugend und er wird immer besser. Jawoll !
Rolf Klöckner ( 55 Jahre jung )
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am 25. April 2009
"Together through life" - der Titel ist Programm. Dylan führt uns durch die Musikstile der letzten 45 Jahre. Anleihen bei Country, Blues, Cajun, TexMex, Skiffle oder Rhythm and Blues findet man durchs ganze Album. Der Meister ist gut drauf, vor allem seine in Würde gealterte Stimme passt haarscharf zu den Songs. Akkordeon, Banjo, Mandoline - auf diesem warmen akkustischen Klangboden gedeihen die einzelnen Titel.
Together through life, das heisst auch Beziehungen. Und dieses Thema zieht sich denn auch durch die ganzen Songs durch.
Man bemerkt, dass dieses Werk wirklich eine Einheit ist, wie aus einem Guss präsentiert sich hier His Bobness.
Dass dafür die wirklichen Höhepunkte fehlen ist der einzige winzige Minuspunkt an diesem sonst aber sehr gelungenen Spätwerk eines in allen Ehren älter gewordenen Superstars.
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am 22. Juli 2010
Bob Dylan nimmt seine Zuhörer diesmal mit auf eine Reise durch den tiefen Süden der USA. "Together Through Life" klingt in weiten Teilen wie der Soundtrack zu einem Dokumentarfilm über das Leben an der texanisch - mexikanischen Grenze. Die Stamm - Band, mit der Dylan auch seine Neverending - Tour weiterführt, ist auch hier, wie auf den letzten Alben, vertreten und präsentiert sich als sowohl aufeinander, als auch auf den stets unberechenbaren Meister eingespieltes Team, ergänzt wurde die Band diesmal allerdings durch den Multiinstrumentalisten David Hidalgo, dessen Akkordeon "Together Through Life" ein unvergleichliches Flair und eine Exotik verleiht, die man in Dylans Werk zuletzt auf dem Meisterstück "Desire" gehört hat. Noch ein Vergleich mit "Desire" drängt sich auf: Zum erstem Mal seit dieser Zeit duldet der Meister einen Co - Autor an seiner Seite. Diesmal ist es kein Theaterregisseur, sondern der Grateful - Dead - Lyriker Robert Hunter, mit dem Dylan eine lange Freundschaft und Zusammenarbeit verbindet.
Herausgekommen ist dabei kein monolithisches Meisterwerk, wie es "Time Out Of Mind" oder "Modern Times" waren, "Togehter Through Life" stellt man besser in den Kontext der "Basement Tapes" oder des 2001er Albums "Love And Theft" , ein liebevoller Streifzug durch die traditionelle Musik der Vereinigten Staaten, von der Dylan sich immer wieder seine Inspiration holte. Der gute alte Freund Blues steht Pate für viele Stücke dieses schönen Songzyklus. "Beyond Here Lies Nothing" und "My Wife's Hometown" klingen, als hätte ein Muddy Waters sie schon vor 50 Jahren geschrieben und der Meister hätte sie irgendwo in einem verstaubten Ordner wiedergefunden. Meisterhaft gespielt, von Hidalgo veredelt und von Dylans unverwechselbarer Raspelstimme getragen, entfalten sie Songs eine unvergleichliche Atmosphäre. Etwas anders sieht es mit den Blues - Rock - Stücken aus. "Jolene" und "Shake Shake Mama" rocken zwar ganz possierlich, bleiben aber insgesamt zu brav und verhalten. Vielleicht hätte man die Songs erstmal auf der Bühne erproben und dann damit ins Studio gehen sollen.
Die stärksten Momente erreicht Dylan auf "Together Through Life", wenn er wieder den Chronisten erschütternder Liebesgeschichten gibt, wie im Lamento "If You Ever Go To Houston" oder in den hier zahlreich vertretenen Balladen ("Life Is Hard", geschrieben auf Bitte des französischen Filmregisseurs Olivier Dahan und laut Dylan Inspiration für das ganze Album, "Forgetful Heart", einmal mehr eine wunderschön wehmütige Nummer über vergangene Liebe, "This Dream Of You" und das wundervolle "I Feel A Change Comin' On").
"Together Through Life" ist eines dieser Alben, aus denen man zunächst nicht so recht schlau wird, als ersten Eindruck wirkt es etwas unfertig und willkürlich. Seinen vollen Reiz entfaltet es erst nach mehrmaligem Hören, am besten in heißen Sommernächten mit angenehmer Gesellschaft. Ausprobieren lohnt sich.
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VINE-PRODUKTTESTERam 24. April 2009
Eines ist bereits jetzt klar: Dieses Album vom Altmeister des Rock n' Roll war die Überraschung des ersten Halbjahres 2009 schlechthin. Kurzerhand entschied sich das Management den ursprünglich im Herbst geplanten Release auf den 24. April vorzuverlegen. Die Tatsache, dass die große Europatournee zu der Zeit im vollen Gange ist, schien ein positiver Begleitfaktor zu sein.
Wiedermal schlug Dylan musikalisch eine nahezu komplette Kehrtwende ein: Der Blues und Rock n' Roll des Vorgängers ist gewichen und nun erwarten den Hörer eine geballte Ladung von rauen, ungeschliffenen Country-Lovesongs - größtenteils dominiert von David Hildagos Akkordeon Spiel, das einen irgendwo in ein mexikanisches Wüstenkaff versetzt, wo man mit einem Tequilla in der Hand über die Irrungen und Wirrungen der Liebe nachdenken kann. Insgesamt geht es auf dem Album etwas ruhiger zu, die langsamen Balladen behalten durchgehend die Oberhand, nur hier und da findet sich mal ein standard Shuffle (Wie im Opener "Beyond here lies nothing") oder ein kleiner, treibender Blues ("Jolene"). Textlich bleibt Dylan kritisch wie eh und je: Der erhobene Zeigefinger ist es nicht mehr, doch er wird nicht müde aufzulisten, was in der Welt alles nicht so richtig läuft. Sogar die globale Wirtschaftskrise findet ihren Platz im zynischen "My Wife's Hometown" ("State gone broke, the country's dry/Don't be lookin' at me with that evil eye").
Inspiration fand er zu dem Album, als er für den Filmemacher Olivier Dahan die düstere Ballade "Life is hard" schrieb, kurz darauf nahm er mit seiner aktuellen Tour-Band circa 30 neue Songs auf; und 10 davon präsentiert er in diesem Album.
Einen Vergleich zu "Modern Times" zu ziehen wäre nutzlos und auch unangebracht, da es stilistisch zu große Differenzen gibt, niemand hätte so ein Album zu diesem Zeitpunkt erwartet, doch das ist der Grund, warum Bob Dylans Musik auch nach dem 33. Studio Album immer noch ihren Reiz hat.
"Togehter through Life ist definitiv eines der besten Alben des gesamten Jahres und zeugt weiterhin von Dylans musikalischer und textlicher Raffinesse.

Besonderheiten der Deluxe Edition:
Positiv ist anzumerken, dass sie eine DVD mit einem spannenden und aufschlussreichen Interview enthält und eine weitere Folge der berühmten Theme Time Radio Hour mit Bob Dylan, diesmal geht es um "Friends & Neighbors" , also um Freunde und Nachbarn und wie diese unser alltägliches Leben beeinflussen.
Die Theme Time Radio Hour wurde schon oft von Bob Dylan moderiert. Es ist eine einstündige Radiosendung die sich immer einem bestimmten Thema widmet, die Songauswahl liegt dabei ganz in der Hand des Moderators.
Desweitern beinhaltet der schmucke Pappschuber ein Poster des Covers in ca. 36x36 cm.
Zu bemängeln ist, dass es keine B-Sides mit auf die Limited Edition geschafft haben, obwohl Dylan in einem Interview angab, dass bei den Sessions für das Album rund 30 Songs entstanden sein, leider jedoch schien es dem Managemant unangebracht einige der restlichen Songs auf einer Bonus CD zu veröffentlichen. Aber wofür gibt es die Bootleg Serie?
Wegen den fehlenden Bonustracks gibt es insgesamt einen Stern abzug.
Allerdings reicht auch die normale Version des Albums für jemanden, der nur an der reinen Musik Dylans, und nicht an der Theme Time Radio Hour interessiert ist.
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am 10. September 2010
Als großer Dylan-Fan habe ich mir die Scheibe am ersten Tag gekauft. Im Gegensatz zu den drei Vorgängern dauerte es diesmal länger, bis der Funken vollends übersprang. ("Time out of mind" schlug mit seinem Blues, seiner Melancholie und dem genialen Lanois-Sound sofort ein, "Love & Theft" klang gleich absolut authentisch und so pur, dass mir nur "Roots" einfiel & "Modern Times" knüpfte von der Qualität an den Vorgänger an, war dabei aber etwas lockerer, tänzelnder, dennoch bluesy.) Allerdings nicht die vollen rund anderthalb Jahre bis zu dieser Rezension!

Das rumpelige "Beyond here lies nothing", "I feel a change comin `on" & "If you ever go to Houston" sind mir gleich im Kopf geblieben. Die anderen sieben Songs benötigten mehr Zeit um ihren Weg in mein Herz zu finden. Aber nach und nach entfaltet sich die wunderbare Musik und lässige Art. Dylan ist schon lange ein alter Hase. Zu Beginn seiner Karriere sprach er noch davon, dass er nicht das Format eines Woody Guthrie oder Leadbelly hätte, aber hoffe, eines Tages so weit zu sein. "Together through life" ist ein gutes und großes Album, welches mit der Zeit an Einfluß gewinnt. Der große Bruch zu den beiden Vorgängern ist es entgegen einigen Pressemitteilungen und der Meinung des ein oder anderen Rezensenten oder Kritikers meiner Meinung nach nicht, soundtechnisch war die Lücke zwischen 1997 & 2001 deutlich größer und auch sonst gab es bei Dylan wesentlich deutlichere Brüche. Insgesamt tritt hier der Blues ( nicht das Bluesfeeling ) gegenüber einem "abseits von Nashville"-Country, Texmex und ganz allgemein Americana zurück. Die Harmonika fehlt hier völlig, dafür ist das Akkordeon sehr präsent. Dies ist der deutlichste Unterschied zu den beiden Vorgängern. Und der Sound hört sich noch deutlicher nach der Prä-Rock & Roll-Phase an als bei den beiden Vorgängern. Das Album klingt spielfreudig und frisch, aktuell gefällt es mir sogar etwas besser als die letzten Vorgängeralben.

Ich finde auf "Together through life" nur gute Songs. Das bereits erwähnte "Beyond here lies nothing" käme auf meine persönliche Dylan-Best-Of. "If you ever go to Houston" mag ich immer noch sehr, ein schöner Song. Ich kann mir gut vorstellen, wie man mit dem Wagen nach Houston (oder Dallas oder oder...) reinfährt und der Song dabei läuft. "Forgetful Heart" habe ich anfangs nicht besonders wahrgenommen, gehört für mich mittlerweile zu den stärksten Momenten auf der Platte. Auch das nachfolgende "Jolene" hat für mich gewonnen, würde auch auf das von mir geschätzte "Love and theft" gut passen. Bei "This dream of you" fühlt man sich auf eine Hochzeitsfeier an der amerikanisch-mexikanischen Grenze versetzt. "I feel a change comin` on" ist so was wie der Big-Song des Albums, strahlt Würde aus. Das Lied hat diese bestimmte Mischung aus Zuversicht und Melancholie, die mir ins Herz geht. Dann verabschiedet sich der Mann aus Minnesota mit "It`s all good", und natürlich macht er das nicht mit einem Strauß Blumen. "Together through life" ist eine richtig gute Platte, mit der Zeit hat sie bei mir sehr gewonnen und gehört nun zu meinen Lieblingsscheiben.

Die Scheibe setzt die mit "Down in the groove" und der "Never Ending Tour" begonnene Reise fort, weiter zurück voran zu den Wurzeln, traditionelle amerikanische Volksmusik, die Verweigerung kurzfristiger Zeitgeist-Konzepte. (Wobei Retro auch wieder Zeitgeist ist, aber das scheint Dylan ziemlich wurscht zu sein). Das Schöne ist, dass viele Dylan auf dieser Reise folgen. Hätten sich all die schlauen Feuilletonjungs Mitte der Achtziger vorstellen können, dass Dylan ab (sagen wir) 1997 ein gutes Album nach dem anderen vorlegt und sich dies sogar in den Charts - "Modern Times" nach 30 Jahren die erste Nummer 1 in den USA, "Together Through Life" die erste Nummer 1 in GB seit "New Morning" von 1970 - spiegelt (Februar 1996 auf einer Fete mit viel Britpop sagte jmd. zu mir:"Dylan hast du live gesehen, ist der nicht schon tot?" Sie dachte vielleicht an den Pere Lachaise, ich musste nur grinsen und damit war die Frage beantwortet)?

Bis auf "This dream of you" verfasste Dylan alle Texte gemeinsam mit Robert Hunter, dem Texter der Grateful Dead. Auf "Down in the groove" hat Dylan zwei Texte von Hunter vertont. Eine so einge Zusammenarbeit bei seinen Texten läßt sich sonst nur noch bei "Desire" (Jacques Levy) finden.
Die beigelegte Theme Time Radio Hour ist eine interessante Zugabe, Dylans Betonungen sind einfach klasse und die Songauswahl ( vieles war mir nicht bekannt ) gelungen. Dazu ein Poster, eine Interview-DVD und ein Aufkleber, man staunt nicht schlecht, dass Columbia so etwas von Dylan veröffentlicht. Bob Dylan ist längst da, wo er als zwanzigjähriger Folkie nicht sein konnte. Er ist längst bei Woody Guthrie, Blind Willie McTell und Hank Williams angekommen. Bob Dylan ist der Elder Statesman der amerikanischen Musik!
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am 16. Mai 2009
Nachdem das Album nun schon eine Weile auf dem Markt ist, denke ich, es auch mehr oder weniger treffend rezensieren zu können. Habe die Erfahrung gemacht, dass Impuls-Rezensionen gleich nach dem ersten oder zweiten Hören selten ihre Gültigkeit verlieren.
Aber bevor's zum Album geht, muss ich doch meiner Verwunderung über so manche Kritik Ausdruck verleihen: Man liest öfter etwas wie "kannte Dylan von früher" und "klingt ja heute ganz anders, gefällt mir nicht" o.ä. Natürlich, jedem seine Meinung. Aber wenn jemand Dylan und seine Musik vielleicht seit Jahrzehnten aus den Augen bzw. Ohren verloren hat, dann findet er sicher nur schwer Zugang zu "Together through life". Evtl. erwarten ja manche immer noch einen jungen Sänger, der - nur mit Gitarre und Mundharmonika begleitet - seine Protestsongs zum besten gibt.
Wer abgetarkelte Stars oder One-Hit-Wonder hören will, die ihre über 40 Jahre alten Playbacks "singen", der ist wohl in diversen Chart-Shows auf den einschlägigen Sendern besser aufgehoben.

Doch zum Album: Ich finde die drei Vorgänger ("Modern Times" 2006, "Love & Theft" 2001 und "Time Out Of Mind" 1997) auch allesamt besser. Gegen diese 5-Sterne-Meisterwerke fällt "Together Through Life" doch ein wenig ab. Während auf ebengenannten jeweils gleich mehrere gandiose Songs zu finden waren ("Workingman's Blues No.2", "Ain't talkin'"; "High Water", "Mississippi"; "Not dark yet", "Love sick" und viele mehr) fehlen mir hier DER oder DIE absoluten Übersongs.
Natürlich sind die Lieder schön, das Album insgesamt homogen; besonders überzeugend der Opener "Beyond here lies nothin'", das etwas an "Ain't talkin'" erinnernde "Forgetful heart", mein persönlicher Favourite "This dream of you" und vor allem "I feel a change comin' on", das trotz des "verdächtigen" Titels natürlich kein Aufspringen auf den Zug der Obama-Manie zum Inhalt hat (wäre es bei Neil Young vielleicht gewesen ...). Größter Minuspunks des Albums sind für mich die bluesigen Stücke. Vielleicht vom Opener abgesehen fehlen es "Jolene" und Shake shake Mama" einfach am Drive, um sich mit Songs wie etwa "Lonesome Day Blues" oder messen zu können, was womöglich auch am stets präsentenAkkordeon liegt, der den Songs in meiner Meinung bisweilen den nötigen Biss nimmt. Nichtsdestotrotz gefallen mir auch die beiden recht gut und werden wohl, wie es bei fast allen Dylan-Songs der Fall ist, erst in der Live-Version richtig zur Geltung kommen.

Alles in allem aber ein gutes Album. Zwar (für die letzten Jahre untypisch) mal kein Meisterwerk, aber ein gutes Album, dem man ein wenig Zeit zum Reinhören zugestehen sollte. Wenn sich die Rezensionen zu "Together Through Life" irgendwann bei 4 Sternen eingependelt haben, ist das Album absolut treffend bewertet!
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TOP 1000 REZENSENTam 15. Juni 2009
Zusammen durchs Leben, zusammen mit der Musik Bob Dylans, die diesmal an einen verrauchten Jazzclub an einem heißen Sommerabend irgendwo auf einer kleinen Insel erinnert (mich zumindest)...

Ganz ehrlich: Als ich die CD im Regal erstmals liegen sah, machten sich gewisse Zweifel in mir breit, die ich mit einem sofortigen Probehördurchgang aber halbwegs besänftigen konnte. Und obwohl ich mir zunächst immer noch nicht 100%ig sicher war, ob ich mir diese Scheibe denn unbedingt zulegen müsste, tat ich es - und bis heute habe ich den Kauf ganz und gar nicht bereut, im Gegenteil!!

Erfreut anfangs scheinbar nur die knallig-jazzige, kratzig-beißend gesungene Einstiegssingle "Beyond Here Lies Nothin'" das Gemüt, so wird einem schon beim zweiten oder dritten Mal hören bewusst, dass man es da mit einem etwas eigenwilligen aber gleichzeitig GRANDIOSEN Gesamtwerk des Altmeisters zu tun hat. Als Album ist "Together Through Life" wirklich eine Bereicherung und das nicht ausschließlich nur für Dylan-Fans!

Ja, der "gute, alte" Bob. Mit ihm kann man scheinbar wirklich nichts falsch machen! Da ist wirklich gefällige, schwungvolle und gleichermaßen melancholische und chillige Musik am Laufen, wenn man "Tohether Through Life" am CD-Player abspielt. Das ist Musik für laue Sommerabende voller Romantik und/oder Wein. Genauso taugt die Platte aber fürs Autofahren, fürs Seele-Baumeln-Lassen oder fürs Abtanzen!

So verschieden die Meinungen und Kritiken auch diesmal wieder ausgefallen sind - für mich ist das (obwohl ich offengestanden nicht jede Bob-Dylan-Platte im Detail kenne) eines der besten Dylan-Gesamtwerke aller Zeiten!
Natürlich steht es aber außer Frage, dass z.B. "Time Out Of Mind", "Love & Theft" sowie "Modern Times" ebenfalls Hochkaräter sind - vielleicht sogar 6-Sterne-Werke...

Hut ab!!

Let us hear music... TOGETHER!!!!!!!!

---- Anspieltipps ----
- Beyond Here Lies Nothing
- Life Is Hard
- If You Ever Go To Houston
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TOP 1000 REZENSENTam 27. April 2009
Die wahre Meisterleistung Robert Zimmerman's auf diesem Album sind hier nicht die Kompositionen - obwohl er mit ,I Feel A Change Comin' On' wieder einen Klassiker drauf hat - sondern die Art und Weise wie er hier den Blues als Traditional Folk deutet, bzw. diese Musikrichtungen so miteinander verheiratet, als wären Sie immer schon zusammen gewesen.
Das geht vor allem natürlich über das Instrumentarium - eine röhrenverstärkte und leicht verzerrte Blues Leadgitarre, mischt sich mit Akkordeon, Banjo, allerelei rumpeligen Schlagwerk und die Rhythmus Section poltert in bester Tom Waits Manier daher - wie auch des großen alten Mannes Stimme Waits'sche, um nicht bösartig zu sagen ,rachitische' Züge annimmt, die zu dieser Musik aber herrlich passen. Wenn Dylan dann auf ,This Dream Of You' seinen Folk auch noch ganz nah in Richtung Mexiko schiebt, dann ist man schon versucht zu denken, er betreibe hier musikalische Integration. Manchmal darf's auch eine kleinen Portion Rock'n'Roll sein, so wie bei ,Jolene' oder ,It's All Good', immer aber klingen die songs dieses Albums so, als wären es längst vergessene Traditionals, die hier ihre ihnen gebührende, respektvolle Neuinterpretation erhalten, und nicht wie neue songs, und das allein mag Beweis genug für die Qualität dieses Spätwerks sein, an dem man sich einfach nicht satt hört.

Sehr charmant und nett zu hören - eine ganze Stunde seiner ,Theme Time Radio Hour' show auf der Bonus CD, in der er nicht nur als geistreicher Moderator glänzt (Thema ,Freundschaft') , sondern auch als geschmackssicherer DJ, der bei seiner Musikauswahl den dieser Platte doch sehr stilverwandten T.Bone Burnett berücksichtigt, alle songs aber immer passend zum Thema auswählt.
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NR. 1 HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 1. Mai 2009
In die Diskussion, ob diese CD ein Meisterwerk sei oder nicht, möchte ich mich nicht einmischen. Auch weil ich solche Bewertungskämpfe ziemlich sinnlos finde. Ich habe ganz einfach riesig Freude, dass ein großer Meister wieder neue Songs vorlegt. Und da bessere Dylan-Kenner als ich die zehn Lieder bereits besprochen haben, beschränke ich mich auf die Frage, ob sich der Mehrpreis für die Deluxe Edition lohnt.

Ja, es lohnt sich. Und zwar nicht weil man dafür Bonus-Tracks oder ein tolles Booklet erhält, sondern weil es Spaß macht, Bob Dylan eine Stunde lange beim Moderieren einer Radiosendung zuzuhören. In einem Interview zur diesjährigen Konzerttour meinte Dylan, nichts habe ihn und seine Songs so beeinflusst wie Amerika. Und genau das kommt beim Anhören von "Theme Time Radio Hour' show" auch durch. Wer die ausgewählten Songs nicht mag, wird Amerika weder verstehen noch lieben können. Und er wird auch Mühe haben, Bob Dylans Äußerungen über ganz allgemeine Themen richtig einzuordnen. Für mich ist diese Bonus-CD also nicht nur ein Marketingprodukt, sondern ein klarer Mehrwert. Denn Nachbarn sind nur scheinbar auf der ganzen Welt gleich. Und auch bei Freundschaften gibt es subtile Unterschiede, die man beim Hören dieser Radiosendung eher erfasst.

Mein Fazit: Den Mehrpreis sollte man locker aufwenden, wenn nicht die Erwartung besteht, man erhalte dafür unveröffentlichte Dylan-Songs oder ein schönes und informatives Booklet. Also liebe Dylan-Gemeinde: Wenn schon, dann schon.
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